{"id":38867,"date":"2017-06-23T08:31:58","date_gmt":"2017-06-23T06:31:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38867"},"modified":"2017-06-23T08:31:58","modified_gmt":"2017-06-23T06:31:58","slug":"hinweise-des-tages-2900","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38867","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38867#h01\">Sahra Wagenknecht &uuml;ber Unsicherheit durch &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38867#h02\">&raquo;Verm&ouml;genssteuer ist &uuml;berf&auml;llig&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38867#h03\">Jobcenter verh&auml;ngten Hartz-IV-Sanktionen in H&ouml;he von zwei Milliarden Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38867#h04\">Mindestlohn: Mehr als Geld<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38867#h05\">Debatte Reform der Jugendhilfe: Kinder st&auml;rken statt den Staat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38867#h06\">Europ&auml;ischer Gerichtshof: R&uuml;ckenwind f&uuml;r die Mitbestimmung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38867#h07\">Wohnungsnot w&auml;chst auch au&szlig;erhalb der Gro&szlig;st&auml;dte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38867#h08\">Ausl&auml;ndischer Name erschwert die Wohnungssuche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38867#h09\">600 Hochh&auml;user haben Fassade wie Grenfell Tower<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38867#h10\">EU-Gipfel: Lage der Fl&uuml;chtlinge in Libyen: &ldquo;Die Menschen schlafen in Schichten&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38867#h11\">Todsicheres Herkunftsland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38867#h12\">Keine Punkte gegen Trump: Amerikas Demokraten in der Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38867#h13\">Wie aus Millionenspenden an Parteien olle Kamelle f&uuml;r B&uuml;rger werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38867#h14\">Umstrittene TV-Doku &ndash; Diskussion &uuml;ber Antisemitismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38867#h15\">Warum schweigt ihr bei Sch&auml;uble, liebe Rollifahrer?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38867#h16\">Rezension: Falsche Versprechen. Wachstum im digitalen Kapitalismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38867#h17\">Union ohne Programm: Mehltau mit Merkel<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Sahra Wagenknecht &uuml;ber Unsicherheit durch &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen<\/strong><br>\nImmerhin Ehrgeiz haben Frau Merkel und ihre Kabinetts-Kollegen. Kurz vor der Sommerpause des Bundestages wollen sie sich offenbar noch ein weiteres &sbquo;Pr&auml;dikat&lsquo; verdienen. Ihr Ziel: nicht nur als Gro&szlig;e Koalition des Staatsversagens, der Aufr&uuml;stung und der sozialen Spaltung in die Geschichtsb&uuml;cher eingehen, sondern auch noch als Gro&szlig;e Koalition des Grundrechte-Abbaus, die die wohl weitreichendsten &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen seit dem &sbquo;gro&szlig;en Lauschangriff&lsquo; beschlie&szlig;t. Ihr Gesetzentwurf sieht vor, dass der Staat k&uuml;nftig im Bereich der Strafverfolgung Mobilger&auml;te hacken, dort Wanzen installieren und Betroffene auf diese Weise aussp&auml;hen kann. Es ist ein Trugschluss, dass solche Staatstrojaner unsere Sicherheit erh&ouml;hen. Richtig ist vielmehr: Um hacken zu k&ouml;nnen, muss man gezielt IT-Sicherheitsl&uuml;cken kennen. Daf&uuml;r gibt es einen Schwarzmarkt, den bislang Kriminelle nutzen &ndash; und k&uuml;nftig auf Wunsch von Innenminister de Mazi&egrave;re dann eben auch Polizisten. Im Ergebnis f&uuml;hrt das zu einer Kultur der IT-Unsicherheit f&uuml;r uns alle &ndash; und das kann schnell zu ganz realer Unsicherheit und Gefahr werden. Mein Fazit: Solch eine Politik ist fahrl&auml;ssig und geh&ouml;rt gestoppt. Noch ein Grund mehr, den daf&uuml;r verantwortlichen Politiker bei der Wahl im Herbst eine deutliche Klatsche zu verpassen!<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sahra.wagenknecht\/?hc_ref=PAGES_TIMELINE&amp;fref=nf\">Sahra Wagenknecht via Facebook<\/a>\n<p><strong>dazu: Der Staatstrojaner ist ein Einbruch ins Grundrecht<\/strong><br>\nHeimlich, still und leise beschlie&szlig;t der Bundestag ein Gesetz, das Computer und Handys zu staatlichen Spionageanlagen macht. Das ist ein Skandal.<br>\nMan soll nicht bei jeder Gelegenheit von einem Skandal reden. Aber das, was heute am sp&auml;ten Nachmittag im Bundestag geschehen soll, ist eine derartige Dreistigkeit, dass einem die Spucke wegbleibt. Ein Gesetz mit gewaltigen Konsequenzen, ein Gesetz, das den umfassenden staatlichen Zugriff auf private Computer und Handys erlaubt, wird auf fast betr&uuml;gerische Weise an der &Ouml;ffentlichkeit vorbeigeschleust und abgestimmt.