{"id":38710,"date":"2017-06-12T08:28:03","date_gmt":"2017-06-12T06:28:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38710"},"modified":"2018-12-30T18:40:34","modified_gmt":"2018-12-30T17:40:34","slug":"george-soros-der-beutejaeger-und-gute-freund-der-anden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38710","title":{"rendered":"George Soros, der Beutej\u00e4ger und \u201cgute Freund\u201d der Anden"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170612_c1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Auf einer Anh&ouml;he der Halbinsel Llao-Llao, im Scho&szlig; des malerischen Sees Nahuel Huapi, thront das weltweit renommierte Llao Llao Hotel &amp; Resort wie der &ldquo;Kaiserstuhl Patagoniens&rdquo;. Nach Ansicht ausl&auml;ndischer Neuansiedler, wie der Schauspielerin Jane Fonda, ist der Nahuel Huapi der sch&ouml;nste Fleck auf Erden. Dass es zwanzig Jahre lang  ausgerechnet dem Gro&szlig;meister der B&ouml;rsenspekulanten und der politischen Destabilisierung &ndash; George Soros &ndash; geh&ouml;rte, ist kein Zufall. Die Idylle verdeutlicht bildhaft, dass f&uuml;r den Kasino-Kapitalismus selbst das Paradies k&auml;uflich ist. Wenn es also zwei L&auml;nder auf der Welt gibt, die keine Intrige durch Soros und seine politischen Stiftungen zu bef&uuml;rchten brauchen, dann sind es Argentinien und Chile: sie sind seit Jahrzehnten bereits von ihm politisch unterwandert und wirtschaftlich okkupiert.<br>\nVon <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nIn Chile, so erz&auml;hlt eine Legende, soll Soros 1988 mit geheimen Umfragen und Interna aus der Pinochet-Diktatur der demokratischen Opposition zum Sieg des &ldquo;Nein&rdquo; w&auml;hrend des Generals Volksbefragung verholfen haben, die ihn an der Macht verewigen sollte. Pinochet unterlag in dem Plebiszit und seitdem gilt Soros als &bdquo;Freund&ldquo; der amtierenden Regierungskoalition Nueva Mayor&iacute;a, vormals Concertaci&oacute;n genannt. <\/p><p>Mit der von Pinochet initiierten, jedoch auch von dieser Koalition fortgesetzten Privatisierung &ouml;ffentlicher Betriebe erzielte Soros ebenso beachtliche Profite wie nach dem Kahlschlag staatlicher Unternehmen der 1990er Jahre im Nachbarland Argentinien. Als Anteilseigner des ehemals spanischen, heute italienischen Elektrokonzerns Endesa geh&ouml;rt Soros zu den Eigent&uuml;mern der hundertprozentig privatisierten Wasserressourcen Chiles f&uuml;r den Energiebetrieb und mit dem Besitz von 400.000 Hektar Land ist sein Unternehmen AdecoAgro das zweitgr&ouml;&szlig;te landwirtschaftliche Unternehmen Argentiniens. <\/p><p>Allerdings bilden produktive Investitionen eine Ausnahme in George Soros&acute; Anlagen-Portfolio. Seine Devise hei&szlig;t: &bdquo;Je schlechter die Lage, desto geringer die Erhaltungsausgaben, doch umso gr&ouml;&szlig;er das Gewinnpotenzial&ldquo;. Das ist das Motto der Beutej&auml;ger an den internationalen B&ouml;rsen. <\/p><p>Allerdings best&auml;tigen die zwei Jahrzehnte von Soros&acute; Pr&auml;senz in S&uuml;damerika, dass seine Umtriebe &ndash; auch die seiner politischen Stiftung Open Society &ndash; bemerkenswerte und erstaunliche Ermunterung durch zwei als progressiv geltende Regierungen fanden.<\/p><p><strong>Eine bipolare Linke?