{"id":38321,"date":"2017-05-17T08:50:39","date_gmt":"2017-05-17T06:50:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38321"},"modified":"2017-05-26T11:33:48","modified_gmt":"2017-05-26T09:33:48","slug":"der-grosse-britische-brexit-raubzug-wie-unsere-demokratie-gekapert-wurde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38321","title":{"rendered":"Der gro\u00dfe britische Brexit-Raubzug: Wie unsere Demokratie gekapert wurde."},"content":{"rendered":"<p>Leser haben uns auf diesen Artikel im britischen Guardian und Observer &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/technology\/2017\/may\/07\/the-great-british-brexit-robbery-hijacked-democracy\">The great British Brexit robbery: how our democracy was hijacked<\/a>&rdquo; aufmerksam gemacht. Die NachDenkSeiten-Leserin <strong>Josefa Zimmermann<\/strong> hat ihn &uuml;bersetzt. Herzlichen Dank, auch im Namen aller interessierten Leserinnen und Leser. Ein bedr&uuml;ckendes Dokument zum Zustand westlicher Demokratien. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2740\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-38321-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170518_Der_grosse_britische_Brexit_Raubzug_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170518_Der_grosse_britische_Brexit_Raubzug_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170518_Der_grosse_britische_Brexit_Raubzug_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170518_Der_grosse_britische_Brexit_Raubzug_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=38321-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170518_Der_grosse_britische_Brexit_Raubzug_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170518_Der_grosse_britische_Brexit_Raubzug_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Der gro&szlig;e britische Brexit-Raubzug: Wie unsere Demokratie gekapert wurde.<\/strong><\/p><p>Dunkle, globale Machenschaften beeinflussten das Ergebnis des EU-Referendums. Involviert waren Big Data ebenso wie milliardenschwere Trump-Freunde und die zersplitterten Gruppen der Leave-Kampagne. Da nun in Gro&szlig;britannien erneut Wahlen bevorstehen, stellt sich die Frage, ob unser Wahlsystem noch brauchbar ist. <\/p><p>Von Carolyn Cadwalladr<br>\n&Uuml;bersetzung: Josefa Zimmermann<br>\n7.5.17,  The Guardian<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Verbundenheit, die das Herz der Globalisierung bildet, kann von Staaten mit feindlichen Absichten ausgebeutet werden zum Erreichen ihrer Ziele (&hellip;) Die damit verkn&uuml;pften Risiken sind tiefgehend und stellen eine fundamentale Bedrohung unserer Souver&auml;nit&auml;t dar.&ldquo;<br>\nAlex Younger, Direktor des MI6, im Dezember 2016\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\nEs ist nicht Aufgabe des MI6, vor internen Bedrohungen zu warnen. Das war eine sehr seltsame Rede. Hat hier ein Geheimdienst dem anderen einen einen Schuss vor dem Bug verpasst? Oder zielte es auf Theresa May? Wei&szlig; sie etwas, was sie uns nicht sagt?<br>\nSenior Intelligence Analyst, im April 2017\n<\/p><\/blockquote><p>Im Juni 2013 rief eine junge amerikanische Studienabsolventin namens Sophie w&auml;hrend eines Londonaufenthaltes den Chef eines Unternehmens an, bei dem sie zuvor ein Praktikum absolviert hatte. Die Firma, SCL Elections, war gerade im Begriff an Robert Mercer, Milliard&auml;r und Besitzer eines geschlossenen Hedgefonds, verkauft und in Cambridge Analytica umbenannt zu werden. Sp&auml;ter sollte sie einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangen als die Datenanalysefirma, sie sowohl im Trump-Wahlkampf als auch bei der Brexit-Kampagne eine Rolle spielte. Aber das lag noch in der Zukunft. Denn London sonnte sich 2013 noch im Nachgl&uuml;hen der Olympischen Spiele. Gro&szlig;britannien hatte den Brexit noch nicht vollzogen. Die Welt hatte sich noch nicht ver&auml;ndert.<\/p><p>&bdquo;Das war, noch bevor wir zu dieser dunklen, dystopischen Daten-Firma wurden, die der Welt Trump bescherte&ldquo;, erz&auml;hlt mir ein fr&uuml;herer Mitarbeiter von Cambridge Analytica, den ich hier Paul nennen will. &bdquo;Das war damals, als wir lediglich ein Unternehmen f&uuml;r Psychologische Kriegsf&uuml;hrung waren.<\/p><p>&bdquo;Nannten Sie es wirklich so?&ldquo;, fragte ich ihn, &bdquo;Psychologische Kriegsf&uuml;hrung?&ldquo; &bdquo;Vollkommen richtig, genau darum ging es! PsyOps, Psychologische Operationen &ndash; die gleichen Methoden, die das Milit&auml;r anwendet, um die Gef&uuml;hle der Massen zu steuern. Das, was sie unter &lsquo;Herz und Verstand gewinnen&rsquo; verstehen. Wir taten es, um Wahlen zu gewinnen, genau wie wir L&auml;nder entwickeln, die kaum Gesetze haben.&ldquo;<\/p><p>&bdquo;Warum absolviert jemand ein Praktikum in einer Firma, die in der Psychologischen Kriegsf&uuml;hrung t&auml;tig ist?&ldquo; fragte ich ihn. Er schaute mich an, als sei ich verr&uuml;ckt. &bdquo;Es war, als ob man f&uuml;r den MI6 arbeitet. Aber ein MI6, der k&auml;uflich ist. Es war einfach schick, sehr englisch. Der Chef war ein ehemaliger Eton-Sch&uuml;ler und man macht dort coole Sachen. Man fliegt durch die ganze Welt. Man arbeitet mit dem Pr&auml;sidenten von Kenia oder von Ghana oder von wo auch immer zusammen. Es nicht wie eine Wahlkampagne im Westen. Man macht die verr&uuml;cktesten Dinge. <\/p><p>An diesem Tag im Juni 2015 traf Sophie den Chef von SCL und infizierte ihn mit einer Idee. &bdquo;Sie sagte, &lsquo;du musst wirklich in den Datenbereich einsteigen!&rsquo; Sie h&auml;mmerte es in Alexander hinein. Und sie schlug ihm vor, Kontakt zu dieser Firma aufzunehmen, die jemandem geh&ouml;rte, den sie &uuml;ber ihren Vater kannte.<\/p><p>&bdquo;Wer ist ihr Vater?&ldquo;<\/p><p>&bdquo;Eric Schmidt.&ldquo;<\/p><p>&bdquo;Eric Schmidt &ndash; der Vorstandsvorsitzende von Google?&ldquo;<\/p><p>&bdquo;Ja. Und sie schlug vor, Alexander sollte sich mit dieser Firma namens Pallantir in Verbindung setzten.&ldquo;<\/p><p>Ich hatte zuvor &uuml;ber mehrere Monate mit ehemaligen Mitarbeitern von Cambridge Analytica gesprochen und Dutzende haarstr&auml;ubender Geschichten geh&ouml;rt, aber dieser Moment war dennoch verbl&uuml;ffend.