{"id":3884,"date":"2009-04-09T06:56:53","date_gmt":"2009-04-09T04:56:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3884"},"modified":"2014-01-28T15:31:53","modified_gmt":"2014-01-28T14:31:53","slug":"schoene-neue-schule-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3884","title":{"rendered":"Sch\u00f6ne neue Schule 2020"},"content":{"rendered":"<p>Eine Realsatire von Horst Bethge<br>\n<!--more--><br>\nDie Geschwister Paula und Paul besuchen in Wansen an der Lahe weiterf&uuml;hrende Schulen: Paula, die &Auml;ltere, das Goethe-Gymnasium und Paul die Friedrich-Ebert-Stadtteilschule. Denn, als er eingeschult wurde, war die Primarschule des Goethe-Gymnasiums als Folge der Bildungsreform zur SvS (Selbst verwaltete Schule) &uuml;berf&uuml;llt. All zu viele Eltern hatten diese Vorschule der Primarstufe, die bei dieser ehrw&uuml;rdigen Bildungsanstalt angedockt war, angew&auml;hlt, weil sie sich davon Vorteile versprachen. So musste denn der Zweitgeborene Vorlieb mit der Stadteilschule nehmen, in die zumeist die Arbeiter- und Ausl&auml;nderkinder gingen. Die Eltern hatten f&uuml;r beide Kinder Bildungsgutscheine von der Kommune bekommen: Blaue f&uuml;r die drei Rs (reading, writing, arithmetics), gr&uuml;ne mit einem gro&szlig;en L f&uuml;r languages, gelbe f&uuml;r Naturwissenschaften, Sport, Musik , Kunst, Schwimmen, Computer,<br>\nKochen, Holz- und Metallwerken. Die blauen l&ouml;sten sie gegen Unterricht an den beiden Schulen ein. Die gr&uuml;nen bei der Berlitz-School am Ort, die gelben f&uuml;r Naturwissenschafts-Kurse im Phywe-Lehrinstitut. F&uuml;r die anderen gelben hatten sie im Sonderangebot bei Tschibo Gutscheine eingetauscht, die sie in der JEKI- Liz-Mohn-Musikschule (Jedem Kind ein Instrument, fr&uuml;her kommunale Jugendmusikschule), dem &ouml;rtlichen Body-Builder und dem Vattenfall Kochstudio einl&ouml;sen konnten. Es blieben sogar noch einige &uuml;brig, die sie f&uuml;r Nachhilfe bei der Klett-Tochter &bdquo;Sch&uuml;lerhilfe&ldquo; ausgeben konnten. Da beide Kinder zwar hochbegabt, aber Legastheniker waren, bezahlen die Eltern aus den Konten des Bildungsspar-Briefes der Deutschen Bank, den die Gro&szlig;eltern schon vor Jahren angelegt hatten, F&ouml;rderunterricht bei der Sylvan-Learning- Schule, die nach US- Methoden f&ouml;rdert.<\/p><p>Die beiden Schulen sind unterschiedlich organisiert: Das Goethe-Gymnasium ist vor Jahren an den Phorms-Schulkonzern aus Berlin verkauft worden, die F. Ebert-Schule ist ein PPP-Projekt, das hei&szlig;t ein Public-Private-Partnership-Projekt zwischen der Stadt Wansen an der Lahe und der Bertelsmann-Stiftung. Beide erhalten von der Stadt ein festes Budget pro Jahr, m&uuml;ssen aber Zusatzeinnahmen akquirieren, um den Schulbetrieb aufrechterhalten zu k&ouml;nnen. Beim Goethe-Gymnasium zieren gro&szlig;e Reklamen die Au&szlig;enw&auml;nde und Werbetafeln jeden Schulflur. Es hat einen Generalvertrag mit Coca Cola, das auch die rote Schulkleidung gegen eine geringe Geb&uuml;hr der Eltern stelle und die Schulkantine in Kooperation mit MacDonalds unterh&auml;lt. Es war im letzten Jahr ins Gerede gekommen, was zu tagelanger Pressefehde in der &bdquo;Wansener Allgemeinen&ldquo; f&uuml;hrte, weil ein Primaner von der Schule geflogen war, der pl&ouml;tzlich mit einem Pepsi-T-Shirt erschien und sich weigerte, es auszuziehen. Trotz guter Noten flog er, weil die Schule die Konventionalstrafe aus Atlanta f&uuml;rchtete. Die F. Ebert- Schule zeigt nur Werbung f&uuml;r Firmen des Bertelsmann- Konzerns: RTL, Arvato, Random House, VOX, UFA, Bertelsmann- Buchklub und so fort. Vor allen Unterrichtsstunden erscheint  auf den Klassen- Beamern &bdquo;Diese Stunde wird Euch pr&auml;sentiert von RTL II&ldquo; oder &bdquo;Diese Geographie-Stunde wird pr&auml;sentiert vom Verlag Perthes in Gotha&ldquo;, denn Bertelsmann hat ja inzwischen fast alle deutschen Fachverlage aufgekauft, aber die eingef&uuml;hrten Namen gelassen. Der Direktor, Dr. Dr. Maddelhilf, ein ehemaliger Bertelsmann- Manager, hat daf&uuml;r gesorgt, dass der F. Ebert- Schule die gesamte Schulhoffl&auml;che erhalten blieb. Im Goethe- Gymnasium ist der halbe Schulhof abgetrennt und als Parkpl&auml;tze an umliegende Gesch&auml;fte  vermietet worden. PPP mit Bertelsmann hat eben seine Vorteile: Man brauchte sich nicht jedes Jahr um neue Sponsoren zu bem&uuml;hen! Auf beiden Schulh&ouml;fen patrouillieren Doppelstreifen  von Securitas, die auch an den Eingangsschleusen die t&auml;glichen Sensorkontrollen nach Waffen und Messern vornehmen. Die Phorms AG bringt ihr eigenes Geb&auml;udemanagement einschlie&szlig;lich der Hausmeister mit, bei der F. Ebert- Schule kommen sie von der gr&ouml;&szlig;ten Bertelsmann-Tochter Arvato. Das sind zumeist 1-Euro- Jobber. Ebenso die Fahrradwachen, Putzfrauen, KantinenhelferInnen und Schulsekret&auml;rinnen. <\/p><p>Beim Goethe-Gymnasium gibt es Lehrer-Jahresvertr&auml;ge. 20 % des Gehaltes werden als Leistungspr&auml;mien gezahlt. Die LehrerInnen sind alle sehr jung, weil sie j&auml;hrlich gegen die alten, deshalb teureren Lehrkr&auml;fte ausgetauscht werden. Bei der Bertelsmann-Schule gibt es 2 Jahres- Vertr&auml;ge, daf&uuml;r aber mehr Teilzeit-Kr&auml;fte, unter denen viele Uni-Assistentinnen ihren Zweitjob haben. Alle Lehrkr&auml;fte arbeiten 40 Stunden in der Schule, haben daf&uuml;r aber auch alle ihren pers&ouml;nlichen Counter als festen Arbeitsplatz in der Schule. Durch die neueste EU- Dienstleistungsrichtlinie sind Zeugnisse, Ziffernnoten und Sch&uuml;ler-Portfolio-Mappen abgeschafft und durch europaweit anerkannte &bdquo;Skill-Cards&ldquo; ersetzt worden. Alle Leistungen, alle Kurse, auch die beim privaten Body-Builder verbrachten, jeder Tadel und jedes Vers&auml;umnis wird sofort elektronisch auf die Karte geladen, deren sonstige Angaben mit dem 2006 eingef&uuml;hrten Sch&uuml;lerzentralregister &uuml;bereinstimmen. Daf&uuml;r gibt es jeweilige Credit-Points. Und auch die Ergebnisse der Lehrer-Tamagotschis werden &uuml;bertragen. In den &bdquo;Drei R-Stunden&ldquo; hatten die LehrerInnen Tastaturen mit 60 Kn&ouml;pfen auf den Pulten, f&uuml;r jeden Sch&uuml;ler einen roten und einen blauen. Blau wird bei jeder richtigen Antwort oder guten Frage gedr&uuml;ckt, rot bei falschen oder keinen Antworten, beim Schwatzen oder bei Unaufmerksamkeit. Die Eltern k&ouml;nnen sich gegen Geb&uuml;hr, an die Schule zu zahlen, online einloggen und so alle halbe Stunde das Verhalten ihrer Spr&ouml;sslinge abfragen. Wer 120.- monatlich zahlt, kann das alle 30 Minuten tun, wer 60.- &euro; zahlt nur alle 60 Minuten. <\/p><p>Im Goethe-Gymnasium erh&auml;lt jeder Sch&uuml;ler einen Laptop von Intel, den die Eltern verbilligt kaufen k&ouml;nnen, bei der F. Ebert-Schule die von Microsoft, die Bertelsmann stellt. Auch die LehrerInnen planen ihren Unterricht und die Power-Point-Pr&auml;sentationen auf kostenlos &uuml;berlassenen Computern. Bei Intel m&uuml;ssen sie die Unterrichtsentw&uuml;rfe bei der Intel-Akademie in Dillingen abliefern, die Bertelsm&auml;nner bei Random-House in G&uuml;tersloh. Daf&uuml;r k&ouml;nnen sie dann die weltweit vernetzten Datenbanken mit vorfabrizierten Unterrichtsstunden nutzen &ndash; gegen Geb&uuml;hr pro Modul versteht sich. Das macht aber gar nichts, denn aller Unterricht ist modularisiert und auf bundesweite Standards ausgerichtet. Er wird auch st&auml;ndig evaluiert. Die Ergebnisse werden f&uuml;r die Sch&uuml;lerInnen in die Skill-Cards eingetragen, f&uuml;r die Lehrerinnen in ihre Gehaltskonten. Sie dienen als Grundlage f&uuml;r die Leistungszulagen (so genannte &bdquo;Leistungsabh&auml;ngige Gehaltsbestandteile&ldquo;, die schon Rot-gr&uuml;n in den Neunzigern in die Beamtengesetze eingef&uuml;hrt hatte).