{"id":38878,"date":"2017-06-25T09:00:42","date_gmt":"2017-06-25T07:00:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38878"},"modified":"2017-06-23T13:35:16","modified_gmt":"2017-06-23T11:35:16","slug":"hinweise-der-woche-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38878","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CW)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38878#h01\">Syrien <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38878#h02\">Frankeich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38878#h03\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38878#h04\">Fl&uuml;chtlinge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38878#h05\">Koalition peitscht R&uuml;stungsvorhaben im Hauruckverfahren durch den Verteidigungsausschuss<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38878#h06\">Politik in Geiselhaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38878#h07\">Der nach Gerhard Schr&ouml;der &bdquo;beste Niedriglohnsektor&ldquo;, der in Europa geschaffen wurde, betrifft mehr als jeden f&uuml;nften Arbeitnehmer in Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38878#h08\">Armut trotz Aufschwung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38878#h09\">F&uuml;nf Erkenntnisse aus dem Abgasskandal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38878#h10\">Sahra Wagenknecht &uuml;ber Unsicherheit durch &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38878#h11\">Algorithmen im US-Justizsystem: Schicksalsmaschinen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38878#h12\">Wir brauchen einen deutschen Corbyn<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnendsten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Syrien<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Deutsche Tornados fliegen &uuml;ber einem Pulverfass<\/strong><br>\nDie Lage in Syrien wird immer gef&auml;hrlicher. Mittlerweile besteht die Gefahr, dass die beiden Atomm&auml;chte USA und Russland aneinandergeraten. Es war und ist falsch, unsere Soldaten in US-gef&uuml;hrte &Ouml;l- und Gaskriege zu schicken &ndash; auch wenn sie unter der verlogenen &Uuml;berschrift &bdquo;Bek&auml;mpfung des Terrorismus&ldquo; gef&uuml;hrt werden. Statt die Tornados von Incirlik nach Jordanien zu verlagern und von dort aus &bdquo;den Anti-IS-Einsatz fortzusetzen&ldquo;, w&auml;re es angesichts der sich zuspitzenden Situation dringend erforderlich, diesen Bundeswehreinsatz in einem v&ouml;lkerrechtswidrigen Krieg zu beenden. Wer sich an den &Ouml;l- und Gaskriegen im Nahen Osten beteiligt, erh&ouml;ht die Terror-Anschlagsgefahr in Europa.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/?hc_ref=PAGES_TIMELINE&amp;fref=nf\">Oskar Lafontaine via Facebook<\/a><\/li>\n<li><strong>Macron droht mit Luftschl&auml;gen in Syrien<\/strong><br>\nDer franz&ouml;sische Pr&auml;sident Macron droht mit Luftangriffen, sollte es in Syrien noch einmal zum Einsatz von Chemiewaffen kommen. Er will zudem den Kampf f&uuml;r die Befreiung Syriens fortsetzen. Allerdings sieht er keinen legitimen Nachfolger f&uuml;r Assad.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Macron-droht-mit-Luftschlaegen-in-Syrien-article19901314.html\">n-tv<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Yes, der junge Erneuerer voll auf Linie mit der Regime Change Politik der USA.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Der neue franz&ouml;sische Pr&auml;sident bef&uuml;rchtet wohl <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/regierung-frankreich-ruecktritte-103.html\">innenpolitische Probleme<\/a> und sucht ein Ventil in der Au&szlig;enpolitik. Dieses Vorhaben k&ouml;nnte jedoch auf einen erneuten Bruch des V&ouml;lkerrechts in Syrien &ndash; sogar mit Ank&uuml;ndigung &ndash; hinauslaufen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Frankeich<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>D&auml;mpfer f&uuml;r Durchmarsch der R&eacute;publique en Marche<\/strong><br>\nDie neue Partei des franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten hat die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung gewonnen, wenn auch mit deutlich weniger Sitzen als vorausgesagt. Eine Sensation besonderer Art ist die historisch einmalig niedrige Wahlbeteiligung. (&hellip;)<br>\nDer Aufstieg von Macrons Bewegung wird als Innovation gefeiert, die das angeblich veraltete Links-Rechts-Schema &uuml;berwindet und die franz&ouml;sische Demokratie erneuert. In der politischen Substanz ist Macrons Rezept aber nichts anderes als die Etablierung eines hegemonialen Blocks der sog. Mitte, wie wir ihn in Deutschland, mit der gro&szlig;en Koalition seit acht Jahren kennen. Also marktkonforme Demokratie inklusive Marginalisierung der parlamentarischen Opposition. So innovativ und revolution&auml;r ist REM also keineswegs, auch wenn, anders als bei uns, der hegemoniale Block jetzt in einer einzigen Partei zusammengefasst ist. (&hellip;)<br>\nDie &bdquo;revolution&auml;re&ldquo; Kernbotschaft erg&auml;nzt dann eine programmatische Mischung aus der linksliberal-gr&uuml;n-alternativen Erz&auml;hlung (Gender, sexuelle Minderheiten, Umwelt, Euro-Pathos und Kosmopolitismus), digitalem Start-Up-Modernismus, nach dem Muster &bdquo;Uber f&uuml;r alle&ldquo;, ein Schuss Make-France-great-again und schlie&szlig;lich ein smarten Neoliberalismus &ndash; quasi Margret Thatcher mit human face. Mit Speck f&auml;ngt man M&auml;use, bzw. einen linksliberalen Gr&uuml;nen ebenso wie den Unternehmerverband. Welche dieser Interessen Priorit&auml;t besitzen und sich ggf. im Konfliktfall durchsetzen, wird nat&uuml;rlich nach der Wahl entschieden &ndash; und zwar von Monsieur le Pr&eacute;sident.