{"id":3823,"date":"2009-03-13T16:18:49","date_gmt":"2009-03-13T15:18:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3823"},"modified":"2009-03-13T16:31:33","modified_gmt":"2009-03-13T15:31:33","slug":"hinweise-des-tages-2-89","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3823","title":{"rendered":"Hinweise des Tages (2)"},"content":{"rendered":"<p>Heute zu diesen Themen:<\/p><ul>\n<li>Heiner Flassbeck: Devisenspekulation ist das gr&ouml;&szlig;te &Uuml;bel<\/li>\n<li>&Ouml;konomen haben die falschen Fragen gestellt<\/li>\n<li>Shareholder-Value ist die bl&ouml;deste Idee der Welt<\/li>\n<li>&ldquo;Parteipolitiker denken in der Regel nicht vor, sondern hinken nach&rdquo;<\/li>\n<li>Ab in die Steueroase &ndash; mit Staatshilfe<\/li>\n<li>Fixl&ouml;hne als Alternative zu Boni und ausgekl&uuml;gelten Anreizsystemen<\/li>\n<li>J&uuml;disches Museum Berlin zeigt Ausstellung &uuml;ber Euthanasie der Nazis<\/li>\n<li>Attacke in M&uuml;geln: Spur in rechte Szene<\/li>\n<\/ul><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3823&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/p><ol>\n<li><strong>Heiner Flassbeck: Devisenspekulation ist das gr&ouml;&szlig;te &Uuml;bel<\/strong><br>\nDie Politik in Deutschland glaubt seit 30 Jahren, dass man mit Unternehmerlogik Wirtschaftspolitik machen kann. Dieser Irrglaube hat den &ouml;konomischen Karren jetzt gegen die Wand fahren lassen. H&auml;tte man mitbedacht, was die eigenen wirtschaftlichen Entscheidungen f&uuml;r Auswirkungen auf andere haben, w&auml;re es nicht so weit gekommen. Stattdessen galt das Prinzip Beggar your neighbour &ndash; also: Mach deinen Nachbarn arm. Da waren die Deutschen Spitze, vor allem in Zeiten von Rot-Gr&uuml;n. Mit Lohnsenkungen und Standortpolitik wurde in und au&szlig;erhalb der Eurozone ein riesiger Wettbewerbsvorsprung auf Kosten der eigenen Binnennachfrage herausgeholt. Jetzt k&ouml;nnen andere L&auml;nder nicht mehr mithalten und der vermeintliche Sieg des Exportweltmeisters hat sich in seine Niederlage verkehrt &hellip; Die Bundesregierung hat jetzt zehn Jahre &bdquo;Politik f&uuml;r die Wirtschaft&ldquo; gemacht &ndash; und die Wirtschaft ist am Ende.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/0911-interview-devisenspekulation\">Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>&Ouml;konomen haben die falschen Fragen gestellt<\/strong><br>\nKrise der Wirtschaftswissenschaft: Mehr Pluralit&auml;t in der &ouml;konomischen Wissenschaft fordert der an der Universit&auml;t Hamburg lehrende Arne Heise. Die herrschende Lehre, dass die Akteure auf den M&auml;rkten immer die beste L&ouml;sung finden w&uuml;rden, habe sich als falsch herausgestellt. Heise warnt davor, dass Wissenschaftler durch Kooperationen mit Unternehmen ihre Unabh&auml;ngigkeit verlieren: &bdquo;Einige wenige &Ouml;konomen haben schon vor l&auml;ngerer Zeit darauf hingewiesen, dass die Finanzm&auml;rkte instabil sind, wenn sie auch nicht voraussagen konnten, in welchem Jahr die Krise kommen wird. Aber diese Warner sind Keynesianer, und von denen gibt es in Deutschland nicht mehr sehr viele &hellip; Die Mittelvergabe bei der DFG, aber auch bei der Thyssen- oder Volkswagen-Stiftung, l&auml;uft &uuml;ber die so genannten Peers, und die achten darauf, dass die Gelder nicht an marginalisierte keynesianisch orientierte &Ouml;konomen gehen. Wir k&ouml;nnten heute schlauer sein, wenn Forschungsgelder in der Vergangenheit anders verteilt worden w&auml;ren. Deshalb brauchen wir einen Elitenwechsel in der &Ouml;konomie.