{"id":38981,"date":"2017-06-30T08:28:11","date_gmt":"2017-06-30T06:28:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38981"},"modified":"2017-06-30T08:28:11","modified_gmt":"2017-06-30T06:28:11","slug":"hinweise-des-tages-2905","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38981","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38981#h01\">Nato-Partner der USA erh&ouml;hen Verteidigungsausgaben um 4,3 Prozent<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38981#h02\">Kritiker im Nebel: die Debatte um den Syrien-Text von Seymour Hersh in der WamS<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38981#h03\">Fl&uuml;chtlingskrise &uuml;berfordert Rom &ndash; und Berlin?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38981#h04\">Emmanuel Macron: Charmant asozial<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38981#h05\">Allein gegen den Sachbearbeiter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38981#h06\">Kreikebohm kritisiert Betriebsrenten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38981#h07\">Boom am Arbeitsmarkt Firmen suchen so viele Mitarbeiter wie selten zuvor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38981#h08\">Bundestagsdebatte zum Armutsbericht: Armes Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38981#h09\">Generalangriff der Herrschenden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38981#h10\">Gesetzesversch&auml;rfungen: Der Minister der unn&ouml;tigen Paragrafen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38981#h11\">Finanzm&auml;rkte, Klima, Welthandel: G20 versagt auf ganzer Linie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38981#h12\">Nach TTIP: Das EU-Japan-Abkommen &bdquo;JEFTA&ldquo; birgt Probleme<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38981#h13\">Putsch der Gotteskrieger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38981#h14\">Bundeswehroffizier zeigt Ministerin von der Leyen an<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38981#h15\">Die vertraulichen Sprachregelungen der ARD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38981#h16\">Doping in Westdeutschland: Ein noch immer verkanntes Problem?<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Nato-Partner der USA erh&ouml;hen Verteidigungsausgaben um 4,3 Prozent<\/strong><br>\nNach j&uuml;ngsten Sch&auml;tzungen der Nato werden die europ&auml;ischen Alliierten und Kanada im laufenden Jahr rund zw&ouml;lf Milliarden US-Dollar mehr f&uuml;r Verteidigung ausgeben als im letzten Jahr. Dies entspricht einem Plus von 4,3 Prozent.<br>\nNato-Generalsekret&auml;r Jens Stoltenberg sagte am Mittwochvormittag in Br&uuml;ssel, es sei das dritte Jahr in Folge mit Fortschritten bei den Verteidigungsausgaben. Insgesamt seien aus Europa und Kanada seit der Trendwende rund 46 Milliarden US-Dollar zus&auml;tzliche Ausgaben gemeldet worden.<br>\n&Uuml;ber die Verteidigungsausgaben gab es unter den Nato-Partnern zuletzt wieder &ouml;ffentlich Streit. US-Pr&auml;sident Donald Trump fordert, dass alle B&uuml;ndnispartner sp&auml;testens von 2024 an j&auml;hrlich mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) f&uuml;r Verteidigung ausgeben sollen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/brf.be\/international\/1096271\/\">BRF<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Die Kritik an US-Pr&auml;sident Trump u.a. durch Bundeskanzlerin Merkel scheint inszeniert. Letztlich scheinen die NATO-Mitglieder immer noch &ldquo;nach der Pfeife der USA zu tanzen&rdquo;.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Nicht nur die Kritik Merkels ist inszeniert, sondern auch die angebliche Ablehnung des 2-Prozent-Ziels durch die SPD. So hat das Kabinett gerade den <a href=\"http:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/Content\/DE\/Pressemitteilungen\/Finanzpolitik\/2017\/06\/2017-06-28-PM20-bundeshaushalt-2018.html\">Haushaltsentwurf 2018<\/a> beschlossen, in dem eine weitere Zunahme der Verteidigungsausgaben vereinbart ist. Au&szlig;erdem hat das Kabinett beschlossen, dass auf das 2-Prozent-Ziel hinzuarbeiten sei. Der SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sagte dazu gestern im Bundestag, dass diese Zustimmung durch eine Protokollerkl&auml;rung der SPD-Minister, in der es auch um die H&ouml;he der Entwicklungshilfe gehe, mehr oder weniger relativiert worden sei. Geglaubt hat es ihm niemand. Der Fraktionschef der Union, Volker Kauder antwortete auf Oppermanns Darstellung wie folgt:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\n&bdquo;Nun kann man nicht argumentieren: Wir haben eine Protokollerkl&auml;rung abgegeben, damit auch die anderen Mittel erh&ouml;ht werden. &ndash; Meines Wissens hat die SPD keine Protokollerkl&auml;rung abgegeben, dass sie das 2-Prozent-Ziel ablehnt.