{"id":38364,"date":"2017-05-21T10:00:57","date_gmt":"2017-05-21T08:00:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38364"},"modified":"2017-05-22T08:27:17","modified_gmt":"2017-05-22T06:27:17","slug":"alte-und-neue-techniken-politischer-kommunikation-wie-druecken-wir-unsere-botschaft-durch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38364","title":{"rendered":"Alte und neue Techniken politischer Kommunikation. Wie dr\u00fccken wir unsere Botschaft durch?"},"content":{"rendered":"<p>Ein DeutschlandfunkKultur-<a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/zeitfragen.975.de.html\">Zeitfragen<\/a>-Beitrag <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/alte-und-neue-techniken-politischer-kommunikation-wie.976.de.html?dram:article_id=386432\">vom 17.05.2017<\/a>. Dazu Interviews mit Peter Radunski und Albrecht M&uuml;ller, Wahlkampfmanager von CDU und SPD, und anderen Fachleuten. Au&szlig;erdem in einem II. Teil einige &Uuml;berlegungen zur Frage, was man aus fr&uuml;heren Wahlk&auml;mpfen f&uuml;r heute lernen k&ouml;nnte &ndash; was sind die quasi zeitlosen Regeln f&uuml;r gute Wahlstrategien und Planungen?<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Teil I: Zum Beitrag des DeutschlandfunkKultur<\/strong><br>\nHier der Einstieg in das Feature, das Sie, wenn Sie das Thema interessiert, nachlesen und h&ouml;ren k&ouml;nnen.<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/alte-und-neue-techniken-politischer-kommunikation-wie.976.de.html?dram:article_id=386432\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170521-techniken-01.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><p>Der Autor des DeutschlandfunkKultur-St&uuml;cks Johannes Nichelmann hat recht, wenn er meint, es habe sich bei den Wahlk&auml;mpfen vieles ver&auml;ndert. Das gilt vor allem f&uuml;r die Techniken der Kommunikation und sicher auch f&uuml;r die Voraussetzungen bei den anzusprechenden W&auml;hlerinnen und W&auml;hlern. Vermutlich ist das politische Interesse geringer als vor 30, 40 oder 50 Jahren. Aber: Viele der fr&uuml;heren strategischen &Uuml;berlegungen zu Wahlk&auml;mpfen sind <strong>nicht &uuml;berholt<\/strong>.<\/p><p><strong>Teil II: Quasi zeitlose Regeln f&uuml;r gute Wahlstrategien und Planungen<\/strong><\/p><p>Der Einfachheit halber ist im Folgenden die Liste der Gr&uuml;nde f&uuml;r den Wahlerfolg Willy Brandts und der SPD von 1972 eingescannt. Es handelt sich dabei um einen Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis meines Buches &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2381\">Willy w&auml;hlen &sbquo;72. Siege kann man machen<\/a>&ldquo;.<\/p><p>Es geht hier nicht um eine nostalgische Betrachtung, sondern um die Frage, welche dort genannten &Uuml;berlegungen zur Kommunikation in einer politischen Auseinandersetzung im Vorfeld von Wahlen heute noch relevant sind: <\/p><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170521-techniken-02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170521-techniken-02-small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><p>Anmerkungen zu einzelnen der genannten strategischen &Uuml;berlegungen:<\/p><ol>\n<li>Aufbau einer Gegen&ouml;ffentlichkeit. Wie 1972 w&auml;re das auch heute der Schl&uuml;ssel zum Erfolg jener politischen Kr&auml;fte, die Kanzlerin Merkel abl&ouml;sen wollen. Sie hat die Mehrheit der Medien und auch das Gro&szlig;e Geld hinter sich. Wer dagegen gewinnen will, muss Menschen mobilisieren. Das ging und das ginge auch wieder.<\/li>\n<li>Die CDU hat in Nordrhein-Westfalen vorgef&uuml;hrt, was eine gute Konfliktplanung zu leisten vermag: NRW als Schlusslicht darzustellen, beim Thema innere Sicherheit anzugreifen, genauso beim Stundenausfall in den Schulen. Das waren gut geplante Konflikte. Damit war sie aber nur erfolgreich, weil die Ministerpr&auml;sidentin Kraft und die SPD nichts aus der Vergangenheit lernen wollten.