{"id":3817,"date":"2009-03-11T15:51:46","date_gmt":"2009-03-11T14:51:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3817"},"modified":"2014-01-29T11:44:41","modified_gmt":"2014-01-29T10:44:41","slug":"nachtrag-zu-koalitionsplanungen-der-gruenen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3817","title":{"rendered":"Nachtrag zu Koalitionsplanungen der Gr\u00fcnen"},"content":{"rendered":"<p>Der Beitrag vom 9. M&auml;rz <a href=\"?p=3814\">&bdquo;Koalitionsplanungen zeichnen sich ab &ndash; Spitzenkandidaten der Gr&uuml;nen favorisieren eine Koalition mit der FDP&ldquo;<\/a> hat ein Echo ausgel&ouml;st, &uuml;ber das zu berichten sich lohnt. In der Anlage finden Sie die Mail des Landtagsabgeordneten der B&uuml;ndnis 90\/DieGr&uuml;nen Horst Becker einschlie&szlig;lich des Links auf einen Antrag f&uuml;r die nordrhein-westf&auml;lische Landesdelegiertenkonferenz der GR&Uuml;NEN vom 20. bis 23. M&auml;rz. Weil es zu wissen wichtig ist, welche Optionen uns f&uuml;r den Herbst bleiben, dokumentieren und kommentieren wir. Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><br>\nVon Horst Becker wie auch im Antrag seiner Gruppe wird auf die Verantwortung der SPD f&uuml;r die Missachtung einer Koalition auf der linken Seite des Spektrums und die Spekulation der herrschenden SPD-F&uuml;hrung auf die Fortsetzung der gro&szlig;en Koalition hingewiesen. Diese Analyse ist richtig. Ich hatte im Beitrag vom 9. M&auml;rz die Analyse der obskuren SPD-Position (&bdquo;im Bund nicht mit der Linken&ldquo;) unterlassen. Das war im Sinne der Ausgewogenheit sicher nicht richtig, im Kontext der seltsamen Diskussion bei den Gr&uuml;nen aber angemessen.<\/p><p>Interessant ist, dass selbst im Antrag der Gruppe nordrhein-westf&auml;lischer Abgeordneten und gr&uuml;nen Funktion&auml;re um den Landtagsabgeordneten Horst Becker, die anders als Trittin und seine Gruppe offen sind f&uuml;r eine Zusammenarbeit mit der Linken, die inzwischen &uuml;bliche Popanz-Aufbau-und-Draufschlag-Methode gegen&uuml;ber der Linken betrieben wird: &bdquo;regierungsunwillig und regierungsunf&auml;hig&ldquo;, Lafontaine sei &bdquo;aus dem Amt geflohen&ldquo;, &bdquo;populistische Forderungen&ldquo; &ndash; das &uuml;bliche. Schade, dass auch diese Gr&uuml;nen die strategisch geplante Meinungsmache mitmachen.<\/p><p>Ausgesprochen positiv f&auml;llt die klare Analyse der Verantwortung der FDP, &bdquo;des parlamentarischen Arms der Heuschrecken&ldquo;, wie es im zitierten Antrag hei&szlig;t, aus. Es wird von den Antragstellern auch klar gesehen, dass Trittin mit seinen Avancen gegen&uuml;ber der FDP die Westerwelles, Br&uuml;derles, Niebels usw. &bdquo;stark redet&ldquo;. Das trifft sich mit unserer Analyse und Sorge.<\/p><p>Das B&uuml;ro Trittin meint in seiner Mail gegen&uuml;ber dem erw&auml;hnten NachDenkSeiten Leser, der sich mit Hinweis auf unseren Artikel vom 9. M&auml;rz an J&uuml;rgen Trittin gewandt hatte, der Artikel (gemeint sind die NachDenkSeiten) spiegele keinesfalls die Diskussion in der Parteispitze oder die &Uuml;berlegungen der Spitzenkandidaten wieder. Es gehe keinesfalls darum, f&uuml;r eine Koalition mit der FDP zu trommeln, oder sich an die FDP anzubiedern. Es gehe allein darum, eine Entscheidung zu treffen, mit welcher &ldquo;Machtoption&rdquo; man bei der Bundestagswahl antritt. Und dann wird auf einen Brief von Renate K&uuml;nast und J&uuml;rgen Trittin hingewiesen, den man<br>\nunter <a href=\"http:\/\/www.trittin.de\">www.trittin.de<\/a> finde.<\/p><p>Ich hatte in meinem <a href=\"?p=3814\">Beitrag vom 9.3.<\/a> nichts weiter getan, als &Auml;u&szlig;erungen J&uuml;rgen Trittins in verschiedenen Medien wiederzugeben und den Vorspann des Interviews J&uuml;rgen Trittins mit der S&uuml;ddeutschen Zeitung zu zitieren. Dort hei&szlig;t es unter der &Uuml;berschrift <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/354384\/180\/2786323\/Es-geht-nur-mit-der-FDP.html\">&ldquo;Es geht nur mit der FDP&rdquo;<\/a>:<\/p><blockquote><p>Der Gr&uuml;ne J&uuml;rgen Trittin will mit SPD und Liberalen regieren, keinesfalls mit der Union. Die Gr&uuml;nen pr&auml;sentieren an diesem Freitag den Entwurf ihres Wahlprogramms. Eine Koalitionsaussage enth&auml;lt er nicht, obwohl die Spitzenkandidaten Renate K&uuml;nast und J&uuml;rgen Trittin f&uuml;r eine Ampel aus SPD, FDP und Gr&uuml;nen trommeln. Um ein Bekenntnis zu dieser Option d&uuml;rfe sich die Partei nicht dr&uuml;cken, fordert Trittin im SZ-Interview.