{"id":3806,"date":"2009-03-05T09:29:34","date_gmt":"2009-03-05T08:29:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3806"},"modified":"2009-03-05T09:31:45","modified_gmt":"2009-03-05T08:31:45","slug":"hinweise-des-tages-845","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3806","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<\/p><p>Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p><ul>\n<li>Verstaatlichung der Banken Gro&szlig;britannien\/Deutschland<\/li>\n<li>Mehr Informationen zu Opel verlangt<\/li>\n<li>Hohe Lohnforderungen zum falschen Zeitpunkt?<\/li>\n<li>Dem Maschinenbau brechen die Auftr&auml;ge weg<\/li>\n<li>Investitionen im freien Fall<\/li>\n<li>BA: Im Februar Kurzarbeit f&uuml;r 700.000 Arbeitnehmer beantragt<\/li>\n<li>Job-Kahlschlag trifft Zeitarbeits-Primus<\/li>\n<li>Scharfe Kritik am &bdquo;B&uuml;ndnis soziales Deutschland &ndash; Stimmen f&uuml;r den Mindestlohn&ldquo;<\/li>\n<li>Der &ldquo;soziale &Auml;quator&rdquo; als neue Grenze: Ghettos in Berlin<\/li>\n<li>Gesch&auml;ftsfeld Knast<\/li>\n<li>Von der Leyens Strohfeuer<\/li>\n<li>Sachverst&auml;ndigenrat: Die Plage der herrschenden Ideologie geht weiter<\/li>\n<li>Eine Stadt im Generalstreik gegen die Krise<\/li>\n<li>Bildungsgewerkschaft zu Schavans &ldquo;Eckpunkten zur Hochschulzulassung&rdquo;<\/li>\n<li>Berlusconisierung Deutschlands<\/li>\n<li>Am Ende: Zerst&ouml;rt Jakob Augstein den &bdquo;Freitag&ldquo;?<\/li>\n<\/ul><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3806&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>SOS &ndash; bitte verstaatlicht uns!<\/strong><br>\nDie Regierung Brown hatte keine Skrupel, die Aktion&auml;re maroder Banken zu enteignen, auch wenn ihr nun viele Klagen drohen.<br>\nDie Briten haben es vorgemacht. Im Mutterland des Kapitalismus, im Ursprungsland des &bdquo;Manchester-Liberalismus&ldquo;, wurde eine Bank nach der anderen vom Staat &uuml;bernommen. Und ein Ende l&auml;sst sich nicht absehen, die Kreditkrise schwelt weiter. Ausgerechnet eine verstaatlichte Bank, die Northern Rock, mit der im Herbst 2007 der Reigen begann, hat nun als erste den Kredithahn wieder aufgedreht. Rettung des Bankensystems durch Verstaatlichung &ndash; diese Rechnung scheint aufzugehen f&uuml;r die britische Regierung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/wochenthema\/0909-sos-bitte-verstaatlicht-uns\">Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>Verstaatlichung von Banken als &ldquo;ultima ratio&rdquo; geplant<\/strong><br>\nUnternehmen des Finanzsektors sollen verstaatlicht werden k&ouml;nnen. Dies sieht ein Gesetzentwurf der Koalitionsfraktion Union und SPD (16\/12100) zur weiteren Stabilisierung des Finanzmarktes vor. Darin hei&szlig;t es, das im Oktober 2008 verabschiedete Finanzmarktstabilisierungsgesetz und die Errichtung des Finanzmarktstabilisierungsfonds h&auml;tten wesentlich zur Stabilisierung des deutsches Finanzmarktes beigetragen. Die Erfahrungen der letzten Monate h&auml;tten jedoch gezeigt, dass die beschlossenen Ma&szlig;nahmen um einige Punkte erg&auml;nzt werden m&uuml;ssten. Die Verstaatlichung k&ouml;nne aber nur die ultima ratio sein. &ldquo;Sie ist nachrangig gegen&uuml;ber milderen Mitteln, kommt also nur in Betracht, wenn sie f&uuml;r die Sicherung der Finanzmarktstabilit&auml;t erforderlich ist und andere rechtlich und wirtschaftlich zumutbare L&ouml;sungen nicht mehr zur Verf&uuml;gung stehen, mit denen die Finanzmarktstabilit&auml;t gleicherma&szlig;en, aber auf weniger einschneidende Weise gesichert werden kann&rdquo;, hei&szlig;t es in dem Entwurf. \n<p>Es wird darauf hingewiesen, dass im Zuge der Finanzmarktkrise und fr&uuml;herer Krisen Staaten wie Gro&szlig;britannien und Schweden die Erfahrung gemacht h&auml;tten, dass es in Einzelf&auml;llen erforderlich sein k&ouml;nne, ein Unternehmen des Finanzsektors vollst&auml;ndig, aber nur zeitweise zu verstaatlichen. &ldquo;W&uuml;rde die Option in einem Einzelfall als ultima ratio tats&auml;chlich genutzt, so ist das betreffende Unternehmen, sobald es nachhaltig stabilisiert ist, wieder zu privatisieren&rdquo;, schreiben die Koalitionsfraktionen in dem Entwurf. Die M&ouml;glichkeit, ein Enteignungsverfahren einzuleiten, ist zeitlich beschr&auml;nkt und endet am 30. Juni 2009. Damit werde deutlich, dass die Option einer Verstaatlichung nicht auf Dauer zur Verf&uuml;gung stehen solle, sondern nur zur Bew&auml;ltigung der Finanzkrise zul&auml;ssig sei. Die von einer Verstaatlichung betroffenen Anteilseigner sollen angemessen entsch&auml;digt werden, wobei der Verkehrswert des Unternehmens zu Grunde gelegt werden soll. <\/p>\n<p>Anteilseigner k&ouml;nnen gegen eine Verstaatlichung eines Unternehmens aus dem Finanzbereich nur beim Bundesverwaltungsgericht klagen, das gleichzeitig erste und letzte Instanz ist. Im Hinblick auf die Rechtswegegarantie des Grundgesetzes gebe es keine Bedenken, denn es bestehe ein besonderes bundespolitisches Interesse an der Konzentration des Rechtsschutzes beim Bundesverwaltungsgericht. &ldquo;Die Bew&auml;ltigung der Finanzkrise, die den gesamten Finanzmarkt und damit weite Teile sowohl der Wirtschaft wie der Bev&ouml;lkerung bedrohen kann, ist ein solches bundespolitisches Interesse, das nicht nur rechtssicheres, sondern vor allem auch z&uuml;giges Handeln erfordert&rdquo;, hei&szlig;t es in dem Entwurf. Die Beschr&auml;nkung auf eine Instanz entspreche diesem Ziel. <\/p>\n<p>Au&szlig;erdem sieht der Gesetzentwurf vor, dass staatliche Garantien von 36 auf bis zu 60 Monate verl&auml;ngert werden k&ouml;nnen. Damit erhalte der Finanzmarktstabilisierungsfonds mehr Flexibilit&auml;t bei der Gestaltung der Garantien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/hib\/2009\/2009_064\/02.