{"id":38249,"date":"2017-05-12T08:41:43","date_gmt":"2017-05-12T06:41:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38249"},"modified":"2017-05-12T08:41:43","modified_gmt":"2017-05-12T06:41:43","slug":"hinweise-des-tages-2873","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38249","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38249#h01\">Im Bundestag st&auml;rkste Oppositionspartei, bei &bdquo;Illner-Spezial&ldquo; am Katzentisch? <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38249#h02\">54 Milliarden Euro Mehreinnahmen: Warum wir jetzt keine gro&szlig;e Steuersenkung brauchen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38249#h03\">Autobahnprivatisierung: So geht Schweinsgalopp<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38249#h04\">Rote Rebellen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38249#h05\">Minijobs &ndash; Fehlsubventionen, von denen die Falschen profitieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38249#h06\">Sparkurs: Siemens streicht knapp 1700 Stellen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38249#h07\">Verbot von &bdquo;Stop-TTIP&ldquo; war rechtswidrig: Zwei Jahre zu sp&auml;t<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38249#h08\">T&uuml;rkei: Kurswechsel statt Kuschelkurs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38249#h09\">Die Ausreise in Krisen- und Kriegsgebiete ist nie freiwillig <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38249#h10\">Erfolgreiche Inszenierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38249#h11\">Jeremy Corbyn says Labour manifesto will transform people&rsquo;s lives<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38249#h12\">Sehr geehrter AfD-W&auml;hler, ich blockiere Sie nicht!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38249#h13\">&laquo;Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer&raquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Im Bundestag st&auml;rkste Oppositionspartei, bei &bdquo;Illner-Spezial&ldquo; am Katzentisch?<\/strong><br>\nMit Unverst&auml;ndnis und Verwunderung reagiert der Pressesprecher der Fraktion DIE LINKE, Michael Schlick, auf das Konzept der heutigen &bdquo;Illner Spezial&ldquo;-Sendung vor der NRW-Wahl zum bundespolitischen Thema &bdquo;Innere Sicherheit&ldquo;, die am Abend ausgestrahlt wird. Es sieht vor, dass die Vertreter von CDU, SPD, FDP und Gr&uuml;nen am gro&szlig;en Tisch &uuml;ber das Thema der Sendung diskutieren. Die Meinung der LINKEN war in dieser Runde nicht erw&uuml;nscht, ihre Vertreterin sollte stattdessen mit Beatrix von Storch von der AfD in einem zw&ouml;lfmin&uuml;tigen Streitgespr&auml;ch zu der Frage diskutieren, ob durch den Zuzug von Migranten und Fl&uuml;chtlingen Deutschland unsicherer geworden ist.<br>\nMichael Schlick: &bdquo;Es ist v&ouml;llig unangemessen, wenn die st&auml;rkste Oppositionspartei im Deutschen Bundestag, die im &Uuml;brigen auch im Landtag von NRW mit einem Abgeordneten vertreten ist, bei einer Vorwahlsendung zu bundespolitischen Themen nicht in gro&szlig;er Runde mitdiskutieren soll, w&auml;hrend die FDP als au&szlig;erparlamentarische Opposition selbstverst&auml;ndlich in der Runde sitzt. Das hat mit Gleichbehandlung nichts zu tun. DIE LINKE hat unter diesen Bedingungen ihre Teilnahme an der heutigen Illner-Sendung abgesagt. Ob die Gro&szlig;e Koalition vor der wichtigen Landtagswahl in NRW inzwischen so nerv&ouml;s ist, dass sie nur mit ihr genehmen Oppositionsparteien diskutieren m&ouml;chte, oder ob das ZDF die Entscheidung eigenm&auml;chtig getroffen hat, wissen wir nicht. Auf jeden Fall ist ein solcher Umgang nicht akzeptabel, und wir hoffen sehr, dass diese Ausgrenzung der LINKEN im Wahljahr ein einmaliger Vorgang bleibt.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/im-bundestag-staerkste-oppositionspartei-bei-illner-spezial-am-katzentisch\/\">die Linke<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das ist doch genau der Punkt. Die LINKE m&uuml;sste die Medienbarriere noch viel offensiver thematisieren. Es ist unseri&ouml;s und tendenzi&ouml;s die FDP an der &ldquo;gro&szlig;en&rdquo; Runde wie selbstverst&auml;ndlich teilnehmen zulassen obwohl diese nicht einmal im Bundestag vertreten ist und die LINKE dazu in eine Ecke mit der AfD zu stellen. Propaganda f&uuml;r die gro&szlig;e neoliberale Koalition (SPDCDUFDPGR&Uuml;NE) auf Kosten der Geb&uuml;hrenzahler.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers A.O.:<\/strong> Diese Entscheidung der Partei DIE LINKE kann ich gut nachvollziehen. Die mediale Pr&auml;senz der LINKEN wird nach meinem Eindruck vom Mainstream deshalb auf ein Mindestma&szlig; beschr&auml;nkt, weil die Statements ihrer Vertreter\/innen auch mit gr&ouml;&szlig;ter M&uuml;he oft kaum zu widerlegen sind. Was w&auml;re das f&uuml;r eine Demokratie, in der offene und faire Diskurse gef&uuml;hrt werden. Das w&auml;re eine funktionierende Demokratie, in Deutschland leider Fehlanzeige.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Kein Vertreter der Linken wird am &ldquo;maybrit illner spezial&rdquo; teilnehmen<\/strong><br>\nEs handelt sich am &uuml;blichen Tag um ein &ldquo;maybrit illner spezial&rdquo;, bei dem man sich beim ersten Blick auch fragen k&ouml;nnte, ob die AfD die Inspirationsquelle f&uuml;r die Angstmache durch die Formulierung des Themas war: &ldquo;Notruf im Wahljahr &ndash; wie sicher ist Deutschland?