{"id":37914,"date":"2017-04-20T09:22:07","date_gmt":"2017-04-20T07:22:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37914"},"modified":"2019-04-25T15:23:31","modified_gmt":"2019-04-25T13:23:31","slug":"rezension-von-michael-lueders-neuem-buch-ueber-den-syrienkrieg-und-zwei-lesermails-zum-thema","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37914","title":{"rendered":"Rezension von Michael L\u00fcders neuem Buch \u00fcber den Syrienkrieg und zwei Lesermails zum Thema"},"content":{"rendered":"<p>Wie bekannt ist, hat der Nahost-Experte Michael L&uuml;ders ein weiteres Buch zum Syrienkrieg vorgelegt. Udo Brandes hat es f&uuml;r die Nachdenkseiten gelesen. Sein Fazit: Eine unverzichtbare Lekt&uuml;re f&uuml;r alle, die sich ein differenziertes Bild vom Syrienkrieg machen m&ouml;chten. Siehe zum Thema auch das Interview mit Michael L&uuml;ders auf den NachDenkSeiten: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37845\">Anne Will arbeitet mit einer b&ouml;sartigen Unterstellung, so Michael L&uuml;ders im NDS-Interview.<\/a> &ndash; Passend zum Thema folgen als Anlage noch ein Leserbrief von Bernd Duschner und eine Mail von Marco Wenzel, einem NachDenkSeiten-Leser aus Thailand. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7754\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-37914-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170420_Rezension_von_Michael_Lueders_neuem_Buch_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170420_Rezension_von_Michael_Lueders_neuem_Buch_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170420_Rezension_von_Michael_Lueders_neuem_Buch_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170420_Rezension_von_Michael_Lueders_neuem_Buch_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=37914-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170420_Rezension_von_Michael_Lueders_neuem_Buch_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170420_Rezension_von_Michael_Lueders_neuem_Buch_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>&bdquo;Ich emp&ouml;re mich, also sind wir&ldquo;<\/strong><\/p><p><strong>Eine Rezension von Udo Brandes<\/strong><\/p><p>Michael L&uuml;ders hat seinem neuen Buch (Titel: &bdquo;Die den Sturm ernten. Wie der Westen Syrien ins Chaos st&uuml;rzte&ldquo;) ein Zitat des 2015 verstorbenen SPD-Politiker Egon Bahr vorangestellt: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wenn ein Politiker anf&auml;ngt, &uuml;ber &sbquo;Werte&rsquo; zu schwadronieren, anstatt seine Interessen zu benennen, wird es h&ouml;chste Zeit, den Raum zu verlassen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Ich selbst hatte mir vor l&auml;ngerer Zeit ein &auml;hnliches Zitat von Egon Bahr archiviert. Anl&auml;sslich einer Diskussion mit Sch&uuml;lern in der Ebert-Gedenkst&auml;tte in Heidelberg gab Egon Bahr diesen Folgendes mit auf den Weg: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erz&auml;hlt.&ldquo; (Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung vom 04.12.2013)\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Regime-Change-Politik f&uuml;r geopolitische Interessen<\/strong><\/p><p>Auch in Syrien, so L&uuml;ders, gehe es nicht um Werte, sondern um Interessen:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Geopolitik ist dabei das Schl&uuml;sselwort. (&hellip;.) Auf syrischem Boden k&auml;mpfen die USA und Russland, aber auch der Iran und Saudi-Arabien und nicht zuletzt die T&uuml;rkei um Macht und Einfluss. Die Hauptakteure allerdings sind seit 2012 Washington und Moskau.