{"id":38116,"date":"2017-05-03T08:59:09","date_gmt":"2017-05-03T06:59:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38116"},"modified":"2017-05-04T14:43:20","modified_gmt":"2017-05-04T12:43:20","slug":"ueber-das-meinungsmanagement-im-neoliberalismus-oder-der-kampf-gegen-den-unsichtbaren-feind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38116","title":{"rendered":"\u00dcber das Meinungsmanagement im Neoliberalismus oder der Kampf gegen den unsichtbaren Feind"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170503_pick.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Der Neoliberalismus hat den Menschen zu einem Unternehmer seiner selbst gemacht, der im Wettbewerb Jeder gegen Jeden steht, stets bereit, sich selbst zu optimieren. Das f&uuml;hrt zu der Entsolidarisierung und Egomanie, die wir t&auml;glich erleben. M&ouml;glich wurde das durch eine verst&auml;rkte Meinungsmanipulation, die durch stetige einseitige Kampagnen, permanenter Wiederholung von Phrasen, der Arbeit von Lobbyvereinen und den vielen &bdquo;Experten&ldquo; m&ouml;glich werden, befeuert durch die Leitmedien, in denen man nur bruchst&uuml;ckweise  andere Standpunkte erf&auml;hrt. Von <strong>Brigitte Pick<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38116#foot_0\" name=\"note_0\">*<\/a>].<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3754\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-38116-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170504_Meinungsmanagement_im_Neoliberalismus_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170504_Meinungsmanagement_im_Neoliberalismus_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170504_Meinungsmanagement_im_Neoliberalismus_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170504_Meinungsmanagement_im_Neoliberalismus_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=38116-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170504_Meinungsmanagement_im_Neoliberalismus_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170504_Meinungsmanagement_im_Neoliberalismus_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Das Institut f&uuml;r Demoskopie Allensbach hat in seiner j&uuml;ngsten Umfrage im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen herausgefunden, dass nicht nur der Politik misstraut wird,  sondern auch der Wissenschaft und Forschung, die nicht unabh&auml;ngig forscht und urteilt. Den sogenannten Experten misstrauen danach 61 Prozent der Befragten. &bdquo;Auf das Urteil von Experten gebe ich im Allgemeinen nicht viel. Diese sogenannten Experten sind meist nicht unabh&auml;ngig. Deshalb kann man sich auf ihr Urteil nicht verlassen.&ldquo;[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p>Die Gedanken sind nicht neu. Schon die Studentenbewegung von 1968 skandierte: Brecht die Macht der Manipulateure und berief sich unter anderem auf Herbert Marcuse[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]  und Adorno. Mit gleichem Titel drehte Helke Sanders 1967\/68 einen Film zur Kampagne gegen den Springer-Konzern.<\/p><p>Andersmeinende als Verschw&ouml;rungstheoretiker zu bezeichnen, sorgt so f&uuml;r die Deutungshoheit der politischen Eliten  bei umstrittenen Fragen wie beispielsweise Russlands Rolle unter Putin, der Rolle Syriens und der Ukraine oder auch den Morden an den Kennedys, sekundiert von den Medien. <\/p><p>Am 26. Oktober 2017  werden 3.571 bisher unbekannte Dokumente und 34.000 weitere ver&ouml;ffentlicht, die bisher nur mit Schw&auml;rzungen zug&auml;nglich waren &ndash; es sind die letzten aller noch im Archiv befindlichen Unterlagen zur Ermordung Kennedys und k&ouml;nnen Licht in das Dunkel der umstrittenen, jedoch offiziellen Alleint&auml;terthese und die Rolle der Geheimdienste  bringen.  Die CIA haben nach 1945 allein fast 40 &bdquo;Regime-Changes&ldquo; oder Putsche initiiert.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Zum 60. Jahrestag (2013) des Putsches im Iran gegen Mossadegh 1953 hat der amerikanische Geheimdienst CIA erstmals &ouml;ffentlich seine Beteiligung zugegeben. Experten sch&auml;tzen die Anzahl der Milit&auml;rst&uuml;tzpunkte der USA in der Welt auf knapp 1000[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] , Russland hat dagegen 20, zu denen nat&uuml;rlich die in Syrien und auf der Krim geh&ouml;ren.<\/p><p>Der Autor und freie Journalist Mathias Br&ouml;ckers hat jahrelang zu dem Kennedy-Mord recherchiert und sein Buch JFK , Staatsstreich in Amerika , von 2013 erscheint gerade mit einem neuen Nachwort zum 100-j&auml;hrigen Geburtstag JFKs.