{"id":38199,"date":"2017-05-09T08:24:38","date_gmt":"2017-05-09T06:24:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38199"},"modified":"2017-05-09T12:33:21","modified_gmt":"2017-05-09T10:33:21","slug":"hinweise-des-tages-2870","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38199","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38199#h01\">Frankreich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38199#h02\">Der Krieg in Syrien und die blinden Flecken des Westens<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38199#h03\">Das &ldquo;Twitter-M&auml;dchen&rdquo; im Syrienkrieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38199#h04\">Paris und Kiel: Die Sozialdemokratie endg&uuml;ltig auf dem Abstellgleis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38199#h05\">FAZ markiert intellektuellen Tiefpunkt des Griechen-Bashing<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38199#h06\">Schulz will W&auml;hler mit Investitionsoffensive gewinnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38199#h07\">Die Regierung hat uns belogen!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38199#h08\">Paralleljustiz durch Freihandel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38199#h09\">Cum-Ex-Skandal &ndash; Blockiert die Koalition die Aufkl&auml;rung?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38199#h10\">Es reicht kaum zum Essen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38199#h11\">Luxemburg jenseits gl&auml;nzender Fassaden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38199#h12\">Flexible Arbeitsnomaden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38199#h13\">&bdquo;Goldgrube Konzernklage&ldquo;: deutsche Fassung der Studie &uuml;ber den Fall Ro&#351;ia Montan&#259;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38199#h14\">Im Land des Schweigens<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38199#h15\">Ursula von der Leyen &ndash; Eine Frau will nach unten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38199#h16\">Schulz-Effekt nutzt wieder der Union<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38199#h17\">Schau&rsquo;n mer mal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38199#h18\">Don&acute;t believe the Hype!<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Frankreich<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Oscar Lafontaine &uuml;ber Macron<\/strong><br>\nDer ehemalige franz&ouml;sische Finanzminister und fr&uuml;here Investmentbanker Emmanuel Macron hat erwartungsgem&auml;&szlig; die Pr&auml;sidentschaftswahl in Frankreich gewonnen. Das Beste an diesem Ergebnis ist: Marine Le Pen wurde verhindert. Aber f&uuml;r Europa bedeutet die Wahl Macrons das Gegenteil von dem, was f&uuml;r Politiker und f&uuml;r viele Kommentatoren in Deutschland Anlass zum Feiern ist: F&uuml;r die neoliberalen Einheitsparteien und die Mainstream-Medien ist Macron ein &ldquo;Pro-Europ&auml;er&rdquo;. Schon diese Bezeichnung ist eine Irref&uuml;hrung, denn Macron steht ohne jeden Zweifel f&uuml;r die heutige Politik der Europ&auml;ischen Union und der meisten Mitgliedsstaaten &ndash; f&uuml;r die Kriegsbeteiligung in Syrien und Mali, f&uuml;r die Bankenrettung, f&uuml;r die Troika-Diktate, f&uuml;r Rentenk&uuml;rzungen, f&uuml;r Lohnk&uuml;rzungen und f&uuml;r Sozialabbau.<br>\nEr repr&auml;sentiert also ohne jede Einschr&auml;nkung die Politik, die die Rechte in den europ&auml;ischen Staaten stark gemacht hat. Ihn als &sbquo;Pro-Europ&auml;er&lsquo; zu bezeichnen ist daher nur eine die Realit&auml;t verf&auml;lschende Propaganda, die davon ablenkt, dass Demokratie und Sozialstaat untrennbar mit der europ&auml;ischen Idee verbunden sind. Wer eine Politik betreibt und als pro-europ&auml;isch preist, die der Jugend Europas die Zukunft raubt (Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland: 48 %, Spanien: 40,5 %, Italien: 34,1 %, Frankreich: 23,7 %), zeigt, dass er die Zeichen der Zeit nicht zu deuten wei&szlig;.<br>\nDer Historiker Fritz Stern hat schon vor Jahren vor einem neuen Autoritarismus gewarnt. Die gl&auml;ubigen J&uuml;nger des Neoliberalismus sehen nicht, dass sie in ihrer politischen Blindheit die Wegbereiter f&uuml;r den neuen Autoritarismus und das Erstarken rechter Parteien in Europa sind. Die Anh&auml;nger dieser Politik, wie Emmanuel Macron sind daher nicht Pro-Europ&auml;er, sondern Anti-Europ&auml;er.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376.47953.188971457830996\/1410659935662136\/?type=3\">Oskar Lafontaine<\/a>\n<p><strong>dazu auch Sahra Wagenknecht: <\/strong><br>\nEs ist gut, dass die Kandidatin des rechten Front National heute nicht franz&ouml;sische Pr&auml;sidentin geworden ist. Eine Entwarnung ist das Ergebnis der Stichwahl allerdings nicht, im Gegenteil. Wer jetzt den Sieg eines &ldquo;pro-europ&auml;ischen&rdquo; Kandidaten bejubelt, hat nichts begriffen. Der ehemalige Investmentbanker Macron, dessen erkl&auml;rtes Ziel drastischer Sozialabbau nach dem Vorbild der deutschen Agenda 2010 ist, steht f&uuml;r genau die Politik, die den Front National stark gemacht hat. Kommt er mit seinen Pl&auml;nen durch, ist eine Pr&auml;sidentin Le Pen bei der n&auml;chsten Wahl das wahrscheinlichste Ergebnis. Der linke franz&ouml;sische Schriftsteller Didier Eribon hat es mit dem Satz &ldquo;Wer Macron w&auml;hlt, w&auml;hlt Le Pen&rdquo; auf den Punkt gebracht. All jene deutschen Politiker, die sich in der letzen Woche berufen f&uuml;hlten, der franz&ouml;sischen Bev&ouml;lkerung Ratschl&auml;ge f&uuml;r ihr Wahlverhalten zu erteilen, h&auml;tten besser daran getan, sich an ihre eigene Nase zu fassen. Auch CDU, SPD, FDP und Gr&uuml;ne geh&ouml;ren &ndash; wenn auch unfreiwillig &ndash; zu den Wahlhelfern Le Pens. Es war ihre gemeinsame Politik, die in Deutschland die L&ouml;hne nach unten gedr&uuml;ckt und einen riesigen Niedriglohnsektor geschaffen hat. Wer sich einen Armutslohn von 8.84 Euro als Mindestlohn leistet und noch nicht mal dessen Einhaltung kontrolliert, der ist mitverantwortlich daf&uuml;r, dass in Frankreich, wo der Mindestlohn bei 9.76 Euro liegt, die Arbeitslosigkeit steigt. Wenn Macron jetzt als Antwort auf deutsche Lohndr&uuml;ckerei und deutschen Sozialabbau die Standards auch in Frankreich absenken will, ist das genau der Teufelskreislauf, der immer mehr Menschen dazu bringt, sich &ndash; und zwar mit Recht! &ndash; von einem solchen Europa abzuwenden. Um so wichtiger ist es, dass die franz&ouml;sische Linke, die dank M&eacute;lenchon in der ersten Runde der Pr&auml;sidentschaftswahlen mit knapp 20 Prozent ein grandioses Ergebnis erzielt hat, jetzt geeint zur Parlamentswahl im Juni antritt. Nur eine starke Linke kann verhindern, dass die Opposition gegen Macron den Nationalisten um Le Pen &uuml;berlassen bleibt. Wir dr&uuml;cken M&eacute;lenchon und der franz&ouml;sischen Linken daf&uuml;r ganz fest die Daumen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sahra.wagenknecht\/posts\/1696538907030166?pnref=story\">Sahra Wagenknecht<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>W&auml;hlerwanderung<\/strong><br>\nInteressante Grafik der W&auml;hlerwanderung vom ersten zum zweiten Wahlgang der Pr&auml;sidentschaftswahlen in Frankreich:\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170509_waehlerwanderung.