{"id":38593,"date":"2017-06-04T09:00:38","date_gmt":"2017-06-04T07:00:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38593"},"modified":"2017-06-02T12:45:08","modified_gmt":"2017-06-02T10:45:08","slug":"hinweise-der-woche-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38593","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38593#h01\">Privatisierung der Autobahnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38593#h02\">Gerechtigkeit, sp&auml;ter, vielleicht!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38593#h03\">Gro&szlig;britannien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38593#h04\">Ein Polizeieinsatz, der fassungslos macht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38593#h05\">Auf der Jagd nach Julian Assange: Die unerz&auml;hlte Geschichte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38593#h06\">Die Rebellion von oben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38593#h07\">Der heraufbeschworene Skandal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38593#h08\">Europe&rsquo;s Faustian Bargain with Big Finance<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38593#h09\">Grundgesetz&auml;nderungen k&ouml;nnten Schulen systematisch f&uuml;r private Investoren &ouml;ffnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38593#h10\">Neuer Rekord: 1907 Minderj&auml;hrige sind bei der Bundeswehr<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Privatisierung der Autobahnen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<strong>Bundestag beschlie&szlig;t Autobahnprivatisierung. Angeblich hatte niemand die Absicht zu privatisieren<\/strong><br>\n&bdquo;Wenn wirklich niemand die Absicht hat, die Autobahnen zu privatisieren, warum wurde heute die Privatisierung beschlossen? Die Antwort lautet: Das ist die erste Privatisierung, die angeblich gar keine sein soll. Wir haben das bei keiner vorherigen Privatisierung erlebt &ndash; weder Bahn, noch Post, noch Telekom oder anderen. Noch nie haben die Abgeordneten der Regierungskoalition so darauf beharrt, zu leugnen, dass sie eine Privatisierung beschlie&szlig;en. Ob wider besseren Wissens, oder weil sie blindlings ihrer Fraktionsspitze vertraut haben &ndash; beides ist gef&auml;hrlich und verantwortungslos. Den B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger wird die heutige Abstimmung teuer zu stehen kommen. Da ist es gut zu wissen, wer im Einzelnen diese Privatisierung erm&ouml;glicht hat.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.gemeingut.org\/bundestag-beschliesst-autobahnprivatisierung-angeblich-hatte-niemand-die-absicht-zu-privatisieren\/\">Gemeingut in B&uuml;rgerInnenhand<\/a>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170602-hwt-abstimmung.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170602-hwt-abstimmung-small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/parlament\/plenum\/abstimmung\/abstimmung?id=472\">Hier<\/a> geht es zum Ergebnis der namentlichen Abstimmung &uuml;ber das gesamte Paket zur &Auml;nderung des Grundgesetzes, bei dem eine Zweidrittelmehrheit erforderlich war. &Uuml;ber die Seite l&auml;sst sich auch leicht herausfiltern, wie die jeweiligen Wahlkreisabgeordneten abgestimmt haben.<\/em><\/p>\n<li><strong>Eine der schnellsten Grundgesetz&auml;nderungen aller Zeiten<\/strong><br>\nDie Bundesregierung k&ouml;nnte am Ende ihrer Amtszeit einen Rekord aufstellen: Die vielleicht schnellste Grundgesetz&auml;nderung aller Zeiten verdient allerdings keinen Lorbeerkranz. Doch wenn alles nach dem Drehbuch der gro&szlig;en Koalition abl&auml;uft, bleiben zwischen Gesetzentwurf, dem Beschluss im Bundestag sowie dem Beschluss im Bundesrat gerade 48 Stunden. Wenig, um den weitreichendsten Eingriff in die Verfassung seit der F&ouml;deralismusreform II im Jahr 2006 zu entscheiden. Die eingespielte Praxis sind drei Wochen zwischen der Abstimmung im Bundestag und jener im Bundesrat bei Grundgesetz&auml;nderungen. Doch in einem Brief vom 30. Mai an die Direktorin des Bundesrates begr&uuml;nden Union und SPD eine &bdquo;besondere Eilbed&uuml;rftigkeit&ldquo;. Sie beantragten, au&szlig;erplanm&auml;&szlig;ig die Tagesordnung des Bundesrates zu &auml;ndern. Dies bei einem komplexen Gesetzespaket, in dem auch die umstrittene Infrastrukturgesellschaft als politisches Koppelgesch&auml;ft eingebaut wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berliner-zeitung.de\/27015136\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Kritiker &uuml;ber Autobahn-Gesellschaft: &bdquo;Ganz offen durch die Vordert&uuml;r&ldquo;<\/strong><br>\nAuch nach den von der SPD durchgesetzten &Auml;nderungen sieht Carl Wa&szlig;muth die geplante Infrastrukturgesellschaft als gro&szlig;e Gefahr. Denn &bdquo;die Privatisierung droht weiter&ldquo;.