&ldquo; (S. 11)\n<\/p><\/blockquote><p>L&uuml;ders zeigt anhand vieler Beispiele, dass die USA seit Jahrzehnten versuchen, ihre Interessen durch eine Regime-Change-Politik durchzusetzen &ndash; obwohl dieser Ansatz regelm&auml;&szlig;ig gescheitert ist. Aber genauso unbelehrbar wie ein neurotischer Mensch, der seine Konflikte zu l&ouml;sen versucht, indem er genau das Verhalten verst&auml;rkt, das ihm seine Probleme beschert, versuchen die US-Regierungen immer wieder aufs Neue, mit Regime-Change-Politik ihre Interessen durchzusetzen. <\/p><p>Eine wichtige Rolle spielen dabei die Geheimdienste, insbesondere der CIA. Dieser wurde 1947 mit zwei Auftr&auml;gen gegr&uuml;ndet, so L&uuml;ders: Erstens sollte er Informationen sammeln, sprich spionieren. Und zweitens sollte er verdeckte Operationen ausf&uuml;hren, um unliebsame Regierungen zu st&uuml;rzen, die die Interessen der USA st&ouml;ren. Was nur wenigen Menschen bewusst sei: Diese Art von Interventionen habe Millionen von Menschen das Leben gekostet. <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wer etwa die endemische Bandengewalt im heutigen Zentralamerika, den Putsch gegen Chiles Pr&auml;sidenten Allende 1973, den Aufstieg Pol Pots in Kambodscha in der 1970er Jahren, den Staatszerfall im Kongo oder die iranische Revolution verstehen will, landet unweigerlich in Washington oder Langley, dem Sitz der CIA. Syrien reiht sich ein in diese Chronik &ndash; seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, als die USA die vormaligen Kolonialm&auml;chte Gro&szlig;britannien und Frankreich als entscheidender Machtfaktor im Nahen und Mittleren Osten abzul&ouml;sen begannen.&ldquo; (S. 13)\n<\/p><\/blockquote><p>Das Muster der US-Politik sei immer gleich: Es werden oppositionelle Gruppen unterst&uuml;tzt, die das bestehende Regime bek&auml;mpfen &ndash; womit die US-Regierungen sich regelm&auml;&szlig;ig h&ouml;chstselbst neue Feinde heranz&uuml;chteten. So zum Beispiel in Afghanistan. Dort finanzierten und bewaffneten die USA mit saudischer und pakistanischer Unterst&uuml;tzung die Mudschahedin, also Glaubensk&auml;mpfer, die gegen die sowjetischen Truppen k&auml;mpften. Genau aus diesen Glaubensk&auml;mpfern gingen sp&auml;ter Al-Quaida und die Taliban hervor. Auch Osama Bin Laden geh&ouml;rte zu diesen Glaubensk&auml;mpfern. <\/p><p><strong>Werte: Chiffre f&uuml;r die Legitimation milit&auml;rischer Gewalt<\/strong><\/p><p>Die USA schreckten bei ihrer Regime-Change-Politik auch nicht davor zur&uuml;ck, demokratische Regierungen zu st&uuml;rzen. So wurde 1953 der demokratisch gew&auml;hlte iranische Ministerpr&auml;sident Mossadegh durch einen von britischen und US-Agenten inszenierten Putsch gest&uuml;rzt. Sein Fehler war: Er hatte es gewagt, die Erd&ouml;lindustrie zu verstaatlichen. Durch den Staatsstreich kam der Schah an die Macht &ndash; und wurde seinerseits von der Islamischen Revolution hinweggefegt, was L&uuml;ders als <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;zeitversetzte, radikale Antwort auf den Putsch von 1953&ldquo; (S. 18)\n<\/p><\/blockquote><p>einordnet. Man kann L&uuml;ders also beim besten Willen nicht widersprechen, wenn er sagt:<\/p><p>&bdquo;Im Kontext von Geopolitik sind &sbquo;Werte&rsquo; wenig mehr als eine Chiffre, die der Eigenlegitimation milit&auml;rischer Gewalt dient &ndash; zur Durchsetzung hegemonialer Macht. &Auml;hnlich wie in kolonialen Zeiten das Wort von der &sbquo;Zivilisation&rsquo;, an die heranzuf&uuml;hren es die Eingeborenen angeblich galt &ndash; um mit Hilfe dieser Umschreibung so unsch&ouml;ne Begriffe wie Ausbeutung oder Landraub zu vermeiden.