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170509_waehlerwanderung-small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Gut die H&auml;lfte der linken W&auml;hler von Melenchon haben Macron gew&auml;hlt, um LePen zu verhindern, knapp die H&auml;lfte haben sich enthalten. Le Pen hat kaum jemand gew&auml;hlt.<br>\nEs war richtig, dass Melenchon es dabei belassen hatte, vor Le Pen zu warnen, aber keinen offensiven Aufruf f&uuml;r Macron gemacht hat, zumal dieser jedes Zugehen auf das Melenchon-Spektrum verweigert hat. So bleibt die Legitimit&auml;t f&uuml;r Macrons Programm von Sozialabbau und Aufr&uuml;stung begrenzt und Melenchons Bewegung des widerst&auml;ndigen Frankreichs intakt.<br>\nDie hysterischen Belehrungen deutscher Regierungspolitiker und Leitmedien, wie franz&ouml;sische Linke sich zu verhalten haben, waren angesichts der Zahlen v&ouml;llig &uuml;berfl&uuml;ssig. Ich hoffe es gelingt jetzt, das tolle Ergebnis von knapp 20% f&uuml;r die anstehenden Parlamentswahlen und in eine nachhaltige Bewegung zu transformieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/andrej.hunko\/photos\/a.706074556080839.1073741827.704862432868718\/1496529663701987\/?type=3&amp;permPage=1\">Andrej Hunko, MdB\/Die Linke via Facebook<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Nat&uuml;rlich kann Andrej Hunko das als Bundestagsabgeordneter der Linkspartei nicht so sagen &ndash; aber seine Parteivorsitzende und zahlreiche Linken-Politiker haben sich auch ins Bockshorn jagen lassen und mit &bdquo;hysterischen Belehrungen&ldquo; gegl&auml;nzt. Interessant ist auf jeden Fall, dass die Zahl der konservativen Fillon-W&auml;hler, die im zweiten Wahlgang Le Pen gew&auml;hlt haben, um L&auml;ngen gr&ouml;&szlig;er ist als die Zahl der linken M&eacute;lenchon-W&auml;hler, die rechtsau&szlig;en ihr Kreuz gemacht haben. Auch das wurde &uuml;brigens exakt so von den Wahlforschern vorhergesagt. Wenn man sich die Zeitungen der letzten Woche vor Augen h&auml;lt, h&auml;tte man indes glatt denken m&uuml;ssen, dass es vor allem die Linken sind, die nun massenweise zu Le Pen &uuml;berlaufen. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Mit Pr&auml;sident Macron schlagen wir ein neues Kapitel auf&rdquo;<\/strong><br>\nAls positives Signal f&uuml;r die weitere deutsch-franz&ouml;sische Zusammenarbeit wertet der Vorsitzende des Europaausschusses im Bundestag, Gunther Krichbaum, den Sieg Emmanuel Macrons bei der Pr&auml;sidentschaftswahl. Jetzt komme es allerdings darauf an, dass Frankreich die Themen Arbeitsmarktreform und Wettbewerbsf&auml;higkeit z&uuml;gig angehe, sagte der CDU-Politiker im DLF.<br>\nKrichbaum: Es kann nicht alles so bleiben wie es ist, denn Pr&auml;sident Hollande hatte zuletzt nur noch Umfragewerte von 12 bis 14 Prozent. Er war im Ansehen der Franzosen sehr unbeliebt geworden. Die Probleme sind frappierend, wenn man alleine wei&szlig;, dass die Jugendarbeitslosigkeit sehr hoch ist, die Arbeitslosigkeit generell sehr hoch ist. Deswegen: Da muss Frankreich sehr viel tun, um wettbewerbsf&auml;higer zu werden.<br>\nKapern: Aber was tut Deutschland, Herr Krichbaum, um Frankreich zu helfen? Denn es gehen ja sehr viele Experten davon aus, dass ohne eine ge&auml;nderte Politik in L&auml;ndern wie Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland, ohne eine ge&auml;nderte deutsche Politik dort die Wirtschaft nicht wieder zum Leben erweckt wird.<br>\nKrichbaum: Ja gut, die Politik muss alles daf&uuml;r tun, damit in den jeweiligen L&auml;ndern &ndash; und das sind Hausaufgaben &ndash; wettbewerbsf&auml;higere Strukturen platzgreifen k&ouml;nnen. Denn wir stehen ja nicht nur in einem Wettbewerb innerhalb der Europ&auml;ischen Union; wir sind ja keine Insel, sondern wir stehen im Zeitalter der Globalisierung. Und da muss man sich nat&uuml;rlich auch auf den Weltm&auml;rkten entsprechend behaupten. Da hat Frankreich in der Tat sehr viel Nachholpotenzial. Es gibt den sogenannten Davos-Index, der die Wettbewerbsf&auml;higkeit der L&auml;nder weltweit misst durch das Weltwirtschaftsinstitut. Hier liegen wir, die Bundesrepublik Deutschland, auf Platz f&uuml;nf roundabout, Frankreich aber circa 23\/24, und das erkl&auml;rt die Malaise. Man ist in den vergangenen Jahren einfach dort nicht vorangekommen, auch bei den Arbeitsmarktreformen. Das ist im &Uuml;brigen in Italien dasselbe. Und das erkl&auml;rt im &Uuml;brigen auch die hohe Frustration der &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/praesidentschaftswahl-in-frankreich-mit-praesident-macron.694.de.html?dram:article_id=385650\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Reformen, Wettbewerbsf&auml;higkeit, zu hohe Staatsausgaben, Deregulierung &hellip; Die immer gleiche neoliberale Propaganda, die auch die Einf&uuml;hrung der Agenda 2010 in Deutschland vorbereitet und begleitet hat. Die franz&ouml;sischen B&uuml;rger d&uuml;rfen sich jedenfalls auf einiges gefasst machen.<\/em><\/p>\n<p><strong>passend dazu: Deutsche Wirtschaft hofft auf Reformen<\/strong><br>\n&ldquo;Ohne Arbeitsmarktreformen wird Macron enden wie Hollande&rdquo;: Die deutschen Unternehmen freuen sich &uuml;ber den neuen franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten, ermahnen ihn aber zugleich.<br>\nDie deutsche Wirtschaft w&uuml;nscht sich vom neuen franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten den Mut zu einem politischen Umbau im Nachbarland. &ldquo;Wenn sich der Reformstau in Frankreich in den kommenden Jahren aufl&ouml;sen w&uuml;rde, w&auml;re das ein ermutigendes Signal f&uuml;r die wirtschaftliche Entwicklung Europas, sagte der Pr&auml;sident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer. &ldquo;Damit k&ouml;nnte sich Europa weiter aus der Krise arbeiten und die EZB zu einem normalen Zinsniveau zur&uuml;ckkehren.&rdquo; Ein wettbewerbsf&auml;higes und stabiles Frankreich sei zudem ein wichtiger Partner, um international f&uuml;r Offenheit zu werben.