<br>\nHeimlich, still und leise wurden Regeln &uuml;ber das staatliche Hacking, &uuml;ber die Einf&uuml;hrung von Staatstrojanern und die Einf&uuml;hrung der Online-Durchsuchung an ein schon laufendes, harmlos klingendes Gesetzgebungsverfahren angeh&auml;ngt; in diesem Gesetz ging es urspr&uuml;nglich vor allem darum, dass k&uuml;nftig die Fahrerlaubnis auch bei Delikten weggenommen werden kann, die mit dem Stra&szlig;enverkehr nichts zu tun haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/digital\/ueberwachung-der-staatstrojaner-ist-ein-einbruch-ins-grundgesetz-1.3555917\">Heribert Prantl in der S&uuml;ddeutschen<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin H.K.:<\/strong> Die Methode, einzelne kritische Gesetze, quasi durch die Hintert&uuml;r in ein Gesetzespaket hineinzuschmuggeln, hat sich schon bei der GG-&Auml;nderung zur Autobahnprivatisierung &bdquo;bew&auml;hrt&ldquo;. Bundestag und Bundesrat haben sich &bdquo;erpressen&ldquo; lassen. Wer oder was hat sie dazu gen&ouml;tigt? Demokratie, Rechtstaat und b&uuml;rgerliche Freiheitsrechte werden etappenweise demontiert. Die Attacken nehmen kein Ende. Wird das Gesetz beschlossen, ist es evident grundrechtswidrig. Das muss allen Abgeordneten bewusst sein. Es w&auml;re ein weiterer Fall von (versuchtem) Machtmissbrauch durch Legislative und Exekutive. Wird das Gesetz verabschiedet, wartet auf das BVerfG noch mehr Arbeit. So w&auml;chst noch mehr Misstrauen in der Bev&ouml;lkerung gegen&uuml;ber den gew&auml;hlten &bdquo;Repr&auml;sentanten&ldquo;. Sie bringen sich selbst in Verruf.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>&raquo;Verm&ouml;genssteuer ist &uuml;berf&auml;llig&laquo;<\/strong><br>\nLinkspartei fordert sanktionsfreie Grundsicherung, h&ouml;heren Mindestlohn und will Reiche zur Kasse bitten. Gespr&auml;ch mit Sabine Zimmermann<br>\nUnter dem Motto &raquo;Umsteuern: Armut stoppen, Zukunft schaffen&laquo; findet am 27. und 28. Juni in Berlin der zweite Armutskongress statt, der von verschiedenen Sozialverb&auml;nden und Gewerkschaftsgliederungen veranstaltet wird. Bleiben wir beim Motto der Konferenz: Wie l&auml;sst sich Ihrer Meinung nach Armut stoppen und Zukunft schaffen?<br>\nDa braucht es nat&uuml;rlich ein ganzes Ma&szlig;nahmenb&uuml;ndel. Arbeit muss wieder existenzsichernd werden. Vor allem muss auch der Altersarmut endlich der Kampf angesagt werden. Die gesetzliche Rente muss gest&auml;rkt und armutsfest gemacht werden, unter anderem durch Anhebung des Rentenniveaus auf mindestens 53 Prozent, Abschaffung der K&uuml;rzungsfaktoren und der Rente ab 67 sowie die Einf&uuml;hrung einer solidarischen Mindestrente in H&ouml;he von 1.050 Euro. Es ist eine Frage des grundlegenden Anstands in unserer Gesellschaft, dass Menschen, die lange Jahre und Jahrzehnte schwer gearbeitet haben, Anerkennung erfahren f&uuml;r ihre Lebensleistung. Aber auch die soziale Absicherung muss auf eine neue Grundlage gestellt werden. Statt Hartz IV braucht es eine sanktionsfreie Mindestsicherung, die wirklich vor Armut sch&uuml;tzt und gesellschaftliche Teilhabe erm&ouml;glicht. Nicht zuletzt ist auch ein &ouml;ffentlich gef&ouml;rderter Besch&auml;ftigungssektor, mit existenzsichernden Arbeitspl&auml;tzen, l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llig.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/312936.verm%C3%B6genssteuer-ist-%C3%BCberf%C3%A4llig.html\">junge Welt<\/a>\n<p><strong>dazu: SPD-Linker &uuml;ber neues Steuerkonzept: &bdquo;So, wie jetzt, ist es nicht fair&ldquo;<\/strong><br>\nMatthias Miersch h&auml;lt eine Verm&ouml;gensteuer f&uuml;r notwendig. Bei Normalverdienern d&uuml;rfe nicht der Eindruck entstehen, der SPD sei Ungleichheit egal.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.taz.de\/SPD-Linker-ueber-neues-Steuerkonzept\/!5419029\/\">taz<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Eigentlich liegt das Problem darin, dass Miersch mal wieder den Eindruck erweckt, er stehe in Opposition zur offiziellen Parteilinie. Das hat ja schon beim Thema CETA nicht gestimmt. Damals hatte sich Miersch auch lange klar gegen das Handelsabkommen positioniert, um dann doch einen faulen Kompromiss auszuhandeln und als Erfolg zu verk&uuml;nden.