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Mehr Informationen zu Opel verlangt<\/strong><br>\nUnzufrieden mit den Informationen der Bundesregierung zu den Problemen beim Autobauer Opel und m&ouml;glichen L&ouml;sungsans&auml;tzen haben sich die Fraktionen im Ausschuss f&uuml;r Wirtschaft und Technologie am Mittwochmorgen gezeigt. Die SPD-Fraktion sagte, die Bundesregierung habe in ihrem Bericht nur mitgeteilt, was ohnehin schon in der Zeitung gestanden habe. Die Unionsfraktion erkl&auml;rte: &ldquo;Das ist wirklich d&uuml;nn.&rdquo; Auch nach Ansicht der FDP-Fraktion brachte der Bericht der Regierung nichts. Mit jeder Zeitungslekt&uuml;re komme man weiter. Die Fraktion B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen kritisierte, auch auf Nachfragen habe es keine Antworten gegeben. \n<p>Die Regierung hatte im Ausschuss zuvor mitgeteilt, dass Opel in einem Gespr&auml;ch im Wirtschaftsministerium einen Plan f&uuml;r die Zukunft des Unternehmens vorgestellt habe. Dieser Zukunftsplan sei nach Darstellung des Unternehmens nicht mit der Konzernmutter General Motors in den USA abgestimmt gewesen. Opel habe auch nicht einsch&auml;tzen k&ouml;nnen, wie sich General Motors verhalten werde. Der Zukunftsplan beinhalte eine Finanzierungsanfrage nach Unterst&uuml;tzungen in H&ouml;he von 3,3 Milliarden Euro. Au&szlig;erdem sei von einer Senkung der Strukturkosten in H&ouml;he von 1,2 Milliarden Euro die Rede gewesen. Die Regierung erkl&auml;rte, der B&uuml;rgschaftsausschuss pr&uuml;fe die Finanzierungsanfrage von Opel. Der Autobauer m&uuml;sse aber noch Antworten auf die offenen Fragen geben. Es sei aber davon auszugehen, dass es drei Autowerke zu viel gebe. Der Arbeitsplatz-&Uuml;berhang betrage ein Drittel. Einen Investor gebe es nicht, und es sei auch noch keine Bank bereit, die Finanzierung f&uuml;r Opel zu &uuml;bernehmen. <\/p>\n<p>Die CDU\/CSU-Fraktion verwies auf Berichte, denen zufolge sich Produktionsanlagen, Patente und Software nicht im Eigentum von Opel, sondern im Eigentum von General Motors befinden w&uuml;rden. Wenn das zutreffend sei, sei kaum sicherzustellen, dass Hilfsgelder f&uuml;r Opel nicht in die USA abflie&szlig;en w&uuml;rden. Die Unionsfraktion erkl&auml;rte, sie werde keiner L&ouml;sung zustimmen, die nicht sicherstelle, dass Steuermittel nicht in die USA gingen. Zudem warnte sie, dass ein Beschluss &uuml;ber Hilfen f&uuml;r Opel andere Bittsteller auf den Plan rufen werde. So habe Mercedes-Benz Absatzprobleme bei Lastwagen und teuren Pkw. Von Seiten der SPD-Fraktion hie&szlig; es, vor Staatshilfen f&uuml;r Opel m&uuml;sse klar sein, dass das Unternehmen nach kurzer Zeit wieder in die Gewinnzone komme. <\/p>\n<p>B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen verlangten mehr Informationen &uuml;ber die Patente von Opel und dar&uuml;ber, ob der Autobauer bei seiner Planung von Produktionszuw&auml;chsen ausgehe. Die Linksfraktion sprach sich angesichts der engen Verbindung von Opel und General Motors f&uuml;r ein gemeinsames Konzept auf Ebene der Regierungen von Deutschland und den USA aus. Die FDP-Fraktion bezeichnete B&uuml;rgschaften, Kredite und Beteiligungen als Staatsinterventionismus und &auml;u&szlig;erte die Bef&uuml;rchtung, dass bei einem Engagement der Politik bei Opel Arbeitspl&auml;tze an anderer Stelle wegfallen w&uuml;rden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/hib\/2009\/2009_063\/01.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Hohe Lohnforderungen zum falschen Zeitpunkt?<\/strong><br>\nIn den vergangenen f&uuml;nf Jahren konnten die vereinbarten Tarifsteigerungen nur mit gro&szlig;er M&uuml;he den Anstieg der Lebenshaltungskosten ausgleichen. Im vergangenen Jahr lag die Tarifanhebung von 2,9% gerade einmal 0,3% &uuml;ber der Preissteigerungsrate von 2,6% (&hellip;)\n<p>Angesichts der weltweiten Rezession und in der Folge einbrechender Exportnachfrage h&auml;ngt f&uuml;r die konjunkturelle Entwicklung vieles davon ab, wie sich die Binnennachfrage entwickelt (&hellip;)<\/p>\n<p>Wie auch immer man die zwei Konjunkturpakete der Bundesregierung im Einzelnen beurteilt, es w&auml;re mehr als kontraproduktiv, wenn ausgerechnet in dieser Situation die Tariflohnpolitik prozyklisch, also Krisen versch&auml;rfend, mit falscher Bescheidenheit dem Pfad der Lohnmoderation folgen w&uuml;rde, der sich bereits in den vergangenen Jahren als Holzweg erwiesen hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/wsi_ps_wd_2009_2.pdf\">Wirtschaftsdienst 2009\/2 [PDF &ndash; 34 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Dem Maschinenbau brechen die Auftr&auml;ge weg<\/strong><br>\nDie deutschen Maschinenbauer verbuchen dramatische R&uuml;ckg&auml;nge bei den Auftragseing&auml;ngen. Erholung ist f&uuml;r eine der zentralsten deutschen Branchen nicht absehbar.