{"id":3859,"date":"2009-03-31T08:10:24","date_gmt":"2009-03-31T07:10:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3859"},"modified":"2009-03-31T08:44:41","modified_gmt":"2009-03-31T07:44:41","slug":"hinweise-des-tages-862","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3859","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(WL\/AM)<\/p><p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p><ul>\n<li>Protest ohne Adressat<\/li>\n<li>Harald Schumann: Ein Parlament entmachtet sich selbst<\/li>\n<li>HRE: Der Finanzminister ist ahnungslos oder hat glatt gelogen<\/li>\n<li>Strafrechtliche Aspekte der Asset Backed Securities<\/li>\n<li>Lucas Zeise: Warum sich nichts &auml;ndert<\/li>\n<li>Globalisierung: Die Luft aus der Theorieblase lassen<\/li>\n<li>Hartmut Mehdorn &ndash; der Buhmann<\/li>\n<li>Regierung: Handlungsf&auml;higkeit der Bundesagentur nicht bedroht<\/li>\n<li>Trennungsgebot zwischen Polizei- und Geheimdiensten &bdquo;nur noch rechtshistorisch bedeutsam&ldquo;<\/li>\n<li>Nachdenken &uuml;ber die deutsche Unterschicht <\/li>\n<li>Keine Abz&uuml;ge f&uuml;r Bettler<\/li>\n<li>Deutschland in der Spitzengruppe bei sozialer Ungleichheit<\/li>\n<li>Ein Land im Abwrackwahn<\/li>\n<li>FDP-nahe &bdquo;Stiftung f&uuml;r die Freiheit&ldquo; ver&ouml;ffentlicht &bdquo;Deutschen Wertemonitor&ldquo;<\/li>\n<li>Nato: Gei&szlig;ler stellt sich gegen Attac<\/li>\n<li>Frankreich: Noch marschieren sie getrennt<\/li>\n<li>Siamo tutti soldati<\/li>\n<li>Hans-Ulrich J&ouml;rges: Wer Krieg sucht&hellip;<\/li>\n<li>Bund und L&auml;nder vertagen Kapazit&auml;tsaufstockung der Hochschulen <\/li>\n<li>Bildungsstreik im Juni<\/li>\n<li>Torsten Bultmann: Private und staatliche Hochschulen<\/li>\n<li>&bdquo;Financial Crimes&ldquo;<\/li>\n<\/ul><p>Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind.<br>\n<!--more--><br>\nWenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3859&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Protest ohne Adressat<\/strong><br>\nAngesichts des gesellschaftlichen Systemrutsches muss es verwundern, dass der Sturm des Protestes eher verhalten auf die Stra&szlig;e dringt. Die Bev&ouml;lkerung bewahrt die Ruhe, und wenn sich der B&uuml;rger eine Pflicht auferlegen l&auml;sst, dann ist es die des Konsums unter besonderer Ber&uuml;cksichtigung der Abwrackpr&auml;mie. Die Weisheit der Vielen scheint jedenfalls nicht im Wir der Transparente aufgegangen zu sein (&hellip;)\n<p>Es spricht zweitens einiges daf&uuml;r, dass die auf vielf&auml;ltige Weise von der Krise betroffenen Wirtschaftsb&uuml;rger &uuml;ber ein ausgepr&auml;gtes Bewusstsein von der Komplexit&auml;t der Lage verf&uuml;gen. Dem plakativen Abgesang auf den Kapitalismus steht die Skepsis an schnell entwickelten Alternativen gegen&uuml;ber.<\/p>\n<p>Ideologische Fixierungen tragen kaum zur L&ouml;sung bei (&hellip;)<\/p>\n<p>In der gegenw&auml;rtigen Finanzkrise f&auml;llt die Politik als gesellschaftliches Gegen&uuml;ber jedoch aus. Quer durch alle politischen Lager werden die Einsch&auml;tzungen &uuml;ber Versagen und Fehlverhalten der verantwortlichen Finanzmanager geteilt.<\/p>\n<p>Die regulierende und kontrollierende Rolle des Staates wird selbst von jenen aufgerufen, die in ihren Parteiprogrammen Staatsferne und Entschlankung zum wirtschaftspolitischen Mantra erhoben haben.<\/p>\n<p>Die Aufgabe der Politik wird darin bestehen, moralischen Standards zur Geltung zu verhelfen, nach denen es den Verantwortlichen unm&ouml;glich ist, einfach so weiter zu machen. Eine Folge der Finanzkrise wird eine nachhaltig ver&auml;nderte politische Kultur sein.<\/p>\n<p>Auf das besch&auml;digte Vertrauen in S&auml;ulen der gesellschaftlichen Stabilit&auml;t antwortet die Bev&ouml;lkerung mit einer Art Selbstvergewisserung &uuml;ber die Verl&auml;sslichkeit der Institutionen. W&auml;hrend der Protest auf den Stra&szlig;en meist von der Idee des ganz anderen getragen ist, erwartet man nun Vorkehrungen von Politik und Staat, dass sich dergleichen nicht wiederholt.<br>\nStatt eines mit v&ouml;llig neuen Implikationen der Umverteilung scheint die abwartende Bev&ouml;lkerung an der Idee von einer komplexen Gleichheit (Michael Walzer) festzuhalten. Das Abwarten ist nicht als Ausdruck von Lethargie und Schicksalsergebenheit misszuverstehen.<\/p>\n<p>Die Stra&szlig;e scheint augenblicklich nicht der Ort zu sein, an dem einmal mehr das R&auml;tsel aufgegeben wird, warum eine Gesellschaft, die aus vielen Widerspr&uuml;chen besteht, nicht an dem einen zerbricht, den der in diesen Tagen wieder viel zitierte Karl Marx analysiert hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/kommentare\/1703518_Leitartikel-Protest-ohne-Adressat.html\">FR<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung eines Lesers:<\/strong><br>\nDieser Kommentar der Frankfurter Rundschau (Autor: Harry Nutt) ist nur in sofern von Interesse, als er ein weiters Mal das schrittweise Abgleiten der Frankfurter Rundschau ins konservative Milieu zeigt. Der politische Kurs des Mehrheitseigent&uuml;mers (seit Juli 2006 h&auml;lt der konservative K&ouml;lner Medienkonzern M. DuMont Schauberg 50 % der Anteile plus eine Aktie) beraubt die Frankfurter Rundschau ihres ehedem kritischen Bisses und macht sie zunehmend verwechselbar mit der Mainstream-Presse.<\/em><\/p>\n<p>Der FR-Kommentator &ldquo;vergisst&rdquo; bei seiner Auflistung der angeblich urs&auml;chlichen Gr&uuml;nde f&uuml;r eine noch eingeschr&auml;nkte Protestbereitschaft der hiesigen Bev&ouml;lkerung eine ganz wesentliche Ursache: Die einlullende Berichterstattung vieler unserer Medien, die sich im &Uuml;brigen auch im Kommentar des FR-Journalisten Harry Nutt widerspiegelt.<\/p>\n<p>In seiner Gesamtheit erweckt der FR-Kommentator den Eindruck, die Politik ergreife die der Situation angemessenen politischen Ma&szlig;nahmen und trage so zur Bew&auml;ltigung der heutigen Krise und zur Verhinderung einer &auml;hnlich gelagerten Krise in der Zukunft bei.