{"id":3848,"date":"2009-03-25T09:35:42","date_gmt":"2009-03-25T08:35:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3848"},"modified":"2014-01-29T11:11:46","modified_gmt":"2014-01-29T10:11:46","slug":"koehler-wir-haben-alle-ueber-unsere-verhaeltnisse-gelebt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3848","title":{"rendered":"K\u00f6hler: \u201eWir haben alle \u00fcber unsere Verh\u00e4ltnisse gelebt\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Das ist f&uuml;r unseren Bundespr&auml;sident &bdquo;die tiefere Lehre aus der Krise&ldquo;. Das erkl&auml;rte er jedenfalls in seiner vierten <a href=\"http:\/\/www.bundespraesident.de\/-,2.653300\/Berliner-Rede-2009-von-Bundesp.htm\">Berliner Rede<\/a> in der Elisabethkirche. Wir haben uns letztlich also selbst die hunderte von Milliarden eingebrockt, f&uuml;r die wir jetzt als Steuerzahler zur Stabilisierung der Finanzkrise geradestehen m&uuml;ssen, und deswegen m&uuml;ssen wir in Zukunft auch daf&uuml;r bluten. Deshalb muss nach K&ouml;hler k&uuml;nftig &bdquo;Sparsamkeit&hellip;ein Ausdruck von Anstand werden&ldquo;. Zufriedenheit und Zusammenhalt sollen nicht l&auml;nger &bdquo;nur von einem quantitativen &bdquo;Immer Mehr&ldquo; abh&auml;ngig&ldquo; gemacht werden.<br>\nDa haben Banker mit kriminellen Mitteln Billionen verzockt und eingesackt, und jetzt sind &bdquo;wir alle&ldquo; der &bdquo;tiefere Grund&ldquo; f&uuml;r die Krise. Wo blieb K&ouml;hlers Vorschlag, wie diejenigen, die das Geld eingesackt haben, zur Verantwortung gezogen werden k&ouml;nnten?<br>\nWar es vor der Krise die Wettbewerbsf&auml;higkeit, so ist es nun die Krise, mit der begr&uuml;ndet wird, warum die Bev&ouml;lkerung den G&uuml;rtel enger schnallen soll. Die Zielrichtung bleibt immer die gleiche, nur die Begr&uuml;ndung &auml;nderte sich. Wolfgang Lieb<br>\n<!--more--><br>\n<em>&bdquo;Ich will Ihnen eine Geschichte meines Scheiterns berichten.&ldquo;<\/em> <\/p><p>Mit diesem selbstkritischen Satz beginnt Bundespr&auml;sident seine vierte Berliner Rede. Wer nun allerdings dachte, K&ouml;hler w&uuml;rde das Eingest&auml;ndnis machen, dass seine von ihm etwa vor dem <a href=\"http:\/\/bundespraesident.de\/-,2.622835\/Rede-von-Bundespraesident-Hors.htm\">Arbeitgeberforum am 15. M&auml;rz 2005<\/a> als Bundespr&auml;sident propagierte &bdquo;Ordnung der Freiheit&ldquo; und deren Regeln &ndash; n&auml;mlich &bdquo;Privateigentum, Wettbewerb und offene M&auml;rkte, freie Preisbildung&ldquo; &ndash; gescheitert seien, der sah sich schon im n&auml;chsten Satz get&auml;uscht. Nein, K&ouml;hler redete vom September 2000 und von seinem Scheitern im Amt des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrenden Direktors des Internationalen W&auml;hrungsfonds:<\/p><p><em>&bdquo;Die Entwicklung auf den Finanzm&auml;rkten bereitete mir Sorgen. Ich konnte die gigantischen Finanzierungsvolumen und &uuml;berkomplexen Finanzprodukte nicht mehr einordnen. Ich begann, kapitalmarktpolitische Expertise im IWF aufzubauen. Das sahen nicht alle gern. Und ich wunderte mich, dass sich die G7-Staaten nur z&ouml;gerlich einer &Uuml;berpr&uuml;fung ihrer Finanzsektoren unterziehen wollten; solche &Uuml;berpr&uuml;fungen waren von den Mitgliedstaaten des Internationalen W&auml;hrungsfonds 1999 als Lehre aus der Asienkrise beschlossen worden.<br>\nViele, die sich auskannten, warnten vor dem wachsenden Risiko einer Systemkrise. Doch in den Hauptst&auml;dten der Industriestaaten wurden die Warnungen nicht aufgegriffen: Es fehlte der Wille, das Primat der Politik &uuml;ber die Finanzm&auml;rkte durchzusetzen.