<br>\ntaz: Herr Wa&szlig;muth, die SPD sagt, es sei ihr gelungen, jegliche Form der Autobahn-Privatisierung zu verhindern. Da m&uuml;ssten Sie sich doch freuen.<br>\nCarl Wa&szlig;muth: Wenn es stimmen w&uuml;rde, w&auml;re es toll. Aber leider ist das Gegenteil wahr. Die SPD behauptet, sie habe alle Hintert&uuml;ren geschlossen &ndash; aber die Privatisierung kommt ganz offen durch die Vordert&uuml;r.<br>\nWie das?<br>\nDie Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r die Autobahnen wird an eine Gesellschaft privaten Rechts &uuml;bertragen. Das ist eine formelle Privatisierung.<br>\nAber die Gesellschaft und alle T&ouml;chter bleiben zu 100 Prozent in staatlicher Hand.<br>\nDas ist nicht entscheidend. Sie k&ouml;nnen trotzdem Teile des Stra&szlig;ennetzes privatisieren, n&auml;mlich &uuml;ber &ouml;ffentlich-private Partnerschaften, sogenannte &Ouml;PPs, bei denen Privatunternehmen den Stra&szlig;enbau finanzieren und organisieren und daf&uuml;r &uuml;ber Jahrzehnte eine garantierte Rendite aus Maut oder Steuern erhalten. [&hellip;]<br>\nImmerhin haben die Kritiker auch erreicht, dass es k&uuml;nftig &Ouml;PP nur auf Einzelstrecken geben soll. Gro&szlig;e Netze werden im Grundgesetz verboten.<br>\nDas ist ein Ablenkungsman&ouml;ver. Solche Netz-&Ouml;PPs gibt es bisher nirgends. Es wird also etwas ausgeschlossen, was gar kein Problem ist, damit die normalen &Ouml;PPs pl&ouml;tzlich klein und harmlos wirken. Dabei sind die das eigentliche Problem f&uuml;r den Steuerzahler &ndash; und das eigentliche Ziel der privaten Investoren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kritiker-ueber-Autobahn-Gesellschaft\/!5410213\/\">taz<\/a>\n<p><strong>dazu: Netz-&Ouml;PPs als geniales Ablenkungsman&ouml;ver: Wie die SPD-Spitze die eigenen Abgeordneten t&auml;uscht<\/strong><br>\nWorum geht es in den &uuml;ber Nacht aus der Tasche gezauberten &Auml;nderungen? Es handelt sich weiterhin um eine Privatisierung: Zum einen formell, und zum zweiten, weil &Ouml;PP nicht nur nicht ausgeschlossen wird, sondern erheblich erleichtert. Die Berliner Zeitung zitierte am Samstag zwei Verfassungsjuristen, die genau das best&auml;tigen. &ldquo;Netz-&Ouml;PPs&rdquo; und ihre angebliche Verhinderung im Grundgesetz waren und sind eine riesige Nebelkerze f&uuml;r die Medien und auch f&uuml;r fachfremde Abgeordnete. Die Parteispitze t&auml;uscht ihre eigenen Genossen. Dabei bel&auml;sst sie es nicht bei dem einfachen &Uuml;berraschungscoup vom Mittwochabend der letzten Woche. Morgen, in der entscheidenden Fraktionssitzung der SPD wird es vermutlich eine Art besonderes Schauspiel geben. Dazu werden nach bisherigem Kenntnisstand in die ansonsten streng nicht-&ouml;ffentliche Sitzung externe G&auml;ste eingeladen. Ziel der Fraktionsf&uuml;hrung ist es vermutlich, den Abgeordneten die M&ouml;glichkeit zu geben, sich hinter den Aussagen dieser G&auml;ste\/Experten zu verstecken. Eine erfahrene Sitzungsleitung kann diese Aussagen von G&auml;sten durch Fragestellung und Moderation zudem in ihrem Sinne &ldquo;einhegen&rdquo;. Die Berliner Zeitung nennt das &bdquo;die Choreographie&ldquo;.<br>\nDas Vorgehen ist bekannt aus fr&uuml;heren entscheidenden Fraktionssitzungen. In der Sitzung zur Privatisierung Berliner Wasserbetriebe waren sogar Vertreter der Finanzwirtschaft eingeladen. Problematisch dabei ist insbesondere, dass die getroffenen Aussagen in nicht-&ouml;ffentlicher Sitzung nur m&uuml;ndlich erfolgen und nicht protokolliert werden. Niemand erf&auml;hrt hinterher, worauf sich die Abgeordneten bei ihrer Entscheidung st&uuml;tzten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/842-wassmuth-spd\">Carl Wa&szlig;muth bei Norbert H&auml;ring<\/a><\/p>\n<p><strong>passend dazu: Autobahnprivatisierung &ndash; Das falsche Spiel des Thomas Oppermann<\/strong><br>\n&bdquo;Wir wollen weder die Autobahnen noch die Infrastrukturgesellschaft in irgendeiner Weise privat gestalten. Das wollen wir ausschlie&szlig;en.&ldquo; Klang eindeutig, was SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann vor einem Monat gegen&uuml;ber MONITOR erkl&auml;rte. Die Autobahnprivatisierung sei vom Tisch &ndash; nach tagelangen Verhandlungen mit widerspenstigen SPD-Haush&auml;ltern, die darum gerungen hatten, noch das ein oder andere Privatisierungsverbot ins Grundgesetz zu schreiben. Alle Hintert&uuml;ren geschlossen, ein Sieg der SPD &uuml;ber die Privatisierungsbef&uuml;rworter in der Union. Oppermann sei Dank.