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;JFK war als klassischer kalter Krieger ins Amt gekommen, vollzog dann aber schon w&auml;hrend der Kuba-Krise einen aus Sicht des Milit&auml;rs und der CIA dramatischen Wandel seiner Politik. CIA-Chef Dulles und die Gener&auml;le wollten ihn mit der Schweinebucht-Operation zu einem Milit&auml;reinsatz gegen Castro zwingen, mit seiner Weigerung machte er sie zu seinen Feinden. Er wollte den Kalten Krieg beenden und den Krieg in Vietnam und hatte angek&uuml;ndigt, nach seiner Wiederwahl nach Moskau zu reisen und einen Friedensvertrag zu schlie&szlig;en. Innenpolitisch setzte er sich massiv f&uuml;r die B&uuml;rgerrechte ein und schickte die Nationalgarde, um den ersten schwarzen Studenten in Mississippi zu immatrikulieren, was der dortige Gouverneur verweigerte; zudem wollte er die &Ouml;l-Barone der S&uuml;dstaaten zu h&ouml;heren Steuern verpflichten. Neben dem milit&auml;risch-industriellen Komplex hatte er damit auch die Reaktion&auml;re des S&uuml;dens als Gro&szlig;feind und aus diesen Kreisen kommen die Drahtzieher des Mords. Die Sch&uuml;tzen waren sehr wahrscheinlich angeheuerte Killer der korsischen Mafia, bezahlt wurde die Operation von texanischen &Ouml;l-Baronen und organisiert von Agenten der CIA, die auch den S&uuml;ndenbock Oswald pr&auml;pariert hatten und die propagandistische &bdquo;Nachbereitung&ldquo; steuerten. Im ersten Fahndungsaufruf der Dallas Police, 20 Minuten nach den Sch&uuml;ssen, werden Gr&ouml;&szlig;e und Gewicht des gesuchten T&auml;ters genannt, die nicht von dem einzigen Augenzeugen stammen konnten, der einen Mann an einem halb ge&ouml;ffneten Fenster im 5. Stock gesehen haben wollte. Sie kamen direkt aus der CIA-Akte zu Oswald.&ldquo;[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p>Br&ouml;ckers sagt weiter:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Nachdem Staatsanwalt Garrison dann 1966 in New Orleans ein Strafverfahren er&ouml;ffnete, das einige CIA-Leute aus Oswalds Umfeld unter die Lupe nahm und die von Anfang an in der Bev&ouml;lkerung verbreitete Skepsis an der offiziellen Version weiter verst&auml;rkte, verschickte die CIA im April 1967 ihr mittlerweile ber&uuml;hmtes Memo &bdquo;Countering the Critiscism of the Warren Report&ldquo; an alle ihre Stationen. Dort wird der Begriff &raquo;conspiracy theories&laquo; als Waffe gegen jede Art von Kritik an dem Ergebnis der Warren-Kommission empfohlen. Diese Direktive mit einschl&auml;gigen Handlungsanweisungen und Argumentationshilfen legte den Grundstein f&uuml;r die Umdeutung des urspr&uuml;nglich neutralen Begriffs &raquo;Verschw&ouml;rungstheorie&laquo; zu einer negativ konnotierten Vokabel, die seitdem als Disziplinierungs- und Kontrollinstrument im &ouml;ffentlichen Diskurs fungiert, als Waffe der psychologischen Kriegsf&uuml;hrung.&ldquo;[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p>Die Medien spielen ihre Rolle und gaukeln immer wieder vor, andere Standpunkte zu ber&uuml;cksichtigen. Die werden jedoch vorher strukturiert, wie Pierre Bourdieu in seinem Buch &bdquo;&Uuml;ber das Fernsehen&ldquo; thematisiert hat. Deren Manipulation in Talkshows funktioniere &uuml;ber die nicht sichtbare Arbeit:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Runde selbst ist das Ergebnis einer unsichtbar bleibenden Arbeit. Da ist zum Beispiel die ganze Arbeit der Einladung: Manche Leute l&auml;dt man gar nicht erst ein; andere l&auml;dt man ein, und sie lehnen  ab. Schlie&szlig;lich steht die Runde und das Sichtbare verbirgt das Unsichtbare. Ein konstruiertes Sichtbares zeigt die sozialen Voraussetzungen seiner Konstruktion nicht.&ldquo;[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p>Unter dem Argument, ein Verschw&ouml;rungstheoretiker zu sein, werden auch durchaus valide Thesen denen von inszenierten Narrativen gleichgestellt und damit diffamiert. Zu diesen Diffamierungsbegriffen geh&ouml;ren neben Verschw&ouml;rungstheoretikern genauso Worte wie Populismus, Antiamerikanismus oder die Frage nach dem cui bono, die man mich schon in der Schule lehrte. Themen werden mit Gedanken verklammert, die als anr&uuml;chig, rechtsextrem oder rassistisch gelten und damit tabuisiert. &bdquo;Durch eine solche Verklammerung k&ouml;nnen sich die Machteliten und Funktionseliten vor Kritik immunisieren, indem sie bestimmte Themenbereiche aus dem &ouml;ffentlichen Diskussionsraum verbannen.&ldquo;[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>] Sie werden zu einem gedanklichen Sperrgebiet und sind bei den intellektuellen und journalistischen Wassertr&auml;gern der M&auml;chtigen beliebt.[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]<\/p><p>Das wurde in der Sendung von Anne Will vom 9.4.2017[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>] zum Syrienkonflikt durch den ehemaligen US-amerikanischen Diplomaten John Kornblum, einem Verfechter milit&auml;rischer Eingriffe und Hard power durch die USA, gegen&uuml;ber dem  langj&auml;hrigen Nahostkorrespondenten der Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT, Michael L&uuml;ders, eindringlich vorgef&uuml;hrt. Kornblum tat mit einer Handbewegung und keinem einzigen Argument L&uuml;ders Ausf&uuml;hrungen als Verschw&ouml;rungstheorie ab.[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>] Ihm wurde nicht widersprochen.