<br>\nWer dabei meinte, auf Programm und Versprechungen aus dem Wahlkampf vertrauen zu k&ouml;nnen, hat schon jetzt Anlass zu Ern&uuml;chterung. So hat Macron im Widerspruch zu seinen Aussagen vor der Wahl jetzt doch den Ausnahmezustand verl&auml;ngert. Ein Dokument des Ministerpr&auml;sidenten zur inneren Sicherheit sieht weitaus sch&auml;rfere Ma&szlig;nahmen beim Abbau demokratischer Rechte vor, als im Programm angek&uuml;ndigt. Und ein geleaktes Dokumente zur Arbeitsmarktreform (s.u.), k&uuml;ndigt eine h&auml;rtere Gangart gegen&uuml;ber den Gewerkschaften an, als das sozialpartnerschaftliche S&uuml;&szlig;holzraspeln im Wahlkampf glauben machen wollte. (&hellip;)<br>\nUnd dass die autorit&auml;re Versuchung schnell in die Arroganz der Macht umschlagen kann, hat unser &bdquo;Jupiter&ldquo; gleich zu Beginn seiner Amtszeit gezeigt. So k&uuml;ndigte er an, selbst dar&uuml;ber entscheiden zu wollen, welche Journalisten ihn auf seinen Auslandsreisen begleiten d&uuml;rfen. Nach Protesten hat das Pr&auml;sidialamt allerdings einen R&uuml;ckzieher gemacht.<br>\nBesonders gravierend ist freilich seine Ank&uuml;ndigung, sich f&uuml;r den harten Kern seines Programms, die Arbeitsmarktreform, noch in diesem Sommer einen Freibrief von seiner absoluten Mehrheit geben zu lassen, eine Serie von Ma&szlig;nahmen als Dekret durchzuziehen, also ohne jede weitere parlamentarische Kontrolle. Zur Vorbereitung sollen schon die Sommerferien genutzt werden, wenn selbst die 38% der Franzosen, die sich zuletzt noch an die Urnen begeben haben, von Politik nichts wissen wollen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2017\/06\/daempfer-fuer-durchmarsch-der-republique-en-marche\/\">Makroskop<\/a><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Wir werden keinen Blankoscheck ausstellen&ldquo;<\/strong><br>\nDie franz&ouml;sische Gewerkschafterin Andr&eacute;e Thomas &uuml;ber Emmanuel Macrons geplante Arbeitsmarktreform.<br>\nWie beurteilen Sie die Ank&uuml;ndigungen des neuen franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten, die Reform des Arbeitsrechts weiter vorantreiben zu wollen?<br>\nSeine Ank&uuml;ndigung eines &bdquo;Loi travail XXL&ldquo; ist genau eine unserer gro&szlig;en Bef&uuml;rchtungen, und vor allem, was er mit diesem Gesetz vorhat: die Reform der Sozialpartnerschaft, das hei&szlig;t der Vertretungen der Tarifpartner, in einer Weise, dass Verhandlungen auf Betriebsebene m&ouml;glich werden. Nach unserer Einsch&auml;tzung wird das die Branchenvertretungen schw&auml;chen, aber vor allem die Tarifverhandlungen aush&ouml;hlen. Deshalb sind wir als Force Ouvri&egrave;re absolut gegen ein solches Gesetz, das haben wir bereits gesagt, als das erste Arbeitsgesetz vorgelegt wurde. Das ist wirklich ein gro&szlig;es Problem, und da wird es sicher Demonstrationen gegen Macron geben, wenn er rasch mit diesem Arbeitsgesetz weitermacht und vor allem &uuml;ber diesen Aspekt verhandelt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/interviews\/artikel\/wir-werden-keinen-blankoscheck-ausstellen-2117\/\">IPG Journal<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Gl&uuml;cklicher Alexis &ndash; ungl&uuml;ckliches Griechenland<\/strong><br>\nDer griechische Ministerpr&auml;sident ist eine traurige Figur, aber er macht auf Optimismus. Wo er diesen Optimismus hernimmt, bleibt sein Geheimnis. Was er allerdings seinem Land zumutet, ist unertr&auml;glich.<br>\nMan glaubt es nicht, aber Griechenland ist wieder einmal &bdquo;gerettet&ldquo;. Fast zwei Jahre nach dem griechischen Volks-Votum gegen weitere Austerit&auml;tspolitik, das von der Eurogruppe brutal ignoriert wurde, also wieder eine europ&auml;ische &bdquo;Hilfe&ldquo; f&uuml;r das Land, um die Regierung davor zu bewahren, den Bankrott erkl&auml;ren zu m&uuml;ssen.<br>\nNat&uuml;rlich kommt auch diese &bdquo;Hilfe&ldquo; nicht ohne Bedingungen. Unter vielem anderen hat sich Griechenland verpflichtet, die ohnehin schon geringen Renten noch einmal erheblich zu k&uuml;rzen und auf unabsehbare Zeit eine extrem restriktive Haushaltspolitik zu implementieren (der Beschluss der Eurogruppe von vergangener Woche findet sich hier).<br>\nNicht weniger als zwei Prozent des BIP sollen die Einsparungen bis 2018 erbringen. Zur &bdquo;Ankurbelung&ldquo; des Wachstums (bzw. des Wachstumspotentials) hat man sich nat&uuml;rlich auf &bdquo;Strukturma&szlig;nahmen&ldquo; geeinigt, darunter die weitere Deregulierung stark regulierter Berufsgruppen. Das wird sicher das Wachstum stark ankurbeln, wenn in Zukunft die Apotheker weniger strikte Auflagen erf&uuml;llen m&uuml;ssen, um ihre Medikamente zu verkaufen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2017\/06\/gluecklicher-alexis-unglueckliches-griechenland\/\">Heiner Flassbeck auf Makroskop<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Lesenswert! <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Europ&auml;ische Kleingeister<\/strong><br>\nNach langen Verhandlungen scheint klar: Das &uuml;berschuldete Griechenland soll im Juli endlich frische Kredite in H&ouml;he von 8,5 Milliarden Euro von seinen europ&auml;ischen Partnern erhalten. Da IWF und EU sich nicht &uuml;ber Schuldenerleichterungen einig sind, legt der Internationale W&auml;hrungsfonds formal ein eigenes Kreditprogramm auf, zahlt aber zun&auml;chst kein Geld aus. Dies soll erst flie&szlig;en, wenn der Streit &uuml;ber m&ouml;gliche Schuldenerleichterungen beigelegt ist. Wieder einmal wird eine vern&uuml;nftige Regelung vor allem von Deutschland verhindert.<br>\nDie besonders von Deutschland verordnete Sparpolitik ist zum Scheitern verurteilt &ndash; vor allem mit Blick auf den Prim&auml;r&uuml;berschuss. Bis 2022 sollen die Griechen einen &Uuml;berschuss von 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung erzielen. Das ist de facto nicht zu schaffen, obwohl oder besser: weil die Griechen fast alle Sparauflagen erf&uuml;llen. So funktioniert die &ouml;konomische Logik eben nicht. Im Gegenteil: Werden Staatsausgaben drastisch gek&uuml;rzt, bricht die Wirtschaft ein. Wo im Haushalt ein gro&szlig;es Plus stehen sollte, bleibt im besten Fall ein kleiner &Uuml;berschuss. Und so ist es auch in Griechenland.