<\/p><p>F&uuml;r jeden, der sich mit &Uuml;berwachung besch&auml;ftigt, ist Palantir ein Schl&uuml;sselbegriff. Die Datenkrake hat Vertr&auml;ge mit Regierungen in aller Welt &ndash; einschlie&szlig;lich GCHQ und NSA. Der Eigent&uuml;mer ist Peter Thiel, der milliardenschwere Mitbegr&uuml;nder von eBay und Paypal, der zum ersten lautstarken Unterst&uuml;tzer Trumps im Silicon Valley wurde. <\/p><p>Die Tatsache, dass Eric Schmidts Tochter Sophie hier auftaucht, um sich bei Palantir vorzustellen, ist eigentlich nur ein weiteres schr&auml;ges Detail in der schr&auml;gsten Story, die ich jemals recherchiert habe.<\/p><p>Ein seltsames, aber vielsagendes Detail. Denn es f&uuml;hrt direkt zu der Frage, warum die Geschichte von Cambridge Analytica eine der beunruhigendsten unserer Zeit ist. Sophie Schmidt arbeitet heute f&uuml;r ein anderes Riesenunternehmen im Silicon Valley: Uber. Und es wird klar, dass von denen, die die Macht und Vorherrschaft im Silicon Valley haben &ndash; n&auml;mlich Google, facebook und ein paar Andere &ndash; die globalen Ver&auml;nderungen ausgehen, deren Zeugen wir gerade sind.<\/p><p><em>(Der Geldgeber Mercer, ein Trump-Unterst&uuml;tzer und Eigent&uuml;mer von Cambridge Analytica Foto)<\/em><\/p><p>Es zeigt auch die bedrohliche Leerstelle in der politischen Debatte in Gro&szlig;britannien. Denn was in Amerika passiert und was in Gro&szlig;britannien passiert, steht in einem Zusammenhang. Brexit und Trump stehen in einem Zusammenhang. Die Beziehungen der Trump-Administration zu Russland und zu Gro&szlig;britannien stehen in einem Zusammenhang. Und Cambridge Analytica ist ein zentraler Knotenpunkt, in dem all diese F&auml;den zusammenlaufen. Auf dem Weg zu den Allgemeinen Wahlen zeigt sich auch der Elefant im Raum: Gro&szlig;britannien kettet seine Zukunft an ein Amerika, das gerade in radikaler und alarmierender Weise von Trump umgestaltet wird.<\/p><p>Diese Geschichte hat drei Handlungsstr&auml;nge: wie die Grundlagen f&uuml;r einen autorit&auml;ren &Uuml;berwachungsstaat in den USA gelegt werden; wie die britische Demokratie untergraben wurde durch einen verdeckten, weitreichenden Koordinierungsplan eines amerikanischen Milliard&auml;rs und wie wir im Zentrum einer weitreichenden Landnahme durch Milliard&auml;re stehen, und zwar durch unsere Daten. Diese Daten werden heimlich gesammelt, ausgew&auml;hlt und gespeichert. Wer diese Daten besitzt, dem geh&ouml;rt die Zukunft. <\/p><p>Wie bei so vielen Dingen ist der Ausgangspunkt dieser Geschichte ein Googeln am sp&auml;ten Abend. Im letzten Dezember geriet ich in ein verst&ouml;rendes Wurmloch durch Vorschl&auml;ge, die mir google autocomplete pr&auml;sentierte. Sie gipfelten in der Frage, ob der Holocaust wirklich stattgefunden hat. . Und eine ganze Seite von Suchergebnissen behauptete, dass es nicht so war. <\/p><p>Die Google-Algorithmen waren von extremistischen Webseiten ausgetrickst worden. Und Jonathan Albright, Professor f&uuml;r Kommunikation an der Elon University in North Carolina, half mir dabei, das zu verstehen. Er war der Erste, dem es gelang, ein ganzes System von &bdquo;Alt-Right&ldquo;-Nachrichten und Informationen zu lokalisieren und aufzudecken. Und er war auch der Erste, der mich mit Cambridge Analytica bekannt machte. <\/p><p>Er nannte die Firma eine zentrale Stelle in der &bdquo;Propagandamaschine der Rechten&ldquo;. Ich zitierte das im Zusammenhang mit ihrer Arbeit f&uuml;r die Trump -Wahlkampagne und die Leave-Kampagne beim Referendum. Das f&uuml;hrte zu dem zweiten Artikel, in dem es um Cambridge Analytica ging, dem Knotenpunkt des alternativen Nachrichten- und Informationsnetzwerks, das, wie ich vermute, seinen Ausgangspunkt bei Robert Mercer und Steve Bannon hat. Bannon hatte eine Schl&uuml;sselpositionen im Trump-Netzwerk und ist heute sein Chefstratege. Aufgrund von Hinweisen  vermutete ich, dass ihre strategische Mission in der Zerst&ouml;rung der Mainstream-Medien und ihr Ersatz durch alternative Fakten, Geschichtsf&auml;lschungen und rechte Propaganda besteht.<\/p><p>Mercer ist ein hervorragender Computerwissenschaftler, ein Pionier der fr&uuml;hen k&uuml;nstlichen Intelligenz und Miteigent&uuml;mer eines der weltweit erfolgreichsten geschlossenen Hedgefonds (mit einer j&auml;hrlichen Rendite von 71,8 %). Wie ich weiter herausfand, ist er ein guter Freund von Nigel Farage. Andy Wigmore, der Kommunikationschef von Leave-EU, erz&auml;hlte mir, dass Mercer seine Firma Cambrigde Analytics dazu bewegte, die Leave-Kampagne zu unterst&uuml;tzen.<\/p><p>Der zweite Artikel war der Ansto&szlig; f&uuml;r zwei Untersuchungen, die beide noch laufen: die eine durch das B&uuml;ro des Informations Commissioner &uuml;ber die m&ouml;gliche illegale Nutzung von Daten. Und die zweite durch die Wahlkommission, die sich &ldquo;darauf fokussiert, ob Leave EU eine oder mehrere unzul&auml;ssige Spenden bzw. Dienstleistungen angenommen hat&ldquo;. <\/p><p>Was ich schlie&szlig;lich herausfand war, dass Mercers Rolle beim Referendum weit dar&uuml;ber hinausging, weit &uuml;ber das, was die britische Rechtssprechung zul&auml;sst. Der Schl&uuml;ssel zum Verst&auml;ndnis, wie ein motivierter und entschlossener Milliard&auml;r unsere Wahlgesetze umgehen konnte, liegt bei Aggregate IQ, einem obskuren Webanalyse-Unternehmen, das seinen Sitz in einem B&uuml;ro &uuml;ber einem Gesch&auml;ft in Victoria, British Columbia, hat.<\/p><p>AggregateIQ erhielt von Vote Leave (der offizielle Leave-Kampagne) 3.9 Millionen Pfund, mehr als die H&auml;lfte des offiziellen 7-Millionen-Budgets. Drei weitere angeschlossene Leave-Kampagnen, BeLeave, Veterans for Britain und die Democratic Unionists Party zahlten weitere 757.750 Pfund. Eine &ldquo;Koordination&rdquo; zwischen Kampagnen ist nach britischem Wahlrecht verboten, es sei denn, die Ausgaben der Kampagnen werden als gemeinsame Ausgaben deklariert. Das war nicht der Fall. &bdquo;Vote Leave&ldquo; behauptete, die Wahlkommission habe alles &uuml;berpr&uuml;ft und f&uuml;r unbedenklich erkl&auml;rt. <\/p><p>Wie kam es dazu, dass eine obskure kanadische Firma beim Brexit eine so wichtige Rolle spielte? Diese Frage stellte Martin Moore, Direktor des &bdquo;Center for the Studies of Communication, Media and Power&ldquo; am King&rsquo;s College London ebenfalls. &ldquo;Ich durchforstete alle Rechnungen der Leave-Kampagne, nachdem die Wahlkommission sie im Februar ins Netz gestellt hatte. Und ich entdeckte diese riesigen Summen, die alle an eine Firma geflossen waren, von der ich nicht nur noch nie geh&ouml;rt hatte, sondern &uuml;ber die auch im Netz praktisch nichts zu finden war. An AggregateIQ wurde mehr Geld gezahlt als an irgendein anderes Unternehmen bei anderen Kampagnen im Rahmen des Referendums. Alles, was ich damals fand, war eine einseitige Website und sonst nichts. Es war ein absolutes R&auml;tsel.