{"id":38288,"date":"2017-05-15T09:39:34","date_gmt":"2017-05-15T07:39:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38288"},"modified":"2020-01-29T13:19:56","modified_gmt":"2020-01-29T12:19:56","slug":"notbremse-angriff-auf-merkel-ein-paar-anmerkungen-zum-ausgang-der-wahl-in-nordrhein-westfalen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38288","title":{"rendered":"Notbremse: Angriff auf Merkel. \u2013 Ein paar Anmerkungen zum Ausgang der Wahl in Nordrhein-Westfalen"},"content":{"rendered":"<p>F&uuml;r alle, die einen politischen Wechsel f&uuml;r dringend notwendig halten, war die gestrige Wahl wie auch schon zuvor jene in Schleswig-Holstein und im Saarland entt&auml;uschend. Das gilt f&uuml;r die Gr&uuml;nen, die Linkspartei und vor allem f&uuml;r die SPD. Ihre Kampagne mit Martin Schulz ist zusammengebrochen. Ihre Strategen stehen vor einem Scherbenhaufen. Das Ergebnis war absehbar. &ndash; Es folgen Beobachtungen vom Wahlabend und Anmerkungen zu den Konsequenzen. Ob die SPD bei ihrer Vorstandsklausur von heute fr&uuml;h zur Einsicht kommt? Ich habe seit langem Zweifel, ob ihre Spitzenleute &uuml;berhaupt gewinnen wollen. Wenn dieser Wille fehlt, dann braucht man auch keine gute Strategie. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8462\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-38288-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170515_Anmerkungen_zur_Wahl_in_Nordrhein_Westfalen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170515_Anmerkungen_zur_Wahl_in_Nordrhein_Westfalen_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170515_Anmerkungen_zur_Wahl_in_Nordrhein_Westfalen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170515_Anmerkungen_zur_Wahl_in_Nordrhein_Westfalen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=38288-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170515_Anmerkungen_zur_Wahl_in_Nordrhein_Westfalen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170515_Anmerkungen_zur_Wahl_in_Nordrhein_Westfalen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Das vorl&auml;ufige amtliche Endergebnis:<\/strong><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170515-nrw-wahl-01.png\" alt=\"\" title=\"\"><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170515-nrw-wahl-02.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p><strong>Das Hauptergebnis:<\/strong><\/p><p>CDU und FDP haben zusammen 100 Sitze. Das ist eine Mehrheit von einem Sitz. Ob die beiden damit regieren k&ouml;nnen, ist offen.<\/p><p><strong>Nun nacheinander einige Anmerkungen zum Wahlabend und zum Wahlergebnis und den Folgen:<\/strong><\/p><ol>\n<li><strong>Anmerkung: Siege kann man machen &ndash; Niederlagen auch.<\/strong>\n<p>Die CDU hat in Nordrhein-Westfalen die Landesregierung massiv angegriffen. Daf&uuml;r gab es gute Gr&uuml;nde, nicht so viele, wie die CDU behauptet hat. Die SPD hat es unterlassen, die vermutlichen Angriffe der CDU vorweg zu thematisieren und zu entsch&auml;rfen.