{"id":38375,"date":"2017-05-21T09:00:22","date_gmt":"2017-05-21T07:00:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38375"},"modified":"2017-05-22T08:19:37","modified_gmt":"2017-05-22T06:19:37","slug":"hinweise-der-woche-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38375","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CW)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38375#h01\">NRW-Wahl\/SPD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38375#h02\">Frankreich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38375#h03\">Fl&uuml;chtlinge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38375#h04\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38375#h05\">Tritt der IWF nun den Kampf gegen soziale Ungleichheit an?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38375#h06\">Die &bdquo;soziale Idee&ldquo; der EU-Kommission<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38375#h07\">EuGH erh&ouml;ht die H&uuml;rden f&uuml;r EU bei Freihandelsabkommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38375#h08\">Die Kampfansage: Mercedes-Arbeiter fordern ein neues Streikrecht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38375#h09\">Erheblich unter dem Spitzensatz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38375#h10\">Angeblich will keiner die Privatisierung, aber trotzdem soll sie ins Grundgesetz?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38375#h11\">Heiko Maas&lsquo; Zensurgesetz: Wenn Anzeige und Verurteilung eins werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38375#h12\">Weltgesundheitsorganisation: Der verh&auml;ngnisvolle Einfluss der Pharmakonzerne<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38375#h13\">US-Drohnenkrieg: Regisseurin Sonia Kennebeck &uuml;ber &bdquo;National Bird&ldquo; &ndash; Jung &amp; Naiv: Folge 307<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnendsten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>NRW-Wahl\/SPD<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>SPD-Desaster mit Ansage<\/strong><br>\nDas NRW-Desaster zeigt: Ohne eigenes Profil und ohne eigenes Konzept wird die Sozialdemokratie zum blo&szlig;en Mehrheitsbeschaffer f&uuml;r die Konservativen und ist auf Dauer existenziell bedroht.<br>\nWas nach der Wahl im Saarland schon klar war, fand gestern in NRW eine eindrucksvolle Best&auml;tigung: Die SPD wird nur noch daf&uuml;r gebraucht, der CDU eine stabile Regierungsmehrheit zu sichern, wenn die FDP zu schwach ist. Ist, wie jetzt in NRW, die FDP stark genug, wird die SPD zum politischen Fu&szlig;abstreifer.<br>\nIch frage mich immer, ob die professionellen Jubler, die sich bei jeder Parteiveranstaltung der SPD die H&auml;nde wund klatschen und die Martin Schulz mit 100 Prozent zum Parteivorsitzenden und Kanzlerkandidaten gew&auml;hlt haben, auch nur einmal in ihrem Leben ganz kurz dar&uuml;ber nachdenken, was aus dieser Partei geworden ist.<br>\nDa tritt der Vorsitzende, der wohl ahnt, welch ein schreckliches Jahr auf ihn zukommt, so rechtzeitig zur&uuml;ck, dass er f&uuml;r nichts verantwortlich gemacht werden kann. Ein sch&ouml;nes P&ouml;stchen, auf dem er in Ruhe auf die Bundestagwahl warten kann, findet er gl&uuml;cklicherweise auch, weil er seinen Kumpel Frank-Walter noch schnell zum Bundespr&auml;sidenten hochtrickst. Ein Nachfolger, der nicht ahnt, was auf ihn zukommt und nur vom Kanzleramt tr&auml;umt, f&auml;llt ihm aus Richtung Br&uuml;ssel vor die F&uuml;&szlig;e und schon wird die Operation &bdquo;Erneuerung der SPD&ldquo; auf die B&uuml;hne gebracht und das Parteivolk ist begeistert.<br>\nDie SPD ist in den vergangenen f&uuml;nfzehn Jahren von einer Handvoll Nordlichtern programmatisch entleert und moralisch enthauptet worden. Das begann in der ersten Generation mit Schr&ouml;der, setzt sich &uuml;ber Clement (das ist der Mann, der schon immer in die CDU geh&ouml;rte, aber &uuml;ber Jahrzehnte in der SPD f&uuml;r jeden Posten genommen wurde) bis zu M&uuml;ntefering fort (der vermutlich nie verstanden hat, was mit ihm passiert). In der zweiten Generation spielten Gabriel, Steinmeier und Steinbr&uuml;ck das gleiche Spiel genau so lange bis sie in den richtigen Positionen waren (oder genug Geld verdient hatten) und mit Schulz den &bdquo;Kandidaten&ldquo; fanden, der in v&ouml;lliger Selbst&uuml;bersch&auml;tzung den Karren unbedingt aus dem Dreck ziehen wollte.<br>\nDie Masse der Noch-SPD-Anh&auml;nger begreift offenbar nicht, dass man die linke Seite nicht vollkommen aufgeben kann und immer dann, wenn man es gerade f&uuml;r einen Wahlkampf braucht, eine scheinbar linke Karte zieht. So dumm ist das Volk, NRW hat es bewiesen, dann doch nicht. Wer sich heute noch mit der Agenda 2010 und mit Hartz IV br&uuml;stet, rennt genau damit in die von der CDU aufgestellte Falle.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2017\/05\/nrw-spd-desaster-mit-ansage\/\">Heiner Flassbeck auf Makroskop<\/a><\/li>\n<li><strong>Sahra Wagenknecht &uuml;ber die NRW-Wahl: &bdquo;Unser Angebot steht ja&ldquo;<\/strong><br>\nHat Ihnen Hannelore Krafts Ansage, Sie seien nicht regierungsf&auml;hig, eher gen&uuml;tzt oder geschadet?<br>\nDas hat vor allem Frau Kraft geschadet, denn sie hat den W&auml;hlerInnen der SPD deutlich signalisiert, dass sie ihre bemerkenswerte Ignoranz gegen&uuml;ber Bildungsmisere, Armut und Langzeitarbeitslosigkeit auch in Zukunft nicht ver&auml;ndern will. Denn die Absage an uns war ja gleichbedeutend mit der Ansage, sie m&ouml;chte mit CDU oder FDP koalieren. Und ich denke schon, dass sich in diesem Moment der eine oder andere endg&uuml;ltig &uuml;berlegt hat, Frau Kraft definitiv nicht noch einmal seine Stimme zu geben. [&hellip;]<br>\nDas ist die dritte Landtagswahl in Folge, bei der SPD, Gr&uuml;ne und Linke in verschiedenen Konstellationen keine Mehrheit bekamen. Ist Rot-Rot-Gr&uuml;n im Bund gestorben?