<\/p><p>Moore trug zu einem im April ver&ouml;ffentlichten LSE-Bericht bei, in dem er die britischen Wahlgesetze  angesichts neuer Formen digitaler Kampagnen als &ldquo;schwach und hilflos&rdquo; bezeichnete. Durch die Existenz von Offshore-Gesellschaften, Geld im Datenformat, Dritte, die ungehindert agieren, ist eine Kontrolle der Ausgaben nicht mehr m&ouml;glich. Die alten Wahlgesetze seien nicht mehr zweckm&auml;&szlig;ig. Die Gesetze, so das Fazit des Berichtes, m&uuml;ssen &ldquo;dringend durch das Parlament &uuml;berpr&uuml;ft werden&rdquo;. <\/p><p>AggregateIQ ist der Schl&uuml;ssel zur Aufdeckung eines weiteren komplizierten Einfluss-Netzwerks, das Mercer geschaffen hat. Durch eine an mich gerichtete E-Mail habe ich erfahren, dass Adresse und Telefonnummer von AggregateIQ identisch sind mit denen, die Cambridge Analytica auf seiner Website als die der eigenen &Uuml;bersee-Niederlassung unter dem Namen &ldquo;SCL Kanada&rdquo; auff&uuml;hrt. Einen Tag sp&auml;ter war diese Online-Referenz verschwunden. <\/p><p>Es musste eine Verbindung zwischen den beiden Unternehmen bestehen, genau wie zwischen den verschiedenen Leave-Kampagnen und zwischen dem Referendum und Mercer, zu viel, um nur ein Zufall sein. Aber alle &ndash; AggregateIQ, Cambridge Analytica, Leave.EU, Vote Leave &ndash; stritten es ab. AggregateIQ war angeblich nur ein kurzfristiger &bdquo;Vertragspartner&ldquo; von Cambridge Analytica. Es g&auml;be nichts zu leugnen. Alle bekannten Fakten wurden ver&ouml;ffentlicht. Und am 29. M&auml;rz wurde Artikel 50 wirksam.<\/p><p>Dann treffe ich Paul, den ersten von zwei Informanten, die fr&uuml;her bei Cambridge Analytica besch&auml;ftigt waren. Er ist Ende 20 und die Zeit dort hat Narben bei ihm hinterlassen. &ldquo;Es ist fast wie ein posttraumatischer Schock. Es war so -&acute;chaotisch. Es passierte so schnell. Ich wachte eines Morgens auf und stellte fest, dass wir uns in die Republikanisch-Faschistische Partei verwandelt hatten. Es geht mir immer noch nicht in den Kopf.&ldquo; Er lachte, als ich das &auml;rgerliche Geheimnis l&uuml;ftete, dessen Name AggregateIQ lautete. &ldquo;Finden Sie Chris Wylie&rdquo;, sagte er. <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wer ist Chris Wylie?&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\n&bdquo;Er ist derjenige, der die Daten und das Micro-Targeting (individualisierte politische Nachrichten) zu Cambridge Analytica brachte. Er kommt aus West-Kanada. AggregateIQ verdankt ihm seine Existenz. Sie sind seine Freunde. Er brachte sie ins Spiel.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Es gab nicht nur eine Verbindung zwischen Cambridge Analytica und AggregateIQ, sagte mir Paul. Sie waren ganz eng miteinander verkn&uuml;pft, Knotenpunkte in Robert Mercers weit verzweigten Reich.<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Die Kanadier waren unser Backoffice. Sie entwickelten unsere Software. Sie speicherten unsere Daten. Wenn AggregateIQ verwickelt ist, ist auch Cambridge Analytica verwickelt. Und wenn Cambridge Analytica verwickelt ist, dann auch Robert Mercer und Steve Bannon. Sie m&uuml;ssen Chris Wylie finden.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Ich fand Chris Wylie. Aber er sagte nichts dazu. <\/p><p>Der Schl&uuml;ssel zum Verst&auml;ndnis dessen, wie Daten die Firma ver&auml;nderten, ist das Wissen &uuml;ber ihre Herkunft. Und ein Brief vom &ldquo;Director of Defence Operations, SCL Group&rdquo;, half mir, das zu erkennen. Er stammte vom &ldquo;Commander Steve Tatham, PhD, MPhil, Royal Navy (rtd)&rdquo;, der sich dar&uuml;ber beklagte, dass ich in meinem Mercer-Artikel das Wort &bdquo;Desinformation&ldquo; benutzt hatte.<\/p><p>In meiner Antwort wies ich ihn auf die Artikel hin, die er &uuml;ber &bdquo;T&auml;uschung&ldquo; und &bdquo;Propaganda&ldquo; geschrieben hatte, Begriffe, die ich f&uuml;r Synonyme von &bdquo;Desinformation&ldquo; hielt. Erst sp&auml;ter fiel mir auf, wie seltsam es ist, dass ich mit einem pensionierten Marinekommandanten &uuml;ber Milit&auml;rstrategien korrespondiere, die wom&ouml;glich im Wahlkampf in Gro&szlig;britannien und in den USA zum Einsatz kamen. <\/p><p>Was bei der US-amerikanischen Berichterstattung &uuml;ber diese &ldquo;Datenananlyse-Firma&ldquo; verloren gegangen war, ist das Wissen &uuml;ber ihre Herkunft: Sie kam aus den Tiefen des Milit&auml;risch-Industriellen Komplexes. Eine seltsamer britischer Ableger davon wird &ndash; ebenso wie das britische Milit&auml;r-Establishment &ndash; bev&ouml;lkert von Old-School-Tories. Da war Geoffrey Pattie, ein ehemaliger Parlamentarischer Staatssekret&auml;r f&uuml;r die Beschaffung von R&uuml;stungsg&uuml;tern und Direktor von Marconi Defence Systems, mit von der Partie und Lord Marland, Diplomat unter David Cameron und Pro-Brexit-Aktivist, war ebenso dabei. Steve Tatham war Leiter der der Abteilung &bdquo;Psychologische Operationen&ldquo; bei den Streitkr&auml;ften in Afghanistan. Dem <em>Observer<\/em> sind Briefe bekannt, aus denen hervorgeht, dass er vom britischen Verteidigungsministerium, dem Ausw&auml;rtigen Amt und der Nato unterst&uuml;tzt wird.<\/p><p>SCL \/ Cambridge Analytica war nicht irgendein Startup, das von ein paar Jungs mit einem Mac-PowerBook aufgezogen wurde. Es ist faktisch Teil des britischen und inzwischen auch des amerikanischen Verteidigungsestablishments. Ein Ex-Kommandant des US Marine Corps Operations Center, Chris Naler, ist seit kurzem f&uuml;r Iota Global t&auml;tig, ein Partner der SCL-Gruppe.