{"id":38098,"date":"2017-05-02T08:54:58","date_gmt":"2017-05-02T06:54:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38098"},"modified":"2017-05-03T07:54:45","modified_gmt":"2017-05-03T05:54:45","slug":"die-pr-fuer-merkel-bringt-schulz-in-noete-wenn-die-spd-sich-nicht-eines-besseren-besinnt-dann-reicht-es-nicht-einmal-zur-grossen-koalition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38098","title":{"rendered":"Die PR f\u00fcr Merkel bringt Schulz in N\u00f6te. Wenn die SPD sich nicht eines Besseren besinnt, dann reicht es nicht einmal zur Gro\u00dfen Koalition."},"content":{"rendered":"<p>Als ich am 25. Januar <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36756\">Zweifel an der Haltbarkeit des Schulz-Hypes &auml;u&szlig;erte<\/a> und konkrete Vorschl&auml;ge zur besseren Profilierung machte, folgten einige b&ouml;se Reaktionen von Sozialdemokraten. Dabei hatte ich nur n&uuml;chtern analysiert und konkrete Empfehlungen ausgesprochen. Jetzt neigt sich die Euphorie dem Ende zu. Der Abstand zwischen CDU\/CSU und SPD wird wieder gr&ouml;&szlig;er. Die Tr&auml;ume von der SPD als st&auml;rkster Partei verfl&uuml;chtigen sich. Wie es jetzt aussieht, wird Merkel entweder mit den Gr&uuml;nen oder mit der FDP, oder mit beiden regieren k&ouml;nnen. Es ist h&ouml;chste Zeit zur radikalen Besinnung, zur inhaltlichen Profilierung und auch zur fundierten Kritik an der Bundeskanzlerin und ihrer Partei. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6277\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-38098-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170502_Merkel_PR_bringt_Schulz_in_Noete_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170502_Merkel_PR_bringt_Schulz_in_Noete_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170502_Merkel_PR_bringt_Schulz_in_Noete_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170502_Merkel_PR_bringt_Schulz_in_Noete_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=38098-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170502_Merkel_PR_bringt_Schulz_in_Noete_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170502_Merkel_PR_bringt_Schulz_in_Noete_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Vorweg ein Hinweis an fundamentale Kritiker der SPD unter NDS-Lesern und an fundamentale Verteidiger ihrer Politik:<\/strong><\/p><p>Wir stellen oft zweierlei fest: <\/p><ol>\n<li>Es gibt NachDenkSeiten-Leser und Leserinnen, die allergisch reagieren, wenn wir uns Gedanken dar&uuml;ber machen, wie die SPD mehr W&auml;hlerinnen und W&auml;hler gewinnen k&ouml;nnte. F&uuml;r sie ist die SPD sp&auml;testens seit Weimar ein verlorener Haufen von Verr&auml;tern. Wie sie allerdings ohne die SPD eine Alternative zu Frau Merkel hinkriegen wollen, das k&ouml;nnen sie nicht erkl&auml;ren oder es interessiert nicht.<\/li>\n<li>Auf der anderen Seite gibt es unter unseren Leserinnen und Lesern SPD-Sympathisanten, die auf Distanz gehen, wenn man n&uuml;chtern Zweifel an der SPD-Strategie, an der Weisheit der Schulz-Nominierung und an der Haltbarkeit der ihm geltenden Euphorie &auml;u&szlig;ert. Diese Kreise sind nicht einmal offen daf&uuml;r, &uuml;ber eine andere, zielf&uuml;hrendere Strategie nachzudenken. Kritiker wie die NachDenkSeiten erscheinen als Spielverderber.<\/li>\n<\/ol><p>Dies vorweg mit der Bitte an unsere Leserinnen und Leser, bei beiden Gruppen um mehr Offenheit zu werben.<br>\n<strong>Die neuesten Umfragen<\/strong><\/p><p>Die sogenannte Sonntagsfrage ergab bei den verschiedenen Instituten in den letzten Tagen <a href=\"http:\/\/www.wahlrecht.de\/umfragen\/\">folgende Ergebnisse<\/a>:<\/p><p>Wenn am n&auml;chsten Sonntag Bundestagswahl w&auml;re &hellip;<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170502-Merkels-PR.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170502-Merkels-PR-small.png\" alt=\"\"><\/a><\/p><p><strong>Die letzten beiden Ergebnisse vom 28. und 29.4.2017 zeigen:<\/strong><\/p><p>Die Erhebung von Emnid ergab, dass CDU\/CSU plus FDP plus Gr&uuml;ne 49 % der Zweitstimmen erreichen w&uuml;rden. Das reicht f&uuml;r die Mehrheit der Mandate.