<br>\nDie Vertreter des Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF) haben das l&auml;ngst verstanden und fordern deshalb schon seit einer Weile, dass Griechenland nur einen Prim&auml;r&uuml;berschuss von 1,5 Prozent erbringen sollte und einen Schuldenerlass bekommt. Der IWF liegt damit auf einer Linie mit der gro&szlig;en Mehrheit der &Ouml;konomen. Nur im deutschen Finanzministerium verweigert man sich der realistischen Einsch&auml;tzung. Dementsprechend hat Sch&auml;uble auch bei der aktuellen Kreditzusage an Griechenland nicht einer Schuldenerleichterung zugestimmt, sondern sie erst f&uuml;r 2018 in Aussicht gestellt &ndash; mit Blick auf die eigene Klientel also f&uuml;r eine Zeit nach der Bundestagswahl.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/gegenblende.dgb.de\/artikel\/++co++5c23938e-5273-11e7-a426-525400e5a74a\">DGB<\/a><\/li>\n<li><strong>Schuldenkrise in Griechenland: Deutsche Invest pachtet Hafen von Thessaloniki<\/strong><br>\nDer Hafen von Thessaloniki gilt als Drehkreuz f&uuml;r den ganzen Balkan. Jetzt wird er privatisiert: Ein Konsortium unter deutscher F&uuml;hrung pachtet ihn f&uuml;r die n&auml;chsten 40 Jahre.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/griechenland-deutsche-invest-pachtet-hafen-von-thessaloniki-a-1152974.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Fl&uuml;chtlinge<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Nach Anschl&auml;gen: Bundesregierung setzt offenbar Abschiebungen nach Afghanistan fort<\/strong><br>\nAnfang Juni hatte die Bundesregierung Abschiebungen nach Afghanistan eingeschr&auml;nkt. Nach SPIEGEL-Informationen soll in der kommenden Woche nun wieder ein Abschiebeflug von Leipzig nach Kabul gehen. Nach mehreren blutigen Anschl&auml;gen in der afghanischen Hauptstadt Kabul Ende Mai und Anfang Juni hatte die Bundesregierung die umstrittenen Abschiebungen nach Afghanistan eingeschr&auml;nkt. Am kommenden Mittwoch soll nun erneut ein Flieger mit abgelehnten Asylbewerbern Deutschland verlassen. Nach SPIEGEL-Informationen soll der Abschiebeflug von Leipzig nach Kabul gehen.<br>\nDas Bundesinnenministerium wollte diese Informationen weder best&auml;tigen noch dementieren. Dies ist jedoch g&auml;ngige Praxis des Ministeriums, um eventuelle Proteste zu verhindern und die Ma&szlig;nahme nicht zu gef&auml;hrden. Auf Anfrage des NDR verwies das Ministerium zudem darauf, die Abschiebungen seien nicht komplett ausgesetzt &ndash; Straft&auml;ter, Gef&auml;hrder und Menschen, die ihre Identit&auml;t nicht preisgeben wollen, d&uuml;rften weiter nach Afghanistan zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/afghanistan-abschiebungen-offenbar-erneuter-flug-nach-kabul-geplant-a-1153443.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J. A.:<\/strong> Unmenschlich und bei einem so unsicheren und gef&auml;hrlichen Land wie Afghanistan nicht nachvollziehbar &ndash; aber Merkel (ja, die gute Freundin der Fl&uuml;chtlinge) zieht das eiskalt durch.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>EU-Gipfel: Lage der Fl&uuml;chtlinge in Libyen: &bdquo;Die Menschen schlafen in Schichten&ldquo;<\/strong><br>\nAuf dem Weg nach Europa kommen 90 Prozent der Fl&uuml;chtlinge &uuml;ber Libyen. Die Menschenrechtslage dort sei furchtbar, so der UN-Sondergesandte f&uuml;r Libyen, Martin Kobler. Auch deshalb sei es wichtig, auf dem EU-Gipfel zu einem strategischen &Uuml;bereinkommen mit der Regierung zu kommen. [&hellip;]<br>\nAber dann nat&uuml;rlich das Allerwichtigste: Zu fragen, warum gehen die Leute denn nach Libyen, auf diesen gef&auml;hrlichen Weg nach Europa? Die Grundursachen in den Ursprungsl&auml;ndern bek&auml;mpfen. Eritrea, Somalia, Niger, Nigeria &ndash; warum kommen sie denn? Und hier ansetzen, aber wirklich, nicht kleckern, sondern klotzen, mit den L&auml;ndern, aus denen diese Fl&uuml;chtlinge kommen, und hier gute Bedingungen schaffen, ein Leben aufbauen.<br>\nWenn ich mit den Fl&uuml;chtlingen rede, warum seid ihr denn gekommen, dann sagen sie, weil wir nichts zu essen haben, oder weil wir politische Probleme haben oder weil wir Terrorismusprobleme haben. Und da muss die Europ&auml;ische Union ran, da muss die internationale Gemeinschaft ran, in partnerschaftlichen Weisen mit den Anrainerstaaten, mit den Ursprungsl&auml;ndern, aus denen die Fl&uuml;chtlinge kommen, hier zusammenzuarbeiten, um ihre Probleme dort zu l&ouml;sen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/eu-gipfel-lage-der-fluechtlinge-in-libyen-die-menschen.1008.de.html?dram:article_id=389323\">Deutschlandfunk Kultur<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Koalition peitscht R&uuml;stungsvorhaben im Hauruckverfahren durch den Verteidigungsausschuss<\/strong><br>\n&bdquo;In einer wahren Aufr&uuml;stungsorgie haben CDU\/CSU und SPD heute Beschaffungsvorhaben im Wert von rund 13 Milliarden Euro im Hauruckverfahren durch den Verteidigungsausschuss gepeitscht. Die 23 Vorlagen mit einem Umfang von &uuml;ber tausend Seiten lagen den Ausschussmitgliedern nicht einmal eine Woche lang vor. Von diesem &uuml;berst&uuml;rzten Verfahren profitiert nur die R&uuml;stungsindustrie. Es wird unweigerlich dazu f&uuml;hren, dass erneut Milliarden an Steuergeldern verschwendet werden, die im sozialen Wohnungsbau, in der Pflege, bei der Bildung, bei Infrastrukturma&szlig;nahmen oder bei der Integration von Fl&uuml;chtlingen dringend gebraucht werden und dort auch deutlich sinnvoller investiert w&auml;ren&ldquo;, erkl&auml;ren die Mitglieder der Fraktion DIE LINKE im Verteidigungsausschuss, Christine Buchholz, Alexander Neu und Katrin Kunert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/koalition-peitscht-ruestungsvorhaben-im-hauruckverfahren-durch-den-verteidigungsausschuss\/\">Die Linke im Bundestag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Politik in Geiselhaft<\/strong><br>\nUnternehmen und Banken haben &uuml;ber Jahre von kriminellen Steuersparmodellen profitiert. Die Cum-Ex-Betr&uuml;ger hatten dabei einflussreiche Komplizen. Die Politik muss daraus ihre Lehren ziehen.<br>\nCum-Ex und Cum-Cum: Hinter diesen K&uuml;rzeln verbergen sich Steuerraubz&uuml;ge, die uns seit der Jahrtausendwende um etwa 32 Milliarden Euro &auml;rmer gemacht haben.<br>\nKomplexe Aktiengesch&auml;fte um den Dividendenstichtag herum sollten Eigentumsverh&auml;ltnisse verschleiern mit dem Ziel, die Kapitalertragssteuer zu umgehen (Cum-Cum) oder sich diese mehrfach vom Staat zur&uuml;ckerstatten zu lassen (Cum-Ex).