<\/p><p>Dies ist nicht nur eine Geschichte &uuml;ber Sozialpsychologie und Datenanalyse. Man muss sie im Zusammenhang damit sehen,  dass ein milit&auml;rischer Vertragspartner mit milit&auml;rischen Strategien die Zivilbev&ouml;lkerung beeinflusst. Der Amerikaner David Miller, Professor f&uuml;r Soziologie an der Bath University und Fachmann in Sachen PsyOps und Propaganda, sagt, es sei &ldquo;ein au&szlig;erordentlicher Skandal, dass dies in irgendeiner Weise mit Demokratie in Verbindung gebracht wird. Es sollte den W&auml;hlern klar sein, woher die Informationen kommen. Und wenn das nicht transparent oder offensichtlich ist, dann stellt sich die Frage, ob wir noch in einer Demokratie leben oder nicht.&ldquo;<\/p><p>Paul und David, zwei weitere Ex-Cambridge-Analytica-Mitarbeiter, waren in der Firma t&auml;tig, als sie massenhaft Daten in ihre Technik der psychologischen Kriegsf&uuml;hrung integrierte. &bdquo;Dadurch wurden Psychologie, Propaganda und Technik auf diese machtvolle neue Art zusammengebracht&ldquo;, berichtete mir David.<\/p><p>Und erm&ouml;glicht wurde das durch Facebook. Denn vor allem von Facebook erhielt Cambridge Analytica seine riesigen Datenmengen. Davor hatten Psychologen der Cambridge University Facebook- Daten legal zu Forschungszwecken gesammelt und ihre von Experten &uuml;berpr&uuml;ften Pionierstudien &uuml;ber die Bestimmung von Pers&ouml;nlichkeitsmerkmalen, Parteipr&auml;ferenz, Sexualit&auml;t usw. anhand von &bdquo;Gef&auml;llt mir&ldquo;-Angaben auf Facebook publiziert. Und SCL \/ Cambridge Analytica schloss einen Vertrag mit einem Wissenschaftler dieser Universit&auml;t, Dr. Aleksandr Kogan, um neue Facebook-Daten zu sammeln. Und er tat dies, indem er Leute daf&uuml;r bezahlte, dass sie an einem Pers&ouml;nlichkeits-Quiz teilnahmen, bei dem nicht nur die eigenen Facebook-Daten gesammelt wurden, sondern auch die ihrer Freunde. Dies geschah mit Genehmigung des sozialen Netzwerkes. <\/p><p>Facebook war die Quelle der psychologischen Erkenntnisse, die Cambridge Analytica in die Lage versetzten, individualisierte, zielgruppengenaue Informationen zu verbreiten. Es bildete gleichzeitig auch den Mechanismus, der sie in gro&szlig;em Ma&szlig;e zur Verf&uuml;gung stellte.<\/p><p>Die Firma erwarb auch v&ouml;llig legal Konsumentendaten &ndash; alles von Zeitschriftenabonnements bis Flugreisen &ndash; und verkn&uuml;pfte diese zusammen mit den psychologischen Daten mit den W&auml;hlerdaten. Und all diese Informationen wurden dann mit den Adressen, Telefonnummern und oft auch den E-Mail-Adressen der Personen verkn&uuml;pft. &ldquo;Ziel ist es, jeden einzelnen Aspekt der Informationsumgebung eines jeden W&auml;hlers zu erfassen&rdquo;, sagte David. &ldquo;Und die Pers&ouml;nlichkeitsdaten erm&ouml;glichten Cambridge Analytica, individuelle Nachrichten zu erstellen.&rdquo; <\/p><p>Das Auffinden von &ldquo;leicht beeinflussbaren&rdquo; W&auml;hlern ist der Schl&uuml;ssel f&uuml;r jede Kampagne und mit dieser Schatztruhe von Daten ist Cambridge Analytica in der Lage, Menschen mit neurotischen Tendenzen ins Visier zu nehmen, zum Beispiel diejenigen, die der Vorstellung von einer Immigrantenschwemme anh&auml;ngen. Mit diesem Schl&uuml;ssel kann der Triggerpunkt jedes einzelnen W&auml;hlers ermittelt werden. <\/p><p>In mehreren Schl&uuml;sselstaaten erarbeitete Cambridge Analytica Kampagnen f&uuml;r ein republikanisches Aktionskomittee. Laut einer Notiz, die ein Informant gesehen hat, war das Hauptziel &ldquo;W&auml;hlerr&uuml;ckzug&rdquo; und &ldquo;die Demokraten zu &uuml;berzeugen, zu Hause zu bleiben&rdquo;: eine zutiefst beunruhigende Taktik. Es wurde schon fr&uuml;her behauptet, dass Unterdr&uuml;ckungstaktiken in der Kampagne verwendet wurden, aber dieses Dokument liefert den ersten tats&auml;chlichen Beweis.<\/p><p>Aber funktioniert so etwas eigentlich? Einer der ge&auml;u&szlig;erten Kritikpunkte bei meinem Artikel und auch bei anderen ist, dass Cambridge Analyticas besondere Vorgehensweise &uuml;berbewertet wurde. Handelt es sich dabei wirklich um etwas Anderes als andere politische Beratungsmethoden? &ldquo;Es ist keine politische Beratung&rdquo;, sagt David. &ldquo;Sie m&uuml;ssen verstehen, das ist in keiner Weise ein normales Unternehmen. Ich glaube nicht, dass Mercer sich daf&uuml;r interessiert, ob es jemals Profit abwirft. Es ist das Produkt eines Milliard&auml;rs, der riesige Summen ausgibt, um sein eigenes wissenschaftliches Experimentierlabor aufzubauen, um zu testen, was funktioniert, um winzige Einflussfaktoren zu finden, die eine Wahl beeinflussen k&ouml;nnen. Robert Mercer hat erst in diese Firma investiert, nachdem sie eine Reihe von kontrollierten Pilotversuchen durchgef&uuml;hrt hatte. Er ist einer der intelligentesten Informatiker der Welt. Er wird nicht 15 Millionen Dollar in irgendeinen Unsinn stecken.&ldquo;<\/p><p>Tamsin Shaw, Associate Professor f&uuml;r Philosophie an der New York University, hilft mir, den Kontext zu verstehen. Sie hat die Finanzierung und Verwendung psychologischer Forschung &uuml;ber Folter durch das Milit&auml;r erforscht. &bdquo;Die M&ouml;glichkeiten, diese Forschungsergebnisse zur Manipulation von Gef&uuml;hlen zu verwenden, sind weitgehend etabliert. Es handelt sich um eine im Rahmen der Milit&auml;rforschung gef&ouml;rderte Technologie, die von einer globalen Geldelite eingesetzt wird, um Wahlen in einer Weise zu beherrschen, von der die Menschen keine Ahnung haben. Sie wissen nicht, was mit ihnen passiert.&rdquo;, sagt sie. &ldquo;Es geht darum, bestehende Ph&auml;nomene wie den Nationalismus zu benutzen, um Randgruppen zu manipulieren. Es ist absolut be&auml;ngstigend, so gro&szlig;e Datenmengen in den H&auml;nden einer Horde internationaler Plutokraten zu wissen, die damit tun und lassen k&ouml;nnen, was sie wollen.&ldquo;Wir befinden uns in einem Informationskrieg. Milliard&auml;re kaufen diese Unternehmen auf, die dann im Innersten der Regierungen t&auml;tig sind. Das ist eine sehr besorgniserregende Situation.&ldquo;<\/p><p>Ein Projekt, das Cambridge Analytica 2013 in Trinidad durchf&uuml;hrte, vereinigt alle Elemente dieser Geschichte. Gerade als Robert Mercer seine Kaufverhandlungen mit dem SCL-Chef Alexander Nix begann, wurde SCL von einigen Ministern in Trinidad und Tobago zur&uuml;ckgehalten. Der Auftrag beinhaltete die Entwicklung eines Micro-Targeting-Programmes f&uuml;r die damalige Regierungspartei. Und AggregateIQ &ndash; dieselbe Firma, die f&uuml;r Vote Leave den Brexit liefern sollte &ndash; wurde ins Spiel gebracht, um die Targeting-Plattform zu entwickeln.