<br>\nWir w&uuml;nschen uns eine Bundesregierung, die den Sozialstaat wiederherstellt und auf Frieden und Abr&uuml;stung setzt. Die Frage ist, ob SPD und Gr&uuml;ne das ebenfalls wollen. Herr Schulz ist zwar mit der Ansage gestartet, die Politik der Agenda 2010 zu hinterfragen und f&uuml;r soziale Gerechtigkeit einzutreten. Das hat einen unglaublichen Hype entfacht. Dann stellten die Menschen ern&uuml;chtert fest, dass Schulz nicht liefert. Also: Nicht die verlorenen Landtagswahlen haben den Schulz-Hype beendet, sondern die Entt&auml;uschung dar&uuml;ber, dass bei der SPD doch alles weitergeht wie zuvor. Wenn die SPD so weitermacht, wird es auch rechnerisch keine Mehrheit f&uuml;r Rot-Rot-Gr&uuml;n geben. Viel wichtiger ist aber: Es gibt keine inhaltliche &Uuml;bereinstimmung, Agenda-Politik kann die SPD tats&auml;chlich am besten mit der CDU machen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.taz.de\/Sahra-Wagenknecht-ueber-die-NRW-Wahl\/%215409662\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Nachbeben in der Kampfzone<\/strong><br>\nNach der krachenden Niederlage in NRW ver&ouml;ffentlicht die SPD einen Entwurf f&uuml;r ihr Wahlprogramm. Sie will Akzente in der Bildungspolitik setzen &ndash; und sich st&auml;rker f&uuml;r innere Sicherheit engagieren. (&hellip;)<br>\nNun fordert die SPD auf dem Feld, auf dem die Unionsparteien traditionell &uuml;ber die h&ouml;chsten Kompetenzwerte verf&uuml;gt, 15000 neue Polizisten in Bund und L&auml;ndern. Und es hei&szlig;t auch in dem Entwurf, der auf dem Dortmunder Programmparteitag Ende Juni beschlossen werden soll: &bdquo;Wo Videotechnik hilft, Gefahren vorzubeugen und Beweise zu sichern, soll sie eingesetzt werden.&ldquo; Schlie&szlig;lich: &bdquo;Ausl&auml;nder, die schwere Straftaten begehen, sollen nach Verb&uuml;&szlig;ung ihrer Strafe unverz&uuml;glich abgeschoben werden.&ldquo; Auch gegen&uuml;ber islamistischen Hasspredigern solle eine Null-Toleranz-Politik gelten.<br>\nIn der Bildungspolitik will Schulz ebenfalls Akzente setzen: Mit einem neuen Grundgesetzartikel werde er &bdquo;in einem ersten Schritt&ldquo; das Kooperationsverbot aufbrechen. Der Bund soll in finanzschwachen Kommunen direkt in Kitas, Schulen, Horte und Berufsschulen investieren d&uuml;rfen. An diesem Donnerstag will Schulz auf einer Diskussionsveranstaltung im Berliner Brennpunkt Neuk&ouml;lln ein wenig mehr verraten. &bdquo;Ich habe die Nase voll von Kompetenzdebatten in der Bildungspolitik&ldquo;, hatte er vor der Fraktion gesagt. Schulz wird aber nicht dem Rat einiger Sozialdemokraten folgen und f&uuml;r die g&auml;nzliche Abschaffung des Kooperationsverbotes pl&auml;dieren.<br>\nDer Programmentwurf umfasst 67 Seiten und soll alle Gliederungen der Partei zufriedenstellen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/bundestagswahl\/spd-veroeffentlicht-entwurf-ihres-wahlprogramms-15020671.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Frankreich<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Revolution von oben<\/strong><br>\nMacrons Besuch in Berlin zeigt: Euro-Zug f&auml;hrt Richtung Superstaat. Kanzlerin Merkel und Vize Gabriel wollen das als Ref&ouml;rmchen verkaufen<br>\nGrinsen Richtung Galerie, Geschwurbel f&uuml;r die Mikrofone und die harten Fakten unter vier Augen: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und der neue franz&ouml;sische Pr&auml;sident Emmanuel Macron schienen am Montag in Berlin ganz darauf aus, die R&uuml;ckschl&auml;ge der vergangenen Jahre vergessen zu machen. Mediengerecht klingt das so: Beide Spitzenpolitiker wollen die Modernisierung der Europ&auml;ischen Union vorantreiben und sind dabei auch &raquo;offen&laquo; f&uuml;r die &Auml;nderung bestehender Vertr&auml;ge.<br>\nMarcron hatte gute Gr&uuml;nde, unmittelbar nach seiner Amts&uuml;bernahme am Sonntag nach Berlin zu reisen. Die neoliberale Agenda des Exbankers l&auml;uft nach bisheriger Analyse auf eine Art Flucht nach vorn hinaus: Frankreichs Gro&szlig;kapital dr&auml;ngt auf bessere Profitbedingungen und mehr Assistenz aus Richtung Br&uuml;ssel, also eine Modifizierung der Produktionsverh&auml;ltnisse, um wieder Anschluss im globalen Konkurrenzkampf zu finden &ndash; mit der Losung &raquo;mehr Europa&laquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/310850.revolution-von-oben.html\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Franz&ouml;sische Reformideen sind eine Chance<\/strong><br>\nEuropa atmet auf: Die Nationalistin Marine Le Pen hat die Stichwahl in Frankreich verloren, Emmanuel Macron ist neuer Pr&auml;sident. Er will die EU reformieren und gerechter machen. Doch seine Vorschl&auml;ge f&uuml;r mehr Solidarit&auml;t sto&szlig;en in Deutschland auf erbitterten Widerstand, vor allem in der CDU. Das kann zu einer Gefahr f&uuml;r Europa werden, warnt der DGB-klartext.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/-\/BR2\">DGB<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ist der DGB inzwischen voll auf neoliberalem Kurs oder hat man nicht mitbekommen, f&uuml;r welche Politik Macron schon unter Hollande stand? Das k&ouml;nnen die Verantwortlichen im DGB <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/nach-wahl-sieg-so-will-emmanuel-macron-frankreich-reformieren-15005236.html\">hier<\/a> z.B. nachlesen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Aus dem Pool der Eliten<\/strong><br>\nFrankreich: Der neue Premier Edouard Philippe ist ein Abziehbild von Pr&auml;sident Macron &ndash; und ein politisches Cham&auml;leon<br>\nEdouard Philippe ist, wie es von der Wahlkampfmannschaft des Staatschefs hie&szlig;, der &raquo;ideale Kandidat, der allen von Macron gewollten Anforderungen an dieses Amt entspricht&laquo;. Ein Abziehbild des Pr&auml;sidenten also, wie dieser ein Cham&auml;leon im politischen Dschungel: Absolvent der Eliteschule ENA (&Eacute;cole nationale d&rsquo;administration) und Wanderer zwischen den politischen Lagern &ndash; ein Mann aus dem Niemandsland. In jungen Jahren war er Anh&auml;nger des Sozialisten Michel Rocard (1930&ndash;2016), danach des sp&auml;teren rechten Au&szlig;enministers Alain Jupp&eacute;. Zwischenzeitlich war er im Wahlkampfteam des unterlegenen katholischen und rechtskonservativen Kandidaten Fran&ccedil;ois Fillon, zuletzt verstand er sich offenbar gut mit dem Pr&auml;sidentschaftskandidaten Macron.