{"id":38257,"date":"2017-05-14T09:00:44","date_gmt":"2017-05-14T07:00:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38257"},"modified":"2017-05-15T08:31:43","modified_gmt":"2017-05-15T06:31:43","slug":"hinweise-der-woche-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38257","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CW)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38257#h01\">Pr&auml;sidentschaftswahl in Frankreich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38257#h02\">Schleswig-Holstein &ndash; Kein Wunder: Albig verliert klar<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38257#h03\">Rechtsextreme in Bundeswehr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38257#h04\">Macht der Gewohnheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38257#h05\">EuG-Urteil: Ablehnung der B&uuml;rgerinitiative gegen TTIP und CETA war rechtswidrig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38257#h06\">Trag&ouml;die auf dem Mittelmeer: Mehr als 200 Menschen ertrunken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38257#h07\">Das &bdquo;Twitter-M&auml;dchen&ldquo; im Syrienkrieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38257#h08\">T&uuml;rkei: Kurswechsel statt Kuschelkurs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38257#h09\">Vom Bundestag in den R&uuml;stungskonzern: &bdquo;Eine Frage der pers&ouml;nlichen Integrit&auml;t&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38257#h10\">Unglaublich: Union und SPD sprechen die Bundesregierung von jeglichen Verfehlungen im Abgasskandal frei.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38257#h11\">Autobahnen: SPD verhindert die Privatisierung schon wieder &ndash; nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38257#h12\">Das Letzte: Bayern-Boss Uli Hoeness offen wie nie: &laquo;Habe zwei Fan-Clubs im Knast&raquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnendsten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Pr&auml;sidentschaftswahl in Frankreich<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Macron und das deutsche Europa<\/strong><br>\nDer neu gew&auml;hlte neoliberale franz&ouml;sische Pr&auml;sident wirft die alte Frage nach der deutschen Rolle in Europa neu auf [&hellip;]<br>\nMan sollte die Vorbehalte aus Berlin daher nicht f&uuml;r bare M&uuml;nze nehmen. Letztlich geht es Merkel und Sch&auml;uble darum, den f&uuml;r Deutschland g&uuml;nstigen Status quo in der EU und das seit der Eurokrise angefeindete &bdquo;deutsche Europa&ldquo; (Ulrich Beck) zu verteidigen.<br>\nDass man sich dabei nicht nur gegen die EU-Politiker in Br&uuml;ssel, sondern auch gegen den (letzten) deutschen Freund Macron in Paris stellt, scheint die Vordenker und Nachbeter Merkels nicht zu st&ouml;ren. Mit einer geh&ouml;rigen Portion &bdquo;Merkiavellismus&ldquo; (Beck) versuchen sie, Macron und Juncker, Frankreich und die EU gegeneinander auszuspielen.<br>\nDoch wenn Frankreich scheitert, scheitert Europa. Das sollte nach dieser Pr&auml;sidentschaftswahl allen klar sein, auch in Berlin. Die Dauerkrise, in die Deutschland die EU gef&uuml;hrt hat, ist mit der Wahl Macrons nicht beendet. Im Gegenteil: Sie hat nun auch die deutsch-franz&ouml;sischen Beziehungen erfasst und droht, die Fundamente der europ&auml;ischen Einigung zu ersch&uuml;ttern. Hinter der franz&ouml;sischen Krise verbirgt sich die deutsche Frage &ndash; wieder einmal.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Macron-und-das-deutsche-Europa-3708476.html\">Eric Bonse auf Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Der halbe Sieg des Emmanuel Macron<\/strong><br>\nDer spektakul&auml;re Zuwachs bei Nichtw&auml;hlern und ung&uuml;ltigen Stimmen ist zu einem gro&szlig;en Teil das Resultat einer bewussten Strategie. Jean-Luc M&eacute;lenchon hatte nach seinem starken Abschneiden in der ersten Runde eine Befragung der ca. 400.000 eingeschriebenen Mitglieder seiner Plattform angek&uuml;ndigt. Als Empfehlung f&uuml;r die Stichwahl waren drei Optionen vorgesehen: a. nicht w&auml;hlen gehen, b. ung&uuml;ltig w&auml;hlen, c. Macron w&auml;hlen. Gleichzeitig hatte er deutlich gemacht, dass Le Pen keine linke Stimme von links bekommen d&uuml;rfe.<br>\nDas Ziel des Man&ouml;vers war, die Ablehnung Macrons zu signalisieren ohne damit Le Pen zu st&auml;rken. Zudem war klar, dass die Linke in dieser Frage zu keiner einheitlichen Haltung kommen w&uuml;rde. So war die selektive Freigabe der Abstimmung auch Vorbeugung gegen eine Spaltung.