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Jobcenter verh&auml;ngten Hartz-IV-Sanktionen in H&ouml;he von zwei Milliarden Euro<\/strong><br>\nWer Arbeitslosengeld II bezieht, das sogenannte Hartz IV, darf keine zumutbaren Jobangebote oder Ausbildungen verweigern, Termine unentschuldigt vers&auml;umen oder zus&auml;tzliche Einkommen verschweigen &ndash; sonst k&ouml;nnen die Jobcenter die Auszahlungen k&uuml;rzen. Von diesen Sanktionen machen sie offenbar ausgiebig Gebrauch. Die Summe der Gelder, die Hartz-IV-Beziehern nicht ausgezahlt wurden, betr&auml;gt von 2007 bis 2016 insgesamt 1,9 Milliarden Euro, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Sabine Zimmermann hervorgeht, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet.<br>\nZuletzt stieg die Jahressumme der Sanktionen um mehr als vier Millionen auf knapp 175 Millionen Euro 2016. Die Zahl schwankte in den vergangenen Jahren zwischen 204 und 170 Millionen Euro.<br>\nIm Jahr 2016 gab es im Jahresdurchschnitt rund 134.000 erwerbsf&auml;hige Leistungsberechtigte mit mindestens einer Sanktion. 2007 waren es erst 123.000 gewesen. Einen H&ouml;chstwert gab es 2012 mit 150.000. Gut 939.000 Sanktionen wurden 2016 neu verh&auml;ngt, diese Zahl schwankte in den vergangenen Jahren zwischen 783 000 und 1,02 Millionen. Die durchschnittliche Sanktionsh&ouml;he betrug im vergangenen Jahr 108 Euro. (&hellip;)<br>\nZimmermann sagte: &ldquo;Grundrechte k&uuml;rzt man nicht.&rdquo; Die Sanktionen verstie&szlig;en insbesondere gegen das Grundrecht auf ein menschenw&uuml;rdiges Existenzminimum, sagte sie der dpa. Anstatt die erwerbslosen Menschen mit Sanktionsinstrumenten permanent unter Druck zu setzen, sollte die Bundesregierung daran arbeiten, wie mehr und fair entlohnte Arbeitspl&auml;tze entstehen k&ouml;nnen. Die Sanktionen m&uuml;ssten abgeschafft werden, forderte die Vizefraktionschefin der Linken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/hartz-iv-zwei-milliarden-euro-sanktionen-in-zehn-jahren-a-1153457.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Vermutlich wird das Grundrecht auf ein menschenw&uuml;rdiges Existenzminimum Leute wie Herrn Sch&auml;uble nicht davon abhalten, am status quo der Sanktionen festzuhalten. Der Bundesfinanzminister wird sich angesichts dieser Meldung vielleicht sogar die H&auml;nde reiben &ndash; schlie&szlig;lich kann er so &ldquo;sparen&rdquo;. Und wurden mit diesen fast 2 Milliarden z.B. mehr Steuerfahnder eingestellt? Leider nicht, das w&uuml;rde ja seine W&auml;hlerklientel erschrecken, oder?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Mindestlohn: Mehr als Geld<\/strong><br>\nDer Mindestlohn bringt Besch&auml;ftigten nicht nur eine bessere Bezahlung. Auch die Wertsch&auml;tzung durch Vorgesetzte oder das Betriebsklima beeinflusst er positiv.<br>\nArbeitsbedingungen und Arbeitszufriedenheit von Niedriglohnbesch&auml;ftigten haben sich mit dem Mindestlohn verbessert. Das zeigen WSI-Forscher Toralf Pusch und Miriam Rehm von der Arbeiterkammer Wien in einer empirischen Studie. Die Wissenschaftler haben Angaben von mehr als 340 Besch&auml;ftigten ausgewertet, die 2014 weniger als 8,50 Euro in der Stunde verdienten und nach dem 1. Januar 2015 im gleichen Job weiterarbeiteten. Die Daten stammen aus dem Panel Arbeitsmarkt und Soziale Sicherung (PASS), f&uuml;r das die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit jedes Jahr repr&auml;sentativ ausgew&auml;hlte Niedriglohnbesch&auml;ftigte befragt. Um zu kontrollieren, welche Effekte wirklich auf dem Mindestlohn beruhen, verglichen Pusch und Rehm die Antworten der zum Mindestlohn Besch&auml;ftigten mit denen von rund 440 vergleichbaren Arbeitnehmern, die 2014 zwischen 8,50 und 13 Euro in der Stunde erhielten. Die zentralen Ergebnisse lauten:<br>\nDer Stundenlohn der befragten Niedrigverdiener stieg von durchschnittlich 6,70 Euro brutto pro Stunde auf im Mittel 8,20 Euro im Jahr 2015. Der Mittelwert von weniger als 8,50 Euro zeigt zwar, dass der Mindestlohn im Jahr seiner Einf&uuml;hrung noch nicht &uuml;berall gezahlt wurde. Die Verbesserung um gut 22 Prozent &uuml;bertraf trotzdem das durchschnittliche Lohnwachstum in der Vergleichsgruppe (3,7 Prozent) um ein Vielfaches.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/109259_109304.htm\">B&ouml;ckler Impuls<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Debatte Reform der Jugendhilfe: Kinder st&auml;rken statt den Staat<\/strong><br>\nDie geplante Reform der Kinder- und Jugendhilfe ist eine beispiellose Verschlimmbesserung. Die Warnungen der Fachwelt werden ignoriert.