&rdquo; Vermutlich wird es hei&szlig;en, man wird ja wohl mal fragen d&uuml;rfen.<br>\nObgleich die Polizeistatistik das nicht hergibt, wird im ZDF AfD-m&auml;&szlig;ig auf Sensation getrimmt: &ldquo;Einbr&uuml;che, Diebst&auml;hle, Gewalt und sexuelle &Uuml;bergriffe haben in den letzten Jahren rapide zugenommen &ndash; die Zahl der &lsquo;nicht deutschen T&auml;ter&rsquo; w&auml;chst deutlich. Die organisierten Diebesbanden kommen dabei meist aus Osteuropa &ndash; bei Gewaltkriminalit&auml;t fallen junge Zuwanderer negativ auf. Kein Wunder also: Das Thema innere Sicherheit wird nicht nur f&uuml;r die kommende Wahl in Nordrhein-Westfalen ein bestimmendes. &rdquo;<br>\nOb eine Zunahme um 0,7 Prozent im letzten Jahr ein &ldquo;rapides&rdquo; Wachstum ist, wenn 2015\/2016 eine Million Menschen zus&auml;tzlich nach Deutschland gekommen sind, mag man schon bezweifeln, zumal man sogar einen R&uuml;ckgang von 0,7 Prozent konstatieren kann, wenn man ausl&auml;nderrechtliche Verst&ouml;&szlig;e wie illegale Einreise abzieht. Und w&uuml;rde man noch die Zunahme der Bev&ouml;lkerung ber&uuml;cksichtigen, w&uuml;rde die Kriminalit&auml;tsrate noch weiter sinken. Zwar ist die Gewaltkriminalit&auml;t um 6,7 Prozent gestiegen, die darin enthaltene sexuelle Gewalt ist sogar um 12,8 Prozent, aber bei Einbr&uuml;chen und Diebst&auml;hlen handelt sich die Darstellung um Fake News: Die Diebstahlskriminalit&auml;t ist um 4,4 Prozent gefallen, die Stra&szlig;enkriminalit&auml;t um 0,9 Prozent und die Zahl der Wohnungseinbr&uuml;che gar um 9,5 Prozent. Man kann sich fragen, warum man das wohl bewusst &uuml;berzeichnet?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Kein-Vertreter-der-Linken-wird-am-maybrit-illner-spezial-teilnehmen-3712148.html\">Telepolis<\/a><\/p>\n<p><strong>und: Zwischen Arbeiterstrich und Hipstercaf&eacute;<\/strong><br>\nDas &ouml;ffentliche Urteil &uuml;ber den Stadtteil ist l&auml;ngst gef&auml;llt, so wirkt es zumindest. Wenn man ihn googelt, erscheint als erster Vorschlag in der Suchmaske &ldquo;Drogen&rdquo;, als zweiter &ldquo;Kriminalit&auml;t&rdquo;. Und wenn man die Menschen in Nordrhein-Westfalen fragt, was f&uuml;r sie eigentlich eine &ldquo;No-Go-Area&rdquo; ist, eine Gegend, in die man nicht gehen kann, dann sagen viele: die Dortmunder Nordstadt.<br>\nDaf&uuml;r gibt es mehrere Gr&uuml;nde. Einer geht auf die nordrhein-westf&auml;lische CDU zur&uuml;ck. Nachdem Polizeibeamte im Herbst 2016 bei zwei Vorf&auml;llen von einer Menschentraube bedr&auml;ngt worden waren, debattierte der Landtag auf CDU-Antrag &uuml;ber &ldquo;No-Go-Areas in Dortmund&rdquo;, die regionalen Medien berichteten gro&szlig;. Nun ist es der Spitzenkandidat Armin Laschet, der immer wieder die Erz&auml;hlung von den &ldquo;No-Go-Areas&rdquo; aufgreift, auch wenn er dabei nicht explizit die Nordstadt erw&auml;hnt. Neben der K&ouml;lner Silvesternacht, dem Fall Anis Amri und der Einbruchstatistik bilden die &ldquo;No-Go-Areas&rdquo; sein Wahlkampfthema Nummer eins, die innere Sicherheit. Damit will er die W&auml;hler im Westen &uuml;berzeugen und nach der Landtagswahl am kommenden Sonntag Ministerpr&auml;sident werden.<br>\nDer Beweis, dass die Nordstadt keine No-Go-Area im Wortsinn ist, l&auml;sst sich vergleichsweise einfach f&uuml;hren. Man muss sich nur eine Nacht lang an die Kreuzung Mallinckrodtstra&szlig;e\/Schleswiger Stra&szlig;e setzen. Hier, vor dem &ldquo;Internetcaf&eacute; Europa&rdquo;, stehen im Neonr&ouml;hrenlicht dunkelh&auml;utige M&auml;nner in Pulks zusammen und be&auml;ugen jeden, der vorbeil&auml;uft. Es wird gedealt und auf den Boden gespuckt, in einer Pf&uuml;tze am Bordstein schwimmen Plastikt&uuml;ten. Die Kreuzung gilt als die verrufenste Ecke im Stadtteil. Hier also muss man sich hinsetzen, auf seinem Smartphone herumspielen und den Laptop aus dem Rucksack holen. Es passiert: rein gar nichts. [&hellip;]<br>\nHier werden Drogen verkauft und konsumiert. Es gibt auch Diebst&auml;hle und Schl&auml;gereien, und selten gab es auch Schie&szlig;ereien. All das ist schlimm, aber all das gab es auch schon in anderen Gro&szlig;st&auml;dten. Ein rechtsfreier Raum ist die Dortmunder Nordstadt nicht. Schon deswegen, weil man in einer einzigen Nacht mehr als ein Dutzend Streifenwagen herumfahren sieht und Polizisten, die auf den Stra&szlig;en kontrollieren, also Recht durchsetzen. Die Zahl der Straftaten ist in den vergangenen beiden Jahren deutlich gesunken, die Aufkl&auml;rungsquoten gestiegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/dortmunder-nordstadt-zwischen-arbeiterstrich-und-hipstercafe-1.3497941\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>54 Milliarden Euro Mehreinnahmen: Warum wir jetzt keine gro&szlig;e Steuersenkung brauchen<\/strong><br>\n54 Milliarden Euro Mehreinnahmen erwarten die Steuersch&auml;tzer: Davon wollen alle etwas abbekommen. Doch wer jetzt nach gro&szlig;en Steuersenkungen ruft, macht es sich zu einfach. Das Geld l&auml;sst sich sinnvoller einsetzen.