<br>\n&ldquo;Ich w&uuml;nsche unserem Nachbarland, dass es unter dem neuen Pr&auml;sidenten zu alter St&auml;rke zur&uuml;ckkehrt&rdquo;, sagte der Verbandschef der Familienunternehmer, Lutz Goebel. Die Europ&auml;ische Union brauche ein wirtschaftlich starkes Frankreich, aber keine neuen Ideen zu einer Eurotransferunion, wie sie Macron im Wahlkampf ge&auml;u&szlig;ert habe. Impulse ben&ouml;tige vor allem der Arbeitsmarkt. Das Thema Arbeitslosigkeit k&ouml;nne nur durch mutige Reformen gel&ouml;st werden. Was der k&uuml;nftige Pr&auml;sident als Wirtschaftsminister mit dem sogenannten Macron-Gesetz angesto&szlig;en habe, m&uuml;sse nun fortgef&uuml;hrt werden. &ldquo;Ohne Arbeitsmarktreformen wird Macron enden wie Hollande, und Frau Le Pen w&uuml;rde dadurch noch st&auml;rker&rdquo;, sagte Goebel. [&hellip;]<br>\n&ldquo;Dies ist ein guter Tag f&uuml;r Frankreich, f&uuml;r Deutschland und f&uuml;r ganz Europa. Mit Emmanuel Macron hat Frankreich nun einen Pr&auml;sidenten, der die besten Voraussetzungen mitbringt, um die Wirtschaft Frankreichs zu erneuern und Europa zu reformieren&rdquo;, sagte Marcel Fratzscher, Pr&auml;sident des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung. Macron stehe vor &auml;hnlichen Herausforderungen wie der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schr&ouml;der (SPD). Es seien harte Wirtschaftsreformen und ein Mentalit&auml;tswandel in Frankreichs Wirtschaft n&ouml;tig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2017-05\/emmanuel-macron-wirtschaft-reformen\">ZEIT<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Auf diese tollen Hinweise aus Deutschland hat Macron sicher gewartet &ndash; und alle, alle sind dabei, inklusive dem DIW-Chef Fratzscher, der die deutschen Autobahnen <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/fratzscher-kommission-buerger-sollen-bei-infrastruktur-mitverdienen\/11628816.html\">an die Finanzwirtschaft verscherbeln will<\/a> und den manche ohne Ironie &ldquo;sozialdemokratisch&rdquo; oder &ldquo;sozialliberal&rdquo; nennen, der aber einfach nur ein plump neoliberal agiert und hier, nat&uuml;rlich, &ldquo;harte Wirtschaftsreformen&rdquo;  wie bei Gerhard Schr&ouml;der (also eine &ldquo;Agenda &agrave; la francaise&rdquo;) fordert. Le Pen hatte vorhergesagt, da&szlig; Frankreich von einer Frau regiert werden w&uuml;rde: entweder von ihr oder von Angela Merkel (mit der Marionette Macron). Ein knalliges Bild, aber treffender w&auml;re wohl, da&szlig; der DIHK und der BDA in Frankreich wie in Deutschland durchregieren wollen. Zu den bizarren volkswirtschaftlichen Vorstellungen &ldquo;unserer&rdquo; Arbeitgeberlobbyisten pa&szlig;t sehr gut <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2017-05\/emmanuel-macron-wirtschaft-reformen?cid=12894100#cid-12894100\">ein Nutzerkommentar<\/a>: &ldquo;Was ich mich immer frage ist, ob &ldquo;die deutsche Wirtschaft&rdquo; schon mal daran gedacht hat, wer die deutschen Exportprodukte eigentlich noch kaufen soll, wenn alle anderen L&auml;nder dem deutschen Beispiel folgen, sich in Billiglohnl&auml;nder verwandeln und riesige Au&szlig;enhandels&uuml;bersch&uuml;sse erzielen.&rdquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Frankreichs gro&szlig;es Experiment<\/strong><br>\nEmmanuel Macron bringt gute Voraussetzungen f&uuml;r das Pr&auml;sidentenamt mit. Aber er steht jetzt vor gro&szlig;en Aufgaben. Denn Frankreichs Wirtschaft liegt brach. [&hellip;]<br>\nDiese Anekdote sagt viel &uuml;ber ein wichtiges Element in der Werteskala von Emmanuel Macron: Wettbewerb. F&uuml;r sein Dienstleistungsgesetz legte er sich mit Apothekern, Notaren und Gerichtsvollziehern an, n&auml;chtelang diskutierte er mit Parlamentariern und Lobbygruppen. Den Linken warf er vor, dass sie die Monopole der Besitzstandswahrer verteidigten, die Rechten r&uuml;gte er, dass sie jahrelang die H&auml;nde in den Scho&szlig; gelegt h&auml;tten, um die Regierung dann f&uuml;r eine angeblich ungen&uuml;gende Reform zu kritisieren. Macron konnte nicht alles durchsetzen, doch bei den Laden&ouml;ffnungszeiten war er erfolgreich. Heute kann man in Frankreich an vielen Orten fast einkaufen wie in Amerika, am Sonntag und werktags bis sp&auml;t in den Abend.<br>\nAls k&uuml;nftiger Pr&auml;sident Frankreichs steht Macron jetzt vor einer ungleich gr&ouml;&szlig;eren Aufgabe. Sie ist &bdquo;gewaltig&ldquo; und wird &bdquo;hart&ldquo; sein, wie er den Franzosen am Sonntagabend zu Recht zurief. Die Schl&uuml;sselindikatoren der franz&ouml;sischen Wirtschaft weisen fast alle in die falsche Richtung: Staatsausgaben, Staatsverschuldung, Steuerniveau, Regulierungsdichte, Industrieabbau &ndash; alles zu hoch. Als Folge davon hat sich die Arbeitslosigkeit wie ein b&ouml;ser Bazillus in der Gesellschaft eingenistet. Sie treibt den Randparteien W&auml;hler in die Arme und f&uuml;hrt zu Angst vor Globalisierung sowie Ungleichheit, welche die gleichheitsliebenden Franzosen besonders schmerzt.<br>\nIst Macron der Mann der Stunde? Immerhin bringt er gute Voraussetzungen mit. Auch wenn er sich als Berater und Minister von Fran&ccedil;ois Hollande nicht ganz von dessen blasser Bilanz freisprechen kann, so &auml;chzt er nicht unter dem Ideologieballast, der die sozialistische Regierung immer wieder bremste. Macron ist in erster Linie Pragmatiker. Er kennt die Wirtschaft, weil er sie als Spitzenbanker erlebt hat. Nicht viele L&auml;nder k&ouml;nnen das von ihrem politischen Spitzenpersonal behaupten. [&hellip;]<br>\nOhne beherzte Einschnitte in die Staatsausgaben &ndash; der Quelle der meisten &Uuml;bel &ndash; sind keine durchgreifenden Erfolge zu erwarten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/wahl-kommentar-frankreichs-grosses-experiment-15005912.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Eine derartige Ansammlung neoliberaler Kampfbegriffe und ideologischer Plattit&uuml;den in so wenigen Zeilen schafft selbst die FAZ selten. Aber wenn es in Frankreich so schlecht l&auml;uft und die Arbeitslosigkeit so hoch ist, dann mu&szlig; die FAZ apodiktisch Diagnose und Therapieempfehlung stellen: &ldquo;Staatsausgaben, Staatsverschuldung, Steuerniveau, Regulierungsdichte, Industrieabbau &ndash; alles zu hoch&rdquo;. Obwohl laut Artikel z. B. der Ladenschlu&szlig; dereguliert ist &ldquo;fast [&hellip;] wie in [den USA]&rdquo;, was ja die nicht vorhandene Kaufkraft nur auf noch viel mehr umsatzarme Stunden verteilt und weiteren Druck auf die L&ouml;hne der Verk&auml;uferInnen aus&uuml;bt. Und, die unglaublichste Behauptung von allen: &ldquo;Frankreichs Wirtschaft liegt brach&rdquo;. Und zwar liegt das Bruttosozialprodukt pro Kopf 8 Prozent <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Bruttoinlandsprodukt_pro_Kopf\">unter dem deutschen<\/a>, aber das deutsche BSP liegt ja auch am Boden. Das Wirtschaftswachstum nach der (von 2010 bis 2016) betrug im Durchschnitt etwa 1,2 Prozent pro Jahr &ndash; f&uuml;r die FAZ offensichtlich Zust&auml;nde wie in der Dritten Welt.