<\/strong><\/p><p>Es war lange still gewesen um George Soros in Chile, als zum Jahresende 2016 gleich zwei neue Episoden Aufmerksamkeit auf seine von der Au&szlig;enwelt kaum wahrgenommenen Aktivit&auml;ten lenkten.<\/p><p>Anfang Oktober waren Ausz&uuml;ge des von DCLeaks Mitte 2016 gehackten Soros-Archivs nach Chile &uuml;bergeschwappt. Der Hack belegte, dass die 2012 vom damaligen Studentenf&uuml;hrer und gegenw&auml;rtigen Kongressabgeordneten Giorgio Jackson gegr&uuml;ndete Gruppierung &ldquo;Revoluci&oacute;n Democr&aacute;tica&rdquo; zwischen 2013 und 2015 insgesamt 74.700 Dollar von Soros&acute; Open-Society-Stiftung zur &bdquo;Finanzierung der Studentenbewegung und Bildung eines langfristigen Selbstfinanzierungsfonds&rdquo; erhalten hatte.<\/p><p>Wutentbrannt dementierte Jackson sofort die &bdquo;verlogene Intrige&rdquo;, gab jedoch gleichzeitig zu (&ldquo;Revoluci&oacute;n Democr&aacute;tica reconoce aporte de fundaci&oacute;n perteneciente a magnate estadounidense&rdquo; &ndash; Radio Biobio, 03.10.2016), bei Open Society einen Antrag gestellt und &bdquo;ein einziges Mal&rdquo; den Betrag erhalten zu haben und nicht &uuml;ber die Jahre hinweg von Soros finanziert worden zu sein. Was ja auch niemand behauptet hatte, &bdquo;ein einziges Mal&rdquo; reichte ja als Beleg.<\/p><p>Die Reaktion Jacksons offenbarte die gespaltene Haltung von Teilen der internationalen, sogenannten &bdquo;progressiven Szene&rdquo; im Umgang mit Soros&acute; politischer &bdquo;Philanthropie&rdquo;. Einerseits die offene Hand, andererseits das peinliche Abstreiten. Und dazu die lausige Apologetik, mit der zum Beispiel der chilenische Abgeordnete Open Society verteidigte. Immerhin, so Jackson, &bdquo;unterst&uuml;tzt diese Stiftung viele pro-demokratische Initiativen in der ganzen Welt&rdquo;, und nannte gleich zwei weitere, &bdquo;wertvolle&rdquo; Geldempf&auml;nger in Chile: die journalistische Investigativ-Gruppe <em>Ciper<\/em> und das Portal <em>Ciudadano Inteligente<\/em> (&ldquo;Intelligenter B&uuml;rger&rdquo;).&rdquo;<\/p><p><strong>Der &ldquo;Freund Chiles&rdquo;<\/strong><\/p><p>Ende November 2016 besch&auml;ftigte sich sodann ein aufschlussreicher Essay (&bdquo;George Soros: la conexi&oacute;n de Lagos y Hillary con Wall Street&ldquo; &ndash; El Mostrador, 28.11.2016) mit den <em>liaisons dangereuses<\/em> der regierenden Parteienkoalition Nueva Mayor&iacute;a von Pr&auml;sidentin Michelle Bachelet mit George Soros. Renato Gar&iacute;n, chilenischer Jurist und Buchautor, hinterfragte in seinem Text, wie es dazu kommen konnte, &bdquo;dass ein Spekulant der Hochfinanzen von M&aacute;ximo Pacheco, dem starken Mann der Pr&auml;sidentschaftskampagne von Ricardo Lagos, gefeiert wird&rdquo;.<\/p><p>Mit Spekulant meinte Gar&iacute;n den Mann, &bdquo;der in den vergangenen 30 Jahren bleibenden Einfluss auf die chilenische Politik ausge&uuml;bt&rdquo; habe. Es g&auml;be gen&uuml;gend Hinweise darauf, dass Soros ab 1987 als Schl&uuml;sselfigur der finanziellen F&ouml;rderung der Concertaci&oacute;n aufgetreten und in der Folgezeit als &bdquo;st&auml;ndiger Begleiter&ldquo; der F&uuml;hrungseliten dieses Parteienb&uuml;ndnisses zu beobachten gewesen sei. Sein Einfluss habe mit der Regierung Ricardo Lagos (2000-2006) begonnen und sich danach mit der Etablierung von Stiftungen und Studienzentren ausgeweitet.