&ldquo; (S. 164)\n<\/p><p>Die Fakten, mit denen L&uuml;ders seine Position begr&uuml;ndet, sind erdr&uuml;ckend. Dies war erst j&uuml;ngst bei der Talkshow Anne Will zu beobachten, zu der auch Michael L&uuml;ders als Experte eingeladen war. Dort wurde schnell die argumentative Hilflosigkeit des medialen und politischen Mainstreams sichtbar. Anne Will sah sich gen&ouml;tigt, Michael L&uuml;ders als Person zu diffamieren, weil sie offensichtlich nicht wusste, wie sie seine Argumente entkr&auml;ften sollte. Ebenso der ehemalige US-Botschafter John Kornblum, der zum stigmatisierenden Schlagwort &bdquo;Verschw&ouml;rungstheorie&ldquo; griff. (Siehe dazu auch auf den Nachdenkseiten <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37774\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37845\">hier<\/a>).<\/p><p><strong>Geopolitische Interessen in Syrien<\/strong><\/p><p>Was konkret sind nun die geopolitischen Interessen, um derentwillen diverse M&auml;chte in Syrien Krieg f&uuml;hren? Zum einen geht es dabei um eine Erdgaspipeline. Das Golfemirat Katar gab im Jahr 2000 Pl&auml;ne f&uuml;r den Bau einer Pipeline bekannt, die zehn Milliarden Dollar kosten sollte und &uuml;ber 1500 Kilometer durch Saudi Arabien, Jordanien und Syrien bis in die T&uuml;rkei f&uuml;hren sollte. <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Katar\/T&uuml;rkei-Pipeline, sollte sie je gebaut werden, w&uuml;rde den wirtschaftlichen und politischen Einfluss der sunnitischen Herrscherh&auml;user am Golf gegen&uuml;ber Teheran st&auml;rken. Entsprechend wurden die katarischen Pl&auml;ne in Washington umgehend begr&uuml;&szlig;t. Und auch die Europ&auml;ische Union, die rund ein Drittel ihres Bedarfs aus Russland bezieht, stand dem Projekt aufgeschlossen gegen&uuml;ber.&ldquo; (S. 71)\n<\/p><\/blockquote><p>Aus westlicher Sicht bedeutet der Bau einer solchen Pipeline &uuml;berdies, dass die Gaspreise sinken w&uuml;rden und die Abh&auml;ngigkeit von russischem Gas f&uuml;r die Europ&auml;ische Union geringer w&uuml;rde. Von den sinkenden Preisen w&uuml;rde auch die T&uuml;rkei profitieren, und zudem noch von Transitgeb&uuml;hren, die bei einer Pipeline &uuml;ber t&uuml;rkisches Gebiet f&auml;llig w&uuml;rden. Deshalb kommt L&uuml;ders zu dem Schluss:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Es verwundert nicht, dass Moskau die Pipeline als existentielle Bedrohung ansieht. (&hellip;) Alternativ schlug Russland den Bau einer &sbquo;Islamischen Pipeline&rsquo; vor, die von der iranischen Seite des Gasfeldes &uuml;ber Irak und Syrien in den Libanon f&uuml;hren sollte. &ldquo; (S. 71)\n<\/p><\/blockquote><p>2009 kam dann das endg&uuml;ltige Aus f&uuml;r die Katar\/T&uuml;rkei-Pipeline, als Assad erkl&auml;rte, dass er dem Verlauf der Pipeline &uuml;ber syrisches Gebiet nicht zustimmen werde. Stattdessen wurde der Bau einer sogenannten &bdquo;Islamischen Pipeline&ldquo; vorangetrieben. <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Im Juli 2012, als der Krieg in Syrien auch Damaskus und Aleppo erreicht hatte, verst&auml;ndigten sich die Regierungschefs Syriens, Iraks und Irans auf ein &sbquo;Memorandum of understanding&rsquo; f&uuml;r Investitionen in H&ouml;he von 10 Milliarden Dollar &ndash; f&uuml;r den Bau einer &sbquo;islamischen&rsquo; Pipeline-Variante.