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/310774.aus-dem-pool-der-eliten.html\">junge Welt<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Fl&uuml;chtlinge<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Gef&auml;hrliche Flucht durch die W&uuml;ste: &bdquo;Gott kann mich auch nach Lampedusa bringen!&ldquo;<\/strong><br>\nDie W&uuml;stenstadt Agadez im bitterarmen Niger ist f&uuml;r Tausende Afrikaner zum Knotenpunkt f&uuml;r den Transport nach Libyen geworden. Doch die Route durch die T&eacute;n&eacute;r&eacute;-W&uuml;ste ist mindestens ebenso gef&auml;hrlich wie die &Uuml;berquerung des Mittelmeeres. Sch&auml;tzungen zufolge starben im vergangenen Jahr in der W&uuml;ste rund dreimal so viele Menschen wie im Meer. (&hellip;) Wer die Fahrt durch die W&uuml;ste &uuml;berlebt hat, hat es bis Libyen geschafft. Aber viele Migranten erleben dort, was diese junge Frau berichtet: &bdquo;Sie kamen in unsere Unterk&uuml;nfte, an unsere Arbeitspl&auml;tze, um uns festzunehmen&ldquo;, sagte sie. &bdquo;Sie haben uns alles weggenommen.&ldquo; &ndash; Aus verschiedenen Quellen kommen glaubw&uuml;rdige Berichte dar&uuml;ber, dass Migranten in Libyen beraubt, ausgebeutet und erpresst werden. Teilweise werden sie gefoltert, um zu erreichen, dass sie Verwandte zuhause dazu bringen, L&ouml;segeld zu schicken. Die Migranten, die auch das &uuml;berleben und noch Geld haben, werden dann auf kaum seet&uuml;chtige Boote gepfercht und aufs Meer geschickt. Viele dieser Boote geraten in Seenot.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/gefaehrliche-flucht-durch-die-wueste-gott-kann-mich-auch.1773.de.html?dram:article_id=386271\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><strong>Europas W&uuml;stengrenze<\/strong><br>\nBundesinnenminister Thomas de Maizi&egrave;re verlangt die Entsendung einer EU-Grenzschutzmission an die Grenze zwischen Libyen und Niger. Weil die bisherigen Ma&szlig;nahmen zur Abschottung dieser Grenze nicht die gew&uuml;nschte Wirkung entfalteten, m&uuml;sse man weitere Schritte ergreifen und &bdquo;fact-finding missions&ldquo; in die libysch-nigrische W&uuml;ste entsenden, hei&szlig;t es in einem Schreiben, das de Maizi&egrave;re gemeinsam mit seinem Amtskollegen aus Italien in der vergangenen Woche an die EU-Kommission geschickt hat. Berlin und Br&uuml;ssel sind schon seit geraumer Zeit bestrebt, die nigrischen Repressionsbeh&ouml;rden mit politischem Druck und mit Trainingsprogrammen zum Einschreiten gegen unerw&uuml;nschte Migranten zu veranlassen. Zwar gelingt dies inzwischen; doch weichen die Migranten wie &uuml;blich auf gef&auml;hrlichere Routen aus. Lokale Menschenrechtsorganisationen klagen, das sei eine direkte Folge europ&auml;ischen Drucks und f&uuml;hre zu einem deutlichen Anstieg an Todesopfern beim Transit durch die Sahara. Wie Beobachter berichten, bietet die EU der verarmten Stadt Agadez als Ersatz f&uuml;r Einkommenseinbu&szlig;en in der lukrativen Migrationsbranche unsinnigen Ersatz an: Landwirtschaftsprojekte mitten in der W&uuml;ste.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/59597\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><strong>Immer noch ein Problem: die Unterbringung von Fl&uuml;chtlingen<\/strong><br>\nDie Migrantenzahlen in Italien steigen: Dieses Jahr sind schon mehr gekommen als im letzten. Die Fl&uuml;chtlingssituation sei wirklich eine Schande, erkl&auml;rt der italienische Politiker Ignazio Corrao im EU-Parlament. Die schleppende Umverteilung der Gefl&uuml;chteten von Italien auf andere EU-L&auml;nder sei kritikw&uuml;rdig. Zudem &auml;hneln die Aufnahmezentren Gef&auml;ngnissen.<br>\nZu sagen, Italien habe ein Migrantenproblem, ist stark untertrieben. &Uuml;ber 45.000 Migranten sind allein in diesem Jahr schon mit dem Boot von der K&uuml;ste Libyens &uuml;ber das Mittelmeer gekommen. Die Aufnahmezentren, in denen 175.000 leben, platzen aus allen N&auml;hten. Auch deshalb f&auml;hrt der neue Innenminister Marco Minniti einen h&auml;rteren Kurs &ndash; insgesamt 18 Abschiebezentren richtet er gerade ein. Mit in der Theorie jeweils 1.000 Pl&auml;tzen. Dort sollen die Migranten identifiziert werden und im Regelfall abgeschoben. Doch bei n&auml;herem Hinsehen ist das nicht so einfach.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/italien-immer-noch-ein-problem-die-unterbringung-von.795.de.html?dram:article_id=386383\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><strong>Das Prinzip Abschreckung<\/strong><br>\nTrotz der vollkommen unzul&auml;nglichen Umverteilung von Fl&uuml;chtlingen aus Griechenland in wohlhabendere EU-Staaten reduziert Berlin seine &Uuml;bernahmen weiter und erm&ouml;glicht nach l&auml;ngerer Pause sogenannte Dublin III-Abschiebungen nach Athen. Bis Ende vergangener Woche sind genau 18.418 Fl&uuml;chtlinge aus Griechenland und Italien in andere EU-Staaten ausgeflogen worden; Br&uuml;ssel hatte zun&auml;chst angek&uuml;ndigt, bis September dieses Jahres rund 160.000 Fl&uuml;chtlinge in der EU umzuverteilen. Die Bundesrepublik, die bislang nur 4.478 von den 27.536 Fl&uuml;chtlingen einreisen lassen hat, die sie gem&auml;&szlig; EU-Schl&uuml;ssel aus Griechenland und Italien willkommen hei&szlig;en soll, reduziert Berichten zufolge gegenw&auml;rtig ihre &Uuml;bernahmen. Dabei sind die Lebensverh&auml;ltnisse f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge in Griechenland nach wie vor katastrophal. Amnesty International etwa hat k&uuml;rzlich in einer &bdquo;Urgent Action&ldquo; auf die &bdquo;f&uuml;rchterlichen Bedingungen&ldquo; hingewiesen, unter denen mehr als 1.000 Fl&uuml;chtlinge