<br>\nEntwickelt wurden die kriminellen Steuersparmodelle von Kanzleien wie Freshfields Bruckhaus Deringer; mitgewirkt und profitiert haben zahlreiche Unternehmen sowie &uuml;ber 100 deutsche und ausl&auml;ndische Banken &ndash; darunter einige, die gerade erst mit Steuergeldern vor der Pleite gerettet worden waren.<br>\nErst 2012 &ndash; und damit 20 Jahre nach der ersten Warnung &ndash; schob die Politik den Cum-Ex-Gesch&auml;ften einen Riegel vor, Cum-Cum Gesch&auml;fte wurden 2016 vom Gesetzgeber etwas erschwert.<br>\nAber warum haben die verantwortlichen Finanzminister Eichel, Steinbr&uuml;ck und Sch&auml;uble so lange geschlafen?<br>\nNicht zuletzt deshalb, weil die Finanzmafia ihre &bdquo;Schl&auml;fer&ldquo; im Finanzministerium platziert hatte: So enthielt das Jahressteuergesetz 2007 eine Art Leitfaden, wie man Cum-Ex-Gesch&auml;fte &bdquo;legal&ldquo; gestalten kann &ndash; formuliert vom Bundesverband Deutscher Banken.<br>\nDiese Anleitung zur Selbstbedienung beim Steuerzahler war kein Einzelfall. Diverse Gesetze zur Bankenrettung wurden bei der Finanzmafia in Auftrag gegeben, allein an Freshfields zahlte Ex-Finanzminister Steinbr&uuml;ck daf&uuml;r knapp zwei Millionen Euro Beraterhonorar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr.de\/wirtschaft\/gastwirtschaft\/gastbeitrag-von-sahra-wagenknecht-politik-in-geiselhaft-a-1297213#link_time=1497610869\">Sahra Wagenknecht in Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><strong>dazu auch: Steueraff&auml;re kostet Landesbank 20 Millionen Euro<\/strong><br>\nDie Luxemburger Tochterfirma der Bayern LB hat mit Briefkastenfirmen reichen Kunden in Panama geholfen, Verm&ouml;gen zu verstecken.<br>\nEs ist nach vielen Jahren Misswirtschaft die letzte Altlast bei der Bayerischen Landesbank, die jetzt bereinigt wird. Eine Altlast, die nicht so teuer kommt wie andere Aff&auml;ren, die aber politisch besonders unsch&ouml;n ist. Die ehemalige Tochter der Bayern LB in Luxemburg, die Banque LB Lux, muss wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung mehr als 20 Millionen Euro Bu&szlig;geld zahlen.<br>\nDaf&uuml;r aufkommen muss am Ende die Bayern LB. Deren Luxemburger Tochter hat im vergangenen Jahrzehnt zahlreichen verm&ouml;genden Kunden aus Deutschland Briefkastenfirmen in Panama vermittelt. Die reichen Kunden konnten dort Verm&ouml;gen vor dem Fiskus verstecken. Ausgerechnet eine Tochter der bayerischen Staatsbank hat also geholfen, den Staat um Steuereinnahmen zu bringen und zu betr&uuml;gen. Geschehen ist das vor allem in den Amtszeiten der Finanzminister und CSU-Politiker Kurt Faltlhauser und Erwin Huber, die zeitweise auch das Aufsichtsgremium der Bayern LB geleitet hatten, den Verwaltungsrat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/bayern-lb-steueraffaere-kostet-landesbank-millionen-euro-1.3549335\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Der nach Gerhard Schr&ouml;der &bdquo;beste Niedriglohnsektor&ldquo;, der in Europa geschaffen wurde, betrifft mehr als jeden f&uuml;nften Arbeitnehmer in Deutschland<\/strong><br>\nIm Januar 2005 &ndash; Hartz IV hatte gerade das Licht der Welt erblickt &ndash; preist der damalige Noch-Bundeskanzler Gerhard Schr&ouml;der (SPD) in seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sein ganz besonderes Kind: &bdquo;Wir haben unseren Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt.&ldquo;<br>\nNun war das im Jahr 2005. Mittlerweile sind wir in 2017 angekommen. Und da, nach Jahren des &bdquo;Jobwunders&ldquo; in Deutschland, wird man mit so einer Meldung konfrontiert: Knapp jeder Vierte arbeitet f&uuml;r Niedriglohn: &raquo;Der Anteil der Arbeitnehmer, die in Deutschland einen Niedriglohn beziehen, ist im europ&auml;ischen Vergleich hoch. So verdienen 22,5 Prozent der Besch&auml;ftigten unter der Niedriglohnschwelle von 10,50 Euro pro Stunde &hellip; Zum Vergleich: Im Euroraum insgesamt kommen nur 15,9 Prozent der Arbeitnehmer mit Niedriglohn nach Hause und haben aber mehr in der Tasche als deutsche Niedrigl&ouml;hner: Im Euroraum beginnt der Niedriglohn erst unterhalb von 14,10 Euro.&laquo; Als Niedriglohn gilt nach einer Definition der OECD ein Verdienst, der unterhalb von zwei Dritteln des mittleren Bruttostundenlohns (gemessen am Median, nicht am arithmetischen Mittel) liegt. In Frankreich arbeiten nur 8,8 Prozent der Besch&auml;ftigten f&uuml;r einen Niedriglohn, der dort mit nur zehn Euro etwas niedriger liegt als in Deutschland. An der Niedriglohnschwelle von 10,50 Euro pro Stunde wird auch erkennbar, dass eine Verg&uuml;tung nach dem gesetzlichen Mindestlohn von derzeit 8,84 Euro pro Stunde nicht dazu f&uuml;hren kann, die betroffenen Arbeitnehmer aus dem Niedriglohnbereich herauszuholen &ndash; er ist ja auch &bdquo;nur&ldquo; eine Lohnuntergrenze.<br>\nWoher die Zahlen kommen? Aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion der Linken im Deutschen Bundestag: Der deutsche Mindestlohn gemessen an der Niedriglohnschwelle und im internationalen Vergleich, BT-Drs. 18\/12722 vom 13.06.2017.<br>\nDer durchschnittliche Brutto-Stundenverdienst in Deutschland lag im Jahr 2014 bei 17,78 Euro, die Niedriglohnschwelle liegt bei 10,50 Euro und der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland anfangs bei 8,50 Euro und mittlerweile bei 8,84 Euro. Die Bundesregierung bezieht sich in ihrer aktuellen Antwort auf Daten von Eurostat. Zur Feststellung der Stundenverdienste wird EU-weit alle vier Jahre eine Verdienststrukturerhebung von den statistischen &Auml;mtern durchgef&uuml;hrt. Und die Bundesregierung zitiert in ihrer Antwort die Werte aus der Erhebung in 2014, es handelt sich also nicht um Werte aus 2016 oder gar 2017.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de\/2017\/06\/niedriglohnsektor-in-deutschland.html#more\">Aktuelle Sozialpolitik<\/a>\n<p><strong>dazu: Verdi schl&auml;gt Alarm<\/strong><br>\n44 Prozent verdienten 2015 weniger als 2500 Euro brutto im Monat. Verdi-Chef Frank Bsirske fordert deshalb eine Umkehr der Renten- und Lohnpolitik.