<br>\nDie Bestellungen sanken im Januar real um 42 Prozent, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Mittwoch mitteilte. Im Inland lag das Minus im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 31 Prozent, aus dem Ausland kamen 47 Prozent weniger Bestellungen.\n<p>Die Branche hatte im vergangenen Jahr 40.000 neue Stellen geschaffen und sieht sich mit inzwischen 975.000 Besch&auml;ftigten als gr&ouml;&szlig;ter Arbeitgeber der deutschen Industrie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/online\/2009\/10\/maschinenbau-einbruch\">Die Zeit<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Investitionen im freien Fall<\/strong><br>\nDie Investitionen der deutschen Unternehmen werden nach einer neuen Prognose der staatlichen F&ouml;rderbank KfW im laufenden Jahr so stark einbrechen wie nie seit Beginn der Datenerhebung 1991. Bei den Firmen hakt auch die Finanzierung.\n<p>In der exklusiv f&uuml;r die FTD berechneten Vorhersage erwartet die KfW Bankengruppe, dass die Unternehmen ihre Investitionen 2009 um 13,5 Prozent gegen&uuml;ber dem Vorjahr k&uuml;rzen.<\/p>\n<p>Durch die schlechten Investitionsaussichten ver&auml;ndert sich nun auch der Ausblick auf die gesamte Wirtschaftsleistung in Deutschland. Die Volkswirte der fr&uuml;heren Kreditanstalt f&uuml;r Wiederaufbau (KfW) setzten ihre Prognose f&uuml;r 2009 von minus 0,7 auf minus vier Prozent herunter. Sie sind damit pessimistischer als die meisten anderen &Ouml;konomen<br>\nGustav Horn, Chef des IMK: &ldquo;Jetzt r&auml;cht sich, dass wir so stark exportabh&auml;ngig sind und unsere Binnennachfrage so schwach ist.&rdquo; Deutsche Wirtschaftspolitik m&uuml;sse k&uuml;nftig darauf abzielen, die Inlandsnachfrage zu st&auml;rken.<\/p>\n<p>Bislang gebe es zwar keine Belege f&uuml;r eine fl&auml;chendeckende Kreditklemme. &ldquo;Unsere aktuelle Unternehmensumfrage zeigt jedoch, dass sich die Finanzierungsbedingungen besonders f&uuml;r gro&szlig;e Unternehmen deutlich verschlechtert haben&rdquo;, so die KfW. Neben den klassischen Krediten seien zudem alternative Finanzierungen, wie beispielsweise Anleihen, erheblich teurer geworden. &ldquo;Der in realwirtschaftlichen Rezessionen &uuml;bliche absatzbedingte Einbruch der Investitionst&auml;tigkeit wird vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzmarktkrise somit versch&auml;rft.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:KfW-Investbarometer-Investitionen-im-freien-Fall\/482177.html?p=1\">FTD<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>BA: Im Februar Kurzarbeit f&uuml;r 700.000 Arbeitnehmer beantragt<\/strong><br>\nWie die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) am Mittwoch auf Basis vorl&auml;ufiger Zahlen meldet, kamen im Februar von insgesamt knapp 16.900 Betrieben Anzeigen f&uuml;r Kurzarbeit aus konjunkturellen Gr&uuml;nden. Das waren 6.300 mehr als im Januar und 15.700 mehr als im Februar 2008.\n<p>Die in den Anzeigen genannte Personenzahl belief sich dabei auf 700.000; gegen&uuml;ber dem Vormonat war dies laut BA ein Anstieg um 409.300 und gegen&uuml;ber dem Vorjahresmonat eine Zunahme um 684.800.<\/p>\n<p>Seit Beginn der wirtschaftlichen Talfahrt im Oktober summiert sich die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer nunmehr auf fast 1,5 Millionen. Im Vergleichszeitraum von Oktober 2007 bis Februar 2008 waren es lediglich 62.800 gewesen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/d\/invest\/meldung.aspx?id=98984773\">FAZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Job-Kahlschlag trifft Zeitarbeits-Primus<\/strong><br>\nEuropas Industriebetriebe bauen in immer rasanterem Tempo Stellen ab. Den weltgr&ouml;&szlig;ten Fachkr&auml;ftevermittler trifft dies nun h&auml;rter als erwartet. Die Branche gilt als Konjunkturbarometer &ndash; was f&uuml;r die kommenden Monate nichts Gutes verhei&szlig;t.\n<p>Kaum ein Wirtschaftszweig in Deutschland hat in den vergangenen Jahren eine so rasante Entwicklung geschafft wie die Zeitarbeitsbranche &ndash; entsprechend hart sind nun die R&uuml;ckschl&auml;ge. Dem Zeitarbeitindex des Instituts der deutschen Wirtschaft in K&ouml;ln zufolge sank die Zahl der Leiharbeiter seit Sommer 2008 um mehr als 150.000 auf nun rund 650.000 &ndash; damit w&auml;re jeder f&uuml;nfte Job in dieser Branche verloren gegangen.<\/p>\n<p>Den gesamtwirtschaftliche Abschwung bekam Adecco im vierten Quartal zu sp&uuml;ren. Der Konzern fuhr einen Nettoverlust von 22 Mio. Euro ein &ndash; nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 150 Mio.