{"id":38221,"date":"2017-05-10T08:32:52","date_gmt":"2017-05-10T06:32:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38221"},"modified":"2017-05-19T14:09:01","modified_gmt":"2017-05-19T12:09:01","slug":"die-neokonservativen-haben-trump-auf-die-knie-gezwungen-von-robert-parry","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38221","title":{"rendered":"\u201eDie Neokonservativen haben Trump auf die Knie gezwungen\u201c Von Robert Parry"},"content":{"rendered":"<p>Angelika Eberl, Leserin der NachDenkSeiten, hat wieder einmal einen wichtigen Text &uuml;bersetzt. In diesem Artikel des bekannten und bew&auml;hrten Investigativreporters, ver&ouml;ffentlicht am 10. April 2017 in <a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2017\/04\/10\/neocons-have-trump-on-his-knees\/\">Consortium News<\/a>, beschreibt Robert Parry, wie Robert Kagan, eine zentrale Figur der Neocons, auf Trumps Raketenschlag vom 6.4.2017 reagierte. Parry schildert, wie die Neokonservativen den neuen US-Pr&auml;sidenten zurechtgestutzt haben. Nach Lekt&uuml;re\/H&ouml;ren des Beitrags von Robert Parry vermag man die Geschehnisse der letzten Wochen besser einzuordnen. Parrys Analyse gibt auch eine wichtige Teilantwort auf die am 25. April gestellte Frage &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38012\">Wer regiert die Welt?<\/a>&ldquo;. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5539\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-38221-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170510_Die_Neokonservativen_haben_Trump_auf_die_Knie_gezwungen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170510_Die_Neokonservativen_haben_Trump_auf_die_Knie_gezwungen_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170510_Die_Neokonservativen_haben_Trump_auf_die_Knie_gezwungen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170510_Die_Neokonservativen_haben_Trump_auf_die_Knie_gezwungen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=38221-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170510_Die_Neokonservativen_haben_Trump_auf_die_Knie_gezwungen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170510_Die_Neokonservativen_haben_Trump_auf_die_Knie_gezwungen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Die &Uuml;bersetzung zu lesen lohnt. Nach Lekt&uuml;re vermochte ich auch einige andere Vorg&auml;nge besser einzuordnen. Dazu Nachbemerkungen am Ende des Textes. <\/p><p>Die &Uuml;bersetzung (Teil A) wird durch Hinweise auf Robert Kagans famili&auml;re Verbindungen zum neokonservativen Thinktank  American Enterprise Institute, und zum Institute for the Study of War [ISW] erg&auml;nzt. Siehe Teil B.<\/p><p><strong>Angelika Eberl<\/strong> hat nicht nur Parrys Text f&uuml;r die NachDenkSeiten &uuml;bersetzt. Sie hat ihn auch aufgesp&uuml;rt &ndash; wie auch schon das Video mit McGovern, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38084\">dessen &Uuml;bersetzung die NachDenkSeiten am 29. April 2017<\/a> ver&ouml;ffentlichten.<br>\nBeides ist eine gro&szlig;artige Unterst&uuml;tzung der Arbeit f&uuml;r die NachDenkSeiten. Herzlichen Dank daf&uuml;r, auch im Namen unserer Leserinnen und Leser.<\/p><p><strong>Teil A<\/strong><\/p><p><strong>&Uuml;bersetzung von &bdquo;<a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2017\/04\/10\/neocons-have-trump-on-his-knees\/\">Neocons Have Trump on His Knees<\/a>&rdquo;<\/strong><\/p><p><strong>&bdquo;Die Neokonservativen haben Trump auf  die Knie gezwungen&ldquo;<\/strong><br>\n<em>Von Robert Parry, 10. April 2017<\/em><\/p><p><strong>Exklusiv:<\/strong> Die Hysterie der Demokraten, Russland sei schuld an Hillarys Wahlniederlage, hat einen geschw&auml;chten Pr&auml;sidenten Trump in die Arme der Neokonservativen getrieben; sie legen ihm jetzt eine lange Liste von Ideen f&uuml;r Endlos-Kriege vor, die er umsetzen soll, schreibt Robert Parry.