{"id":38150,"date":"2017-05-05T12:19:42","date_gmt":"2017-05-05T10:19:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38150"},"modified":"2017-05-09T15:41:56","modified_gmt":"2017-05-09T13:41:56","slug":"macron-kakao-die-silly-left-und-die-eidechsen-ergaenzungen-und-leserfeedback-zu-unserem-artikel-ueber-die-verbloedung-des-linksliberalen-estabslishments","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38150","title":{"rendered":"Macron, Kakao, die \u201esilly Left\u201c und die Eidechsen \u2013 Erg\u00e4nzungen und Leserfeedback zu unserem Artikel \u00fcber die Verbl\u00f6dung des linksliberalen Establishments"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170505_front.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Wie kaum anders zu erwarten, hat unser scharfer Kommentar zu den &Auml;u&szlig;erungen der beiden &bdquo;linksliberalen&ldquo; Publizisten Misik und Cohn-Bendit <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38130\">in der taz<\/a> eine Menge Staub aufgewirbelt. Von unseren Lesern gab es &ndash; bis auf ganz wenige Ausnahmen &ndash; durchweg positives Feedback, w&auml;hrend vor allem in einigen SPD-Echokammern in den sozialen Netzwerken Gift und Galle gespuckt wurde. Es scheint fast so, als suche man dort nur nach einem Vorwand, progressiven Kr&auml;ften eine Wahlempfehlung f&uuml;r einen neoliberalen Kandidaten abzuringen. Die moralische Keule, die man daf&uuml;r bem&uuml;ht, ist an Absurdit&auml;t kaum zu &uuml;berbieten und reicht vom Vorwurf, eigentlich ja selbst Nationalismus und Rassismus zu bevorzugen, bis hin zum denkw&uuml;rdigen Satz, man m&uuml;sse Macron w&auml;hlen, um ein neues Auschwitz zu verhindern. Zum Gl&uuml;ck zeigen sich unsere Leser von derlei durchsichtigen Tricksereien nicht sonderlich beeinflusst. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2657\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-38150-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170509_Macron_Kakao_die_silly_Left_und_die_Eidechsen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170509_Macron_Kakao_die_silly_Left_und_die_Eidechsen_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170509_Macron_Kakao_die_silly_Left_und_die_Eidechsen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170509_Macron_Kakao_die_silly_Left_und_die_Eidechsen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=38150-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170509_Macron_Kakao_die_silly_Left_und_die_Eidechsen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170509_Macron_Kakao_die_silly_Left_und_die_Eidechsen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Es gibt einen sch&ouml;nen Denkspruch von Erich K&auml;stner, der wunderbar zur aktuellen Debatte passt: <strong>&bdquo;Was immer geschieht: Nie d&uuml;rft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.