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/handel_dienstleister\/:Rote-Zahlen-bei-Adecco-Job-Kahlschlag-trifft-Zeitarbeits-Primus\/482621.html?mode=print\">FTD<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der Vorsitzende des &sbquo;&sbquo;Adecco Institute&rsquo;&rsquo; zur Erforschung der Arbeit, Wolfgang Clement, wird &uuml;ber die roten Zahlen von Adecco nicht begeistert sein. Schlie&szlig;lich ist er ja einer der Lobbyisten f&uuml;r Zeitarbeit.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu:<\/em><\/p>\n<p> <a href=\"?p=1779\">&bdquo;Ex-Arbeitsminister Clement hat einen weiteren Arbeitsplatz gefunden: Er wird Vorsitzender des neuen &sbquo;&sbquo;Adecco Institute&rsquo;&rsquo; zur Erforschung der Arbeit&ldquo;<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Scharfe Kritik am &bdquo;B&uuml;ndnis soziales Deutschland &ndash; Stimmen f&uuml;r den Mindestlohn&ldquo;<\/strong><br>\nDas Erwerbslosen Forum Deutschland &uuml;bt scharfe Kritik an dem &bdquo;B&uuml;ndnis soziales Deutschland &ndash; Stimmen f&uuml;r ein Mindestlohn&ldquo;, das heute von dem ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirkse, AWO-Pr&auml;sident Wilhelm Schmidt, SoVD-Pr&auml;sident Adolf Bauer, VdK-Pr&auml;sidentin Ulrike Mascher und der NGG-Vorsitzende Franz-Josef M&ouml;llenberg in Berlin vorgestellt wurde. Die von dem B&uuml;ndnis angeprangerte Armut in Deutschland w&uuml;rde mit der v&ouml;llig unzureichenden Kampagne f&uuml;r einen gesetzlichen Mindestlohn von nur 7,50 Euro gerade nicht erreicht.\n<p>Es bleibt ein &sbquo;Weiter so &ndash; Wir, die Arbeitnehmer bezahlen doch f&uuml;r Eure Krise&rsquo;. Ein gesetzlicher Mindestlohn von 7,50 Euro erreicht netto noch nicht mal die Pf&auml;ndungsfreigrenze bei Alleinstehenden.<\/p>\n<p>Die Forderung muss 10 &euro; Stundenlohn lauten. Zehn Euro Mindestlohn ergeben (bei 38,5 Wochenstunden) einen Jahresverdienst von 20.040 &euro;. Das entspricht nur etwa 68% des gegenw&auml;rtigen durchschnittlichen Bruttojahresentgelts. Pro Versicherungsjahr w&uuml;rden damit in alten Bundesl&auml;ndern 68% des gegenw&auml;rtigen Rentenwerts von 26,27 &euro; oder rund 18 &euro; erzielt. Bei 40 Versicherungsjahren erreichen M&auml;nner eine Rente von 720 &euro;, Frauen bei 30 Jahren eine Rente von 540 &euro;. Es zeigt: die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn von 10 &euro; ist &auml;u&szlig;erst bescheiden!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.elo-forum.net\/politik\/politik\/-200903042172.html\">PR-Sozial<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Der &ldquo;soziale &Auml;quator&rdquo; als neue Grenze: Ghettos in Berlin<\/strong><br>\nIm Brunnenviertel auf der fr&uuml;heren Westseite im Wedding geht die Angst um, ob das Geld f&uuml;r eine warme Mahlzeit am Tag reicht, ob die Miete im n&auml;chsten Monat bezahlt werden kann oder Vattenfall morgen den Strom abstellt. Die Menschen auf der anderen Seite der Bernauer Stra&szlig;e treibt die Sorge um, wie in den Penthouses und Town Villas des &ldquo;Urban Village&rdquo; Marthashof ein &ldquo;Wohnen ohne Kompromisse&rdquo; (so die Werbung) zu organisieren ist, ob mit einer Duschterasse aus Naturkieseln oder aus fugenlosem Feinsteinzeug in Erdt&ouml;nen. Marthashof mit 133 Luxuswohnungen ist die erste im Bau befindliche der vier in Berlin geplanten &ldquo;guarded cities&rdquo; f&uuml;r die Reichen in Berlin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/dasfeature\/878643\/\">Deutschlandradio<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Dieses &bdquo;Feature&ldquo; ist die Zeit zum Anh&ouml;ren wert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gesch&auml;ftsfeld Knast<\/strong><br>\nBerliner Senat setzt Politik der Entstaatlichung fort: In Bau befindliche Strafvollzugsanstalt im brandenburgischen Gro&szlig;beeren soll teilprivatisiert in Betrieb gehen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/03-05\/061.php?print=1\">Junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wir hatten bereits zum Hinweis Nr 1 vom 24. Februar darauf hingewiesen, dass im Vorzeigeobjekt H&uuml;nfeld (Hessen) ein Haftplatz in der teilprivatisierten JVA mehr als in der vergleichbaren staatlichen Einrichtung in Darmstadt kostet. Viel wichtiger aber ist, dass Kostenreduzierung bei Dumpingl&ouml;hnen f&uuml;r das Personal und Profitstreben der Konzerne letztlich zu Lasten von qualifizierten Resozialisierungsma&szlig;nahmen gehen. Ein ganz anderes Thema sind die Profite der Beratungsfirmen dieses Verfahrens. Ein erb&auml;rmliches Zeugnis stellt die Justizsenatorin ihrer Verwaltung aus, die nicht in der Lage sein soll, die zuk&uuml;nftige Arbeitsteilung zwischen Staat und privaten Unternehmen zu planen, ganz abgesehen davon, dass man auf hessische Amtshilfe h&auml;tte zur&uuml;ckgreifen k&ouml;nnen.- Das versammelte preu&szlig;ische Beamtentum d&uuml;rfte im Grabe rotieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Von der Leyens Strohfeuer<\/strong><br>\nDie von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) j&uuml;ngst verk&uuml;ndete Trendwende bei den Geburten war offenbar gar keine. Nachdem 2007, im ersten Jahr des Elterngeldes, tats&auml;chlich mehr Babys auf die Welt gekommen waren, droht f&uuml;r 2008 schon wieder ein R&uuml;ckgang. So registrierte das Statistische Bundesamt nach vorl&auml;ufigen Berechnungen zwischen Januar und November vergangenen Jahres fast 11 000 Geburten weniger als im Vorjahreszeitraum.