<br>\nAls strategische &Uuml;berlegung liegt dem zugrunde, sich der bin&auml;ren Logik des Mehrheitswahlsystems zu entziehen, das Millionen von W&auml;hlern immer wieder dazu dr&auml;ngt, ihre Stimme gegen ihre &Uuml;berzeugungen und Interessen abzugeben. Das Wahlsystem unterst&uuml;tzt auf diese Weise die Definition der politischen Hauptkonfliktlinie als die zwischen Demokratie und ihren Feinden. Das ist nat&uuml;rlich ideal f&uuml;r den herrschenden Block und dessen neoliberale Wirtschafts- und Sozialpolitik, kann er doch so den Widerspruch zwischen Kapitalinteressen und Gesellschaft aus der Wahlentscheidung eskamotieren und zugleich seine Mitverantwortung f&uuml;r den Aufstieg Le Pens verschleiern.<br>\nDiese Deformation der Demokratie hatte M&eacute;lenchon schon in seinem Programm aufgegriffen und die Einf&uuml;hrung des Verh&auml;ltniswahlrechts auf allen Ebenen gefordert. Voraussetzung f&uuml;r den Versuch war freilich, dass in den Umfragen der Abstand zwischen Macron und Le Pen gro&szlig; genug war, um nicht einen Sieg des FN zu riskieren. Insofern war auch eine gewisse Kaltbl&uuml;tigkeit und Klarsichtigkeit gegen&uuml;ber dem medial aufgeheizten Hype notwendig, der den Untergang des Abendlandes f&uuml;r den Fall eines Sieges des FN an die Wand malte.<br>\nDabei sagten die Umfrageergebnisse seit Monaten stabil eine Niederlage Le Pens in der Gr&ouml;&szlig;enordnung von 10% und mehr voraus. Ein Abstand, der weit au&szlig;erhalb der Fehlermarge der Umfragen liegt. Intern glaubte selbst niemand im Spitzenpersonal des FN an einen Sieg. Marion Mar&eacute;chal Le Pen, die Nichte von Marine Le Pen und eine der beiden Abgeordneten in der Nationalversammlung, hatte die 40%-Marke als Erfolgskriterium angesetzt. Aber selbst das wurde jetzt weit verfehlt.<br>\nEine, wenn auch nicht die einzige Ursache daf&uuml;r ist der Erfolg M&eacute;lenchons in der ersten Runde. So ist die Tatsache, dass Le Pen in den Wochen vor dem ersten Wahlgang an Zustimmung verlor, auf den Aufstieg M&eacute;lenchons zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Es gab f&uuml;r Protestw&auml;hler pl&ouml;tzlich eine realistische Chance f&uuml;r eine soziale Politik.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2017\/05\/der-halbe-sieg-des-emmanuel-macron\/\">Makroskop<\/a><\/li>\n<li><strong>Sahra Wagenknecht zum Wahlausgang<\/strong><br>\nEs ist gut, dass die Kandidatin des rechten Front National heute nicht franz&ouml;sische Pr&auml;sidentin geworden ist. Eine Entwarnung ist das Ergebnis der Stichwahl allerdings nicht, im Gegenteil. Wer jetzt den Sieg eines &bdquo;pro-europ&auml;ischen&ldquo; Kandidaten bejubelt, hat nichts begriffen. Der ehemalige Investmentbanker Macron, dessen erkl&auml;rtes Ziel drastischer Sozialabbau nach dem Vorbild der deutschen Agenda 2010 ist, steht f&uuml;r genau die Politik, die den Front National stark gemacht hat. Kommt er mit seinen Pl&auml;nen durch, ist eine Pr&auml;sidentin Le Pen bei der n&auml;chsten Wahl das wahrscheinlichste Ergebnis. Der linke franz&ouml;sische Schriftsteller Didier Eribon hat es mit dem Satz &bdquo;Wer Macron w&auml;hlt, w&auml;hlt Le Pen&ldquo; auf den Punkt gebracht. All jene deutschen Politiker, die sich in der letzen Woche berufen f&uuml;hlten, der franz&ouml;sischen Bev&ouml;lkerung Ratschl&auml;ge f&uuml;r ihr Wahlverhalten zu erteilen, h&auml;tten besser daran getan, sich an ihre eigene Nase zu fassen. Auch CDU, SPD, FDP und Gr&uuml;ne geh&ouml;ren &ndash; wenn auch unfreiwillig &ndash; zu den Wahlhelfern Le Pens. Es war ihre gemeinsame Politik, die in Deutschland die L&ouml;hne nach unten gedr&uuml;ckt und einen riesigen Niedriglohnsektor geschaffen hat. Wer sich einen Armutslohn von 8.84 Euro als Mindestlohn leistet und noch nicht mal dessen Einhaltung kontrolliert, der ist mitverantwortlich daf&uuml;r, dass in Frankreich, wo der Mindestlohn bei 9.76 Euro liegt, die Arbeitslosigkeit steigt. Wenn Macron jetzt als Antwort auf deutsche Lohndr&uuml;ckerei und deutschen Sozialabbau die Standards auch in Frankreich absenken will, ist das genau der Teufelskreislauf, der immer mehr Menschen dazu bringt, sich &ndash; und zwar mit Recht! &ndash; von einem solchen Europa abzuwenden. Um so wichtiger ist es, dass die franz&ouml;sische Linke, die dank M&eacute;lenchon in der ersten Runde der Pr&auml;sidentschaftswahlen mit knapp 20 Prozent ein grandioses Ergebnis erzielt hat, jetzt geeint zur Parlamentswahl im Juni antritt. Nur eine starke Linke kann verhindern, dass die Opposition gegen Macron den Nationalisten um Le Pen &uuml;berlassen bleibt. Wir dr&uuml;cken M&eacute;lenchon und der franz&ouml;sischen Linken daf&uuml;r ganz fest die Daumen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sahra.wagenknecht\/posts\/1696538907030166?pnref=story\">Sahra Wagenknecht<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Schleswig-Holstein &ndash; Kein Wunder: Albig verliert klar<\/strong><br>\nDie Wahlniederlage f&uuml;r Torsten Albig ist nicht sonderlich verwunderlich, hat er doch im Sommerloch 2015 schon Merkel &uuml;ber den gr&uuml;nen Klee gelobt und seiner Partei, der SPD, empfohlen, auf einen Kanzlerkandidaten gleich ganz zu verzichten. Wer so