<\/p>\n<p>Zus&auml;tzlich wurden bundespolitische Argumente in den Wahlkampf eingespielt:  Angela Merkel war sehr pr&auml;sent in Nordrhein-Westfalen und in den Medien. Die &bdquo;Leistungen&ldquo; der CDU-Seite in der Bundesregierung wurden aktualisiert: besonderes Wachstum im ersten Quartal, hohe Steuereinnahmen. Die miserablen Teile der Berliner Bilanz wurden von SPD-Seite verschwiegen. Keine Angriffe auf von der Leyen, obwohl es dazu aktuelle Ansatzpunkte massenweise gegeben h&auml;tte. Keine Kritik an Merkel. <\/p>\n<p>Die Vorstellung der SPD, durch eine Absprache zwischen Bundes- und Landes-SPD verhindern zu k&ouml;nnen, dass die Bundespolitik bei der Landtagswahl-Entscheidung der W&auml;hlerinnen und W&auml;hler keine Rolle spielen solle, ist schlicht und einfach albern. Die Bundespolitik spielt selbstverst&auml;ndlich auch in eine Landtagswahl-Entscheidung hinein. Auch die nachtr&auml;glich immer wiederholte Behauptung, das sei eine reine Landtagswahl-Entscheidung gewesen, wird nicht ziehen. <\/p>\n<p>Die SPD und Schulz haben nicht konkretisiert, was mehr soziale Gerechtigkeit bedeuten soll. Am Wahlabend hat er wohl gemerkt, dass es an programmatischer Orientierung fehlt. Etwas sp&auml;t. Vielleicht h&auml;tte er besser mal im M&auml;rz schon diesen Beitrag gelesen: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37588\">Schulz ist als Tiger gestartet und als Bettvorleger an der Saar gelandet. Einige Beobachtungen vom Wahlabend<\/a>.<\/p>\n<p>Das Wichtigste, worauf die NachDenkSeiten schon mehrmals hingewiesen haben: die Union, Merkel, von der Leyen und alle anderen werden von den Medien bevorzugt und laufend unterst&uuml;tzt. Martin Schulz hat sich wohl eingebildet, er werde in gleicher Weise zum Liebling der Medien aufsteigen.  An &Auml;u&szlig;erungen von ihm am Wahlabend wird sichtbar, dass er immer noch nicht verstanden hat, dass er gegen die Mehrheit der Medien gewinnen muss und deshalb, um viele Menschen zu motivieren und zu mobilisieren, die Einseitigkeit der Medien thematisieren muss.<\/p>\n<p>&Uuml;ber das Wechselspiel von Hype und Niedermache gab es in der Sonntagsausgabe meiner Regionalzeitung einen interessanten Artikel: &bdquo;Pok&eacute;mon Schulz&ldquo;.  Er h&auml;ngt als Anhang 2 an.<\/p><\/li>\n<li><strong>Anmerkung: Zur Einseitigkeit und zum Versagen vieler Medien<\/strong>\n<p>Die Medien sind an diesem Wahlergebnis in vielf&auml;ltiger Weise beteiligt. Und einige ihrer Vertreter haben sich am Wahlabend schon wieder an der vom konservativen Teil unserer Gesellschaft gew&uuml;nschten Meinungsmache beteiligt. (Mein Haupteindruck geht auf das Verfolgen der Berichterstattung der ARD am Wahlabend zur&uuml;ck und auf Lekt&uuml;re einiger anderer Medien.)<\/p>\n<ul>\n<li>Die Medien haben die FDP wiederbelebt. Ihre Vertreter sind weit &uuml;ber das normale Ma&szlig; hinaus an Talkshows und sonstigen Sendungen beteiligt. Kubicki auf allen Kan&auml;len.<\/li>\n<li>Ein kleines Detail: am Wahlabend selbst zum Beispiel hat der als Moderator wirkende Plasberg gleich zweimal und ohne eigentliches Motiv darauf hingewiesen, der FDP-Vorsitzende Lindner sei der beliebteste Politiker Nordrhein-Westfalens. Es ist offensichtlich, dass die Spitzenverdiener des Medienbetriebs auf die FDP und ihre Steuerpolitik setzen.<\/li>\n<li>Am Abend der Saarland-Wahl haben wichtige Vertreter unentwegt gefragt und festgestellt: die SPD habe an der Saar verloren, weil sie sich f&uuml;r eine Koalition mit der Linkspartei ausgesprochen habe. Haben Sie jetzt am Wahlabend der NRW-Wahl von irgendeinem Medium geh&ouml;rt, die SPD habe in Nordrhein-Westfalen so massiv verloren, weil sie sich gegen eine Koalition mit der Linkspartei ausgesprochen hat? Nichts davon. An der Saar hatte die SPD ein Prozent verloren, in Nordrhein-Westfalen verlor sie 7,9 %. Diese Fakten sind kein Anlass, danach zu fragen, welche Rolle die Absage an ein rot-rot-gr&uuml;nes B&uuml;ndnis in NRW und damit die Absage an eine konkrete Alternative f&uuml;r die Wahlentscheidung gespielt haben k&ouml;nnte.