&ldquo;<\/strong> W&uuml;rde Jean-Luc M&eacute;lenchon seine Anh&auml;nger und W&auml;hler dazu aufrufen, den neoliberalen Macron zu w&auml;hlen, w&uuml;rde er genau dies tun. Felix Ulrich hat auf Facebook die letzte TV-Debatte zwischen Macron und Le Pen in einem lesenswerten Beitrag <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/photo.php?fbid=1646862602010410&amp;set=a.277748685588482.80836.100000600581867&amp;type=3&amp;theater\">ausgewertet<\/a> und kommt dabei unter anderem zum folgenden Urteil:<\/p><blockquote><p>\n[&hellip;] Die franz&ouml;sische Linke wird es also am kommenden Sonntag schwer haben. Die heutige Debatte hat gezeigt, dass Le Pen eine riesen Katastrophe f&uuml;r die franz&ouml;sische Linke, f&uuml;r Frankreich und Europa w&auml;re. Die Debatte hat aber auch gezeigt, dass Macron nicht bereit ist, auch nur einen Schritt auf die W&auml;hlerInnen von France Insoumise zuzugehen. Macron &ndash; das wurde deutlich &ndash; ist gef&auml;hrlich f&uuml;r den Sozialstaat, f&uuml;r die Gewerkschaften und f&uuml;r die Demokratie.  [&hellip;] Auch er ist f&uuml;r die franz&ouml;sische Linke eigentlich unw&auml;hlbar.<br>\nSeine arrogante Haltung und Siegerposen, seine abf&auml;llige Bemerkung gegen&uuml;ber der Front National-W&auml;hlerInnen sowie sein Unwille, auf die M&eacute;lenchonw&auml;hlerInnen zuzugehen, haben Macron heute nicht unbedingt sympathisch wirken lassen.\n<\/p><\/blockquote><p>Macrons Weigerung, auch nur ein Jota auf die M&eacute;lenchon-W&auml;hler zuzugehen, wird in Frankreich von progressiven Intellektuellen sehr kritisch bewertet. Erst am Mittwoch haben Henri Pena-Ruiz, Bruno Streiff und Jean-Paul Scot in Le Monde einen viel beachteten Aufsatz (&ldquo;Insoumis, onsons penser librement!&rdquo;) publiziert, in dem sie die Forderung nach einer Wahlempfehlung f&uuml;r Macron als &bdquo;unversch&auml;mte Erpressung&ldquo; brandmarken und den W&auml;hlern empfehlen, den eigenen Kopf zu gebrauchen. Gut so! W&auml;ren die drei Intellektuellen Deutsche, h&auml;tte man ihnen hierzulande aus dem linksliberalen Lager wohl schon vorgeworfen, Steigb&uuml;gelhalter des Faschismus zu sein.<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170505_umfragen.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170505_umfragen-small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><p>Dass der Faschismus nicht unmittelbar vor der T&uuml;r steht, sollte bei einer mittlerweile 22-Punkte-F&uuml;hrung f&uuml;r Macron eigentlich selbst dem pessimistischsten Schwarzmaler klar sein. Worum also geht es denen, die von M&eacute;lenchon fordern, er solle durch eine Wahlempfehlung f&uuml;r Macron einen Kotau vor dem Neoliberalismus machen?<\/p><ol>\n<li>Wenn M&eacute;lenchon offiziell eine Wahlempfehlung f&uuml;r Macron gibt, l&auml;sst sich damit nat&uuml;rlich der politische Widerstand in der n&auml;chsten Legislaturperiode diskreditieren. Das hilft aber nicht nur der PS (die dann nicht mehr als einziger Mitl&auml;ufer daherkommt), sondern vor allem dem Front National, der dann als einzige Partei von sich behaupten kann, gegen die neoliberale Abrissbirne gewesen zu sein. <\/li>\n<li>Wahrscheinlich geht es aber auch eher um die verlorene Unschuld, der man bei den Linksliberalen insgeheim hinterhertrauert. Man ist selbst bereitwillig &uuml;ber so manches St&ouml;ckchen gesprungen, das einem vorgehalten wurde und steht dennoch mit vergleichsweise leeren H&auml;nden da. Da hilft es auch nicht, sich selbst als Pragmatiker von den &bdquo;Ideologen&ldquo; abzugrenzen.