redet, muss sich nicht wundern, wenn er sogar von einem Last-Minute-Kandidaten, den keiner kennt, geschlagen wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taublog.de\/170507kein-wunder-albig-verliert-klar\">TauBlog<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Rechtsextreme in Bundeswehr<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>&bdquo;Das gibt&rsquo;s schon lange&ldquo;<\/strong><br>\nChristian Wei&szlig;gerber war als junger Mann ein aktiver Neonazi. Bei der Bundeswehr konnte er seine Ansichten lange ungehindert verbreiten. Wie anfangs mit dem Fall Franco A. umgegangen wurde, habe ihn sehr gewundert. &Uuml;ber den Fall Franco A. kann sich Christian Wei&szlig;gerber nur wundern. Aber nicht dar&uuml;ber, dass die Bundeswehr dessen rechtes Gedankengut offenbar lange &uuml;bersah. Sondern dar&uuml;ber, dass Franco A. zun&auml;chst als Einzelfall deklariert wurde: &bdquo;F&uuml;r mich ist die Bundeswehr so stark von national-konservativen, rassistischen Personen durchzogen, dass es ein bisschen l&auml;cherlich scheint, wenn man jetzt auf einmal so tut, als w&auml;re das etwas Neues.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/neonazi-bundeswehr-101.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Alle Fakten liegen eigentlich offen&ldquo;<\/strong><br>\nJ&auml;hrlich gebe es Hunderte rechtsextreme Vorf&auml;lle in der Bundeswehr, analysiert Milit&auml;rhistoriker Detlef Bald. Und schlussfolgert im DLF: &bdquo;F&uuml;r mich ist das ein Sympathie-Milieu, das solche terroristischen, rechten, v&ouml;lkisch-rechtsradikalen Ereignisse erst erm&ouml;glicht.&ldquo; Der eigentliche Skandal sei, dass viel zu viele weggeschaut h&auml;tten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/rechtsextreme-in-der-bundeswehr-alle-fakten-liegen.694.de.html?dram:article_id=385797\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><strong>Ursula von der Leyen &ndash; Eine Frau will nach unten<\/strong><br>\nKalt, berechnend, unsympathisch: Wer wissen will, wie die Zukunft der CDU unter einer Parteivorsitzenden Ursula von der Leyen aussehen w&uuml;rde, muss sich nur ihr Agieren in der Bundeswehr-Krise anschauen.<br>\nJournalisten sind im Beobachtungs- und nicht im Prognosegesch&auml;ft. Dennoch wage ich heute eine Voraussage. Wenn die CDU jemals auf die Idee kommen sollte, Ursula von der Leyen als Parteivorsitzende zu inthronisieren, hat sie sich f&uuml;r l&auml;ngere Zeit von der Macht verabschiedet. [&hellip;]<br>\nUrsula von der Leyen hat sich jetzt als jemand pr&auml;sentiert, der alles dem eigenen Fortkommen unterordnet &ndash; Anstand, Loyalit&auml;t und die F&uuml;rsorgepflicht f&uuml;r die 250.000 Menschen, deren Wohlergehen direkt von ihren Entscheidungen abh&auml;ngt. Das ist f&uuml;r viele W&auml;hler irritierend, und zwar viel mehr als die Tatsache, dass sich ein paar Kanaillen an Wehrmachtsutensilien aufgeilen oder ein Oberleutnant im J&auml;gerbataillon von Rassenreinheit tr&auml;umt.<br>\nWer Ursula von der Leyen reden und handeln sieht, der sieht seinen eigenen Vorgesetzten vor sich. Das ist, wenn so will, der lebensweltlich interessante Aspekt an der Aff&auml;re. Jeder kennt aus dem Berufsleben den Typ Chef, der nie schuld ist, wenn etwas schiefgeht. Entweder war er nicht da, wenn ein Fehler passiert ist, oder er wurde schlecht beraten. So oder so m&uuml;ssen andere den Kopf hinhalten.<br>\nDie Verteidigungsministerin geht &uuml;ber die normale Schuldverlagerung hinaus, das macht die Sache so bizarr. Man muss nur &bdquo;Bundeswehr&ldquo; durch, sagen wir, &bdquo;Siemens&ldquo; ersetzen, und man sieht, wie ungew&ouml;hnlich ihr Agieren ist. Nehmen wir an, es taucht ein Problem in einer Niederlassung auf. Der Vorstandsvorsitzende sagt darauf eine wichtige Reise ins Ausland ab. Er setzt sich ins Fernsehen und attestiert dem von ihm gef&uuml;hrten Unternehmen ein Haltungsproblem sowie F&uuml;hrungsschw&auml;che auf verschiedenen Ebenen.<br>\nAls er merkt, dass seine Erkl&auml;rung die eigenen Leute befremdet, l&auml;dt er 40 Journalisten ein, um mit ihm vor Ort nach dem Rechten zu sehen. Jeder Hinweis darauf, dass die Firma ein Grundsatzproblem hat, gegen das nur entschiedendstes Vorgehen hilft, wird der &Ouml;ffentlichkeit umgehend pr&auml;sentiert. Wie lange, glauben wir, w&uuml;rde dieser Vorgesetzte die Geschicke der ihm anvertrauten Firma leiten?