<\/p><p>Psychologen liefern eine g&auml;ngige Erkl&auml;rung f&uuml;r das Ph&auml;nomen der Verbreitung von Verschw&ouml;rungstheorien. Vom Sozialleben Ausgeschlossene, die verzweifelt einen Sinn ihres Lebens suchen, neigen an den Glauben von Verschw&ouml;rungstheorien, so die simple These. Die mag es geben und es gibt auch nicht belegte oder gef&auml;lschte Narrative als Verschw&ouml;rungstheorien, wie das antisemitische Pamphlet der Protokolle der Weisen von Zion. <\/p><p>Jedoch l&auml;uft heute eine politische Praxis, die nicht zwischen Tatsachen und Meinungen trennt , die Linien bewusst verwischt und Deutungen zu Fakten erkl&auml;rt, oft mit dem Hinweis der Alternativlosigkeit. &bdquo;Wir m&uuml;ssen also erkennen: Deutungen zu Fakten zu erkl&auml;ren, ist ein h&auml;ufig gebrauchtes Instrument, die eigene Position mit vernebelnder kommunikativer Macht durchzusetzen. Solche L&uuml;ge unterminiert den gemeinsamen Boden, den wir in der Demokratie brauchen, um uns zu verst&auml;ndigen.&ldquo;[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>]<\/p><p>Meinungsmanagement ist kosteng&uuml;nstiger als Gewalt oder Bestechung, so der einflussreiche amerikanische Politikwissenschaftler und Propagandatheoretiker Harold D. Lasswell (1902 &ndash; 1978) in der Encyclopedia of the Social Sciences von 1930.[<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Daher wurde seit den historischen Anf&auml;ngen versucht, Machttechniken zu entwickeln, mit denen sich unsere moralischen Sensivit&auml;ten gleichsam unterlaufen lassen, die also weniger Widerstand im Volk aktivieren. Diese Machttechniken werden heute oft als Soft Power bezeichnet. Soft Power ist das gesamte Spektrum von Techniken, die &ouml;ffentliche Meinung zu manipulieren. Vermittlungsinstanzen f&uuml;r diese Formen der Machtaus&uuml;bung sind &ndash; unterst&uuml;tzt durch Stiftungen, Think Tanks, Elitenetzwerke und Lobbygruppen &ndash; insbesondere private und &ouml;ffentliche Medien, Schulen und der gesamte Erziehungs- und Ausbildungssektor sowie die Kulturindustrie. Die Wirkungen von Soft Power-Techniken sind f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung weitgehend unsichtbar; es ist also kaum mit Protesten gegen diese Formen der Indoktrination zu rechnen.&ldquo;[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p>Demokratie gilt heute in der westlichen Welt als einzige legitimierte Herrschaftsform. Man kann sie von unten und von  oben sehen. Das Volk m&ouml;chte sich nicht dem Willen eines Anderen unterwerfen, sich frei f&uuml;hlen und h&auml;lt Demokratie deshalb f&uuml;r attraktiv. Die M&auml;chtigen hingegen k&ouml;nnen Demokratie nicht f&uuml;r attraktiv halten, denn es w&uuml;rde ihre Machtbed&uuml;rfnisse einschr&auml;nken, so Professor Mausfeld. Das f&uuml;hrt zu einem Spannungsverh&auml;ltnis und bedarf der Entsch&auml;rfung. Es bedarf einer Rechtfertigungsideologie, warum das Volk unm&uuml;ndig sei und einer F&uuml;hrung bed&uuml;rfe. <\/p><p>&bdquo;Gegen Demokratie&ldquo; hei&szlig;t das neue Buch des US-Philosophen und Politikwissenschaftlers Jason Brennan. Darin fordert er nicht weniger, als die Demokratie abzuschaffen und ein volles Wahlrecht nur noch den Gebildeten, Wissenden und Informierten zuzugestehen.<\/p><p>&bdquo;W&auml;hler wissen einfach oft nicht, was wirklich gut f&uuml;r sie ist und ob ihre W&auml;hlerstimme wirklich ihren eigenen Interessen dient&ldquo;, sagte Brennan im Deutschlandradio Kultur. Zum Beispiel die Trump-W&auml;hler: &bdquo;Denen ist wahrscheinlich noch &uuml;berhaupt nicht bewusst, dass sie sich letztlich in die eigenen F&uuml;&szlig;e geschossen haben.&ldquo;<\/p><p>Bei den Durchschnittsw&auml;hlern konstatiert Brennan au&szlig;erdem einen eklatanten Mangel an Wissen: &bdquo;Ihnen fehlen oft einfach die Fakten, sie haben auch keine Ahnung, was Sozialwissenschaften angeht.&ldquo; Das sei etwa bei den Brexit-Bef&uuml;rwortern deutlich geworden. Diese h&auml;tten sich bei ihrer Einsch&auml;tzung der Zahl der Einwanderer um den Faktor sechs geirrt, bei den Kosten f&uuml;r Wohlfahrtsprogramme gar um den Faktor 400. &bdquo;Die Remain-W&auml;hler, also die, die in der EU bleiben wollten, haben sich zwar auch geirrt bei gewissen Fakten, aber da war diese Fehlerdiagnose einfach nicht so hoch. Das hei&szlig;t, sie waren einfach besser informiert.&ldquo;[<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>]<\/p><p>So offen sagt es kaum einer, daf&uuml;r gibt es aber ein Demokratiemanagement. Die Mehrheit des  Wahlvolkes zeigt sich noch immer zufrieden mit den Parteien, obwohl wir uns schon lange Zeit in einem Klassenkampf von oben befinden (Abbau des Soziaalstaates, Bankenrettung, &Uuml;berwachungsausbau, Militarisierung der EU, Osterweiterung der Nato etc.). <\/p><p>Die Einbettung von politischen Ereignissen und Themen in subjektive Deutungsrahmen nennt die Kommunikationswissenschaft &bdquo;Framing&ldquo;. Emotional und selektiv ausgew&auml;hlte Frames schaffen  eine &uuml;berm&auml;chtige Wirkung in der &Ouml;ffentlichkeit und werden bewusst f&uuml;r die &Ouml;ffentlichkeitsarbeit durch Politik und Medien eingesetzt. Es ist eine klassische Methode, um zu manipulieren. Dazu geh&ouml;rt die D&auml;monisierung des Gegners. Dem Putsch gegen den im April 1951 demokratisch gew&auml;hlten Premierminister Mohammed Mossadegh im Iran  1953 ging eine Kampagne voraus, die ihn als b&ouml;se, irre, gerissen, provokant und gef&auml;hrlich darstellte und mit Hitler verglich. Fast wortgleich wird diese Sprache gegen&uuml;ber Hussein, Gaddafi und Baschar al-Assad wiederholt[<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>], der gerade von dem US &ndash;Sprecher Sean Spicer  mit Hitler verglichen wurde, sich aber kurz danach daf&uuml;r  entschuldigen musste. <\/p><p>Die Rahmenerz&auml;hlung vom Volk als Hirten und Schafen, also die vom Dienen und Herrschen, oder Masse und Elite bietet die Basisideologie und ist heute weitgehend verinnerlicht.