&ldquo;<\/em><\/p><p>Schon vor der Jahrtausendwende &ndash; also vor 10 Jahren &ndash; bereiteten K&ouml;hler die Entwicklung auf den Finanzm&auml;rkten, das gigantische Finanzvolumen und die &uuml;berkomplexen Finanzprodukte Sorgen. Er kannte sogar die Warnungen vor dem Risiko einer Systemkrise.<br>\nK&ouml;hler ist seit dem 23. Mai 2004 im h&ouml;chsten Staatsamt der Bundesrepublik Deutschland. Ich geh&ouml;re zu denjenigen, die viele seiner Reden gr&uuml;ndlich studiert und auch kritisiert haben. Auf den NachDenkSeiten finden Sie zahlreiche Beispiele daf&uuml;r. Ich habe bis nach dem offenkundigen Ausbruch der Finanzkrise &ndash; also bis zum Herbst 2008 &ndash; in keiner seiner Reden etwas von diesen Sorgen lesen k&ouml;nnen, geschweige denn, dass ich von ihm auch nur ein Sterbensw&ouml;rtchen &uuml;ber das Risiko einer Finanzkrise geh&ouml;rt h&auml;tte.<\/p><p>K&ouml;hler propagierte in allen seinen &ouml;ffentlichen Auftritten das schiere Gegenteil. Er gefiel sich in der Rolle des <a href=\"?p=2864\">schwarz-gelben Pr&auml;sidenten<\/a>, dem die Gro&szlig;e Koalition mit ihren neoliberalen Reformen nicht weit genug ging. Dem die Agenda 2010 nicht reichte und der schon eine <a href=\"?p=3156\">&bdquo;Agenda 2020&ldquo;<\/a> anmahnte. Er forderte stets noch <a href=\"?p=1964\">mehr Wettbewerb<\/a>, noch <a href=\"?p=709\">offenere M&auml;rkte<\/a>, mehr Freiheit und Selbstverantwortung. Er wandte sich st&auml;ndig gegen <a href=\"http:\/\/www.bundespraesident.de\/Anlage\/original_622851\/Rede-beim-Arbeitgeberforum-Wirtschaft-und-Gesellschaft-in-Berlin.pdf\">&bdquo;immer neue Eingriffe&ldquo; [PDF &ndash; 40 KB]<\/a> des Staates und propagierte den <a href=\"?p=1318\">&bdquo;schlanken Staat&ldquo;<\/a>, der sich auf seine <a href=\"http:\/\/www.bundespraesident.de\/Reden-und-Interviews-,11057.630373\/Rede-von-Bundespraesident-Hors.htm?global.back=\/-%2c11057%2c0\/Reden-und-Interviews.htm%3flink%3dbpr_liste\">Kernaufgaben besinnen solle<\/a>. K&ouml;hler hat kein Klischee der neoliberalen &ouml;konomischen Lehre ausgelassen.<\/p><p>Von der &bdquo;Durchsetzung des Primats der Politik &uuml;ber die Finanzm&auml;rkte&ldquo; hat er allerdings nie gesprochen.<\/p><p>Vor dem gestrigen Eingest&auml;ndnis seines Scheiterns im IWF h&auml;tte man noch entschuldigend sagen k&ouml;nnen, K&ouml;hler war eben &ndash; wie viele andere &ndash; ein Anh&auml;nger der bis vor kurzem herrschenden, neoliberalen &ouml;konomischen Lehre und er glaubte, was er sagte. Das h&auml;tte man sachlich kritisieren, aber ihm nicht als unredlich vorwerfen k&ouml;nnen. Wenn er aber wirklich schon vor 10 Jahren &uuml;ber die Risiken der Finanzm&auml;rkte besorgt war und erst nach dem Ausbruch der Finanzkrise darauf wieder zu sprechen kommt, dann l&auml;sst das eigentlich nur zwei Interpretationen zu:<\/p><ul>\n<li>Entweder war er ein typischer Mitl&auml;ufer der damals vorherrschenden Glaubenslehre und spielt sich jetzt als Wendehals auf, der schon immer vor den Gefahren gewarnt habe.<\/li>\n<li>Oder: Wenn er eine Finanzkrise schon als IWF-Direktor tats&auml;chlich bef&uuml;rchtet hat und sich nicht auch danach im h&ouml;chsten Staatsamt f&uuml;r eine &bdquo;&Uuml;berpr&uuml;fung des Finanzsektors&ldquo; eingesetzt hat, dann m&uuml;sste sein Eingest&auml;ndnis des Scheiterns nicht nur f&uuml;r seine T&auml;tigkeit als <a href=\"?p=194\">Direktor im IWF<\/a> gelten, sondern &ndash; weil er seine Sorgen verschwiegen und nicht gewarnt hat &ndash; auch f&uuml;r sein Amt als Bundespr&auml;sident.