<\/li>\n<li>Wenn man bedenkt, dass die ARD sich auch mit ihrer Einrichtung Faktenfinder zum Zensor aufspielen will und das Verhalten ihrer Vertreter am gestrigen Wahlabend sieht, dann verschl&auml;gt es einem die Sprache.<\/li>\n<li>Es gab auch eine F&uuml;lle kleinerer Fehler und Ungeschicklichkeiten: die ARD-Vertreter wechselten st&auml;ndig ihre Interviewpartner, schnitten Interviews mitten im Satz ab, um vermeintlich interessantere Gespr&auml;chspartner oder Statements einzublenden. Plasberg hat penetrant versucht, die Gr&uuml;nen-Spitzenkandidatin und Ministerin Sylvia L&ouml;hrmann zu irgendeinem R&uuml;cktritt zu bewegen. Sie hatte mit Recht M&uuml;he, ihm klarzumachen, dass es bei ihr nichts zur&uuml;ckzutreten gibt. Das Ministeramt hat sie nicht mehr und ein sonstiges Amt hat sie nicht. Insgesamt miserabler Journalismus. Plasberg hat auch f&uuml;r Merkel geworben, nicht nur f&uuml;r Lindner und die FDP. Die Vertreter der ARD\/WDR haben sich auch in Kombination mit den Umfrageexperten von Infratest Dimap einige ordentliche Bl&ouml;&szlig;en gegeben: sie starteten mit einer Differenz zwischen CDU und SPD von 4 %. Tats&auml;chlich wurden daraus 1,8 %. Aber der gro&szlig;e Vorsprung bestimmte ma&szlig;geblich die weitere Atmosph&auml;re des Abends.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Anmerkung: Koalitionsaussage Ja oder Nein? Umgang mit potentiellen Partnern. Hannelore Kraft hat Schwarz-Gelb m&ouml;glich gemacht.<\/strong>\n<ul>\n<li>Es ist schon darauf hingewiesen worden, dass das Kalk&uuml;l der SPD-F&uuml;hrung, durch eine Distanzierung von der Zusammenarbeit mit der Linkspartei W&auml;hlerinnen und W&auml;hler zu gewinnen, nicht aufgegangen ist. Mit dem Bekenntnis zu einer solchen Koalition im Saarland hat sie weniger verloren als jetzt in Nordrhein-Westfalen mit einer wahltaktisch bedingten Absage an diese Alternative. Der Kern: Martin Schulz und die SPD k&ouml;nnen nicht vermitteln, mit welcher Mehrheit sie die n&auml;chste Wahl, die Bundestagswahl Ende September gewinnen wollen. 27 Jahre nach dem Ende der DDR wird immer noch und offensichtlich verst&auml;rkt die Angst vor einer linken Partei gesch&uuml;rt. Die Rote-Socken-Kampagne der CDU\/CSU ist wiederbelebt worden und diese Wiederbelebung gelingt, wenn niemand au&szlig;er der Linkspartei selbst dieser Stigmatisierung widerspricht. Die SPD und die SPD-F&uuml;hrung t&auml;uschen sich, wenn sie meinen, sie k&ouml;nnten sich dadurch, dass sie mit den W&ouml;lfen heulen, der Stigmatisierung als potentieller Koalitionspartner entziehen. <\/li>\n<li>Es ist ganz selbstverst&auml;ndlich, dass W&auml;hlerinnen und W&auml;hler gerne wissen, welche Regierungskonstellationen zur Wahl stehen. In der klaren Erkenntnis dieses Wunsches sind bisher deshalb in der Regel, nicht immer, die potentiellen Koalitionspartner benannt worden und sie sind sogar gepflegt worden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Da ich an vielen Wahlk&auml;mpfen beteiligt war, habe ich eine F&uuml;lle von Beispielen pr&auml;sent: 1969 wurde der potentielle Koalitionspartner