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/ursula-von-der-leyen-eine-frau-will-nach-unten-kolumne-a-1146592.html\">SPIEGEL<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Macht der Gewohnheit<\/strong><br>\nNoch ein Sparpaket in Griechenland? Das emp&ouml;rt kaum noch jemanden. Dabei w&auml;re ein Aufschrei jetzt wichtiger denn je. (&hellip;) Denn Griechenland leidet. Seit Beginn der Haushaltskrise 2009 bis Ende 2015 ist die Selbstmordrate laut einer aktuellen Studie des Imperial College in London jedes Jahr um 7,8 Prozent gestiegen. Im selben Zeitraum ist die Geburtenrate j&auml;hrlich um 3,9 Prozent gesunken. Die Kindersterblichkeit nahm im Gesamtzeitraum um 26 Prozent zu. Grund f&uuml;r diese Entwicklungen d&uuml;rften mittelbar und unmittelbar die Finanzkrise und die darauf folgenden Sparma&szlig;nahmen sein. &bdquo;Wir verhungern hier&ldquo;, h&ouml;rt man die Menschen auf den Stra&szlig;en von Thessaloniki klagen. Auch davon liest man in Deutschland selten. W&auml;hrend griechische Rentner und Geringverdiener nun abermals K&uuml;rzungen hinnehmen m&uuml;ssen, werden unter der Aufsicht der Gl&auml;ubiger profitable Staatsunternehmen zum Schleuderpreis an Investoren verpachtet. Ein Ende der Misere ist nicht in Sicht. Griechenland ist auf Jahrzehnte verschuldet, selbst der Internationale W&auml;hrungsfonds zweifelt an der Schuldentragf&auml;higkeit des Landes. Mit jeder neuen Sparma&szlig;nahme wird Griechenland weiter auf den Stand eines Entwicklungslands zur&uuml;ckgeworfen. Das sollte eigentlich Schlagzeilen wert sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kommentar-Griechische-Austeritaetspolitik\/%215404375\/\">taz<\/a>\n<p><strong>dazu: Rote Rebellen<\/strong><br>\nAm Rande Europas tut sich Wundersames: Die portugiesische Linksregierung d&uuml;piert den neoliberalen Mainstream, macht in den Augen sparw&uuml;tiger Liberalisierer alles falsch und liefert eine positive Nachricht nach der anderen. Da k&ouml;nnte sich Emmanuel Macron gleich mal eine Scheibe abschneiden.<br>\nAn Medizinm&auml;nnern ist kein Mangel. Europa stehe am Scheideweg, schreien die einen und verlangen unentwegt nach weniger Staat. Andere, noch gef&auml;hrlicher, sch&uuml;ren &Auml;ngste und predigen Abschottung. Dritte, in Frankreich immerhin rund vier Millionen W&auml;hler und W&auml;hlerinnen, begehren auf mit ung&uuml;ltigen Stimmzetteln. &bdquo;Wir k&ouml;nnen die Globalisierung nicht abschaffen, wir m&uuml;ssen sie z&auml;hmen&ldquo;, sagt ein Anh&auml;nger der Bewegung &bdquo;Vote Blanc&ldquo; bei einer der zahllosen Stra&szlig;enumfrage in Paris, wo 90 Prozent der W&auml;hler und W&auml;hlerinnen f&uuml;r den Ex-Banker Macron gestimmt haben.<br>\nWer z&auml;hmt hier wen? Im Praxistest zu betrachten sind in Europa derzeit zwei Extremvarianten. Die eine, in Griechenland, sorgt regelm&auml;&szlig;ig f&uuml;r Schlagzeilen: Immer neue Sparrunden f&uuml;hren zu immer neuen Problemen, sinnlose Privatisierungen machen den Staat noch &auml;rmer als er ohnehin schon ist. In diesen Tagen muss Premier Alexis Tsipras unter vielem anderen die 23. Rentenk&uuml;rzung durchsetzen, und in den Schulen soll das kostenlose Mittagessen gestrichen werden. Das Land befinde sich in einer &bdquo;dem&uuml;tigenden Vormundschaft&ldquo;, sagt der Sozialist. Und die Geldgeber spielen mit dem Feuer, wenn sie auf baldige Neuwahlen und einen Machtwechsel hoffen &ndash; in einem Land, in dem Rechtsnationalisten gro&szlig;en Zuspruch haben und 60 Prozent der Menschen unter 30 finden, die EU nehme zu gro&szlig;en Einfluss auf die griechische Politik.<br>\nDen Gegenentwurf liefert Portugal, und der ist so erfolgreich, dass die b&uuml;rgerlichen Kassandrarufer erst einmal Abbitte leisten und zur&uuml;ckrudern m&uuml;ssten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/ueberm-kesselrand\/319\/rote-rebellen-4354.html\">Kontext: Wochenzeitung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>EuG-Urteil: Ablehnung der B&uuml;rgerinitiative gegen TTIP und CETA war rechtswidrig<\/strong><br>\nOhrfeige f&uuml;r EU-Kommission \/ Attac fordert grunds&auml;tzliche Demokratisierung der Handels- und Investitionspolitik<br>\nDas Gericht der Europ&auml;ischen Union (EuG) hat soeben der Klage hunderter europ&auml;ischer Organisationen gegen die Nicht-Zulassung der Europ&auml;ischen B&uuml;rgerinitiative (EBI) gegen die Handelsabkommen TTIP und CETA stattgegeben. &bdquo;Wir begr&uuml;&szlig;en das Urteil. Damit wird deutlich, dass die Ablehnung der EBI willk&uuml;rlich und politisch motiviert war. Die EU-Kommission hat im Bereich der Handelspolitik kein Interesse, einen demokratischen Prozess zu organisieren. Sie h&ouml;rt lieber ausschlie&szlig;lich auf die Interessen von Konzernen&ldquo;, sagt Attac-Handelsexperte Roland S&uuml;&szlig;. &bdquo;Mit dem Urteil wird die Kommission zumindest gezwungen, ihre Politik im Hinblick auf k&uuml;nftige Europ&auml;ische B&uuml;rgerinitiativen zu &uuml;berdenken.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/startseite\/detailansicht\/news\/eug-urteil-ablehnung-der-buergerinitiative-gegen-ttip-und-ceta-war-rechtswidrig\/\">attac<\/a>\n<p><strong>dazu: Pressemitteiling des EuGH<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/curia.europa.eu\/jcms\/upload\/docs\/application\/pdf\/2017-05\/cp170049de.pdf\">EuGH [PDF]<\/a><\/p>\n<p><strong>und: Paralleljustiz durch Freihandel<\/strong><br>\nEin luxemburgischer Investmentfonds verklagt Spanien wegen gestrichener Zulagen. So k&ouml;nnte die Paralleljustiz der Freihandelsabkommen aussehen.