<\/p><p>David sagte:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Die Standardmethode von SCL \/ CA ist, einen Vertrag mit der Regierungspartei abzuschlie&szlig;en. Und sie zahlt f&uuml;r die politische Arbeit. Also, es geht oft um irgendein sinnloses Gesundheitsprojekt, das zur Wiederwahl des Ministers f&uuml;hren soll. Aber in diesem Fall hatten wir die Regierungskontakte mit dem Nationalen Sicherheitsrat von Trinidad.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die Arbeit im Sicherheitsbereich sollte der Preis sein f&uuml;r die politische Arbeit. Dokumente, die dem <em>Observer<\/em> vorlagen, zeigen, dass es um einen Vorschlag zur totalen Erfassung der Netzaktivit&auml;ten der B&uuml;rger ging, ebenso wie die Speicherung aller Telefongespr&auml;che und die Anwendung von Spracherkennungsprogrammen, um eine nationale Polizeidatenbank zu erstellen mit Eintragungen &uuml;ber jeden B&uuml;rger im Hinblick auf seine Neigung, Straftaten zu begehen. <\/p><p>&ldquo;Der Plan, der dem Minister vorgelegt wurde, war der <em>Minority Report<\/em>. Es ging um Vorfeld-Kriminalit&auml;t. Und es ist absolut erschreckend, dass Cambridge Analytics mittlerweile im Pentagon t&auml;tig ist.&ldquo; sagte David.<\/p><p>Diese Dokumente werfen ein Licht auf einen wichtigen und von den Medien wenig beachteten Aspekt der Trump-Administration. Die Firma, die Trump in erster Linie half, an die Macht zu kommen, hat nun Vertr&auml;ge mit dem Pentagon und dem State Department unterschrieben. Ihr fr&uuml;herer Vizechef Steve Bannon sitzt nun im Wei&szlig;en Haus. Wie berichtet wird, steht er auch zur Debatte f&uuml;r die Arbeit in den Bereichen Milit&auml;r und Heimatschutz.<\/p><p>In den Vereinigten Staaten ist die Regierung sehr eng an Gesetze gebunden, die festlegen, welche Daten &uuml;ber einzelne B&uuml;rger gesammelt werden d&uuml;rfen. Aber privaten Firmen ist alles erlaubt. Ist es unvern&uuml;nftig, hierin die Anf&auml;nge eines autorit&auml;ren &Uuml;berwachungsstaates zu sehen?<\/p><p>Der Staat l&auml;sst es zu, dass Unternehmensinteressen Zugang zum Inneren der Verwaltung haben.  Dokumente belegen, dass Cambridge Analytica mit vielen anderen politisch rechts stehenden Milliard&auml;ren verbunden ist, zum Beispiel mit Rupert Murdoch. Eine Notiz verweist auf den Versuch von Cambridge Analytica, einen Artikel durch einen Journalisten in Murdochs <em>Wall Street Journal<\/em> zu platzieren: Die Notiz lautet:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;RM neu ausgerichtet und mit Jamie McCauley von Robert Thomson News Corp Office verbunden&rdquo;.\n<\/p><\/blockquote><p>Das erinnert mich wieder an die Geschichte von Sophie Schmidt, Cambridge Analytica und Palantir. Ist das nur ein wichtiges Detail oder ist es eine Spur, die zu etwas Neuem f&uuml;hrt?  Sowohl Cambridge Analytica als auch Palantir lehnten es ab, sich dar&uuml;ber zu &auml;u&szlig;ern, ob es eine Verbindung zwischen ihnen gibt. Aber durch Zeugen und E-Mails wird best&auml;tigt, dass 2013 mehrere Treffen zwischen Cambridge Analytica und Palantir stattfanden. Die M&ouml;glichkeit einer Arbeitsbeziehung stand zumindest zur Diskussion.<\/p><p>Weitere Dokumente, die dem <em>Observer<\/em> vorlagen, best&auml;tigen, dass mindestens ein hochrangiger Palantir-Mitarbeiter Cambridge Analytica wegen des Trinidad-Projektes und einer sp&auml;teren politischen Arbeit in den USA konsultiert hat. Wie ich erfuhr, entschied Palantir zu diesem Zeitpunkt, dass das Risiko eines Imageverlustes bei einem &uuml;ber das Formale hinausgehenden Arrangement zu gro&szlig; sei. Es gab keinen Vorteil dabei. Bei Palantir handelt es sich um eine Firma, der man zutraut, mit gro&szlig;en Datenvolumen von britschen und US-B&uuml;rgern umzugehen f&uuml;r das GCHQ und die NSA und auch f&uuml;r andere L&auml;nder. <\/p><p>Dennoch, bei beiden sind die Eigent&uuml;mer Milliard&auml;re, die sich ideologisch auf einer Linie befinden: Robert Mercer und Peter Thiel. Die Trump-Kampagne behauptete, dass sie von Thiel mit Daten versorgt wurde. Die Kampagne wurde von Steve Bannon gef&uuml;hrt, der damals bei Cambridge Analytica t&auml;tig war.<\/p><p>Ein leitender QC, der viel Zeit beim Investigatory Powers Tribunal verbringt, sagte, das Problem mit dieser Technologie sei, dass alles davon abh&auml;nge, in wessen H&auml;nden sie sich befindet.<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Einerseits erledigen das Firmen und Regierungen, die behaupten: &ldquo;Ihr k&ouml;nnt uns vertrauen, wir sind gut und demokratisch und backen am Wochenende Kuchen.&rdquo; Aber andererseits k&ouml;nnen sie auch das gleiche Fachwissen an das repressive Regimes verkaufen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>In Gro&szlig;britannien vertrauen wir noch unserer Regierung. Wir respektieren unsere Beh&ouml;rden, die unsere Gesetze sch&uuml;tzen. Wir vertrauen der Rechtsstaatlichkeit. Wir glauben, dass wir in einer freien und fairen Demokratie leben. Und genau das ist der Grund, so glaube ich, warum uns der letzte Teil dieser Geschichte so tief verunsichert.<\/p><p>Die Details des Trinidad-Projekts entschl&uuml;sselten schlie&szlig;lich das Geheimnis, was es mit AggregateIQ auf sich hatte. Trinidad war das erste Projekt von SCL, das Big Data f&uuml;r Micro-Targeting benutzte, bevor das Unternehmen von Mercer aufgekauft wurde. Es war dieses Modell, in das sich Mercer einkaufte. Und es brachte alle Spieler zusammen: den Cambridge-Psychologen Aleksandr Kogan, AggregateIQ, Chris Wylie und zwei weitere Personen, die in dieser Geschichte eine Rolle spielen sollten: Mark Gettleson, ein Fokusgruppen-Experte, der zuvor f&uuml;r die Liberal-Demokraten gearbeitet hatte. Und Thomas Borwick, Sohn von Victoria Borwick, der konservativen Parlamentsabgeordneten f&uuml;r Kensington.<\/p><p>Als mein Artikel, der Mercer und Leave.EU miteinander in Verbindung brachte, im Februar ver&ouml;ffentlicht wurde, war niemand so sehr dar&uuml;ber ver&auml;rgert wie der ehemalige Tory-Berater Dominic Cummings, der Kampagnenstratege von Vote Leave. Er startete eine w&uuml;tende Twitter-Tirade. Der Artikel sei &ldquo;voller Fehler und verbreitet selbst Desinformation&rdquo;, &ldquo;CA spielte &uuml;berhaupt keine Rolle beim Brexit Referendum.