<\/p><p>Obwohl Paulas Schule Teil einer privaten AG ist und die von Paul eine halbstaatliche PPP-Schule: F&uuml;r die Steuerung macht das keinen Unterschied. In allen Schulen der EU gibt es n&auml;mlich einheitliche Kostenkennziffern f&uuml;r das gesamte schulische Geschehen, insgesamt 900, die zur SAP R 3- Steuerungssoftware geh&ouml;ren. Leistungen der Sch&uuml;ler und Lehrergeh&auml;lter werden nach den Sollkennziffern abgerechnet, genauer, nach dem Erreichungsgrad. Z. B. wie viel % des Unterrichts computergest&uuml;tzt erteilt wurde oder wie viele % der Schulabg&auml;nger eine Lehrstelle im dualen System ergattert hatten oder wie viel % der Sch&uuml;ler mit einer Lehrkraft zufrieden gewesen sind oder wie viele % der W&ouml;rter im Test richtig geschrieben worden waren. Das Phorms Goethe-Gymnasium benutzt daf&uuml;r das von der amerikanischen ETS (Educational Testing Systems, der weltweit gr&ouml;&szlig;te Test-Konzern, der real die riesigen PISA-Tests f&uuml;r die OECD durchf&uuml;hrte) entwickelte Evaluationssystem. Die F. Ebert- Schule  als Bertelsmann-PPP-Schule nat&uuml;rlich das von Bertelsmann entwickelte SEIS- Evaluationssystem. Die Prozentrangpl&auml;tze beider Schulen gehen in das j&auml;hrliche, bundesweite Ranking ein, das die KMK verordnet hat und das FOCUS j&auml;hrlich in einem FOCUS-Spezial ver&ouml;ffentlicht. Auch in der Internet- Plattform &bdquo;Spick mich&ldquo; kann man es nachlesen und ggf. herunterladen. Die einzelnen Ergebnisse werden nach einem komplizierten System faktorisiert, in die auch die Computerauswertung aller Schulhof- Videokameras und &ndash; mikrophone eingehen. Denn es gibt bei Schulhof- Raufereien, dem Gebrauch von Schimpfw&ouml;rtern oder der Benutzung fremder Sprachen auf dem Schulhof (Schulordnung am Goethe-Gymnasium &sect; 3: &bdquo;Im Namen des gro&szlig;en deutschen Dichters wird von allen auch auf dem Schulhof deutsch gesprochen!&ldquo;) einen Punkteabzug. Die Videokameras in Verbindung mit dem computerlesbaren biometrischen neuen Personalausweis, von Sch&auml;uble 2008 eingef&uuml;hrt, erlauben eine genaue Zuordnung der Bilder oder Stimmen zu bestimmten Sch&uuml;lerInnen. Das ist f&uuml;r die zuk&uuml;nftigen Sollkennziffern wichtig. Bei Phorms gab es sie zentral, bei Bertelsmann m&uuml;ssen sie j&auml;hrlich zwischen Schulleitung, Lehrern, Sch&uuml;lerInnen und Eltern in &bdquo;Ziel- und Leistungscontrakten&ldquo; neu vereinbart werden. <\/p><p>Gut ist, dass jetzt viel weniger Unterricht ausf&auml;llt. Die t&auml;glichen vom Schulcomputer ausgedruckten Lehrer-Stundenpl&auml;ne setzen zahlreiche VertretungslehrerInnen ein, denn sowohl das Goethe-Gymnasium wie die F. Ebert-Schule sind als SvS- Schulen, die ihr Personal selbst&auml;ndig rekrutieren und einstellen d&uuml;rfen, gegen Geb&uuml;hr an den privaten Pool der Lehrerfeuerwehr im Landkreis Horburg angeschlossen, den die Bildungsinfrastruktur GmbH errichtet hat. So k&ouml;nnen jederzeit stundenweise Hausfrauen, Rentner, Arbeitslose, prek&auml;r Besch&auml;ftigte aller Art ein Zubrot verdienen. <\/p><p>Mit Vermietungsgeb&uuml;hren f&uuml;r die Schulr&auml;ume an private Firmen, f&uuml;r die Tonwerkstatt an eine T&ouml;pferei, der Kunst- und Holzwerkstattr&auml;ume an die Volkshochschule und der Kantine an Pizza-Hut kann das Goethe- Gymnasium zus&auml;tzliche Einnahmen gewinnen.  