FDP, damals allerdings mehr linksliberal als heute, von dem kommenden Bundeskanzler Brandt umworben. Er hat dann als Bundeskanzler immer wieder f&uuml;r dieses B&uuml;ndnis auch mit R&uuml;ckgriff auf die sozialliberalen Traditionen der FDP geworben: <\/p>\n<p>Im Januar 1975 war die Koalition aus SPD und FDP in Nordrhein-Westfalen in N&ouml;ten. Es war unsicher, ob sie die Wahl im Mai gewinnen w&uuml;rden. Daraufhin lud der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt die Spitzen der beiden Parteien zu einer Beratung in den Kanzlerbungalow ein. Ich war bei dieser Sitzung mit dabei. Sie war ausgesprochen produktiv und hat wesentlich dazu beigetragen, den damaligen SPD-Ministerpr&auml;sidenten K&uuml;hn vor der Abwahl zu retten. <\/p>\n<p>Das sind zwei Beispiele von vielen m&ouml;glichen. Koalitionen und Koalitionspartner m&uuml;ssen gepflegt werden. Und das muss offen geschehen und offensiv. Das gilt jetzt auch im Blick auf die Bundestagswahl.<\/p><\/li>\n<li><strong>Will die SPD wirklich gewinnen?<\/strong>\n<p>Alle &Uuml;berlegungen machen nur dann einen Sinn, wenn man dessen sicher sein kann, dass der gr&ouml;&szlig;te Partner einer potentiellen Koalition zur Abl&ouml;sung von Frau Merkel die politische Alternative wirklich will. Daran sind gro&szlig;e Zweifel angebracht. Was zu tun w&auml;re, haben wir <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38187\">hier<\/a> beschrieben und ich wiederhole es noch mal:<\/p>\n<p><strong>Eine klare Alternative zu Frau Merkel bieten, w&uuml;rde verlangen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Abkehr von der Agenda 2010 und zugleich die Hinwendung zur bew&auml;hrten Politik der sozialen Sicherung<\/li>\n<li>Klares Bekenntnis zur Sozialstaatlichkeit als dem Markenzeichen Europas<\/li>\n<li>Schluss mit der Austerit&auml;tspolitik und stattdessen Besch&auml;ftigungsinitiativen bei uns und vor allem in den Krisenl&auml;ndern Europas<\/li>\n<li>Das w&auml;re zugleich die Abkehr von den Lippenbekenntnissen zu Europa und stattdessen eine aktive Wirtschafts- und Finanzpolitik zur Rettung Europas<\/li>\n<li>Schluss mit der Kriegsbeteiligung, Verst&auml;ndigung mit Russland. Hinwendung zum Konzept der Gemeinsamen Sicherheit<\/li>\n<li>Distanzierung von USA und NATO &ndash; auf mittlere Sicht Schluss mit der Nutzung unseres Landes f&uuml;r Kriegshandlungen &uuml;berall in der Welt<\/li>\n<li>Eine klare Aussage dazu, wie man die politische Mehrheit gewinnen will. Da kann man vom Wahlsieger der CDU in Schleswig-Holstein lernen. Er hat die Koalition benannt, mit der er den Wechsel in Kiel bewirken will. Konkret hei&szlig;t das f&uuml;r die Bundestagswahl: Offensiv die Zusammenarbeit mit der Linkspartei ank&uuml;ndigen und vertreten. <\/li>\n<li>Thematisierung der Medienbarriere und zugleich<\/li>\n<li>Mobilisierung von 100 tausenden politisch engagierter Menschen und Sympathisanten<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein solches Programm mag man f&uuml;r illusion&auml;r halten. Dann m&ouml;ge man aber auch die Folgen bedenken.&ldquo;<\/p>\n<p>Das war vom 8. Mai 2017, ist also gerade mal eine Woche alt.<\/p>\n<p>Die SPD ist weit von einer solchen Programmatik entfernt. Sie ist an die Agenda 2010 gefesselt und m&ouml;glicherweise auch ans Kriegf&uuml;hren. Wenn die heutige Vorstandsklausur das Gegenteil beweisen w&uuml;rde, dann w&auml;re das eine sehr positive &Uuml;berraschung. Wenn nicht, dann geht&rsquo;s weiter abw&auml;rts.