<br>\nDie Fachwelt k&auml;mpft seit August 2016 in gro&szlig;er Einigkeit gegen eine familienfeindliche Sparreform der Kinder- und Jugendhilfe, die die Rechte der Betroffenen schw&auml;chen und die Eingriffsrechte des Staates st&auml;rken will. Diese Reform wird das Gegenteil dessen bewirken, was sie verspricht. Unter dem Namen Kinder- und Jugendst&auml;rkungsgesetz (KJSG) sollen Rechtsanspr&uuml;che auf Hilfen zur Erziehung eingeschr&auml;nkt, Leistungen f&uuml;r junge Erwachsene abgebaut und Eingriffe in das Sorgerecht und die dauerhafte Unterbringung in Heimen erleichtert werden. Damit w&uuml;rde die schon bestehende Schieflage, dass es immer weniger pr&auml;ventive Hilfen und immer mehr Eingriffe in Familien gibt, noch erheblich versch&auml;rft.<br>\nSchon jetzt ist die Situation desolat: So sind allein von 2006 bis 2015 &uuml;ber 3.200 Jugendh&auml;user, Abenteuerspielpl&auml;tze und Spielmobile, die gerade f&uuml;r Familien in Deutschlands Armutsregionen eine wichtige Alltagsentlastung darstellen, eingespart worden. Gleichzeitig steigt die Zahl der Sorgerechtsentz&uuml;ge und Inobhutnahmen von Jahr zu Jahr. Dabei hat das System gerade hier eine Schw&auml;che: Fast jede zweite Unterbringung in Heimen und Pflegefamilien muss ungeplant beendet werden. Die Verweildauer in Heimen hat sich von durchschnittlich 27 auf 20 Monate, die in Pflegefamilien von 50 auf 40 Monate verk&uuml;rzt. [&hellip;]<br>\nDie Entstehungsgeschichte des KJSG ist ein Lehrst&uuml;ck organisierter Unverantwortlichkeit von Bund, L&auml;ndern und Kommunen. Die hehren Reformziele passen nicht zu den Machtfantasien von staatlicher Steuerung. Dazu kommt noch die gegenseitige Schuldzuweisung, wenn es um die Finanzierungsfolgen geht. Das Chaos wird auch deutlich an den &uuml;ber 50 &Auml;nderungsantr&auml;gen des Bundesrates und den Stellungnahmen von Kommunen und L&auml;ndern sowie der Reaktion der Bundesregierung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Debatte-Reform-der-Jugendhilfe\/!5418727\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> &ldquo;Die hohe Kinderarmut spielt in dieser Reform keine Rolle und wird auch nicht benannt, obwohl sie einer der Hauptgr&uuml;nde f&uuml;r Hilfebedarfe ist.&rdquo; &ndash; Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, wird der Elefant im Raum nicht benannt. Besser w&auml;re Hilfe f&uuml;r die &uuml;berforderten, armen Familien &ndash; noch viel besser w&auml;re zu verhindern, dass Familien &uuml;berhaupt arm werden, vor allem durch h&ouml;here L&ouml;hne, bessere Sozialleistungen und Abschaffung des grauenhaften Hartz-IV-Zwangssystems. Aber das w&auml;re ja Ursachenbek&auml;mpfung statt Herumdoktern an den Symptomen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Europ&auml;ischer Gerichtshof: R&uuml;ckenwind f&uuml;r die Mitbestimmung<\/strong><br>\nL&auml;sst sich die Mitbestimmung im Aufsichtsrat durch EU-Recht aushebeln? Ein TUI-Kleinaktion&auml;r hat das versucht, seine Klage wird zurzeit vor dem Europ&auml;ischen Gerichtshof (EuGH) verhandelt. Dass er sich durchsetzt, ist allerdings unwahrscheinlicher geworden: EuGH-Generalanwalt Henrik Saugmandsgaard &Oslash;e hat in seinen Schlussantr&auml;gen am 4. Mai klar gegen das Ansinnen des Kl&auml;gers Position bezogen. Der Generalanwalt unterst&uuml;tzt den EuGH bei seiner Entscheidungsfindung. Seine Empfehlungen sind zwar nicht bindend, h&auml;ufig folgt der Gerichtshof aber seiner Linie. Die Rechtswissenschaftler R&uuml;diger Krause von der Universit&auml;t G&ouml;ttingen und Bernard Johann Mulder von der Universit&auml;t Oslo haben das Votum des Generalanwalts f&uuml;r die Hans-B&ouml;ckler-Stiftung kommentiert.<br>\nDer Kl&auml;ger vertritt die Ansicht, dass die Unternehmensmitbestimmung ausl&auml;ndische Besch&auml;ftigte von deutschen Konzernen diskriminiere und gleichzeitig die einheimischen Besch&auml;ftigten in ihrer Freiz&uuml;gigkeit einschr&auml;nke. Die Begr&uuml;ndung: Arbeitnehmer im Ausland d&uuml;rften nicht mitw&auml;hlen, Arbeitnehmer in Deutschland w&uuml;rden an einem Wechsel ins Ausland gehindert, wenn sie dadurch ihr Wahlrecht verlieren. Beide Argumente teilt der Generalanwalt nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/109259_109277.htm\">B&ouml;ckler Impuls<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Wohnungsnot w&auml;chst auch au&szlig;erhalb der Gro&szlig;st&auml;dte<\/strong><br>\nIn den Ballungsr&auml;umen sind Wohnungen knapp. Doch auch fernab der gro&szlig;en St&auml;dte spitzt sich die Lage zu, zeigt eine neue Studie.