<\/p>\n<p>An diesem Wochenende protestierten hingegen in einer Auftaktveranstaltung Zehntausende gegen die Ursachen der Krise ebenso wie gegen die von der Politik eingeleiteten Ma&szlig;nahmen zur Krisenbew&auml;ltigung, die aus Sicht der Veranstalter der Berliner und Frankfurter Protestkundgebungen der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise in keiner Weise angemessen sind und zudem bef&uuml;rchten lassen, dass es den &ldquo;Eliten&rdquo; in Wahrheit um ein m&ouml;glichst unver&auml;ndertes &ldquo;Weiter so&rdquo; mit dem neoliberalen Politikkurs geht. Die Protestkundgebungen werden vom FR-Autor mit negativen Vokabeln belegt:<\/p>\n<blockquote><p>plakativer Abgesang auf den Kapitalismus&rdquo;, &ldquo;Skepsis (der Bev&ouml;lkerung) an schnell entwickelten Alternativen&rdquo;, &ldquo;Ideologische Fixierungen tragen kaum zur L&ouml;sung bei&rdquo;, ein von den Protestkundgebungen geforderter &ldquo;radikaler Systemwechsel&rdquo;, &ldquo;Die Stra&szlig;e scheint augenblicklich nicht der Ort zu sein&hellip;<\/p><\/blockquote>\n<p>Hier werden vom FR-Kommentator eine ganze Reihe konservativer bzw. neoliberaler Klischees bedient. <\/p>\n<p>Der Kommentator erweckt zudem den Eindruck, als ergreife die Politik bereits die notwendigen Schritte zur Krisenbew&auml;ltigung:<\/p>\n<blockquote><p>Quer durch alle politischen Lager werden die Einsch&auml;tzungen &uuml;ber Versagen und Fehlverhalten der verantwortlichen Finanzmanager geteilt.<\/p>\n<p>Die regulierende und kontrollierende Rolle des Staates wird selbst von jenen aufgerufen, die in ihren Parteiprogrammen Staatsferne und Entschlankung zum wirtschaftspolitischen Mantra erhoben haben.<\/p>\n<p>Die Aufgabe der Politik wird darin bestehen, moralischen Standards zur Geltung zu verhelfen, nach denen es den Verantwortlichen unm&ouml;glich ist, einfach so weiter zu machen. Eine Folge der Finanzkrise wird eine nachhaltig ver&auml;nderte politische Kultur sein.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>&ldquo;Der Druck der Stra&szlig;e&rdquo; ist v&ouml;llig unn&ouml;tig und unangebracht, so das unausgesprochene Leitmotiv des FR-Kommentators.<\/p>\n<p>Er verschweigt, dass unsere &ldquo;Eliten&rdquo; ein gro&szlig;es Ma&szlig; an Wendeh&auml;lsigkeit an den Tag legen. Und: unsere &ldquo;Eliten&rdquo; sind h&auml;ufig eng mit der Finanz-&ldquo;Industrie&rdquo; verfilzt. Dies alles wurde von den NachDenkSeiten in den vergangenen Monaten immer wieder dokumentiert:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"?p=3471\">Das Casino kracht zusammen. Croupi&egrave;re Merkel fl&uuml;chtet durch den Hinterausgang (23.9.2008)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3478\">Deutschlands ma&szlig;gebliche politische und wirtschaftliche &bdquo;Eliten&ldquo; sind mit der Finanzindustrie verfilzt (26.9.2008)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3490\">Wichtig f&uuml;r unser Land: Die politische und mediale Vorherrschaft des Finanzsektors muss gebrochen werden (2.10.2008)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3496\">Wie Steinbr&uuml;ck hoch- und Lafontaine niedergeschrieben wird &ndash; zwei Musterbeispiele f&uuml;r gelungene PR (7.10.2008)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3501\">Wendeh&auml;lse (9.10.2008)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3504\">Mit dieser Bundesregierung wird der Bock zum G&auml;rtner &ndash; Fortsetzung Steinbr&uuml;ck und Co. (10.10.2008)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3521\">Ein neuer &bdquo;Bock als G&auml;rtner&ldquo; &ndash; der GoldmanSachs-Berater Issing als Kommissionsvorsitzender. Mein Fazit: Dieser Bundesregierung ist nicht zu trauen (20.10.2008)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3552\">Das &bdquo;Casino schlie&szlig;en&ldquo; &ndash; Die Bundesregierung will davon nichts wissen (29.10.2008)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3599\">Die Verflechtung der Politik mit dem Casino-Betrieb der Finanzwirtschaft ist enger und &auml;lter als wir denken &ndash; wir zahlen schon seit 2000 f&uuml;r die Wettschulden (19.11.2008)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3678\">Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin &ndash; Eine atemberaubende Flucht aus der Wahrheit (2.1.2009)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3692\">Die Deregulierung und die F&ouml;rderung des Finanzmarktes durch die Bundesregierung (9.1.2009)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3743\">&Uuml;ber das Zusammenspiel von Medien, Finanzwirtschaft und Politik &ndash; auch bei HRE sichtbar (Teil V zur Finanzkrise) (4.2.2009)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3745\">Die politisch Verantwortlichen haben systematisch an der Verschleierung der Finanzkrise in Deutschland mitgearbeitet (Teil VI Finanzkrise) (4.2.2009)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3781\">&bdquo;Wir werden subtil belogen&ldquo; (19.2.2009)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3835\">Wegtauchen und wegschieben als politische Strategie des Weiter-so (20.3.2009)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3840\">Merkel bei Anne Will: &bdquo;Ich glaube, wir haben bis jetzt das Richtige getan.&ldquo; (23.3.2009)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3842\">W&uuml;rden Sie diesen Finanzexperten trauen? (23.3.2009)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3848\">K&ouml;hler: &bdquo;Wir haben alle &uuml;ber unsere Verh&auml;ltnisse gelebt&ldquo; (25.03.2009)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3853\">Nachtrag: Der Bundespr&auml;sident t&auml;te gut daran, sich zu entschuldigen (26.3.2009)<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Heiner Flassbeck, Staatssekret&auml;r im Bundesfinanzministerium unter Oskar Lafontaine, beschreibt im Vorwort zu seinem aktuellen Buch &ldquo;Gescheitert &ndash; Warum die Politik vor der Wirtschaft kapituliert&rdquo; die politische Situation zu Beginn der rot-gr&uuml;nen Koalition (bis zum R&uuml;cktritt Oskar Lafontaines als Bundesfinanzminister). Und er spannt den Bogen zu den aktuellen Ereignissen:<\/p>\n<blockquote><p>Als ich 1998 nach langen und wissenschaftlich gepr&auml;gten Jahren in Berlin mit Oskar Lafontaine, Claus Noe und Wolfgang Filc &hellip; wieder in ein Bundesministerium eintrat, war der Schock gewaltig. Zwar hatte die SPD gerade mit Pauken und Trompeten eine Wahl gewonnen, zwar war der Bundesfinanzminister auch der Vorsitzende der gro&szlig;en Koalitionspartei, zwar hatten wir in der Oppositionszeit interessante Ideen entwickelt, zwar war die internationale Szene g&uuml;nstig wie nie (weil fast ganz Europa sozialdemokratisch regiert wurde), zwar war unser Programm der Kontrolle der Finanzm&auml;rkte und der fundamentalen &Auml;nderung der wirtschaftspolitischen Rollenverteilung hochaktuell und &ndash; wie sich einige Jahre sp&auml;ter zeigen sollte &ndash; geeignet, eine gro&szlig;e globale und europ&auml;ische (Finanz-)Krise zu verhindern, aber wir waren extrem einsam.