<br>\nNichts da: Heute stimmte die SPD-Bundestagsfraktion im Eilverfahren fast geschlossen mit der Union f&uuml;r eines der gr&ouml;&szlig;ten Privatisierungsvorhaben in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Autobahnprivatisierung kommt, und das &bdquo;ganz offen durch die Vordert&uuml;r&ldquo;, wie einer der Gegner gestern sagte. Selbst in der SPD-Fraktion gab es heute Widerstand: Marco B&uuml;low h&auml;lt die Grundgesetz&auml;nderung f&uuml;r einen &bdquo;gro&szlig;en Fehler&ldquo;. &bdquo;Lobbyinteressen&ldquo; der Versicherungskonzerne h&auml;tten &bdquo;den Vorzug erhalten vor dem Allgemeinwohl&ldquo;, wieder einmal werde der &bdquo;Bundestag entmachtet&ldquo;.<br>\nRecht hat er. Die von Oppermann gefeierten Privatisierungsverbote sind nichts als Sand in die Augen der geplagten SPD-Klientel. Eine 100-Kilometer-Begrenzung f&uuml;r &ouml;ffentlich-private Partnerschaften ist ein Witz, genauso wie das Verbot der Privatisierung gr&ouml;&szlig;erer Netze, an die ohnehin niemand wirklich gedacht hatte. Aber was soll&rsquo;s &ndash; es ist Wahlkampf. Da will die SPD eben nicht als Abzocker von Berufspendlern dastehen. Und wer interessiert sich im Groben und Ganzen schon f&uuml;r Details? Dann doch lieber die W&auml;hler f&uuml;r dumm verkaufen.<br>\nDabei steht seit heute so gut wie fest: Die garantierten Renditen der Versicherungskonzerne werden am Ende von Steuerzahlern und Autofahrern bezahlt werden &ndash; auch damit die private Altersvorsorge nicht in die Knie geht. Anders ausgedr&uuml;ckt: Der Neoliberalismus frisst seine falschen Versprechungen, sei es heute in der Renten- und morgen in der Verkehrspolitik. Daf&uuml;r steht &ndash; seit heute mehr denn je &ndash; auch die SPD. Ob sie damit Wahlen gewinnen wird, darf bezweifelt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/monitor.wdr\/posts\/1415322705173332\">Georg Restle via Facebook<\/a><\/p>\n<p><strong>und: Erpresser auf der &Uuml;berholspur<\/strong><br>\nDass die neuen Gesetze Privatisierung verhindern, glaubt wohl nur die SPD. Aber wie will die Regierung die L&auml;nder auf ihre Seite bringen? [&hellip;]<br>\nRichtig ist: Der kleinere Regierungspartner hat die radikalsten Pl&auml;ne der Union zum Ausverkauf staatlichen Eigentums vereitelt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr.de\/wirtschaft\/autobahn-erpresser-auf-der-ueberholspur-a-1288785\">Stephan Hebel auf FR Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Ob diese Erz&auml;hlung der Geschichte wirklich stimmt? Die radikalsten Pl&auml;ne gehen schlie&szlig;lich auf die radikale Idee eines ehemaligen Bundeswirtschaftsministers mit SPD-Parteibuch zur&uuml;ck. Darauf wies &uuml;brigens Bundesfinanzminister Sch&auml;uble in seinem <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/dokumente\/protokolle\/vorlaeufig\/18237\/509380\">Redebeitrag<\/a> gestern ganz gen&uuml;sslich hin.<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\nIch muss eines sagen: Herr Oppermann, Sie haben das Copyright liebensw&uuml;rdigerweise Herrn Dobrindt und mir zugeschoben. Aber Sie sollten bitte nicht ganz unterschlagen, dass am Anfang der Debatte eine Initiative des damaligen Bundeswirtschaftsministers und Vizekanzlers Sigmar Gabriel stand, der &ndash; beraten durch die Fratzscher-Kommission &ndash; vorgeschlagen hat, wir sollten die Finanzierung &ouml;ffentlicher Infrastruktur durch private Investoren erm&ouml;glichen; das sei f&uuml;r das Wachstum der Bundesrepublik Deutschland unerl&auml;sslich.<\/p>\n<p>(Beifall bei der CDU\/CSU)<\/p>\n<p>Also: Schieben Sie doch nicht alles auf uns. Bleiben Sie ein bisschen bei der historischen Wahrheit. Wir halten es dann in der restlichen Zeit in dieser Gro&szlig;en Koalition leichter miteinander aus.\n<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Das ist schon bemerkenswert. Sch&auml;uble best&auml;tigt indirekt den Vorwurf der Privatisierungs-Gegner und f&auml;llt damit der SPD und ihrer wackeligen, aber daf&uuml;r umso lauteren Verteidigungsstrategie in den R&uuml;cken. Er muss aber &uuml;berhaupt nicht f&uuml;rchten, dass die SPD-Fraktion deswegen von der Fahne geht. Es gibt ja nicht einmal Widerspruch, wie zuvor bei der Rede von Sahra Wagenknecht. Man kommt ja gut miteinander aus in der Gro&szlig;en Koalition.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Gerechtigkeit, sp&auml;ter, vielleicht!<\/strong><br>\nMartin Schulz empfiehlt sich mit dem Slogan &ldquo;Mehr Gerechtigkeit f&uuml;r alle&rdquo; als Kanzler. Aber ausgerechnet bei zwei Gerechtigkeitsthemen stellt sich die SPD ignorant bis planlos an. [&hellip;]<br>\nWie unglaublich gut es der SPD jetzt st&uuml;nde, sich ausgerechnet &uuml;ber diese zwei eindeutigen Gerechtigkeitsfragen &ndash; Ehe f&uuml;r alle und bessere Arbeitsbedingungen f&uuml;r zum Beispiel M&uuml;tter &ndash; mit der Union zu zerstreiten. Warum machen die das nicht? Passend zur Heiratssaison. Ein kurzer Knall, und bald ist eh Sommerpause. Den Slogan &ldquo;Zeit f&uuml;r mehr Gerechtigkeit&rdquo;, mit dem Martin Schulz f&uuml;r sich wirbt, kann man ansonsten &uuml;ber den Sommer auch noch umschreiben in &ldquo;Gerechtigkeit, sp&auml;ter, vielleicht!