<\/p><p>Ab 1986 soll eine Reihe von Oppositionsf&uuml;hrern gegen die Diktatur Kontakte zu Soros mit dem Ziel gesucht haben, von ihm finanzielle Unterst&uuml;tzung zu erhalten. Demnach &uuml;bernahm der ungarische Spekulant die Kosten der Oppositionskampagne f&uuml;r die baldige Absetzung General Pinochets, nachdem dieser 1988 in der Volksbefragung &uuml;ber seinen Verbleib an der Macht unterlag.<\/p><p>Daf&uuml;r hatte ihm bereits im September 2009 Michelle Bachelet w&auml;hrend ihres ersten Regierungsmandats gedankt. Sie bezeichnete Soros als einen &bdquo;energischen Verb&uuml;ndeten Chiles in der F&ouml;rderung der internationalen Zusammenarbeit, bei der &Uuml;berwindung der gro&szlig;en Herausforderungen unserer Zeit&rdquo;, ferner als jemanden &bdquo;der eine unersch&uuml;tterbare Verpflichtung mit der Demokratie und den offenen Gesellschaften, ebenso mit dem Multilateralismus und den fortschrittlichen Anliegen eingegangen ist&hellip;&rdquo;.<\/p><p>&bdquo;Er ist ein Freund Chiles und seiner sozio&ouml;konomischen Erfolge&rdquo;, erkl&auml;rte Bachelet mit &Uuml;berschwang und h&auml;ngte Soros das Verdienstkreuz Bernardo O&rsquo;Higgins im Grad des Gro&szlig;en Offiziers &uuml;ber den Kopf. Neben ihm stand die ebenfalls ausgezeichnete K&uuml;nstlerin Yoko Ono, Witwe des Beatle John Lennon. Die chilenische Botschafter-Residenz in Manhattan ging unter im schallenden Applaus. Mit dem Brustton der &Uuml;berzeugung bezeichnete Bachelet den Soros-Orden einen &bdquo;Beweis f&uuml;r die Zuneigung und die Bewunderung unserer B&uuml;rger&rdquo;.<\/p><p>&bdquo;Chilenischer Botschafter mit Sondervollmachten&rdquo;<\/p><p>Im November 2015, sechs Jahre sp&auml;ter &ndash; diesmal im Great Ballroom des New Yorker Plaza-Hotels &ndash; wiederholte der Sozialist und damalige Energieminister Bachelets, M&aacute;ximo Pacheco, beil&auml;ufig Bachelets Dank f&uuml;r Soros&acute; Solidarit&auml;t gegen Pinochet. Seine besondere Anerkennung galt jedoch Soros&acute; Rolle bei der &bdquo;Bes&auml;nftigung&rdquo; der stockkonservativen chilenischen Unternehmer nach dem ersten Wahlsieg der Mitte-Links-Koalition im Jahr 2000. Er habe die &bdquo;Gespenster in den fundamentalistischen K&ouml;pfen unter Kontrolle gebracht und unseren Unternehmergeist im Zeichen der Globalisierung gesch&auml;rft&rdquo;, erinnerte Pacheco. Das Ergebnis davon: der Sozialist Ricardo Lagos sei von den Unternehmern regelrecht &bdquo;geliebt&rdquo; worden.<\/p><p>Was Pacheco mit Nachdruck w&uuml;rdigte, war die sprichw&ouml;rtliche Rolle Soros&acute; als &bdquo;chilenischer Botschafter mit Sondervollmachten&rdquo;, eine Art &bdquo;Talkmaster der M&auml;rkte&rdquo;, der Chile auf dem Weltmarkt ins Gespr&auml;ch brachte, T&uuml;ren &ouml;ffnete, die Unterzeichnung von Freihandelsabkommen einf&auml;delte und die B&ouml;rsen-Spekulanten ermunterte. Wahrhaftig, &bdquo;un hombre bueno &ndash; ein guter Mann&rdquo;.<\/p><p><strong>&bdquo;Soros kauft Argentinien&rdquo;<\/strong><\/p><div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170612_c2.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Im Jahr 1994 startete George Soros seine Gesch&auml;fte in Argentinien. Den Hintergrund bildete der totale Ausverkauf &ouml;ffentlicher Verm&ouml;genswerte.