{"id":3846,"date":"2009-03-24T14:07:17","date_gmt":"2009-03-24T13:07:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3846"},"modified":"2014-01-29T11:12:39","modified_gmt":"2014-01-29T10:12:39","slug":"wer-herr-ueber-sein-eigenes-denken-bleiben-will-muss-die-methoden-der-meinungsmache-kennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3846","title":{"rendered":"Wer Herr \u00fcber sein eigenes Denken bleiben will, muss die Methoden der Meinungsmache kennen."},"content":{"rendered":"<p>Sie sind zur Zeit wieder mal gut zu studieren. Im folgenden werden ohne Anspruch auf Vollst&auml;ndigkeit einschl&auml;gige Beispiele von Manipulationsversuchen beschrieben und belegt. Nutzen Sie bitte diese Zusammenstellung, wenn sie Ihnen einleuchtet, zum Gespr&auml;ch mit anderen, zur Weiterleitung &uuml;ber Ihren E-Mail-Verteiler, zum ausdrucken und weitergeben. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><\/p><p>&Uuml;ber einige aktuell zu beobachtende Methoden der Meinungsmache:<\/p><ol>\n<li><strong>Wiederholen, wiederholen, wiederholen<\/strong><br>\nDas ist vermutlich die g&auml;ngigste Regel. Ein aktuelles Beispiel: Die Bundeskanzlerin, die Bundesregierung, die Koalition und die ihr treuen Medien erz&auml;hlen uns unentwegt, die Finanzkrise sei &uuml;ber uns gekommen, sie komme aus den USA, wir seien unschuldig.\n<p>Ein weiteres gutes Beispiel ist die Behauptung, man d&uuml;rfe hierzulande keine Bank eingehen lassen und die weitere damit verbundene Behauptung, die Hypo Real Estate (HRE) in M&uuml;nchen sei eine systemische Bank. <\/p>\n<p>Wenn Sie genauer hinschauen, dann werden Sie entdecken, dass diese Behauptung in der Regel nicht belegt wird. Es wird auch nicht der Frage nachgegangen, ob mit dem ungeheuer gro&szlig;en Betrag von inzwischen &uuml;ber 102 Milliarden &euro; nicht sinnvoller verfahren h&auml;tte werden k&ouml;nnen &ndash; indem man zum Beispiel bestimmte Gesch&auml;fte und Gl&auml;ubiger der HRE absichert, andere nicht.\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Verschweigen ist ein wichtiges Element der Meinungsmache<\/strong><br>\nSo haben wir bisher noch nicht erfahren, wer die Gl&auml;ubiger der HRE sind, die wir mit &uuml;ber 102 Milliarden absichern.\n<\/li>\n<li><strong>Die gleiche Botschaft aus sehr verschiedenen Ecken aussenden<\/strong><br>\nDie Abschiebung jeglicher Verantwortung der hierzulande in der Politik und in der Finanzwirtschaft Verantwortlichen ist auch deshalb besonders gut gelungen, weil der Hinweis auf die USA und die dortige Kredit- und Geldpolitik nicht nur aus dem Lager der Regierungsparteien kam. Auch eher linke Gruppen verbreiten bis heute, die Finanzkrise gehe nahezu ausschlie&szlig;lich auf die Hypothekenkredite in den USA und die dortige Zinspolitik zur&uuml;ck.\n<\/li>\n<li><strong>Haltet den Dieb<\/strong><br>\nMeisterhaft hat der Oberb&uuml;rgermeister von K&ouml;ln, Schramma, vor kurzem einen Versuch nach der Methode &bdquo;Haltet den Dieb&ldquo; gestartet. Er beklagte sich dar&uuml;ber, von seiner eigenen Verwaltung und der ihm untergebenen K&ouml;lner Verkehrsbetriebe nicht richtig informiert worden zu sein. (Siehe Hinweis Nr. 9 vom 23.3 <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE\/Doc~E16FFC5FE36D24C79AB59B8FF4D773DA7~ATpl~Ecommon~Scontent~Afor~Eprint.html\">. Einsturz Stadtarchiv -Typisch K&ouml;ln?<\/a> ) Dabei sollte untergehen, dass die Stadt und der Oberb&uuml;rgermeister mit der Aufl&ouml;sung des U-Bahn-Amtes selbst wesentlich dazu beigetragen haben, die Kontrolle &uuml;ber das Bauprojekt an den Betreiber selbst, die Verkehrsbetriebe zu verlagern. Ob der Oberb&uuml;rgermeister mit dieser Linie durchkommt, ist fraglich, versucht hat er es jedenfalls sehr offensiv.\n<\/li>\n<li><strong>Einen Konflikt inszenieren<\/strong><br>\nBundesfinanzminister Steinbr&uuml;ck heizt den Konflikt mit den Steueroasen an. Er profiliert sich damit als progressiv und gewinnt den bisher fehlenden Stallgeruch in seiner eigenen Partei. Die Kritik von Seiten der CDU\/CSU und von Seiten der Schweiz und Liechtensteins braucht ihn dabei nicht zu scheren, zumal auch unklar ist, ob er wirklich etwas ver&auml;ndern will.