<\/p>\n<p>Die Einsamkeit begann mit der Beamtenschaft, die auf alles getrimmt war, nur nicht auf kritisches und eigenes Denken, sie setzte sich fort im Parlament, wo keinerlei Reflexionsfl&auml;che f&uuml;r unsere Vorstellungen zu finden war, sie war latent allen Politiker- und Kabinettskollegen, die mit offenem oder verh&uuml;lltem Entsetzen auf unsere Vorstellung reagierten, sich mit den &ldquo;Finanzm&auml;rkten&rdquo;, der heiligen Bundesbank oder der Unternehmerschaft anlegen zu wollen, und unsere Einsamkeit endete in den Medien, wo die letzten unabh&auml;ngigen und kritischen Wirtschaftsjournalisten die Segel gestrichen hatten und die Verteufelung des Staates und des gesamtwirtschaftlichen Denkens zur Doktrin der gesamten staatstragenden Kaste erhoben worden war.<\/p>\n<p>Im Fr&uuml;hjahr 2009 ist alles ganz anders. Der Staat hat die reale Wirtschaft vor dem Untergang gerettet, nachdem sie von den Finanzm&auml;rkten in den Sumpf getrieben worden war. Gut und B&ouml;se haben die Rollen getauscht. Die Staatenlenker sind die Helden, die Banker sind die B&ouml;sewichte. Der Name Keynes taucht wieder in den deutschen Gazetten auf und gar die verfemten &ldquo;Konjunkturprogramme&rdquo; werden ernsthaft diskutiert.<\/p>\n<p>Doch Vorsicht! Viele von denen, die jetzt die neue &Auml;ra der Staatswirtschaft ausrufen, haben auch vorher nicht verstanden, wovon sie sprechen, und die anderen wird ihr Opportunismus bei n&auml;chster Gelegenheit sofort wieder vom Gegenteil &uuml;berzeugen. Niemand lernt &uuml;ber Nacht und blo&szlig; aufgrund eines gro&szlig;en globalen Schocks gesamtwirtschaftliches Denken. Weil aber die Bereitschaft der Menschen zu lernen, offenbar nur durch solche Schocks angeregt werden kann, gibt es jetzt eine Chance f&uuml;r einen Neuanfang &ndash; nicht mehr und nicht weniger. Ob sie wahrgenommen wird, wissen wir nicht. Sicher aber ist, dass die Architekten der alten Ordnung keinen tragf&auml;higen Plan f&uuml;r die neue erarbeiten werden.\n<\/p><\/blockquote>\n<p><\/p><\/li>\n<li><strong>Harald Schumann: Ein Parlament entmachtet sich selbst<\/strong><br>\nMit bis zu 480 Milliarden Euro aus Steuergeldern, mehr als dem Doppelten des j&auml;hrlichen Bundesetats, soll Deutschlands Bankensektor vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Doch wer dabei zu welchen Konditionen profitiert, dar&uuml;ber entscheiden nicht die gew&auml;hlten Vertreter der Steuerzahler, sondern nur ein vom Minister eingesetzter &bdquo;Lenkungsausschuss&ldquo; unter Leitung des Finanzstaatssekret&auml;rs J&ouml;rg Asmussen. Der Bundestag selbst, so beschloss es die Gro&szlig;e Koalition im vergangenen Oktober, verzichtet ausgerechnet bei der umstrittenen Bankensanierung mit Staatsgeldern auf sein wichtigstes Recht: die Kontrolle &uuml;ber die Staatsausgaben. \n<p>Lediglich ein kleines Gremium von neun Abgeordneten aus dem Haushaltsausschuss wurde eingesetzt, dem die Bankenretter einmal pro Sitzungswoche ihre Entscheidungen mitteilen. Immer am Freitagmorgen trifft die Gruppe mit Asmussen oder dem parlamentarischen Staatssekret&auml;r Karl Diller sowie Hannes Rehm, dem operativen Chef des Soffin, zusammen und darf Fragen stellen. Ablehnen oder &auml;ndern k&ouml;nnen die Parlamentarier die Beschl&uuml;sse jedoch nicht. Und selbst die Unterrichtung ist geheim.<\/p>\n<p>(&hellip;)Gleichzeitig sind bisher ganz zentrale Fragen bei der Verteilung der Bankenrettungsgelder im Ausschuss nicht einmal diskutiert worden. <\/p>\n<p>Zum Beispiel jene nach dem eigentlichen Ziel der ganzen Milliardenoperation.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/deutschland\/Finanzkrise;art122,2761149\">Tagesspiegel<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Der Finanzminister ist ahnungslos oder hat glatt gelogen<\/strong><br>\nEs wird immer offensichtlicher, dass das Hauptproblem der HRE die Verluste im Immobiliengesch&auml;ft sind. Im vergangenen Oktober hat Bundesfinanzminister Peer Steinbr&uuml;ck die HRE als eine in ihrem Wesen grundsolide Bank bezeichnet. Im Parlament hat er gebetsm&uuml;hlenartig wiederholt, die HRE habe vor allem ein Refinanzierungsproblem im Bereich ihres langfristigen Staatsfinanzierungsgesch&auml;fts, das der Bund durch Garantien &uuml;berwinden k&ouml;nne. \n<p>Die am Samstag von der HRE vorgelegten Zahlen f&uuml;r 2008 strafen den Finanzminister L&uuml;gen. Wenn die HRE 2008 allein mit strukturierten Finanzprodukten 1,1 Milliarden Euro Verlust gemacht hat, dann widerspricht das der bisherigen Darstellung der Bundesregierung.<\/p>\n<p>Entweder wusste Steinbr&uuml;ck im Oktober wirklich nicht, auf was er sich und die Steuerzahler einlie&szlig;. Dann haben wir ein dramatisches Kompetenzproblem im BMF und in der Bankenaufsicht. Oder er hat das Parlament und die &Ouml;ffentlichkeit schon damals &uuml;ber das wahre Ausma&szlig; der HRE-Probleme belogen. Dann m&uuml;sste er erst recht politische Konsequenzen ziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksfraktion.de\/pressemitteilung.php?artikel=1249055482\">Axel Troost<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Strafrechtliche Aspekte der Asset Backed Securities<\/strong><br>\nIn der Zeitschrift f&uuml;r Wirtschafts- und Steuerstrafrecht 2\/2009 untersucht Rechtsanwalt Volker Gallandi die strafrechtlichen Aspekte der ABS. Als einer der Beispielsf&auml;lle werden auch die K&auml;ufe von Immobilienkrediten durch die IKB angef&uuml;hrt und nach den Straftatbest&auml;nden der Untreue (&sect; 266 StGB), der Bilanzf&auml;lschung. Der Autor kommt zum Ergebnis, dass in allen F&auml;llen, in denen Investoren ABS erworben haben und bilanzieren m&uuml;ssen, seit dem Bekanntwerden der internationalen Krise des Verbriefungssystems der Verdacht auf Untreue und Bilanzvergehen gegeben ist, sofern nicht der Nachweis gef&uuml;hrt wir, das die erworbenen ABS genauso intensiv und umfassend &uuml;berpr&uuml;ft wurden wie das Kreditportofolio einer Bank bei einer (unangek&uuml;ndigten) Sonderpr&uuml;fung.