&rdquo; [&hellip;]<br>\nNett auch, wie Bundespr&auml;sident Steinmeier in seiner Antrittsrede noch von Erdogan forderte: &ldquo;Geben Sie Deniz Y&uuml;cel frei!&rdquo; Und jetzt, wo noch eine weitere deutsche Journalistin offenbar unschuldig inhaftiert ist: Hashtags von der SPD!<br>\nEs macht mich so unglaublich w&uuml;tend, und ehrlich gesagt bin ich gar nicht so leicht w&uuml;tend zu machen, aber von einer Regierungspartei erwarte ich, dass sie sich mit Regierungsmitteln hinter eine solche Sache klemmen und nicht mit luschigen Twitterbildchen wie eine Beautybloggerin. Das ist Arbeitsverweigerung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/spd-wahlkampf-gerechtigkeit-spaeter-vielleicht-kolumne-a-1149816.html#\">Margarete Stokowski auf SPIEGEL Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Gro&szlig;britannien<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>&ldquo;Allein und nackt&rdquo;<\/strong><br>\nWie seine Vorg&auml;nger k&auml;mpft auch Labour-Chef Corbyn mit feindseligen Medien und der Entfremdung der Stammw&auml;hler.<br>\nZwei Jeremys sa&szlig;en einander gegen&uuml;ber, der eine darauf angesetzt, den anderen, wie es auf gut Britisch hei&szlig;t, &ldquo;zu grillen.&rdquo; Jeremy Paxman ist eine altgediente Bulldogge der britischen Interviewkunst, sein liebster Trick ist die Dauerwiederholung einer Frage, sein zweitliebster die Erniedrigung des Gegners durch simultanes Hochziehen der Augenbrauen, R&uuml;mpfen der Nase und Herabziehen der Mundwinkel: &ldquo;Es gibt nichts in ihrem Manifest, das darauf hinweist, dass Sie die Monarchie loswerden wollen&rdquo;, motzte Paxman und wedelte mit dem Wahlprogramm der Labour Party in Richtung des anderen Jeremy, &ldquo;Was ja auch so eine Sache ist, an die Sie glauben, oder?&rdquo; [&hellip;]<br>\nDer Schlagabtausch in der Fernsehdebatte am Montagabend war symptomatisch daf&uuml;r, womit Corbyn seit seiner K&uuml;r zum Labour-Vorsitzenden vor zwei Jahren zu k&auml;mpfen hat, aber er lag keineswegs au&szlig;erhalb des Rahmens des &Uuml;blichen. Im Umgang mit dem von neoliberalen und nationalistischen Standpunkten dominierten britischen Medien-Mainstream gilt jeder Labour-Chef grunds&auml;tzlich als verd&auml;chtig, wenn nicht gar gef&auml;hrlich. [&hellip;]<br>\nGenau diese Entfremdung zwischen der Labour Party und ihrer schwindenden proletarischen Basis war auch der Grund f&uuml;r jene Entwicklungen, die Labour seit dem EU-Referendum bis an den Rand der Selbstaufl&ouml;sung brachte. Sowohl die &ldquo;Moderaten&rdquo; aus der Parlamentsfraktion, als auch Corbyn und seine Freunde von der Parteilinken suchten Wege, ihre Kernw&auml;hlerschichten zu befrieden: Erstere forderten ein Ende der Bewegungsfreiheit bei Verbleib im Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum, Corbyn dagegen besann sich auf seine linken Instinkte der Siebzigerjahre und witterte im Brexit die Chance zur Abschottung Britanniens von der Tyrannei des globalen Kapitals. Mit der Ernennung des ehemaligen Oberstaatsanwalts Keir Starmer zum Brexit-Schattenminister hat sich diese fraktionelle Spaltung f&uuml;rs Erste beruhigt. Was dem von st&auml;ndigen internen Intrigen gebeutelten Corbyn aber am meisten zu Hilfe kommt, ist seine unverhoffte, aktuelle Aufholjagd in den Umfragewerten.<br>\nAls Nebenprodukt seiner Entscheidung, sich dem Brexit anzuschlie&szlig;en, verlagerte sich der Fokus des Wahlkampfs auf soziale Fragen, und in denen &ndash; das musste auch Jeremy Paxman feststellen &ndash; liegt Corbyns wahre St&auml;rke.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wienerzeitung.at\/nachrichten\/europa\/europaeische_union\/895097_Allein-und-nackt.html\">Wiener Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Lesenswert!<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&lsquo;Theresa May Has Totally F*cked It Up&rsquo; Tory Candidate Lets Rip At Dire Election Campaign<\/strong><br>\nTory candidates are &ldquo;fucked off&rdquo; with Theresa May for running a campaign that has &ldquo;shattered&rdquo; confidence in her ability to be Prime Minister.<br>\nThe stark warning comes from a Conservative candidate seeking re-election in a marginal seat, and they told HuffPost UK that other colleagues across the UK share their frustration. Another candidate seeking re-election was even more damning, saying that if Jeremy Corbyn wasn&rsquo;t Labour leader, the Tories would definitely lose the election &ndash; &ldquo;and we would deserve to.