<\/p><p>Die Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen ergab, dass CDU\/CSU plus FDP plus Gr&uuml;ne 51 % der Zweitstimmen erreichen w&uuml;rden.<\/p><p>Auch ohne AfD ist eine neoliberal gepr&auml;gte Regierung m&ouml;glich.<\/p><p>Schulz und die SPD werden nicht gebraucht.<\/p><p>Bei aller Skepsis gegen&uuml;ber Umfragen und ihren Ergebnissen muss man feststellen: die gef&uuml;hlte Stimmungslage ist vermutlich recht gut erfasst. Au&szlig;erdem entwickeln Ver&ouml;ffentlichungen der Art, wie wir sie in den letzten Tagen erleben, eine sich selbst verst&auml;rkende Eigendynamik.<\/p><p><strong>Auch die Umfrageergebnisse f&uuml;r Nordrhein-Westfalen, wo in zehn Tagen Wahlen stattfinden, sind ziemlich ern&uuml;chternd.<\/strong><\/p><p>Siehe <a href=\"http:\/\/www.wahlrecht.de\/umfragen\/landtage\/nrw.htm\">hier<\/a>.<\/p><p><strong>Werbung f&uuml;r Merkel auf allen Kan&auml;len. Bei Schulz ist die Luft raus. Die FDP wird wieder hoch geschrieben.<\/strong><\/p><p>In dem oben erw&auml;hnten Beitrag vom 25. Januar hatte ich &uuml;ber den wahrscheinlichen Umgang der Medien mit Schulz und seiner SPD geschrieben:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Er wird auf jeden Fall nicht auf eine messbare Unterst&uuml;tzung von Seiten der etablierten Medien z&auml;hlen k&ouml;nnen, im Gegenteil, auch solche Medienmacher, die ihn heute noch einigerma&szlig;en freundlich behandeln, werden im Laufe des Wahlkampfes jede Scheu verlieren und Schulz massiv kritisieren, um ihrer Pr&auml;ferenz f&uuml;r Angela Merkel gerecht zu werden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Und sie werden Angela Merkel hochschreiben und &bdquo;hochsenden&ldquo;. Das war absehbar. Zum Beleg ist im Folgenden dokumentiert, was &uuml;ber die Bundeskanzlerin innerhalb von wenigen Tagen im Rahmen der Tagesschau verbreitet wurde. Super PR:<\/p><p><strong>Tagesschau vom 25.4.2017:<\/strong><\/p><p><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/merkel-ivanka-103.html\">Der Schl&uuml;ssel zum Pr&auml;sidenten<\/a><\/p><p>Stand: 25.04.2017 19:05 Uhr<\/p><p><strong>Tagesschau vom 28.4.2017:<\/strong><\/p><p><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/interview-aussenpolitik-101.html\">100 Tage Donald Trump<\/a><\/p><p>&ldquo;Zwei Etagen im Au&szlig;enministerium sind leer&rdquo;<\/p><p>Stand: 28.04.2017 21:46 Uhr<\/p><p>Merkel wirkt weit hinein in die Reihen der SPD und anderer Oppositionsparteien. Ihre Politik, zum Beispiel in Europa gegen&uuml;ber den S&uuml;dl&auml;ndern und auch ihre Politik gegen&uuml;ber der T&uuml;rkei, wird nicht kritisch analysiert. <\/p><p>Zum ersten Mal ist mir in den letzten Tagen &ndash; in K&ouml;ln &ndash; eine &Auml;u&szlig;erung begegnet, die an fr&uuml;here Zeiten erinnert und alarmierend ist. Wie zu Helmut Schmidts Zeiten wird intoniert: &bdquo;Merkel ist prima, aber in der falschen Partei&ldquo;. Bei Helmut Schmidt war das damals eine sehr erfolgreiche Methode, sein eigenes Ansehen in den Himmel zu heben. Zugleich sank jenes seiner Partei, der SPD, in den Keller. Bei Angela Merkel ist Letzteres nicht zu erwarten, weil sie anders als Helmut Schmidt in der entscheidenden Phase &uuml;ber ihre eigene Partei, die CDU\/CSU, nicht schlecht reden wird.<\/p><p>Es f&auml;llt auf, wie freundlich die FDP und ihr Vorsitzender Lindner in vielen Medien behandelt werden. In den Umfrageergebnissen schl&auml;gt sich das schon nieder.<\/p><p><strong>Was ist zu tun?<\/strong><\/p><p>In dem Artikel vom 25. Januar hatte ich zu der Medienlage und den Konsequenzen noch Folgendes geschrieben:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wie man jeden Tag beobachten kann, ist die heutige Bundeskanzlerin Merkel bei den etablierten Medien voll etabliert. Sie wird fast nur gelobt, nie grunds&auml;tzlich kritisiert. Und diese Lobpreisungen gehen inzwischen auch von wichtigen Medienmachern aus, die man linksliberal oder kritisch oder fortschrittlich nennen k&ouml;nnte. Merkel wird nicht nur von den Springer-Medien und den Bertelsmann-Medien gest&uuml;tzt, auch von FAZ, Tagesspiegel, Frankfurter Rundschau, der S&uuml;ddeutschen Zeitung und von vielen regionalen und Lokalzeitungen &ndash; von den privaten Sendern und dem &ouml;ffentlich-rechtlichen Fernsehen und H&ouml;rfunk-Betrieben sowieso.