in drei Lagern im Athener Stadtteil Ellinik&oacute; dahinvegetieren m&uuml;ssen. Auch die Versorgung von Fl&uuml;chtlingen au&szlig;erhalb der Lager sei &bdquo;mehr als notd&uuml;rftig&ldquo;, best&auml;tigt Dorothee Vakalis von der Hilfsorganisation NAOMI in Thessaloniki im Gespr&auml;ch mit german-foreign-policy.com. Trotzdem hat das Bundesinnenministerium im M&auml;rz die Dublin III-Abschiebungen nach Griechenland, die 2011 nach einer Intervention des Europ&auml;ischen Gerichtshofs f&uuml;r Menschenrechte untersagt worden waren, wieder zugelassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/59600\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Einschnitte f&uuml;r Rentner und Mittelschicht<\/strong><br>\nEs trifft vor allem Rentner und die Mittelschicht: Der griechische Finanzminister Tsakalotos hat ein neues Sparpaket in H&ouml;he von 4,9 Milliarden Euro vorgelegt. Die Gewerkschaften k&uuml;ndigten scharfe Proteste an.<br>\nDer griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos hat dem Parlament ein neues hartes Sparprogramm vorgelegt. Das Spar- und Reformpaket habe ein Volumen von bis zu 4,9 Milliarden Euro, berichtete die griechische Finanzpresse nach einer ersten Lesung.<br>\nDie Billigung der neuen Sparma&szlig;nahmen ist Voraussetzung f&uuml;r weitere Hilfen seitens der Gl&auml;ubiger des Landes. Griechenland braucht im Juli mehr als sieben Milliarden Euro, um nicht pleite zu gehen. Die Sparma&szlig;nahmen sollen stufenweise von 2019 an in Kraft treten.<br>\nBetroffen von den neuen Einsparungen sind haupts&auml;chlich die Rentner und die Mittelschicht. Ab 2019 sollen die Renten um bis zu 18 Prozent gek&uuml;rzt werden. Ab 2020 soll der j&auml;hrliche Steuerfreibetrag von 8636 Euro auf 5700 Euro gesenkt werden.<br>\nDie Gewerkschaften k&uuml;ndigten umfangreiche Streiks an. Das Parlament soll das Sparprogramm kommenden Donnerstag billigen. F&uuml;r Regierungschef Alexis Tsipras gilt die Billigung als weitere Kraftprobe. Er hat mit 153 von 300 Abgeordneten nur eine knappe Mehrheit im Parlament.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/griechen-sparpaket-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Man fragt sich, wo die selbsternannten &bdquo;Pro-Europ&auml;er&ldquo; jetzt sind? Sie schweigen lieber, weil sie den Irrsinn, der in Griechenland seit Jahren exekutiert wird, offenbar f&uuml;r notwendig oder alternativlos halten. Dann sollten sie sich aber auch nicht &bdquo;Pro-Europ&auml;er&ldquo; nennen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Ein Land auf dem Weg in die soziale Katastrophe<\/strong><br>\nDie SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekret&auml;rin im Bundesministerium f&uuml;r Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Elke Ferner, kennt Griechenland besser als viele andere deutsche Politiker &ndash; sie verbringt seit &uuml;ber 30 Jahren einen Teil des Jahres auf der griechischen Insel Syros. Die Griechen erlebten eine Sparrunde nach der n&auml;chsten, ohne dass etwas besser werde, sagte Ferner im Deutschlandfunk Kultur. Die Situation der Menschen sei inzwischen dramatisch: Immer mehr Familien h&auml;tten niemanden mehr in ihren Reihen, der ein Einkommen habe &ndash; und nach einem Jahr Arbeitslosigkeit gebe es auch keine staatliche Unterst&uuml;tzung mehr. [&hellip;]<br>\nSchuld an der Situation sind laut Ferner die den Griechen vorgegebenen, zu ehrgeizigen Sparziele und zu wenig Zeit, um diese zu erreichen. Bundeskanzlerin Merkel und Finanzminister Sch&auml;uble st&auml;nden in Griechenland nach wie vor nicht hoch im Kurs, und sie k&ouml;nne das auch nachvollziehen, sagte Ferner:<br>\n&bdquo;Mit der unerbittlichen Forderung, immer mehr zu sparen, hat man die Menschen in die Verzweiflung getrieben.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/sparpolitik-in-griechenland-ein-land-auf-dem-weg-in-die.1008.de.html?dram:article_id=386456\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Die Beschreibung der Staatssekret&auml;rin ist zutreffend und die Schuldzuweisung auch, allerdings fragt man sich dann doch, welche Verzweiflung Elke Ferner dazu getrieben hat, im Bundestag dem letzten von Merkel und Sch&auml;uble ausgehandelten K&uuml;rzungsdiktat (euphemistisch als Stabilit&auml;tshilfe f&uuml;r Griechenland bezeichnet) <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/blob\/385632\/186917d4375a0468e669c65c9eea8368\/20150819_1-data.pdf\">zuzustimmen<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Thessaloniki wird deutsch<\/strong><br>\nDen Auflagen der Geldgeber folgend, werden Flughafen und Hafen in Thessaloniki nun von deutschen Firmen gef&uuml;hrt &ndash; die Gewerkschaften sind sauer. [&hellip;]<br>\nDass der Investor ausgerechnet aus Deutschland kommt, hat f&uuml;r Nanouris einen besonders bitteren Beigeschmack. Deutschland gilt als m&auml;chtiger Bef&uuml;rworter der harten Sparpolitik in Griechenland. &bdquo;Der deutsche Staat kauft den griechischen Staat&ldquo; sagt Nanouris und verweist auf die knapp 31-prozentige Beteiligung des deutschen Bundeslandes Hessen an Fraport. Deutsche Unternehmen kauften nun auch Hotels in der Umgebung. &bdquo;Die Touristen kommen dann vom deutschen Flughafen ins deutsche Hotel und Griechenland hat nichts davon.&ldquo;<br>\nDer Weg zum n&auml;chsten deutschen Anlageobjekt f&uuml;hrt &uuml;ber die K&uuml;stenstra&szlig;e rund um die Bucht von Thessaloniki. An der weitl&auml;ufigen Strandpromenade spazieren P&auml;rchen, im Hintergrund die riesigen Kr&auml;ne des Hafens. Bis vor Kurzem stand dieser Hafen auch auf der Privatisierungsliste des HRADF. Ende April bekam ein internationales Konsortium f&uuml;r 232 Millionen Euro den Zuschlag f&uuml;r eine 67-prozentige Pachtbeteiligung bis 2051. Angef&uuml;hrt wird das Konsortium von der Deutschen Invest Equity Partners. [&hellip;]<br>\nDie Begeisterung, dass nun ausgerechnet ein deutsches Unternehmen in den Hafen einsteigt, ist auch hier gering. Afentoulidis sagt: &bdquo;Die Deutschen m&uuml;ssen beweisen, dass sie uns wie Partner behandeln k&ouml;nnen. Bisher betrachten sie uns eher als Kolonie.