&rdquo; Even candidates who didn&rsquo;t share the same pessimism as their worried colleagues agreed the campaign had been marred by &ldquo;unforced errors&rdquo; &ndash; with the u-turn on a social care cap being the prime example.<br>\nThe ill-feeling sweeping across large numbers of Tory candidates means that even if May does deliver a sizeable victory on June 8, she will need to earn back the trust of her MPs &ndash; many of whom are angry she called an early election in the first place. Speaking to HuffPost UK today, one candidate originally elected in 2015 said:<br>\n&ldquo;It&rsquo;s a completely different experience to what it was four weeks ago. It&rsquo;s made my job a hell of a lot harder. It&rsquo;s a completely different experience. I&rsquo;m pretty fucked off.<br>\n&ldquo;People on the doorstep are telling me: &lsquo;She&rsquo;s going after pensioners, she doesn&rsquo;t know what she&rsquo;s doing, she doesn&rsquo;t answer questions on the TV.&rsquo; I&rsquo;ve switched from saying &lsquo;vote for her&rsquo; to &lsquo;vote for me&rsquo;. It&rsquo;s hard to understand how people in London who get paid a lot of money made such a clusterfuck.<br>\n&ldquo;People voted for her because of what they thought she was like rather than what she is like. It&rsquo;s totally shattered the confidence of the parliamentary party.<br>\n&ldquo;Colleagues up and down the country are just fucked off.<br>\n&ldquo;She said she wasn&rsquo;t going to call a general election, and they&rsquo;ve totally fucked it up.<br>\n&ldquo;If you were going to write what not to do in a campaign then running it on strong and stable leadership and changing your mind on everything would be it. It&rsquo;s like something out of Yes Minister.<br>\n&ldquo;People are now beginning to vote for Jeremy Corbyn. I find that hard to understand.&rdquo;<br>\nAnother Tory candidate &ndash; also first elected as an MP in 2015 &ndash; agreed with their colleague&rsquo;s assessment of the Conservative campaign.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.co.uk\/entry\/theresa-may-election-error-polls_uk_592ecc58e4b0540ffc834f06\">Huffington Post<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Der Vorsprung der Tories ist derweil (<a href=\"https:\/\/yougov.co.uk\/uk-general-election-2017\/\">Stand 1. Juni<\/a>) auf drei Punkte gesunken. Kein Wunder, dass dort offenbar die blanke Panik ausbricht, wie die von der HuPo gesammelten Zitate konservativer Abgeordneter eindrucksvoll belegen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Ein Polizeieinsatz, der fassungslos macht<\/strong><br>\nEs sind Szenen, die sich festbrennen, Bilder von Gewalt gegen junge Menschen vor den T&uuml;ren einer N&uuml;rnberger Berufsschule. Von Sch&uuml;lern, die sich gegen die Abschiebung eines Mitsch&uuml;lers mit einer Sitzblockade wehren, die in dem Moment an die Demokratie und ihre Mittel glauben, und pl&ouml;tzlich genau das Gegenteil durch Polizisten erfahren. Massenweise USK-Einheiten und Streifenbeamte gehen auf Jugendliche los, knebeln sie, dr&uuml;cken sie zu Boden, halten ihnen den Mund zu, schlagen mit der Hand auf K&ouml;pfe und Schultern ein, den Schlagstock auffallend oft gezogen, die Hand an Elektroschocker und Pfefferspray. Viele Jugendliche wehren sich mit aller Kraft, einige wohl zu heftig: Neun Polizisten werden in der Spirale von Gewalt und Gegenwehr verletzt. Das alles, um eine Stra&szlig;enblockade von solidarischen Sch&uuml;lern aufzul&ouml;sen! Ja, eine verbotene Blockade, durchaus eine Straftat. Dennoch: was f&uuml;r ein Aberwitz ist die Reaktion darauf! Vor den Augen von Kindergarten-Kindern auf der anderen Stra&szlig;enseite. M&uuml;ssen Kinder und Sch&uuml;ler so etwas erleben? M&uuml;ssen solche Szenen in einem Rechtsstaat sein? Das fragt sich, wer gesehen hat, wie Polizeikr&auml;fte im Auftrag des bayerischen Innenministeriums gewaltsam die Abschiebung eines 21-j&auml;hrigen Afghanen durchsetzen wollten. Weder war der junge Mann als gewaltbereit bekannt noch waren seine Mitsch&uuml;ler besonders renitent. Alles, was seine Freunde aus der Klasse taten, war, Zivilcourage zu zeigen. Sich aufzub&auml;umen gegen den Abschiebebefehl &bdquo;von da oben&ldquo;. Aufzuschreien gegen das, was sie f&uuml;r Unrecht halten &ndash; auch wenn es dem Buchstaben des Gesetzes entspricht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nordbayern.de\/politik\/leitartikel-ein-polizeieinsatz-der-fassungslos-macht-1.6195049\">N&uuml;rnberger Nachrichten<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.G.:<\/strong> Beruhigend, dass es solch mutige Journalistinnen immer noch gibt!