<br>\nViele sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigte in Deutschland werden nur Rentenanspr&uuml;che auf Sozialhilfeniveau erwerben. Bleibt es bei der geplanten Absenkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent des durchschnittlich erzielten Nettoeinkommens, w&uuml;rden 30 Prozent der west- und 40 Prozent der ostdeutschen Besch&auml;ftigten nach 45 Beitragsjahren auf Renten von rund 800 Euro und weniger kommen &ndash; die Grundsicherung im Alter lag 2015 im Bundesdurchschnitt bei 771 Euro. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Studie im Auftrag der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Deshalb fordert Verdi-Chef Frank Bsirske eine Umkehr der Renten- und Lohnpolitik.<br>\nGrundlage der Berechnungen des Pestel-Instituts in Hannover sind die Bruttoarbeitseinkommen sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigter von 2015. Danach verdienten 44 Prozent 2015 weniger als 2500 Euro brutto im Monat. Dabei stehen Besch&auml;ftigte in den ostdeutschen L&auml;ndern deutlich schlechter da. In Th&uuml;ringen etwa lag der Verdienst von 62,1 Prozent der Besch&auml;ftigten unter der 2500-Euro-Schwelle, im wohlhabenden Baden-W&uuml;rttemberg waren es nur 37,8. (&hellip;)<br>\nDer von der SPD j&uuml;ngst vorgestellte Plan, das Rentenniveau bis 2030 auf dem derzeitigen Stand von knapp 48 Prozent des Arbeitsnettoeinkommens zu stabilisieren, reiche nicht aus, sagte der Gewerkschaftschef. Das Niveau m&uuml;sse bis 2030 auf 50 Prozent steigen. &Ouml;sterreich mit einem Beitragssatz von derzeit 22,75 Prozent und durchschnittlich um 500 Euro h&ouml;heren Monatsrenten zeige, dass ausk&ouml;mmliche Altersbez&uuml;ge m&ouml;glich seien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr.de\/politik\/rente-verdi-schlaegt-alarm-a-1297475\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/p>\n<p><strong>und: Mindestlohn: Mehr als Geld<\/strong><br>\nDer Mindestlohn bringt Besch&auml;ftigten nicht nur eine bessere Bezahlung. Auch die Wertsch&auml;tzung durch Vorgesetzte oder das Betriebsklima beeinflusst er positiv.<br>\nArbeitsbedingungen und Arbeitszufriedenheit von Niedriglohnbesch&auml;ftigten haben sich mit dem Mindestlohn verbessert. Das zeigen WSI-Forscher Toralf Pusch und Miriam Rehm von der Arbeiterkammer Wien in einer empirischen Studie. Die Wissenschaftler haben Angaben von mehr als 340 Besch&auml;ftigten ausgewertet, die 2014 weniger als 8,50 Euro in der Stunde verdienten und nach dem 1. Januar 2015 im gleichen Job weiterarbeiteten. Die Daten stammen aus dem Panel Arbeitsmarkt und Soziale Sicherung (PASS), f&uuml;r das die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit jedes Jahr repr&auml;sentativ ausgew&auml;hlte Niedriglohnbesch&auml;ftigte befragt. Um zu kontrollieren, welche Effekte wirklich auf dem Mindestlohn beruhen, verglichen Pusch und Rehm die Antworten der zum Mindestlohn Besch&auml;ftigten mit denen von rund 440 vergleichbaren Arbeitnehmern, die 2014 zwischen 8,50 und 13 Euro in der Stunde erhielten. Die zentralen Ergebnisse lauten:<br>\nDer Stundenlohn der befragten Niedrigverdiener stieg von durchschnittlich 6,70 Euro brutto pro Stunde auf im Mittel 8,20 Euro im Jahr 2015. Der Mittelwert von weniger als 8,50 Euro zeigt zwar, dass der Mindestlohn im Jahr seiner Einf&uuml;hrung noch nicht &uuml;berall gezahlt wurde. Die Verbesserung um gut 22 Prozent &uuml;bertraf trotzdem das durchschnittliche Lohnwachstum in der Vergleichsgruppe (3,7 Prozent) um ein Vielfaches.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/109259_109304.htm\">B&ouml;ckler Impuls<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Armut trotz Aufschwung<\/strong><br>\nTrotz guter Konjunktur und gef&uuml;llter Staatskassen steigt in Deutschland die Armut &ndash; darunter leiden vor allem Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Familien. F&uuml;r sie fordert der Parit&auml;tische Wohlfahrtsverband eine Bildungsoffensive. Der Vorschlag f&uuml;r die Finanzierung lautet: Verm&ouml;genssteuer. (&hellip;) &bdquo;F&uuml;r uns als Parit&auml;tischen ist klar: die Verm&ouml;gensteuer muss reaktiviert werden angesichts der extremen Verm&ouml;gensspreizung ist dies ein Gebot sowohl der Gerechtigkeit als auch einfach der Vernunft. Zweitens: Die Erbschaftssteuer ist so auszugestalten , dass sie bei 300 Milliarden Euro, die allj&auml;hrlich vererbt werden auch zu nennenswerten Steuereinnahmen f&uuml;hrt.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/soziale-lage-in-deutschland-armut-trotz-aufschwung.769.de.html?dram:article_id=389151\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><strong>dazu: Abschied vom Aufstieg!? Parit&auml;tisches Jahresgutachten 2017<\/strong><br>\nDer Parit&auml;tische hat in seinem vorgelegten Jahresgutachten besorgniserregende Defizite bei den individuellen M&ouml;glichkeiten, den sozialen Aufstieg zu schaffen, identifiziert. Er kritisiert, dass das Aufstiegsversprechen der sozialen Marktwirtschaft zunehmend leer laufe und belegt diese Schlussfolgerung durch eine F&uuml;lle an empirischen Ergebnissen und Studien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.der-paritaetische.de\/fachinfos\/detail\/News\/abschied-vom-aufstieg-paritaetisches-jahresgutachten-2017\/\">Der Parit&auml;tische<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Das Jahresgutachten k&ouml;nnen Sie <a href=\"http:\/\/infothek.paritaet.org\/pid\/fachinfos.nsf\/0\/b440ab68395f9de9c1258145003fdb18\/$FILE\/2017-Jahresgutachten-Paritaet.pdf\">hier<\/a> nachlesen. <\/em><\/p>\n<p><strong>und: &raquo;Verm&ouml;genssteuer ist &uuml;berf&auml;llig&laquo;<\/strong><br>\nLinkspartei fordert sanktionsfreie Grundsicherung, h&ouml;heren Mindestlohn und will Reiche zur Kasse bitten. Gespr&auml;ch mit Sabine Zimmermann<br>\nUnter dem Motto &raquo;Umsteuern: Armut stoppen, Zukunft schaffen&laquo; findet am 27. und 28. Juni in Berlin der zweite Armutskongress statt, der von verschiedenen Sozialverb&auml;nden und Gewerkschaftsgliederungen veranstaltet wird. Bleiben wir beim Motto der Konferenz: Wie l&auml;sst sich Ihrer Meinung nach Armut stoppen und Zukunft schaffen?