<br>\nWenn es um Steuersenkungen geht, hat Deutschland die gr&ouml;&szlig;te Koalition aller Zeiten: Von der FDP &uuml;ber den Steuerzahlerbund bis hin zu den Gewerkschaften sind sich alle einig: Die Steuern m&uuml;ssen runter. Auch die Regierungsparteien von CDU, CSU und SPD feilen eifrig an Entlastungsversprechen, mit denen sie in den Wahlkampf ziehen k&ouml;nnen. Und wie immer im Wahlkampf gilt dabei: Keine Forderung ist zu platt, um nicht gestellt zu werden. Wenn die CDU-Mittelstandsvereinigung 30 Milliarden Euro Entlastung pro Jahr fordert, legt die FDP mit bis zu 40 Milliarden Euro nach. Wer fordert mehr? [&hellip;]<br>\nDabei gibt es ja durchaus gute Gr&uuml;nde, im deutschen Steuersystem nachzubessern: Dass Singles schon mit einem Jahreseinkommen von 54.000 Euro den Spitzensteuersatz zahlen, ist in der Tat kaum vermittelbar: Nicht nur weil die Belastung mittlerer Einkommen dadurch besonders hoch ist, sondern auch weil der Tarif zwischen 54.000 und 250.000 Euro Jahreseinkommen &uuml;berhaupt nicht mehr steigt und hohe Einkommen damit vergleichsweise geschont werden. Warum also nicht den Spitzensteuersatz zum Beispiel erst ab 70.000 Euro greifen lassen, ihn daf&uuml;r aber etwas anheben? So w&uuml;rden mittlere Einkommen ein bisschen entlastet und h&ouml;here ein bisschen mehr belastet. [&hellip;]<br>\nAuch die Infrastruktur m&uuml;sste dringend &uuml;berholt werden. Viele Stra&szlig;en und Br&uuml;cken in Deutschland sind marode. Seit Jahren wird daf&uuml;r immer weniger ausgegeben. Bei der Versorgung mit schnellen Internetanschl&uuml;ssen sind wir Entwicklungsland. Und wer schon mal eine deutsche Schultoilette besucht hat, der wei&szlig;, dass es dort &ndash; vorsichtig formuliert &ndash; durchaus noch gewissen Spielraum f&uuml;r Verbesserungen gibt. Nun kommt gemeinhin der Einwand, dass f&uuml;r solche Vorhaben ja schon jetzt Geld da sei, das aber wegen Kapazit&auml;tsengp&auml;ssen und Zust&auml;ndigkeitswirrwarr in den Bauverwaltungen nicht genutzt werde. Dieses Unverm&ouml;gen von Politik und Verwaltung ist aber kein &uuml;berzeugendes Argument daf&uuml;r, die &ouml;ffentliche Infrastruktur verkommen zu lassen und stattdessen das Geld lieber im Gie&szlig;kannenprinzip an die B&uuml;rger zu verteilen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/steuerschaetzung-warum-wir-jetzt-keine-grosse-steuersenkung-brauchen-a-1147222.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Ich staune. Abgesehen von der Lieblingsidee der Schw&auml;bischen Hausfrau (Abbau der Staatsverschuldung) lauter vern&uuml;nftige Forderungen: mehr Geld f&uuml;r die Infrastruktur und f&uuml;r kostenlose Kinderbetreuung, h&ouml;herer Spitzensteuersatz f&uuml;r hohe Einkommen, keine fl&auml;chendeckenden Steuersenkungen&hellip; Und das im neoliberalen SPIEGEL!<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Autobahnprivatisierung: So geht Schweinsgalopp<\/strong><br>\nAm Freitag, den 19. Mai 2017 soll der Bundestag &uuml;ber ein Paket von 13 Grundgesetz&auml;nderungen abstimmen. [&hellip;] Seit zweieinhalb Jahren bereitet die Regierung die Autobahnprivatisierung vor. Seit einem Jahr ist der Entwurf f&uuml;r die zugeh&ouml;rige Grundgesetz&auml;nderung dazu fertig, seit f&uuml;nf Monaten liegt er dem Bundestag vor. In dieser ganzen Zeit hat niemand aus der gro&szlig;en Koalition im Bundestag auch nur einen einzigen Antrag gestellt, der dem etwas entgegensetzt. In einer Woche &ndash; am 19. Mai &ndash; soll &uuml;ber die entsprechende Grundgesetz&auml;nderung abgestimmt werden. Wie es aussieht, wird die unter Druck geratene SPD noch kurz vor knapp einen &Auml;nderungsantrag einreichen, um dann behaupten zu k&ouml;nnen: &bdquo;Damit ist jede Privatisierung ausgeschlossen.&ldquo; Aber reichen diese &Auml;nderungen denn &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.gemeingut.org\/so-geht-schweinsgalopp\/\">Gemeingut in B&uuml;rgerInnenhand<\/a>\n<p><strong>dazu: Die Karte des Schreckens<\/strong><br>\nM&uuml;ssen Autofahrer bald Maut pro Kilometer zahlen? Erste Berechnungen zeigen, was das kosten k&ouml;nnte. Wenn das Grundgesetz ge&auml;ndert wird, sollte man eigentlich wissen, wof&uuml;r. Im Fall des Artikels 90, der noch diesen Sommer umgeschrieben werden soll, herrscht aber vor allem Verwirrung. Bisher legt er fest, dass die Autobahnen Eigentum des Bundes sind und von den L&auml;ndern verwaltet werden. K&uuml;nftig, so viel ist immerhin klar, sollen sie einem Unternehmen geh&ouml;ren.<br>\nDie Verwirrung beginnt bei der Frage, ob das nun eine Privatisierung ist. Nein, sagt die Bundesregierung, schlie&szlig;lich solle diese neue Autobahngesellschaft vollst&auml;ndig im Besitz des Staats bleiben. Aber ja, sagen Opposition, Verkehrswissenschaftler und Juristen. Die Autobahngesellschaft erm&ouml;gliche eine Privatisierung durch die Hintert&uuml;r. Schlie&szlig;lich k&ouml;nnten sich Unternehmen st&auml;rker als bisher am Gesch&auml;ft mit den Autobahnen beteiligen. M&ouml;glich w&auml;re etwa ein Modell wie in Frankreich, wo drei Konzerne die Autobahnen betreiben und pr&auml;chtig daran verdienen. Dem Staat geh&ouml;ren sie nur noch auf dem Papier.