\n<p>Nach Informationen der WELT wurden im vergangenen November 49 137 Kinder geboren, gegen&uuml;ber 55 626 im November 2007. Dies entspricht einem R&uuml;ckgang um 11,7 Prozent. Auch im Oktober betrug der R&uuml;ckgang gegen&uuml;ber dem Vorjahresmonat knapp zw&ouml;lf Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/welt_print\/article3313698\/Von-der-Leyens-Strohfeuer.html\">WELT<\/a><\/p>\n<\/li><li><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wir brauchen uns nicht zu wiederholen, lesen Sie nochmals <a href=\"?p=3773\">&bdquo;Von der Leyen: &bdquo;Wenn die Wirtschaft wankt, hat die Familie Konjunktur&hellip;&ldquo;<\/a> oder <a href=\"?p=3777\">&bdquo;Geburten: Tom Buhro-Tagesthemen, SpiegelOnline, BILD und eine Reihe anderer Medien erweisen sich wieder als Teil der PR-Industrie&ldquo;<\/a>.<\/li>\n\n<li><strong>Gar nicht gut<\/strong><br>\nDer Sachverst&auml;ndigenrat hat mit einem Tabu gebrochen. Mit der Wahl von Wolfgang Franz zum Chef der Wirtschaftsweisen leitet das Gremium erstmals in seiner 46-j&auml;hrigen Geschichte ein Vertreter von Interessensgruppen. Denn Franz sitzt auf dem Stuhl, den die Arbeitgeberverb&auml;nde besetzen d&uuml;rfen. Das gab es aus gutem Grund noch nie. Daf&uuml;r kann die Regierung nichts, denn die Weisen w&auml;hlen ihren Chef selber. Wof&uuml;r die Regierung aber sehr wohl etwas kann, ist die Berufung von Christoph Schmidt in das Gremium. Der Chef des Essener Forschungsinstitutes RWI ist eine schlechte Wahl, denn auch er ist Arbeitsmarktexperte, genau wie Franz. W&auml;hrend der gr&ouml;&szlig;ten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren sind zwei von f&uuml;nf Pl&auml;tzen mit solchen &Ouml;konomen besetzt, die alles Unheil zuerst in K&uuml;ndigungsregeln, zu hohen L&ouml;hnen und zu viel Gewerkschaftsmacht sehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1685114&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a>\n<p>Typischerweise dagegen v&ouml;llig anders die FAZ:<\/p>\n<p><strong>Wolfgang Franz: Der oberste Wirtschaftsweise<\/strong><br>\nDie Arbeit geht nicht aus &ndash; zumindest den Arbeitsmarktforschern, solange die Arbeitslosigkeit hoch bleibt. &bdquo;Das ist leider so&ldquo;, sagt Wolfgang Franz. In diesem Jahr wird die Erwerbslosenzahl wegen der schweren Rezession stark steigen. &bdquo;Mit etwas Gl&uuml;ck bleiben wir unter 4 Millionen&ldquo;, prognostiziert Franz. Das w&auml;re in nur einem Jahr ein Anstieg von fast einer Million. Der &Ouml;konom, der das Mannheimer Zentrum f&uuml;r Europ&auml;ische Wirtschaftsforschung (ZEW) leitet, z&auml;hlt zu den profiliertesten Arbeitsmarktforschern in Deutschland. Er ist seit 1994 &ndash; mit einer Unterbrechung von vier Jahren &ndash; Mitglied des Sachverst&auml;ndigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Im Volksmund hei&szlig;en die f&uuml;nf &Ouml;konomen kurz &bdquo;Wirtschaftsweise&ldquo;. An diesem Mittwoch h&auml;ndigt Bundespr&auml;sident Horst K&ouml;hler dem neuen Ratsmitglied Christoph Schmidt die Ernennungsurkunde aus. Schmidt, Pr&auml;sident des Rheinisch-Westf&auml;lischen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung, ist Nachfolger von Bert R&uuml;rup, der in die Privatwirtschaft wechselt. Nach der Zeremonie w&auml;hlen die Sachverst&auml;ndigen &ndash; neben Franz und Schmidt noch Beatrice Weder di Mauro (Universit&auml;t Mainz), Peter Bofinger (W&uuml;rzburg) und Wolfgang Wiegard (Regensburg) &ndash; einen neuen Vorsitzenden: Es wird Franz sein, darauf haben sie sich geeinigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubB8DFB31915A443D98590B0D538FC0BEC\/Doc~E4F6F184537554374B639F3F9DF6EABBB~ATpl~Ecommon~Scontent~Afor~Eprint.html\">FAZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wolfgang Franz ist Pr&auml;sident des Zentrums f&uuml;r Europ&auml;ische Wirtschaftsforschung (ZEW). Das Institut wurde im Jahr 1990 auf Initiative der badenw&uuml;rttembergischen Landesregierung, der Wirtschaft des Landes und der Universit&auml;t Mannheim gegr&uuml;ndet. Man kann sicher nicht bestreiten, dass das ZEW als ein renommiertes Forschungsinstitut gilt, bestreiten darf man allerdings mit Fug und Recht, dass es ein &bdquo;unabh&auml;ngiges&ldquo; Institut ist. Im F&ouml;rderkreis Wissenschaft und Praxis am ZEW haben sich Vertreter der Wirtschaft im Rhein-Neckar-Dreieck zusammengeschlossen, um die Arbeit des ZEW zu unterst&uuml;tzen. Dort trifft sich alles, was in der Wirtschaft Baden W&uuml;rttembergs Rang und Namen hat <a href=\"ftp:\/\/ftp.zew.de\/pub\/zew-docs\/jb\/jb07.pdf\">[PDF &ndash; 5,7 MB]<\/a>. Ein Drittel der Drittmittel kommt aus der Wirtschaft und von Stiftungen, mehr als die H&auml;lfte vom Bund und der EU. Jedenfalls darf man einer Vielzahl der Auftraggeber aus der Wirtschaft einen eindeutigen Interessensbezug unterstellen, wenn