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Der Krieg in Syrien und die blinden Flecken des Westens<\/strong><br>\nKriege werden erz&auml;hlt, nicht anders als Geschichten. Die jeweiligen Erz&auml;hlungen bestimmen das Bild in unseren K&ouml;pfen, unsere Sicht auf Konflikte. Wir wissen, oder wir glauben zu wissen, wer schuldig ist und wer nicht, wer die Guten sind und wer die B&ouml;sen. Im Falle Syriens ist die vorherrschende Sichtweise in etwa diese: Das verbrecherische Assad-Regime f&uuml;hrt Krieg gegen das eigene Volk, unterst&uuml;tzt von den nicht minder skrupellosen Machthabern in Moskau und Teheran. Die syrische Opposition, gerne als &bdquo;gem&auml;&szlig;igt&ldquo; bezeichnet oder als &bdquo;das&ldquo; syrische Volk schlechthin wahrgenommen, befindet sich in einem verzweifelten Freiheitskampf, dem sich der Westen nicht verschlie&szlig;en kann. Andernfalls st&uuml;nde seine Glaubw&uuml;rdigkeit auf dem Spiel, w&uuml;rde er seine &bdquo;Werte&ldquo; aufgeben, ja verraten. L&auml;ngst h&auml;tten wenigstens die USA milit&auml;risch intervenieren sollen, im Namen der Freiheit!<br>\nLeider greift diese Rahmenerz&auml;hlung, das Narrativ hiesiger Politik wie auch der Medien, viel zu kurz. Die Verbrechen Assads sind offenkundig, die Enth&uuml;llungen von Amnesty International &uuml;ber massenhafte Hinrichtungen in den Foltergef&auml;ngnissen von Saydnaya sind daf&uuml;r nur der j&uuml;ngste Beleg. Doch ersetzt die moralische Anklage nicht die politische Analyse. Die Berichterstattung &uuml;ber Syrien ersch&ouml;pft sich vielfach in der Darstellung menschlichen Leids als Ergebnis der Kriegsf&uuml;hrung Assads und seines russischen Verb&uuml;ndeten. Deren Verantwortung f&uuml;r Tod und Zerst&ouml;rung ist aber nur ein Teil der Geschichte. Die &uuml;brigen, die fehlenden Teile werden meist gar nicht erst erz&auml;hlt.<br>\nZum Beispiel Omran. Das Foto des kleinen Jungen wurde im August 2016 zur Ikone der Schlacht um Aleppo, genauer gesagt der Angriffe von Regierungstruppen auf Stellungen der &bdquo;Opposition&ldquo; im Ostteil der Stadt. Es zeigt das staubbedeckte, apathische Kind, auf einem Stuhl sitzend, das Gesicht blutverschmiert. Ein furchtbares Schicksal, jeder m&ouml;chte Omran in den Arm nehmen und tr&ouml;sten. Kaum eine Zeitung, die das Bild nicht ver&ouml;ffentlicht hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/diefreiheitsliebe.de\/politik\/der-krieg-in-syrien-und-die-blinden-flecken-des-westens\/\">Michael L&uuml;ders auf Freiheitsliebe<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Das &ldquo;Twitter-M&auml;dchen&rdquo; im Syrienkrieg<\/strong><br>\n[&hellip;] Auch im Syrien-Konflikt, wo die Einteilung in Gut und B&ouml;se mangels Guten eigentlich gar nicht m&ouml;glich ist, tauchen schon mal kleine M&auml;dchen auf, um dem Publikum das Feindbild zu weisen. So machte im Dezember 2016 ein tapferes kleines M&auml;dchen in Social Media die Runde, das in Aleppo zwischen dort liegenden Leichen irrte.<br>\nDas scheinbar aktuelle Foto entstand jedoch bereits 2014 im Libanon &ndash; und stammt aus einem inszenierten Videoclip der libanesischen S&auml;ngerin Hiba Tawaji &uuml;ber den Arabischen Fr&uuml;hling. Die &ldquo;Leichen&rdquo; waren so tot wie Nayiras &ldquo;Babys&rdquo; echt.<br>\nSolche Fake-News, die in sozialen Netzwerken von Fake-Accounts gestreut werden, erinnern stark an die von Edward Snowden enttarnte Einheit Joint Threat Research Intelligence Group (JTRIG) des britischen Geheimdienstes, die durch Infiltrieren von Social Media Desinformation in die &ouml;ffentliche Meinung einspeisen soll, etwa um Gegner in Misskredit zu bringen. Das Biotop von Anonymous ist l&auml;ngst Terrain der Geheimdienste.<br>\nSo leistet sich etwa das Pentagon eine Armee von 27.000 PR-Beratern, die sich einen Etat von &uuml;ber vier Milliarden US-Dollar teilen. Der lukrativste Auftrag ging an die britischen PR-Agentur Bell Pottinger, die 500 Millionen US-Dollar f&uuml;r gef&auml;lschte Propaganda-Videos des Terrornetzwerks Al-Qaida im Irak erhielt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Das-Twitter-Maedchen-im-Syrienkrieg-3703634.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Paris und Kiel: Die Sozialdemokratie endg&uuml;ltig auf dem Abstellgleis<\/strong><br>\nDie beiden Wahlen von gestern zeigen erneut, dass Sozialdemokraten in ganz Europa eine h&ouml;chst gef&auml;hrdete Art sind. Begreifen sie nicht schleunigst, dass sie sich vollst&auml;ndig vom Neoliberalismus trennen m&uuml;ssen, ist ihr Schicksal besiegelt.<br>\nIn Frankreich ist das passiert, was man erwarten konnte und ich will nicht wiederholen, was ich vor 14 Tagen dazu gesagt habe (hier). Der neue Pr&auml;sident wird in wenigen Tagen in personeller Hinsicht darlegen m&uuml;ssen, wie sein neuer\/alter Weg aussieht. &Uuml;berraschungen sind nicht ausgeschlossen, aber nach allem, was man auch am Wahlabend von prominenten Mitgliedern seiner &bdquo;Bewegung&ldquo; h&ouml;ren konnte, wird sein Programm in der Sache ein ziemlich trauriger Mix aus Angebots- und Nachfrageelementen sein, die sich niemals zu einer Strategie vereinen werden, mit der es gelingen kann, die franz&ouml;sische Wirtschaft aus der Rezession oder gar aus der sklavischen Abh&auml;ngigkeit vom unsinnigen deutschen Diktat in Sachen Wirtschaftspolitik zu f&uuml;hren.<br>\nVerglichen mit vor f&uuml;nf Jahren, als der sozialistische Fran&ccedil;ois Hollande (&bdquo;Sozialdemokrat&ldquo; nannte er sich erst zwei Jahre sp&auml;ter) sich nach seinem Wahlsieg zuerst in der Provinz frenetisch feiern lie&szlig; und sp&auml;ter in einer Art Triumphzug nach Paris fuhr, verlief der Abend in Paris sehr verhalten. Allerdings hat damals die Euphorie &uuml;ber den Wahlsieg der Sozialisten nicht lange gehalten und hat sogar einem f&uuml;rchterlichen Kater Platz gemacht.<br>\nDoch der neue Pr&auml;sident wirkte in seiner ersten Fernsehansprache so, als sei er, weit mehr noch als seine Anh&auml;nger, &uuml;berw&auml;ltigt und gel&auml;hmt von dem, was ihm da widerfahren ist. Die verhaltene Freude seiner &bdquo;militants&ldquo; liegt aber sicher auch daran, dass die sehr unterschiedlichen Anh&auml;nger seiner &bdquo;Bewegung&ldquo; eigentlich nicht wissen, wof&uuml;r er steht, au&szlig;er f&uuml;r die Globalisierung (was immer das sein mag), f&uuml;r Europa (auch hier ein ungewisses Etwas) und eine Absage an den Nationalismus &agrave; la LePen oder Trump. Wie gro&szlig; die Unsicherheit ist, die ganz Frankreich beherrscht, kam gestern in einem historisch hohen Anteil der &bdquo;vote blanc&ldquo; zum Ausdruck, also der bewussten Abgabe eines wei&szlig;en oder ung&uuml;ltigen Stimmzettels.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2017\/05\/paris-und-kiel-die-sozialdemokratie-endgueltig-auf-dem-abstellgleis\/\">Heiner Flassbeck in Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>FAZ markiert intellektuellen Tiefpunkt des Griechen-Bashing<\/strong><br>\nAm Samstag auf FAZ.net war es noch eine Frage: &bdquo;Verdient Griechenland mit seinen Schulden Geld?