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2017\/20\/pkw-maut-verkehrsministerium-zahlen-pro-kilometer-angela-merkel-vorteil\">Zeit Online<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Es bleibt eine Privatisierung<\/strong><br>\nKommende Woche entscheidet sich die Zukunft der deutschen Autobahnen. Stoppt die SPD den Zugriff privaten Kapitals auf das Netz? Es sieht nicht danach aus<br>\nNoch laufen die Verhandlungen hinter geschlossenen T&uuml;ren. Noch halten Bundesfinanz- und Bundesverkehrsministerium an ihren Pl&auml;nen f&uuml;r die Privatisierung deutscher Autbahnen fest. Aber noch ist ja auch diese Erz&auml;hlung in der Welt: Die wackeren Sozialdemokraten werden die Privatisierung verhindern! Vielleicht wird sich diese Erz&auml;hlung sogar &uuml;ber den 19. Mai hinaus halten &ndash; jenen Tag, an dem der Bundestag &uuml;ber die &Auml;nderung des Grundgesetzes in mehr als einem Dutzend Artikeln entscheiden soll. Die Zukunft des 12.949 Kilometer langen Autobahnnetzes ist dabei mit einem &ldquo;Reformpaket&rdquo; verflochten, in dessen Zentrum die Neuregelung des Bund-L&auml;nder-Finanzausgleichs steht und das die Gro&szlig;e Koalition in G&auml;nze nicht scheitern lassen wird.<br>\nMitglieder der SPD-Fraktion arbeiten deshalb fieberhaft an einem &Auml;nderungsantrag, der die Autobahnen, wie geplant, aus der Hoheit der L&auml;nder in die des Bundes bringen, dabei eine Privatisierung aber ausschlie&szlig;en soll &ndash; ohne das gro&szlig;e Ganze, die &ldquo;gr&ouml;&szlig;te&rdquo; und &ldquo;komplizierteste&rdquo; Reform der laufenden Legislaturperiode, zu riskieren. Einen Entwurf f&uuml;r diesen &Auml;nderungsantrag hat die Berliner Zeitung ver&ouml;ffentlicht. Schon dessen erster Absatz verdeutlicht: selbst, wenn der Entwurf zum parlamentarischen Beschluss w&uuml;rde, ist und bleibt das Vorhaben eine Privatisierung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/sebastianpuschner\/es-bleibt-eine-privatisierung\">der Freitag<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Rote Rebellen<\/strong><br>\nAm Rande Europas tut sich Wundersames: Die portugiesische Linksregierung d&uuml;piert den neoliberalen Mainstream, macht in den Augen sparw&uuml;tiger Liberalisierer alles falsch und liefert eine positive Nachricht nach der anderen. Da k&ouml;nnte sich Emmanuel Macron gleich mal eine Scheibe abschneiden.<br>\nAn Medizinm&auml;nnern ist kein Mangel. Europa stehe am Scheideweg, schreien die einen und verlangen unentwegt nach weniger Staat. Andere, noch gef&auml;hrlicher, sch&uuml;ren &Auml;ngste und predigen Abschottung. Dritte, in Frankreich immerhin rund vier Millionen W&auml;hler und W&auml;hlerinnen, begehren auf mit ung&uuml;ltigen Stimmzetteln. &ldquo;Wir k&ouml;nnen die Globalisierung nicht abschaffen, wir m&uuml;ssen sie z&auml;hmen&rdquo;, sagt ein Anh&auml;nger der Bewegung &ldquo;Vote Blanc&rdquo; bei einer der zahllosen Stra&szlig;enumfrage in Paris, wo 90 Prozent der W&auml;hler und W&auml;hlerinnen f&uuml;r den Ex-Banker Macron gestimmt haben.<br>\nWer z&auml;hmt hier wen? Im Praxistest zu betrachten sind in Europa derzeit zwei Extremvarianten. Die eine, in Griechenland, sorgt regelm&auml;&szlig;ig f&uuml;r Schlagzeilen: Immer neue Sparrunden f&uuml;hren zu immer neuen Problemen, sinnlose Privatisierungen machen den Staat noch &auml;rmer als er ohnehin schon ist. In diesen Tagen muss Premier Alexis Tsipras unter vielem anderen die 23. Rentenk&uuml;rzung durchsetzen, und in den Schulen soll das kostenlose Mittagessen gestrichen werden. Das Land befinde sich in einer &ldquo;dem&uuml;tigenden Vormundschaft&rdquo;, sagt der Sozialist. Und die Geldgeber spielen mit dem Feuer, wenn sie auf baldige Neuwahlen und einen Machtwechsel hoffen &ndash; in einem Land, in dem Rechtsnationalisten gro&szlig;en Zuspruch haben und 60 Prozent der Menschen unter 30 finden, die EU nehme zu gro&szlig;en Einfluss auf die griechische Politik.<br>\nDen Gegenentwurf liefert Portugal, und der ist so erfolgreich, dass die b&uuml;rgerlichen Kassandrarufer erst einmal Abbitte leisten und zur&uuml;ckrudern m&uuml;ssten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/ueberm-kesselrand\/319\/rote-rebellen-4354.html\">Kontext: Wochenzeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Minijobs &ndash; Fehlsubventionen, von denen die Falschen profitieren<\/strong><br>\nMit der rechtlichen M&ouml;glichkeit der Pauschalbesteuerung sind die Verdienste der Minijobber steuerfrei gestellt, was einer staatlichen Subventionierung der geringf&uuml;gigen Besch&auml;ftigung gleichkommt. Doch die damit intendierten Effekte werden nicht erreicht. Auch kommen die Subventionen Besch&auml;ftigtengruppen zugute, denen sie nicht zugedacht waren. Eine grundlegende Revision der Minijobregelungen ist daher &uuml;berf&auml;llig.