<br>\nWohnungen werden auch au&szlig;erhalb von Ballungsr&auml;umen einer Studie zufolge knapper und teurer. In einem Drittel der regionalen Wohnungsm&auml;rkte fehlt Wohnraum, wie das Gutachterinstitut Prognos ermittelt hat. Demnach ist die Situation in 138 St&auml;dten und Kreisen problematisch. Selbst f&uuml;r Haushalte mit mittleren Einkommen werde es immer schwieriger, bezahlbare Wohnungen zu finden, hei&szlig;t es in der Analyse, die Prognos am Donnerstag beim Wohnungsbautag in Berlin vorstellen sollte und der Deutschen Presse-Agentur vorlag. &bdquo;Das Ph&auml;nomen des Wohnungsmangels geht dabei deutlich &uuml;ber die Metropolen und Ballungsr&auml;ume hinaus.&ldquo;<br>\nIn Auftrag gegeben hat die Studie das Verb&auml;ndeb&uuml;ndnis Wohnungsbau, zu dem sieben Verb&auml;nde und Organisationen der Bau- und Immobilienbranche geh&ouml;ren. In den sieben St&auml;dten mit besonders angespanntem Wohnungsmarkt &ndash; Berlin, D&uuml;sseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, K&ouml;ln, M&uuml;nchen und Stuttgart &ndash; kann sich laut Studie eine Familie mit einem mittleren Einkommen von 2168 Euro netto weniger als 70 Quadratmeter leisten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/immobilien\/studie-wohnungsnot-waechst-auch-ausserhalb-der-grossstaedte-15072137.html\">FAZ<\/a>\n<p><strong>dazu: Wohnraumbedarf in Deutschland: &ldquo;Letzten drei Bundesregierungen haben ein St&uuml;ck weit versagt&rdquo;<\/strong><br>\nEs w&uuml;rden ganz konkret eine Million Wohnungen in Deutschland fehlen, sagte Robert Feiger, Chef der Gewerkschaft IG Bauen, Agrar und Umwelt, im Dlf. Er fordert eine Erh&ouml;hung der Abschreibung auf Immobilien, um Investments attraktiver zu machen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/wohnraumbedarf-in-deutschland-letzten-drei.694.de.html?dram:article_id=389299\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Ausl&auml;ndischer Name erschwert die Wohnungssuche<\/strong><br>\nMenschen mit einem ausl&auml;ndischen Namen haben es laut einer gro&szlig;en Studie in Deutschland deutlich schwerer, eine Wohnung zu finden. &bdquo;Besonders hart trifft es Wohnungssuchende mit t&uuml;rkischer oder arabischer Herkunft. In jedem vierten Fall, in dem ein Deutscher eine Einladung zu einer Besichtigung erh&auml;lt, werden sie &uuml;bergangen&ldquo;, berichteten Datenjournalisten des Bayerischen Rundfunks (BR) und des Nachrichtenmagazins &bdquo;Der Spiegel&ldquo; am Donnerstag.<br>\nDie Autoren hatten 20 000 Anfragen mit erfundenen deutschen und nicht-deutschen Profilen an private und gewerbliche Anbieter in zehn gro&szlig;en St&auml;dten &ndash; darunter auch Frankfurt &ndash; geschickt. Rund 8000 Antworten erhielten sie.<br>\n&bdquo;Zus&auml;tzlich zur Nationalit&auml;t spielt auch das Geschlecht eine wichtige Rolle&ldquo;, erl&auml;uterten die Verfasser der Studie. &bdquo;T&uuml;rkische M&auml;nner werden st&auml;rker diskriminiert als t&uuml;rkische Frauen. Auch bei unseren arabischen Testpersonen stellen wir eine Tendenz zu einer st&auml;rkeren Benachteiligung von M&auml;nnern fest.&ldquo; Unterschiede traten auch zwischen privaten und gewerblichen Anbietern auf. &bdquo;Wir haben festgestellt, dass Privatpersonen ausl&auml;ndische Bewerber st&auml;rker diskriminieren als Makler, Hausverwaltungen oder Wohnungsunternehmen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr.de\/frankfurt\/diskriminierung-auslaendischer-name-erschwert-die-wohnungssuche-a-1300628\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Und noch schwieriger d&uuml;rfte die Suche &ndash; eigentlich das Finden einer Wohnung &ndash; f&uuml;r Personen mit ausl&auml;ndischen Namen werden, wenn z.B. Arbeitslosigkeit vorliegt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>600 Hochh&auml;user haben Fassade wie Grenfell Tower<\/strong><br>\nDie britischen Beh&ouml;rden gehen davon aus, dass rund 600 Hochh&auml;user allein in England eine &auml;hnliche Fassadenverkleidung wie der ausgebrannte Grenfell Tower in London haben.<br>\nDie Regierung habe Tests bei 100 Hochh&auml;usern pro Tag veranlasst, sagte die britische Premierministerin Theresa May am Donnerstag im Londoner Parlament, die Ergebnisse w&uuml;rden binnen Stunden vorliegen. Bei M&auml;ngeln w&uuml;rden Eigent&uuml;mer und Bewohner umgehend informiert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article165819331\/600-Hochhaeuser-haben-Fassade-wie-Grenfell-Tower.html\">Welt Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>EU-Gipfel: Lage der Fl&uuml;chtlinge in Libyen: &ldquo;Die Menschen schlafen in Schichten&rdquo;<\/strong><br>\nAuf dem Weg nach Europa kommen 90 Prozent der Fl&uuml;chtlinge &uuml;ber Libyen. Die Menschenrechtslage dort sei furchtbar, so der UN-Sondergesandte f&uuml;r Libyen, Martin Kobler. Auch deshalb sei es wichtig, auf dem EU-Gipfel zu einem strategischen &Uuml;bereinkommen mit der Regierung zu kommen. [&hellip;]<br>\nAber dann nat&uuml;rlich das Allerwichtigste: Zu fragen, warum gehen die Leute denn nach Libyen, auf diesen gef&auml;hrlichen Weg nach Europa? Die Grundursachen in den Ursprungsl&auml;ndern bek&auml;mpfen. Eritrea, Somalia, Niger, Nigeria &ndash; warum kommen sie denn? Und hier ansetzen, aber wirklich, nicht kleckern, sondern klotzen, mit den L&auml;ndern, aus denen diese Fl&uuml;chtlinge kommen, und hier gute Bedingungen schaffen, ein Leben aufbauen.