<\/p><p>Mausfeld spricht von Techniken der Mentalvergiftung durch Erzeugung von Angst und Hass.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Durch die Erzeugung von Hass l&auml;sst sich auch &Auml;ngsten ein geeignetes Zielobjekt geben, auf das sich dann Affekte des Volkes richten k&ouml;nnen. Dadurch ist sichergestellt, dass sich Emp&ouml;rungsenergie und Ver&auml;nderungsbed&uuml;rfnisse nicht gegen die Zentren der Macht richten. Auch die strukturelle Erzeugung von &Auml;ngsten auf sozio-&ouml;konomischem Wege &ndash; beispielsweise ein hohes Ma&szlig; von beruflichem Stress, gesellschaftliche Versagens&auml;ngste und &Auml;ngste vor sozialem Abstieg &ndash; l&auml;sst sich f&uuml;r dieses Ziel nutzen. Weitere Methoden, die Aufmerksamkeit von den eigentlichen Zentren der Macht abzulenken, sind Zerstreuung durch eine mediale &Uuml;berflutung mit Nichtigkeiten, Konsumismus, Ausbildung von &sbquo;Falsch-Identit&auml;ten&lsquo; oder Infantilisierung.&ldquo;[<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p>Michel Foucault spricht von einem &sbquo;Wahrheitsregime&lsquo;, das behauptet, eine bestimmte Interpretation sei richtig und wahr, indem es die Kritiker und die Vertreter abweichender Meinungen ignoriert und diskreditiert. <\/p><p>Sucht man nach Erkl&auml;rungen f&uuml;r das unselige Intervenieren der USA in der Welt, findet man eine Erkl&auml;rung in der Ideologie des Exzeptionalismus und der Idee eines &sbquo;benevolenten&lsquo; Imperiums, also eines Imperiums, dessen Handeln von einem selbstlosen Wohlwollen getragen ist.   .<\/p><p>&bdquo;Der Begriff &sbquo;amerikanischer Exzeptionalismus&lsquo; bezeichnet eine Ideologie, der zufolge die USA eine einzigartige Sonderstellung unter den Nationen der Welt einn&auml;hmen, die aus ihrer besonderen Geschichte und aus ihrer einzigartigen Machtf&uuml;lle erwachse. Der Exzeptionalismus stellt die politische Kernideologie der USA dar&hellip;. Wegen ihrer Einzigartigkeit seien die USA, so die Vertreter des Exzeptionalismus, grunds&auml;tzlich an v&ouml;lkerrechtliche Vereinbarungen nur insoweit gebunden, wie ihnen dies n&uuml;tzt.  Auch lie&szlig;en sich ihre Taten grunds&auml;tzlich nicht nach den moralischen Normen bewerten, nach denen die USA die Taten anderer Nationen bewerten. Denn es k&ouml;nne grunds&auml;tzlich keine &bdquo;moralische &Auml;quivalenz&ldquo; zwischen den USA und anderen Staaten in der Bewertung ihrer Taten geben, da sich Verbrechen von &sbquo;wesenshaft Guten&lsquo; nicht mit Ma&szlig;st&auml;ben bewerten lie&szlig;en, die man an Verbrechen von &sbquo;wesenshaft Schlechten&lsquo; anlegt. Folglich m&ouml;gen die USA zwar gelegentlich &sbquo;Fehler&lsquo; machen, k&ouml;nnen jedoch aus grunds&auml;tzlichen Gr&uuml;nden keine Kriegsverbrechen begehen &ndash; weder in Vietnam, noch im Irak oder in Syrien. Und aus ebenso grunds&auml;tzlichen Gr&uuml;nden k&ouml;nnen sie auch keine Zivilisten ermorden, sondern Zivilisten sterben einfach als &sbquo;kollaterale&lsquo; Folge bester Intentionen.&ldquo;[<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>] Nach dem Kampf gegen den Kommunismus folgte in den USA eine Verbr&auml;mung der Ideologie eines &bdquo;moralischen Idealismus&ldquo;.  &bdquo;Zum anderen beanspruchten die USA, nicht lediglich ein Imperium zu sein; vielmehr seien sie, so Charles Krauthammer, ein &bdquo;einzigartig gutartiges Imperium; das ist keine blo&szlig;e Selbst-Begl&uuml;ckw&uuml;nschung, es ist eine Tatsache.&ldquo; Bill Clinton (28. April 28, 1996) nannte die USA &ldquo;<em>world&rsquo;s greatest force for peace and freedom<\/em>&rdquo;. Barack Obama (9. April 2007) dr&uuml;ckte seine exzeptionalistischen &Uuml;berzeugungen mit den Worten aus: &ldquo;<em>this country is still the last best hope on earth.<\/em>&rdquo; Und Hillary Clinton (25. Juli 2016) nannte die USA &bdquo;das gro&szlig;artigste Land, das je in der Geschichte auf der Erde geschaffen wurde&ldquo; &ndash; &ldquo;<em>the greatest country that has ever been created on the face of the earth for all of history<\/em>&rdquo;. Dies sind keine Einzelstimmen, sondern sie dr&uuml;cken ideologische Kern&uuml;berzeugungen US-amerikanischer Identit&auml;t aus.&ldquo;[<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>]<\/p><p>Die US-Au&szlig;enministerin Madeleine Albright antwortete in der Fernsehshow &ldquo;60 Minuten&rdquo; am 12. Mai 1996 Lesley Stahl gegen&uuml;ber: &ldquo;Wir haben geh&ouml;rt, dass eine halbe Million Kinder gestorben sind (wegen der Sanktionen gegen den Irak). Ich meine, das sind mehr Kinder, als in Hiroshima umkamen. Und &ndash; sagen Sie, ist es den Preis wert?