<br>\nEine stolze Summe: 128 Millionen Euro muss die spanische Regierung an den Investmentfonds Eiser Infrastructure zahlen, der in Luxemburg sitzt. So hat es ein Schiedsgericht in Washington entschieden.<br>\nZun&auml;chst mag das Urteil fair erscheinen. Eiser hat in spanische Solarparks investiert, weil man von staatlichen Zulagen profitieren wollte. Doch als die Eurokrise ausbrach, musste die spanische Regierung sparen und hat diese Solarzulagen gek&uuml;rzt. Eiser f&uuml;hlte sich geprellt. Trotzdem ist der Fall seltsam. Denn der Investmentfonds war keineswegs die einzige Firma, die in spanische Solarparks investiert hat. Auch spanische Unternehmen waren beteiligt. Doch die Spanier erhielten keinen Schadenersatz &ndash; weil spanische Gerichte entschieden haben, dass es rechtens war, dass der Staat die Zulagen streicht.<br>\nDieser Fall aus Spanien zeigt erneut, wie gef&auml;hrlich die sogenannten Investitionsschutzklauseln sind, die sich in der internationalen Energiecharta finden und die auch in fast jedem anderen Freihandelsabkommen verankert sind. Denn es wird eine Paralleljustiz f&uuml;r ausl&auml;ndische Konzerne etabliert. Sie k&ouml;nnen ein Schiedsgericht in Washington anrufen, wann immer sie ihre &bdquo;legitimen Gewinnerwartungen&ldquo; geschm&auml;lert sehen. Bizarre Konsequenz: Die Gerichte in demokratischen L&auml;ndern wie Spanien werden ausgehebelt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kommentar-Investorenschutzgerichte\/%215403848\/\">taz<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Trag&ouml;die auf dem Mittelmeer: Mehr als 200 Menschen ertrunken<\/strong><br>\nTausende Migranten wagen in diesen Tagen wieder die Flucht &uuml;ber das Mittelmeer. H&auml;ufig in seeuntauglichen Booten: Allein am Wochenende sollen mehr als 200 Menschen vor der K&uuml;ste Libyens ertrunken sein. (&hellip;) Seit Beginn des Jahres sind bereits fast 45.000 Migranten auf Booten &uuml;ber das Mittelmeer nach Europa gekommen, der weitaus gr&ouml;&szlig;te Teil von ihnen &uuml;ber die zentrale Route von der libyschen K&uuml;ste aus. Fast alle kommen aus S&uuml;dsahara-Staaten wie Nigeria, Eritrea oder Gambia. Laut der Internationalen Organisation f&uuml;r Migration sind seit Jahresbeginn bereits weit &uuml;ber 1000 Menschen auf der Flucht &uuml;ber das Mittelmeer ums Leben gekommen. Im gesamten Jahr 2016 waren es &uuml;ber 5000 Tote.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/fluechtlinge-1805.html\">tagesschau.de<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Das &bdquo;Twitter-M&auml;dchen&ldquo; im Syrienkrieg<\/strong><br>\n[&hellip;] Auch im Syrien-Konflikt, wo die Einteilung in Gut und B&ouml;se mangels Guten eigentlich gar nicht m&ouml;glich ist, tauchen schon mal kleine M&auml;dchen auf, um dem Publikum das Feindbild zu weisen. So machte im Dezember 2016 ein tapferes kleines M&auml;dchen in Social Media die Runde, das in Aleppo zwischen dort liegenden Leichen irrte.<br>\nDas scheinbar aktuelle Foto entstand jedoch bereits 2014 im Libanon &ndash; und stammt aus einem inszenierten Videoclip der libanesischen S&auml;ngerin Hiba Tawaji &uuml;ber den Arabischen Fr&uuml;hling. Die &bdquo;Leichen&ldquo; waren so tot wie Nayiras &bdquo;Babys&ldquo; echt.<br>\nSolche Fake-News, die in sozialen Netzwerken von Fake-Accounts gestreut werden, erinnern stark an die von Edward Snowden enttarnte Einheit Joint Threat Research Intelligence Group (JTRIG) des britischen Geheimdienstes, die durch Infiltrieren von Social Media Desinformation in die &ouml;ffentliche Meinung einspeisen soll, etwa um Gegner in Misskredit zu bringen. Das Biotop von Anonymous ist l&auml;ngst Terrain der Geheimdienste.<br>\nSo leistet sich etwa das Pentagon eine Armee von 27.000 PR-Beratern, die sich einen Etat von &uuml;ber vier Milliarden US-Dollar teilen. Der lukrativste Auftrag ging an die britischen PR-Agentur Bell Pottinger, die 500 Millionen US-Dollar f&uuml;r gef&auml;lschte Propaganda-Videos des Terrornetzwerks Al-Qaida im Irak erhielt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Das-Twitter-Maedchen-im-Syrienkrieg-3703634.