&ldquo; Afentoulidis und auch Flughafen-Gewerkschafter Nanouris haben den Kampf gegen die Privatisierung noch nicht aufgegeben. Im Europaparlament soll dazu eine Anh&ouml;rung stattfinden, an griechischen Gerichten sind noch Verfassungsklagen anh&auml;ngig.<br>\nUnterdessen verpflichtet sich Athen mit der Freigabe neuer Gelder, die Privatisierung weiter voranzutreiben. Unter anderem sollen die Wasserwerke von Thessaloniki unter den Hammer. Ein Yachthafen und ein gro&szlig;es Strandgrundst&uuml;ck in der N&auml;he der Stadt steht ebenfalls auf der Liste des Privatisierungsfonds. Ob es auch hier Interessenten aus Deutschland gibt, ist nicht bekannt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Privatisierungsprojekte-in-Griechenland\/%215408941\/\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Tritt der IWF nun den Kampf gegen soziale Ungleichheit an?<\/strong><br>\nDer Bericht im Handelsblatt l&auml;sst aufhorchen, denn die Zeitung bezieht sich auf die ausstehende Ver&ouml;ffentlichung des Deutschland-L&auml;nderberichts des Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF). Und man glaubt es kaum, wenn das Handelsblatt darauf referierend schreibt, dass die Washingtoner Finanzorganisation nun Ma&szlig;nahmen gegen die wachsende Ungleichheit im Land fordere. So fordere der IWF eine st&auml;rkere Belastung der Verm&ouml;genden und eine Verbesserung f&uuml;r untere Einkommensschichten. [&hellip;]<br>\n&bdquo;Der IWF h&auml;lt h&ouml;here Steuern auf Eigentum f&uuml;r notwendig&ldquo;, schreibt die Zeitung mit Bezug auf den L&auml;nderbericht. So trete der IWF nun auch f&uuml;r st&auml;rkere Lohnsteigerungen in Deutschland ein, womit er vor allem auf ein st&auml;rkeres Wachstum setzt, was der IWF nun &bdquo;inklusives Wachstum&ldquo; nennt. Ein Anheizen der Inflation sei dar&uuml;ber nicht zu erwarten. Die Kerninflationsrate, rechnet man Lebensmittel und Energiepreise heraus, l&auml;ge immer noch bei nur einem Prozent. [&hellip;]<br>\nFast k&ouml;nnte man meinen, dass der IWF von seinen Rezepten Abstand nimmt, mit denen er L&auml;nder wie Griechenland tief in die Misere versenkt hat. Orientiert man sich in Washington nun eher an Portugal, wo die Linksregierung erfolgreich die IWF-Rezepte &uuml;ber Bord geworfen hat? Seit eineinhalb Jahren wird dort eben auf Lohnsteigerungen im unteren Einkommenssegment gesetzt. Die von der Troika (unter IWF-F&uuml;hrung) diktierten Renten- und Lohnk&uuml;rzungen und eingef&uuml;hrten Sondersteuern werden zur&uuml;ckgenommen und der Mindestlohn erh&ouml;ht, um Binnennachfrage und Wachstum zu st&auml;rken. Dar&uuml;ber wurde die Arbeitslosigkeit deutlich abgebaut und beides hat dazu gef&uuml;hrt, dass &ndash; anders als im IWF-Musterland Spanien &ndash; auch die &ouml;ffentlichen Kassen entlastet werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/Tritt-der-IWF-nun-den-Kampf-gegen-soziale-Ungleichheit-an-3712458.html?wt_mc=nl.tp-aktuell.taeglich\">Telepolis<\/a>\n<p><strong>dazu: Investitionsoffensive starten, Normalverdiener entlasten, Million&auml;re besteuern<\/strong><br>\n&bdquo;Die ungerechte Politik der Gro&szlig;en Koalition gegen&uuml;ber Menschen mit niedrigen Einkommen wird nun selbst vom Internationalen W&auml;hrungsfonds kritisiert. Aber der IWF h&auml;tte sich seinen Bericht auch sparen k&ouml;nnen. Eine Investitionsoffensive, eine Entlastung von Arbeitseinkommen und h&ouml;here Abgaben auf Verm&ouml;gen wird es mit dieser Bundesregierung nicht geben. Selbst der SPD-Kanzlerkandidat Schulz traut sich nicht einmal im Wahlkampf, mit der Forderung nach einer Verm&ouml;genssteuer zu punkten&ldquo;, erkl&auml;rt Sahra Wagenknecht zum IWF-L&auml;nderbericht zu Deutschland, der heute ver&ouml;ffentlicht wurde. Die Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE weiter:<br>\n&bdquo;Es ist eine Katastrophe, dass die Gro&szlig;e Koalition nicht den Mut hat, sich mit den Superreichen und Konzernen anzulegen, um endlich eine gerechtere Verteilung des Wohlstands in Deutschland sicherzustellen. In kaum einem anderen Industrieland ist der Reichtum ungleicher verteilt als in Deutschland, ist die Kluft zwischen den Beziehern von Arbeitseinkommen und Verm&ouml;genseinkommen in den letzten 25 Jahren st&auml;rker gewachsen. Das ist auch eine Folge der Agenda 2010, die Niedrigl&ouml;hne etabliert, Steuern und Sozialabgaben f&uuml;r Konzerne gesenkt und daf&uuml;r Besch&auml;ftigte und Verbraucher &ndash; etwa bei der Mehrwertsteuer &ndash; geschr&ouml;pft hat. DIE LINKE will diese unsoziale Agenda r&uuml;ckg&auml;ngig machen. Die SPD kann sich leider nicht entscheiden, was sie will.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/investitionsoffensive-starten-normalverdiener-entlasten-millionaere-besteuern\/\">Linksfraktion<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Die &bdquo;soziale Idee&ldquo; der EU-Kommission<\/strong><br>\nDie Europ&auml;ische S&auml;ule Sozialer Rechte zeigt n&uuml;chtern betrachtet, dass die EU-Kommission unf&auml;hig und -willig ist, echte soziale Rechte f&uuml;r ihre B&uuml;rger durchzusetzen. Stattdessen wird Sozialabbau zur Sozialpolitik verkl&auml;rt. Soziales und Europa, das passt offenbar nicht zusammen.<br>\nMit gro&szlig;em Trommelwirbel hat die EU-Kommission Ende April ihr Paket zur sozialen Dimension Europas pr&auml;sentiert. Bereits im Vorfeld hatte Pr&auml;sident Juncker die so genannte Europ&auml;ische S&auml;ule sozialer Rechte zur Top-Priorit&auml;t erkl&auml;rt. Sie sei wom&ouml;glich &bdquo;die letzte Chance, die EU wieder mit ihren B&uuml;rgern zu vers&ouml;hnen&ldquo;. Nach Jahren der Troika-K&uuml;rzungspolitik, der steuerfinanzierten Bankenrettungen und der EuGH-&Uuml;bergriffe gegen Arbeitnehmerrechte durfte man gespannt sein, wie nun der Richtungswechsel hin zum sozialen Europa aussehen soll. Was steckt also drin, in dem Paket? (&hellip;)<br>\nLetztlich l&auml;uft der Ansatz darauf hinaus, die Idee des sozialen Europas so zu gestalten, dass sie umstandslos in das neoliberale Europa eingebunden werden kann. Jedoch, was neoliberal ist, kann nicht sozial sein. Neoliberale Politik unterwirft die Menschen den M&auml;rkten und den m&auml;chtigen Playern. Soziale Politik verdient ihren Namen nur dann, wenn sie darauf abzielt, Menschen vor den M&auml;rkten und jenen, die sie dominieren, zu sch&uuml;tzen, sie also anti-neoliberal ist.