&rdquo; Albright: &ldquo;Ich glaube, das ist eine sehr schwere Entscheidung, aber der Preis &ndash; wir glauben, es ist den Preis wert.&rdquo;[<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>]  Den Einsatz von Cruise Missiles gegen den Irak rechtfertigte sie mit den folgenden Argumenten: &bdquo;Wenn wir Gewalt anwenden m&uuml;ssen, dann, weil wir Amerika sind. Wir sind die unverzichtbare Nation. Wir sind gro&szlig;. Wir blicken weiter in die Zukunft.&ldquo;[<a href=\"#foot_22\" name=\"note_22\">22<\/a>]<\/p><p>Einer der  ideologischen Paten Obamas, Chefideologe und Unilaterist  ist Zbigniew Brzezinski, fr&uuml;herer Sicherheitsberater von Jimmy Carter.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Zbigniew Brzezinski begr&uuml;ndete die Position der &bdquo;ersten und einzigen echten Supermacht&ldquo; mit &bdquo;vier entscheidenden Dom&auml;nen globaler Macht&ldquo;: der weltweiten Milit&auml;rpr&auml;senz, der weltwirtschaftlichen und technologischen F&uuml;hrungsrolle (die auch die milit&auml;rische &Uuml;berlegenheit erm&ouml;glicht) und der kulturellen Hegemonie, die sich in der weltweiten und durch amerikanische Medienkonzerne verbreiteten Attraktivit&auml;t des American way of life manifestiert. Es ist richtig, dass die USA als einzige Milit&auml;rmacht wirklich global operieren k&ouml;nnen; dass ohne sie auf globaler Ebene wenig l&auml;uft; dass sie also &ndash; so Au&szlig;enministerin Madeleine K. Albright &ndash; zur &bdquo;unverzichtbaren Nation&ldquo; geworden sind, ohne deren Zutun kein Weltproblem gel&ouml;st werden kann. Der Hegemon ist der Chefarchitekt der politischen Weltordnung. Er ist zugleich die weltwirtschaftliche F&uuml;hrungsmacht, die in den 90er Jahren einen beispiellosen Wirtschaftsboom erlebte. Der US-Dollar blieb die internationale Leitw&auml;hrung, die New Yorker B&ouml;rse die internationale Leitb&ouml;rse. Der IWF und die Weltbank haben nicht nur ihre Hauptquartiere, sondern auch ihren dominanten Gro&szlig;aktion&auml;r in Washington.&ldquo;[<a href=\"#foot_23\" name=\"note_23\">23<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p>Man kann und muss zum Beispiel die schrecklichen Kriege im Vorderen Orient anders erz&auml;hlen. <\/p><p>Der Verein &bdquo;Freundschaft mit Valjevo&ldquo;, einer Stadt im Westen Serbiens, hatte den Leiter des Zentrums f&uuml;r Forschung zur arabischen Welt an der Universit&auml;t Mainz zu einem Vortag nach Pfaffenhofen eingeladen. Professor Dr. G&uuml;nter Meyer ist ein profunder Kenner der arabischen Welt, denn er hat mehr als 40 Jahre umfangreiche Studien in den arabischen L&auml;ndern durchgef&uuml;hrt und dort auch gelebt. Der Redakteur fasst seinen Vortrag wie folgt zusammen:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Nach dem Sturz von Saddam Hussein in 2003 gab es ein Machtvakuum; der US-Verwalter Paul Bremer beging den Fehler, alle Sicherheitskr&auml;fte und Beamten des Regimes in die Perspektivlosigkeit zu entlassen, die sich zum gro&szlig;en Teil radikalen Anti-US-Gruppen anschlossen- das war sp&auml;ter ein gro&szlig;es Potential f&uuml;r die Terrorgruppen in Syrien. Durch den &bdquo;arabischen Fr&uuml;hling&ldquo; in 2010, angefangen mit dem Sturz autokratischer Regierungen in Tunesien und &Auml;gypten und den Sturz Gaddafis durch die Nato begannen aufgrund der wirtschaftlichen Perspektivlosigkeit und der hohen Jugendarbeitslosigkeit auch in Syrien die Proteste. Die Anti-Regierungsgruppen wurden finanziell und mit Waffen vor allem aus den USA und den Golfstaaten unterst&uuml;tzt. Aus diesen Gruppen entwickelte sich durch Ableger der al-Qaida und der Nusra-Front die Gruppe ISIS, die immer mehr Zulauf aus moselmischen Staaten und Europa erhielt. Der dann ausgerufene &bdquo;Islamische Staat&ldquo; war dann die Folge. Der IS und andere Gruppen hatten Interesse daran, Staatschef Assad von der Macht zu vertreiben, was auch im Sinne der USA und verschiedener Golfstaaten lag. Inzwischen haben die USA die Fehlentwicklungen eingestanden und bek&auml;mpfen die Truppen des IS, und Russland unterst&uuml;tzt dabei den Kampf Assads gegen alle Terroristen aus Eigeninteresse. Inzwischen ist die Lage so verfahren, dass es immer komplizierter wird, das Land zu befrieden. Auch die Kurden in Syrien und im Irak hatten Interesse an einem geeinten kurdischen Staat, was wiederum nicht im Interesse der T&uuml;rkei liegt, die deshalb in letzter Zeit in das Gebiet einmarschierte und die kurdischen Rebellen bek&auml;mpft. Andererseits hat die T&uuml;rkei ein Interesse daran Assad von der Macht zu vertreiben, weil sie die ihnen nahe stehende Moslembruderschaft an die Macht bringen will.<\/p>\n<p>Syrien hatte vor Beginn der Konflikte 22,4 Millionen Einwohner &ndash; inzwischen sind 11 Millionen Menschen geflohen und vertrieben. Die meisten Fl&uuml;chtlinge leben in Lagern in Syrien an der t&uuml;rkischen Grenze, in der T&uuml;rkei, in Jordanien und im Libanon.