sie Forschungsmittel vergeben. Und wie dieser Interessenbezug der Wirtschaft etwa in der Steuer- oder Arbeitsmarktpolitik aussieht, das kann man aus dem Institut nahezu t&auml;glich h&ouml;ren. <\/em><\/p>\n<p>Auch vom Chef dieses Instituts, Professor Wolfgang Franz, h&ouml;rt man st&auml;ndig nur die gleiche Litanei: Die Unternehmenssteuern sind zu hoch, wir brauchen eine Unternehmenssteuerreform mit radikalen Steuersenkungen. Wolfgang Franz publiziert beim wirtschaftsliberalen &bdquo;Kronberger Kreis&ldquo;. Dieser Kreis wird wiederum von der marktradikalen &bdquo;Stiftung Marktwirtschaft&ldquo; gef&ouml;rdert, und deren Publikationen werden gerne von der &bdquo;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&ldquo; empfohlen. Ganz interessant ist, dass Franz auch wiederum dem Mannheimer Forschungsinstitut &Ouml;konomie und demographischer Wandel (MEA) und dessen Leiter B&ouml;rsch-Supan verbunden ist, ein Institut, das vom Gesamtverband der Versicherungswirtschaft mitfinanziert wird und als einer der aktivsten Think Tanks f&uuml;r die Einf&uuml;hrung der privaten Altersvorsorge giert. So schlie&szlig;t sich der Kreis. Franz gilt als ein Exponent der herrschenden angebotsorientierten Wirtschaftslehre und hat sich einen ziemlichen unsch&ouml;nen &ouml;ffentlichen Streit mit seinem Kontrahenten im Sachverst&auml;ndigenrat Peter Bofinger geliefert. Er ist Verfasser eines der ganz wenigen deutschen Lehrb&uuml;cher zur &bdquo;Arbeitsmarkt&ouml;konomie&ldquo; und kommt auch dort immer wieder zu dem Ergebnis, dass ausschlie&szlig;lich die Verbesserung der Investitionsbedingungen und die Senkung der L&ouml;hne die Heilswege zur Senkung der Arbeitslosigkeit sind. <\/p>\n<p>Er ist ein Anh&auml;nger der neoliberalen Grenzproduktivt&auml;tstheorie, d.h. dass der Arbeitslohn dem &bdquo;Grenzprodukt der Arbeit&ldquo; zu entsprechen hat. Danach steigt das Angebot von Arbeit (durch die Haushalte) mit dem Lohnsatz, w&auml;hrend die Nachfrage nach Arbeit (durch die Unternehmen) mit steigendem Lohnsatz abnimmt. Mit sinkendem Lohsatz w&auml;hlen die Arbeiter statt Arbeit lieber Freizeit. Und wenn die soziale Absicherung h&ouml;her als die angebotenen Niedrigl&ouml;hne, &bdquo;w&auml;hlen&ldquo; die Menschen &bdquo;Freizeit&ldquo; durch Arbeitslosigkeit.<\/p>\n<p>Franz: <\/p>\n<blockquote><p>Wir brauchen im unteren Einkommensbereich noch mehr Flexibilisierung bei den L&ouml;hnen. Das darf nicht mit dem Begriff der Hungerl&ouml;hne diskreditiert werden. Es gibt in Deutschland schlie&szlig;lich eine Mindesteinkommenssicherung.<\/p><\/blockquote>\n<p>Franz verlangt &ldquo;<em>h&ouml;here Anreize<\/em>&rdquo; zur Arbeitsaufnahme f&uuml;r ALG-II-Bezieher, er sagt, dass es de facto einen Mindestlohn, n&auml;mlich Hartz IV gibt. Ein Mindestlohn w&uuml;rde das &ldquo;<em>System<\/em>&rdquo; au&szlig;er Kraft setzen und koste &ndash; von wenigen Ausnahmen abgesehen &ndash; Besch&auml;ftigung.<\/p>\n<p>Beim Thema K&uuml;ndigungsschutz vertritt er die Position, dass ein &ldquo;rigider&rdquo; K&uuml;ndigungsschutz in Deutschland die Besch&auml;ftigung von Problemgruppen behindere.<br>\nBei der Rente mit 67 verlangt er das h&ouml;here Renteneintrittsalter sogar noch ein paar Jahre vorzuziehen.<\/p>\n<p>Lesen Sie einfach einmal nach, was Franz &uuml;ber die &bdquo;Gutmenschen&ldquo; schrieb <a href=\"http:\/\/www.zew.de\/aktuell947\">zew.de<\/a> , danach k&ouml;nnen Sie absch&auml;tzen, was uns in seiner Amtszeit vom Sachverst&auml;ndigenrat bl&uuml;ht.<\/p>\n<p>Der 46-j&auml;hrige Christoph Schmidt vom RWI ist ein neoliberaler &Ouml;konom, der selbst angesichts der gegenw&auml;rtigen Krise seiner Wirtschaftsideologie treu bleibt. Dabei l&auml;sst sich der Princeton-Absolvent auch von offensichtlichen Fakten nicht beirren. So verstieg er sich j&uuml;ngst zu der Behauptung: &raquo;F&uuml;r einen Zusammenbruch des Systems gibt es keinerlei Anzeichen&laquo;. In einer Fernsehdiskussion warnte er auch vor der zunehmenden Einmischung des Staates in die Angelegenheiten der freien Wirtschaft. Deregulierung d&uuml;rfe nicht verteufelt werden, meinte der Wirtschaftsweise in spe. Auch die Agenda 2010 sei eine gute Sache gewesen. Schlie&szlig;lich sei doch die Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren zur&uuml;ckgegangen.<\/p>\n<p>Lesen Sie zur neuen Zusammensetzung der &bdquo;Wirtschaftsweisen&ldquo; nochmals: <a href=\"?p=3751\">Ohne eine Art Kulturrevolution werden wir die Plage der herrschenden &Ouml;konomen nicht los<\/a>.