<\/li>\n<\/ul><p>Aber statt aus diesem Scheitern die Konsequenzen zu ziehen, hielt er in der wieder aufgebauten Schinkel-Kirche in Berlin-Mitte eine Bewerbungsrede f&uuml;r eine zweite Amtszeit.<\/p><p>Der Frage nach seiner eigenen politischen Verantwortung f&uuml;r die Krise weicht K&ouml;hler aus.<br>\n<a href=\"?p=3840\">Wie die Kanzlerin<\/a> &uuml;bergeht er, was die (deutsche) Politik zur Finanzkrise beigetragen hat. Die Finanzm&auml;rkte h&auml;tten sich den Staaten einfach entzogen, behauptet er lapidar.<\/p><p>Nach K&ouml;hlers Ursachenanalyse konnten <em>&bdquo;zu viele Leute mit viel zu wenig eigenem Geld &hellip; riesige Finanzhebel in Bewegung&ldquo;<\/em> setzen; auch angesehene deutsche Bankinstitute h&auml;tten <em>&bdquo;beim Umgang mit Risiko zunehmend Durchblick und Weitsicht verloren&ldquo;<\/em> und den <em>&bdquo;Bezug zu ihrer eigenen Kultur&ldquo;<\/em> aufgegeben. <\/p><p>F&uuml;r K&ouml;hler ist das alles nur ein moralisches Versagen:<\/p><p><em>&bdquo;Was vielen abhanden gekommen ist, das ist die Haltung: So etwas tut man nicht. Bis heute warten wir auf eine angemessene Selbstkritik der Verantwortlichen. Von einer angemessenen Selbstbeteiligung f&uuml;r den angerichteten Schaden ganz zu schweigen&hellip; Wir erleben das Ergebnis fehlender Transparenz, Laxheit, unzureichender Aufsicht und von Risikoentscheidungen ohne pers&ouml;nliche Haftung. Wir erleben das Ergebnis von Freiheit ohne Verantwortung&hellip; Bis heute warten wir auf eine angemessene Selbstkritik der Verantwortlichen.&ldquo;<\/em><\/p><p>Fehlender Anstand, mangelnde Moral und der Verlust ethischer Maximen sind also f&uuml;r K&ouml;hler die &auml;u&szlig;eren Ursachen der Krise. Damit schiebt er die Problemanalyse auf die Ebene individuellen Fehlverhaltens und lenkt von den wirklichen Problemen ab: N&auml;mlich dass wir es bei der Finanzkrise mit der Begleiterscheinung der herrschenden Ideologie zu tun haben, dass wir uns offensichtlich auf neo-feudale Gesellschaftsstrukturen zu entwickelt haben, in denen sich die M&auml;chtigen der M&auml;rkte der Politik, der &ouml;ffentlichen Meinung und vor allem sich schamlos selbst bedienen konnten, ohne dass sie sich noch durch irgendjemand bedroht f&uuml;hlen mussten. <\/p><p>Schon gar nicht durch den Bundespr&auml;sidenten. Wo bleibt seine angemessene Selbstkritik?<br>\nMit vielen seiner Reden hat gerade K&ouml;hler diese &bdquo;Freiheit ohne Verantwortung&ldquo; doch in h&ouml;chsten T&ouml;nen gelobt. Hat er nicht den <a href=\"?p=1964\">&bdquo;Erfolg im Wettbewerb&ldquo;<\/a> als alleinigen Qualit&auml;tsma&szlig;stab ausgegeben? W&uuml;nschte er sich nicht immer &bdquo;m&ouml;glichst viel Freiheit f&uuml;r jeden einzelnen&ldquo; oder war nicht die &bdquo;Freiheit zu sichern&ldquo; die vornehmste Aufgabe des Staates? Hat er bis zu seiner Schelte an den &uuml;berzogenen Managergeh&auml;ltern Ende letzten Jahres nicht <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1\/Doc~E053F20601F534085B2A5C1546BACE7B6~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">&bdquo;Ungleichheit&ldquo; als &bdquo;sch&ouml;pferische Kraft&ldquo; gew&uuml;rdigt<\/a>? <\/p><p>Waren es f&uuml;r K&ouml;hler bis vor der Krise nicht gerade &bdquo;neue Eingriffe&ldquo; des Staates, die die &bdquo;Ordnung der Freiheit&ldquo; <a href=\"http:\/\/www.bundespraesident.de\/Anlage\/original_622851\/Rede-beim-Arbeitgeberforum-Wirtschaft-und-Gesellschaft-in-Berlin.pdf\">&bdquo;schleichend