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.vdi-nachrichten.com\/vdi-nachrichten\/aktuelle_ausgabe\/akt_ausg_detail.asp?cat=1&amp;id=42384&amp;source=paging&amp;cp=1&amp;doPrint=1\">VDI-Nachrichten<\/a><\/li>\n<li><strong>Shareholder-Value ist die bl&ouml;deste Idee der Welt<\/strong><br>\nSp&auml;tes Eingest&auml;ndnis einer Ikone des Shareholder-Value: Jack Welch, Ex-Chef von General Electric, bezeichnet das Konzept jetzt als falsch. Es sei eine &ldquo;dumme Idee&rdquo;, wenn Manager kurzfristige Profite und Aktienkurssteigerungen als vorrangiges Ziel festlegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,druck-613120,00.html\">SPIEGEL<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Parteipolitiker denken in der Regel nicht vor, sondern hinken nach&rdquo;<\/strong><br>\nPolitologe Claus Leggewie &uuml;ber Politikverdrossenheit, Parteiendemokratie und die Aussichten f&uuml;r die Bundestagswahl. Und &uuml;ber die SPD: &bdquo;&hellip; heute sind in Deutschland sozusagen alle Sozialdemokraten, aber die SPD eine ganz andere Partei als noch unter Willy Brandt. Sie ist l&auml;ngst nicht mehr die Garantin sozialer Gerechtigkeit, nicht mehr Anw&auml;ltin der kleinen Leute, nicht mehr die Patronin sozialer Aufw&auml;rtsmobilit&auml;t f&uuml;r gebildete Unterschichten. Die Selbstzerlegung der Partei h&auml;ngt damit zusammen, dass sie diese drei Rollen weiterspielt, ihr das aber nicht mehr geglaubt wird. Schr&ouml;der, ein rabiater Parvenu, hat diese historische Mission bewusst verlassen und mit der Agenda 2010 aufgegeben, Reform-Kompromisse mit dem Kapitalismus &ndash; das war auch eine historische Mission der Sozialdemokratie &ndash; &uuml;berhaupt noch zu vermitteln. In Schr&ouml;ders Regierungszeit f&auml;llt, &auml;hnlich wie bei Bill Clinton und Tony Blair, das gr&ouml;&szlig;te fiskalische und kulturelle Entgegenkommen gegen&uuml;ber den gro&szlig;en Unternehmen, die im Gegenzug nur ausnahmsweise ihre Aversion gegen die Sozis aufgegeben haben. Der Zerfall der SPD ist im &Uuml;brigen typisch f&uuml;r das Schicksal der Volksparteien &ndash; ihnen sind Mitglieder und motivierte Funktion&auml;re, die &ldquo;Vorfeld&rdquo;-Organisationen (wie Gewerkschaften und Arbeitgeberverb&auml;nde), sogar die einstige Meinungsf&uuml;hrerschaft und damit die Chance zum Agenda-Setting abhanden gekommen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/29\/29807\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Ab in die Steueroase &ndash; mit Staatshilfe<\/strong><br>\nDie Finanzkrise hat vieles ge&auml;ndert, manches aber auch nicht. So sind selbst Banken, an denen der Staat beteiligt ist, weiterhin in Steueroasen aktiv. Auch die Commerzbank und die Dresdner Bank betreiben Filialen in L&auml;ndern, die Privatleuten und Unternehmen bei der Steuervermeidung helfen. &ldquo;Es gibt klare Indizien daf&uuml;r, dass die beiden Institute Steuerhinterziehung erm&ouml;glichen&rdquo;, sagt Gerhard Schick, der finanzpolitische Sprecher der Gr&uuml;nen im Bundestag.<br>\nDie Institute rechtfertigen ihre Ableger im Ausland. Steuerhinterziehung werde dort nicht betrieben, so erkl&auml;ren sie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2009%2F03%2F13%2Fa0102&amp;cHash=a8df4a4be5&amp;type=98\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Fixl&ouml;hne als Alternative zu Boni und ausgekl&uuml;gelten Anreizsystemen<\/strong><br>\nDie Ausgestaltung von Lohnsystemen und Bonusregeln hat mit der Finanzkrise erst recht an Bedeutung gewonnen. Die Autoren des folgenden Beitrags diskutieren verschiedene Modelle mit variablen Entsch&auml;digungen und pl&auml;dieren f&uuml;r den alternativen Ansatz des Fixlohnes, da dieser der Arbeitsteilung innerhalb von Unternehmen besser Rechnung trage.<br>\nFixl&ouml;hne haben gegen&uuml;ber variablen L&ouml;hnen einige wichtige Vorteile: \n<ul>\n<li>Sie lassen sich nicht im gleichen Ausma&szlig; wie variable L&ouml;hne manipulieren. Die Grundidee ist, dass den Mitarbeitenden ein wettbewerbsgerechter Lohn bezahlt wird &ndash; dann aber sollen sie sich im Interesse der Firma an die Arbeit machen. Bei variablen L&ouml;hnen geht ein erheblicher Teil der Energie und Arbeitszeit damit verloren, die &laquo;Leistungs&raquo;-Kriterien zu den eigenen Gunsten zu beeinflussen.