Die F. Ebert Schule vermietet den Computerraum an die Seniorenakademie, zumeist sogar mit &auml;lteren Sch&uuml;lern als Honorarlehrkr&auml;ften, die als Ich-AG Lizenzgeb&uuml;hren daf&uuml;r an die Schule abf&uuml;hren. Diese wiederum muss f&uuml;r die Evaluation nach SEIS 300.- &euro; pro Klasse an Bertelsmann abf&uuml;hren und hat ja auch sonst allerlei Kosten f&uuml;r outgesourcte Dienstleistungen zu tragen.<\/p><p>Aber auch die Lehrkr&auml;fte haben Vorteile: Die zentral von der Humboldt-Uni entwickelten Bildungsstandards sind in leicht abtestbare Module gegossen. Darum gibt es auf den Datenb&auml;nken fertige Unterrichtseinheiten  zum Abrufen. Schulprogramme l&auml;sst die F. Ebert Schule von Arvato entwickeln, das Goethe Gymnasium kauft sie bei Accenture (fr&uuml;her bis zum Enron- Skandal in USA Anderson- Consulting). Berufsberatung f&uuml;hrt das Berliner &bdquo;Bildungsnetzwerk Bildung&ldquo; mit einer ehemaligen Berliner Schulsenatorin und fr&uuml;heren GEW- Funktion&auml;rin an der Spitze durch. Die Schulleitungen k&ouml;nnen sich ganz auf die p&auml;dagogische Leitung konzentrieren, denn ein kaufm&auml;nnischer Direktor aus der Wirtschaft z&auml;hlt als Manager immer zur Schulleitung, verantwortlich f&uuml;r die Vergabe und Kontrolle der outgesourcten Aufgaben wie Rechnungswesen, Personalverwaltung, Sponsoren- Akquisition, Bewerber-Assessment nach dem Verfahren PRAXIS (Professional Assessments for Beginning Teachers). F&uuml;r die wissenschaftliche Begleitung sorgt Bertelsmann bei den PPP-Schulen, bei anderen die private Bremer Uni IUB (neuerdings in Jacobs-Kaffee-Uni umbenannt) mit ihrem Kooperationspartner, der Rice-University in Austin (Texas). &Uuml;berhaupt findet die Lehrerausbildung jetzt als weiteres PPP-Projekt entsprechend der neuen EU- Richtlinie Bolkestein IV mit Trainern der Universit&auml;t Riga statt, nach lettischen Geh&auml;ltern bezahlt, also sehr preiswert (Herkunftsland- Prinzip).<\/p><p>Auch, vor allem betuchte Eltern, profitieren ebenfalls: Sie k&ouml;nnen an der &bdquo;Gutschein- B&ouml;rse&ldquo;, eben wie Aktien, Bildungsgutscheine dazukaufen. Die Idee dazu hatten vor Jahren Sch&uuml;ler im Rahmen des von der Wirtschaft ausgelobten Wettbewerbs &bdquo;Junior Entrepreneurs&ldquo; entwickelt und profitabel an Sylvan Learning verkauft, die diese B&ouml;rsen nun an ihren Dependancen in Berlin, Frankfurt, M&uuml;nchen, Dresden und Hamburg unterh&auml;lt.<\/p><p>Entsprechend der Expertise der&bdquo;S&auml;chsisch-Bayrischen Zukunftskommission&ldquo; aus den Neunzigern hat nun endlich die KMK verbindlich festgelegt, dass 30 % aller Schulabg&auml;nger mit den meisten Credit Points, weil in Zukunft nicht mehr so viele Absolventen ben&ouml;tigt werden, um das gegenw&auml;rtige Produktionsniveau aufrecht zu erhalten, zum Studium zugelassen werden. 20 % sind f&uuml;r die Berufsausbildung festgelegt wegen gelegentlicher und konjunktureller Zeit- und  Hilfst&auml;tigkeit. F&uuml;r 50 % der Schulabg&auml;nger bieten die Arbeitsagenturen Qualifizierungsma&szlig;nahmen unter Bezeichnungen wie IQCP oder ISO 2020 als Warteschleifen aller Art an, &bdquo;to cool out the kids&ldquo;, in denen Konsumerziehung auf Dr&auml;ngen von LIDL und ALDI, Medienerziehung auf Verlangen von RTL, weil die Einschaltquoten f&uuml;r &bdquo;Deutschland sucht den Superstar&ldquo; erheblich zur&uuml;ckgehen, Ern&auml;hrungslehre nach Modulen von MacDonalds und Verkehrserziehung auf Anregung von VW und vom ADAC verpflichtend angeboten werden. <\/p><p>Kurz: Paula und Paul haben Gl&uuml;ck, dass sie moderne Schulen besuchen, die beim PISA-Ranking  gut abschneiden, und dass sie sich nicht wie fr&uuml;her mit verstaubter Allgemeinbildung herumschlagen m&uuml;ssen. Paula geht nach 12 Schuljahren dem Abitur entgegen, und will sich, da sie sprachbegabt ist, demn&auml;chst dem TOEFL unterziehen (Test of English as a Foreign Language, entwickelt von Sylvan Learning, weltweit eingesetzt), um mit einem Rockefeller-Stipendium im Ausland zu studieren. Die Studiengeb&uuml;hren in der BRD sind jetzt mit 2000.