&ldquo; (S. 72)\n<\/p><\/blockquote><p>Michael L&uuml;ders legt in seiner Darstellung nahe, dass diese Entscheidung ein wichtiges Motiv f&uuml;r die USA gewesen sei, das Assad-Regime zu st&uuml;rzen. Er verweist dazu auf einen Artikel von Robert F. Kennedy junior, einen Neffen von John F. Kennedy. <\/p><p>Aber der Konflikt in und um Syrien sei keineswegs allein auf das Pipeline-Projekt zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Er sei vielmehr Teil eines noch viel gr&ouml;&szlig;eren geopolitischen Puzzles. Es sei den USA seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion darum gegangen, das Machtvakuum zu nutzen, um ihre Vormachtstellung im Nahen und Mittleren Osten auszubauen. Er zitiert dazu den ehemaligen Staatssekret&auml;r im Pentagon, Paul Wolfowitz. Der habe 1991 gesagt: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ich denke mal, dass wir noch f&uuml;nf bis zehn Jahre Zeit haben, um unter den alten sowjetischen Klientelregimen aufzur&auml;umen &ndash; Syrien, Iran, Irak. Bis dann die n&auml;chste Supermacht auf den Plan tritt und uns Grenzen setzt.&ldquo; (S. 75)\n<\/p><\/blockquote><p>Genau diesen Widerstand und die Grenzen ihrer Macht erlebten die USA nun in Syrien. Moskau habe in Afghanistan einen Regime Change hingenommen, ebenso im Irak 2003. Aber sp&auml;testens 2011 beim Sturz Ghaddafis sei aus Moskaus Sicht die rote Linie &uuml;berschritten worden. Hieraus erkl&auml;re sich die harte Haltung Moskaus, das Syrien niemals aufgeben werde, weil dieses genau wie die Ukraine der Hinterhof Russlands sei. <\/p><p>Auch wenn man nicht jede einzelne These von Michael L&uuml;ders teilen sollte: Nach der Lekt&uuml;re seines Buches wird man nur noch milde l&auml;cheln k&ouml;nnen, wenn Ursula von der Leyen oder Angela Merkel mal wieder von der &bdquo;westlichen Wertegemeinschaft&ldquo; sprechen. Und der &Ouml;ffentlichkeit weismachen wollen, diese &bdquo;Wertegemeinschaft&ldquo; w&uuml;rde in Syrien oder anderswo Freiheit, Demokratie oder Menschenrechte milit&auml;risch verteidigen. Es geht immer um knallharte Interessen. Wenn wirklich die genannten Werte eine Rolle spielten, w&uuml;rden westliche L&auml;nder nicht ein Land wie Saudi Arabien mit Waffen beliefern. Ein Land, auch das beschreibt Michael L&uuml;ders in seinem Buch, das einen grausamen Krieg gegen Jemen f&uuml;hrt und dort bewusst zivile Strukturen wie Schulen, Krankenh&auml;user oder die Wasserversorgung zerst&ouml;rt. Dort habe es bis Ende 2016 schon mehr als 10.000 Todesopfer gegeben. Humanit&auml;r sei die Lage vergleichbar katastrophal wie in Syrien. 14 Millionen Menschen litten unter Mangelern&auml;hrung. Warum wird dieser Krieg in westlichen Medien kaum zur Kenntnis genommen? Vielleicht weil die &bdquo;westliche Wertegemeinschaft&ldquo; dort das Gegenteil von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten unterst&uuml;tzt? <\/p><p><strong>Die Fratze, die uns ein Spiegelbild vorh&auml;lt<\/strong><\/p><p>Ich kann Michael L&uuml;ders Fazit nur zustimmen: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der &sbquo;Islamische Staat&rsquo; und andere dschihadistische Gewaltt&auml;ter sind nichts weniger als die Fratze, die uns ein Spiegelbild vorh&auml;lt, die Quittung pr&auml;sentiert f&uuml;r ein Jahrhundert Unterwerfung. Baschar al-Assad darf sicherlich als Schwerverbrecher gelten. Aber sind George W. Bush, Dick Cheney, Paul Wolfowitz, Tony Blair oder Nicolas Sarkozy, um eine beliebige Auswahl zu treffen, so viel besser? Wer andere L&auml;nder systematisch und gezielt zerst&ouml;rt, der sollte sich nicht wundern, wenn eines Tages die Bomben auch im eigenen Vorgarten hochgehen. Auf diesen Zusammenhang hinzuweisen rechtfertigt keinen Terror, aber es hilft, ihn zu verstehen.&ldquo; (S. 166\/167)\n<\/p><\/blockquote><p>Was also tun? Diese Frage stellt auch Michael L&uuml;ders und empfiehlt, Medien, Politiker und sogenannte Denkfabriken immer wieder kritisch zu hinterfragen. Und verweist auf ein Zitat von Albert Camus: &bdquo;Ich emp&ouml;re mich, also sind wir.