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Kritiker im Nebel: die Debatte um den Syrien-Text von Seymour Hersh in der WamS<\/strong><br>\nIn der vergangenen Ausgabe ver&ouml;ffentlichte die Welt am Sonntag einen langen Text des Pulitzer-Preistr&auml;gers Seymour Hersh zu dem angeblichen Giftgasangriff des syrischen Regimes auf die Stadt Chan Scheichun vom 4. April. Der Text, in dem die offizielle Sichtweise eines Sarin-Giftgasangriffs bezweifelt wird, wurde schnell als krude und zweifelhaft bezeichnet. In einigen Punkten machen es sich die Kritiker an Hersh und der WamS aber zu einfach. [&hellip;]<br>\nWas die Kritiker &uuml;bersehen oder bewusst au&szlig;en vorlassen: Die Quellenlage des Artikels wird von der WamS selbst in einem begleitenden Text von Dirk Laabs durchaus thematisiert. Laabs schreibt in dem Text &bdquo;Im Nebel des Krieges&ldquo; (Link f&uuml;hrt zur frei zug&auml;nglichen englischen Version): [&hellip;]<br>\nDas w&auml;re dann ja ein journalistisch sauberes und sehr sorgf&auml;ltiges Vorgehen. In dem begleitenden St&uuml;ck wird auch die Rolle der OPCW-Untersuchung erw&auml;hnt und kritisch gew&uuml;rdigt.<br>\nAuch dass der &bdquo;Investigativjournalist&ldquo; und Hersh-Kritiker Higgins selbst in seinen Methoden durchaus umstritten ist, wird beim &bdquo;Faktenfinder&ldquo; nicht weiter thematisiert. Dass die Fakten-Aufkl&auml;rer zudem den begleitenden Text zu dem Hersh-St&uuml;ck bei ihrer Kritik ignorierten oder &uuml;bersehen haben, tr&auml;gt nicht dazu bei, dass man klarer sieht. Im Nebel des Krieges f&auml;llt die Orientierung schwer. Gleiches gilt aber leider auch manchmal f&uuml;r die Nebel der Kritik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/meedia.de\/2017\/06\/29\/kritiker-im-nebel-die-debatte-um-den-syrien-text-von-seymour-hersh-in-der-wams\">Meedia<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Stefan Winterbauer kommt offenbar zu &auml;hnlichen Ergebnissen wie wir von den NachDenkSeiten. Lesen Sie dazu bitte auch (sofern noch nicht geschehen) unseren gestrigen Beitrag <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38967\">&bdquo;Faktenschlacht&ldquo; gegen Hersh &ndash; spielen wir doch mal Gericht&ldquo;<\/a>. <\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Seymour Hersh Dishes on New Expos&eacute; Upending the Official Story About Trump and Syrian Chemical Attacks<\/strong><br>\nSeymour Hersh is a Pulitzer Prize-winning journalist who famously exposed the My Lai Massacre in Vietnam, and more recently, the U.S. military&rsquo;s abuse of detainees at Abu Ghraib prison. This weekend, Hersh reported that the alleged chemical attack in Idlib, Syria, this March was not perpetrated by the Syrian military, as the Trump administration has claimed. Relying on a high-level adviser to the CIA and the Defense Intelligence Agency as his source, Hersh punched holes in the official narrative of the chemical attack, reporting that the Syrian bombing had actually targeted a high-level jihadi meeting with conventional munitions and warned the U.S. government of the strike beforehand, using a deconfliction channel. The strike hit a facility that may have contained chemicals such as chlorine and fertilizer that would have produced a cloud as well as neurological symptoms in victims that could be mistaken for sarin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.alternet.org\/media\/seymour-hersh-syria-bombshell\">Alternet<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Ein sehr lesenswertes Interview mit Seymour Hersh.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Fl&uuml;chtlingskrise &uuml;berfordert Rom &ndash; und Berlin?