<br>\nMartin H&ouml;pner hat Recht, wenn er hier argumentiert, dass nun die Konsequenz zu ziehen sei, das Soziale auf nationalstaatlicher Ebene besser gegen &Uuml;bergriffe der EU-Ebene zu sch&uuml;tzen und verst&auml;rkt andere, flexiblere Formen der internationalen Kooperation zu untersuchen. Er hat auch Recht, wenn er eine Entideologisierung des Diskurses um das soziale Europa einfordert.<br>\nDas Kommissionspaket zeigt klar, dass beim sozialen Europa, solange mit Europa die heutige EU gemeint ist, der Wunsch Vater des Gedankens bleibt, dass nichts rumkommt, was sinnvoll mit dem Attribut sozial versehen werden kann.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2017\/05\/die-soziale-idee-der-eu-kommission\/\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>EuGH erh&ouml;ht die H&uuml;rden f&uuml;r EU bei Freihandelsabkommen<\/strong><br>\nWer darf &uuml;ber den Abschluss von Freihandelsabkommen entscheiden? Auf diese Frage gibt es nun die mit Spannung erwartete Antwort. Auf die Handelspolitik der EU k&ouml;nnten unruhige Zeiten zukommen. Die Pl&auml;ne der Europ&auml;ischen Union f&uuml;r ambitionierte Freihandelsabkommen haben vor dem h&ouml;chsten Gericht der Staatengemeinschaft einen D&auml;mpfer erhalten. Der Gerichtshof der EU (EuGH) erkl&auml;rte, dass Teile des Abkommens mit Singapur die Zustimmung der Mitgliedsl&auml;nder ben&ouml;tigten. Deshalb k&ouml;nne es in seiner aktuellen Form nicht von der EU allein abgeschlossen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article164608006\/EuGH-erhoeht-die-Huerden-fuer-EU-bei-Freihandelsabkommen.html\">Welt Online<\/a>\n<p><strong>dazu: Asterix jubelt<\/strong><br>\nDer EuGH urteilt, dass die Parlamente der Einzelstaaten mitsprechen k&ouml;nnen. Die Wallonie begr&uuml;&szlig;t das Urteil, das Europaparlament ist gespalten. [&hellip;]<br>\nUngew&ouml;hnlich wortkarg gab sich dagegen die EU-Kommission. Sie begr&uuml;&szlig;te das Urteil zwar, weil es endlich Klarheit bringe. Gleichzeitig k&uuml;ndigte die Br&uuml;sseler Beh&ouml;rde aber an, die Entscheidung aus Luxemburg nun sorgf&auml;ltig zu pr&uuml;fen. Offenbar hoffen Kommissionschef Jean-Claude Juncker und sein Team, noch ein Schlupfloch zu finden.<br>\nDie EU-Kommission hatte das Gericht selbst angerufen, nachdem sie sich 2013 mit Singapur grunds&auml;tzlich auf ein Freihandelsabkommen geeinigt hatte. Die EU-Beh&ouml;rde wollte damit erreichen, dass ihre Kompetenzen in der Handelspolitik gest&auml;rkt werden &ndash; zulasten der nationalen und regionalen Parlamente. Das ist nun schiefgegangen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/EuGH-Urteil-zu-EU-und-Freihandel\/%215410324\/\">Eric Bonse in der taz<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Die Kampfansage: Mercedes-Arbeiter fordern ein neues Streikrecht<\/strong><br>\nW&auml;hrend einer Nachtschicht im Dezember 2014 legten 1.300 Mercedes-Besch&auml;ftigte im Bremer Werk spontan die Arbeit nieder. Sie protestierten gegen Leiharbeit und eine weitere Auslagerung von Arbeitspl&auml;tzen. Es war ein wilder Streik, die IG Metall wollte die Aktion nicht unterst&uuml;tzen.<br>\nDaimler reagierte prompt, sprach Abmahnungen aus und drohte im Wiederholungsfall mit K&uuml;ndigung. Doch die k&auml;mpferischen Metallarbeiter klagen nun gegen den Konzern. Sie wollen eine Reform des deutschen Streikrechts bewirken, das Arbeitsniederlegungen ohne Gewerkschaftsbeschluss verbietet.<br>\nNach Ansicht der Kl&auml;ger und ihrer vier Anw&auml;lte steht das geltende Streikrecht im Widerspruch zum Grundgesetz und zur Europ&auml;ischen Sozialcharta. Von ihrer Gewerkschaft f&uuml;hlen sich die Arbeiter im Stich gelassen. Im Kampf um die Reform des Streikrechts sind die Bremer entschlossen, durch alle Instanzen zu ziehen, notfalls bis vor den Europ&auml;ischen Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte in Stra&szlig;burg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/die-kampfansage-mercedes-arbeiter-fordern-ein-neues.1247.de.html?dram:article_id=384864\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers E.Z.:<\/strong> Die Sendung hat mir gefallen, weil zahlreiche Unzul&auml;nglichkeiten im deutschen Streikrecht deutlich wurden.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Gewerkschafts-Streik<\/strong><br>\nIm Vergleich zu den Rekordgewinnen deutscher Unternehmen stagnieren die L&ouml;hne in den letzten Jahren nahezu. Ein klarer Fall f&uuml;r die Gewerkschaften, oder doch lieber nicht?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/comedy\/die-anstalt\/die-anstalt-gewerkschaftsstreik-100.html\">ZDF Anstalt<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Erheblich unter dem Spitzensatz<\/strong><br>\nIMK-Berechnungen: Einkommensteuerbelastung von Durchschnittsverdienern zwischen 0 und 19 Prozent<br>\nKommen Durchschnittsverdiener mit dem Spitzensatz der Einkommensteuer von 42 Prozent in Ber&uuml;hrung? Manche Medienberichte und Ver&ouml;ffentlichungen von Interessengruppen legen das nahe. Tats&auml;chlich aber bleiben Alleinstehende und erst recht Paare und Familien mit durchschnittlichen Einkommen stets deutlich darunter. Das zeigt das Institut f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung anhand von konkreten Berechnungen f&uuml;r unterschiedliche Steuerf&auml;lle. Die durchschnittliche Einkommensteuerbelastung von Durchschnittsverdienern liegt je nach Familienkonstellation zwischen 1,4 und maximal 19,2 Prozent des Bruttoeinkommens &ndash; Solidarit&auml;tszuschlag inklusive. Schaut man auf Besch&auml;ftigte mit Medianeinkommen, ist die Belastung noch sp&uuml;rbar niedriger.