<\/li>\n<li>Selbstverst&auml;ndlich geht es auch darum, progressive Kritik in den Apparat einzubinden. Wer &ndash; ohne wirkliche Not &ndash; sich schon zu einer Wahlempfehlung f&uuml;r Macron &uuml;berreden l&auml;sst, wird auch k&uuml;nftig bereit sein, sich dem Druck zu beugen und sein F&auml;hnlein in den Wind zu h&auml;ngen. Opportunismus ist auch erlernbar. <\/li>\n<\/ol><p>Stellvertretend f&uuml;r viele Leserzuschriften m&ouml;chten wir Ihnen am Ende noch zwei Texte pr&auml;sentieren, die uns ganz besonders gefallen haben.<\/p><ol type=\"a\">\n<li><strong>Unser Wiener Leser Willi Trimmel hatte sich bereits &uuml;ber Robert Misiks Videoblog &uuml;ber die &bdquo;silly left&ldquo; im <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000056807061\/Le-Pens-nuetzliche-Idioten-Die-linke-Kampagne-gegen-Macron\">Standard<\/a> echauffiert und dazu folgenden lesenswerten Einwurf verfasst.<\/strong><br>\n<blockquote><p>\n<strong>Robert Misik glaubt, dass die &ldquo;silly Left&rdquo; Frankreichs&nbsp;sich &ldquo;zum Steigb&uuml;gelhalter von Le Pen (macht)&rdquo;.<\/strong><\/p>\n<p>&ldquo;Silly Left&rdquo;, man ahnt es schon, ist einer von diesen leeren&nbsp;<strong>Container-Begriffen<\/strong>, deren Funktion&nbsp;es ist, unerw&uuml;nschte Positionen, Verhaltens- und Denkmuster wie M&uuml;ll&nbsp;zu verschlucken.&nbsp;Wenn einer etwas meint, was mir nicht passt, dann nenne ich die seine eine &ldquo;silly Left&rdquo; -Position und schon ist alles Gemeinte, mitsamt dem&nbsp;Meinenden disqualifiziert, oder wenigstens an den Rand der geh&ouml;rigen Rede und Denke verbannt. (In der&nbsp;<strong>Kronenzeitung<\/strong>&nbsp;z&auml;hlt das zur regelm&auml;&szlig;igen Di&auml;t f&uuml;r ihre LeserInnen: zuerst wird irgend eine nebulose<strong>&nbsp;&ldquo;Linke&rdquo;&nbsp;aufgebaut<\/strong>, die angeblich irgend etwas saubl&ouml;des fordert oder treibt,&nbsp;um sie, die Linke hinterher&nbsp;gleich&nbsp;wieder&nbsp;<strong>abzur&auml;umen<\/strong>.&nbsp;Job done.)<\/p>\n<p>Die franz&ouml;sische, sowie eine auch angesprochene &ouml;sterreichische &ldquo;silly Left&rdquo; bleibt bei Misik&nbsp;unbestimmt, amorph, aber gerade dadurch eignet sie sich so&nbsp;hervorragend, um&nbsp;Misiks&nbsp;holzschnittartige Erz&auml;hlung voranzutreiben. &nbsp;<\/p>\n<p>Auf seine Frage:&nbsp;was treiben Le Pen und die&nbsp;Russen&nbsp;(!?) kommt prompt die Antwort.&rdquo;..&nbsp;den&nbsp;verbliebenen linksliberalen Kandidaten bei seinen W&auml;hlerInnen schlecht&nbsp;zu machen.&rdquo;<br>\n&nbsp;<br>\nWer h&auml;tts gedacht, die Le&nbsp;Pen betreibt Wahlwerbung, macht den politischen Gegner glatt&nbsp;schlecht! Und nicht nur das, sie bedient sich dabei auch noch&nbsp;der Russen, oder ist&acute;s eher&nbsp;umgekehrt? Wurscht. Misik schafft es mit der Verklammerung von FN und Moskau eine &auml;quivalente Kette von 3 auf magische Art miteinander verbundene Gefahrenherde herzustellen: der FN, die Russen und die silly left. Das nenne ich einen Erz&auml;hleffekt.