<br>\nVon <em>Robert Parry<\/em><\/p><p>Nachdem sie Donald Trump einige Monate lang gegei&szlig;elt haben, damit er seine Hoffnungen auf eine kooperativere Beziehung mit Russland aufg&auml;be, sagen die Neokonservativen und ihre liberal-interventionistischen Verb&uuml;ndeten dem zerschlagenen Pr&auml;sidenten jetzt, was er als n&auml;chstes zu tun habe: Eskalation des Kriegs im Nahen Osten und Versch&auml;rfung der Spannungen mit der Nuklearmacht Russland. <\/p><p>Der &bdquo;Star-Neocon&ldquo; Robert Kagan formuliert Trumps k&uuml;nftige Aufgaben in einer Kolumne der Sonntags-Ausgabe der Washington Post, indem er dem gedem&uuml;tigten Pr&auml;sidenten zun&auml;chst f&uuml;r dessen Entscheidung, 59 Tomahawk Raketen auf eine Landebahn in Syrien abzuschie&szlig;en, den Kopf t&auml;tschelt;  das geschah vorgeblich als Vergeltung f&uuml;r einen Giftgasangriff, der der syrischen Regierung zugeschoben wird, (obwohl nicht einmal eine ernsthafte Untersuchung durchgef&uuml;hrt wurde).<br>\nTrump erntete viel Lob f&uuml;r sein entschlossenes Handeln und sein &bdquo;Herz-auf- der- Zunge-Tragen&ldquo;, als er am 4. April mit bewegter Stimme vom Tod &bdquo;kleiner Kinder und sogar wundersch&ouml;ner Babys&ldquo; durch Giftgas-Einsatz sprach. Die US-Medien halfen ihm dabei, indem sie Berichte aus Syrien herunterspielten, dass Trumpfs Vergeltungsschlag vom 6. April etwa 15 Menschen get&ouml;tet hatte, darunter neun Zivilisten, vier davon Kinder.<br>\nDoch f&uuml;r Kagan war dieser Raketenschlag nur ein guter Start. Als Bef&uuml;rworter des &ldquo;Regime Change&rdquo; in Syrien und Mitbegr&uuml;nder des Project for the New American Century, das den Irak-Krieg vorantrieb, lobte Kagan Trump &ldquo;f&uuml;r das, was die Obama-Regierung sich zu tun geweigert hatte&ldquo;, d.h. das US-Milit&auml;r direkt in Angriffe auf die syrische Regierung einzubeziehen.<br>\n&ldquo;Aber&rdquo;, f&uuml;gte Kagan hinzu: &ldquo;Die Aktion vom Donnerstag darf nur die Er&ouml;ffnungssalve f&uuml;r eine breitere Kampagne sein; nicht nur, um das syrische Volk vor der Brutalit&auml;t des Assad-Regimes zu sch&uuml;tzen, sondern auch, um die Abw&auml;rtsspirale von sinkender Macht und schwindendem Einfluss der USA im Nahen Osten und auf der ganzen Welt umzukehren. Leider kann ein einziger Raketenangriff  den Schaden, den die Politik der Obama-Regierung in den vergangenen sechs Jahren verursacht hat, nicht r&uuml;ckg&auml;ngig machen.&rdquo;<\/p><p>Kagan fuhr fort: &ldquo;Trump lag nicht falsch, als er Pr&auml;sident Obama die Schuld f&uuml;r die schlimme Lage in Syrien gab. Die Welt w&auml;re heute ein anderer Ort, wenn Obama seine Drohung wahr gemacht h&auml;tte, Syrien anzugreifen, als Assad im Sommer 2013 die ber&uuml;hmte &lsquo;rote Linie&rsquo; &uuml;bertrat. Die miserable Vereinbarung, die der damalige US-Au&szlig;enminister, John F. Kerry, mit Russland traf, f&uuml;hrte nicht nur dazu, dass es nicht gelang, Syriens Chemie-Waffen-Arsenale loszuwerden, sondern erm&ouml;glichte es dem Assad-Regime ja erst, Fassbomben auf Zivilisten, M&auml;nner, Frauen und Kinder zu werfen und sie zu foltern. Und so konnte das Regime auch im Herbst 2015 eine gro&szlig;angelegte russische Intervention zu Hilfe rufen, die das Assad-Regime vor einem m&ouml;glichen Zusammenbruch rettete.