<\/p><p>Unter massivem ausl&auml;ndischen Druck, gepaart mit einer aggressiven Kampagne einheimischer Medien zur &bdquo;Sanierung der Staatsfinanzen&ldquo;, war Mitte 1989 der rechtsliberale Carlos Menem zum Pr&auml;sidenten gew&auml;hlt worden. Die Kampagne beschwor die Gefahr eines <em>defaults<\/em> der auf 63 Milliarden Dollar angestiegenen Auslandsverschuldung. Die internationalen Gl&auml;ubiger-Banken und der Internationale W&auml;hrungsfonds (IWF) dr&auml;ngten auf die &bdquo;Ver&auml;u&szlig;erung staatlicher Aktivposten&ldquo;, sprich: auf Privatisierungen. So begann 1991 ein Aderlass in zuvor in ganz Lateinamerika kaum gekannten Ausma&szlig;es.<\/p><p>Der Rundumschlag privatisierte die staatlichen Fluggesellschaften Aerolineas Argentinas und Austral, die Telefongesellschaft ENTEL, die Post (ENCOTEL), die &Ouml;lgesellschaften YPF und Reviere (YCF), Gasf&ouml;rderung und -vertrieb (Gas del Estado), die staatlichen Wasserwerke und das landesweite Kanalisationssystem (Obras Sanitarias), den Elektroenergiekonzern SEGBA, vier staatliche Petrochemie-Unternehmen, des Weiteren eintausend Kilometer Fernstra&szlig;en, die Hauptstrecken der staatlichen Eisenbahnen (Ferrocarriles Argentinos), Hafenanlagen, Werften, die Handelsmarine, Staud&auml;mme, 33 regionale Flugh&auml;fen, milit&auml;rische Stahlfabriken, das Netz der Nationalbank Hipotecaro plus s&auml;mtliche Landesbanken, ein Kohlechemie-Unternehmen, den Betrieb von Kernkraft- und W&auml;rmekraftwerken, zwei Fernsehkan&auml;le, eine Pferderennbahn und das traditionsreiche Hotel Llao Llao an den Ufern des malerischen Nahuel-Huapi (&bdquo;Quelle des Pumas&ldquo;)-Sees in Patagonien.<\/p><p>Die Privatisierungen f&uuml;hrten zur Entlassung von 75.381 &ouml;ffentlichen Angestellten. F&uuml;r die Entsch&auml;digungszahlungen in H&ouml;he von 1,3 Milliarden Dollar besa&szlig; der Staat angeblich kein Geld und musste den L&ouml;wenanteil bei der Weltbank als Kredit aufnehmen. Menem hatte spekuliert, dass die Verscherbelung der jahrzehntealten, von der Bev&ouml;lkerung gesch&auml;tzten &ouml;ffentlichen Betriebe f&uuml;r die Abtragung der Auslandsschulden nicht ausreichen w&uuml;rde und trat dem sogenannten &bdquo;Brady-Plan&rdquo; zur &bdquo;Umstrukturierung&ldquo; der Auslandsverschuldung bei. <\/p><p>Benannt nach dem damaligen US-Finanzminister Nicholas Brady, sollte der Plan zwischen 1992 und 1993 die Neuaufnahme von Staatsanleihen erleichtern. Es kam jedoch anders. Als Argentinien dem Abkommen beitrat, gelang es zwar, 33 Milliarden von den 63 Milliarden Dollar Hauptschulden neu zu finanzieren, doch die Neuverschuldungs- und R&uuml;ckzahlungsspirale geriet au&szlig;er Kontrolle und erreichte im Jahr 2000 die schwindelerregende Summe von 150 Milliarden Dollar.<\/p><p>W&auml;hrend Menem und seine aggressiv-liberalen Finanzminister &ndash; darunter zuletzt Domingo Cavalo &ndash; den M&auml;rkten Optimismus einimpften, kaufte sich Soros in Argentinien ein. Nicht nur er. <\/p><p><strong>Der Landlord der Anden<\/strong><\/p><p>Um Bariloche herum hatte sich seit Ende der 1980er Jahre eine ausgedehnte US-amerikanische K&uuml;nstler- und Managerzunft &ndash; darunter CNN-Begr&uuml;nder Ted Turner samt Ehefrau Jane Fonda &ndash; mit dem Kauf hunderttausender Hektar Land an den Andenh&auml;ngen rund um das luxuri&ouml;se Fernreiseziel Bariloche niedergelassen. Ein nicht unbedingt beliebter Weltpolitiker war ihnen 1988 vorausgeeilt: der nach einem sicheren Alterssitz ausschauende Ex-Secretary of State, Henry Kissinger.