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/hbs\/hs.xsl\/106575_108693.htm\">Hans B&ouml;ckler Stiftung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Angeblich will keiner die Privatisierung, aber trotzdem soll sie ins Grundgesetz?<\/strong><br>\nDie Koalitionsspitzen haben gestern bekannt gegeben, dass sie sich auf eine weitere &Auml;nderung an der &Auml;nderung des Grundgesetzes geeinigt haben. Es soll demnach folgende zus&auml;tzliche Privatisierungsschranke ins Grundgesetz eingef&uuml;gt werden: &bdquo;Eine Beteiligung Privater im Rahmen von &Ouml;ffentlich-Privaten Partnerschaften ist ausgeschlossen f&uuml;r Streckennetze, die das gesamte Bundesautobahnnetz oder das gesamte Netz sonstiger Bundesfernstra&szlig;en in einem Land oder wesentliche Teile davon umfassen.&ldquo;<br>\nDer Kern der Grundgesetz&auml;nderung bleibt unangetastet, dort soll weiterhin stehen:<br>\n&bdquo;Die Verwaltung der Bundesautobahnen wird in Bundesverwaltung gef&uuml;hrt. Der Bund kann sich zur Erledigung seiner Aufgaben einer Gesellschaft privaten Rechts bedienen. &ldquo;<br>\nDazu Carl Wa&szlig;muth, Infrastrukturexperte von GiB: &bdquo;Eingef&uuml;hrt wird also das Prinzip &sbquo;Gewinnmaximierung vor Gemeinnutzen&lsquo;. Der neue Vorschlag der Koalitionsspitzen &auml;ndert daran gar nichts. Aus der zentralen und weiterhin aktuellen Grundgesetz&auml;nderung folgen alle anderen Privatisierungsm&ouml;glichkeiten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.gemeingut.org\/angeblich-will-keiner-die-privatisierung-aber-trotzdem-soll-sie-ins-grundgesetz\/\">Gemeingut in B&uuml;rgerInnenhand<\/a>\n<p><strong>dazu: Einigung der Koalition macht Abzocke der Autofahrer m&ouml;glich<\/strong><br>\n&bdquo;Union und SPD haben sich darauf geeinigt, der Privatisierung der deutschen Autobahnen die T&uuml;r zu &ouml;ffnen. Die Gro&szlig;e Koalition befindet sich damit auf einer Geisterfahrt gegen die weit &uuml;berwiegende Bev&ouml;lkerungsmehrheit, die eine Autobahnprivatisierung nicht will. Die Steuerzahler haben die Autobahn bezahlt und sollen trotzdem zuk&uuml;nftig auf der Autobahn f&uuml;r die Rendite der Finanzbranche zur Kasse gebeten werden&ldquo;, erkl&auml;ren Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch zur Einigung der Koalition zu den Grundgesetz- und Gesetzes&auml;nderungen im Zusammenhang mit der Bundesautobahngesellschaft. Die Vorsitzenden der Fraktion DIE LINKE weiter:<br>\n&bdquo;Die Bundesregierung t&auml;uscht die &Ouml;ffentlichkeit, wenn sie behauptet, dass mit den vorliegenden Grundgesetz&auml;nderungen die Privatisierung der Autobahnen verhindert wird. Genau das soll die Grundgesetz&auml;nderung erm&ouml;glichen. Wenn die Gro&szlig;e Koalition das nicht wollte, m&uuml;sste sie auf die entsprechende Grundgesetz&auml;nderung verzichten. Und sie d&uuml;rfte die Autobahnen nicht in eine privatrechtliche Gesellschaft &uuml;bertragen, wodurch sie der parlamentarischen Kontrolle weitgehend entzogen sind. Auf der Grundlage der Einigung zwischen Union und SPD wird die Privatisierung von Autobahnteilstrecken einfacher und Privatisierungshintert&uuml;ren beispielsweise &uuml;ber Genussscheine bleiben ge&ouml;ffnet. Es ist ein Skandal, dass die Bundesregierung die letzten Sitzungswochen vor den Bundestagswahlen daf&uuml;r benutzt, um im Eilverfahren einem gigantischen und umstrittenen Privatisierungsprojekt T&uuml;r und Tor zu &ouml;ffnen.<br>\nDIE LINKE wird im Bundestag gegen jede Form der Autobahnprivatisierung stimmen, auch wenn die Gro&szlig;e Koalition diese &Auml;nderungen weiter in erpresserischer Art und Weise im Gesamtpaket zur Reform der Bund-L&auml;nder-Finanzen zur Abstimmung stellt.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/einigung-der-koalition-macht-abzocke-der-autofahrer-moeglich\/\">Die Linke im Bundestag<\/a><\/p>\n<p><strong>und auch: PPP oder Von der Salonf&auml;higkeit der Unterwelt<\/strong><br>\nMauscheleien sind kein Betriebsunfall &ndash; sie haben neoliberale Methode [&hellip;]<br>\nKaum zwei Monate ist es her, da hat sich diese Bundesregierung abermals zur Privatisierung entschlossen. Diesmal sind die Autobahnen dran. Sie sollen modernen Wegelagerern in die Hand gegeben werden. Wie das dann l&auml;uft, kann man im vergleichbar kleinen Stil an jener Einrichtung am Rande der Autobahnen sehen, die sich Sanifair nennt. Auch diese Tochter von Tank &amp; Rast trat mal mit dem Anspruch an, sich etwaige Geb&uuml;hren offenzuhalten bzw. sie wenn &uuml;berhaupt kostenneutral zu erheben. So hat man das jedenfalls 1998 bei der Privatisierung vereinbart. Die Kostenneutralit&auml;t ist aber schon seit Jahren vom Tisch.<br>\nBei den Autobahnen wird es leider nicht um Kleckerbetr&auml;ge wie bei Sanifair gehen. Die Steuerzahler werden die bereits von ihnen finanzierte Infrastruktur auch weiterhin finanzieren. Die Instandhaltung bezahlt ein Konsortium privater Unternehmen &ndash; auf dem Papier. Auf der Stra&szlig;e holen es sich seine Ausgaben freilich zur&uuml;ck. Und noch ein bisschen obendrauf.