&rdquo;<\/p><p><strong>Ein bew&auml;hrter Propagandist<\/strong><\/p><p>Kagan, der w&auml;hrend der Reagan-Regierung Erfahrung gesammelt hatte, als er im Au&szlig;enministerium eine Propaganda-Abteilung gegen Mittelamerika betrieb, war nie besonders an Einzelheiten oder Wahrheit interessiert; darum k&uuml;mmert es ihn auch nicht, dass  Obama im Sommer 2013 von einem Angriff auf Syrien Abstand nahm, weil seine eigenen Geheimdienstberater ihm gesagt hatten, dass es ihnen an Beweisen daf&uuml;r fehlte, dass Assad f&uuml;r einen mysteri&ouml;sen Sarin-Angriff verantwortlich gewesen sein sollte. (Seitdem sind Beweise aufgetaucht, die darauf hindeuten, dass der Angriff  vermutlich eher von syrischen Al-Kaida-Ablegern mit Hilfe vom t&uuml;rkischen Geheimdienst  hervorgerufen worden war). <\/p><p>Aber das Gruppendenken ist nicht leicht aus der Welt zu schaffen &ndash; und so ziemlich jede wichtige Person im offiziellen Washington kennt nur die Version, dass Assad diesen Sarin-Angriff durchgef&uuml;hrt habe, so, wie sie ja auch alle wussten, dass der Irak Saddam Husseins im Jahr 2003 Massenvernichtungswaffen versteckt hatte. So folgt dieser verdrehten Logik gem&auml;&szlig;, dass sie den falschen Bericht &uuml;ber die Sarin-Gas-Attacke von 2013 aufgreifen und auf ein neues Gruppendenken anwenden, das postuliert, Assad habe diesen neuesten Giftgas-Angriff ebenfalls durchgef&uuml;hrt. Seri&ouml;se Nachforschungen braucht es nicht mehr, wenn jeder es sowieso schon wei&szlig;.<br>\nAber Kagan richtet den Blick schon nach vorne. Nachdem er letzte Woche Trumps Kapitulation in Bezug auf Syrien registriert hatte, wendet er sich lohnenderen Zielen wie Russland und Iran zu.<br>\n&ldquo;Russland hat &hellip; seine milit&auml;rische Pr&auml;senz im &ouml;stlichen Mittelmeerraum stark erweitert&rdquo;, schrieb Kagan. &ldquo;Obama und Kerry verbrachten vier Jahre schwer atmend in dieser Partnerschaft, aber Russland war ein Partner, wie es die Mafia ist, wenn sie in Ihrem Sportartikelgesch&auml;ft auftaucht. Dank Obamas Politik hat Russland die Vereinigten Staaten als Machtfaktor in der Region verdr&auml;ngt. Sogar U.S.-Verb&uuml;ndete wie die T&uuml;rkei, &Auml;gypten und Israel sehen in Moskau einen immer wichtiger werdenden Player im Nahen Osten.<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Obamas Politik erm&ouml;glichte auch dem Iran eine beispiellose Zunahme an Macht und Einfluss. &hellip; Wenn Sie die verheerende Wirkung der gewaltigen syrischen Fl&uuml;chtlingsstr&ouml;me auf die europ&auml;ischen Demokratien hinzuf&uuml;gen, hat Obamas Politik nicht nur den Tod fast einer halben Million Syrer zugelassen, sondern auch die globale Position Amerikas und die Gesundheit und den Zusammenhalt des Westens massiv geschw&auml;cht. &rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Trumps Bew&auml;hrung<\/strong><\/p><p>Ja, all das war Obamas Schuld: dass er in Syrien nicht mit ein paar hunderttausend Mann starken U.S.-Truppen eingedrungen war, was n&ouml;tig gewesen w&auml;re, um Kagans ersehnten &ldquo;Regime Change&rdquo; in Syrien zu erreichen. Und es gibt keinen Grund zur Annahme, dass die syrische Invasion weniger blutig verlaufen w&auml;re als die blutige, von Kagan bef&uuml;rwortete Invasion des Irak. Aber Kagan und die Neokonservativen &uuml;bernehmen niemals die Verantwortung f&uuml;r die von ihnen verursachten Blutb&auml;der. Es ist immer jemand anderes schuld<\/p><p>Und nun erkl&auml;rt Kagan Trump, was er alles noch tun m&uuml;sse, um von den Neocons gn&auml;dig aufgenommen zu werden. Kagan fuhr fort: &ldquo;Nat&uuml;rlich hat Trump mit seiner derben Rhetorik gegen&uuml;ber Verb&uuml;ndeten diese Probleme w&auml;hrend seines Wahlkampfs versch&auml;rft. Jetzt hat er einen wichtigen ersten Schritt zur Wiedergutmachung geleistet, aber das Lied ist noch nicht zu Ende. Ein Vergeltungsschlag wird Amerikas Gegner noch nicht davon &uuml;berzeugen, dass die Vereinigten Staaten wieder als Vormacht pr&auml;sent sind, um ihre Interessen und die Weltordnung zu verteidigen&hellip;<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Eigentlich beginnt erst jetzt die Pr&uuml;fung von Trumps Entschlossenheit. Wenn die Vereinigten Staaten vor diesen Herausforderungen zur&uuml;ckschrecken, kann der Luftschlag, auch wenn er an und f&uuml;r sich angemessen war, den Eindruck der Welt verst&auml;rken, dass die Vereinigten Staaten nicht die Courage zur Konfrontation haben.