<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Wer aus dem Klassenzimmer abschiebt, hat jedes Gef&uuml;hl f&uuml;r Menschlichkeit verloren<\/strong><br>\nIn N&uuml;rnberg wollten Berufssch&uuml;ler verhindern, dass ihr afghanischer Mitsch&uuml;ler abgeschoben wird. F&uuml;r sie ist es ein Schock zu sehen, dass ihr Land weder christlich noch sozial ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/nuernberger-protest-gegen-abschiebung-kommentar-wer-aus-dem-klassenzimmer-abschiebt-hat-jedes-gefuehl-fuer-menschlichkeit-verloren-1.3530440\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Auf der Jagd nach Julian Assange: Die unerz&auml;hlte Geschichte<\/strong><br>\nJournalistenlegende John Pilger erz&auml;hlt die Geschichte des WikiLeaks-Gr&uuml;nders<br>\nDie Jagd auf den Wikileaks-Gr&uuml;nder war von Anfang an ein brutaler und verwerflicher Angriff auf die Redefreiheit &ndash; meint John Pilger.<br>\nJulian Assange wurde rehabilitiert, das schwedische Verfahren gegen ihn war durch und durch korrupt. Die Staatsanw&auml;ltin Marianne Ny behinderte die Justiz und sollte ihrerseits strafrechtlich verfolgt werden. Ihre Besessenheit mit Assange besch&auml;mte nicht nur ihre Kollegen und die ganze Judikative, sondern legte auch die geheimen Absprachen des schwedischen Staates mit den Vereinigten Staaten in ihren Kriegsverbrechen und &bdquo;&Uuml;berstellungen&ldquo; offen.<br>\nH&auml;tte Assange keine Zuflucht in der ecuadorianischen Botschaft in London gesucht, w&auml;re er l&auml;ngst auf dem Weg in amerikanische Folterkammern, wie sie Chelsea Manning ertragen musste.<br>\nDiese Aussicht wurde &uuml;berschattet durch die makabre Schmierenkom&ouml;die, die in Schweden gespielt wurde. &bdquo;Es ist eine Lachnummer,&ldquo; sagtew James Catlin, einer von Assanges australischen Anw&auml;lten. &bdquo;Als w&uuml;rden sie sich das alles spontan ausdenken.&ldquo;<br>\nEs mag so aussehen, doch es gab stets einen Vorsatz. 2008 wurde in einem geheimen Pentagon-Papier, das vom &bdquo;Cyber Counterintelligence Assessments Branch&ldquo; erstellt wurde, ein detaillierter Plan vorgelegt, um WikiLeaks zu diskreditieren und eine pers&ouml;nliche Schmierenkampagne gegen Assange zu f&uuml;hren.<br>\nDie &bdquo;Mission&ldquo; war es, das &bdquo;Vertrauen&ldquo; zu zerst&ouml;ren, das stets der &bdquo;Kernpunkt&ldquo; von WikiLeaks Glaubw&uuml;rdigkeit war. Dies sollte mit Drohungen &uuml;ber &bdquo;Enth&uuml;llungen [und] Strafverfolgung&ldquo; erreicht werden. Das Ziel war es, diese unberechenbare Quelle der Wahrheit zum Schweigen zu bringen und zu kriminalisieren.<br>\nDies war sicher verst&auml;ndlich, hat WikiLeaks doch aufgedeckt, wie Amerika eine Bandbreite menschlicher Angelegenheiten beherrscht, einschlie&szlig;lich seiner epischen Verbrechen, vor allem in Afghanistan und im Irak: die im gro&szlig;en Stil betriebene T&ouml;tung von Zivilisten und die Verachtung von Souver&auml;nit&auml;t und V&ouml;lkerrecht.<br>\nDiese Offenlegungen sind durch den 1. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten gesch&uuml;tzt [Schutz u. a. von Meinungs- und Pressefreiheit durch die US-Verfassung, Anm. J.R.]. 2008 lobte Pr&auml;sidentschaftskandidat Barack Obama &ndash; Professor f&uuml;r Verfassungsrecht &ndash; Whistleblower als &bdquo;Teil einer gesunden Demokratie, [die] vor Repressalien gesch&uuml;tzt werden m&uuml;ssen.&ldquo;<br>\n2012 prahlte Team Obama auf seiner Website damit, dass Obama in seiner ersten Legislatur mehr Whistleblower verfolgt hatte als alle anderen US-Pr&auml;sidenten vor ihm zusammen. Bevor Chelsea Manning &uuml;berhaupt der Prozess gemacht wurde, hatte Obama sie &ouml;ffentlich f&uuml;r schuldig erkl&auml;rt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/justicenow.de\/auf-der-jagd-nach-julian-assange-die-unerzaehlte-geschichte\/\">JusticeNow!<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Die Rebellion von oben<\/strong><br>\nMit Emmanuel Macron in Frankreich und Sebastian Kurz in &Ouml;sterreich ist eine neue Generation von Politikern aufgetaucht. Die jungen M&auml;nner inszenieren sich als Reformer. Doch wollen und k&ouml;nnen sie wirklich die verkrusteten Parteienlandschaften aufbrechen?<br>\nDass Menschen sich eigentlich kaum f&uuml;r politische Parteien interessieren, ist seit mehreren Jahrzehnten Realit&auml;t. Die fortschreitende Erosion politischer Bindungen zeigt sich in der wellenf&ouml;rmig anschwellenden Parteiverdrossenheit, in &uuml;berraschenden W&auml;hlerwanderungen, aber auch in den Versuchen, Politik au&szlig;erhalb g&auml;ngiger Strukturen in neue Formen zu gie&szlig;en: Die Gr&uuml;ndung der Gr&uuml;nen als &bdquo;Anti-Parteien-Partei&ldquo; war ein solcher Versuch, ebenso wie neu entstehende Parteien am rechten Rand des Spektrums, die zahlreichen Spa&szlig;- und Protestparteien oder lokale Zusammenschl&uuml;sse, die Politik fernab der etablierten Parteikartelle und n&auml;her am Menschen gestalten