<br>\nDa braucht es nat&uuml;rlich ein ganzes Ma&szlig;nahmenb&uuml;ndel. Arbeit muss wieder existenzsichernd werden. Vor allem muss auch der Altersarmut endlich der Kampf angesagt werden. Die gesetzliche Rente muss gest&auml;rkt und armutsfest gemacht werden, unter anderem durch Anhebung des Rentenniveaus auf mindestens 53 Prozent, Abschaffung der K&uuml;rzungsfaktoren und der Rente ab 67 sowie die Einf&uuml;hrung einer solidarischen Mindestrente in H&ouml;he von 1.050 Euro. Es ist eine Frage des grundlegenden Anstands in unserer Gesellschaft, dass Menschen, die lange Jahre und Jahrzehnte schwer gearbeitet haben, Anerkennung erfahren f&uuml;r ihre Lebensleistung. Aber auch die soziale Absicherung muss auf eine neue Grundlage gestellt werden. Statt Hartz IV braucht es eine sanktionsfreie Mindestsicherung, die wirklich vor Armut sch&uuml;tzt und gesellschaftliche Teilhabe erm&ouml;glicht. Nicht zuletzt ist auch ein &ouml;ffentlich gef&ouml;rderter Besch&auml;ftigungssektor, mit existenzsichernden Arbeitspl&auml;tzen, l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llig.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/312936.verm%C3%B6genssteuer-ist-%C3%BCberf%C3%A4llig.html\">junge Welt<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>F&uuml;nf Erkenntnisse aus dem Abgasskandal<\/strong><br>\nNachdem der Dieselskandal bei Volkswagen bekannt wurde, setzte der Bundestag einen Untersuchungsausschuss ein. Der legt in den kommenden Tagen seinen Abschlussbericht vor &ndash; mit erschreckenden Erkenntnissen. (&hellip;) Um die Autoindustrie zu sch&uuml;tzen, lie&szlig; der Minister die Autobauer mit freiwilligen R&uuml;ckrufaktionen davonkommen. Er entschied sich f&uuml;r tausende Arbeitspl&auml;tze &ndash; und gegen die Umwelt und die Gesundheit der B&uuml;rger. (&hellip;) Die Regulierung ist zu industriefreundlich gestaltet. Kein Wunder: Die Autobauer mischen bei Gesetzesvorhaben kr&auml;ftig mit. Ein Zeuge im Ausschuss erinnerte sich etwa daran, dass bei Pl&auml;nen f&uuml;r eine neue Regulierung &bdquo;ein oder zwei Fachbeamte der EU&ldquo; oder der Mitgliedsstaaten anwesend gewesen seien &ndash; &bdquo;und ungef&auml;hr zwanzig Vertreter der Industrie&ldquo;. (&hellip;) Die Autobauer beaufsichtigen sich selber. Die offizielle Aufsicht, das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), das dem Verkehrsministerium unterstellt ist, l&auml;sst die Autobauer gew&auml;hren. Im Abschlussbericht hei&szlig;t es, dass die Kontrolle &bdquo;anhand der Informationen des Herstellers &uuml;ber seine eigenen Kontrollen durchzuf&uuml;hren&ldquo; sei. H&auml;lt die Aufsicht die Informationen f&uuml;r unzureichend, fordert sie zus&auml;tzliche Daten vom Hersteller an. Erst, wenn dann immer noch nicht alles in Ordnung scheint, veranlasst das KBA eine eigene Pr&uuml;fung. Doch selbst dann ist das KBA nicht unabh&auml;ngig. Die zu pr&uuml;fenden Fahrzeuge seien &bdquo;in Zusammenarbeit mit dem Hersteller&ldquo; auszuw&auml;hlen, hei&szlig;t es im Bericht. Fazit: Deutschland handelt wie eine Bananenrepublik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/unternehmen\/auto\/dieselgate-in-der-politik-fuenf-erkenntnisse-aus-dem-abgasskandal\/19954070.html\">Wirtschaftswoche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J. S.:<\/strong> Angesichts derartiger Aussagen in der wirtschafts- und regierungsfreundlichen Wirtschaftswoche auf Basis eines Berichts des durch CDU\/SPD dominierten Bundestags-Untersuchungsausschusses d&uuml;rfte wirklich jedem endg&uuml;ltig klarwerden, dass hier eine Verstrickung von Politik und Automobilwirtschaft sondergleichen herrschte. Und weiterhin herrscht. Denn: Personelle Konsequenzen in der Politik? Strafrechtliche Verfolgung wegen Betrugs? Staatsanwaltliche Untersuchungen wegen bewusster Inkaufnahme der Sch&auml;digung Dritter, mithin zehntausender vorzeitiger Todesf&auml;lle? Bisher: keine. (Das aktienrechtliche Verfahren bezieht sich nur auf die m&ouml;gliche Sch&auml;digung von Anteilseignern, nicht Autobesitzern und gesundheitliche Sch&auml;digungen.) <\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Der schmutzigste Diesel ist ein Audi A8 der Abgasstufe Euro 6<\/strong><br>\nDeutsche Umwelthilfe misst bei Stra&szlig;enmessungen h&ouml;chste je gemessene NOx-Werte eines Diesel-Pkw.<br>\nAudi-Chef Stadler liefert das beste Argument daf&uuml;r, dass es keine Ausnahme von Diesel-Fahrverboten f&uuml;r die aktuelle Abgasstufe Euro 6 geben darf &ndash; Ausgerechnet der Dienstwagen vieler Spitzenpolitiker und Firmenchefs zeigt mit 1.938 mg NOx\/km h&ouml;chste jemals vom Emissions-Kontroll-Institut der DUH auf der Stra&szlig;e gemessene Stickoxid-Emissionen &ndash; DUH findet Hinweise, dass Audi auch bei Euro 6 Modellen, und nicht nur wie bereits &uuml;berf&uuml;hrt nur bei Euro 5 Diesellimousinen, Abschalteinrichtungen einsetzt &ndash; Bundesverkehrsminister Dobrindt soll Typzulassung entziehen &ndash; DUH hat auch bei Euro 6 Diesel-Luxus-Limousinen anderer Hersteller wie der Mercedes S-Klasse und BMW 750 auffallend hohe NOx-Werte im Stra&szlig;enbetrieb gemessen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.duh.de\/pressemitteilung\/der-schmutzigste-diesel-ist-ein-audi-a8-der-abgasstufe-euro-6-deutsche-umwelthilfe-misst-bei-strasse\/\">DUH<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Und nun raten Sie mal, welchen Dienstwagen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks f&auml;hrt. Da kommen Sie nie drauf. Dazu: <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Sahra Wagenknecht &uuml;ber Unsicherheit durch &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen<\/strong><br>\nImmerhin Ehrgeiz haben Frau Merkel und ihre Kabinetts-Kollegen. Kurz vor der Sommerpause des Bundestages wollen sie sich offenbar noch ein weiteres &sbquo;Pr&auml;dikat&lsquo; verdienen. Ihr Ziel: nicht nur als Gro&szlig;e Koalition des Staatsversagens, der Aufr&uuml;stung und der sozialen Spaltung in die Geschichtsb&uuml;cher eingehen, sondern auch noch als Gro&szlig;e Koalition des Grundrechte-Abbaus, die