zersetzt haben&ldquo; [PDF &ndash; 40 KB]<\/a>? Ohne die geringste Selbstkritik vollzieht wie viele andere Wendeh&auml;lse nun auch K&ouml;hler die Wende und redet davon, dass der Markt <em>&bdquo;Regeln und Moral&ldquo;<\/em> brauche, dass die Finanzm&auml;rkte <em>&bdquo;eine ordnende Kraft&ldquo;<\/em> ben&ouml;tigten, dass <em>&bdquo;schrankenlose Freiheit&hellip;Zerst&ouml;rung&ldquo;<\/em> berge. <\/p><p><em>&bdquo;Jetzt erleben wir, dass es der Markt allein nicht richtet. Es braucht einen starken Staat, der dem Markt Regeln setzt und f&uuml;r ihre Durchsetzung sorgt.&ldquo;<\/em><\/p><p>Offenbar meint der Bundespr&auml;sident, dass seine fr&uuml;heren Reden in Vergessenheit geraten sind. W&auml;re er konsequent, m&uuml;sste er die Texte aus dem Archiv entfernen lassen.<\/p><p><em>&bdquo;Gerade die Krise best&auml;tigt den Wert der Sozialen Marktwirtschaft. Sie ist mehr als eine Wirtschaftsordnung. Sie ist eine Werteordnung. Sie vereinigt Freiheit und Verantwortung zum Nutzen aller. Gegen diese Kultur wurde versto&szlig;en. Lassen Sie uns die kulturelle Leistung der Sozialen Marktwirtschaft neu entdecken.&ldquo;<\/em><\/p><p>Wieder bleibt offen, wer eigentlich gegen diese Kultur versto&szlig;en hat. Liegt in der Aufforderung, die kulturelle Leistung der Sozialen Marktwirtschaft neu zu entdecken, das Eingest&auml;ndnis, dass sie (auch von der Politik) in den letzten Jahren in Vergessenheit geraten war? <\/p><p>Aber nein doch, wir Deutschen waren schon immer vorbildlich:<\/p><p><em>&bdquo;Was zum Beispiel Barack Obama f&uuml;r die Wirtschaft und Gesellschaft der Vereinigten Staaten anstrebt, das &auml;hnelt in Grundz&uuml;gen unserem Modell der Sozialen Marktwirtschaft. Das zeigt auch: Die Deutschen haben etwas anzubieten beim Aufarbeiten der Krise.&ldquo;<\/em><\/p><p>Nein, wir Deutschen haben keinerlei Schuld an der Krise, wir hatten schon immer unser Modell der Sozialen Marktwirtschaft, daran perlt alle Kritik wie an einer Teflon-Pfanne ab. Am deutschen Wesen soll nun die Welt genesen!<\/p><p>Nach K&ouml;hler liegt der tiefere Grund der Krise weder bei den Bankern noch bei den Politikern, sondern bei <em>&bdquo;uns allen&ldquo;<\/em>: <\/p><p><em>&bdquo;Schuldzuweisungen und kurzfristige Reparaturen reichen nicht aus, wenn wir die tiefere Lehre aus der Krise ziehen wollen. Denn es gibt einen Punkt, der geht uns alle an.&ldquo;<\/em><\/p><p><em>&bdquo;Jetzt f&uuml;hrt uns die Krise vor Augen: Wir haben alle &uuml;ber unsere Verh&auml;ltnisse gelebt.&ldquo;<\/em><\/p><p>K&ouml;nnte man, wenn man die Wirklichkeit in Deutschland vor Augen hat, zun&auml;chst denken, der Bundespr&auml;sident sei mit dem &bdquo;Wir&ldquo; in den Pluralis majestatis verfallen, also den Plural als Ausdruck der M&auml;chtigen, so muss man bald feststellen: nein, K&ouml;hler meint uns &bdquo;alle&ldquo;. Wir alle h&auml;tten &uuml;ber unsere Verh&auml;ltnisse gelebt. K&ouml;hler spricht, ohne vor Scham rot zu werden, den uns&auml;glichen Satz der Bundeskanzlerin in ihrer <a href=\"?p=3678\">Neujahrsansprache<\/a> nach. <\/p><p>Alle einschl&auml;gigen Daten, von der zunehmenden Armut &uuml;ber die seit zwei Jahrzehnten stagnierenden L&ouml;hne bis hin zu den Millionen Menschen, die von Hartz-IV &uuml;berleben m&uuml;ssen, belegen nur eines, n&auml;mlich dass die &bdquo;Verh&auml;ltnisse&ldquo; in Deutschland schlechter geworden sind.