wollen. (&hellip;)<br>\nBeide, Macron und Kurz, sind rebellische Kinder der &Auml;ra der Parteiverdrossenheit. Beide sind in ihr politisch sozialisiert worden, und beide haben eine entsprechend niedrige Hemmschwelle, parteidemokratische Traditionen als Ballast zu werten und &uuml;ber Bord zu werfen. Das bringt zweifelsfrei neuen Wind in die Kabinette auf dem Kontinent. Fraglich ist indes, ob dieser Wind auch ein frischer ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/cicero.de\/weltbuehne\/macron-kurz-und-co-die-rebellion-von-oben\">Cicero<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Der heraufbeschworene Skandal<\/strong><br>\nMit den Ermittlungen gegen seinen Schwiegersohn Jared Kushner nimmt der Druck auf US-Pr&auml;sident Donald Trump in der sogenannten Russlandkrise zu. Dabei stehen dahinter vor allem innenpolitische Interessen, schreibt der fr&uuml;here deutsche Botschafter Frank Elbe. Und warnt vor den Konsequenzen<br>\n&bdquo;Russlandkrise&ldquo; ist der Begriff, unter dem gegenw&auml;rtig in den USA eine politische Groteske aufgef&uuml;hrt wird, die leicht in eine Krise des Westens umkippen kann. Vordergr&uuml;ndig geht es um Ermittlungen gegen Wahlkampfberater von Donald Trump wegen nachrichtendienstlicher Verstrickungen: Amerikanische Agenten sollen schon Monate vor den Wahlen in den Vereinigten Staaten gewusst haben, dass in Moskau &uuml;berlegt worden sei, &uuml;ber das Wahlkampfteam auf die politische Meinungsbildung des k&uuml;nftigen Pr&auml;sidenten Einfluss zu nehmen.<br>\nAuf diesem nachrichtendienstlichen Aufkommen baut nun der Popanz einer angenommenen Verschw&ouml;rung zum Nachteil der USA auf. Es stehen schwerwiegende Vorw&uuml;rfe im Raum: Mitarbeiter h&auml;tten sich als Einflussagenten missbrauchen lassen, sie h&auml;tten eine Beeinflussung der amerikanischen Wahlen durch Russland mitgetragen, der Pr&auml;sident habe nachrichtendienstliche Informationen an den russischen Au&szlig;enminister weitergegeben und so weiter.<br>\nSicherheit erfordert Dialog<br>\nUm es vorwegzunehmen: Die Grenzen zwischen legaler Nachrichtenbeschaffung und strafrechtlich erheblicher nachrichtendienstlicher Mitarbeit sind nicht flie&szlig;end. Die einschl&auml;gigen Bestimmungen der Strafgesetze zu Landesverrat und der Gef&auml;hrdung der &auml;u&szlig;eren Sicherheit sind in allen demokratischen Staaten klar und unmissverst&auml;ndlich &ndash; vor allem f&uuml;r den T&auml;ter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/cicero.de\/weltbuehne\/russlandaffaere-der-heraufbeschworene-skandal\">Franke Elbe auf Cicero<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Europe&rsquo;s Faustian Bargain with Big Finance<\/strong><br>\nThis interview, courtesy of the Transnational Institute, is based on a paper by Walden Bello, &ldquo;Europe: social democracy&rsquo;s Faustian pact with global finance unravels,&rdquo; published by the Transnational Institute (May 2017). Originally published at Triple Crisis<br>\nEurope&rsquo;s social democrats played a central role in unleashing the financial sector that created the European economic crisis that continues to today.<br>\nYou&rsquo;ve looked closely into how the financial crisis that erupted in 2008 played out in different parts of the world. What did the financial crisis in Europe have in common with the US crisis?<br>\nOne common factor in the US and Europe was unregulated, undisciplined finance capital. First, European banks, including German banks, bought huge amounts of toxic subprime securities and as a result they saw their balance sheets gravely impaired, and, in the case of many, they had to be bailed out by their governments.<br>\nSecond, European banks engaged in the same uncontrolled lending to real estate ventures, thus creating a huge property bubble in places like the United Kingdom, Ireland, and Spain.<br>\nAnother common factor was that European countries had also adopted so-called &ldquo;light-touch&rdquo; regulation, under the influence of Wall Street and neoliberal theories like the so-called &ldquo;Efficient Market hypothesis,&rdquo; which asserted that financial markets left to themselves would lead to the most efficient allocation of capital. Even German authorities were under the spell of such doctrines, so that they were caught by surprise by the massive exposure of their banks to toxic subprime securities and to poor credit risks like Greece.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nakedcapitalism.com\/2017\/05\/europes-faustian-bargain-big-finance.html\">naked capitalism<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Grundgesetz&auml;nderungen k&ouml;nnten Schulen systematisch f&uuml;r private Investoren &ouml;ffnen<\/strong><br>\nAm 1. Juni 2017 sollen im Bundestag die Voraussetzungen f&uuml;r eine der gr&ouml;&szlig;ten und wahrscheinlich folgenreichsten Privatisierungen der deutschen Geschichte geschaffen werden. Weitgehend unbemerkt von der breiten &Ouml;ffentlichkeit k&ouml;nnten nicht weniger als 13 Grundgesetz&auml;nderungen beschlossen werden.