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Und Konfrontation ist sicherlich das, was Kagan im Sinn hat, wenn er hinzuf&uuml;gt:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Anstatt ein einmaliges Ereignis zu sein, muss der Luftschlag der Anfang einer umfassenden politischen, diplomatischen und milit&auml;rischen Strategie sein, damit die Situation in Syrien zu Gunsten Amerikas neu eingestellt wird. Das bedeutet, dass einige der Vorschl&auml;ge, die Obama in den vergangenen vier Jahren abgelehnt hat, wiederbelebt werden: eine Flugverbotszone zum Schutz der syrischen Zivilbev&ouml;lkerung, ein Startverbot f&uuml;r die syrische Luftwaffe und die effektive Bewaffnung und Ausbildung der gem&auml;&szlig;igten Opposition, was alles darauf ausgerichtet ist, eine politische L&ouml;sung zu finden, die den syrischen B&uuml;rgerkrieg und damit das Assad-Regime beendet.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\n&ldquo;Das Engagement der Vereinigten Staaten f&uuml;r einen solchen Kurs muss so eindeutig sein, dass die Russen davon abgehalten werden, st&ouml;rend einzugreifen. Dies wiederum erfordert die Bereitstellung ausreichender  milit&auml;rischer Mittel in der Region, so dass weder Russland noch der Iran dazu verleitet werden, den Konflikt zu einer Krise auswachsen zu lassen und, falls sie es doch tun, die amerikanischen Streitkr&auml;fte darauf vorbereitet sind&hellip;&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\n&ldquo;Wir hoffen, dass die Trump-Administration f&uuml;r den n&auml;chsten Schritt vorbereitet ist. Wenn es so ist, dann gibt es eine echte Chance, den Kurs des globalen R&uuml;ckzugs umzukehren, den Obama begann. Eine starke Reaktion  der USA in Syrien w&uuml;rde Leuten wie Putin, Xi Jinping, Ayatollah Ali Khamenei und Kim Jong Un deutlich machen, dass die Tage der amerikanischen Passivit&auml;t vorbei sind. &rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Auf seinen Knien<\/strong><\/p><p>Nun, da die Neokonservativen Pr&auml;sident Donald Trump auf die Knie gezwungen haben und um diese Botschaft in einfachen Worten darzustellen, so dass er sie verstehen k&ouml;nne, fordern sie von ihm, dass er den Mund aufmache. Sie werden sich nicht mit weniger zufriedengeben als einer massiven US-Milit&auml;rintervention im Nahen Osten und einer umfassenden Konfrontation mit Russland (und vielleicht auch China).<\/p><p>Das ist die Art Kriegslust, die die Neokonservativen  und liberalen Falken von Hillary Clinton erwartet hatten, deren Pr&auml;sidentschaft  Kagan unterst&uuml;tzt hatte. Einige Quellen behaupten, dass Hillary Clinton plante, wenn sie Pr&auml;sidentin geworden w&auml;re, Kagans neokonservative Ehefrau, Victoria Nuland, zur Au&szlig;enministerin zu ernennen. Als Assistant Secretary of State im Dienst des US-Au&szlig;enministeriums unter Obama und als solche zust&auml;ndig f&uuml;r Eurasien managte Nuland den von den USA unterst&uuml;tzten Putsch in der Ukraine im Jahr 2014, wobei der gew&auml;hlte Pr&auml;sident Viktor Janukovitch durch ein streng anti-russisches Regime ersetzt wurde und ein B&uuml;rgerkrieg in der Ukraine sowie ein neuer Kalter Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und Russland entfacht wurden. [Mehr Informationen &uuml;ber den Kagan Clan gibt es auf Consortiumnews.com&rsquo;s &ldquo;<a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2015\/03\/20\/a-family-business-of-perpetual-war\/\">A Family Business of Perpetual War.