<\/li>\n<li>H&auml;tten sie eine genaue Analyse der Taktik des politischen Gegners gemacht, dann h&auml;tten sie unschwer erkennen k&ouml;nnen, wo die CDU angreift &ndash; siehe (2) &ndash; und dann h&auml;tten sie versuchen m&uuml;ssen, die eigenen Anh&auml;nger und &uuml;ber sie auch die W&auml;hler zu immunisieren.<\/li>\n<li>Es sollte klar sein, in welcher politischen Formation, in welcher Koalition man die Regierungsmacht erreichen bzw. halten will. Zu meinen, man k&ouml;nne die Koalitionsfrage offen lassen, das ist ziemlich naiv. Denn damit verlangt man von den W&auml;hlerinnen und W&auml;hlern, dass sie die Katze im Sack kaufen.<\/li>\n<li>Zusammenarbeit Rechts-Links. Das bezog sich damals auf die Zusammenarbeit innerhalb der SPD &ndash; also zwischen dem Brandtfl&uuml;gel und den sogenannten Kanalarbeitern. Heute w&auml;re es auf die Linkspartei anzuwenden. Wenn die Fl&uuml;gel sich dort bekriegen, dann wird daraus nichts.<\/li>\n<li>Selbst bei kleinen Parteien ist das anzusprechende W&auml;hlerpotenzial nicht homogen, bei gr&ouml;&szlig;eren Parteien sowieso nicht. Menschen haben aber verschiedene Interessen und verschiedene Ansichten. Deshalb kommt ein guter Wahlkampf ohne eine gewisse Vielfalt nicht aus. Die Forderung nach Geschlossenheit ist das bl&ouml;dsinnigste, was man sich f&uuml;r einen guten Wahlkampf vorstellen kann.<\/li>\n<li>Politische Kommunikation ist dann erfolgreich, wenn die angesprochenen Menschen an der Ansprache h&auml;ngen bleiben, dar&uuml;ber kommunizieren, es weitersagen. Das geht besonders gut mit Witz und Humor. Die SPD hat 1972 von Tommy Ungerer ihre Einstiegskampagne illustrieren lassen. Das war witzig und l&ouml;ste vielf&auml;ltige Kommunikation aus.<\/li>\n<li>Klassenkampf von oben und offen sagen, was ist. Das ist hochaktuell. Den Klassenkampf gibt es und er betrifft alle. Besser als mit der auseinandergezogenen Einkommens- und Verm&ouml;gensverteilung kann man das gar nicht belegen. Und dennoch wird dieses Thema von der offiziellen Politik ziemlich verschwiegen. Es wird auch nicht offen dar&uuml;ber geredet, wie das Gro&szlig;e Geld und die konzentrierten Medien in die Meinungsbildung und damit auch in die Entscheidungsfindung eingreifen. Wir haben 1972 die Intervention des gro&szlig;en Geldes in die politische Auseinandersetzung offensiv angesprochen und damit die Mehrheit der Menschen beeindruckt und gewonnen. Das war nicht nur Wahlpropaganda sondern auch ein Akt der politischen Bildung.<\/li>\n<li>F&uuml;r die W&auml;hlerinnen und W&auml;hler muss erkennbar sein, welche Werte diejenigen pr&auml;gen, die um unsere Stimme werben. Dabei ist klar: die Rolle der Egoisten ist in der Regel besetzt und auch nicht attraktiv f&uuml;r jede fortschrittliche Partei.<\/li>\n<li> Meinungsf&uuml;hrung statt Anpassung. Die Anpassung an die konservativen und neoliberalen Vorstellungen markiert das Elend der Sozialdemokratie. Damit ist kein Blumentopf zu gewinnen, jedenfalls nicht dauerhaft.<\/li>\n<\/ol><p>Soviel zu einigen der fortgeltenden &Uuml;berlegungen f&uuml;r erfolgreiche Wahlk&auml;mpfe. Sie liegen auf der Stra&szlig;e, man k&ouml;nnte sie auflesen und umsetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein DeutschlandfunkKultur-<a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/zeitfragen.975.de.html\">Zeitfragen<\/a>-Beitrag <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/alte-und-neue-techniken-politischer-kommunikation-wie.976.de.html?dram:article_id=386432\">vom 17.05.2017<\/a>. Dazu Interviews mit Peter Radunski und Albrecht M&uuml;ller, Wahlkampfmanager von CDU und SPD, und anderen Fachleuten. Au&szlig;erdem in einem II. 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