&nbsp;<\/p>\n<p>&ldquo;&hellip; &nbsp;von Le Pen bis Moskau &ndash; die gehen da sehr geschickt vor: die werfen jetzt alle Kommunikationskan&auml;le an, um den Kandidaten schlecht zu machen. Macron, =&nbsp;&ldquo;Elite&rdquo;, &ldquo;Marionette des Systems&rdquo;, &ldquo;Banker&rdquo;, &nbsp;Rothschild-Banker.&rdquo;&nbsp;<\/p>\n<p>Man sieht schon, w&auml;hrend der FN und&nbsp;Moskau geschickt die Kan&auml;le&nbsp;anwerfen, t&ouml;lpelt die silly Left in eine nur zu offensichtliche Falle: sie will von Macron als Alternative nichts wissen &ndash; und schlimmer noch&nbsp;&ndash;&nbsp; sie wird, die Propaganda der extremen Rechten schluckend, &nbsp;wom&ouml;glich durch ihre Wahlenthaltung Le Pen&nbsp;zum Wahlsieg verhelfen!<\/p>\n<p>&ldquo;Die silly Left &uuml;bernimmt dieses wording von Le&nbsp;Pen, Trump&nbsp;(!?), Putin zur G&auml;nze, stellt Macron als neoliberalen Finsterling dar.&rdquo; (Misik)<\/p>\n<p>Sp&auml;testens hier wird&acute;s &auml;rgerlich: man braucht kein hirnamputierter B&uuml;ttel Moskaus zu sein, um zu erkennen,&nbsp;dass mit Macron wieder einmal ein Mann der &ldquo;Mitte&rdquo; (nicht links, nicht rechts) an die Macht kommen wird, der nicht&nbsp;irgendein&nbsp;Banker war:&nbsp;<strong>Macron hat 2012, kurz bevor er in die Politik &uuml;bergewechselt<\/strong>&nbsp;ist, einen 9&nbsp;Milliarden-Deal zwische Pfitzer und Nestle eingef&auml;delt. Seitdem ist er nicht nur&nbsp;<strong>Posterboy des Finanzsektors, sondern auch Repr&auml;sentant&nbsp;ma&szlig;geblicher Konzerninteressen.<\/strong><\/p>\n<p>Hollande hat Macron in die Regierung geholt, um das &uuml;bersensible Kapital zu beruhigen. Macron ist ein Anh&auml;nger der Governance, Macron&nbsp;will soziale Rechte unter Umgehung des Parlaments per Dekret abschaffen,&nbsp;Macron steht voll hinter dem &ldquo;sozialen&rdquo; &ldquo;Reformprogramm&rdquo; Hollandes, angeblich ist es ihm, dem ehemaligen sozialistischen Finanzminister,&nbsp;noch eine Spur zu wenig radikal,&nbsp;d.h.&nbsp;<strong>es gibt sehr gute Gr&uuml;nde, um Macron&nbsp;wie einen falschen Fuffziger zu begutachten:&nbsp;(siehe Eribon, eigen mail&nbsp;23.4.17)<\/strong><\/p>\n<p>Nichts von alldem ist bei Misik zu erfahren, statt dessen l&auml;sst er uns im Dunkeln, in dem er manchmal hilflos herumstochert, man sehe nur seine bem&uuml;ht-sinnentleerte Charakterisierung Macrons. Was nun, ist Macron neoliberal, linksliberal, weder links noch rechts, Mitte, ? &hellip;.&nbsp; &ldquo;Ankl&auml;nge des Keynesianismus&rdquo; werden bei Macron&nbsp;nur mal so angedeutet. Und dieser Satz, dass Macron angeblich,vielleicht, unter Umst&auml;nden mit der europ&auml;ischen Austerit&auml;tspolitik schluss machen wolle &ndash; l&auml;cherlich!!&nbsp;<\/p>\n<p>Auch scheint es ihm keiner Erw&auml;hnung wert,&nbsp;dass mit&nbsp;<strong>Melenchon<\/strong>&nbsp;eine veritable Linke sich formiert hat, mit der man noch l&auml;nger rechnen kann: Melenchon konnte auch eine Mehrheit der Jungw&auml;hler auf sich vereinigen. (Analog: Sanders, USA). Folgt man Misiks eindimensionalem&nbsp;Vorgehen, dann spielt das alles keine Rolle.