<br>\nAm Ende kostet es den Steuerzahler noch mehr als jetzt. Denn der &ouml;ffentlich-rechtliche Auftrag versteht sich kostendeckend. &Ouml;ffentlich-private Partnerschaften unterliegen jedoch der systemischen Profitmaximierung. T&ouml;pfe mit &ouml;ffentlichen Geldern sind da verf&uuml;hrerisch. Man kann auch sagen, dass die Bundesregierung mit ihren Privatisierungspl&auml;nen dabei ist, der wirtschaftskriminellen Unterwelt Salonf&auml;higkeit zu attestieren. Jetzt muss man nur ordentlich entb&uuml;rokratisieren und Fahnder entlassen, dann merkt vielleicht keiner, wie Trickbetr&uuml;ger das Gemeinwohl rupfen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1051433.ppp-oder-von-der-salonfaehigkeit-der-unterwelt.html\">Heppenheimer Hiob<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Heiko Maas&lsquo; Zensurgesetz: Wenn Anzeige und Verurteilung eins werden<\/strong><br>\nIn einer ganzseitigen Verteidigung seines Internet-Zensurgesetzes in der Zeit geht Heiko Maas mit keinem Wort auf den wichtigsten Punkt seiner Kritiker ein: dass letztlich nur Richter entscheiden k&ouml;nnen, was rechtswidrig ist. Durchg&auml;ngig tut er so, als sei die Rechtswidrigkeit eines Inhalts dadurch bewiesen, dass jemand sich dar&uuml;ber beschwert. Ausgerechnet der Justizminister missachtet den elementaren Rechtsrundsatz: Bis bewiesen ist, dass eine Straftat vorliegt, und dass die Beschuldigte sie begangen hat, gilt sie als unschuldig.<br>\nEs kann dem Volljuristen Heiko Maas unm&ouml;glich entgangen sein, dass es der Hauptkritikpunkt der Gegner seines Zensurgesetzes ist, dass er einem Konzern in Silicon Valley die Aufgabe zuweisen will, zu entscheiden, was nach deutschem Recht unter Meinungsfreiheit f&auml;llt, und was eine Verleumdung oder andere strafbare &Auml;u&szlig;erung ist.<br>\nObwohl ihm die Kritik bewusst sein muss, erw&auml;hnt Heiko Maas mit keinem Satz die M&ouml;glichkeit, dass Anschuldigungen falsch sein k&ouml;nnten oder die sich darauf ergebende Gefahr dass vom Grundrecht auf Meinungsfreiheit gedeckte &Auml;u&szlig;erungen zu Unrecht zensiert werden k&ouml;nnten. Trotz dieses vermeintlichen Wissens schreibt er ohne weitere Erl&auml;uterungen S&auml;tze wie &bdquo;Weil Apelle nicht ausreichen, will ich Unternehmen wie Facebook dazu zwingen, rechtswidrige Inhalte schneller zu l&ouml;schen.&ldquo; Dass das n&ouml;tig ist, schlie&szlig;t er daraus, dass die Unternehmen bisher nicht genug &bdquo;strafbare&ldquo; Inhalte gel&ouml;scht haben. Das mag stimmen, aber S&auml;tze, wie er sie formuliert, darf ein Jurist, der das Recht achtet, einfach nicht schreiben und schon gar nicht in ein Gesetz gie&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/831-maas\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Paul Schreyer:<\/strong> Norbert H&auml;ring trifft hier ins Schwarze: Es hinterl&auml;sst einen schlicht sprachlos, wie ein Justizminister (!) ernsthaft fordern kann, dass ein privater Konzern &uuml;ber die Rechtswidrigkeit von &ouml;ffentlichen &Auml;u&szlig;erungen urteilt &ndash; und das selbst gef&auml;llte Urteil dann auch gleich per L&ouml;schung vollstreckt. Wo leben wir eigentlich? <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Weltgesundheitsorganisation: Der verh&auml;ngnisvolle Einfluss der Pharmakonzerne<\/strong><br>\nDie Mittel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stammen zu 80 Prozent von Spendern. Das klingt zun&auml;chst einmal gut und engagiert. Tats&auml;chlich aber seien Stiftungen wie die Bill und Melinda Gates Stiftung T&uuml;r&ouml;ffner f&uuml;r Pharmakonzerne, die die Gesundheitspolitik der WHO beeinflussten. Allein 629 Millionen Dollar &ndash; also mehr als 14 Prozent des gesamten Budgets &ndash; stammen zum Beispiel von der Bill und Melinda Gates Stiftung, viel Geld kommt auch direkt von der Pharmaindustrie. Kritiker sagen deshalb schon l&auml;nger, dass die WHO nicht unabh&auml;ngig agieren k&ouml;nne. Der Journalist und UNO-Experte Andreas Zumach bringt es auf den Punkt: F&uuml;r die Betroffenen &ndash; die Kranken weltweit &ndash; sei dies die schlimmstm&ouml;gliche Entwicklung: &bdquo;Weil damit diese privaten Spender ganz wesentlichen Einfluss haben auf das, was die WHO dann tut oder was sie nicht tut. Und wenn sie wesentlich jetzt Programme finanziert, bei denen die gro&szlig;en Pharmaindustrien ihre Gewinne machen &ndash; das sind, erstens, Impfprogramme &ndash;, statt die Basisgesundheitssysteme in vielen L&auml;ndern zu st&auml;rken (&hellip;), dann ist das im Ergebnis schlecht, weil immer mehr Menschen sterben beziehungsweise keinen Zugang haben zu den Basisgesundheitsdienstleistungen, damit sie gar nicht erst mehr krank werden.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/weltgesundheitsorganisation-der-verhaengnisvolle-einfluss.1008.de.html?dram:article_id=386282\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>US-Drohnenkrieg: Regisseurin Sonia Kennebeck &uuml;ber &bdquo;National Bird&ldquo; &ndash; Jung &amp; Naiv: Folge 307<\/strong><br>\nSonia ist eine unabh&auml;ngige Dokumentarfilmerin und investigative Journalistin. Wir sprechen &uuml;ber ihren Film &bdquo;National Bird &ndash; Wohin geht die Reise, Amerika?&ldquo;, der am 18. Mai in die deutschen Kinos kommt und von euch allen gesehen werden sollte. Ihr Werk dreht sich um den zunehmenden milit&auml;rischen Einsatz von Drohnen durch die Vereinigten Staaten &ndash; dabei geht es zum einen um die T&auml;terseite, zum anderen um die Opfer von Drohnenangriffen in Afghanistan. Sonia berichtet, wie schwierig es war, die Protagonisten des Films zu finden: &bdquo;National Bird&ldquo; begleitet junge Veteranen des US-Milit&auml;rs, die in unterschiedlichen Funktionen beteiligt an gezielten T&ouml;tungen im Zuge des &sbquo;Krieges gegen den Terror&lsquo; durch Drohnen waren. Die drei Protagonisten Lisa, Daniel und Heather werden zu Whistleblowern, die ausf&uuml;hrlich von ihrem Erlebten berichten und sowohl ihre individuelle Haltung und Wandlung darstellen sowie auch Stellung zur politischen und milit&auml;rischen Entwicklung beziehen.<br>\nTilo spricht mit Sonia &uuml;ber die Sinnhaftigkeit des Drohnenkriegs: Bek&auml;mpfen wir damit wirklich den Terror? Was sind die Folgen dieser Kriegsf&uuml;hrung? Wie leben die Opfer in Afghanistan mit der st&auml;ndigen Bedrohung aus dem Himmel?<br>\nFilmausschnitte &bdquo;National Bird&ldquo;: Mit freundlicher Genehmigung von NFP marketing &amp; distribution<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ud5OWgiaQbw\">Tilo Jung via YouTube<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. 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