<br>\nGeringf&uuml;gig entlohnte Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse, umgangssprachlich Minijobs genannt, haben sich lang schon als &bdquo;alternative&ldquo; Besch&auml;ftigungsform am Arbeitsmarkt etabliert. Seit vielen Jahren bereits liegt die Gesamtzahl der ausschlie&szlig;lich oder im Nebenjob geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigten bei weit &uuml;ber sieben Millionen. Und w&auml;hrend die Zahl der ausschlie&szlig;lich im Minijob Besch&auml;ftigten nach Einf&uuml;hrung des gesetzlichen Mindestlohns im Januar 2015 unter die F&uuml;nf-Millionen-Marke gerutscht ist (mit weiter abnehmender Tendenz), setzt sich die Zunahme der geringf&uuml;gigen Besch&auml;ftigung im Nebenjob ungebrochen fort. Ende September 2016 z&auml;hlte die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit in diesem Segment fast 2,76 Millionen Besch&auml;ftigte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/2059\">annotazioni<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Sparkurs: Siemens streicht knapp 1700 Stellen<\/strong><br>\nEinzelne Sparten bereiten dem Siemens-Konzern immer noch Sorgen. Vorstandschef Joe Kaeser will gro&szlig;e Probleme gar nicht erst entstehen lassen. Und reagiert deshalb mit Stellenstreichungen.<br>\nVon Krise redete keiner in M&uuml;nchen. Aber man will auf jeden Fall vermeiden, dass es dazu kommt. Deshalb treibt Siemens seine Neuausrichtung mit unverminderter Energie voran. Leidtragende sind deutschlandweit knapp 1700 Mitarbeiter, deren Jobs in den kommenden Jahren gestrichen, ver- oder ausgelagert werden. Betroffen seien die interne Unternehmens-IT &ndash; wo es dem Vernehmen nach allein um 1350 Jobs geht &ndash; die digitale Fabrik und die Zugsparte, teilte das Unternehmen Chart zeigen am Donnerstag mit. Auch die Zahl der Ausbildungspl&auml;tze werde reduziert.<br>\nMit den Ma&szlig;nahmen reagiert das Unternehmen auf Probleme in einzelnen Gesch&auml;ftsbereichen wie der Zugsparte. In anderen Sparten soll die Fertigung optimiert werden. Auch in der Ausbildung, die bisher auf 33 Standorte verteilt ist, kommt es zu Einschnitten.<br>\nDie Ma&szlig;nahmen verteilen sich auf mehrere Standorte. In der zur digitalen Fabrik geh&ouml;renden Sparte in F&uuml;rth sind rund 450 Jobs betroffen und in der Zugsparte in Krefeld weitere rund 300.<br>\nSiemens hatte erst in der vergangenen Woche Quartalszahlen vorgelegt, die besser ausgefallen waren, als auch von vielen Analysten erwartet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/siemens-streicht-2700-stellen-a-1147149.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Angesichts der ohne Ende &ldquo;boomenden&rdquo; deutschen Wirtschaft vielleicht ein bisschen gegen den Trend, aber warum nicht, wenn Siemens den <a href=\"http:\/\/www.deraktionaer.de\/aktie\/siemens-uebertrifft-gewinnprognose-und-bleibt-auf-wachstumskurs-286210.htm\">hohen Gewinn<\/a> noch steigern kann? Im &Uuml;brigen sind 1.700 zus&auml;tzliche Arbeitskr&auml;fte aus dem technischen Bereich nicht &ldquo;Leidtragende&rdquo;, wie der SPIEGEL weint, sondern hochwillkommen angesichts des <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/beruf-chance\/arbeitswelt\/rekord-luecke-237-500-mint-arbeitskraefte-fehlen-15008939.html\">Rekord-MINT-Fachkr&auml;ftemangels<\/a>. Sicher, wenn &ldquo;237.500 MINT-Arbeitskr&auml;fte fehlen&rdquo;, sind 1.700 auch nur ein Tropfen auf dem hei&szlig;en Stein; andererseits kann Siemens eventuell noch f&uuml;r Nachschub sorgen. Die anderen Firmen werden sich freuen. [&hellip;]<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: So will sich Adidas verschlanken<\/strong><br>\nUm profitabler zu werden, konzentriert sich Adidas auf sein Kerngesch&auml;ft mit Sportartikeln. Nach dem j&uuml;ngsten Abschluss der K&auml;ufersuche f&uuml;r die schw&auml;chelnde Golfsparte strebt das fr&auml;nkische Unternehmen eine Trennung von der Eishockeymarke CCM an. Es gebe bereits verschiedene Interessenten, doch stehe der Verkaufsprozess noch am Anfang, sagte Konzernchef Kasper Rorsted am Donnerstag auf der Hauptversammlung in F&uuml;rth. Ziel sei es, sich auf die Hauptmarken Adidas und Reebok zu konzentrieren.<br>\nDas Kerngesch&auml;ft hatte Adidas zuletzt Rekordzahlen beschert. 2016 legte der Umsatz um 14 Prozent auf 19,3 Milliarden Euro zu. Dies sei der h&ouml;chste Wert in der Firmengeschichte, sagte Rorsted. Der Nettogewinn stieg um 41 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro &ndash; und knackte damit erstmals die Milliardenmarke bei Adidas. Treiber waren vor allem Sportprodukte und Artikel aus dem Lifestyle-Bereich.<br>\nAdidas will den Umsatz der Sparten Schuhe und Bekleidung steigern, zugleich weniger dynamisch wachsende Sparten absto&szlig;en. Dazu geh&ouml;ren die Golfmarken TaylorMade, Adams Golf und Ashworth, f&uuml;r die der Finaninvestor KPS Capital Partners insgesamt 425 Millionen Dollar (rund 390 Millionen Euro) zahlt. Der Deal soll noch im laufenden Jahr abgeschlossen werden, k&uuml;ndigte Rorsted an.<br>\nMit Blick auf die Jahresziele f&uuml;r die fortgef&uuml;hrten Gesch&auml;ftsbereiche sieht sich der Konzern weiterhin auf Kurs. Der Gewinn soll auf 1,2 bis 1,225 Milliarden Euro steigen, sagte der Konzernchef.