<\/p><p>Soros&acute; Deal begann mit dem Erwerb des staatlichen, jedoch maroden Erholungs-Resorts Llaollao in Bariloche und dem Kauf eines 23 Hektar gro&szlig;en Anwesens in malerischer Hafenn&auml;he von Buenos Aires, wo er mit zig Millionen Dollar das Gastst&auml;tten- und Sportresort Puerto Madero II aufzog.<\/p><p>Jedoch diesmal spekulierte Soros auch mit langfristigen Trends; n&auml;mlich der Verknappung von Anbaufl&auml;chen und dem Anstieg der Lebensmittelpreise im Weltma&szlig;stab. Mit 400.000 Hektar bebaubarem Land &ndash; das er f&uuml;r je 1 Dollar den Hektar erwarb und 400 Millionen Dollar in dessen Ausstattung, u.a. mit 150.000 Rindern, investierte &ndash; rangierte er bereits Mitte der 1990er Jahre vor dem italienischen Kleidungskonzern und f&uuml;hrenden Schafswollexporteur Benetton als gr&ouml;&szlig;ter landwirtschaftlicher Betrieb Argentiniens. <\/p><p>Sein Hei&szlig;hunger auf Land machte nicht Halt bei nahezu einer halben Million Hektar. Dem US-Konzern Swift-Armour kaufte er in der Provinz Santa F&eacute; den gigantischen Gutshof El Nacurutu mit 30.350 Hektar ab. Im Chaco, an der Grenze zu Bolivien, riss er sich weitere 20.832 Hektar mit der Mega-Ranch La Tapenaga unter die N&auml;gel; 87.093 Rinder und 1.640 Zuchtpferde inklusive. Doch, au&szlig;er Santa F&eacute; und Chaco, dehnt sich Soros&acute; argentinischer Landbesitz auch auf die Provinzen Salta, Catamarca, C&oacute;rdoba und Buenos Aires aus; nicht dazu gerechnet seine Landpachtungen in Corrientes, Santiago del Estero und La Pampa. <\/p><p>&Uuml;ber sein Immobilien-Unternehmen Cresud und seinen Landwirtschaftskonzern Adecoagro geh&ouml;rt Soros nach inoffiziellen Sch&auml;tzungen nicht nur zu den gr&ouml;&szlig;ten Fleisch- und Milchproduzenten, sondern auch Weizen-, Mais-, Sonnenblumen- und Sojapflanzern und -exporteuren S&uuml;damerikas. Seine Landk&auml;ufe kamen erst zum Stillstand, als der von der landesweit aufgeschreckten &Ouml;ffentlichkeit angeregte argentinische Senat im Dezember 2011 ein Gesetz verabschiedete, das Ausl&auml;ndern fortan den Landerwerb &uuml;ber 1.000 Hektar verbietet.<\/p><p><strong>&ldquo;Ein Freund im Kampf gegen die Hedgefonds&rdquo;<\/strong><\/p><p>Kurzer Zeitsprung zur&uuml;ck. Im M&auml;rz 1999 wurde &uuml;ber die Neubesetzung des Direktoriums der 1997 privatisierten, ehemaligen staatlichen Banco Hipotecario entschieden. Der Marktwert der Bank schwankte zwischen 2,4 und 6,3 Milliarden Dollar, doch sie wurde f&uuml;r die l&auml;cherliche Summe von 1,2 Milliarden Dollar verscherbelt. Soros erwarb 14,5 Prozent des Aktienkapitals und &ldquo;platzierte sechs seiner M&auml;nner im Vorstand&rdquo;, so die konservative Tageszeitung <em>La Naci&oacute;n<\/em> vom 16.03.1999. <\/p><p>Erworben wurde die Bank von Eduardo Elsztain, einem Milliard&auml;r und Zionistenf&uuml;hrer in Argentinien und Freund George Soros&acute;. Doch der Privatisierungsverlauf war derart von Unregelm&auml;&szlig;igkeiten und Korruptionsvorw&uuml;rfen gegen Elsztain gespickt, dass dieser sich zeitweilig in die USA absetzte.