&ldquo;<\/p>\n<p>&bdquo;Die daraus folgende naheliegende Frage: Ist von Martin Schulz zu erwarten, dass er die Entscheidungen, die aus der Sicht vieler W&auml;hlerinnen und W&auml;hler Fehlentscheidungen waren, zu korrigieren bereit und f&auml;hig ist? F&uuml;hrt er die SPD zur&uuml;ck auf den Pfad der Friedenspolitik und Verst&auml;ndigung zwischen West und Ost?<\/p>\n<p>Ist er bereit, die Fehler der Agenda 2010 zu bedauern und die Sozialstaatlichkeit Europas zum gro&szlig;en Thema zu machen?<\/p>\n<p>Wird er die Sozialministerin Nahles dazu bringen, ihre Kraft auf die St&auml;rkung der Gesetzlichen Rente zu setzen und sie und &ouml;ffentliches Geld nicht in staatlich gef&ouml;rderter betrieblicher Altersvorsorge zu verplempern?&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die R&uuml;ckkehr der SPD auf den Pfad der Friedenspolitik und die Sozialstaatlichkeit Europas w&auml;ren nach wie vor gro&szlig;artige Themen. Es w&auml;re ein Signal, wenn die SPD sich ernsthaft und glaubw&uuml;rdig von milit&auml;rischen Interventionen als Mittel der Politik absetzen w&uuml;rde.<\/p><p>Das w&auml;re allerdings nur glaubhaft, wenn sie zum Beispiel massiv gegen die Erh&ouml;hung der R&uuml;stungsausgaben und den weiteren Verbleib der Bundeswehr in Syrien und Afghanistan intervenieren w&uuml;rde. Der Konflikt mit Frau von der Leyen w&auml;re das notwendige kommunikative Transportmittel.<\/p><p>Innenpolitisch sind in den letzten Wochen weitere Themen hinzugekommen, die der Profilierung und der sachlichen Notwendigkeit entspr&auml;chen. Zum Beispiel die offenbar erkennbare Absicht zur weiteren Privatisierung, zum Beispiel der Autobahnen. <\/p><p>Weil die SPD bei vielen dieser Themen mitten in der Fehlentwicklung und in Fehlentscheidungen steckt, ist die Korrektur und die R&uuml;ckkehr auf einen vern&uuml;nftigen Pfad nicht leicht. Aber das w&auml;re genau die Chance eines neu installierten Spitzenkandidaten. Wenn er diese Chance nicht ergreift, dann &ndash; das ist absehbar &ndash; wird er und seine Partei dezimiert.<\/p><p>Die Anh&auml;nger der SPD sollten aufh&ouml;ren, solche n&uuml;chternen Analysen als Warnungen von Spielverderbern zu betrachten. Es sind gut gemeinte Empfehlungen zur Vermeidung eines neuerlichen Absturzes in Richtung 23 % wie 2009. Auch mit 28 % oder 25 % wird man eine Regierungsbildung Angela Merkels mit anderen Partnern nicht stoppen k&ouml;nnen. Deshalb kann man nicht so weitermachen wie bisher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich am 25. Januar <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36756\">Zweifel an der Haltbarkeit des Schulz-Hypes &auml;u&szlig;erte<\/a> und konkrete Vorschl&auml;ge zur besseren Profilierung machte, folgten einige b&ouml;se Reaktionen von Sozialdemokraten. Dabei hatte ich nur n&uuml;chtern analysiert und konkrete Empfehlungen ausgesprochen. Jetzt neigt sich die Euphorie dem Ende zu. Der Abstand zwischen CDU\/CSU und SPD wird wieder gr&ouml;&szlig;er. Die Tr&auml;ume<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38098\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,122,191,11,190],"tags":[1550,718,904,1494,315,754,1367,1193],"class_list":["post-38098","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-demoskopieumfragen","category-spd","category-strategien-der-meinungsmache","category-wahlen","tag-agenda-2010","tag-bundestagswahl","tag-grv","tag-infrastruktur","tag-merkel-angela","tag-nrw","tag-ruestungsausgaben","tag-schulz-martin"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38098","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=38098"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38098\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38110,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38098\/revisions\/38110"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=38098"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=38098"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=38098"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}