&ldquo; Am Sonntag als ganzseitiger Aufmacher des Geldteils der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) war es schon die Feststellung &bdquo;Griechenlands Schulden-Trick&ldquo; , und am Montag in der FAZ in einer etwas verk&uuml;rzten Wiederholung nochmal. &bdquo;Griechenland verdient Geld mit Schulden&ldquo;. Die Basis f&uuml;r die Behauptung ist so d&uuml;nn und unseri&ouml;s, wie sie nur sein kann, aber sie dient dem Zweck, griechisches Verlangen nach den versprochenen Schuldenerleichterung zu delegitimieren.<br>\nDer Focus hat die Geschichte unter der nochmal zugespitzten &Uuml;berschrift  &bdquo;Von wegen Sparkurs: Griechenland verdient mit seinen Schulden sogar Geld&ldquo; auch gefahren. Die Quelle f&uuml;r diese journalistischen Meisterwerke ist vermeintlich eine, mit ein paar Zahlen durchsetzte, in f&uuml;rchterlichem Stil geschriebene Polemik eines spanischen Privatmanns namens Pablo Triana, die dieser als pseudo-wissenschaftliches Arbeitspapier ins Internet stellte. Titel: &bdquo;Debt That Costs Less Than Nothing: Greece&rsquo;s Unique Opportunity&rdquo;. Triana  war Professor an der ESADE Business School in Barcelona. Warum er mit seinen erst 45 Jahren dort wegging, wei&szlig; man nicht. Man ahnt es aber, wenn man liest, was er f&uuml;r Wissenschaft h&auml;lt, oder wenn man auf seine Medienbeitr&auml;ge mit Titeln wie &ldquo;Jungfrauen, die an der Pornoschule unterrichten&rdquo; st&ouml;&szlig;t. Bis vor kurzem gab es noch keinen Wikipedia-Eintrag zu dem Herren. Am Tag der Ver&ouml;ffentlichung des FAZ Artikels wurde ein deutscher Wikipedia-Eintrag verfasst. Einen Eintrag auf Spanisch oder Englisch gibt es nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/824-faz-triana\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Schulz will W&auml;hler mit Investitionsoffensive gewinnen<\/strong><br>\nSPD-Chef Martin Schulz will die W&auml;hler in Deutschland nicht mit Steuergeschenken gewinnen, sondern mit einer massiven Investitionsoffensive. &bdquo;Es gibt zwei Gefahren im einem Wahlkampf: das sind unerf&uuml;llbare Sozialversprechen und unerf&uuml;llbare Steuersenkungsversprechen&ldquo;, sagte Schulz am Montag vor der IHK Berlin. &bdquo;Beides wird es mit mir nicht geben&ldquo;. Er wisse aber, dass man bei den mittleren und unteren Einkommen etwas tun m&uuml;sse. Das wolle er auch. F&uuml;r ihn gelte als ganz zentrales Anliegen: &bdquo;Vorfahrt f&uuml;r Investitionen&ldquo;. Das sei auch der Weg, die teils heftige internationale Kritik an den hohen deutschen Handels&uuml;bersch&uuml;ssen zu entkr&auml;ften.<br>\n&bdquo;Wir sind erfolgreich, und ich will, dass wir es bleiben&ldquo;, sagte Schulz mit Blick auf diese &Uuml;bersch&uuml;sse. Es gebe ein Problem mit den gemessen an den Importen riesigen deutschen Exporten. &bdquo;Wir exportieren und sparen dann an, was wir verdient haben&ldquo;, beklagte er. Die Chance liege darin, mehr zu investieren, &bdquo;damit unser Land den enormen Investitionsstau &uuml;berwindet&ldquo;. Dann komme man auch gesamtwirtschaftlich zu einer ausgeglichenen Bilanz. Davon w&uuml;rden dann auch die deutschen Partner in anderen L&auml;ndern &uuml;ber eine h&ouml;here Nachfrage profitieren.<br>\nSchulz bekannte sich zum Konzept der sozialen Marktwirtschaft entsprechend der Losung: &bdquo;So viel Markt wie m&ouml;glich, so viel Staat wie n&ouml;tig.&ldquo; Mit dieser Philosophie wolle er eine neue Dynamik und Aufbruchsstimmung schaffen. Er bekannte sich aber auch zur Bedeutung von Mittelstand und Industrie. &bdquo;Wir sind stolz darauf, die letzte echte Industriepartei in Deutschland zu sein&ldquo;, sagte der SPD-Kanzlerkandidat, der zugleich auf Distanz zur Linkspartei ging. Ohne die Linkspartei zu nennen erkl&auml;rte Schulz, er k&ouml;nne die Sorgen der Wirtschaft vor der k&uuml;nftigen Regierungspolitik nachvollziehen. So hatte Arbeitgeberpr&auml;sident Ingo Kramer zuletzt eindringlich vor einem rot-rot-gr&uuml;nen Kanzler Schulz gewarnt. Bei der Landtagswahl Ende M&auml;rz im Saarland hatte die SPD auf eine rot-rote Regierung geschielt &ndash; die CDU siegte deutlich.<br>\nSchulz sagte nun: &bdquo;Ich sehe in ihren Gesichtern, dass es eine wichtige Frage gibt, die sie umtreibt. Vielleicht denken manche von ihnen: Toll, ja, ist ja vieles richtig und gut, was der Junge da erz&auml;hlt. Aber kann es am Ende nicht unter diesem Schulz eine Koalition geben, die Deutschland und meinem Betrieb schaden w&uuml;rde?&ldquo; Da er nicht von einer absoluten Mehrheit f&uuml;r die SPD bei der Bundestagswahl ausgehe, sei seine klare Ansage: &bdquo;Nein, die Antwort lautet Nein. Definitiv nicht. Unter meiner F&uuml;hrung wird es nur eine Koalition geben, die pro-europ&auml;isch ist und die &ouml;konomische Vernunft walten l&auml;sst&ldquo;, sagte Schulz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/keine-wahlgeschenke-vom-spd-chef-schulz-will-waehler-mit-investitionsoffensive-gewinnen\/19770740.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Die Ank&uuml;ndigungen zu einer Investitionsoffensive kann man nur begr&uuml;&szlig;en, auch wenn sie angesichts der Gr&ouml;&szlig;enordnung des deutschen Au&szlig;enhandels&uuml;berschusses (250 Milliarden Euro im Jahr) nie ausreichen w&uuml;rde, kein Finanzierungskonzept angegeben wird und vor allem deutliche Lohnerh&ouml;hungen in Deutschland lange &uuml;berf&auml;llig sind. Spannender ist der zweite Teil des Artikels: da erkl&auml;rt immerhin der Vorsitzende der immer noch zweitgr&ouml;&szlig;ten deutschen Partei auf Wunsch von Arbeitgebervertretern seinen Verzicht auf eine Koalitionsoption. Das nennt man dann wohl &ldquo;Demokratie&rdquo; und &ldquo;Primat der Politik&rdquo;&hellip; Wo kann ich diesen Arbeitgeberverband w&auml;hlen, der die Richtlinien der deutschen Politik bestimmt? Und warum wird eigentlich die (u. a. von der deutschen Wirtschaft und ihren Lobbyisten gepamperte) AfD immer aus dem Kreis der demokratischen Parteien ausgeschlossen, obwohl sie doch alles so macht wie die Gro&szlig;en und sich offensiv beim Kapital einschleimt?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die Regierung hat uns belogen!<\/strong><br>\nGriechenland wird mal wieder zum Sparen gezwungen. Giorgos Archontopoulos k&auml;mpft gegen die Wasser-Privatisierung in Thessaloniki.<br>\ntaz: In ihrer j&uuml;ngsten Einigung mit den internationalen Gl&auml;ubigern verpflichtet sich die griechische Regierung unter anderem, die Privatisierung der Wasserwerke von Thessaloniki voranzutreiben. Was wird jetzt passieren?<br>\nGiorgos Archontopoulos: Der Privatisierungsfonds muss Berater anheuern, um den Prozess zu beschleunigen. Die Laufzeit des Fonds endet im Dezember 2018. Bis dahin muss alles ver&auml;u&szlig;ert sein. Uns &uuml;berrascht nicht, dass der Privatisierungsprozess jetzt intensiviert wird. Wir werden nat&uuml;rlich weiter protestieren. Die n&auml;chste Demonstration ist f&uuml;r Freitag geplant.<br>\nWen wollen Sie damit ansprechen?<br>\nDie Regierung &ndash; sie hat uns belogen. Sie hat stets versichert, dass die Wasserwerke nicht ver&auml;u&szlig;ert w&uuml;rden. Und nun soll es doch geschehen.