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>T&uuml;rkei: Kurswechsel statt Kuschelkurs<\/strong><br>\nMit dem Referendum vom 16. April hat Staatschef Recep Tayyip Erdogan seinem Putsch gegen die t&uuml;rkische Verfassung zum Sieg verholfen. Die Volksabstimmung &uuml;ber die Einf&uuml;hrung einer Pr&auml;sidialdiktatur endete nach offiziellen Angaben mit einem knappen Vorsprung des Ja-Lagers aus islamistischer AKP und rechtsextremer MHP: 51,4 Prozent haben f&uuml;r eine entsprechende gesetzliche Regelung gestimmt. Das &raquo;Hayir&laquo;-Lager, angef&uuml;hrt von der sozialdemokratischen CHP und der prokurdischen HDP konnte 48,6 Prozent hinter sich bringen. Das Kopf-an-Kopf-Rennen in der T&uuml;rkei ist beachtlich, waren die Wahlen doch weder frei noch fair: Mehrere Tausend HDP-Politiker sind in den vergangenen Monaten mit konstruierten Terrorvorw&uuml;rfen inhaftiert worden, darunter die Vorsitzenden Selahattin Demirta&#351; und Figen Y&uuml;ksekdag. Mehr als 150 Journalisten sitzen im Gef&auml;ngnis, kritische Zeitungen, Fernseh- und Radiostationen mussten schlie&szlig;en. W&auml;hrend Erdogan und seine regierende AKP stundenlang auf allen Fernsehkan&auml;len warben, mehr Autokratie zu wagen, wurden Demokraten auf den Stra&szlig;en selbst beim Flyer-Verteilen verpr&uuml;gelt.<br>\nKritik der Organisation f&uuml;r Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am ungleichen Wahlkampf und Hinweise auf Unregelm&auml;&szlig;igkeiten bei der Abstimmung haben der Autokrat in Ankara und seine regierende AKP rigoros vom Tisch gewischt. Antr&auml;ge von CHP und HDP, die Volksabstimmung wegen massiver Manipulationen f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;ren zu lassen, wurden von der &ndash; AKP-dominierten &ndash; Wahlkommission abgelehnt. Proteste werden von der Polizei niedergekn&uuml;ppelt, weitere Oppositionelle demonstrativ verhaftet.<br>\nUnd was macht die Bundesregierung? Die h&auml;lt weiter tapfer zu ihrem Premiumpartner Erdogan. Kanzlerin Angela Merkel phantasiert von einem &raquo;harten Wahlkampf&laquo;, ihr Vize, Bundesau&szlig;enminister Sigmar Gabriel, ruft zu Ruhe und Gelassenheit auf, w&auml;hrend am Bosporus Tausende auf den Stra&szlig;en gegen Erdogans Coup demonstrieren. Und als Kr&ouml;nung dr&uuml;ckt die schwarz-rote Bundesregierung die Erwartung aus, dass Erdogan nach dem Referendum &raquo;einen respektvollen Dialog mit allen politischen und gesellschaftlichen Kr&auml;ften des Landes sucht&laquo;. Diese Verh&ouml;hnung der drangsalierten Demokratinnen und Demokraten in der T&uuml;rkei ist schwerlich zu &uuml;berbieten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/sopos.org\/aufsaetze\/59101c6582f57\/1.phtml\">Ossietzky<\/a>\n<p><strong>dazu: T&uuml;rkei als Profitparadies deutscher Waffenexporteure<\/strong><br>\nDass Kriege gut f&uuml;r das Gesch&auml;ft sind, beweist einmal mehr die Nord LB. Die Landesbank empfahl ihren Kunden, in Aktien des Autozuliefer- und R&uuml;stungskonzerns Rheinmetall zu investieren &ndash; wegen der Gewinnerwartung. Nicht zuletzt die von den USA den NATO-Mitgliedern abverlangten j&auml;hrlichen R&uuml;stungsausgaben von zwei Prozent des Staatshaushalts lassen die Investoren von der gro&szlig;en Rendite tr&auml;umen. Dazu passen die Zahlen, die am Dienstag bei der Aktion&auml;rsversammlung von Rheinmetall in Berlin ver&ouml;ffentlicht wurden: Der Konzern steigerte 2016 seinen Umsatz um acht Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Wobei mit 14 Prozent der Gro&szlig;teil des Wachstums auf die R&uuml;stungssparte entfiel; die Autozuliefersparte wuchs um 2,5 Prozent. Vorstandschef Armin Papperger verk&uuml;ndete, im Jahr 2017 werde die R&uuml;stungssparte die Marke von drei Milliarden Euro Umsatz &raquo;ziemlich sicher &uuml;bertreffen&laquo;.<br>\nDer stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei, Tobias Pfl&uuml;ger, kritisierte die Aktion&auml;rsversammlung scharf. Die Aktion&auml;re profitierten von &raquo;Tod und T&ouml;tung&laquo;, sagte der Friedensaktivist zu rund 150 Protestierenden, die am Versammlungsort demonstrierten. Der ehemalige Abgeordnete des Europaparlamentes kritisierte auch die zunehmende Militarisierung der Polizei, die von Rheinmetall ausger&uuml;stet wird und fast schon milit&auml;risch auftrete.<br>\nDie Protestierenden lie&szlig;en es sich nicht nehmen, jedem Aktion&auml;r und jedem Passanten klarzumachen, welche G&uuml;ter Rheinmetall produziert und fuhren einen ausgemusterten Panzer vor das Hotel, in dem das Aktion&auml;rstreffen stattfand. &raquo;Wir wollen Rheinmetall entr&uuml;sten&laquo;, sagte L&uuml;hr Henken, einer der Organisatoren der Demonstration. Er forderte von Rheinmetall, die Produktion milit&auml;rischer G&uuml;ter einzustellen und sich rein auf zivile Produkte zu konzentrieren.<br>\nUm der in Deutschland zunehmenden Kritik an R&uuml;stungsexporten zu entgehen, k&ouml;nnten R&uuml;stungskonzerne die Produktion in Drittstaaten verlegen. Das zumindest k&ouml;nnte eine der Erkl&auml;rungen f&uuml;r die Pl&auml;ne des Rheinmetallkonzerns sein, der den Bau einer Panzerfabrik in der T&uuml;rkei vorantreibt. Von dort ist der weitere Export nicht der deutschen R&uuml;stungsexportregulierung unterworfen.