&rdquo;.<\/p><p>Eine Woche sp&auml;ter zeigte der <em>Observer<\/em> die m&ouml;glichen Verbindungen von AggregateIQ zu Cambridge Analytica auf. Cummings Twitter-Feed verstummte. Er beantwortete meine Nachrichten und E-Mails nicht. <\/p><p>Die Frage, ob die einzelnen Leave-Kampagnen koordiniert werden, lag in der Luft. In der Woche vor dem Referendum spendete Vote Leave Geld an zwei andere Brexit-Gruppen, 625.000 Pfund an BeLeave, das von dem Modedesign-Studenten Darren Grimes angef&uuml;hrt wurde, und 100.000 Pfund an Veterans for Britain. Und beide Gruppen gaben das Geld weiter an AggregateIQ. <\/p><p>Die Wahlkommission schrieb an AggregateIQ. Aus informierter Quelle war zu erfahren, dass die Antwort lautete, sie h&auml;tten ein Schweigeabkommen unterzeichnet. Und da AggregateIQ sich nicht im Geltungsbereich britischer Gesetze befindet, blieb es dabei. Vote Leave behauptet, laut Wahlkommission sei das alles Rechtens gewesen.<\/p><p>In seinem Blog schrieb Dominic Cummings sehr ausf&uuml;hrlich &uuml;ber die Referendumskampagne. Was aber fehlte, waren irgendwelche Details &uuml;ber seine Datenwissenschaftler. Er &ldquo;heuerte Physiker an&rdquo;, das ist alles, was er zu sagen hat. In B&uuml;chern &uuml;ber den Brexit sprechen andere Mitglieder des Teams &uuml;ber &ldquo;Doms Astrophysiker&rdquo;, die &ldquo;ein streng geh&uuml;tetes Geheimnis&rdquo; waren. Sie bauten Modelle mit Daten, die sie auf Facebook gesammelt hatten.<\/p><p>Endlich, nachdem ich ihm wochenlang Nachrichten geschickt hatte, antwortete er mit einer E-Mail. Wir stimmten schlie&szlig;lich in einem Punkt &uuml;berein, wie sich herausstellte. Er schrieb:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Die Gesetze \/ Beh&ouml;rden sind ein Witz. In Wirklichkeit kann jeder, der will, Gesetze &uuml;bertreten, ohne dass es jemand merkt. Aber indem man die Menschen dazu bringt, sich auf Geschichten zu konzentrieren wie die von Mercers angeblich nicht vorhandener Rolle beim Referendum, verschleiern sie die wichtigen Themen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Und um schlie&szlig;lich die Frage zu beantworten, wie Vote Leave diese obskure kanadische Firma auf der anderen Seite des Planeten gefunden hat, schrieb er:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Jemand fand AIQ (AggregateIQ) im Internet und rief dort an. Er sagte mir, lass es uns mit diesen Jungs machen. Sie waren deutlich kompetenter als alle, mit denen wir in London gesprochen hatten.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Das Unangenehmste an dieser Geschichte ist f&uuml;r Dominic Cummings, dass sie nicht glaubw&uuml;rdig ist. Man braucht nur wenige Minuten, um einen Datenfilter auf die Google-Suche zu setzen und herauszufinden, dass es Ende 2015 oder Anfang 2016 keine Google-Treffer f&uuml;r &ldquo;AggregateIQ&rdquo; gab. Es gab keine Presseberichterstattung, keine zuf&auml;lligen Erw&auml;hnungen, sie hatten noch nicht einmal ihre Website geschaltet. Ich habe Dominic Cummings dabei erwischt, alternative Fakten zu behaupten.<\/p><p>Fakt ist aber, dass Gettleson und Borwick, beide bisher Berater f&uuml;r SCL und Cambridge Analytica, Mitglieder der Kerngruppe des Vote Leave Teams waren. Sie sind beide in den offiziellen Dokumenten, die bei der Wahlkommission eingereicht wurden, genannt, wo sie ganz bescheiden ihre bisherige Arbeit f&uuml;r SCL \/ Cambridge Analytica als &ldquo;Mikro-Targeting in Antigua und Trinidad&rdquo; und &ldquo;direkte Kommunikation f&uuml;r mehrere PACs, Senats- und Gouverneurskampagnen&rdquo; beschreiben &rdquo;<\/p><p>Und Borwick war nicht nur irgendein Mitglied des Teams. Er war der Technische Leiter von Vote Leave. <\/p><p>Diese Geschichte zeigt ein komplexes Netzwerk von Verbindungen auf, aber alle Wege f&uuml;hren zur&uuml;ck zu Cambridge Analytica. Alles f&uuml;hrt zu Mercer. Denn die Verbindungen m&uuml;ssen offensichtlich gewesen sein. &ldquo;Auch wenn AggregateIQ Mercer nicht geh&ouml;rt, so war es doch Teil seiner Welt, sagte mir David. &ldquo;Sie hatten fast ausschlie&szlig;lich Vertr&auml;ge mit Cambridge Analytica oder Mercer. Ohne sie w&uuml;rde AggregateIQ nicht existieren. W&auml;hrend der Zeit des Referendums arbeiteten sie jeden Tag an der Ted-Cruz-Kampagne mit Mercer und Cambridge Analytica. AggregateIQ konstruierte und betrieb Cambridge Analyticas Datenplattform.&ldquo; <\/p><p><em>(Bild &ndash; Netzwerk)<\/em><\/p><p>Cummings wollte sich nicht dar&uuml;ber &auml;u&szlig;ern, wer das so geplant hatte. Aber Rechnungen, die bei der Wahlkommission eingereicht wurden, weisen Zahlungen an eine Firma namens Advanced Skills Institute auf. Es kostete mich Wochen zu erkennen, was das bedeutet. Denn das Unternehmen wird in der Regel als ASI Data Science bezeichnet. Es handelt sich um eine Firma, deren Besetzung mit Datenspezialisten st&auml;ndig wechselt. Die Mitarbeiter gehen anschlie&szlig;end zu Cambridge Analytica und umgekehrt. Es gibt Videos von ASI-Data Science, die die Pers&ouml;nlichkeitsmodelle von Cambridge Analytica pr&auml;sentieren und Seiten &uuml;ber Veranstaltungen, die beide Unternehmen gemeinsam organisiert haben. ASI teilte dem <em>Observer<\/em> mit, dass es keine formale Beziehung zu Cambridge Analytica gibt.<\/p><p>Das ist die entscheidende Tatsache: W&auml;hrend der US-Vorwahlen gab AggregateIQ ihr geistiges Eigentum (IP) aus der Hand. Die Firma hat keine eigene IP-Adresse: sie geh&ouml;rt Robert Mercer. Um f&uuml;r eine andere Kampagne in Gro&szlig;britannien zu arbeiten, ben&ouml;tigte die Firma die ausdr&uuml;ckliche Erlaubnis von Mercer. Auf die Frage nach irgendwelchen gesch&auml;ftlichen Verbindungen zwischen &ldquo;Cambridge Analytica, Robert Mercer, Steve Bannon, AggregateIQ, Leave.EU und Vote Leave&rdquo;, erwiderte ein Sprecher von Cambridge Analytica: &ldquo;Cambridge Analytica hat weder bezahlte noch unbezahlte Arbeit f&uuml;r Leave.EU geleistet.