&nbsp;<strong>Doch, tut es, weil Melenchon und Hamon Positionen&nbsp;besetzt haben, die 70 bis 80% der Franzosen (und Deutschen, &Ouml;sterreicher, US-Amerikaner, S&uuml;damerikaner , &hellip;..) jederzeit unterschreiben: die verantwortungsvolle Linke in Frankreich &ndash; 25% der Stimmen &ndash; ist ebenso&nbsp;wenig extrem wie silly. Ein auf Nachhaltigkeit abgestimmtes Sozial- Investitions- und Umweltprogramm vorzulegen ist weder extrem noch silly,&nbsp;eine dringend&nbsp;angesagte Demokratisierung Frankreichs und der EU anzupeilen ist weder extrem noch silly, sondern&nbsp;schlichtweg notwendig, hier und jetzt notwendig.<\/strong><\/p>\n<p>Ich h&auml;tte es noch verstanden, h&auml;tte Misik die Gefahr, die vom FN ausgeht, aufgezeigt, um daraus&nbsp;die Dringlichkeit&nbsp;seines Anliegens: Macron zu&nbsp;w&auml;hlen, abzuleiten. Macron, das Kontrastmittel.&nbsp;Davon kann aber keine Rede sein.&nbsp;&ldquo;Macron ist nicht das kleinere &Uuml;bel, sondern der mit Abstand bessere Kandidat.&rdquo;&nbsp;(Misik)<\/p>\n<p>Wie so Vieles bleibt in diesem merkw&uuml;rdigen&nbsp;<strong>Aufruf zur neoliberalen&nbsp;Vernunft<\/strong>&nbsp;auch&nbsp;die eigentliche Gefahr, die vom&nbsp;FN ausgeht, unspezifisch, nebulos. G&auml;nzlich undenkbar, also silly, so scheint&acute;s, w&auml;re die Frage nach dem inneren Zusammenhang zwischen neoliberaler Kahlschlagspolitik (Macron) einerseits und der Radikalisierung der Ausgesto&szlig;enen (Le Pen) andererseits. Hingegen ist eine Dosis Antik&ouml;rper als Immunisierung gegen die silly Left immer von Vorteil, und so pallavert Misik beinahe mehr &uuml;ber die Russen, als &uuml;ber die franz&ouml;sischen Verh&auml;ltnisse. &nbsp;Man k&ouml;nnte&nbsp;beinahe&nbsp;meinen, die wirkliche Bedrohung f&uuml;r den franz&ouml;sischen Wahlausgang hat ihren Sitz eher in &nbsp;Moskau, als in Frankreich. &Auml;hnlichkeiten mit angeblichen Ereignissen rund um die US-amerikanischen Wahlen sind wohl&nbsp;rein zuf&auml;lliger Natur.&nbsp;<\/p>\n<p>Anstatt viermal die Russen zu bem&uuml;hen, h&auml;tte Robert&nbsp;Misik auch die Rolle der deutschen Politik und Medien im&nbsp;franz&ouml;sischen Wahlkampf wenigstens andeuten k&ouml;nnen? Die greifbare Genugtuung Berlins &uuml;ber den bevorstehenden Sieg Macrons ist schon eine Erw&auml;hnung wert, oder?&nbsp;Aber nein, stattdessen pr&auml;sentiert der Autor uns ein betr&uuml;bliches&nbsp;Tendenzst&uuml;ck, in dem er es schafft, einleitend (und in Bezug auf die Wiener SP&Ouml;)&nbsp;zur Einheit aufzurufen,&nbsp;gleich darauf&nbsp;aber die Linke in eine &ldquo;gscheite&rdquo; Linke (=Macron und dessen neoliberale Agenda unterst&uuml;tzend) und eine silly Left zu spalten.&nbsp;<\/p>\n<p>Silly Left indeed, die sich von dieser Gesinnungshuberei ein Rede- und Denkverbot auferlegen l&auml;sst.&nbsp;<strong>Silly Left ist ein&nbsp;Kampfbegriff, wie Verschw&ouml;rungstheoretiker, Querfrontler, Putinversteher, Populist oder und Europagegner.