\n<\/li>\n<li><strong>&Uuml;bertreibung<\/strong><br>\nWir kennen die alten F&auml;lle: CDU-Generalsekret&auml;r Gei&szlig;ler nannte die SPD die &bdquo;f&uuml;nfte Kolonne Moskaus&ldquo;. Das war &uuml;bertrieben. Aber es blieb h&auml;ngen, dass die SPD ein unsicherer KantonIst ist. Nach dem gleichen Prinzip verfuhr jetzt Bundeskanzlerin Merkel bei der Kommentierung des Ergebnisses des letzten Gipfels in Br&uuml;ssel.  Sie erkl&auml;rte, die deutsche Seite habe ihr &bdquo;Ziel &uuml;bererf&uuml;llt&ldquo;. Das trug mit dazu bei, dass Spiegel Online in einer Schlagzeile melden konnte: &bdquo;Merkel diktiert der EU ihre Krisen-Agenda&ldquo;. Siehe dazu den Eintrag in den NachDenkSeiten vom 22.3.2009 <a href=\"?p=3838\">&bdquo;Das Spiel des SPIEGEL. Oder: Die unkritische Postille der Herrschenden.&ldquo;<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Umfragen zur Meinungsbildung nutzen<\/strong><br>\nEin wundersch&ouml;nes Beispiel f&uuml;r die manipulative Nutzung von Umfragen lieferte uns die Tagesschau\/ARD frei Haus. Hier der Original-Text und der Link:\n<p>&bdquo;War Merkels TV-Auftritt &uuml;berzeugend?<br>\nAls richtige Bundeskanzlerin f&uuml;r die Krise &ndash; so wollte sich Angela Merkel in der ARD-Sendung &ldquo;Anne Will&rdquo; pr&auml;sentieren. Knapp sechs Monate vor der Bundestagswahl nahm sie gestern Abend mit deutlichen Worten Stellung zu den aktuellen Herausforderungen f&uuml;r Deutschland. Was meinen Sie? Konnte Merkel Sie mit ihrem Auftritt bei &ldquo;Anne Will&rdquo; von ihrer F&uuml;hrungsst&auml;rke &uuml;berzeugen?&ldquo;<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/umfrage.tagesschau.de\/umfrage\/poll_dbdata.php?oid=merkel704\">Tagesschau<\/a><\/p>\n<p>Die von mir fett markierten Worte pr&auml;gen nat&uuml;rlich die Meinung von Menschen, die die Frage lesen und an der Umfrage mitmachen. So kann man es machen. Im konkreten Fall ist &uuml;brigens interessant, dass die Zustimmung, die gestern noch 56,2 % betrug, inzwischen (Stand 24.3. 13:40 Uhr) auf 51,9 % abgesunken ist.\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Die Visualisierung eines Images<\/strong><br>\nBundesfinanzminister Steinbr&uuml;ck hat offenbar eine gute PR-Beratung. Er soll als &bdquo;Der Energische&ldquo; erscheinen. Dazu dient nicht nur ein Konflikt wie den mit der Schweiz um die Steueroasen, sondern auch die Auswahl der Fotos und vermutlich auch seine daf&uuml;r verwendete Gestik. Einschl&auml;gige Fotos waren ohne gro&szlig;e M&uuml;he aufzusp&uuml;ren. Hier sind sie:\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/steinbrueck_1.jpg\" alt=\"Steinbrueck 1\"><\/p>\n<p>Finanzminister Steinbr&uuml;ck: &ldquo;Wenn der Kampf gegen Steuerhinterzieher mehr sein soll als eine Floskel, brauchen wir national wie international mehr Druck.&rdquo; (Foto: AP)<br>\n(Quelle: S&uuml;ddeutsche Zeitung 19.3.2009)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/steinbrueck_2.jpg\" alt=\"Steinbrueck 2\"><\/p>\n<p>Steinbr&uuml;ck (.) mit Aussenminister Steinmeier und Kanzlerin Merkel an einer Medienkonferenz. (Bild: Reuters)<br>\n(Quelle: Neue Z&uuml;rcher Zeitung 20.3.2009)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/steinbrueck_3.jpg\" alt=\"Steinbrueck 3\"><\/p>\n<p>Minister Steinbr&uuml;ck: &ldquo;Unmissverst&auml;ndlich formulieren&rdquo;<br>\n(Quelle: SpiegelOnline 22.3.2009)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/steinbrueck_4.jpg\" alt=\"Steinbrueck 4\"><\/p>\n<p>Minister Steinbr&uuml;ck: Ab April &ldquo;intransparente&rdquo; Kundenbeziehungen k&uuml;ndigen<br>\n(Quelle: Spiegel Online 21.3.2009)\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie sind zur Zeit wieder mal gut zu studieren. Im folgenden werden ohne Anspruch auf Vollst&auml;ndigkeit einschl&auml;gige Beispiele von Manipulationsversuchen beschrieben und belegt. Nutzen Sie bitte diese Zusammenstellung, wenn sie Ihnen einleuchtet, zum Gespr&auml;ch mit anderen, zur Weiterleitung &uuml;ber Ihren E-Mail-Verteiler, zum ausdrucken und weitergeben. 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