\n<p>Bei personellen Verflechtungen zwischen Ministerialbeamten und Unternehmen der Privatwirtschaft, bei denen diese Personen Aufsichtsr&auml;te sind oder waren, kommt eine Untreue gegen&uuml;ber dem Staat in Frage.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gallandi.de\/pdf\/56StrafAspektAssetBackedSecurities.pdf\">Gallandi.de [PDF &ndash; 864 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Lucas Zeise: Warum sich nichts &auml;ndert<\/strong><br>\nAuf dem G20-Gipfel soll das Finanzmonster geb&auml;ndigt werden. In Wirklichkeit p&auml;ppeln die Regierungen es. Die Staaten tun alles daf&uuml;r, dass der Finanzsektor nach der Krise so aufgebl&auml;ht ist wie davor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/:Kolumne-Lucas-Zeise-Warum-sich-nichts-%E4ndert\/494264.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> In den NachDenkSeiten konnten Sie zum Skandal der Berufung Issings <a href=\"?p=3521\">im vergangenen Jahr schon lesen<\/a>. Und zur<a href=\"?p=3689\"> Konversionsnotwendigkeit des Finanzsektors sp&auml;testens am 7.1.<\/a> Das ist keine Kritik an Zeise.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Globalisierung: Die Luft aus der Theorieblase lassen<\/strong><br>\nAuf 180 Seiten bricht das neueste Buch der amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Bruce C. Greenwald und Judd Kahn mit einer ganzen Reihe von Grundannahmen der Globalisierungsdebatte. Darunter auch solchen, die von Gegnern und Bef&uuml;rwortern geteilt werden. Es geht vor allem um folgende Ansichten:\n<ol>\n<li>Globalisierung ist die Zukunft, eine unaufhaltsame, wachsende Realit&auml;t.<\/li>\n<li>Globalisierung ist die dominierende Macht der Welt.<\/li>\n<li>Die Arbeiter &uuml;berall auf der Welt m&uuml;ssen sich der Globalisierung anpassen.<\/li>\n<li>Das Gleiche gilt f&uuml;r die Betriebe.<\/li>\n<li>Der globalisierenden Macht der Finanzm&auml;rkte wird niemand sich entgegenstellen k&ouml;nnen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Punkt f&uuml;nf galt bis vor wenigen Monaten als das erste Gebot der Globalisierung. Der Herr, dein Gott &ndash; das waren die Finanzm&auml;rkte. Es schien keine Macht zu geben, ihren Einfluss zur&uuml;ckzudr&auml;ngen. Nun sind sie selbst kollabiert und die, die noch vor ein paar Monaten die Unterwerfung unter das Finanzkapital predigten, m&uuml;ssen es nun beaufsichtigen.<br>\nGreenwald und Kahns Buch k&ouml;nnte zu einem Vademecum des realistischen Umgangs mit den Entwicklungen der letzten Jahre werden. Es gibt die Globalisierung. Sie konzentriert sich aber auf wenige Bereiche. Geld muss nach wie vor auf lokalen M&auml;rkten verdient werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/kultur_und_medien\/feuilleton\/1704555_Globalisierung-Die-Luft-aus-der-Theorieblase-lassen.html\">FR<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Eine solche Kritik an der These von der allm&auml;chtigen Globalisierung hat  Albrecht M&uuml;ller schon vor f&uuml;nf Jahren in seinem Buch &bdquo;Reforml&uuml;ge&ldquo; ge&auml;u&szlig;ert. Er ist danach heftig daf&uuml;r beschimpft worden. Es dauert leider manchmal etwas l&auml;nger, bis die Vernunft die Ideologie wieder einholt. Was machen jetzt nur alle, die die &bdquo;Globalisierung&ldquo; als Begr&uuml;ndung f&uuml;r ihre &bdquo;Reformen&ldquo; benutzt haben? Sie scheren sich vermutlich nicht um ihr Geschw&auml;tz von gestern, Hauptsache sie konnten den Sozialabbau und die Umverteilung von unten und von der Mitte nach oben politisch umsetzen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Hartmut Mehdorn &ndash; der Buhmann<\/strong><br>\nEs ist Mehdorns Rache an all den Schreiberlingen und Bessersendern, von denen er, der Bahnretter, sich &uuml;ber Jahre hinweg verh&ouml;hnt und missverstanden gef&uuml;hlt hat. Erst Fragen zur Bahn-Bilanz &ndash; dann das R&uuml;cktrittsangebot<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1704737&amp;em_loc=2091&amp;em_ref=\/top_news\/&amp;em_ivw=fr_topnews\">FR <\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Liebe Frankfurter Rundschau, wer diesen Titel zu verantworten hat, hat kr&auml;ftig daneben gegriffen. Hartmut Mehdorn ist kein Buhmann, er geh&ouml;rt zwar schon lange ausgebuht, aber es ist im Sinne des Wortes weder ein Kinderschreck noch ein S&uuml;ndenbock, denn sein S&uuml;ndenregister ist lang. Die Erbs&uuml;nde ist nat&uuml;rlich, er ist kein Eisenbahner und er hat nicht erkannt, dass wir ein Volk von Eisenbahnern sind.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Regierung: Handlungsf&auml;higkeit der Bundesagentur nicht bedroht<\/strong><br>\nDurch die konjunkturelle Entwicklung und den dadurch n&ouml;tig gewordenen Nachtragshaushalt f&uuml;r 2009 erh&ouml;ht sich das Defizit der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) um rund 5 Milliarden Euro. Insgesamt steigt das Defizit der BA damit auf 10,9 Milliarden Euro, wie die Bundesregierung in ihrer Antwort (16\/12248) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (16\/12044) ausf&uuml;hrt. Diese Summe k&ouml;nne jedoch aus den R&uuml;cklagen der BA, die zum Jahresende 2008 16,7 Milliarden Euro betrugen, finanziert werden. \n<p>Die Senkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung auf 2,8 Prozent im Januar 2009 betrachtet die Regierung trotz der angespannten Wirtschaftslage weiter als sinnvoll. Durch die antizyklische Senkung w&uuml;rden die Beitragszahler entlastet und Impulse f&uuml;r den Erhalt und die Schaffung neuer Arbeitspl&auml;tze gesetzt, so die Begr&uuml;ndung. Auch bei steigenden Kurzarbeiter- und Arbeitslosenzahlen sei die BA in der Lage, die erforderliche Arbeitsf&ouml;rderung zu leisten. Die finanzielle Handlungsf&auml;higkeit f&uuml;r 2009 sei sichergestellt, hei&szlig;t es weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/hib\/2009\/2009_098\/03.