<\/strong><\/p>\n<p>Die Feinde meiner Feinde sind noch lange nicht meine Freunde. Wenn Le&nbsp;Pen und linke Kritiker Macron in bestimmten Punkten &uuml;bereinstimmend einsch&auml;tzen, dann haben links und rechts noch lange keine &uuml;bereinstimmende politische&nbsp;Positionen! Ist doch nicht so schwer, oder?<\/p>\n<p>Zur franz&ouml;sischen Stichwahl:&nbsp;unsere franz&ouml;sischen Schwestern und Br&uuml;der&nbsp;werden &ndash; vor die Wahl&nbsp;<strong>&ldquo;soziale Abrissbirne&rdquo;<\/strong> oder&nbsp;<strong>&ldquo;sozio-kulturelle&nbsp;Talibanisierung&rdquo;<\/strong>&nbsp;gestellt &ndash;&nbsp;schon eine Entscheidung treffen.&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Gr&uuml;&szlig;e<br>\nWilli&nbsp;<\/p>\n<blockquote><\/blockquote><\/blockquote><\/li>\n<li><strong>Unseren Leser S.G. erinnert die franz&ouml;sische Pest-und-Cholera-Analogie dabei eher an eine Passage aus Douglas Adams Sci-Fi-Roman &bdquo;Macht&acute;s gut und danke f&uuml;r den Fisch&ldquo; (Per Anhalter durch die Galaxis, Band 4)<\/strong><br>\n<blockquote><p>\n&raquo;Er kommt aus einer sehr alten Demokratie, wei&szlig;t du . . .&laquo;<br>\n&raquo;Du meinst, er kommt von einem Eidechsenplaneten?&laquo;<br>\n&raquo;Nein&laquo;, sagte Ford, &raquo;so simpel ist es nicht. Nicht ganz so unkompliziert. Auf seinem Planeten sind die Leute Leute. Die Anf&uuml;hrer sind Eidechsen. Die Leute hassen die Eidechsen, und die Eidechsen regieren die Leute.&laquo;<br>\n&raquo;Merkw&uuml;rdig&laquo;, sagte Arthur. &raquo;Ich meine, du sagtest, es w&auml;re eine Demokratie.&laquo;<br>\n&raquo;Sagte ich&laquo;, sagte Ford, &raquo;ist es auch.&laquo;<br>\n&raquo;Und warum&laquo;, sagte Arthur, der hoffte, er h&ouml;re sich nicht l&auml;cherlich begriffsstutzig an, &raquo;schaffen sich die Leute dann die Eidechsen nicht vom Halse?&laquo;<br>\n&raquo;Das kommt ihnen ehrlich gesagt nicht in den Sinn&laquo;, sagte Ford. &raquo;Sie haben alle das Wahlrecht, und so nehmen sie schlichtweg an, da&szlig; die Regierung, die sie gew&auml;hlt haben, mehr oder weniger der Regierung nahekommt, die sie sich w&uuml;nschen.&laquo;<br>\n&raquo;Du meinst, sie w&auml;hlen tats&auml;chlich die Eidechsen?&laquo;<br>\n&raquo;Aber ja&laquo;, sagte Ford achselzuckend, &raquo;nat&uuml;rlich&laquo;<br>\n&raquo;Aber&laquo;, sagte Arthur und st&uuml;rzte von neuem auf die Kernfrage los, &raquo;warum?&laquo;<br>\n&raquo;Weil, wenn sie keine Eidechse w&auml;hlen w&uuml;rden&laquo;, sagte Ford, &raquo;k&auml;me vielleicht die falsche Eidechse ans Ruder.&laquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<\/ol><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/f3ef261f5b3c4f71bafc149ba3a3f73d\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170505_front.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Wie kaum anders zu erwarten, hat unser scharfer Kommentar zu den &Auml;u&szlig;erungen der beiden &bdquo;linksliberalen&ldquo; Publizisten Misik und Cohn-Bendit <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38130\">in der taz<\/a> eine Menge Staub aufgewirbelt. 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