<\/p>\n<p>Die Ausf&uuml;hrungen von Professor Meyer waren nat&uuml;rlich viel fakten- und umfangreicher, so dass es unm&ouml;glich w&auml;re, dies alles in einem Bericht zusammenzufassen. <\/p>\n<p>Professor Meyer ging auch auf die &bdquo;Wei&szlig;helme&ldquo; ein, die im letzten Jahr den Alternativen Friedenpreis erhalten hatten. Sie sind eigentlich eine Zivilschutzorganisation der Nusra-Front in die mehrere hunderte Millionen Dollar aus dem Ausland investiert wurden. Nusra und IS sind Ableger der al Qaida-Organisation, die sich einige Zeit heftig bek&auml;mpft und sich inzwischen wieder vers&ouml;hnt hatten. Die Nusra K&auml;mpfer sind dabei die brutalsten von allen. Die Berichte und Fotos &uuml;ber die Rettungsaktionen der Wei&szlig;helme sind oft gef&auml;lscht, um die Welt zu manipulieren. Auch unklar ist, ob alle Berichte der syrischen Beobachtungsstelle f&uuml;r Menschenrechte stimmen, die ihren Sitz in London hat und aus einem syrischen Textilh&auml;ndler besteht, der angeblich &uuml;ber 200 Informanten in Syrien hat. Ebenfalls auffallend ist, dass zwar die Verbrechen des Assad-Regimes ver&ouml;ffentlicht werden, nicht aber die der K&auml;mpfer gegen Assad.<\/p>\n<p>Nach Einsch&auml;tzung von Professor Meyer wird sich durch den Einsatz Russlands und den gemeinsamen Kampf aller Kr&auml;fte gegen den IS die Position Assads in Syrien festigen. Offen ist, wie sich die USA unter Trump in Zukunft verhalten werden. Wenn die bisherige Politik fortgef&uuml;hrt werden sollte, dann kann der Krieg noch lange dauern und das Fl&uuml;chtlingsproblem wird sich weiter versch&auml;rfen.&ldquo;[<a href=\"#foot_24\" name=\"note_24\">24<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p>Meinungsmanipulation und Indoktrination beherrschen jedoch unsere Leitmedien. &bdquo;Die Journalisten d&uuml;rfen ihr Jagdfieber an Enth&uuml;llungsgeschichten abarbeiten, die die Verworfenheit von Personen, nicht die Verwerflichkeit von gesellschaftlichen Kausalit&auml;ten blo&szlig;legen&ldquo;, schreibt Daniela Dahn.[<a href=\"#foot_25\" name=\"note_25\">25<\/a>]<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Dabei lassen sich zwei Arten unterscheiden: eine eher kurzfristig angelegte und eine sehr langfristig angelegte. Ich werde sie als Aktualindoktrination und Tiefenindoktrination bezeichnen. Die Aktualindoktrination vollzieht sich bei der allt&auml;glichen Aufnahme tagesaktueller Nachrichten. Sie zielt darauf, eine Rahmenerz&auml;hlung f&uuml;r die t&auml;glichen politischen und gesellschaftlichen Geschehnisse zu vermitteln, die mit der Sicht der Eliten &uuml;bereinstimmt, und auf diese Weise ein gesellschaftliches Weltbild zu erzeugen und zu stabilisieren. Und sie zielt darauf, Fakten, die diese ideologische Rahmenerz&auml;hlung gef&auml;hrden k&ouml;nnten, durch eine geeignete Faktenselektion und durch eine geeignete De-Kontextualisierung und Re-Kontextualisierung &sbquo;unsichtbar&lsquo; zu machen &ndash; sie also aus ihrem tats&auml;chlichen Sinnzusammenhang zu rei&szlig;en und sie in einen behaupteten Sinnzusammenhang zu stellen, der sie ihrer politischen Brisanz entkleidet und mit der Sicht der Eliten &uuml;bereinstimmt.&ldquo;[<a href=\"#foot_26\" name=\"note_26\">26<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p>Es bedurfte keines Donald Trump, um die Machtanspr&uuml;che der USA zu verdeutlichen.<\/p><p>F&uuml;r die USA hat George F.Kennan, einer der brillantesten amerikanischen Politikstrategen und Vertreter der sog. &bdquo;realistischen Schule&ldquo;, schon 1948 ausgesprochen, worum es geht; seine machtpolitische Analyse lautet:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir besitzen etwa 50 % des Reichtums dieser Welt, stellen aber nur 6,3 % seiner Bev&ouml;lkerung. &hellip; Unsere eigentliche Aufgabe in der n&auml;chsten Zeit besteht darin, eine Form von\n<\/p><\/blockquote><p>Beziehungen zu finden, die es uns erlaubt, diese Wohlstandsunterschiede ohne ernsthafte Abstriche an unserer nationalen Sicherheit beizubehalten. Um das zu erreichen, werden wir auf alle Sentimentalit&auml;ten und Tagtr&auml;umereien verzichten m&uuml;ssen; und wir werden unsere Aufmerksamkeit &uuml;berall auf unsere ureigensten, nationalen Vorhaben konzentrieren m&uuml;ssen.<\/p><p>Wir d&uuml;rfen uns nicht vormachen, dass wir uns heute den Luxus von Altruismus und Weltbegl&uuml;ckung leisten k&ouml;nnten. [&hellip;] Wir sollten aufh&ouml;ren von vagen &ndash; und f&uuml;r den Fernen Osten &ndash; unrealistischen Zielen wie Menschenrechten, Anhebung von Lebensstandards und Demokratisierung zu reden. Der Tag ist nicht mehr fern, an dem unser Handeln von n&uuml;chternem Machtdenken geleitet sein muss. Je weniger wir dann von idealistischen Parolen behindert werden, desto besser.&ldquo;[<a href=\"#foot_27\" name=\"note_27\">27<\/a>]<\/p><p>Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks haben die USA einen Ring von Milit&auml;rbasen in etwa 80 L&auml;ndern angelegt und geben daf&uuml;r 150 Milliarden Dollar pro Jahr aus. Russland erweckte einige Begierden. So wurde die Wiederwahl Jelzins 1996 durch USA &ndash; Wahlhelfer beeinflusst und von dem US Magazin Time nach der Wahl ver&ouml;ffentlicht, wie der Spiegel vom 15.7.1996 berichtete.