<\/li>\n<li>Fixl&ouml;hne ziehen Mitarbeiter an, die sich f&uuml;r die zu erbringende Arbeit selbst interessieren. Variable L&ouml;hne hingegen ziehen eher Leute an, f&uuml;r die vor allem die zu erzielenden L&ouml;hne im Vordergrund stehen.<\/li>\n<li>Fixl&ouml;hne sind besser geeignet, das Interesse an einer T&auml;tigkeit selbst, also die intrinsische Motivation, zu erhalten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/fixloehne_als_alternative_zu_boni_und_ausgekluegelten_anreizsystemen_1.2190859.html?printview=true\">NZZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>J&uuml;disches Museum Berlin zeigt Ausstellung &uuml;ber Euthanasie der Nazis<\/strong><br>\nDass die NS-Kampagne f&uuml;r einen gesunden, kampfbereiten Volksk&ouml;rper &ldquo;rassenhygienische&rdquo; Ans&auml;tze radikalisierte, die schon vor 1933 verbreitet waren, zeigt eine Ausstellung im J&uuml;dischen Museum.<br>\nDer Reflex, eigenes Handeln durch geliehene Objektivit&auml;t oder Sachzw&auml;nge zu legitimieren und dabei Verantwortungskriterien auszublenden, findet sich als Entlastungs-Muster auch in heutigen Ethik-Debatten. Hier erscheint die Ausstellung politisch aktuell. Effektivit&auml;t und Rationalit&auml;t, moderne Werte der NS-Ideologie, pr&auml;gen auch unsere Gegenwartsdiskussion um eine k&uuml;nftige Solidargemeinschaft, um Sterbehilfe, Embryonenverwertung oder die Beendigung unerw&uuml;nschten Lebens. Die Kuratorin erw&auml;hnt einen jungen Unionspolitiker, der 70-J&auml;hrigen keine k&uuml;nstlichen H&uuml;ftgelenke mehr spendieren m&ouml;chte.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/ausstellungen\/Juedisches-Museum;art2652,2750272\">Tagesspiegel<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.jmberlin.de\/toedliche-medizin\/\">J&uuml;disches Museum Berlin<\/a><\/li>\n<li><strong>Attacke in M&uuml;geln: Spur in rechte Szene<\/strong><br>\nDie erneute T&auml;tlichkeit gegen&uuml;ber zwei Indern im s&auml;chsischen M&uuml;geln tr&auml;gt nach Erkenntnissen des &ouml;rtlichen Vereins &ldquo;vive le courage&rdquo; klar ausl&auml;nderfeindliche Z&uuml;ge. &ldquo;Beide Tatverd&auml;chtige geh&ouml;ren der uns bekannten rechten Szene am Ort an&rdquo;, sagte Roman Becker als Sprecher der Initiative, die sich nach dem rassistischen Aufruhr vor der Pizzeria eines Inders im Sommer 2007 gebildet hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=in&amp;dig=2009%2F03%2F13%2Fa0072&amp;cHash=d8bb6c6350&amp;type=98\">TAZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute zu diesen Themen:<\/p>\n<ul>\n<li>Heiner Flassbeck: Devisenspekulation ist das gr&ouml;&szlig;te &Uuml;bel<\/li>\n<li>&Ouml;konomen haben die falschen Fragen gestellt<\/li>\n<li>Shareholder-Value ist die bl&ouml;deste Idee der Welt<\/li>\n<li>&ldquo;Parteipolitiker denken in der Regel nicht vor, sondern hinken nach&rdquo;<\/li>\n<li>Ab in die Steueroase &ndash; mit Staatshilfe<\/li>\n<li>Fixl&ouml;hne als Alternative zu Boni und ausgekl&uuml;gelten Anreizsystemen<\/li>\n<li>J&uuml;disches Museum Berlin zeigt Ausstellung &uuml;ber<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3823\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3823","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3823","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3823"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3823\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3823"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3823"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3823"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}