<\/a>&rdquo;  <\/p><p>Clintons Niederlage war ein verbl&uuml;ffender R&uuml;ckschlag, aber die Neocons geben niemals auf. Beide Gruppen sind gut organisiert und finanziert und beherrschen die offiziellen Washingtoner Think Tanks und Medien und teilen sich etwas Macht mit ihren Junior-Partnern, den liberalen Interventionisten, die sich meist nur in der Argumentationsweise unterscheiden, mit welcher ein Einmarsch in andere L&auml;nder begr&uuml;ndet wird. (Die Neokonservativen sprechen meist von Weltmacht und Demokratief&ouml;rderung, w&auml;hrend die liberalen Falken die &ldquo;Menschenrechte&rdquo; betonen.)<\/p><p>Im Umgang mit dem narzisstischen und unsicheren Trump lagen die Neokonservativen und liberalen Falken vorne, was zu einer klugen psychologischen Operation f&uuml;hrte. Sie sammelten Mainstream-Medienpers&ouml;nlichkeiten und Demokraten, die &uuml;ber Trumps Sieg entsetzt waren. Vor allem die Demokraten und ihre w&uuml;tende Basis suchten nach einer Anklage-M&ouml;glichkeit gegen&uuml;ber Trump. Sie entschieden sich f&uuml;r das Argument der angeblichen russischen &ldquo;Einmischung&rdquo; in die US-Wahl.<\/p><p>Nacht f&uuml;r Nacht, betrieben MSNBC und andere Netze Russland-Bashing, um ihre Einschaltquoten bei den Trump hassenden Demokraten zu erh&ouml;hen.  Mittlerweile nutzten demokratische Politiker wie Rep. Adam Schiff von Kalifornien die Sendungen &uuml;ber Russlands angebliches Hacking als Freifahrschein f&uuml;r den nationalen Ruhm. Und professionelle demokratische Wahlkampf-Strategen konnten sich ihrer Verantwortung f&uuml;r die desastr&ouml;se Pr&auml;sidentschafts-Wahlkampagne entziehen, indem sie die Schuld auf die Russen schoben.<\/p><p>Doch neben der bequemen Ausrede f&uuml;r Clintons Wahl-Niederlage blockierte die anti-russische Hysterie auch s&auml;mtliche Versuche Trumps und seines Teams, einen teuren und gef&auml;hrlichen neuen Kalten Krieg zu vermeiden. Der Ru&szlig;land-Hass nahm ein solch extremes  Ausma&szlig; an, dass die Formulierung einer schl&uuml;ssigen Au&szlig;enpolitik Trumps paralysiert wurde.<\/p><p>Nun, da die Neokonservativen  &uuml;ber den nationalen Sicherheitsberater  General H. R. McMaster, einem Sch&uuml;tzling von &bdquo;Neocon-Liebling&ldquo; General David Petraeus, wieder Einfluss auf den National Security Council gewonnen haben, ist die neokonservative Agitation gegen die neue Entspannungspolitik wieder offensiv geworden, um den hei&szlig;en Krieg in Syrien auszuweiten und um den Kalten Krieg mit Ru&szlig;land zu intensivieren. Wie Kagan erkannte, war Trumps eilige Entscheidung, Raketen abzuschie&szlig;en, ein bedeutsamer Wendepunkt in der Wiederbelebung einer von Neokonservativen und Falken  dominierten Au&szlig;enpolitik.<\/p><p>Es wurde auch pl&ouml;tzlich offenbar, wie vollst&auml;ndig  liberale Demokraten auf den &bdquo;Kriegszug&ldquo; aufgesprungen waren, als man sie dazu brachte, Russland die Schuld f&uuml;r Hillary Clintons Niederlage  zuzuschieben. Die Liberalen (und sogar viele Progressive) hassten Trump so sehr, dass sie sich f&uuml;r die Zwecke der neokonservativen, endlosen Kriegspolitik der Falken einspannen lie&szlig;en. Jetzt kann es zu sp&auml;t sein, um umzukehren.