\n\n<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Anhang 1:<\/strong><\/p><p><strong>Beitrag von Eckehart Hagen zu den nordrhein-westf&auml;lischen Wahlen, geschrieben um 15:00 Uhr vor Schlie&szlig;ung der Wahllokale:<\/strong><\/p><p><strong>Warum SPD und Rot-Gr&uuml;n die Wahl in NRW verlieren und was daraus folgen k&ouml;nnte bzw. sollte<\/strong><br>\n(eine gewagte Prognose <strong>vor<\/strong> Schlie&szlig;ung der Wahllokale)<\/p><ol>\n<li>Die NRW-Regierungsbilanz ist mager, bestenfalls durchwachsen<\/li>\n<li>Es wurde &ndash; au&szlig;er &bdquo;kein Kind zur&uuml;cklassen&ldquo; &ndash; kaum eine Werteuntermauerung  des Regierungshandelns vermittelt\t<\/li>\n<li>Der &bdquo;Wahlkampf&ldquo; der SPD war einfalts- und zahnlos und in Anzeigen, Plakaten und St&auml;nden weniger pr&auml;sent als CDU und FDP (zumindest in Bonn!) Die fast vollst&auml;ndige Beschr&auml;nkung auf die MP&rsquo;in (NRWir mit Hannelore Kraft) ohne inhaltliche Unterf&uuml;tterung ist zu wenig<\/li>\n<li>Dem offensiven, z.T. aggressiven Wahlkampf (z.B. Schlusslichtdebatte) von CDU und FDP wurde argumentativ nichts entgegengestellt, weder verteidigend noch mit eigener Angriffsargumentation; willf&auml;hrig wurde von Frau Kraft auch eine Koalition mit &sbquo;Die Linke&lsquo; ausgeschlossen und daf&uuml;r der FDP Koaltions-Avancen gemacht<\/li>\n<li>So konnten die Oppositionsparteien alle in NRW sicht- und sp&uuml;rbaren Fehler und Defizite (von K&ouml;lner Silvesternacht, &uuml;ber Fall Amri, Verkehrsstaus, Wohnungsnot, innere Sicherheit, insbesondere hohe Einbruchszahlen, Lehrer- und ErzieherInnenmangel, Schul- und Kitasituation bis zur Salafistenszene) ausschlie&szlig;lich der Landesregierung anlasten und damit Wechselstimmung erzeugen<\/li>\n<li>SPD und Gr&uuml;ne blieben im gesamten Wahlkampf deshalb ausschlie&szlig;lich in der Defensive. In dieser Situation reicht ein blo&szlig;er &bdquo;Nettigkeits-\/K&uuml;mmerer-Wahlkampf&ldquo; der MP&rsquo;in nicht aus<\/li>\n<li>Frau Merkel blieb von jeglicher Kritik (z.B. zu Fehlern in der  Fl&uuml;chtlings- oder Europapolitik ) verschont. Vor lauter gro&szlig;koalition&auml;rer R&uuml;cksichtnahme (u.a.) haben die SPD-Oberen auch jegliche Angriffsf&auml;higkeit  verloren, ohne die eine Wahlauseinandersetzung nicht zu gewinnen ist<\/li>\n<li>Das Profil der SPD, das Martin Schulz zu Beginn seiner BK-Kandidatur durch erstmalig auf F&uuml;hrungsebene eingestandenen Korrekturbedarf der Agenda-10-Politik, gesch&auml;rft hatte (mit sofortigem Anstieg der Umfragewerte bis zu 10 %-Punkten), wurde offensichtlich durch neoliberale Alt-Genossen gestoppt. Stattdessen ist der ohnehin nicht linke, nun zus&auml;tzlich gez&auml;hmte Kandidat im Mainstream unserer &bdquo;Eliten&ldquo; angekommen (vergleiche seine Rede vor der Industrie-und Handelskammer in Berlin: &bdquo;So viel Markt wie m&ouml;glich, so viel Staat wie n&ouml;tig&ldquo; &ndash; ein typischer CDU\/ FDP-Satz ist nun sein Credo und genau f&uuml;r diese Politik braucht das Land keine SPD!!!)<\/li>\n<li>Angesichts aller Umfragewerte sagt die apodiktische (und v&ouml;llig unn&ouml;tige) Absage an eine Rotrotgr&uuml;ne Regierung dem W&auml;hler, da&szlig; es Frau Kraft bestenfalls um ein Weiterso geht,  entweder in der GroKo (gegebenenfalls auch als Juniorpartner wie im Saarland!?) oder mit der Lindner-FDP in einer Ampel. Beide Perspektiven sind nicht zur Mobilisierung einer angeblich linken Volkspartei und ihrer potentiellen W&auml;hler geeignet.