- &euro; pro Trimester auch wirklich zu hoch. Paul hofft, nach Kl. 10 genug Credit Points zusammenzubekommen, um zu den 20 % Azubis zu geh&ouml;ren. Er macht nun gerade bereits das dritte kostenlose Praktikum bei Unilever. <\/p><p>Notwendiges Nachwort:<br>\nDie sch&ouml;ne neue Schule 2020 mag mancher f&uuml;r Science Fiction oder bl&uuml;hende Autorenphantasie halten. Aber alles das gibt es schon an Schulen. Jetzt, 2008, noch nicht alles in der BRD, aber schon hier und da das Eine oder Andere an Schulen in der OECD. Nicht alles an zwei Schulen in Wansen an der Lahe &ndash; aber der Trend geht auch dort dahin. Denn &Ouml;konomisierung, PPP und Privatisierung in der offiziellen Bildungspolitik schreiten rasch fort. Aber es gibt Hoffnung, dass es anders kommt: Findige Hacker des Chaos Computer Clubs (CCC) sind gerade in die zentralen Rechner des bundesweiten Sch&uuml;lerregisters und bei denen bei Bertelsmann eingedrungen und haben Programme mit offenen Quell-Codes entwickelt, dass jeder seine Skill-Card selbst aufladen kann. So hat nun jede Lehrkraft unverhofft eine neue Sollkennziffer als Bildungsziel vor Augen: Die Sch&uuml;lerInnen zu 100 % zu Aktivisten im CCC zu  bef&auml;higen!<\/p><p><em>Horst Bethge, Grund-, Haupt- und Realschullehrer a. D., ehemals Mitherausgeber &bdquo;Demokratische Erziehung&ldquo;, langj&auml;hrige Mitarbeit in der GEW, Referat Bildungspolitik, Z. Zt. Sprecherteam der BAG Bildungspolitik der LINKEN und im European Educational Forum innerhalb des Europ. Sozialforums. Ver&ouml;ffentlichungen zum Thema:<br>\n&bdquo;Die Bildungsm&auml;rkte der Wissensgesellschaft. Public Private Partnership an Schulen&ldquo; in Bittlingmayer\/Bauer (Hrsg.)&ldquo;Die Wissensgesellschaft- Mythos, Ideologie oder Realit&auml;t&ldquo;, VS Verlag f. Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 2006<br>\n&bdquo;Bertelsmann macht Schule&ldquo; in Wernicke\/Bultmann &bdquo;Netzwerke der Macht-Bertelsmann&ldquo;, BdWi- Verlag, Marburg, 2007<\/em><\/p><p>(&uuml;berarbeitetes Eingangsreferat vor der LAG Bildungspolitik der LINKEN in Sachsen, Dresden 25. 4. 08)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Realsatire von Horst Bethge<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[151,143,152],"tags":[373,235,371,288,561,508],"class_list":["post-3884","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bildungspolitik","category-privatisierung-oeffentlicher-leistungen","category-schulsystem","tag-oekonomisierung","tag-drittmittel","tag-pisa","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-privatschulen","tag-wirtschaft-in-der-schule"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3884","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3884"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3884\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20418,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3884\/revisions\/20418"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3884"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3884"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3884"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}