<\/p><p><strong>Zum Autor:<\/strong><\/p><p>Der Investigativ-Reporter <strong>Robert Parry<\/strong> ver&ouml;ffentlichte in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts viele Berichte &uuml;ber die Iran-Contra-Affaire in der Associated Press und in Newsweek. Sie k&ouml;nnen sein neues Buch kaufen, Amerika&lsquo;s stolen Narrative; entweder im Druck hier oder als E-Book (von Amazon und barnesandnoble.com).<\/p><p><strong>Teil B<\/strong><\/p><p><strong>Hier hat Parry die Kriegs-Thinktanks herausgefunden, in denen die Kagan Familie (Robert Kagans Bruder und seine Schw&auml;gerin) aktiv sind:<\/strong><\/p><p>Quelle: Robert Parry: &ldquo;<a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2015\/03\/20\/a-family-business-of-perpetual-war\/\">A Family Business of Perpetual War<\/a>&rdquo;<\/p><p>&bdquo;&hellip;But don&rsquo;t think that this unlocking of the U.S. taxpayers&rsquo; wallets is just about this one couple. There will be plenty of money to be made by other neocon think-tankers all around Washington, including Frederick Kagan, who works for the right-wing <strong>American Enterprise Institute<\/strong>, and his wife, Kimberly, who runs her own think tank, the <strong>Institute for the Study of War [ISW]<\/strong>.<\/p><p>According to ISW&rsquo;s annual reports, its original supporters were mostly right-wing foundations, such as the Smith-Richardson Foundation and the <strong>Lynde and Harry Bradley Foundation<\/strong>, but it was later backed by a host of national security contractors, including major ones like <strong>General Dynamics<\/strong>, <strong>Northrop Grumman<\/strong> and <strong>CACI<\/strong>, as well as lesser-known firms such as DynCorp International, which provided training for Afghan police, and Palantir, a technology company founded with the backing of the CIA&rsquo;s venture-capital arm, In-Q-Tel. Palantir supplied software to U.S. military intelligence in Afghanistan.<br>\nSince its founding in 2007, ISW has focused mostly on wars in the Middle East, especially Iraq and Afghanistan, including closely cooperating with Gen. David Petraeus when he commanded U.S. forces in those countries. However, more recently, ISW has begun reporting extensively on the civil war in Ukraine. [See Consortiumnews.com&rsquo;s &ldquo;<a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2015\/03\/09\/neocons-guided-petraeus-on-afghan-war-2\/\">Neocons Guided Petraeus on Afghan War.<\/a>&rdquo;]<\/p><p><strong>(Hervorhebungen von Angelika Eberl)<\/strong><\/p><p><strong>Kommentar von Angelika Eberl:<\/strong> Ich halte Robert Kagan (Skull &amp; Bones 1980), zusammen mit Paul Wolfowitz f&uuml;r einen <strong>wesentlichen Architekten neokonservativer Kriegspolitik<\/strong>. (Beide PNAC). Paul Wolfowitz geh&ouml;rt zu Quill &amp; Dagger, einer &auml;hnlichen &bdquo;Studentenverbindung&ldquo; wie Skull &amp; Bones, aber an der Cornell University.<\/p><p>Und bedenkt man, welche m&auml;chtige Organisation hinter Robert Kagan steht, so muss man f&uuml;rchten, dass von seiner Propaganda leider eine starke Wirkung ausgeht. Man achte nur mal darauf, wie unsere Zeitungen und Zeitschriften ihm auch immer wieder mal ein Forum geboten haben und wie sie, seit Jahren, schleichend, aber stetig, immer mehr auf Kriegskurs geraten sind. Ein Beispiel: Noch in den 70er Jahren hat der <strong>Spiegel<\/strong> folgenden, kritischen Text &uuml;ber R&uuml;stungslobbyismus in den USA zur Zeit des Kalten Krieges herausgebracht, mit dem Titel: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-41376643.html\">Das Land, aus dem die Tr&auml;ume sind<\/a>&ldquo; vom 22.12.1975.<\/p><p><strong>Und was macht der Spiegel heute?