<br>\nSeit Wochen kritisieren Politiker und Menschenrechtler die Pl&auml;ne von Rheinmetall. Sevim Dagdelen, Sprecherin der Fraktion Die LINKE f&uuml;r Internationale Beziehungen, kritisierte in einer Stellungsname die deutsche Bundesregierung scharf: &raquo;Das Asyl f&uuml;r Erdogan-kritische Offiziere dient offenbar auch als Camouflage f&uuml;r die potenziell m&ouml;rderischen Folgen der Au&szlig;enwirtschaftspolitik der Bundesregierung.&laquo; Um sich die T&uuml;rkei als Profitparadies f&uuml;r deutsche Waffenschmieden wie Rheinmetall zu sichern, gehe die Bundesregierung sprichw&ouml;rtlich &uuml;ber Leichen. Die &raquo;Rheinische Post&laquo; ver&ouml;ffentlichte am Dienstag Gespr&auml;che zwischen Rheinmetall und der Bundesregierung. Der Konzern will Leopard-Panzer des t&uuml;rkischen Milit&auml;rs nachr&uuml;sten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/m\/artikel\/1050475.tuerkei-als-profitparadies-deutscher-waffenexporteure.html\">Neues Deutschland<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Vom Bundestag in den R&uuml;stungskonzern: &bdquo;Eine Frage der pers&ouml;nlichen Integrit&auml;t&ldquo;<\/strong><br>\nEs sei &bdquo;ein St&uuml;ck weit instinktlos&ldquo;, sagte Timo Lange von der Anti-Korruptions-Organisation Lobbycontrol im DLF, dass Ex-Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung sich in den Aufsichtsrat des R&uuml;stungskonzerns Rheinmetall w&auml;hlen lie&szlig;e. Auch wenn Jung die Vorgaben des Transparenzgesetzes einhalte, bestehe die Gefahr eines Interessenkonflikts. (&hellip;) Timo Lange: &bdquo;Mit Herrn Jung geht ja nun dann ein weiterer ehemaliger Minister zum R&uuml;stungskonzern Rheinmetall, nachdem der ehemalige Entwicklungshilfeminister Herr Niebel ja auch bereits dorthin gewechselt ist. Beide F&auml;lle sind sicherlich anders zu bewerten, da bei Herrn Jung ja nun doch einige Jahre seit seiner Ministerzeit vergangen sind. Zugleich ist er ab 2015 stellvertretender Vorsitzender seiner Fraktion f&uuml;r Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik und insofern auch politisch mit Dingen besch&auml;ftigt, die Rheinmetall ganz konkret interessieren d&uuml;rften, und wie Rheinmetall gesagt hat, wurde Herr Jung durchaus auch aufgrund seiner besonderen Expertise im R&uuml;stungsbereich dort in den Aufsichtsrat berufen beziehungsweise vor der Berufung vorgeschlagen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/vom-bundestag-in-den-ruestungskonzern-eine-frage-der.766.de.html?dram:article_id=385741\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Unglaublich: Union und SPD sprechen die Bundesregierung von jeglichen Verfehlungen im Abgasskandal frei.<\/strong><br>\nSie attestieren in ihrem abschlie&szlig;enden Untersuchungsbericht der Autoindustrie eine wei&szlig;e Weste und sehen keine zu hohe Stickoxidbelastung f&uuml;r B&uuml;rger. Selbstkritik &ndash; Fehlanzeige. Besch&auml;mend &ndash; meint der VCD.<br>\nDie Abgeordneten der Koalitionsfraktionen im Bundestag zeichnen ein seltsames Bild von den Ergebnissen des Bundestags-Untersuchungsausschusses zum Abgasskandal. So h&auml;tten sowohl das Bundesverkehrsministerium als auch das Kraftfahrtbundesamt (KBA) alles richtig gemacht und konsequent gehandelt. Au&szlig;erdem sei der Abgasskandal gar keiner, sondern nur ein Fall von VW. Weitere Hersteller h&auml;tten keine Probleme und das obwohl Messungen des KBA und des Umweltbundesamtes (UBA) zeigen, dass viele Dieselmodelle anderer Hersteller ebenfalls mehr Stickoxide aussto&szlig;en als es der Grenzwert in Wahrheit zul&auml;sst, z.T. sogar mehr als VW-Fahrzeuge mit Schummelsoftware. Die Opposition ist zu recht aufgebracht.<br>\nF&uuml;r den VCD ist am ersch&uuml;tterndsten die Aussage: In Deutschland best&uuml;nden keine toxikologisch bedenklichen NO2-Werte in &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Bereichen. Dies kommt einem Schlag ins Gesicht der Menschen gleich, die tagt&auml;glich schlechte Luft einatmen m&uuml;ssen. Sind denn alle wissenschaftlichen und umweltmedizinischen Erkenntnisse &uuml;ber den Zusammenhang zwischen erh&ouml;hter Stickstoffdioxid-Belastung und gesundheitlichen Auswirkungen nichts anderes als Fake-News? Diese Sichtweise auf den Abgasskandal hat fast schon Trump`sche Z&uuml;ge.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.vcd.org\/themen\/unglaublich-union-und-spd-sprechen-die-bundesregierung-von-jeglichen-verfehlungen-im-abgasskandal-frei\/\">VCD<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Autobahnen: SPD verhindert die Privatisierung schon wieder &ndash; nicht<\/strong><br>\nDie Berliner Zeitung hat einen &Auml;nderungsentwurf zur Grundgesetz&auml;nderung zur Autobahnreform ver&ouml;ffentlicht. Klingt kompliziert und ist es auch. Aber mit etwas Geduld l&auml;sst sich das vereinfachen. Und das geht so: Die Autobahnverwaltung soll privatisiert werden, Bau und Betrieb werden ge&ouml;ffnet f&uuml;r private Investoren. Privatisierung also? Nicht mit der SPD! &ndash; sagte Fraktionschef Thomas Oppermann gegen&uuml;ber der ARD-Sendung Monitor. &bdquo;Auch grundgesetzlich?