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nordbayern.de\/wirtschaft\/versammlung-in-furth-so-will-sich-adidas-verschlanken-1.6115099\">Nordbayern<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Verbot von &bdquo;Stop-TTIP&ldquo; war rechtswidrig: Zwei Jahre zu sp&auml;t<\/strong><br>\nNach dem Urteil fordern Aktivisten eine Reform der Europ&auml;ischen B&uuml;rgerinitiative. Doch die EU-Kommission dr&uuml;ckt sich. Die EU-Kommission sieht keinen Grund, sich f&uuml;r ihr rechtswidriges Verbot der Stop-TTIP-Initiative zu entschuldigen. Man habe die Organisatoren bereits getroffen und Verhandlungen &uuml;ber Freihandels-Abkommen wie TTIP und Ceta transparenter gemacht, hie&szlig; es auf Nachfrage. [&hellip;]<br>\nMan habe bereits am 11. April eine Reform der EBI eingeleitet, eine &ouml;ffentliche Anh&ouml;rung folge, sagte ein Kommissionssprecher der taz. Zudem praktiziere Br&uuml;ssel bereits mehr Transparenz beim Freihandel. F&uuml;r TTIP kommt dies jedoch zwei Jahre zu sp&auml;t. Die Kritiker sind daher nicht mit vagen Zugest&auml;ndnissen zufrieden. F&uuml;r Ernst-Christoph Stolper vom BUND ist klar: &bdquo;Europ&auml;ische B&uuml;rgerinitiativen m&uuml;ssen von nun an auch in Fragen der EU-Handelspolitik zugelassen werden.&ldquo; Doch darauf hat sich Br&uuml;ssel bisher nicht festgelegt. Man spielt weiter auf Zeit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Verbot-von-Stop-TTIP-war-rechtswidrig\/!5406215\/\">Eric Bonse in der taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>T&uuml;rkei: Kurswechsel statt Kuschelkurs<\/strong><br>\nMit dem Referendum vom 16. April hat Staatschef Recep Tayyip Erdogan seinem Putsch gegen die t&uuml;rkische Verfassung zum Sieg verholfen. Die Volksabstimmung &uuml;ber die Einf&uuml;hrung einer Pr&auml;sidialdiktatur endete nach offiziellen Angaben mit einem knappen Vorsprung des Ja-Lagers aus islamistischer AKP und rechtsextremer MHP: 51,4 Prozent haben f&uuml;r eine entsprechende gesetzliche Regelung gestimmt. Das &raquo;Hayir&laquo;-Lager, angef&uuml;hrt von der sozialdemokratischen CHP und der prokurdischen HDP konnte 48,6 Prozent hinter sich bringen. Das Kopf-an-Kopf-Rennen in der T&uuml;rkei ist beachtlich, waren die Wahlen doch weder frei noch fair: Mehrere Tausend HDP-Politiker sind in den vergangenen Monaten mit konstruierten Terrorvorw&uuml;rfen inhaftiert worden, darunter die Vorsitzenden Selahattin Demirta&#351; und Figen Y&uuml;ksekdag. Mehr als 150 Journalisten sitzen im Gef&auml;ngnis, kritische Zeitungen, Fernseh- und Radiostationen mussten schlie&szlig;en. W&auml;hrend Erdogan und seine regierende AKP stundenlang auf allen Fernsehkan&auml;len warben, mehr Autokratie zu wagen, wurden Demokraten auf den Stra&szlig;en selbst beim Flyer-Verteilen verpr&uuml;gelt.<br>\nKritik der Organisation f&uuml;r Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am ungleichen Wahlkampf und Hinweise auf Unregelm&auml;&szlig;igkeiten bei der Abstimmung haben der Autokrat in Ankara und seine regierende AKP rigoros vom Tisch gewischt. Antr&auml;ge von CHP und HDP, die Volksabstimmung wegen massiver Manipulationen f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;ren zu lassen, wurden von der &ndash; AKP-dominierten &ndash; Wahlkommission abgelehnt. Proteste werden von der Polizei niedergekn&uuml;ppelt, weitere Oppositionelle demonstrativ verhaftet.<br>\nUnd was macht die Bundesregierung? Die h&auml;lt weiter tapfer zu ihrem Premiumpartner Erdogan. Kanzlerin Angela Merkel phantasiert von einem &raquo;harten Wahlkampf&laquo;, ihr Vize, Bundesau&szlig;enminister Sigmar Gabriel, ruft zu Ruhe und Gelassenheit auf, w&auml;hrend am Bosporus Tausende auf den Stra&szlig;en gegen Erdogans Coup demonstrieren. Und als Kr&ouml;nung dr&uuml;ckt die schwarz-rote Bundesregierung die Erwartung aus, dass Erdogan nach dem Referendum &raquo;einen respektvollen Dialog mit allen politischen und gesellschaftlichen Kr&auml;ften des Landes sucht&laquo;. Diese Verh&ouml;hnung der drangsalierten Demokratinnen und Demokraten in der T&uuml;rkei ist schwerlich zu &uuml;berbieten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/sopos.org\/aufsaetze\/59101c6582f57\/1.phtml\">Ossietzky<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die Ausreise in Krisen- und Kriegsgebiete ist nie freiwillig<\/strong><br>\n&bdquo;Es ist nicht &uuml;berraschend, dass sich immer weniger Fl&uuml;chtlinge aus Krisen- bzw. Kriegsgebieten wie Afghanistan und Irak ihre Rechte auf ein Asylverfahren gegen billige Geldangebote nehmen lassen. Die Sicherheitslage in diesen L&auml;ndern wird immer schlimmer und bedeutet vielfach Gefahr f&uuml;r Leib und Leben&ldquo;, erkl&auml;rt Sevim Dagdelen, Beauftragte der Fraktion DIE LINKE f&uuml;r Migration und Integration, anl&auml;sslich der heute ver&ouml;ffentlichten Zahlen zu &bdquo;freiwilligen R&uuml;ckkehrern&ldquo;. Dagdelen weiter:<br>\n&bdquo;Es ist zynisch, Gefl&uuml;chtete mit Geld dazu bringen zu wollen, ihren Asylantrag zur&uuml;ckzunehmen und auf Rechtsmittel zu verzichten, um sie in Krisen- und Kriegsgebiete zur&uuml;ckzuschicken. In ihren Herkunftsl&auml;ndern herrschen Perspektivlosigkeit und Lebensgefahr, auch durch die milit&auml;rischen Abenteuer der Bundeswehr wie in Afghanistan oder durch die Waffenexporte in alle Welt seitens der Bundesregierung.