<br>\nDie hohen Sparquoten in Deutschland, die abgest&uuml;rzte Lohnquote, die sinkenden Bildungsinvestitionen belegen das Gegenteil dessen, was uns der Bundespr&auml;sident einreden will: Wir haben in Deutschland nicht &uuml;ber, sondern vielmehr <strong>unter<\/strong> unseren Verh&auml;ltnissen gelebt. Und zwar so sehr, dass wir damit als &bdquo;Exportweltmeister&ldquo; unseren Partnervolkswirtschaften massive Probleme bereitet haben. <\/p><p>Das mit dieser Schuldverlagerung f&uuml;r die Krise auf &bdquo;uns alle&ldquo; verbundene Motiv liefert K&ouml;hler gleich mit:<\/p><p><em>&bdquo;Was ist das: Gl&uuml;ck? Ich finde, wir sollten uns neue Ziele setzen auf unserer Suche nach Erf&uuml;llung. Ja, unser Lebensstil wird ber&uuml;hrt werden. Und, meine Damen und Herren: Unsere Lebensqualit&auml;t kann steigen. Sparsamkeit soll ein Ausdruck von Anstand werden&hellip; Wir wollen Zufriedenheit und Zusammenhalt in unserer Gesellschaft nicht l&auml;nger nur von einem quantitativen &ldquo;Immer Mehr&rdquo; abh&auml;ngig machen.&ldquo;<\/em><\/p><p>Wir sollen also unseren Lebensstandard verschlechtern, sparsam sein und nicht immer mehr fordern, damit &bdquo;wir&ldquo; die Schulden, die f&uuml;r die Rettung der Banken aufgenommen werden m&uuml;ssen, k&uuml;nftig abzahlen k&ouml;nnen:<\/p><p><em>&bdquo;Darum verpflichten wir uns schon jetzt verbindlich, die Staatsschulden wieder zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, sobald die Krise &uuml;berstanden ist.&ldquo;<\/em><\/p><p>&bdquo;Wir zahlen nicht f&uuml;r Eure Krise&ldquo;, diese Parole zum Aufruf von attac f&uuml;r die <a href=\"http:\/\/28maerz.de\/\">Demonstrationen am 28. M&auml;rz<\/a> in Frankfurt und Berlin und auf den Demonstrationen der Gewerkschaften im Mai m&uuml;sste eigentlich die vielstimmige Antwort der Bev&ouml;lkerung auf diese Berliner Rede unseres Bundespr&auml;sidenten sein.<\/p><p>Jedenfalls wissen wir jetzt, was uns von K&ouml;hler nach seiner Wiederwahl zum Bundespr&auml;sidenten bl&uuml;hen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist f&uuml;r unseren Bundespr&auml;sident &bdquo;die tiefere Lehre aus der Krise&ldquo;. Das erkl&auml;rte er jedenfalls in seiner vierten <a href=\"http:\/\/www.bundespraesident.de\/-,2.653300\/Berliner-Rede-2009-von-Bundesp.htm\">Berliner Rede<\/a> in der Elisabethkirche. Wir haben uns letztlich also selbst die hunderte von Milliarden eingebrockt, f&uuml;r die wir jetzt als Steuerzahler zur Stabilisierung der Finanzkrise geradestehen m&uuml;ssen, und deswegen m&uuml;ssen wir in Zukunft auch daf&uuml;r<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3848\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[136,96,1,50,132],"tags":[423,283,531,413,528],"class_list":["post-3848","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-banken-boerse-spekulation","category-bundespraesident","category-das-kritische-tagebuch","category-finanzkrise","category-ungleichheit-armut-reichtum","tag-austeritaetspolitik","tag-finanzmaerkte","tag-koehler-horst","tag-schlanker-staat","tag-soziale-marktwirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3848","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3848"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3848\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20457,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3848\/revisions\/20457"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3848"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3848"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3848"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}