<\/p><\/blockquote><p>Ich habe nicht den Eindruck, J&uuml;rgen Trittin falsch interpretiert zu haben. Ich habe auch nicht den Eindruck erweckt, dass ihm die Koalition mit der FDP ein besonderes Anliegen ist. Meine Kritik setzt vor allem daran an, dass Trittin und K&uuml;nast nach der SPD nun auch das Projekt einer Mehrheit links der rechts-konservativen Gruppen aufgeben und dass sie mit ihren Avancen den Westerwelles sinnloser Weise die Wahlchancen verbessern.<\/p><p>Es folgen die erw&auml;hnte Mail und der Antrag zur Koalitionsaussage der Gr&uuml;nen: <\/p><p><strong>Anlage:<\/strong><\/p><blockquote><p>Lieber Herr M&uuml;ller, lieber Herr Lieb,<\/p>\n<p>als treuer Leser Ihrer Seiten ist mir gestern der Artikel mit dem Thema &ldquo;Koalitionsplanungen zeichnen sich ab &ndash; Spitzenkandidaten der Gr&uuml;nen favorisieren eine Koalition mit der FDP&rdquo; aufgefallen. Selbstverst&auml;ndlich gibt es auch in unserer Partei eine breite Diskussion &uuml;ber die Einsch&auml;tzung eines Teiles unserer Bundestagsfraktion, nur eine &ldquo;Ampel&rdquo; sei eine realistische Machtoption. Diese Einsch&auml;tzung wird von vielen von uns, unter anderem von mir selber, nicht geteilt. Ma&szlig;geblich daf&uuml;r ist, dass die FDP inhaltlich in vielen wichtigen Fragen weit von unseren Positionen entfernt ist. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Auch ich bin der Auffassung, dass m&ouml;glicherweise auch eine Koalition aus SPD, FDP und GR&Uuml;NEN nicht auszuschlie&szlig;en ist, wenn nur so eine schwarz-gelbe Bundesregierung verhinderbar ist. Ich betone jedoch ausdr&uuml;cklich, dass dies inhaltlich ein weites Entgegenkommen der FDP voraussetzen w&uuml;rde. Eine solche Konstellation w&auml;re im Zweifelsfall auch dem Umstand geschuldet, dass sich zur Zeit eine Option f&uuml;r eine rot-gr&uuml;n-rote Mehrheit nur schwer denken l&auml;sst. Dies ist jedoch am wenigsten den GR&Uuml;NEN zuzurechnen, sondern vielmehr der fast schon neurotisch anmutenden gegenseitigen Abneigung einiger Exponenten von SPD und Linken. Gerade aber vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise erscheint mir ein solches Verhalten jedoch kindisch und gef&auml;hrlich zu sein. Deswegen sollten sich die GR&Uuml;NEN auch nicht auf dieses Spiel der SPD einlassen, sondern ihrerseits der Linken entlang inhaltlich definierter Punkte offensiv eine Zusammenarbeit nach der Bundestagswahl anbieten. Die Linke ihrerseits k&ouml;nnte sich dann nicht weiter mit dem Verweis auf alle ihre Maximalforderungen einer gesellschaftlichen Verantwortung entziehen. Wenn sie es dennoch t&auml;te, w&uuml;rden auch die W&auml;hlerinnen und W&auml;hler wissen, dass sich aus einer Stimme f&uuml;r die Linke jedenfalls keine gesellschaftliche &Auml;nderung ergibt.<br>\nZur Verbreiterung der Debatte auch auf Ihren Nachdenkseiten f&uuml;ge ich Ihnen den letzte Woche Dienstag gestellten <a href=\"upload\/pdf\/Antrag_Becker_Gruene_Kein_Ampelwahlkampf.pdf\">Antrag [PDF &ndash; 32 KB]<\/a> f&uuml;r die nordrhein-westf&auml;lische Landesdelegiertenkonferenz der GR&Uuml;NEN vom 20. bis 23. M&auml;rz bei.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\n&nbsp;<br>\nHorst Becker MdL<\/p>\n<p>B&uuml;ndnis 90 \/ DIE GR&Uuml;NEN im Landtag NRW<br>\nPlatz des Landtags 1<br>\n40221 D&uuml;sseldorf<\/p>\n<p>10.3.2009<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Beitrag vom 9. M&auml;rz <a href=\"?p=3814\">&bdquo;Koalitionsplanungen zeichnen sich ab &ndash; Spitzenkandidaten der Gr&uuml;nen favorisieren eine Koalition mit der FDP&ldquo;<\/a> hat ein Echo ausgel&ouml;st, &uuml;ber das zu berichten sich lohnt. 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