<br>\nDie Bundesregierung sollte anfangen, ihre m&ouml;rderische Au&szlig;enwirtschaftspolitik zu beenden, statt sich zu wundern, wieso Fl&uuml;chtlinge nicht in Kriegs- und Krisengebiete zur&uuml;ckwollen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/die-ausreise-in-krisen-und-kriegsgebiete-ist-nie-freiwillig\/\">Die Linke. im Bundestag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Erfolgreiche Inszenierung<\/strong><br>\nVenezuelas Opposition setzt auf die Macht der Bilder. Auch deutsche Medien unterst&uuml;tzen sie dabei<br>\nAm 5. Mai berichtete der lateinamerikanische Fernsehsender Telesur, dass die Partei des brasilianischen Staatschefs Michel Temer im Parlament einen Antrag eingebracht habe, die f&uuml;r das n&auml;chste Jahr vorgesehenen Pr&auml;sidentschaftswahlen auf 2020 zu verschieben. Die Begr&uuml;ndung daf&uuml;r lautet, man wolle per Verfassungs&auml;nderung die Wahlen zum Staatsoberhaupt und zu den Gouverneuren zusammenlegen.<br>\nKeinem der deutschen Leitmedien war diese Information eine Meldung wert. Auch dpa und AFP, die beiden in Deutschland f&uuml;hrenden Presseagenturen, interessierten sich f&uuml;r diese Nachricht nicht, obwohl es sich bei Brasilien immerhin um ein G-20-Mitglied handelt. Die Tatsache, dass Temer nicht demokratisch gew&auml;hlt wurde, sondern vor einem Jahr durch einen institutionellen Putsch gegen Pr&auml;sidentin Dilma Rousseff in sein Amt kam, wird von den meisten Medien ohnehin unterschlagen.<br>\nW&auml;re Venezuelas Pr&auml;sident Nicol&aacute;s Maduro &ndash; der im Gegensatz zu Temer demokratisch gew&auml;hlt ist &ndash; auf einen solchen Einfall gekommen, w&auml;re das wohl anders gewesen. Denn Venezuela pr&auml;gt die internationale Berichterstattung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/310506.erfolgreiche-inszenierung.html\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Jeremy Corbyn says Labour manifesto will transform people&rsquo;s lives<\/strong><br>\nJeremy Corbyn has pledged Labour&rsquo;s election manifesto would &ldquo;transform the lives&rdquo; of many Britons , after the radical blueprint was adopted by the party at a fractious meeting. After four hours of talks in central London, involving both the shadow cabinet and Labour&rsquo;s governing national executive committee, the Labour leader emerged, to announce that his colleagues had &ldquo;just unanimously agreed the contents&rdquo; of a manifesto whose contents had already been largely leaked.<br>\nThe document, widely regarded as Labour&rsquo;s most leftwing programme for government since Michael Foot&rsquo;s 1983 manifesto, contains promises to abolish university tuition fees, boost infrastructure investment, renationalise the railways and increase the minimum wage to &pound;10 an hour.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/politics\/2017\/may\/11\/jeremy-corbyn-says-labour-manifesto-will-transform-peoples-lives\">The Guardian<\/a>\n<p><strong>dazu: General election: IFS says Labour plans amount to biggest state intervention in economy for decades &ndash; as it happened<\/strong><br>\nAll the day&rsquo;s politics action, as Labour faces scrutiny over draft pledges to nationalise rail and mail, renew Trident and reject &lsquo;no deal&rsquo; Brexit<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/politics\/live\/2017\/may\/11\/general-election-2017-labour-leaked-manifesto-politics-live\">The Guardian<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Mit Labour zur&uuml;ck in die 70-er Jahre<\/strong><br>\nDas Wahlprogramm der britischen Labour-Partei ist durchgesickert: Es enth&auml;lt eine Liste radikaler Ideen, die so links ausfallen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Kritiker sprechen von einem teuren W&uuml;nsch-Dir-Was-Programm.<br>\nDie Ideen sind radikal, und sie f&uuml;llen ganze 43 Seiten. Es geht darin um die Verstaatlichung der Bahn und der Post, um eine Obergrenze f&uuml;r Mieterh&ouml;hungen und mehr Rechte f&uuml;r Gewerkschaften. Unternehmensabgaben sollen erh&ouml;ht werden, ebenso wie Einkommenssteuern f&uuml;r Besserverdiener &ndash; w&auml;hrend der Gro&szlig;teil der Arbeiter keine Steuererh&ouml;hung f&uuml;rchten muss. Konzerne mit vielen Mitarbeitern mit vergleichsweise hoher Verg&uuml;tung sollen eine Art Strafabgabe leisten. Unternehmen, die als wichtig angesehen werden, sollen vor feindlichen &Uuml;bernahmen gesch&uuml;tzt werden.<br>\nDas geht aus dem Programm der britischen Labour-Partei f&uuml;r die Parlamentswahl im Juni hervor, das die Zeitungen &bdquo;Daily Mirror&ldquo; und &bdquo;Daily Telegraph&ldquo; vorab ver&ouml;ffentlich haben. Labour-Chef Jeremy Corbyn wolle Gro&szlig;britannien damit zur&uuml;ck in die 70-er Jahre f&uuml;hren, schreibt der &bdquo;Telegraph&ldquo; in seiner Donnerstagsausgabe. Die 70-er Jahre stehen f&uuml;r eine Zeit auf der Insel, in der der Staatseinfluss sehr hoch ausfiel &ndash; bevor Margaret Thatcher Premierministerin wurde und das Land, das als &bdquo;kranker Mann Europas&ldquo; galt, mit ihrem Reformprogramm durchsch&uuml;ttelte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/wahlprogramm-britische-arbeiterpartei-mit-labour-zurueck-in-die-70-er-jahre\/19788252.html\">Handelsblatt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Sicher, gemessen am heutigen Mainstream, f&uuml;r die extrem konservativen Zeitungen &ldquo;Daily Terror&rdquo; und den &ldquo;Torygraph&rdquo; sind diese Ideen radikal &ndash; aber in den 1970er Jahren waren Post und Bahn noch staatlich, die Mieten ziviler, die Gewerkschaften st&auml;rker und die Unternehmenssteuern