[<a href=\"#foot_28\" name=\"note_28\">28<\/a>] Der Beutezug kam unter Putin zum Erliegen und nennt sich fortan &bdquo;Friedenssicherung zur Eind&auml;mmung der russischen Aggression.&ldquo; <\/p><p>Die repr&auml;sentative Demokratie ist das Gegenteil einer  partizipatorischen Demokratie wie sie Athen kannte, als Regierung durch das Volk. Sie h&auml;lt die Masse von der Politik fern und erm&ouml;glicht den Eliten, ihren Besitz zu wahren und zu vermehren. Die amerikanische Verfassung muss man als ein Modell einer Elitentheorie der Demokratie lesen. Die Wahl beschr&auml;nkt sich auf eine Konkurrenzwahl von Funktionseliten.[<a href=\"#foot_29\" name=\"note_29\">29<\/a>] Die Beschr&auml;nkung der Demokratie auf Wahlen  ist eine zweifelhafte, denn sie schlie&szlig;t die Partizipation der B&uuml;rger am Gemeinwesen aus. Sie sind nicht Ausdruck der Volkssouver&auml;nit&auml;t und verschleiern Ver&auml;nderungsbed&uuml;rftiges.  Die westliche repr&auml;sentative Demokratie ist Elitendemokratie.  Die Entwicklung von Demokratiekonzeptionen und Demokratietheorien findet sich in der Diskussion einer Spezialliteratur und findet nicht in der &Ouml;ffentlichkeit statt. Die repr&auml;sentative Demokratie gilt als alternativlos und wird deshalb nicht hinterfragt.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die &sbquo;repr&auml;sentative Demokratie&lsquo; hat f&uuml;r die eigentlichen Zentren politischer Macht den Vorteil, dass die gesamte Ver&auml;nderungsenergie des Volkes in der Wahl anderer Repr&auml;sentanten aus einem vorgegeben Spektrum ersch&ouml;pft wird. Damit fehlen innerhalb der gegenw&auml;rtigen Formen &sbquo;<em>repr&auml;sentativer Demokratie<\/em>&lsquo; Mechanismen, durch die ein Ver&auml;nderungswille politisch wirksam werden kann. Genau dadurch stellt die &sbquo;repr&auml;sentative Demokratie&lsquo; f&uuml;r die Machteliten eine nahezu perfekte Herrschaftsform dar; sie ist eine Form der Oligarchie, die jedoch dem Volk als Demokratie erscheint.&ldquo;[<a href=\"#foot_30\" name=\"note_30\">30<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p>Daniela Dahn, freie Schriftstellerin und Publizistin, Gr&uuml;ndungsmitglied des &bdquo;Demokratischen Aufbruchs&rdquo;, hat ein kluges Buch &uuml;ber den westlichen Staat geschrieben, in dem sie am Ende f&uuml;r ein R&auml;tesystem, wie es Hannah Arendt vorschwebte, pl&auml;diert,  &bdquo;da der Staat sich immer mehr in eine Apparatur zum Schutz systemrelevanten Privateigentums aus Kosten der Allgemeinheit entwickelt. ..Dieser irrationale Mechanismus ist durch Reparaturen am Rande nicht zu beheben. Frei ist, wer die als falsch erkannte Funktionslogik umzukehren vermag.&ldquo;[<a href=\"#foot_31\" name=\"note_31\">31<\/a>]<\/p><p>Dar&uuml;ber kann man streiten und diskutieren.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_0\" name=\"foot_0\">&laquo;*<\/a>] <strong>Brigitte Pick<\/strong> (*1946) studierte in Berlin Geschichte. Von 1969 bis 2005 war sie ohne Unterbrechung im Berliner Schuldienst t&auml;tig. 1970 wechselte sie an die R&uuml;tli-Schule in Berlin-Neuk&ouml;lln und &uuml;bernahm deren Leitung 1983. Seit 2005 ist sie im Ruhestand.<br>\nVer&ouml;ffentlichungen:<\/p>\n<ul>\n<li>Pick, B. (2007): Kopfsch&uuml;sse. Wer PISA nicht versteht, muss mit R&Uuml;TLI rechnen. Hamburg: VSA-Verlag<\/li>\n<li>Pick, B. (2011): Kaktusk&uuml;sse. Wer &raquo;&Uuml;berfl&uuml;ssige&laquo; in der Schule aussortiert, darf sich &uuml;ber Hartz IV nicht  beklagen. Hamburg: VSA-Verlag<\/li>\n<li>Pick, B. (2013): Randnotizen aus der 2. deutschen Republik. Kindle Edition<\/li>\n<\/ul>\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/allensbach-umfrage-interessen-schlagen-fakten-14889066-p3.html\">faz.net &ndash; Interessen schlagen Fakten<\/a> vom 22.2.2017 von Renate K&ouml;cher<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Der eindimensionale Mensch. Studien zur Ideologie der fortgeschrittenen Industriegesellschaft. &Uuml;bers. von Alfred Schmidt. Luchterhand, Neuwied 1967 u. &ouml;.* 4. Aufl. Deutscher Taschenbuchverlag, dtv wissenschaft, M&uuml;nchen 2004<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_der_Milit%C3%A4roperationen_der_Vereinigten_Staaten#20._Jahrhundert\">wikipedia.org &ndash; Liste der Milit&auml;roperationen der Vereinigten Staaten 20. Jahrhundert<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_von_Milit%C3%A4rbasen_der_Vereinigten_Staaten_im_Ausland\">wikipedia.org &ndash; Liste von Milit&auml;rbasen der Vereinigten Staaten im Ausland<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Mathias Br&ouml;ckers: JFK, Staatstreich in Amerika, Verlag Westend, M&auml;rz 2017<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37474\">nachdenkseiten.de &ndash; &bdquo;Diese Morde waren ein regime change von innen&ldquo;<\/a> vom 20.3.2017 &ndash; Marcus Kl&ouml;ckner im Gespr&auml;ch mit Mathias Br&ouml;ckers <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Ders. S.o.