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Was jeder wissen konnte tritt nun ein: Sobald die Arbeitslosigkeit wieder ansteigt kommt die Bundesagentur in eine schwierige Finanzlage. Schon bald wird es wieder Forderungen geben, zu sparen, indem die arbeitsmarktpolitischen Ma&szlig;nahmen noch weiter als schon geschehen zur&uuml;ckgefahren oder die Kosten f&uuml;r das Alg I gesenkt werden sollen, durch K&uuml;rzung oder k&uuml;rzere Auszahlungsfristen. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Trennungsgebot zwischen Polizei- und Geheimdiensten &bdquo;nur noch rechtshistorisch bedeutsam&ldquo;<\/strong><br>\nWenige Tage vor Beginn der Proteste gegen den NATO-Gipfel fordert die Bundesakademie f&uuml;r Sicherheitspolitik (BAKS) eine Zentralisierung der inneren Repression. Das Trennungsgebot zwischen Polizei und Geheimdiensten sei angesichts der Bedrohung durch &ldquo;Terrorismus&rdquo; und &ldquo;Extremismus&rdquo; nicht l&auml;nger aufrechtzuhalten, behauptet der BAKS-Experte f&uuml;r Staats- und V&ouml;lkerrecht. Auch m&uuml;ssten die Landes&auml;mter f&uuml;r Verfassungsschutz in das Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz eingegliedert werden und diesem zu gr&ouml;&szlig;erer Schlagkraft verhelfen. Die Forderungen schlie&szlig;en an &auml;ltere Stellungnahmen aus der Bundesakademie an, die f&uuml;r die Errichtung eines &ldquo;Nationalen Sicherheitsrates&rdquo; pl&auml;dieren. Sie zielen auf den Aufbau straff zentralisierter Repressionsapparate, wie sie die Alliierten nach den deutschen Verbrechen der NS-Zeit nicht mehr zulassen wollten. Das bereits jetzt erreichte Niveau der inneren Repression l&auml;sst sich am Vorgehen von Polizei, Geheimdiensten und Bundeswehr gegen die Anti-NATO-Proteste ablesen: Rund 15.000 Polizisten und mindestens 600 Soldaten stehen zum Einsatz gegen Kritiker des westlichen Kriegsb&uuml;ndnisses bereit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/57504\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><strong>Nachdenken &uuml;ber die deutsche Unterschicht<\/strong><br>\nDie Autorin Inge Kloepfer klagt in &ldquo;Aufstand der Unterschicht&rdquo; an: Ein sozialer Aufstieg sei kaum mehr m&ouml;glich. 20 Prozent der jungen Generation gebe die Gesellschaft von vornherein verloren &ndash; und die Politik schaue tatenlos zu. Diese Thesen provozieren Innenminister Wolfgang Sch&auml;uble.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/article3470549\/Nachdenken-ueber-die-deutsche-Unterschicht.html\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Ideologie der Eigenverantwortung trifft auf die Wirklichkeit. Wer scheitert hat eben &bdquo;Pech gehabt&ldquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Keine Abz&uuml;ge f&uuml;r Bettler<\/strong><br>\nG&ouml;ttingen reagiert auf einen Sturm der Entr&uuml;stung von Sozialverb&auml;nden und Politikern: Die Stadt will erbetteltes Geld k&uuml;nftig nicht mehr auf Hartz-IV-Bez&uuml;ge anrechnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/830\/463438\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><em>Dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Der strittige Euro im Hut<\/strong><br>\nDie Stadt G&ouml;ttingen lenkt ein: Bettelndem Hartz-IV-Empf&auml;nger werden Sozialleistungen nicht gek&uuml;rzt<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/art771,2763134?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Das war mitnichten &ldquo;unsensibel&rdquo;, wie das nieders&auml;chsische Sozialministerium verlauten l&auml;sst, sondern zutiefst inhuman. Das erinnert an eine Blockwartmentalit&auml;t, die u.a&nbsp; an bestimmten Gedenktagen mit einem &ldquo;Nie wieder&rdquo; bedacht wird. Welche Art Pflichtbewusstsein wird in unseren Sozial&auml;mtern herangez&uuml;chtet, muss man sich fragen. Anscheinend werden die Menschen dort so verbogen, denn der Fall ist kein Einzelfall. Ich kann mir, will mir einfach nicht vorstellen, dass ein Mensch von vornherein mit einer solchen Inhumanit&auml;t ausgestattet in den Sozialdienst tritt. Es muss schon irgendwie mit diesem Dienst zu tun haben, der Allmachtphantasien in einem armen b&uuml;rokratischen W&uuml;rstchen weckt. Vielleicht bed&uuml;rfen die Mitarbeiter unserer Sozialdienste einer st&auml;rkeren Betreuung, damit das Bed&uuml;rfnis, sich gegen Hartz-IV-Empf&auml;nger abzugrenzen, nicht so ausartet, sondern Sozialdienst als Dienst empfunden wird. Das Traurige ist, dass diese Inhumanit&auml;t von Politikern, wie Wolfgang Clement seinerzeit mit der Rede von &rdquo; Abzocke und Selbstbedienung im Sozialstaat&rdquo;, gedanken- wie bedenkenlos bef&ouml;rdert wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Deutschland in der Spitzengruppe bei sozialer Ungleichheit<\/strong><br>\nDie Bundesrepublik Deutschland hat in der weltweiten Konkurrenz um soziale Ungleichheit eine Spitzenposition erreicht, ganz nah bei den USA. Denn die Armen werden immer &auml;rmer, wenige Reiche immer reicher. Und die Einkommensschere wird sich weiter &ouml;ffnen &ndash; das ist keine Behauptung von links, sondern eine Feststellung der internationalen Wirtschaftsorganisation OECD. Doch Kapital und Kabinett werden sicher wie bisher die Einf&uuml;hrung eines Mindestlohns ablehnen oder zumindest erschweren. \n<p>Nach Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes w&uuml;rde der Mindestlohn sofort einen Nachfrageschub von zehn Milliarden Euro ausl&ouml;sen, die vor allem der inl&auml;ndischen Konsumwirtschaft zugute k&auml;men. Und wenn die erb&auml;rmliche Hartz-IV-Unterst&uuml;tzung auf 470 Euro im Monat erh&ouml;ht w&uuml;rde, br&auml;chte das sieben Milliarden Euro im Jahr. Angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise und der zur&uuml;ckgehenden Exporte w&auml;re eine St&auml;rkung der Massenkaufkraft genau das richtige Mittel gegen die Rezession.