<\/strong><\/p><p><strong>Nachbemerkungen Albrecht M&uuml;ller:<\/strong><\/p><p><strong>Die Analyse von Robert Parry hilft dabei, auch einige andere Ereignisse besser einzuordnen, zum Beispiel:<\/strong><\/p><ol>\n<li>Wie konnte es geschehen, dass die neokonservative Victoria Nuland, Ehefrau des Neocon-Ideologen und Agitators Kagan, eine Schl&uuml;sselrolle im State Department auch w&auml;hrend der Pr&auml;sidentschaft von Barack Obama einnimmt (zust&auml;ndig f&uuml;r Eurasien) und von dort aus zum Beispiel die Politik in der Ukraine bestimmt und damit die Wiederbelebung des West-Ost-Konfliktes vorantreibt? Von ihr wissen wir ja auch, dass die USA 5 Milliarden $ in den Regime Change in der Ukraine investiert haben. <\/li>\n<li>Willy Wimmer berichtete in seinem Brief an den Bundeskanzler Gerhard Schr&ouml;der vom 2. Mai 2000 von einer Tagung, die vom State Department zusammen mit dem American Enterprise Institut arrangiert worden war und wo die neue russlandfeindliche Ostpolitik des Westens propagiert wurde. Auch da wurde sichtbar, dass amtliche US-Stellen und neokonservative Einrichtungen eng und direkt zusammenarbeiten. (Den Wimmer-Brief haben die NachDenkSeiten <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22855\">hier<\/a> ver&ouml;ffentlicht. Siehe dort im Anhang.)<\/li>\n<li>Ein kleines Detail: Der Spiegel &ouml;ffnet seine Spalten selbstverst&auml;ndlich und wie gebucht f&uuml;r &Auml;u&szlig;erungen der harten Ideologen aus dem neokonservativen Lager. <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-127739897.html\">Siehe hier am 23.06.2014 z.<\/a>B.: &bdquo;Eine Gro&szlig;macht geht nicht in Rente. Pr&auml;sident Obamas Au&szlig;enpolitik schafft Krieg statt Frieden.&nbsp;<em>Von Robert Kagan<\/em>&ldquo;<\/li>\n<\/ol><p>Alles nicht sch&ouml;n. Eigentlich deprimierend. Aber wir k&ouml;nnen Ihnen trotzdem die Information dar&uuml;ber nicht ersparen, wenn wir unseren selbst gesetzten Aufkl&auml;rungsauftrag weiter erf&uuml;llen wollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angelika Eberl, Leserin der NachDenkSeiten, hat wieder einmal einen wichtigen Text &uuml;bersetzt. In diesem Artikel des bekannten und bew&auml;hrten Investigativreporters, ver&ouml;ffentlicht am 10. April 2017 in <a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2017\/04\/10\/neocons-have-trump-on-his-knees\/\">Consortium News<\/a>, beschreibt Robert Parry, wie Robert Kagan, eine zentrale Figur der Neocons, auf Trumps Raketenschlag vom 6.4.2017 reagierte. Parry schildert, wie die Neokonservativen den neuen US-Pr&auml;sidenten zurechtgestutzt<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38221\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,169,107,127,171,11],"tags":[1516,2020,1090,1227,1409,1426,951,2093,1268,1611,304,1878,366,1418,259,1553,382,1800,260,1556],"class_list":["post-38221","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-militaereinsaetzekriege","category-strategien-der-meinungsmache","tag-al-assad-baschar","tag-biochemische-waffen","tag-clinton-hillary","tag-demokraten","tag-gifteinsatz","tag-hegemonie","tag-iran","tag-kagan-robert","tag-kalter-krieg","tag-kriegsluegen","tag-kriegsverbrechen","tag-naher-osten","tag-obama-barack","tag-regime-change","tag-russland","tag-syrien","tag-think-tanks","tag-trump-donald","tag-ukraine","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38221","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=38221"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38221\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38233,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38221\/revisions\/38233"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=38221"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=38221"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=38221"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}