<br>\nBef&uuml;rworter von Privatisierungen argumentieren, dann w&uuml;rde effizienter gearbeitet.<br>\nDie Wasserwerke sind jetzt schon profitabel. Wir haben 50 Millionen Euro R&uuml;cklagen und erwirtschaften 14 Millionen Euro Umsatz. Wir haben weder offene Kredite noch andere Verpflichtungen. Wieso soll ein so gut laufendes Unternehmen verkauft werden?<br>\nWelche Folgen f&uuml;rchten Sie im Falle einer Privatisierung?<br>\nWasser wird vom Allgemeingut zur Ware werden. Wir f&uuml;rchten auch, dass ein privater Betreiber im Bestreben, m&ouml;glichst viel Wasser zu verkaufen, dem Boden Wasser entziehen und das Land austrocknen w&uuml;rde. Die Preise werden ebenfalls steigen. Auch die Wasserqualit&auml;t d&uuml;rfte leiden. Au&szlig;erdem k&ouml;nnte die Privatisierung auch soziale Folgen haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/Griechischer-Gewerkschafter\/!5403719\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Paralleljustiz durch Freihandel<\/strong><br>\nEin luxemburgischer Investmentfonds verklagt Spanien wegen gestrichener Zulagen. So k&ouml;nnte die Paralleljustiz der Freihandelsabkommen aussehen.<br>\nEine stolze Summe: 128 Millionen Euro muss die spanische Regierung an den Investmentfonds Eiser Infrastructure zahlen, der in Luxemburg sitzt. So hat es ein Schiedsgericht in Washington entschieden.<br>\nZun&auml;chst mag das Urteil fair erscheinen. Eiser hat in spanische Solarparks investiert, weil man von staatlichen Zulagen profitieren wollte. Doch als die Eurokrise ausbrach, musste die spanische Regierung sparen und hat diese Solarzulagen gek&uuml;rzt. Eiser f&uuml;hlte sich geprellt. Trotzdem ist der Fall seltsam. Denn der Investmentfonds war keineswegs die einzige Firma, die in spanische Solarparks investiert hat. Auch spanische Unternehmen waren beteiligt. Doch die Spanier erhielten keinen Schadenersatz &ndash; weil spanische Gerichte entschieden haben, dass es rechtens war, dass der Staat die Zulagen streicht.<br>\nDieser Fall aus Spanien zeigt erneut, wie gef&auml;hrlich die sogenannten Investitionsschutzklauseln sind, die sich in der internationalen Energiecharta finden und die auch in fast jedem anderen Freihandelsabkommen verankert sind. Denn es wird eine Paralleljustiz f&uuml;r ausl&auml;ndische Konzerne etabliert. Sie k&ouml;nnen ein Schiedsgericht in Washington anrufen, wann immer sie ihre &bdquo;legitimen Gewinnerwartungen&ldquo; geschm&auml;lert sehen. Bizarre Konsequenz: Die Gerichte in demokratischen L&auml;ndern wie Spanien werden ausgehebelt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kommentar-Investorenschutzgerichte\/!5403848\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Cum-Ex-Skandal &ndash; Blockiert die Koalition die Aufkl&auml;rung?<\/strong><br>\nIm gr&ouml;&szlig;ten Steuerskandal der Bundesrepublik erhebt die Opposition gravierende Vorw&uuml;rfe: Die Koalition aus Union und SPD versuche, das wahre Ausma&szlig; zu vertuschen.<br>\nDie politische Aufkl&auml;rung des gr&ouml;&szlig;ten Steuerskandals in der Geschichte der Bundesrepublik droht im Streit zwischen Koalition und Opposition unterzugehen. Der Gr&uuml;nen-Politiker Gerhard Schick wirft der Gro&szlig;en Koalition vor, den wahren Umfang des Steuerbetrugs herunterzuspielen und die Aufkl&auml;rung zu behindern.<br>\nIn einem Sondervotum f&uuml;r den Abschlussbericht des Untersuchungssauschusses, der ZEIT ONLINE, der ZEIT und dem ARD-Magazin Panorama vorliegt, schreibt Schick: &ldquo;Die Koalitionsfraktionen wollten den Untersuchungsauftrag nie erf&uuml;llen.&rdquo; Stattdessen versuchten sie den Schaden kleinzureden, um die Frage nach der politischen Verantwortung abzuwehren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2017-05\/cum-ex-skandal-steuerskandal-union-spd-aufklaerung\">ZEIT<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Es reicht kaum zum Essen<\/strong><br>\nRationierte Lebensmittel und schimmelige Wohnungen: Wie arme Menschen mitten in der Gesellschaft leben und hoffen, nur nicht aufzufallen.<br>\nIn der Fleischtheke liegt ein ganzes nacktes Lamm ausgestreckt zwischen Kalbsfilets und Putenkeulen. Neben den Hinterl&auml;ufen des Lamms ragt ein Berg sattroter Rindfleischw&uuml;rfel aus einer Stahlsch&uuml;ssel. Anna Femi hat ein Gl&auml;nzen in die Augen. &ldquo;Das Fleisch bleibt nach dem Braten so gro&szlig; wie davor&rdquo;, sagt sie. Nirgends in Wien bekomme man so gutes Fleisch so g&uuml;nstig wie hier, beim t&uuml;rkischen Fleischer am Viktor-Adler-Markt. Daf&uuml;r durchquert sie mit der U-Bahn die ganze Stadt und kehrt mit Fleisch und mehreren Kilo Gem&uuml;se vom Bauernmarkt zur&uuml;ck. Einmal im Monat macht sie das. Um &ouml;fter zu kommen, fehlt ihr die Zeit. Das Geld ohnehin.<br>\nT&auml;glich 26 Euro f&uuml;r vier Personen. So viel bleibt der 55-J&auml;hrigen, wenn man von ihrem Haushaltsbudget die Kosten f&uuml;r Wohnen und Energie abzieht. 26 Euro f&uuml;r sich und jene drei ihrer vier Kinder, die bei ihr wohnen, f&uuml;r U-Bahn-Tickets, Handyrechnungen, Reparaturen, B&uuml;cher, Eink&auml;ufe. Femi ist eine von vielen. Wer mehrere Kinder zu versorgen hat, z&auml;hlt zur Hauptrisikogruppe. W&auml;hrend die Politik die Fl&uuml;chtlinge im Visier hat, wenn sie an Sozialhilfek&uuml;rzungen denkt, trifft es alle; ganz besonders aber alleinerziehende Frauen. Unter ihnen ist der Anteil der Working Poor, also jener, die von ihrem Einkommen nicht leben k&ouml;nnen, besonders hoch. Acht Prozent aller erwerbst&auml;tigen Frauen geh&ouml;ren zu dieser Gruppe &ndash; bei den Alleinerziehenden sind es 19 Prozent. Auch Anna Femi k&ouml;nnte mit ihrem Teilzeitgehalt als Museumsrestauratorin und der Familienbeihilfe nicht leben, ihr Lohn wird durch eine Mindestsicherungszahlung aufgestockt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2017\/19\/armut-wien-familie-sparen-lebensmittel\/komplettansicht\">Zeit<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Luxemburg jenseits gl&auml;nzender Fassaden<\/strong><br>\nLuxemburg, das europ&auml;ische Land mit dem zweith&ouml;chsten Pro-Kopf-Einkommen der Welt, kennt keine Armut &ndash; sollte man meinen. Tats&auml;chlich aber ist sie dort nur den Blicken entzogen und kommt oft unauff&auml;llig daher.<br>\nDas Augenmerk richtet sich meist auf die Geb&auml;ude der pittoresken Hauptstadt und auf die gl&auml;sernen Fassaden von Banken und Investmentfonds hoch oben auf dem Kirchberg. Die Armut zeigt sich anderswo, in den kleineren St&auml;dten im S&uuml;den oder rund um den Bahnhof in Luxemburg Stadt. Mit finanzieller Unterst&uuml;tzung des Staates verteilen ehrenamtliche Helfer hier kostenlos Essen und organisieren Schlafpl&auml;tze.