<\/p><p>&ldquo;La Argentina no tiene soluci&oacute;n &ndash; F&uuml;r Argentinien gibt es keine L&ouml;sung&rdquo;, erkl&auml;rte Soros vier Jahre sp&auml;ter auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos mit dem kategorischen Imperativ des Weltenrichters. Wer zu viele Schulden aufnehme, m&uuml;sse auch bereit sein, 40 Prozent Zinsen im Jahr zu zahlen, f&uuml;gte er als Seitenhieb gegen die &ldquo;nicht existente&rdquo; Regierung Argentiniens hinzu.<\/p><p>Als wenige Monate danach, im Mai 2003, der frisch gew&auml;hlte, linksperonistische Jurist N&eacute;stor Kirchner die Pr&auml;sidentschaft Argentiniens antrat, war die Auslandsverschuldung auf die unbezahlbare H&ouml;he von 170 Milliarden Dollar angestiegen &ndash; der gr&ouml;&szlig;te Teil davon als Zinsen und Zinseszinsen. In klugen Verhandlungen mit dem IWF und den internationalen Gl&auml;ubigerbanken gelang Kirchner Ende 2004 ein 75-prozentiger Schuldenschnitt. Damit nicht einverstanden waren einige Hedgefonds, die der 2010 verwitweten und nachfolgenden Pr&auml;sidentin Cristina Kirchner bis zum Ende ihres Mandats mit Klagen vor US-Gerichten und Beschlagnahmungen von argentinischen Sicherheiten im Ausland das Regieren zur H&ouml;lle machten.<\/p><p>Nicht aber Soros. Er half Cristina Kirchner im Streit gegen die &ldquo;Geierfonds&rdquo; unter Paul Singer. Er erkl&auml;rte sich bereit, die &ldquo;Geierfonds&rdquo; zu verklagen und der Pr&auml;sidentin den R&uuml;cken zu st&auml;rken. Anschlie&szlig;end verdoppelte Soros seinen Anteil am halbstaatlichen argentinischen Erd&ouml;lkonzern YPF auf 3,5 Prozent und alle gingen zufrieden nach Hause.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170612_c1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Auf einer Anh&ouml;he der Halbinsel Llao-Llao, im Scho&szlig; des malerischen Sees Nahuel Huapi, thront das weltweit renommierte Llao Llao Hotel &amp; Resort wie der &ldquo;Kaiserstuhl Patagoniens&rdquo;. Nach Ansicht ausl&auml;ndischer Neuansiedler, wie der Schauspielerin Jane Fonda, ist der Nahuel Huapi der sch&ouml;nste Fleck auf Erden.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38710\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[20,127,28],"tags":[1692,965,2098,669,651,293,895,285,1494,2007,2006,849,1963,851,1419,325,1625,335],"class_list":["post-38710","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-landerberichte","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-privatisierung","tag-agrarwirtschaft","tag-argentinien","tag-bachelet-michelle","tag-chile","tag-energiewirtschaft","tag-finanzwirtschaft","tag-freihandel","tag-hedgefonds","tag-infrastruktur","tag-kirchner-cristina","tag-kirchner-nestor","tag-nahrungsmittel","tag-pinochet-augusto","tag-schuldenschnitt","tag-soros-george","tag-staatsschulden","tag-stiftungen","tag-wasserversorgung"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38710","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=38710"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38710\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48137,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38710\/revisions\/48137"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=38710"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=38710"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=38710"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}