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sopos.org\/aufsaetze\/49c38aba686a4\/1.phtml\">Ossietzky<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Ein Land im Abwrackwahn<\/strong><br>\nDie franz&ouml;sische Regierung verschickte Konsumschecks in H&ouml;he von 200 Euro an Geringverdiener. Die britische Regierung senkte die Mehrwertsteuer. Halb Europa versucht, mit Konsum die Auswirkungen der Finanzkrise zu mildern. Deutschland hingegen ist im Wahlkampf und der Michel h&auml;lt nicht viel von staatlich subventioniertem Konsum auf Pump &ndash; Geringverdiener und Hartz-IV Empf&auml;nger kaufen sich eh nur Zigaretten und Alkohol und wer nicht raucht oder s&auml;uft, der tr&auml;gt das Geld in den n&auml;chsten Media-Markt, um sich einen neuen Flachbild-Fernseher oder &auml;hnlichen Firlefanz zu kaufen. Solch unvern&uuml;nftige Handlungen d&uuml;rfen nat&uuml;rlich nicht auch noch subventioniert werden. Wenn es allerdings um so etwas Handfestes wie ein Automobil geht, ist das etwas anderes (&hellip;)\n<p>Wenn nun die Abwracker 12.500 Euro fremdfinanzieren lassen, so m&uuml;ssen sie &ndash; bei markt&uuml;blichen Zinsen und vierj&auml;hriger Laufzeit &ndash; jeden Monat rund 300 Euro tilgen. Da jeder Euro nur einmal ausgeben werden kann, m&uuml;ssen die stolzen Neuwagenbesitzer das Geld nat&uuml;rlich an anderer Stelle einsparen. Gastronomen, Einzelh&auml;ndler und Handwerker werden ob der Abwrackpr&auml;mie noch jubilieren. Aber auch f&uuml;r die Automobilbranche ist dies nur ein Strohfeuer, das den Zeitpunkt des b&ouml;sen Erwachens lediglich aufschiebt. Wer in n&auml;chster Zeit ein Auto kaufen wollte und Anspruch auf die Abwrackpr&auml;mie hat, der hat in vielen F&auml;llen den Kauf vorgezogen. Sobald diese Bestellungen abgearbeitet sind, wird die Zahl der Neuanmeldungen merklich zur&uuml;ckgehen. Sollte die Weltkonjunktur nicht &uuml;berraschend drehen, so wird dies am Ende des Jahres 2009 mitten in einer konjunkturellen Abschwungphase geschehen. Vom Ausland wird kein Impuls erfolgen und der inl&auml;ndische Markt wird dann erst einmal ges&auml;ttigt sein. D&uuml;stere Zeiten f&uuml;r die deutsche Automobilbranche stehen somit vor der T&uuml;r. Ob dann wieder Milliardenspritzen aus Steuergeldern zu erwarten sind, ist ungewiss &ndash; im September wird gew&auml;hlt und dann ist die Zeit der Wahlkampfgeschenke erst einmal wieder vorbei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/509\/ein-land-im-abwrackwahn\">Spiegelfechter<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>FDP-nahe &bdquo;Stiftung f&uuml;r die Freiheit&ldquo; ver&ouml;ffentlicht &bdquo;Deutschen Wertemonitor&ldquo;<\/strong><br>\nEines der Ergebnisse: Auch nach 18 Jahren vermissen viele Deutsche die DDR und w&uuml;rden dem Sozialismus noch eine Chance geben. \n<p>Bei der Frage nach den allgemeinen f&uuml;r die Gesellschaft wichtigen Werten erreicht &ldquo;Freiheit&rdquo; erneut den Spitzenplatz. &hellip; die H&auml;lfte aller Befragten f&uuml;hlt sich &ldquo;frei und unbeschwert&rdquo;. Ein knappes Drittel der Befragten sieht sich in Schwierigkeiten, betont aber, dass sie selber damit fertig werden. Allerdings ist unverkennbar, dass Freiheit gegen&uuml;ber einer Umfrage in 2006 in der Wertsch&auml;tzung als &bdquo;sehr wichtig&ldquo; von 76 auf 71 Prozent zur&uuml;ckgegangen ist.<\/p>\n<p>Weiterhin als sehr wichtig f&uuml;r das Funktionieren der Gesellschaft werden mehrheitlich von den Befragten &ldquo;Gleichberechtigung&rdquo;, &ldquo;soziale Gerechtigkeit&ldquo;, &ldquo;Anstand&rdquo;, &ldquo;Weltoffenheit\/Toleranz&rdquo; und &ldquo;Eigenverantwortung&rdquo; genannt. Aber auch bei &bdquo;Eigenverantwortung&ldquo; gab es einen R&uuml;ckgang der Wertsch&auml;tzung als &bdquo;sehr wichtig&ldquo; von 68 auf 60 Prozent gegen&uuml;ber 2006.<br>\nAllerdings: nur 7 Prozent in den alten, und nur 4 Prozent in den neuen Bundesl&auml;ndern sind mit der Demokratie sehr zufrieden. Im Osten ist sogar nur eine knappe Mehrheit von 53 Prozent &uuml;berhaupt zufrieden. 35 Prozent aller Befragten &auml;u&szlig;erten sich unzufrieden mit der Demokratie.<br>\nQuelle: Stiftung f&uuml;r die Freiheit<\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die &bdquo;Stiftung f&uuml;r die Freiheit&ldquo; hat einen merkw&uuml;rdigen Freiheitsbegriff, n&auml;mlich &bdquo;sich frei und unbeschwert&ldquo; f&uuml;hlen und ohne Schwierigkeiten zu leben. Wer wollte das nicht. Sicherlich wird die FDP damit hausieren gehen, dass f&uuml;r mehr als zwei Drittel &bdquo;Freiheit&ldquo; der h&ouml;chste Wert ist. Nur meinen die Liberalen mit &bdquo;Freiheit&ldquo; etwas ganz anderes, als sie gefragt haben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Nato: Gei&szlig;ler stellt sich gegen Attac<\/strong><br>\nHeiner Gei&szlig;ler &auml;tzt gegen die eigenen Leute von Attac. Der fr&uuml;here CDU-Generalsekret&auml;r distanziert sich vom Nato-kritischen Demonstrationsaufruf der Globalisierungskritiker.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/nato-geissler-stellt-sich-gegen-attac_aid_385391.html\">Focus <\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Dass jetzt wieder mal die &bdquo;afghanischen M&auml;dchen und Frauen&ldquo; als Argument herhalten m&uuml;ssen, ist schon beachtlich. Man muss die Attacis schon f&uuml;r sehr bl&ouml;d halten, um ihnen dieses Argument zuzumuten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Frankreich: Noch marschieren sie getrennt<\/strong><br>\nWenn Pr&auml;sident Sarkozy dieser Tage auf Frankreich blickt, dann entdeckt er ein Mosaik aus sozialen Brennpunkten. Noch handelt es sich um vereinzelte Konflikte, mit unterschiedlichen Ursachen, hier der Entlassungsplan, dort das Reformprojekt, in der Banlieue die allgemeine Hoffnungslosigkeit. Die Arbeitslosenrate der jungen Franzosen unter 25 Jahren ist auf 20,4 Prozent im nationalen Durchschnitt angestiegen. Am schlimmsten trifft es die jungen Leute in den 700 &bdquo;sensiblen urbanen Zonen&ldquo;, in den Vororten der gro&szlig;en St&auml;dte. Dort ist die Arbeitslosenrate derer 25 Jahren zwischen Januar 2008 und 2009 um 57,8 Prozent angestiegen. Auch die Hochschulabg&auml;nger aus der Banlieue finden kaum noch eine Anstellung, ihre Arbeitslosenrate hat sich im vergangenen Jahr verdoppelt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0\/Doc~E2026AA9DA0C8467A8CAF39C9E491C7B1~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung D.R.:<\/strong> Dieser Artikel &hellip;beleuchtet auf