<br>\nWenn ich mit den Fl&uuml;chtlingen rede, warum seid ihr denn gekommen, dann sagen sie, weil wir nichts zu essen haben, oder weil wir politische Probleme haben oder weil wir Terrorismusprobleme haben. Und da muss die Europ&auml;ische Union ran, da muss die internationale Gemeinschaft ran, in partnerschaftlichen Weisen mit den Anrainerstaaten, mit den Ursprungsl&auml;ndern, aus denen die Fl&uuml;chtlinge kommen, hier zusammenzuarbeiten, um ihre Probleme dort zu l&ouml;sen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/eu-gipfel-lage-der-fluechtlinge-in-libyen-die-menschen.1008.de.html?dram:article_id=389323\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Todsicheres Herkunftsland<\/strong><br>\nSteigende Zahl von Attentaten in Afghanistan. UNO warnt vor gef&auml;hrlicher Lage. Bundesregierung will weiter Menschen an den Hindukusch abschieben<br>\nKrieg und Terror peinigen die Afghanen in ihrer Heimat. Die Sicherheitslage ist schlechter denn je. Erst am gestrigen Donnerstag kamen bei einem Autobombenanschlag in der Provinz Helmand mindestens 36 Menschen ums Leben. &Uuml;ber 59 Personen wurden verletzt. Unter den Opfern befanden sich neben Soldaten und Polizeibeamten auch Zivilisten. Es liegt die Vermutung nahe, dass auch dieser Terrorakt auf das Konto der Taliban geht. Sie kontrollieren etwa 80 Prozent der besagten Provinz.<br>\nDer deutschen Bundesregierung aus CDU\/CSU und SPD ist die gef&auml;hrliche Lage in Afghanistan jedoch egal. Wie Spiegel Online und der Norddeutsche Rundfunk (NDR) gestern &uuml;bereinstimmend berichteten, sollen am kommenden Mittwoch erneut Fl&uuml;chtlinge aus Deutschland ins Kriegsgebiet abgeschoben werden. So sei ein Abschiebeflug nach Kabul geplant.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/312925.todsicheres-herkunftsland.html\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Keine Punkte gegen Trump: Amerikas Demokraten in der Krise<\/strong><br>\nAmerikas Demokraten wundern sich: Warum profitieren sie nicht von Donald Trumps Skandalen? Dabei hat Hillary Clintons einstiger Gegenkandidat Bernie Sanders vorgef&uuml;hrt, was die Partei jetzt braucht. [&hellip;]<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/trumps-praesidentschaft\/usa-demokraten-sind-trotz-donald-trump-in-der-krise-15071921.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ganz einfache Frage, weshalb sollten Menschen, die mit Arbeitslosigkeit, prek&auml;ren Jobs, Schulden, schlechter bzw. keiner Gesundheitsvorsorge zu k&auml;mpfen haben, deren Kinder nur davon tr&auml;umen k&ouml;nnen, jemals in Harvard oder Yale zu studieren, Vertreter einer linksliberalen Elite, die sie im Grunde verachtet, als ihre Interessenvertreter ansehen?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Wie aus Millionenspenden an Parteien olle Kamelle f&uuml;r B&uuml;rger werden<\/strong><br>\nErst am 15. Juni 2017 ver&ouml;ffentlichte die Bundestagsverwaltung die Rechenschaftsberichte der Bundestagsparteien f&uuml;r das Jahr 2015. Das ist ein neuer Versp&auml;tungsrekord. Und auch jetzt kommen die Zahlenwerke wieder nur sehr unzureichend den Forderungen des Grundgesetzes (Art. 21 Abs. 1) und des Bundesverfassungsgerichts nach, dass die W&auml;hler\/innen sich &uuml;ber finanzielle Einflussnahmen auf die Parteien informieren k&ouml;nnen sollen. (&hellip;)<br>\nNur Gro&szlig;spenden, die in Einzelbetr&auml;gen von mehr als 50.000 Euro flie&szlig;en, werden zeitnah ver&ouml;ffentlicht. Die Folge: &Uuml;ber 90 Prozent aller Gro&szlig;spenden &uuml;ber 10.000 Euro wurden jetzt erst bekannt &ndash; zwei Jahre, nachdem das Geld geflossen ist. 70 Prozent der Spenden von Unternehmen und Wirtschaftsverb&auml;nden bleiben auch weiterhin anonym, da sie unterhalb der Ver&ouml;ffentlichungsschwelle von 10.000 Euro pro Spender und Partei blieben. Komplett im Dunkeln bleibt, wieviel die Parteien im Einzelnen an Sponsorengeldern eingenommen haben. Stichproben zeigen, dass Sponsoring inzwischen die Gr&ouml;&szlig;enordnung von Gro&szlig;spenden erreicht hat und teils um ein Vielfaches &uuml;bersteigt. Dennoch erscheinen die Sponsor-Millionen nur in verschiedenen anonymen Sammelposten der Rechenschaftsberichte (&bdquo;Einnahmen aus Veranstaltungen und Publikationen&ldquo;, &bdquo;Einnahmen aus Unternehmenst&auml;tigkeit&ldquo;, &bdquo;Einnahmen aus Beteiligungen&ldquo;). Anders gesagt: Niemand erf&auml;hrt, welcher Sponsor wieviel und wof&uuml;r gezahlt hat. Im vergangenen Jahr hatte der Sponsor-Skandal &bdquo;Rent-a-Sozi&ldquo; um k&auml;uflichen Zugang zu SPD-Spitzenpolitikern erneut gezeigt, dass das intransparente Sponsoring auch als Deckmantel f&uuml;r Einflussgesch&auml;fte dient, die mit demokratischem Fair Play nicht vereinbar sind.