und Spitzensteuers&auml;tze h&ouml;her. Das Faszinierende daran: zumindest in Deutschland (f&uuml;r Gro&szlig;britannien kann ich nicht mitreden, aber wahrscheinlich &auml;hnlich) ging es besser als heute, und auch die Wirtschaft hat viel besser funktioniert. Dass insbesondere die Bahn verstaatlicht und die Post als nat&uuml;rliches Monopol viel besser in staatliche Obhut geh&ouml;rt, ist offensichtlich f&uuml;r jeden, der die Sch&auml;den und Verschlechterungen durch die Bahnprivatisierung und die unterirdischen L&ouml;hne und Arbeitsbedingungen im Postbereich ablehnt. Im heutigen Klima werden solche v&ouml;llig normalen Vorstellungen als halbverr&uuml;ckt diskreditiert, so sehr sind die Gehirne verdreht. &ldquo;Teure[&hellip;] W&uuml;nsch-Dir-Was-Programm[e]&rdquo; gibt es selbstverst&auml;ndlich nur f&uuml;r die eingebildeten Eliten, die Superreichen und die Gro&szlig;unternehmen, aber doch nicht f&uuml;r die Masse des Wahlvolks&hellip; Selbst wenn Labour mit diesem Wahlprogramm nicht durchdringen sollte: welche Wahlalternative w&uuml;rden die Partei denn bieten mit einer Botschaft wie, &ldquo;wir sind nicht ganz so schlimm wie die Tories&rdquo;? Und wenn eine Partei &ldquo;Labour&rdquo; oder &ldquo;Arbeiterpartei&rdquo; hei&szlig;t, welche Interessen sollte sie dann vertreten?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Sehr geehrter AfD-W&auml;hler, ich blockiere Sie nicht!<\/strong><br>\nMan muss nun wirklich nicht zimperlich umgehen mit Leuten, die Schauerm&auml;rchen &uuml;ber Fl&uuml;chtlinge verbreiten. Den einen oder anderen kann man wohl auch wirklich aus Gr&uuml;nden des Selbstschutzes blockieren. Aber S&auml;uberungswellen zur Reinhaltung der Bubble, die sollte man tunlichst unterlassen. Sie sind Ausdruck eines zutiefst undemokratischen Geistes und n&auml;hren ein v&ouml;llig falsches Gef&uuml;hl von Diskussionskultur. Sicher lohnt es sich auch, wenn man mit Gleichgesinnten diskutiert. Aber man sollte sich immer auch anh&ouml;ren, was die andere Seite denkt. Das was da dann kommt, das kann man ablehnen, bek&auml;mpfen oder sogar beschimpfen. Aber besser man fetzt sich mit Andersdenkenden, als dass man so tut, als g&auml;be es sie gar nicht.<br>\nSehr geehrter AfD-W&auml;hler, in diesem Sinne habe ich mich entschlossen, Sie k&uuml;nftig nicht gleich zu blockieren. Ich muss Sie ertragen. Lernen Sie auch gleich mal mich zu ertragen. Was Sie sagen, lehne ich ab &ndash; aber ich h&ouml;re es mir an. In diesen Momenten werde ich mich nach der Blase sehnen. Aber der &ouml;ffentliche Raum &ndash; und Facebook stellt eben, auch wenn es sich im eigenen Wohnzimmer abspielt, &ouml;ffentlichen Raum dar &ndash; ist nun mal kein Zuckerschlecken.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1050648.sehr-geehrter-afd-waehler-ich-blockiere-sie-nicht.html\">Heppenheimer Hiob<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>&laquo;Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer&raquo;<\/strong><br>\nFeindbild Russland &ndash; jeden Tag<br>\nDer 10. Mai 2017 wird sp&auml;ter einmal nicht in den Geschichtsb&uuml;chern stehen. Trotzdem ist auch dieser Tag so symptomatisch wie fast jeder Tag der ver&ouml;ffentlichten Meinung in unseren US-gepr&auml;gten L&auml;ndern: Das Feindbild Russland muss immer wieder erneuert und vertieft werden. Jeglicher zarte Versuch, dabei nicht mitzumachen, erh&auml;lt das Verdammungsurteil. Was ist passiert am 10. Mai 2017? Der US-amerikanische Pr&auml;sident Donald Trump hat den Chef des FBI entlassen. Sofort macht die Meldung die Runde, dies sei geschehen, um die Ermittlungen gegen den Pr&auml;sidenten und dessen Wahlkampfteam zu behindern. Ermittelt werden soll, ob die russische Regierung die Pr&auml;sidentenwahlen im November 2016 beeinflusst hat und ob dies in Absprache mit Trump und dessen Team geschehen ist.<br>\nSchon dem Ermittlungsauftrag selbst h&auml;ngt etwas Kafkaeskes an. Literaturkenner m&uuml;ssen an Kafkas Roman &laquo;Der Process&raquo; denken: &laquo;Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas B&ouml;ses getan h&auml;tte, wurde er eines Morgens verhaftet &hellip;&raquo;<br>\nAber man mag es kaum glauben: Das Kafkaeske der US-amerikanischen Ermittlungen wird noch &uuml;berboten durch ein Interview des CDU-Abgeordneten J&uuml;rgen Hardt, der zugleich der deutsche &laquo;Koordinator f&uuml;r die transatlantische Zusammenarbeit&raquo; ist. Auch er nahm im Deutschlandfunk (10. Mai) zur Entlassung des FBI-Chefs Stellung und forderte den US-Pr&auml;sidenten auf, bei seinen Begegnungen mit dem russischen Pr&auml;sidenten Wladimir Putin beim kommenden G20-Gipfel in Hamburg der Linie der anderen Nato-Regierungen, insbesondere der deutschen, zu folgen und klare Kante gegen Russland zu zeigen; denn nur so k&ouml;nne er beweisen, dass an den Vorw&uuml;rfen gegen ihn nichts dran sei. Sprich: Sollte es der US-Pr&auml;sident wagen, dem russischen Pr&auml;sidenten ein Signal der Entspannung zu senden, dann w&auml;re laut Hardt bewiesen, dass Trump Dreck am Stecken hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.seniora.org\/de\/1047\">Seniora<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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