&rdquo;<\/p><p>In dieser Geschichte soll es nicht darum gehen, dass Dominic Cummings ein paar Schlupfl&ouml;cher in den Vorschriften der Wahlkommission gefunden hat oder einen Weg, wie er zus&auml;tzlich eine Million Pfund ausgeben kann, oder (wie der <em>Observer<\/em> entdeckt hat) die Kosten seiner Physiker bei der Deklaration der Ausgaben um 43.000 Pfund zu niedrig angegeben hat. In dieser Geschichte geht es nicht einmal um die offenbar vertuschte koordinierte Zusammenarbeit von Vote Leave und Leave.EU mit AggregateIQ und Cambridge Analytica. Sie handelt davon, wie ein motivierter US-Milliard&auml;r &ndash; Mercer, mit seinem Chef-Ideologen Bannon &ndash; dazu beigetragen hat, den gr&ouml;&szlig;ten konstitutionellen Wandel des Jahrhunderts in Gro&szlig;britannien herbeizuf&uuml;hren. <\/p><p>Hier geht es darum zu verstehen, wie und wo der Brexit mit Trump zu tun hat. Diese Verbindung, die sich mitten durch Cambridge Analytica zieht, ist das Ergebnis einer schon seit Jahren bestehenden transatlantischen Partnerschaft. Nigel Farage und Bannon sind seit Mitte 2012 eng verbunden. Bannon er&ouml;ffnete den Londoner Zweig seiner Nachrichtenwebsite Breitbart im Jahr 2014, um Ukip, die letzte Front &ldquo;in unserem aktuellen kulturellen und politischen Krieg zu unterst&uuml;tzen&rdquo;, so sagte er der <em>New York Times<\/em>.<\/p><p>Gro&szlig;britannien hatte schon immer eine Schl&uuml;sselfunktion in Bannons Pl&auml;nen, erz&auml;hlte mir ein anderer Ex-Mitarbeiter von Cambridge Analytica unter der Bedingung der Anonymit&auml;t. Es war ein wichtiger Teil seiner Strategie, die gesamte Weltordnung zu ver&auml;ndern. <\/p><p>Er glaubt, dass zuerst die Kultur ver&auml;ndert werden muss, um dann die Politik zu ver&auml;ndern. Und Gro&szlig;britannien war der Schl&uuml;ssel dazu. Er dachte, wenn Gro&szlig;britannien f&uuml;hrt, w&uuml;rde Amerika folgen. Die Idee vom Brexit war f&uuml;r ihn von gro&szlig;er symbolischer Bedeutung.&rdquo;<\/p><p>Am 29. M&auml;rz trat der Artikel 50 in Kraft und ich rief bei einer der kleineren Kampagnen, Veterans for Britain, an. Cummings&rsquo; Strategie bestand darin, die Menschen in den letzten Tagen der Kampagne anzusprechen und Vote Leave spendete der kleineren Gruppe in der letzten Woche 100.000 Pfund. Eine kleine Anzahl ausgew&auml;hlter Personen, die sie als &ldquo;leicht beeinflussbar&rdquo; identifizierten, wurden mit mehr als einer Milliarde Anzeigen bombardiert, die meisten davon in den letzten paar Tagen.<\/p><p>Ich fragte David Banks, den Sprecher von Veterans for Britain, warum sie das Geld bei AggregateIQ ausgegeben hatten. <\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Nicht ich fand AggegrateIQ. Sie fanden uns! Sie riefen uns an und platzen bei uns herein. Es gibt keine Verschw&ouml;rung. Sie waren einfach diese kanadische Firma, die ein B&uuml;ro in London er&ouml;ffnete, um in der britischen Politik zu arbeiten. Und sie machten Dinge, die kein britisches Unternehmen im Angebot hatte. Ihr Targeting basierte auf einer Reihe von Technologien, die es hierzulande noch nicht gab. Vieles davon war gesch&uuml;tzt. Sie hatten eine M&ouml;glichkeit gefunden, Menschen auf der Grundlage von Erkenntnissen &uuml;ber ihr Verhalten zielgenau anzusprechen. Sie machten uns ein Angebot.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Es scheint klar zu sein, dass David Banks nicht wusste, dass es hier etwas Rechtswidriges geben k&ouml;nnte. Er ist ein patriotischer Mann, der an britische Souver&auml;nit&auml;t und britische Werte und britische Gesetze glaubt. Ich glaube nicht, dass er von irgendwelchen &Uuml;berschneidungen mit anderen Kampagnen wusste. Ich glaube lediglich, dass er benutzt wurde.<\/p><p>Und ich glaube, dass wir als britisches Volk insgesamt zum Spielball wurden. In seinem Blog schreibt Dominic Cummings, dass es beim Brexit auf &ldquo;etwa 600.000 Menschen &ndash; knapp &uuml;ber 1% der registrierten W&auml;hler&rdquo; ankam. Es ist keine &Uuml;bertreibung zu glauben, dass ein Mitglied der globalen Ein-Prozent einen Weg gefunden hat, dieses entscheidende eine Prozent der britischen W&auml;hler zu beeinflussen. <\/p><p>Das Referendum war eine offene Zielscheibe, die f&uuml;r US-Milliard&auml;re zu verlockend war, um nicht einen Schuss darauf zu wagen. Besser gesagt, die US-Milliard&auml;re und andere interessierte Kreise, denn indem wir die engen transatlantischen Verbindungen zwischen Gro&szlig;britannien und Amerika, Brexit und Trump, anerkennen, m&uuml;ssen wir auch anerkennen, dass Russland irgendwie in diese enge Umarmung eingeschlossen ist.<\/p><p>Im letzten Monat habe ich &uuml;ber die Verbindungen der britischen Rechten zur Trump-Administration und der europ&auml;ischen Rechten geschrieben. Und diese Verbindungen f&uuml;hren aus vielen Richtungen nach Russland, irgendwo zwischen Nigel Farage, Donald Trump und Cambridge Analytica hindurch.<\/p><p>Dem <em>Observer<\/em> wurde eine Landkarte vorgelegt mit Markierungen an den Orten auf der Welt, wo SCL und Cambridge Analytica t&auml;tig waren, einschlie&szlig;lich Russland, Litauen, Lettland, Ukraine, Iran und Moldawien. Vielf&auml;ltige andere Quellen von Cambridge Analytica decken andere Verbindungen zu Russland auf, einschlie&szlig;lich Reisen in das Land, Treffen mit Vertretern staatseigener russischer Unternehmen und Hinweise auf SCL-Mitarbeiter, die f&uuml;r russische Dienste t&auml;tig sind.<\/p><p>Artikel 50 trat in Kraft. AggregateIQ arbeitetet au&szlig;erhalb des Geltungsbereichs britischer Gesetze. Die Wahlkommission ist machtlos. Und eine neue Wahl steht uns unter den gleichen Bedingungen n&auml;chsten Monat bevor. Es ist nicht so, dass die Beh&ouml;rden nicht w&uuml;ssten, dass es Grund zur Sorge gibt. Der <em>Observer<\/em> hat erfahren, das der Crown Prosecution Service einen Sonderstaatsanwalt ernannt hat, der entscheiden soll, ob es F&auml;lle gibt, die eine kriminalpolizeiliche Untersuchung wegen Bruchs der Wahlfinanzierungsgesetze notwendig machen. Der CPS hat es an die Wahlkommission weitergeleitet. Ein Informant aus dem Umfeld der Geheimdienste erz&auml;hlte mir, dass an der m&ouml;glichen russischen Einflussnahme auf das Referendum gearbeitet wird. <\/p><p>Gavin Millar, ein QC und Experte f&uuml;r Wahlrecht, beschrieb die Situation als &bdquo;sehr besorgniserregend&ldquo;. Er glaubt, der einzige Weg, die Wahrheit zu ermitteln, sei ein &ouml;ffentlicher Untersuchungsausschuss. Aber die Regierung m&uuml;sste ihn einberufen, eine Regierung, die gerade Neuwahlen zum eigenen Machterhalt initiiert hat. Eine Wahl, die zum Ziel hat, uns dauerhaft auf eine Linie mit Trumps Amerika zu bringen.