<br>\nWir fordern: Spenden und Sponsorzahlungen sollen ab 10.000 Euro sofort und namentlich ver&ouml;ffentlicht werden, ab 2.000 Euro in den Rechenschaftsberichten. Diese Transparenzpflicht muss auch f&uuml;r Sponsoreinnahmen gelten, die &uuml;ber parteieigene Firmen und assoziierte Vereine flie&szlig;en. Der Verkauf des Kontakts zum eigenen politischen Personal unter dem Deckmantel des Sponsoring muss ausdr&uuml;cklich untersagt werden.<br>\n<a href=\"https:\/\/www.lobbycontrol.de\/wp-content\/uploads\/Topspender_2015.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170623-Topspender-2015.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.lobbycontrol.de\/2017\/06\/wie-aus-millionenspenden-an-parteien-olle-kamelle-fuer-buerger-werden\/\">LobbyControl<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Umstrittene TV-Doku &ndash; Diskussion &uuml;ber Antisemitismus<\/strong><br>\nEs gibt eine gro&szlig;e Debatte um die umstrittene Arte\/WDR-Dokumentation &bdquo;Auserw&auml;hlt und ausgegrenzt &ndash; Der Hass auf Juden in Europa&ldquo;. Der Film hat Fragen auf vielen Ebenen aufgeworfen &ndash; inhaltlich, aber vor allem in Bezug auf die journalistische Sorgfaltspflicht. Macht sich tats&auml;chlich ein neuer Antisemitismus in Deutschland und Europa breit? Kann der Film seine Thesen belegen oder gibt es handwerkliche M&auml;ngel? Das Grimme-Institut greift die Kontroverse &uuml;ber den Film auf und wird mit einer Runde Journalisten und Beteiligten nicht nur &uuml;ber den Film, sondern auch &uuml;ber den Umgang mit diesem diskutieren. Es geht in der Debatte um das Verhalten der Senderverantwortlichen, die kritische Bewertung des Inhalts der Dokumentation sowie ihre Vorab-Ver&ouml;ffentlichung auf der Internetseite der Bild-Zeitung. In der Volkshochschule Bonn soll es um zentrale Fragen der Verantwortung der Medien gehen, die im Spannungsfeld zwischen Programmauftrag, redaktioneller Freiheit und gesellschaftlicher Verpflichtung agieren. Dazu diskutieren unter anderem Grimme-Direktorin Frauke Gerlach, WDR-Fernsehdirektor J&ouml;rg Sch&ouml;nenborn, die Journalisten Fitz Wolf, Ren&eacute; Martens und Mirna Funk.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www1.wdr.de\/mediathek\/video\/sendungen\/video-umstrittene-tv-doku---diskussion-ueber-antisemitismus-100.html\">WDR<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Warum schweigt ihr bei Sch&auml;uble, liebe Rollifahrer?<\/strong><br>\nMan muss sich nicht f&uuml;r Dinge rechtfertigen, die andere getan haben<br>\nDie Muslime und ihre Verb&auml;nde haben sich also letzte Woche mal wieder nicht ausreichend vom Islamismus distanziert. Der Innenminister zeigte sich entt&auml;uscht. Der Justizminister forderte indes eine klare Haltung. Die Leitmedien skandalisierten eifrig hinterher: Ja warum distanzieren sie sich denn nicht? Deutsche Christen haben sich nach der NSU-Geschichte doch auch distanziert. Gut, sie marschierten nicht auf Demos mit und hielten als Parole &raquo;Je ne suis pas Nazi!&laquo; in die Luft. Niemand ist schlie&szlig;lich ein Nazi, bis das Gegenteil bewiesen ist. Man muss sich au&szlig;erdem nicht f&uuml;r Dinge rechtfertigen, die andere getan haben. Verursacherprinzip und so. Nein, sie zeigten schlicht Betroffenheit &ndash; so nennt man die Distanzierung in F&auml;llen wie jenen. Viele blieben damals daheim, aber kein Minister verurteilte diese Stubenhocker. [&hellip;]<br>\nDie kollektive Aufforderung zur Distanzierung tr&auml;gt im Kern folgendes Motto: Mach das, was sollen sonst die anderen von dir denken. Das ist so provinziell. Das ist so F&uuml;nfziger.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1054982.warum-schweigt-ihr-bei-schaeuble-liebe-rollifahrer.html\">Heppenheimer Hiob<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Rezension: Falsche Versprechen. Wachstum im digitalen Kapitalismus<\/strong><br>\nDie falschen Versprechen des digitalen Kapitalismus: Philipp Staab blickt in seinem Buch &ldquo;Falsche Versprechen&rdquo; hinter die Fassade der digitalen Glitzerwelt &ndash; dahinter lauern altbekannte Probleme in neuem Gewand.