anschauliche\/&rdquo;gegenst&auml;ndliche&rdquo;(Goethe) Weise die langsam sich gestaltende Vernetzung sozialer Brennpunkte in &ldquo;la douce France&rdquo;! F&uuml;r die Leser der NDS w&auml;re es sicherlich nicht uninteressant zu beobachten, wie sich in Frankreich immer noch soziales\/&ouml;konomisches Engagement mit der Kunst, in diesem Falle der Literatur, paart, eine Symbiose, die in der BRD v&ouml;llig undenkbar w&auml;re. Mir ist kein Schriftsteller &ldquo;in diesem unserem Lande&rdquo; bekannt, der auch nur mit einer Zeile die Krisenplanung des Kapitalismus gei&szlig;elte! Vereinzelt begegnen mahnende Worte noch bei Grass, Enzensberger, Walser. Aber sie geh&ouml;ren der Generation der Urgro&szlig;v&auml;ter an, deren Enkel sich in der expressiven &ldquo;Wellness-Lounge&rdquo; behaglich eingerichtet haben. Vor diesem prek&auml;r-kuscheligen Watteheim(beinahe wie in Ibsens &ldquo;Nora &ndash;&nbsp;Ein Puppenheim&rdquo;) prangt ein Schild f&uuml;r Hartz IV-Empf&auml;nger, Rentner, Arbeitslose etc. &ldquo;Off limits&rdquo;! Nicht so in Frankreich, das Land des legend&auml;ren Abb&eacute; Pierre, des Armen-\/Arbeiterpriesters schlechthin.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Siamo tutti soldati<\/strong><br>\nEs ist noch nicht lange her, da f&uuml;llten sich die Stra&szlig;en italienischer Gro&szlig;st&auml;dte mit Soldaten in Kampfmontur. &raquo;F&uuml;r mehr Sicherheit&laquo; sollten sie sorgen. Dass die Stra&szlig;en sicherer geworden sind, darf bezweifelt werden. Ziel der Aktion war ohnehin etwas anderes: die Inszenierung des Sicherheits-Diskurses. Wie diese funktioniert, konnte man beispielhaft an einer entsetzlichen Serie von Vergewaltigungen Anfang des Jahres sehen. Bei einem Silvester-Rave in Rom wurde eine Frau von mehreren M&auml;nnern vergewaltigt, einer von ihnen wurde identifiziert und gestand die Tat. Der Italiener verbrachte eine einzige Nacht im Gef&auml;ngnis, dann wurde ihm Hausarrest gew&auml;hrt. Drei Wochen sp&auml;ter wurden in der r&ouml;mischen Vorstadt zwei Frauen missbraucht und Mitte Februar wurden innerhalb von 24 Stunden in Rom, Bologna und Mailand drei Vergewaltigungen gemeldet. In all diesen F&auml;llen wurden ausl&auml;ndische M&auml;nner angezeigt &ndash; die meisten von ihnen aus Rum&auml;nien. Obwohl die Beweislage schlechter war als im Fall des Italieners behielt man sie in Untersuchungshaft. Nicht die sexuelle Gewalt gegen Frauen, sondern die Herkunft bzw. die &raquo;Ethnie&laquo; der T&auml;ter r&uuml;ckte in den Vordergrund der politischen Debatte.\n<p>Nach diesen Vorf&auml;llen wurde die Militarisierung der St&auml;dte nicht etwa kritisiert oder f&uuml;r ineffektiv erkl&auml;rt. Die &raquo;ethnischen Vergewaltigungen&laquo;, als die sie teilweise bezeichnet wurden, dienten vielmehr als Argument daf&uuml;r, dass das Sicherheitskonzept ausgebaut werden m&uuml;sse. Und so wurde beschlossen, die Mission der italienischen Soldaten, die urspr&uuml;nglich im Februar enden sollte, um ein halbes Jahr zu verl&auml;ngern, obwohl sogar die gr&ouml;&szlig;te Polizeigewerkschaft Italiens diese Entscheidung als &raquo;unw&uuml;rdig f&uuml;r ein demokratisches Land&laquo; kritisierte. Kritisch &auml;u&szlig;erten sich Carabinieri und Polizei auch zu den so genannten ronde, B&uuml;rgerwehren, deren Legalisierung im j&uuml;ngsten Eildekret der Regierung beschlossen wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2009\/13\/33563.html\">Jungle World <\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Hans-Ulrich J&ouml;rges: Wer Krieg sucht&hellip;<\/strong><br>\nDer Angriff Roland Kochs auf Nikolaus Brender, den Chefredakteur es ZDF, ist ein Angriff der Politik auf die Freiheit der Presse. Das gibt es nicht nur beim Fernsehen &ndash; und nicht nur von rechts. Doch die Medien k&ouml;nnen die Machtfrage machtvoll beantworten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/zwischenruf\/:Zwischenruf-Wer-Krieg-...\/659130.html\">stern<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> So sehr man J&ouml;rges bei der Abwehr des parteipolitischen Einflusses auf den Rundfunk zustimmen m&ouml;chte, so erstaunt doch, dass er &uuml;ber den &bdquo;Krieg&ldquo;, den die Verleger in ihren Medien f&uuml;hren, kein Wort verliert. J&ouml;rges tut gerade so, als w&auml;ren die privaten Medien in Deutschland nicht von denjenigen bestimmt, denen die Verlage geh&ouml;ren. Da gibt es zwar keinen &ouml;ffentlichen Streit &uuml;ber die Besetzung einer Chefredakteursstelle, da entscheidet einfach der Verleger, wer ihm in seine Richtung passt. Ohne Zustimmung von Bertelsmann w&auml;re J&ouml;rges von Gruner + Jahr niemals zum Mitglied der Chefredaktion beim stern gemacht worden. Wahrscheinlich glaubt er immer noch, dass h&auml;tte er allein seiner Professionalit&auml;t zu verdanken.<\/em><\/p>\n<p>Ein bisschen mehr Selbstreflexion sollte man sich von solchen gef&uuml;hlten Top-Journalisten schon erwarten d&uuml;rfen.<\/p><\/li>\n<li><strong>Bund und L&auml;nder vertagen Kapazit&auml;tsaufstockung der Hochschulen <\/strong><br>\nDie GWK konnte keine L&ouml;sung &uuml;ber eine ausgleichende Finanzierung im Hochschulsystem zwischen den Bundesl&auml;ndern finden und einigte sich lediglich auf die Gr&uuml;ndung einer Arbeitsgruppe.\n<p>Aus Sicht des studentischen Dachverbandes gef&auml;hrdet die Politik so den dringend n&ouml;tigen Kapazit&auml;tsaufbau an den Hochschulen in der BRD.<\/p>\n<p>Hierzu erkl&auml;rt Florian Keller, Mitglied des fzs-Vorstands: &ldquo;Wir erleben mittlerweile im Wochentakt, wie sich Bund und L&auml;nder in Bildungsfragen nicht einigen k&ouml;nnen und am Ende mit einer schlichten Vertagung der kritischen Punkte verbleiben. Im Bereich des Hochschulpakts hat sich nunmehr seit mehr als f&uuml;nf Monaten nichts Messbares getan. Dieser Kindergarten gef&auml;hrdet die dringend n&ouml;tigen Studienpl&auml;tze f&uuml;r die doppelten Abiturjahrg&auml;nge!