die wohl weitreichendsten &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen seit dem &sbquo;gro&szlig;en Lauschangriff&lsquo; beschlie&szlig;t. Ihr Gesetzentwurf sieht vor, dass der Staat k&uuml;nftig im Bereich der Strafverfolgung Mobilger&auml;te hacken, dort Wanzen installieren und Betroffene auf diese Weise aussp&auml;hen kann. Es ist ein Trugschluss, dass solche Staatstrojaner unsere Sicherheit erh&ouml;hen. Richtig ist vielmehr: Um hacken zu k&ouml;nnen, muss man gezielt IT-Sicherheitsl&uuml;cken kennen. Daf&uuml;r gibt es einen Schwarzmarkt, den bislang Kriminelle nutzen &ndash; und k&uuml;nftig auf Wunsch von Innenminister de Mazi&egrave;re dann eben auch Polizisten. Im Ergebnis f&uuml;hrt das zu einer Kultur der IT-Unsicherheit f&uuml;r uns alle &ndash; und das kann schnell zu ganz realer Unsicherheit und Gefahr werden. Mein Fazit: Solch eine Politik ist fahrl&auml;ssig und geh&ouml;rt gestoppt. Noch ein Grund mehr, den daf&uuml;r verantwortlichen Politiker bei der Wahl im Herbst eine deutliche Klatsche zu verpassen!<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sahra.wagenknecht\/?hc_ref=PAGES_TIMELINE&amp;fref=nf\">Sahra Wagenknecht via Facebook<\/a>\n<p><strong>dazu: Der Staatstrojaner ist ein Einbruch ins Grundrecht<\/strong><br>\nHeimlich, still und leise beschlie&szlig;t der Bundestag ein Gesetz, das Computer und Handys zu staatlichen Spionageanlagen macht. Das ist ein Skandal.<br>\nMan soll nicht bei jeder Gelegenheit von einem Skandal reden. Aber das, was heute am sp&auml;ten Nachmittag im Bundestag geschehen soll, ist eine derartige Dreistigkeit, dass einem die Spucke wegbleibt. Ein Gesetz mit gewaltigen Konsequenzen, ein Gesetz, das den umfassenden staatlichen Zugriff auf private Computer und Handys erlaubt, wird auf fast betr&uuml;gerische Weise an der &Ouml;ffentlichkeit vorbeigeschleust und abgestimmt.<br>\nHeimlich, still und leise wurden Regeln &uuml;ber das staatliche Hacking, &uuml;ber die Einf&uuml;hrung von Staatstrojanern und die Einf&uuml;hrung der Online-Durchsuchung an ein schon laufendes, harmlos klingendes Gesetzgebungsverfahren angeh&auml;ngt; in diesem Gesetz ging es urspr&uuml;nglich vor allem darum, dass k&uuml;nftig die Fahrerlaubnis auch bei Delikten weggenommen werden kann, die mit dem Stra&szlig;enverkehr nichts zu tun haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/digital\/ueberwachung-der-staatstrojaner-ist-ein-einbruch-ins-grundgesetz-1.3555917\">Heribert Prantl in der S&uuml;ddeutschen<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin H. K.:<\/strong> Die Methode, einzelne kritische Gesetze, quasi durch die Hintert&uuml;r in ein Gesetzespaket hineinzuschmuggeln, hat sich schon bei der GG-&Auml;nderung zur Autobahnprivatisierung &bdquo;bew&auml;hrt&ldquo;. Bundestag und Bundesrat haben sich &bdquo;erpressen&ldquo; lassen. Wer oder was hat sie dazu gen&ouml;tigt? Demokratie, Rechtstaat und b&uuml;rgerliche Freiheitsrechte werden etappenweise demontiert. Die Attacken nehmen kein Ende. Wird das Gesetz beschlossen, ist es evident grundrechtswidrig. Das muss allen Abgeordneten bewusst sein. Es w&auml;re ein weiterer Fall von (versuchtem) Machtmissbrauch durch Legislative und Exekutive. Wird das Gesetz verabschiedet, wartet auf das BVerfG noch mehr Arbeit. So w&auml;chst noch mehr Misstrauen in der Bev&ouml;lkerung gegen&uuml;ber den gew&auml;hlten &bdquo;Repr&auml;sentanten&ldquo;. Sie bringen sich selbst in Verruf. <\/em><\/p>\n<p><strong>und: Dauerfeuer gegen das Grundgesetz &ndash; so treibt die Gro&szlig;e Koalition das Land in den &Uuml;berwachungsstaat<\/strong><br>\nBis zum bitteren Ende baut die gro&szlig;e Koalition den &Uuml;berwachungsstaat aus. Eine umstrittene Ausweitung wie den Staatstrojaner versteckt sie mittlerweile sogar in einem anderen Gesetz, damit es keine Debatte gibt. [&hellip;]<br>\nDie d&uuml;steren Tr&auml;ume der Hardliner gehen immer weiter: Vorratsdatenspeicherung f&uuml;r Postsendungen, Erfassung aller Reisebewegungen, Gesichtserkennung im &ouml;ffentlichen Raum, Fu&szlig;fesseln f&uuml;r alle m&ouml;glichen m&ouml;glichen T&auml;ter, Verkn&uuml;pfung von Geheimdiensten, Polizei und Datent&ouml;pfen aller Art. Garniert mit dem gerade einge&uuml;bten Einsatz der Bundeswehr im Innern und Gesetzen, die Ordnungsh&uuml;tern nach obrigkeitsstaatlichen Vorbild eine Sonderrolle zuweisen, wird unter dem Deckmantel der Terrorbek&auml;mpfung und mit Verweis auf ein subjektives Unsicherheitsgef&uuml;hl mittlerweile alles gerechtfertigt. Ohne Augenma&szlig;. Und ohne jeglichen Beweis von Effizienz und Wirksamkeit.<br>\nDie letzten vier Jahre waren Dauerfeuer gegen das Grundgesetz und sind eine DDos-Attacke gegen das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Kaum auszudenken, was es f&uuml;r die bundesrepublikanische Demokratie bedeuten w&uuml;rde, wenn die Koalition aus Union und Sozialdemokraten nach der Bundestagswahl weitere vier Jahre Raubbau an Grund- und Freiheitsrechten betreiben d&uuml;rfte. Dystopische Aussichten &ndash; mal ganz abgesehen davon, welche Instrumente dieser mittlerweile gut ausgebaute &Uuml;berwachungsstaat f&uuml;r die Profiteure eines populistischen Rechtsrucks bereithalten w&uuml;rde.