&ldquo; &ndash; fragte das Team noch. Doch Oppermann entschwand und sagte nur noch &uuml;ber die Schulter: &bdquo;Das kl&auml;ren wir in der Beratung.&ldquo; Gut gebr&uuml;llt, L&ouml;we. Die Beratung war jetzt, und herausgekommen ist: Murks. Noch schlimmer: Murks am Grundgesetz. Am schlimmsten ist: Mit diesem Murks kann k&uuml;nftig fr&ouml;hlich privatisiert werden. (&hellip;) Sie wollen das alles nicht? Dann schreiben Sie Ihren Abgeordneten im Wahlkreis! Die k&ouml;nnen das tats&auml;chlich verhindern. 17 Prozent der Abgeordneten aus den Regierungsfraktionen reichen aus! Wenn so viele &bdquo;Hinterb&auml;nkler&ldquo; mit Nein stimmen, kommt die zwei-Drittel-Mehrheit am 19. Mai im Bundestag nicht zustande.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.gemeingut.org\/spd-verhindert-die-privatisierung-schon-wieder-nicht-ein-kommentar-von-carl-wassmuth\/\">GiB<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Das Letzte: Bayern-Boss Uli Hoeness offen wie nie: &laquo;Habe zwei Fan-Clubs im Knast&raquo;<\/strong><br>\nHofkellerei des F&uuml;rsten von Liechtenstein. 108 G&auml;ste haben bei &laquo;meet the president&raquo; je 375 Fr. bezahlt, um sich ein Vier-Gang-Men&uuml; servieren zu lassen. &laquo;Meet the president&raquo; heisst der Anlass im L&auml;ndle. Gekommen ist das meist m&auml;nnliche Publikum wegen Bayerns Pr&auml;sident Uli Hoeness (65). Der Weltmeister von 1974, der seine Gage (20&rsquo;000 Franken) wie &uuml;blich Bayern-Hilfe e.V. spendet, spricht &uuml;ber Robben, Rib&eacute;ry &amp; Co. Den Champions-League Final ohne Bayern. Den gr&ouml;ssten Applaus erntet der Bayern-Boss aber, als er offen &uuml;ber seine 21-monatige Haftzeit zu reden beginnt.<br>\nHoeness &uuml;ber das Gerichtsurteil:\n<blockquote><p>\n&laquo;Ich bin der einzige Deutsche, der Selbstanzeige gemacht hat und trotzdem im Gef&auml;ngnis war. Ein Freispruch w&auml;re v&ouml;llig normal gewesen. Aber in diesem Spiel habe ich klar gegen die Medien verloren. T&auml;glich waren 10 bis 12 Journalisten vor unserem Haus. Tag und Nacht. Sie haben in VW-Bussen &uuml;bernachtet. Das wollte ich meiner Familie nicht mehr zumuten. Wir h&auml;tten ja Revision am Bundesgerichtshof machen k&ouml;nnen. Das w&auml;re vielleicht ein Jahr gegangen. Dann w&auml;re es vielleicht wieder zur&uuml;ck ans Landesgericht gegangen. Dann w&auml;re vielleicht wieder ein Jahr vergangen. So w&auml;re ich vielleicht jetzt noch im Gef&auml;ngnis.&raquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Hoeness &uuml;ber sein Delikt:<\/p>\n<blockquote><p>\n&laquo;Mein wirtschaftliches Ergebnis bei der Bank Vontobel von 2001 bis 2010 war minus drei Millionen Euro. Ich habe &uuml;ber 40 Millionen Strafe gezahlt, inklusive 18 Millionen Zinsen und 2 Millionen Kirchensteuer. Trotzdem entschied ich mich, ins Gef&auml;ngnis zu gehen. [&hellip;]\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Hoeness &uuml;ber die Zeit nach dem Gef&auml;ngnis:<\/p>\n<blockquote><p>\n&laquo;Ich dachte, es h&auml;ngt mir ein Makel an, ich werde vielleicht ge&auml;chtet. Doch das Gegenteil war der Fall. Wenn ich fr&uuml;her nach Bremen kam, haben die Leute 30 Minuten lang &lsaquo;Hoeness, du Arschloch!&rsaquo; geschrien. Das hat schon wehgetan. Jetzt war ich k&uuml;rzlich wieder dort, da wollten 500 Leute ein Selfie mit mir machen. Da wusste ich, es war total richtig, das Urteil anzunehmen.&raquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.blick.ch\/sport\/fussball\/international\/bundesliga\/bayern-boss-uli-hoeness-offen-wie-nie-unser-team-ist-kein-altersheim-id6650661.html\">Blick<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Hoene&szlig; hat vor Gericht nach und nach zugeben m&uuml;ssen, Steuern in H&ouml;he von &uuml;ber 27 Millionen Euro hinterzogen zu haben und meint dennoch, daf&uuml;r eigentlich einen Freispruch zu verdienen. Man mag das skandal&ouml;s finden, sollte aber lieber den Blick auf eine Gesetzeslage richten, die es Steuerhinterziehern wie Hoene&szlig; nach wie vor erlaubt, per korrekt gestellter Selbstanzeige straffmildernd oder gar straffrei davonzukommen. Deshalb ist sich Hoene&szlig; auch keiner Schuld bewusst und kann wieder gro&szlig;e Reden schwingen. Damals habe halt ein wenig Bayern-Dusel am Tegernsee geherrscht und ihn, den Wohlt&auml;ter, nur deshalb in eine missliche Lage gebracht, weil eine in Aussicht gestellte noch vorteilhaftere Gesetzes&auml;nderung (Steuerabkommen mit der Schweiz) dann doch nicht zustande kam. Das Verhalten von Hoene&szlig; sollte daher zum Anlass genommen werden, die lasche Gesetzgebung zu thematisieren, wenn es um Steuerhinterziehung, Korruption und Geldw&auml;sche geht.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. 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