<br>\nLuxemburg kennt seit Jahrzehnten einen Mindestlohn, der regelm&auml;&szlig;ig steigt. Trotzdem reicht dieses Einkommen nicht, um am gesellschaftlichen Leben teil zu haben. Das Armutsrisiko derjenigen, die damit auskommen m&uuml;ssen, ist h&ouml;her als anderswo in der EU &ndash; und es w&auml;chst. Die luxemburgische Gesellschaft muss sich Gedanken dar&uuml;ber machen, wie es weitergehen kann, ohne dass ihr Zusammenhalt auf dem Spiel steht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/armes-reiches-land-luxemburg-jenseits-glaenzender-fassaden.922.de.html?dram:article_id=381545\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Flexible Arbeitsnomaden<\/strong><br>\nEnde April hat die EU-Kommission ihre Vorschl&auml;ge zum Aufbau einer &raquo;europ&auml;ischen S&auml;ule sozialer Rechte&laquo; pr&auml;sentiert. Bereits im Vorfeld hatte ihr Pr&auml;sident Jean-Claude Juncker die soziale S&auml;ule zur Toppriorit&auml;t erkl&auml;rt. Nach Jahren der &raquo;Troika&laquo;-K&uuml;rzungspolitik in S&uuml;deuropa, der &Uuml;bergriffe des Europ&auml;ischen Gerichtshofs gegen die Rechte von Arbeitern und der steuerfinanzierten Bankenrettungen durfte man gespannt sein, wie der nun verk&uuml;ndete Richtungswechsel hin zum sozialen Europa aussehen soll. Was steckt also drin in den Vorschl&auml;gen?<br>\nZun&auml;chst listet die Kommission 20 wohlklingende Grunds&auml;tze zu Chancengleichheit, Arbeitsbedingungen und Sozialschutz auf. Dabei handelt es sich jedoch um nutzlose Lippenbekenntnisse. Sie weisen keinerlei Rechtsverbindlichkeit auf und sind zudem so vage formuliert, dass jeder darunter verstehen kann, was er will. (&hellip;)<br>\nDann wird in dem Papier ein Arbeitskr&auml;ftemangel konstruiert, der angesichts der heutigen Erwerbslosenquoten die Realit&auml;t regelrecht verh&ouml;hnt. Die Br&uuml;sseler L&ouml;sung: eine Erh&ouml;hung der Arbeitskr&auml;ftemobilit&auml;t. Wie davon ausschlie&szlig;lich die Unternehmen profitieren, ist bereits heute sichtbar: In den von der Krise gebeutelten L&auml;ndern fehlen durch Auswanderung Fachkr&auml;fte, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. In den Regionen mit st&auml;rkerer Nachfrage steigt indes die Konkurrenz um die h&ouml;her qualifizierten Jobs, wobei damit auch der Druck auf die L&ouml;hne zunimmt.<br>\nWeiter stellt die Kommission fest, dass Arbeiter in Zukunft viel h&auml;ufiger den Job wechseln m&uuml;ssen. Sie sieht darin tats&auml;chlich &raquo;M&ouml;glichkeiten f&uuml;r Menschen (&hellip;) freiberuflich oder gleichzeitig in mehreren Jobs zu arbeiten&laquo;. Das bedeutet letztlich nichts anderes, als immer mehr Leiharbeit, mehr befristete Besch&auml;ftigung, mehr Minijobs usw. Die Antworten der Kommission auf diesen Wandel zielen allesamt nicht darauf ab, durch arbeitsrechtliche Verbesserungen den B&uuml;rgern wieder mehr Sicherheit zu gew&auml;hren. Stattdessen soll die Sozialpolitik der Zukunft den Menschen helfen, flexibler zu werden und sich so besser den Bed&uuml;rfnissen einer dynamischen, immer st&auml;rker an Technologie ausgerichteten &Ouml;konomie unterordnen zu k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/310255.flexible-arbeitsnomaden.html\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>&bdquo;Goldgrube Konzernklage&ldquo;: deutsche Fassung der Studie &uuml;ber den Fall Ro&#351;ia Montan&#259;<\/strong><br>\nIn Ro&#351;ia Montan&#259; k&ouml;nnte sich ein Bergbaukonzern dank einer Investor-Staat-Klage eine goldene Nase verdienen.<br>\nMit einer Investor-Staat-Klage versucht der kanadische Bergbaukonzern Gabriel Resources, seine Pl&auml;ne f&uuml;r eine illegale und potentiell hochgiftige Gold- und Silbermine im rum&auml;nischen Ro&#351;ia Montan&#259; durchzusetzen. Das Projekt st&ouml;&szlig;t seit 16 Jahren auf starken Widerstand bei den Menschen vor Ort und liegt auf Eis, nachdem rum&auml;nische Gerichte mehrere bereits erteilte Genehmigungen als rechtswidrig aberkannt haben. Nun verklagt Gabriel Resources Rum&auml;nien wegen angeblicher Verz&ouml;gerungstaktiken vor einem internationalen Schiedsgericht &ndash; eine juristische Hintert&uuml;r, die dem Konzern Entsch&auml;digungszahlungen in Milliardenh&ouml;he aus Steuergeldern einbringen k&ouml;nnte.<br>\nDas Verfahren gibt einen Vorgeschmack auf jene Klagewelle, die auf die EU-Mitgliedsstaaten zurollen k&ouml;nnte, wenn Handelsabkommen wie das EU-Kanada CETA in Kraft treten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/power-shift.de\/goldgrube-konzernklage-deutsche-fassung-der-studie-ueber-den-fall-rosia-montana\/\">PowerShift<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Im Land des Schweigens<\/strong><br>\nDie politische Linke in Israel ist kollabiert. Den Kampf gegen die Besatzung schultern jetzt allein zivilgesellschaftliche Organisationen.<br>\nDie diplomatische Kollision zwischen dem deutschen Au&szlig;enminister und Israels Premierminister vergangene Woche erlaubte einen seltenen Einblick in das Innenleben der israelischen Politik und in die Bewegungsgesetze der israelischen Seele.<br>\nDie Nichtregierungsorganisationen Breaking the Silence und B&rsquo;Tselem, an denen sich der Streit entz&uuml;ndete, sind die eigentlichen W&auml;chter &uuml;ber den Dreiklang von demokratischen Werten, westlicher Kultur und j&uuml;dischem Erbe. Dieser Dreiklang ist seit einigen Jahren Ziel heftiger politischer Attacken geworden. Lange vor dem Brexit und Trump, vor Le Pen, der AfD und den &uuml;brigen Populisten.<br>\nBei uns in Israel lenkt schon seit einiger Zeit Ministerpr&auml;sident Benjamin Netanjahu die politischen Geschicke. Seine F&uuml;hrung baut von jeher auf best&auml;ndige Konfrontation, Aufwiegelung und einer Kultur des Hasses. Sie richtete sich mal gegen die Pal&auml;stinenser, mal gegen Iraner, Europ&auml;er, Pr&auml;sident Obama oder Demokraten jeglicher Auspr&auml;gung und Herkunft.<br>\nVor einiger Zeit, als alle bisherigen Gegner nicht mehr als Zielscheibe taugten, wandte sich Netanjahu wieder seinem beliebtesten Objekt zu: der israelischen Linken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/Avraham-Burg-ueber-Israels-Linke\/!5403847\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Ursula von der Leyen &ndash; Eine Frau will nach unten<\/strong><br>\nKalt, berechnend, unsympathisch: Wer wissen will, wie die Zukunft der CDU unter einer Parteivorsitzenden Ursula von der Leyen aussehen w&uuml;rde, muss sich nur ihr Agieren in der Bundeswehr-Krise anschauen.<br>\nJournalisten sind im Beobachtungs- und nicht im Prognosegesch&auml;ft. Dennoch wage ich heute eine Voraussage. Wenn die CDU jemals auf die Idee kommen sollte, Ursula von der Leyen als Parteivorsitzende zu inthronisieren, hat sie sich f&uuml;r l&auml;ngere Zeit von der Macht verabschiedet. [&hellip;]<br>\nUrsula von der Leyen hat sich jetzt als jemand pr&auml;sentiert, der alles dem eigenen Fortkommen unterordnet &ndash; Anstand, Loyalit&auml;t und die F&uuml;rsorgepflicht f&uuml;r die 250.000 Menschen, deren Wohlergehen direkt von ihren Entscheidungen abh&auml;ngt. Das ist f&uuml;r viele W&auml;hler irritierend, und zwar viel mehr als die Tatsache, dass sich ein paar Kanaillen an Wehrmachtsutensilien aufgeilen oder ein Oberleutnant im J&auml;gerbataillon von Rassenreinheit tr&auml;umt.