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2017\/dauerfeuer-gegen-das-grundgesetz-so-treibt-die-grosse-koalition-das-land-in-den-ueberwachungsstaat\/\">netzpolitik.org<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Algorithmen im US-Justizsystem: Schicksalsmaschinen<\/strong><br>\nAlgorithmen entscheiden heute oft &uuml;ber Aktieninvestitionen, Bewerbungen und die Kreditw&uuml;rdigkeit eines Kunden. In den USA l&auml;sst nun auch die Justiz zunehmend Software &uuml;ber Schicksale entscheiden. Computerprogramme erstellen Profile und geben so Prognosen &uuml;ber Straft&auml;ter und deren Wiederholungsgefahr ab. Eine Vielzahl solch &bdquo;evidenzbasierter&ldquo; Beurteilungssysteme ist auf dem Markt. Einige stammen von Beh&ouml;rden und Forschungsgruppen, andere werden von Firmen verkauft. Die kommerziellen Anbieter versprechen ihrer Kundschaft &ndash; Gerichten, Gef&auml;ngnisverwaltungen und Bew&auml;hrungshelfern &ndash; eine billigere, effizientere und gerechtere Verbrechensbek&auml;mpfung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/algorithmen-im-us-justizsystem-schicksalsmaschinen.1247.de.html?dram:article_id=385478\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Wir brauchen einen deutschen Corbyn<\/strong><br>\nMartin Schulz muss nachlegen, wenn er Kanzler werden will, sagt DGB-Chef Reiner Hoffmann. Wie soziale und proeurop&auml;ische Politik geht, h&auml;tten Macron und Corbyn gezeigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2017-06\/reiner-hoffmann-dgb-interview\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J. A.:<\/strong> Ein m&auml;anderndes Interview, in dem sich der DGB-Chef nicht entscheiden kann, ob die Lage in Deutschland denn nun gut oder schlecht, Schulz ein Sozialdemokrat wie Corbyn oder ein Neoliberaler wie Macron sein soll, ob die EU gut oder schlecht funktioniert. Mit solchen Wischi-Waschi-Gewerkschaften ist kein Staat zu machen. Aber Hauptsache, der Interviewer von der ZEIT wei&szlig; Bescheid und kann das neoliberale ABC herunterleiern: &bdquo;[In Deutschland] steigen die L&ouml;hne, die Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Staatskassen gef&uuml;llt. &Uuml;bertreiben Sie nicht ein wenig? &mdash; Viele Arbeitgeber behaupten: Wir finden keine qualifizierten Leute mehr. &mdash; Die von Ihnen kritisierte Flexibilisierung am Arbeitsmarkt, der Niedriglohnsektor, ist das nicht der Preis f&uuml;r die Erfolge, die Deutschland seit Jahren feiert? &mdash; Hatten wir das nicht schon mal? Mehr Wachstum mit mehr Schulden? &mdash; Sind das nicht Rezepte aus den Siebzigern? Die EU w&auml;chst wieder, sogar Spanien und Portugal haben wieder recht hohe Wachstumsraten, die Arbeitslosigkeit sinkt. Ist es bei aller Kritik an der Austerit&auml;tspolitik nicht langfristig wachstumsf&ouml;rdernder, Strukturreformen vorzunehmen, als nur Geld in den Markt zu pumpen und neue Eisenbahnlinien zu bauen? &mdash; Aber an der demografischen Entwicklung kommen Sie nicht vorbei. Immer weniger Arbeitnehmer zahlen f&uuml;r immer mehr Rentner. Das Rentenniveau muss sinken, wenn die Rente bezahlbar bleiben soll.&ldquo; &mdash; Es ist nutzlos, gegen die Wand zu argumentieren.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das Interview ist in der Tat die absolute Katastrophe. Hoffmann widerspricht sich darin mehrmals selbst und wei&szlig; offenbar &uuml;berhaupt nicht welche Position er beziehen soll. Wie kann man &uuml;berhaupt Jeremy Corbyn und Macron in einem Atemzug nennen? Wie kann man &uuml;berhaupt Parallelen zwischen Schulz und Jeremy Coryn sehen?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Der Mann hat wirklich Chuzpe! Jeremy Corbyn hat es vor allem den Gewerkschaften zu verdanken, dass er den Machtkampf gegen den rechten Parteifl&uuml;gel gewinnen konnte. Mit den DGB-Gewerkschaften h&auml;tte er dies jedoch nie und nimmer geschafft, da vor allem IG Metall und IG BCE doch gar keine progressive Politik wollen und konstruktive Alternativen bereits im Keim ersticken. Diese Gewerkschaften stehen doch den Anh&auml;ngern Blairs und Schr&ouml;ders um vieles n&auml;her als einem Jeremy Corbyn. Dass Hoffmann sich einen &bdquo;deutschen Corbyn&ldquo; w&uuml;nscht, ist daher auch absurd. Die Gewerkschaften tragen ein geh&ouml;riges Ma&szlig; an Mitverantwortung, dass wir in Deutschland eben keinen Corbyn haben und keinen Corbyn bekommen werden. <\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Die britische Jugend schl&auml;gt zur&uuml;ck<\/strong><br>\nVon wegen faul und unpolitisch: Nach dem Brexit-Schock erh&ouml;ht sich die Wahlbeteiligung der Briten zwischen 18 und 24 um knapp zehn Prozentpunkte. Zwei Drittel stimmen f&uuml;r Labour &ndash; wegen des Altlinken Corbyn.<br>\nViel spricht daf&uuml;r, dass der 68 Jahre alte Linke der richtige Kandidat ist f&uuml;r die britischen Millennials. Vorher, so erz&auml;hlt es der 25-j&auml;hrige Ingenieur Lynton bei jetzt.de, h&auml;tten viele Gleichaltrige gedacht, dass ihre Stimme keinen Unterschied mache: &bdquo;Und pl&ouml;tzlich taucht ein Underdog wie &sbquo;Jezza&lsquo; auf und spricht von den Dingen, die uns wichtig sind.&ldquo;<br>\nZehntausende Aktivisten haben aus Corbyn &bdquo;Jezza&ldquo; gemacht und f&uuml;r diesen in den sozialen Netzwerken geworben und ihren &bdquo;Messias&ldquo; gegen Kritik verteidigt. Der Labour-Kandidat steht nicht nur f&uuml;r ein Ende des Tory-Sparkurses, der Studiengeb&uuml;hren abschaffen, den Mindestlohn erh&ouml;hen und Geld in das Gesundheitssystem pumpen will: Er verspottet die Zyniker und wirbt stattdessen f&uuml;r Optimismus und den Glauben an eine bessere und vor allem gerechtere Zukunft. Ingenieur Lynton spricht f&uuml;r viele, wenn er sagt: &bdquo;Wir wollen May so schnell wie m&ouml;glich loswerden. Sie macht Gro&szlig;britannien zu einem hoffnungslosen Ort f&uuml;r uns alle.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/wahl-in-grossbritannien-die-britische-jugend-schlaegt-zurueck-1.3540282\">SZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein Nachtrag zur britischen Unterhauswahl, der noch einmal visualisiert, dass die W&auml;hler zwischen 18 und 34 mit &uuml;berwiegender Mehrheit f&uuml;r Labour und Jeremy Corbyn gestimmt haben. Die Frage die sich hier geradezu aufdr&auml;ngt ist: Ticken die Jungen und J&uuml;ngeren in Deutschland so g&auml;nzlich anders als in Gro&szlig;britannien? Oder w&auml;re dies mit einer konsequenten Politik &bdquo;for the many, not for the few&ldquo; auch in Deutschland m&ouml;glich? Der anf&auml;ngliche Jubel um Schulz hat gezeigt, dass eine sehr gro&szlig;e Hoffnung auf einen echten Politikwechsel vorhanden war. Selten hat ein Politiker diese Hoffnung so schnell und gr&uuml;ndlich entt&auml;uscht wie Schulz, der, wie die SPD-F&uuml;hrung, geglaubt hat, mit oberfl&auml;chlicher politischer Kosmetik lie&szlig;en sich die W&auml;hler bis zur Bundestagswahl t&auml;uschen. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. 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