<\/p><\/li>\n<li><strong>Eine Stadt im Generalstreik gegen die Krise<\/strong><br>\nLebrija ist eine Kleinstadt rund 60 km s&uuml;dlich von Sevilla. Seit dem 18. Februar ist der Ort mit seinen 26.000 EinwohnerInnen schlagartig ber&uuml;hmt geworden &ndash; als erste Stadt Spaniens, in der die Bev&ouml;lkerung einen Generalstreik gegen die Krise und gegen die Vetternwirtschaft der Kommunalregierung durchgef&uuml;hrt hat. Organisiert wurde dieser Streik, an dem sich zwischen 90 und 95 Prozent aller Besch&auml;ftigten beteiligt haben, von der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft CNT und einem EinwohnerInnen-Komitee, das Erwerbslose vor einigen Wochen gegr&uuml;ndet hatten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/de.indymedia.org\/2009\/02\/242289.shtml\">Indymedia<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Auch wenn der der Verfassungsschutz von NRW meint, dass &ldquo;indymedia&rdquo; sich &ldquo;vor allem an linksalternative und linksextremistische Nutzer und Konsumenten&rdquo; richtet &ndash; womit wieder einmal alle Linken in einen Topf geworfen werden &ndash; , stellt dieses Netzwerk von unabh&auml;ngigen Medienaktivisten und Journalisten des &Ouml;fteren eine pr&auml;chtige Fundgrube f&uuml;r Meldungen dar, die vom journalistischen Mainstream ignoriert werden.<\/em><\/p>\n<p>Bemerkenswert am Generalstreik in der spanischen Kleinstadt ist, dass sie traditionell links regiert wird. Die dominierende Gewerkschaft UGT ist ebenfalls links ausgerichtet. Zwar d&uuml;rfte die in Lebrija angeprangerte Vetternwirtschaft etwas handfester ausfallen, aber die Situation erinnert doch irgendwie auch an die Verquickung von Politik und Wirtschaft in bei uns. Da d&uuml;rfen sich wichtige Aktivisten der Finanzmarktglobalisierung in der Krise als Probleml&ouml;ser bet&auml;tigen, Politiker bet&auml;tigen als T&uuml;r&ouml;ffner f&uuml;r Privatisierung und PPP- Projekte, die jetzt in der Finanzkrise fast tagt&auml;glich Schreckensmeldungen generieren. Es bedarf nur wenig Phantasie um sich vorzustellen, was z.B. ein Expolitiker wie Wolfgang Clement bei der j&uuml;ngst gegr&uuml;ndeten Finanzinvestor BLM Partners treibt, der &uuml;brigens auch im Beirat der Rudolf Scharping Strategie Beratung Kommunikation (RSBK) sitzt. Das mag ja in einem juristisch gekl&auml;rten Sinn keine Vetternwirtschaft sein, kommt dem aber sehr nahe &ndash; nur eben auf ein ganzes Land bezogen. Die Frage ist, wie kann man sich in diesem Land gegen solche Zust&auml;nde wehren, wenn die einstige Arbeitnehmerpartei SPD die Meinungsf&uuml;hrerschaft in Sachen Neoliberalismus &uuml;bernommen hat. Die Linke w&auml;hlen? Z. B. in der Frage &ouml;ffentlichen Wohnraums hat sie sich in Dresden oder Berlin auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Da macht es irgendwie Hoffnung, dass im fernen und doch so nahen Spanien ein Einwohner-Komitee zusammen mit einer anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft, die zwar im Kampf gegen Franco eine wichtige Rolle spielte, aber heute nahezu bedeutungslos ist, 90 Prozent der Besch&auml;ftigten zu einem Protest gegen die etablierte Verteilungspolitik in Zeiten der Krise bewegen konnten.<\/p><\/li>\n<li><strong>Bildungsgewerkschaft zu Schavans &ldquo;Eckpunkten zur Hochschulzulassung&rdquo;<\/strong><br>\n&ldquo;Mit der Einrichtung einer Internet-Tauschb&ouml;rse &agrave; la eBay l&auml;sst sich das Studienplatz-Chaos nicht aufl&ouml;sen. Wir brauchen eine bundesgesetzliche Regelung, die das Grundrecht der Studienberechtigten auf Hochschulzulassung gew&auml;hrleistet.&rdquo; Mit diesen Worten kritisierte das f&uuml;r Hochschulen verantwortliche Vorstandsmitglied der GEW, Andreas Keller, die Eckpunkte zur Hochschulzulassung, auf die sich Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) mit Vertretern der Kultusministerkonferenz (KMK) und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) verst&auml;ndigt hatte.\n<p>&ldquo;Schavans Eckpunkte sind das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt wurden: Das von ihr vorgeschlagene Verfahren zur Hochschulzulassung kommt erstens viel zu sp&auml;t und ist zweitens v&ouml;llig unverbindlich&rdquo;, sagte Keller. Er kritisierte, dass erst im Wintersemester 2011\/12 ein neues Zulassungsverfahren angewandt werden solle. &ldquo;<em>Nicht erst 2011, sondern heute weisen die Hochschulen Studienberechtigte ab, obwohl tausende Studienpl&auml;tze unbesetzt bleiben. Daher brauchen wir unverz&uuml;glich eine L&ouml;sung dieses Problems<\/em>&ldquo;, forderte der GEW-Hochschulexperte. Im Kern s&auml;hen die Eckpunkte lediglich eine Harmonisierung der Zulassungstermine sowie die Einrichtung eines Internetportals vor. &ldquo;Weder ist garantiert, dass sich bundesweit alle Hochschulen an dem neuen Verfahren beteiligen, noch dass sie ihre Kapazit&auml;ten tats&auml;chlich aussch&ouml;pfen&rdquo;, sagte Keller.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/bildungsklick.de\/pm\/66576\/bildungsgewerkschaft-zu-schavans-eckpunkten-zur-hochschulzulassung\/\">Bildungsklick<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Der NDR will dem Initiator einer Kampagne zur Verbesserung der Fernsehqualit&auml;t keine Auftr&auml;ge mehr geben<\/strong><br>\nLetzte Woche startete Holger Kreymeier, der Macher von Fernsehkritik-TV eine Video-Kampagne zur Verbesserung der Programmqualit&auml;t &ouml;ffentlich-rechtlicher Sender. Sie stie&szlig; auf reges Interesse in Medien und Foren, wo sichtbar wurde, dass sich bemerkenswert viel Zorn dar&uuml;ber angestaut hat, dass selbst Personen ohne Fernseh- und Radioger&auml;t zur Zwangsfinanzierung von Honoraren f&uuml;r Bill-Gates-PR-Auftritte bei &ldquo;Wetten Dass &hellip;?