<br>\nWer Ursula von der Leyen reden und handeln sieht, der sieht seinen eigenen Vorgesetzten vor sich. Das ist, wenn so will, der lebensweltlich interessante Aspekt an der Aff&auml;re. Jeder kennt aus dem Berufsleben den Typ Chef, der nie schuld ist, wenn etwas schiefgeht. Entweder war er nicht da, wenn ein Fehler passiert ist, oder er wurde schlecht beraten. So oder so m&uuml;ssen andere den Kopf hinhalten.<br>\nDie Verteidigungsministerin geht &uuml;ber die normale Schuldverlagerung hinaus, das macht die Sache so bizarr. Man muss nur &ldquo;Bundeswehr&rdquo; durch, sagen wir, &ldquo;Siemens&rdquo; ersetzen, und man sieht, wie ungew&ouml;hnlich ihr Agieren ist. Nehmen wir an, es taucht ein Problem in einer Niederlassung auf. Der Vorstandsvorsitzende sagt darauf eine wichtige Reise ins Ausland ab. Er setzt sich ins Fernsehen und attestiert dem von ihm gef&uuml;hrten Unternehmen ein Haltungsproblem sowie F&uuml;hrungsschw&auml;che auf verschiedenen Ebenen.<br>\nAls er merkt, dass seine Erkl&auml;rung die eigenen Leute befremdet, l&auml;dt er 40 Journalisten ein, um mit ihm vor Ort nach dem Rechten zu sehen. Jeder Hinweis darauf, dass die Firma ein Grundsatzproblem hat, gegen das nur entschiedendstes Vorgehen hilft, wird der &Ouml;ffentlichkeit umgehend pr&auml;sentiert. Wie lange, glauben wir, w&uuml;rde dieser Vorgesetzte die Geschicke der ihm anvertrauten Firma leiten?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/ursula-von-der-leyen-eine-frau-will-nach-unten-kolumne-a-1146592.html\">SPIEGEL<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Schulz-Effekt nutzt wieder der Union<\/strong><br>\n&Uuml;ber den Schulz-Effekt wird viel geredet. Verflogen sei er inzwischen, doch das stimmt nicht. Er erf&uuml;llt seinen Zweck und st&auml;rkt die Union.<br>\nDer Schulz-Effekt ist eine Erfindung der Medien. Sie schrieben den Kandidaten der SPD erst hoch und damit auch die Umfragen, von denen die Sozialdemokraten pl&ouml;tzlich glaubten, sie w&uuml;rden bis zum Wahltag halten. Doch weit gefehlt. Die Medien meiden inzwischen Martin Schulz. Er findet kaum noch statt, wie Katarina Barley durchaus zurecht beklagt. Und zum Hohn werden die W&auml;hler dann auch noch danach gefragt, ob sie finden, dass sie lange nichts mehr von Schulz geh&ouml;rt h&auml;tten. Das ist ja wirklich sehr bitter f&uuml;r die SPD.<br>\nZum zweiten Mal gratulierte Martin Schulz dem politischen Gegner zu einem Wahlerfolg und verband das sogar mit einem Lob f&uuml;r den mehr oder weniger unbekannten Gegenkandidaten. Die &uuml;bertrieben devote Haltung, versteckt hinter der Floskel vom demokratischen Anstand, ist nicht ungew&ouml;hnlich, sondern symptomatisch f&uuml;r einen Kanzlerkandidaten, der lediglich als bessere Merkel wahrgenommen werden will. Denn inhaltlich hat Martin Schulz nichts anzubieten als ein Weiter so. Daher ist es auch leicht f&uuml;r die Medien, die Partei durch Nichtbeachtung oder einfache Stiche, die die Glaubw&uuml;rdigkeit ersch&uuml;ttern, wieder dahin zu bef&ouml;rdern, wo sie im Januar schon stand. Im Keller.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taublog.de\/170507schulz-effekt-nutzt-wieder-der-union\">TauBlog<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Der &ldquo;Schulz-Effekt&rdquo; hat &ndash; nebenbei bemerkt &ndash; wohl auch daf&uuml;r gesorgt, dass progressive Kr&auml;fte innerhalb der SPD mundtot sind. Dabei h&auml;tte der recht pl&ouml;tzliche Wechsel von Gabriel zu Schulz stutzig machen k&ouml;nnen. Hat denn insbesondere die SPD-Spitze ernsthaft gedacht, sie k&ouml;nnte mit so einem Personalwechsel f&uuml;r eine Wechselstimmung innerhalb der hiesigen Gesellschaft sorgen &ndash; ohne einen Wechsel der eigenen Inhalte und der programmatisch-strategischen Ausrichtung?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Schau&rsquo;n mer mal<\/strong><br>\nDie Kommentarspalten wissen: Der Wahlkampf ist spannend wie schon lange nicht mehr. Ach, ist er das wirklich? G&auml;be es mehr Bekenntnisfreude, so k&ouml;nnte er es werden. Man sollte diese Schau&rsquo;n-mer-mal-Haltung nicht mit Spannung verwechseln: Sie ist ein Casino der Beliebigkeit.<br>\nVor einigen Wochen traf sich Stephan Hebel von der Frankfurter Rundschau mit dem Vorsitzenden der Hessen-SPD, mit Thorsten Sch&auml;fer-G&uuml;mbel im Frankfurter Haus am Dom. Es ging um Hebels neues Buch, das Grundlage einer politischen Debatte sein sollte. Zentrale Frage war, ob denn die Sozialdemokraten bereit seien, eine Alternative zu Merkels neoliberaler Politik anzubieten. Und w&auml;ren sie denn bereit, einen darauf abzielenden Lagerwahlkampf zu bestreiten? Sch&auml;fer-G&uuml;mbel antwortete kompliziert, aber eines sagte er ziemlich klar: Seine Partei habe schon vor Jahren auf Bundesebene beschlossen, keine Ausschlusseritis mehr zu betreiben. Dieses seltsame Wort gefiel ihm so gut, dass er es an dem Abend auch prompt mehrmals aufsagte.<br>\nAnders, richtiger gesagt, kann man also festhalten, dass es sich die Sozialdemokraten so vorstellen: Erstmal sollen alle Wahlberechtigten am letzten Sonntag im diesj&auml;hrigen September den Weg ins Wahllokal finden. Dann wartet man mal ab, was gegen 18:00 Uhr auf den Monitoren erscheint und dann k&ouml;nne man ja mal gucken, was geht und was nicht. Was so vern&uuml;nftig nach Realpolitik in seiner h&ouml;chsten Auspr&auml;gung klingt, ist einfach nur Beckenbauers Devise, die man politisch verwurstet: Schau&rsquo;n mer mal. Wer so Politik machen will, der macht keine Politik. Der h&auml;lt sich Machtoptionen warm. Und zwar entfesselt von jeglichen inhaltlichen Diskurs.<br>\nDie SPD, die Schau&rsquo;n mer mal sagt, unterstreicht ihr historisches Versagen der letzten zwei Jahrzehnte mit genau einer solchen Ausrichtung oder besser gesagt: Ausrichtungslosigkeit. Indem sie sich offen h&auml;lt, welche Option sie sich nach der Bundestagswahl vorstellen kann, d&auml;mmert sie weiterhin in der Beliebigkeit vor sich hin. Sie verweigert jeglichen Hinweis darauf, ob sie sich als Juniorpartner im Merkelismus, Senior einer GroKo im Postmerkelismus, als Kopf einer Regierung mit einer vielleicht leicht abgemilderten neoliberalen Politik oder aber als st&auml;rkste Kraft in einem Mitte-links-B&uuml;ndnis sieht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neulandrebellen.de\/2017\/05\/schaun-mer-mal\/\">Neulandrebellen<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Don&acute;t believe the Hype!<\/strong><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170508_hypeschulz.jpg\" alt=\"\" title=\"\">\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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