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Pierre Bourdieu: &Uuml;ber das Fernsehen, Suhrkamp 1998, S.46-47<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Rainer Mausfeld:Die Angst der Machteliten vor dem Volk, PDF Datei, S.13<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Ders. A.a.O. S.14<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] <a href=\"https:\/\/daserste.ndr.de\/annewill\/Trump-bekaempft-Assad-Droht-jetzt-ein-globaler-Konflikt,annewill5178.html\">daserste.ndr.de &ndash; Trump bek&auml;mpft Assad &ndash; Droht jetzt ein globaler Konflikt?<\/a> vom 9.4.2017<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Michael L&uuml;ders : Wer den Wind s&auml;t. Was westliche Politik im Orient anrichtet, M&uuml;nchen 2015<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Gesine Schwan: Was ist hier bittsch&ouml;n Fakt? Im Tagesspiegel vom 3.4.2017<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Zitiert nach Prof. Rainer Mausfeld: Die Angst der Machteliten vor dem Volk PDF Datei, S.6<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Ders. S.6<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Zitiert nach <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37781#h12\">nachdenkseiten.de &ndash; Hinweise des Tages #12<\/a> vom 11.4.2017<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Siehe auch: Michael L&uuml;ders: Wer den Wind s&auml;t. Was westliche Politik im Orient anrichtet, M&uuml;nchen 2015, S.17<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] Rainer Mausfeld, a.a.O. S.11f<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] Ders. S. 15<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] Ders. S. 20<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=MwXA1j9hqGA\">youtube.com &ndash; US-Au&szlig;enministerin: 500&rsquo;000 Tote Kinder waren den Preis wert!!!<\/a> vom 8.12.2014<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_22\" name=\"foot_22\">&laquo;22<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.sef-bonn.org\/fileadmin\/Die_SEF\/Publikationen\/Policy_Paper\/pp-16_2001-01_de.pdf\">sef-bonn.org &ndash; Multilateralismus vs. Unilateralismus<\/a> von Prof. Dr. Franz Nuscheler, Januar 2001,  S.5<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_23\" name=\"foot_23\">&laquo;23<\/a>] Ders. S.6<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_24\" name=\"foot_24\">&laquo;24<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.hallertau.info\/index.php?StoryID=64&amp;newsid=98537\">hallertau.info &ndash; Verwirrender Syrien-Konflikt<\/a> vom 18.3.2017 <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_25\" name=\"foot_25\">&laquo;25<\/a>] Daniela Dahn: Wir sind der Staat! Hamburg 2013, S. 93<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_26\" name=\"foot_26\">&laquo;26<\/a>] Mausfeld, a.a.O. S.17 <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_27\" name=\"foot_27\">&laquo;27<\/a>] George F. Kennan, <em>Memo PPS23<\/em> vom 28. Februar 1948, freigegeben am 17. Juni 1974, zitiert nach Mausfeld,S.21<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_28\" name=\"foot_28\">&laquo;28<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-8947088.html\">spiegel.de &ndash; &bdquo;Eine verdammte L&uuml;ge&ldquo;<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_29\" name=\"foot_29\">&laquo;29<\/a>] Mausfeld a.a.O. S. 28f<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_30\" name=\"foot_30\">&laquo;30<\/a>] Ders. S. 32<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_31\" name=\"foot_31\">&laquo;31<\/a>] Daniela Dahn, a.a.O. S.173<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170503_pick.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Der Neoliberalismus hat den Menschen zu einem Unternehmer seiner selbst gemacht, der im Wettbewerb Jeder gegen Jeden steht, stets bereit, sich selbst zu optimieren. Das f&uuml;hrt zu der Entsolidarisierung und Egomanie, die wir t&auml;glich erleben. M&ouml;glich wurde das durch eine verst&auml;rkte Meinungsmanipulation, die durch<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38116\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,126,123,11],"tags":[1276,1987,1585,374,901,1426,1647,2074,304,2070,1782,1191,1553,1556,682],"class_list":["post-38116","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-erosion-der-demokratie","category-kampagnentarnworteneusprech","category-strategien-der-meinungsmache","tag-attentat","tag-broeckers-mathias","tag-dahn-daniela","tag-eliten","tag-geheimdienste","tag-hegemonie","tag-kennedy-john-f","tag-kornblum-john","tag-kriegsverbrechen","tag-lueders-michael","tag-mausfeld-rainer","tag-populismus","tag-syrien","tag-usa","tag-verschwoerungstheorie"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38116","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=38116"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38116\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38145,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38116\/revisions\/38145"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=38116"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=38116"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=38116"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}