&rdquo; und Schlimmerem herangezogen werden.\n<p>Nun stellt sich heraus, dass die Kampagne m&ouml;glicherweise zu erfolgreich war: Kreymeier arbeitete freiberuflich f&uuml;r den NDR, wo er unter anderem Untertitel f&uuml;r H&ouml;rbehinderte anfertigte. Am Dienstag rief ihn nach eigener Darstellung seine dortige Chefin an und teilte ihm mit, dass das Justiziariat des Senders eine weitere Besch&auml;ftigung untersagt habe. Bereits verabredete Arbeitstermine w&uuml;rden deshalb gestrichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/6\/133972\">Telepolis<\/a><\/p>\n<p><em>Dazu auch: <\/em><\/p>\n<p><strong>Beck sieht kaum noch Chancen f&uuml;r Brender<\/strong><br>\n&ldquo;Da bewegt sich nichts&rdquo;: SPD-Politiker Kurt Beck hat wenig Hoffnung, noch eine Vertragsverl&auml;ngerung von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender zu erreichen &ndash; die Abwehrfront der CDU sei zu stark, sagt er SPIEGEL ONLINE und warnt: Die politischen R&auml;nkespiele besch&auml;digen auch den Intendanten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/0,1518,611388,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Berlusconisierung und Sarkozysierung schreitet auch in Deutschland voran.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Am Ende: <\/strong>\n<p><strong>Zerst&ouml;rt Jakob Augstein den &bdquo;Freitag&ldquo;?<\/strong><br>\n&bdquo;Auch sch&ouml;pferische Zerst&ouml;rung ist Zerst&ouml;rung&ldquo; schreibt Augstein in Anleihe auf den Wettbewerbsideologen Joseph Schumpeter und schreibt dann weiter.<\/p>\n<blockquote><p>Ja, es ist nicht einmal der Neoliberalismus, der gescheitert ist. Sondern nur die Karikatur, zu der er geworden ist. Neoliberalismus bedeutete urspr&uuml;nglich nichts anderes, als dass sich die Politiker seit den sp&auml;ten siebziger Jahren St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck an den Gedanken gew&ouml;hnt haben, dass der Staat den Katalog seiner Zust&auml;ndigkeiten &uuml;berpr&uuml;fen und einschr&auml;nken soll. Das war eine vern&uuml;nftige Idee. Auch wenn kaum ein Begriff der politischen Debatte so viel Missbehagen ausl&ouml;st wie dieser. Der Neoliberalismus ist zur Ideologie geworden. Und Ideologien sind immer unvern&uuml;nftig. Es war der neoliberale Fundamentalismus, der die Finanzkontrolleure blind gemacht hat. Wir zahlen mit der Krise den Preis f&uuml;r diese Verblendung.<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/positionen\/0909-an-der-staatsgrenze%20\">Freitag<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein nichtideologischer (?) Neoliberalismus ist also f&uuml;r Augstein eine &bdquo;vern&uuml;nftige Idee&ldquo;. Versteht er, was er da schreibt? Hat er sich mit dem Neoliberalismus jemals besch&auml;ftigt?<\/em><\/p>\n<p>Wenn das die k&uuml;nftige Linie des Freitag sein soll, dann ist man &uuml;ber Wirtschaftspolitik durch die Financial Times Deutschland besser und breiter informiert. Dann hat der Freitag kaum noch einen Platz in der Mainstream-Zeitungslandschaft.<\/p>\n<p>Ich kann mich dem Kommentator dieses Beitrags von Jakob Augstein nur anschlie&szlig;en:<\/p>\n<blockquote><p>Ich w&uuml;rde mich sehr freuen, wenn im Freitag linke Positionen kritisiert w&uuml;rden. Das w&uuml;rde interessante Debatten ausl&ouml;sen. Jedoch kann man nur dann lesenswerte Kritik formulieren, wenn man sich mit diesen linken Positionen zuvor auch auseinandergesetzt hat. Herr Augstein kritisiert das, was er sich unter linkem Denken vorstellt. Und das ist so klischeehaft und einf&auml;ltig, dass einem das Grausen kommt. Mich st&ouml;rt es nicht, dass Herr Augstein eine andere Meinung hat als ich, sondern dass er einfach nicht &uuml;ber das Mainstream-Niveau hinauskommt, weil er offenbar keine Ahnung davon hat, wie linke Kapitalismuskritik (und ich meine hier nicht M&uuml;ntefering!) eigentlich aussieht.<\/p><\/blockquote>\n<p><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p>\n<ul>\n<li>Verstaatlichung der Banken Gro&szlig;britannien\/Deutschland<\/li>\n<li>Mehr Informationen zu Opel verlangt<\/li>\n<li>Hohe Lohnforderungen zum falschen Zeitpunkt?<\/li>\n<li>Dem Maschinenbau brechen die Auftr&auml;ge weg<\/li>\n<li>Investitionen im freien Fall<\/li>\n<li>BA: Im Februar Kurzarbeit f&uuml;r 700.000 Arbeitnehmer beantragt<\/li>\n<li>Job-Kahlschlag trifft Zeitarbeits-Primus<\/li>\n<li>Scharfe Kritik am &bdquo;B&uuml;ndnis soziales Deutschland &ndash; Stimmen f&uuml;r den Mindestlohn&ldquo;<\/li>\n<li>Der &ldquo;soziale &Auml;quator&rdquo;<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3806\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3806","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3806","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3806"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3806\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3806"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3806"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3806"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}