<br>\nIn seinem Essay &bdquo;Falsche Versprechen. Wachstum im digitalen Kapitalismus&ldquo; geht der Soziologe Philipp Staab der Frage nach, ob die Digitalisierung das Versprechen eines neuen Wachstumsschubes halten kann. Die Digitalisierung identifiziert Staab zun&auml;chst als &bdquo;neuen Messias des Wachstums&ldquo; (S. 15f). Sie strukturiere jedoch nicht nur die &Ouml;konomie, sondern auch gro&szlig;e Teile staatlicher Verwaltungsprozesse. So stelle beispielsweise Amazon &uuml;ber seinen Cloud-Computing-Dienst Amazon Web Services in den USA einen bedeutenden Teil der digitalen Infrastruktur des amerikanischen Verwaltungs- und Regierungsapparates. Ausgehend von dieser Feststellung entwickelt Staab auch seine Theorie des &bdquo;digitalen Kapitalismus&ldquo; weiter, deren Grundsteine er bereits in anderen Texten gelegt hat (zum Beispiel Nachtwey\/Staab 2016). Dieses Konzept definiert er provisorisch als die &bdquo;Durchsetzung und Verbreitung von Informations- und Kommunikationstechnologien und der mit ihnen verbundenen &ouml;konomischen und ideologischen Dynamiken&ldquo; (S. 11). Als treibende Kr&auml;fte der Entwicklung hin zu einem digitalen Kapitalismus beschreibt er die gro&szlig;en Internetunternehmen Amazon, Google und Apple, da diese Basistechnologien anbieten, die in den verschiedensten Kontexten genutzt werden und durch ihre enormen finanziellen Kapazit&auml;ten die Macht haben, weitgehende Umstrukturierungsprozesse in Gang zu setzen. Als wesentliche politisch-&ouml;konomische Triebkraft hinter dem digitalen Kapitalismus identifiziert Staab das Konsumptionsproblem. Damit bezeichnet er den Widerspruch, dass sich einerseits die Produktivkr&auml;fte rasch entwickeln, sich andererseits aber die Nachfrage nicht entsprechend steigert. Aufgrund dieses Dilemmas geht mit der Entwicklung der Produktivkr&auml;fte nicht automatisch eine Steigerung des &ouml;konomischen Wachstums einher. Die zentrale These von Staabs Essay ist nun, dass der digitale Kapitalismus verspreche, dieses Problem durch die Rationalisierung des Konsums zu beheben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/2043\">annotazioni<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Union ohne Programm: Mehltau mit Merkel<\/strong><br>\nIhre Partei g&auml;hnt vor Langeweile, sie selbst gl&auml;nzt derzeit durch Nichtstun &ndash; und trotzdem sind CDU und Angela Merkel wieder obenauf. Doch die Kanzlerin hat keine weitere Amtszeit verdient. [&hellip;]<br>\nAngela Merkel ist jetzt seit zw&ouml;lf Jahren Kanzlerin, sie ist beliebt, und auf den ersten Blick steht Deutschland fabelhaft da. Doch dass die internationale Presse sie feiert und sie als F&uuml;hrerin der freien Welt geachtet ist, verstellt den Blick darauf, dass sie zu Hause nicht viel mehr liefert, als regelm&auml;&szlig;ig sch&ouml;ne Bilder. [&hellip;]<br>\nWas ist Merkels Antwort auf die Frage, wie junge Familien in Metropolen noch Mieten bezahlen sollen? Was ist Merkels Antwort auf die Frage, warum viele Akademiker nach langer Ausbildung nur einen befristeten Job nach dem anderen bekommen? Warum nimmt sie es als vollkommen normal hin, dass jeder f&uuml;nfte Arbeitnehmer in Vollzeit mit seinem Einkommen den Lebensunterhalt nicht allein bestreiten kann? Ohne Mindestlohn, der gegen den erkl&auml;rten Willen der Union durchgesetzt wurde, w&auml;re diese Zahl noch h&ouml;her.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/angela-merkel-warum-die-kanzlerin-keine-weitere-amtszeit-verdient-kommentar-a-1153252.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Ich kann die Einsch&auml;tzung des Autors nicht nachvollziehen, &ldquo;auf den ersten Blick steht Deutschland fabelhaft da&rdquo;. Auf den ersten Blick gibt es in Deutschland Massenarbeitslosigkeit, Altersarmut und Kinderarmut ohne Ende, einen exorbitanten Leistungsbilanz&uuml;berschuss und eine zerfallende Infrastruktur: auf den ersten Blick geht es Deutschland und seinen Bewohnern deutlich schlechter als noch vor 20 Jahren. Im &Uuml;brigen f&uuml;hrt der Autor dann gleich die vielen, vielen Probleme auf, die dringend angegangen werden m&uuml;ssten, Lohnarmut und Niedriglohnsektor, Missbrauch von Werkvertr&auml;gen, die hohen Mieten, sachgrundlose Befristung, die mangelhafte Internetversorgung, das bewusste Versagen beim Klimaschutz usw. Warum meint der Autor eigentlich, die vorherigen Amtszeiten von Merkel, die zu den beschriebenen gro&szlig;en Problemen gef&uuml;hrt haben, w&auml;ren besser gewesen???<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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