<\/p><p>Martin Moore von King&rsquo;s College London wies darauf hin, dass Wahlen ein modernes Werkzeug f&uuml;r Staaten sind, die ein autorit&auml;res Regime anstreben. &ldquo;Sehen Sie doch Erdogan in der T&uuml;rkei. Was Theresa May tut, ist quasi antidemokratisch. Es geht ihr bewusst darum, ihre Macht zu st&auml;rken. Es geht nicht um einen Kampf zwischen zwei Parteien. &rdquo;<\/p><p>Das ist Gro&szlig;britannien im Jahr 2017, ein Gro&szlig;britannien, das zunehmend wie eine &ldquo;verwaltete&rdquo; Demokratie erscheint, von einem US-Milliard&auml;r bezahlt, mit milit&auml;rischen Technologien ausgestattet, ausgeliefert von Facebook und von uns erm&auml;chtigt. Wenn wir dieses Referendum so stehenlassen, stimmen wir all dem implizit zu. Hier geht es nicht um Remain oder Leave. Es geht weit &uuml;ber Parteipolitik hinaus. Es geht um den ersten Schritt in eine sch&ouml;ne, neue, zunehmend undemokratische Welt. <\/p><p><strong>Namens- und Stichwortverzeichnis<\/strong><\/p><ul>\n<li><strong>SCL Group<\/strong><br>\nBritisches Unternehmen mit 25 Jahren Erfahrung mit milit&auml;rischen &bdquo;psychologischen Operationen&ldquo; und &bdquo;Wahlmanagement&rdquo;.<\/li>\n<li><strong>Cambridge Analytica<\/strong><br>\nDatenanalyse-Unternehmen, gegr&uuml;ndet 2014. Robert Mercer besitzt 90% der Anteile, SCL 10%. Durchf&uuml;hrung von gro&szlig;en digitalen Targeting-Kampagnen f&uuml;r  die Donald-Trump-Wahlkampagne, die Nominierungskampagne von Ted Cruz und viele andere Kampagnen f&uuml;r die US-Republikaner. &ndash; in der Regel gesponsert von Mercer. Unterst&uuml;tzte Nigel Farages Leave.EU beim Referendum.<\/li>\n<li><strong>Robert Mercer<\/strong><br>\nUS-Milliard&auml;r, Hedgefond-Eigent&uuml;mer und der gr&ouml;&szlig;te Wahlkampfspender von Trump. Eigent&uuml;mer von Cambridge Analytica und des IP [intellectual property] von AggregateIQ. Freund von Farage. Enger Vertrauter von Steve Bannon.<\/li>\n<li><strong>Steve Bannon<\/strong><br>\nChefstratege von Trump. Vize -Chef von Cambridge Analytica w&auml;hrend der Referendumsperiode, Freund von Farage.<\/li>\n<li><strong>Alexander Nix<\/strong><br>\nDirektor von Cambridge Analytica und der SCL Gruppe.<\/li>\n<li><strong>Christopher Wylie<\/strong><br>\nKanadier, brachte als Erster Datenexpertise und Micro-Targeting ein in Cambridge Analytica; warb AggregateIQ a<\/li>\n<li><strong>AggregateIQ<\/strong><br>\nDatenanalyse-Firma mit Sitz in Victoria, British Columbia, Kanada. Arbeitete f&uuml;r das von Mercer gesponserte Politische Aktionskomittee, das die Trump-Kampagne unterst&uuml;tzte. Mercer ist Eigent&uuml;mer von AIQs IP. 3,9 Mio Pfund von Vote Leave f&uuml;r Micro-Targeting erhalten w&auml;hrend der Referendumskampagne. Befindet sich au&szlig;erhalb britischer Rechtssprechung.<\/li>\n<li><strong>Veterans for Britain<\/strong><br>\nErhielt &pound;100,000 von Vote Leave. An AggregateIQ gezahlt.<\/li>\n<li><strong>BeLeave<\/strong><br>\nJunge Leave Kampagne, gegr&uuml;ndet von einen 23 j&auml;hrigen Studenten. Erhielt &pound;625,000 von Vote Leave &amp; &pound;50,000 von einem anderen Spender. Gezahlt an AggregateIQ.<\/li>\n<li><strong>DUP<\/strong><br>\nDemocratic Unionist Party of Northern Ireland. Zahlte &pound;32,750 an AggregrateIQ.<\/li>\n<li><strong>Thomas Borwick<\/strong><br>\nTechnischer Leiter von Vote Leave. War vorher bei SCL\/Cambridge Analytica und AggregateIQ t&auml;tig.<\/li>\n<li><strong>ASI Data Science<\/strong><br>\nDatenspezialist. Verbindung zu Cambridge Analytica, incl Austausch von Personal und gemeinsamen Veranstaltungen. Erhielt &pound;114,000 von Vote Leave. Vote Leave deklarierte nur &pound;71,000 bei der Wahlkommission.<\/li>\n<li><strong>Donald Trump<\/strong><br>\nUS-Pr&auml;sident. Wahlkampagne von Mercer gesponsert und von Bannon geleitet. Datenlieferung durch Cambridge Analytica und AggregrateIQ.<\/li>\n<li><strong>Nigel Farage<\/strong><br>\nFr&uuml;herer Ukip-F&uuml;hrer. Leiter von Leave.EU. Freund von Trump, Mercer und Bannon.<\/li>\n<li><strong>Arron Banks<\/strong><br>\nGesch&auml;ftsmann aus Bristol, Mitgr&uuml;nder von Leave.EU. Eigent&uuml;mer einer Datenfirma und einer Versicherung. Gr&ouml;&szlig;ter Einzelspender von Leave &ndash; &pound;7.5 Mio.<\/li>\n<\/ul><p><em>Einige Namen, Altersangaben und andere Identifizierungsmerkmale der Informanten in diesem Artikel wurden ver&auml;ndert.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leser haben uns auf diesen Artikel im britischen Guardian und Observer &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/technology\/2017\/may\/07\/the-great-british-brexit-robbery-hijacked-democracy\">The great British Brexit robbery: how our democracy was hijacked<\/a>&rdquo; aufmerksam gemacht. Die NachDenkSeiten-Leserin <strong>Josefa Zimmermann<\/strong> hat ihn &uuml;bersetzt. Herzlichen Dank, auch im Namen aller interessierten Leserinnen und Leser. Ein bedr&uuml;ckendes Dokument zum Zustand westlicher Demokratien. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast<\/em><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38321\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,107,184,126,22,123,125,190],"tags":[2095,2097,1843,1508,2096,469,2058,1337,1554,259,1800,1556,1464],"class_list":["post-38321","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-audio-podcast","category-ueberwachung","category-erosion-der-demokratie","category-europaische-union","category-kampagnentarnworteneusprech","category-rechte-gefahr","category-wahlen","tag-bannon-steve","tag-big-data","tag-brexit","tag-facebook","tag-farage-nigel","tag-grossbritannien","tag-militaerisch-industrieller-komplex","tag-oligarchen","tag-orwell-2-0","tag-russland","tag-trump-donald","tag-usa","tag-volksabstimmung"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38321","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=38321"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38321\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38354,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38321\/revisions\/38354"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=38321"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=38321"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=38321"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}