&ldquo; <\/p><p>Wer sich nicht von dem moralisierenden Gut\/B&ouml;se-Schema des medialen und politischen Mainstreams den Blick vernebeln lassen will und sich ein differenziertes Bild vom Syrienkrieg machen m&ouml;chte, f&uuml;r den ist dieses Buch eine unverzichtbare Lekt&uuml;re. Es informiert umfassend &uuml;ber die Hintergr&uuml;nde des Syrienkrieges sowie &uuml;ber historische, politische und soziale Entwicklungen der Staaten im Nahen und Mittleren Osten. Ich kann es nur empfehlen. <\/p><p>Michael L&uuml;ders: Die den Sturm ernten. Wie der Westen Syrien ins Chaos st&uuml;rzte, C. H. Beck-Verlag, M&uuml;nchen 2017, 176 Seiten, 14,95 Euro<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anlage:<\/strong><br>\n<strong>Zwei Lesermails zum Thema:<\/strong><\/p><p>1. <strong>Leserbrief von Bernd Duschner im Donaukurier<\/strong><\/p><p>Anbei ein am 19.4.2017 ver&ouml;ffentlichter <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/170420-duschner.pdf\">Leserbrief von Bernd Duschner<\/a> zum US-Angriff auf Al-Schairat. Dazu schreibt er: &bdquo;Leider wird die sch&auml;ndliche Rolle der F&uuml;hrung der syrischen Kurden als Handlanger der USA bei der Zerlegung des syrischen Staates bei weiten Teilen der Friedensbewegung nicht erkannt.&ldquo;<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170420-duschner.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170420-duschner-small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><p>2. <strong>Ein <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/170417-Marco-Wenzel-ueber-Syrien.pdf\">&Uuml;bersichtsartikel<\/a> von Marco Wenzel aus Thailand<\/strong><br>\n<strong>Von roten Linien und Giftgas in Syrien<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie bekannt ist, hat der Nahost-Experte Michael L&uuml;ders ein weiteres Buch zum Syrienkrieg vorgelegt. Udo Brandes hat es f&uuml;r die Nachdenkseiten gelesen. Sein Fazit: Eine unverzichtbare Lekt&uuml;re f&uuml;r alle, die sich ein differenziertes Bild vom Syrienkrieg machen m&ouml;chten. Siehe zum Thema auch das Interview mit Michael L&uuml;ders auf den NachDenkSeiten: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37845\">Anne Will arbeitet mit<\/a><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37914\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,171,208,161],"tags":[351,1035,1516,398,877,901,1426,951,1573,2070,1052,1878,1418,259,1054,1553,1556,682,1536],"class_list":["post-37914","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-militaereinsaetzekriege","category-rezensionen","category-wertedebatte","tag-afghanistan","tag-al-kaida","tag-al-assad-baschar","tag-bahr-egon","tag-erdgas","tag-geheimdienste","tag-hegemonie","tag-iran","tag-jemen","tag-lueders-michael","tag-libyen","tag-naher-osten","tag-regime-change","tag-russland","tag-saudi-arabien","tag-syrien","tag-usa","tag-verschwoerungstheorie","tag-will-anne"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37914","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=37914"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37914\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":51187,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37914\/revisions\/51187"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=37914"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=37914"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=37914"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}