&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fzs.de\/show\/214807.html\">fzs<\/a><\/p>\n<p><em>Dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Keine Peanuts f&uuml;r AbiturientInnen<\/strong><br>\nKaum eine Bildungsreform der vergangenen Jahre ist so unpopul&auml;r wie das auf acht Jahre zusammengestauchte Turbo-Abitur. Dabei d&uuml;rften die schlimmsten Folgen noch bevorstehen: mit den doppelten Abiturjahrg&auml;ngen, die von 2011 an in den bev&ouml;lkerungsreichsten Bundesl&auml;ndern an die Unis dr&auml;ngen. Und was macht die Politik? Sie verkennt die Brisanz des Problems. Mindestens 275.000 Studienpl&auml;tze w&auml;ren n&ouml;tig &ndash; doch die zust&auml;ndigen Wissenschaftsminister konnten sich nicht einigen. Entscheidung aufgeschoben.<\/p>\n<p>Dabei k&auml;mpfen schon heute die Studierenden um Pl&auml;tze an den Universit&auml;ten. Und weil sich die Hochschulen inzwischen die Bewerber selbst aussuchen wollen, kostet das Zulassungsverfahren einiges an Zeit und Nerven. Der Start eines bundesweiten Bewerbungssystems ist gerade erst auf Herbst 2011 verschoben worden &ndash; ob es dann auch funktioniert, wei&szlig; keiner.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/debatte\/kommentar\/artikel\/1\/keine-peanuts-fuer-abiturientinnen\/\">taz<\/a><\/p>\n<p><em>Dazu noch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Hochschulen: Gefahr im Verzug<\/strong><br>\nMan stelle sich vor, der Bund bietet Milliarden f&uuml;r die Bildung und die zerstrittenen L&auml;nder nehmen es nicht. Grotesk? Genau das ist die Lage beim Hochschulpakt II. Die Kanzlerin und die Ministerpr&auml;sidenten haben schon im Herbst 2008 gr&uuml;nes Licht f&uuml;r den Ausbau der Hochschulen um 275 000 Studienpl&auml;tze gegeben. Die zerstrittenen Fachminister aber haben seither kein Konzept zustande gebracht. Damit ist Gefahr im Verzug f&uuml;r den Bildungsstandort. Wenn es bis Ende April keine Einigung gibt, die den Weg f&uuml;r einen Paketabschluss vor der Wahl frei macht, ger&auml;t der angelaufene Ausbau der Hochschulen ins Stocken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/handelsblatt-kommentar\/hochschulen-gefahr-im-verzug;2220139\">Handelsblatt<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Bildungsstreik im Juni<\/strong><br>\nStudierende und Sch&uuml;lerInnen protestieren im kommenden Sommer erstmalig gemeinsam f&uuml;r ein besseres Bildungssystem.\n<p>Vom 15.-19. Juni werden in ganz Deutschland Menschen im Rahmen des Bildungsstreiks 2009 mit scharfen Protesten auf die Missst&auml;nde und katastrophalen Ver&auml;nderungen im Bildungssystem aufmerksam machen. Die Aktionen werden sich gegen die aktuelle Bildungspolitik und ihre strukturellen sowie inhaltlichen Probleme richten. Einen der H&ouml;hepunkte der Streikwoche werden dabei bundesweite, dezentrale Demonstrationen am 17. Juni darstellen.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/090331_forderungen_bildungsstreik.pdf\">Projektgruppe Bildungsstreik [PDF &ndash; 124 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Torsten Bultmann: Private und staatliche Hochschulen<\/strong><br>\nPrivate Hochschulen konnten in Deutschland bisher nie die Stellung einnehmen wie etwa in den angels&auml;chsischen L&auml;ndern. Gerade mal 2,7 Prozent aller Studierenden hierzulande sind an privaten Universit&auml;ten eingeschrieben.\n<p>Das jetzige &ldquo;Rettungspaket&rdquo; f&uuml;r Witten ist lediglich eine &Uuml;berbr&uuml;ckung und schafft noch keine institutionelle Dauerfinanzierung. Auch unter privaten Investoren ist das Interesse an der privaten Universit&auml;t arg gesunken (&hellip;)<\/p>\n<p>Dies hat mit der Entwicklung des gesamten Hochschulsystems zu tun, die sich in gewisser Weise an der Krisengeschichte Wittens ablesen l&auml;sst (&hellip;)<br>\nDie juristisch radikalste Realisierung dieses Konzeptes ist das &ldquo;Hochschulfreiheitsgesetz&rdquo; (2007) Nordrhein-Westfalens, f&uuml;r das das CHE die Blaupause geschrieben hatte. Dessen langj&auml;hriger Leiter Detlef M&uuml;ller-B&ouml;ling &auml;u&szlig;erte sich daher in einem Interview Anfang Januar auch &auml;u&szlig;erst freim&uuml;tig zur Wittener Krise: &ldquo;Die Unternehmen brauchen heute nicht mehr eigene Hochschulen zu gr&uuml;nden, um sinnvoll zu investieren, sie k&ouml;nnen das an den staatlichen Hochschulen tun. Die sind nach der Entfesselung qualitativ genauso gut, wenn nicht besser.&rdquo;<br>\nWarum sollte ein Unternehmer das Risiko und die Kosten einer privaten Gr&uuml;ndung auf sich nehmen, wenn ein zu 95 Prozent staatlich finanziertes System von der Politik auf dem Silbertablett serviert wird? Das ist sowohl effizienter als auch kosteng&uuml;nstiger, schlie&szlig;lich l&auml;sst sich die &ouml;ffentlich finanzierte Infrastruktur gleich mit nutzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bdwi.de\/bdwi\/nachrichten\/2187430.html\">BdWi<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Zu guter letzt:<\/strong><br>\n(&hellip;)nachdem die NYT von der Gruppe THE YES MEN kopiert wurde und die ZEIT von ATTAC ist nun auch die FT im Vorfeld des G20-Gipfels dran:<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/alles-schallundrauch.blogspot.com\/2009\/03\/die-financial-times-crimes-parodie.html\">&ldquo;Alles Schall und Rauch&rdquo;-Blog<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/ft2020.com\/\">Financial Times 2020<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(WL\/AM)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p>\n<ul>\n<li>Protest ohne Adressat<\/li>\n<li>Harald Schumann: Ein Parlament entmachtet sich selbst<\/li>\n<li>HRE: Der Finanzminister ist ahnungslos oder hat glatt gelogen<\/li>\n<li>Strafrechtliche Aspekte der Asset Backed Securities<\/li>\n<li>Lucas Zeise: Warum sich nichts &auml;ndert<\/li>\n<li>Globalisierung: Die Luft aus der Theorieblase lassen<\/li>\n<li>Hartmut Mehdorn &ndash; der Buhmann<\/li>\n<li>Regierung: Handlungsf&auml;higkeit der Bundesagentur nicht bedroht<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3859\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3859","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3859","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3859"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3859\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3859"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3859"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3859"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}