<br>\nDie &Auml;nderungen betreffen zum einen die Regelungen zur umstrittenen Infrastrukturgesellschaft, die k&uuml;nftig f&uuml;r die Planung, den Bau und Betrieb der deutschen Autobahnen zust&auml;ndig sein soll und mit der der bisher bei den L&auml;ndern liegende Besitz an den Autobahnen in einer privatrechtlich verfassten Gesellschaft unter Regie des Bundes zentralisiert wird. So sollen unter der Gro&szlig;en Koalition die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, dass von der Infrastrukturgesellschaft k&uuml;nftig Betriebs- und Nutzungsrechte an den deutschen Autobahnen an private Finanzinvestoren &uuml;bertragen werden k&ouml;nnen.<br>\nDoch es geht bei den umfangreichen Grundgesetz&auml;nderungen auch um Privatisierungen im Bereich der Bildungsinfrastruktur. F&uuml;r den Bau und die Sanierung von Schulgeb&auml;uden mit privaten Investoren in Form einer &Ouml;ffentlich-Privaten Partnerschaft (&Ouml;PP) sollen im Rahmen des geplanten Gesetzespakets ebenfalls die Voraussetzungen geschaffen werden. Die durch die Gesetzes&auml;nderungen in ihren Befugnissen beeintr&auml;chtigten L&auml;nder, die anfangs gegen eine Zentralisierung der Autobahnverwaltung votierten, haben ihren Widerstand mit der Zusage des Bundes, ihnen j&auml;hrliche Finanztransfers in Milliardenh&ouml;he zu gew&auml;hren, aufgegeben.<br>\nDieser &bdquo;Kuhhandel mit dem Grundgesetz&ldquo; hat den Weg frei gemacht f&uuml;r ein gigantisches Privatisierungsvorhaben, das den bislang massivsten Ausverkauf der &ouml;ffentlichen Infrastruktur in Deutschland darstellt. Dem weltweit vagabundierenden Kapital er&ouml;ffnen sich dadurch neue hochprofitable und sichere Anlagem&ouml;glichkeiten zu ihrem Nutzen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/politik\/inland\/grundgesetzaenderungen-koennten-schulen-systematisch-fuer-private-investoren-oeffnen\/\">Hintergrund<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Das ist ein Riesenskandal. <\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen Sie dazu auch bzw. erneut mit einer Anmerkung von Albrecht M&uuml;ller <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38224#h09\">Geheimsache Schulprivatisierung<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Neuer Rekord: 1907 Minderj&auml;hrige sind bei der Bundeswehr<\/strong><br>\nDie Bundeswehr hat 25 Prozent mehr Minderj&auml;hrige eingestellt und damit einen neuen Rekordwert von 1907 Jugendlichen erreicht. Auch die Zahl der weiblichen minderj&auml;hrigen Bewerber ist so hoch wie nie zuvor.<br>\nDas geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Danach waren 698 Soldaten auf Zeit und 1209 Freiwillig Dienstleistende noch nicht 18, als sie ihre Ausbildung in der Truppe begannen. 89 waren selbst nach Ablauf ihrer Probezeit noch nicht vollj&auml;hrig. Auch die Zahl weiblicher Minderj&auml;hriger in der Bundeswehr ist so hoch wie nie zuvor: 357 M&auml;dchen, darunter 128 als Soldatinnen auf Zeit, lie&szlig;en sich an der Waffe schulen. Damit zeigen die neuen Imagekampagnen eine verbesserte Wirkung. Als die Wehrpflicht 2011 auslief, z&auml;hlte die Bundeswehr 689 Minderj&auml;hrige, 2012 waren es bereits 1202. Diese Zahl stieg zuletzt auf 1515 und nahm nun erneut um fast 400 zu. Die Bundeswehr hatte zuvor einger&auml;umt, mehr als eine Million Minderj&auml;hrige direkt anzuschreiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/politik\/deutschland\/1907-minderjaehrige-sind-bei-der-bundeswehr-neuer-rekord-aid-1.6845766\">RP Online<\/a>\n<p><strong>dazu: eine Anmerkung von Andrej Hunko<\/strong><br>\nEine Schande, Frau von der Leyen!<br>\nUnd eine Verletzung der UN-Kinderrechtskonvention!<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/andrej.hunko\/posts\/1518763898145230\">Facebook<\/a>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38593\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-38593","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38593","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=38593"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38593\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38595,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38593\/revisions\/38595"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=38593"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=38593"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=38593"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}