<\/li>\n<li>Geht NRW f&uuml;r die SPD verloren, kann ein &bdquo; gez&auml;hmter Kanzlerkandidat Schulz&ldquo;  alle M&uuml;he, Schweiss und Geld sparen f&uuml;r einen BTW-Wahlkampf, der realistischerweise nur die abermalige Rolle als Merkels Juniorpartner erwarten l&auml;sst und die SPD mit grosser Sicherheit im 30%-Turm gefangen h&auml;lt (und perspektivisch das Schicksal anderer westeurop&auml;ischer sozialdemokratischer Parteien zur Folge haben d&uuml;rfte)<\/li>\n<li><strong>Ich habe dennoch einen Traum:<\/strong> Die SPD besinnt sich nach der NRW-Niederlage ihrer den minderprivilegierten Menschen historisch geschuldeten Werte und kehrt auf den Weg wirklich sozialdemokratischer Zielstellungen zur&uuml;ck. Sie entschlie&szlig;t sich f&uuml;r eine offensiv gef&uuml;hrte Auseinandersetzung mit der gescheiterten neoliberalen Ideologie ( und damit wesentlicher Elemente der Agenda-10-Politik!) sowie  ihrer Wortf&uuml;hrer in Politik, Wirtschaft und Medien. Die Partei &bdquo;Die Linke&ldquo; wird  auch von der SPD nach fast 3 Jahrzehnten deutscher Einheit als eine normale, demokratische Konkurrenzpartei behandelt, und d.h. alle demokratischen Parteien sind im Prinzip koalitionsf&auml;hig!<\/li>\n<\/ol><p>Eckehart Hagen, Bonn 14.Mai 2017\/ 15:00 Uhr<\/p><p><strong>Anlage 2:<\/strong><br>\nEin Artikel der Rheinpfalz am Sonntag vom 14.5.2017:<br>\n<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170515-nrw-wahl-03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170515-nrw-wahl-03-small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F&uuml;r alle, die einen politischen Wechsel f&uuml;r dringend notwendig halten, war die gestrige Wahl wie auch schon zuvor jene in Schleswig-Holstein und im Saarland entt&auml;uschend. Das gilt f&uuml;r die Gr&uuml;nen, die Linkspartei und vor allem f&uuml;r die SPD. Ihre Kampagne mit Martin Schulz ist zusammengebrochen. Ihre Strategen stehen vor einem Scherbenhaufen. Das Ergebnis war absehbar.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38288\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,107,183,189,191,11,190],"tags":[1546,2817,647,838,675,246,315,754,437,1193,702,255,1347],"class_list":["post-38288","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-audio-podcast","category-medienkritik","category-parteien-und-verbaende","category-spd","category-strategien-der-meinungsmache","category-wahlen","tag-ard","tag-hart-aber-fair","tag-infratest","tag-kraft-hannelore","tag-lindner-christian","tag-linke-mehrheit","tag-merkel-angela","tag-nrw","tag-plasberg-frank","tag-schulz-martin","tag-schwarz-gelb","tag-wahlanalyse","tag-wahlkampf"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38288","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=38288"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38288\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38300,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38288\/revisions\/38300"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=38288"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=38288"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=38288"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}