<\/strong><br>\nDie Regierung in Rom habe die EU-Kommission informiert, dass mit den 22 Schiffen, die momentan mit 12.500 im Mittelmeer geretteten Migranten auf dem Weg nach Italien seien, die &ldquo;Grenze der Nachhaltigkeit erreicht ist&rdquo;.<br>\nParallel suchen die Italiener in Br&uuml;ssel &ndash; Parlamentschef Tajani und die Au&szlig;enbeauftragte Mogherini &ndash; nach einem Ausweg. Doch da meisten EU-L&auml;nder keine Fl&uuml;chtlinge &uuml;bernehmen wollen, droht ein Eklat.<br>\nNun r&auml;cht es sich, dass die EU auf die Phantom-Regierung in Libyen setzt, um die Fl&uuml;chtlinge an der &Uuml;berfahrt nach Italien zu hindern. Daf&uuml;r gab es sogar einen Sonder-EU-Gipfel &ndash; ein Schlag ins Wasser.<br>\nEs r&auml;cht sich auch, dass das gescheiterte Umverteilungs-System nicht l&auml;ngst reformiert wurde. Italien und Griechenland zu Wartes&auml;len ohne Ausgang umzufunktionieren, war nie eine gute Idee.<br>\nDoch wie sieht es eigentlich in Deutschland aus? Zuf&auml;llig kommt gerade eine Meldung der OECD rein. Demnach wird f&uuml;r 2016 wieder eine Rekord-Zuwanderung ins gr&ouml;&szlig;te EU-Land erwartet.<br>\n&ldquo;Deutschland steht im Zentrum der Migrationsdynamik in der OECD&rdquo;, so ein Experte in Berlin. Etwa ein Drittel des OECD-weiten Anstiegs 2015 und 2016 sei auf Deutschland zur&uuml;ckzuf&uuml;hren.<br>\nAn Bedeutung gewinnen werde die Familienmigration. Diese Komponente werde bislang noch untersch&auml;tzt. Inzwischen sei auch jede neunte Hochzeit in Schland eine Heirat zwischen Ausl&auml;ndern und Deutschen.<br>\nAber wir schaffen das, oder?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/lostineu.eu\/fluchtlingskrise-uberfordert-italien-und-deutschland\/\">Lost in Europe<\/a>\n<p><strong>dazu: Die neuen Sklaven Europas<\/strong><br>\nIn Italien, das mit gro&szlig;em Einsatz Migranten aufnimmt, werden dieselben Migranten gnadenlos ausgebeutet. Gro&szlig;e Teile der Landwirtschaft leben von diesen Ausgebeuteten. Nicht nur in S&uuml;ditalien &ndash; aber dort funktioniert das System besonders perfide.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/migranten-in-italien-die-neuen-sklaven-europas.1773.de.html?dram:article_id=389841\">Deutschlandfunk<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Europ&auml;ische Werte<\/strong><br>\nIn einer erneuten Zuspitzung der deutsch-europ&auml;ischen Fl&uuml;chtlingsabwehr droht die Regierung Italiens mit der Sperrung ihrer H&auml;fen f&uuml;r Rettungsboote mit Fl&uuml;chtlingen an Bord. Man sei nicht bereit, weiterhin Fl&uuml;chtlinge aufzunehmen, wenn die anderen EU-Staaten dabei keine angemessene Unterst&uuml;tzung leisteten, erkl&auml;rt das Innenministerium in Rom. Weit davon entfernt, helfend einzugreifen, konzentriert sich Berlin weiterhin auf teure Ma&szlig;nahmen zur Fl&uuml;chtlingsabwehr; neben der libyschen K&uuml;stenwache sollen dazu k&uuml;nftig s&uuml;dlibysche Clans herangezogen werden, die bislang gegen Geld die Weiterreise aus Niger an die libysche K&uuml;ste erm&ouml;glichten, jetzt aber &ndash; gegen Bezahlung aus Br&uuml;ssel &ndash; Fl&uuml;chtlinge systematisch aufgreifen und festsetzen sollen. Sowohl der libyschen K&uuml;stenwache wie auch s&uuml;dlibyschen Clans werden schwere Menschenrechtsverbrechen an Migranten vorgeworfen. In K&uuml;rze k&ouml;nnten Fl&uuml;chtlinge es auch noch mit Faschisten aus Europa zu tun bekommen: Aktivisten der sogenannten &ldquo;Identit&auml;ren&rdquo;, einer Modestr&ouml;mung der extremen Rechten, wollen mit einem Schiff im Mittelmeer intervenieren &ndash; um dort Rettungsboote mit Fl&uuml;chtlingen zu stoppen. Zugleich steigt die Zahl der auf der &Uuml;berfahrt &uuml;ber das Mittelmeer umgekommenen Migranten weiterhin stark an; sie liegt nach Berechnungen von Fl&uuml;chtlingsorganisationen, addiert man die Todesopfer der Jahre seit 2000, wom&ouml;glich bereits bei mehr als 37.000.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/59629\">German Foreign Policy<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Emmanuel Macron: Charmant asozial<\/strong><br>\nFrankreichs Pr&auml;sident Emmanuel Macron will die Lebensverh&auml;ltnisse der Franzosen verschlechtern. Warum genau wird er jetzt nochmal gefeiert?<br>\nDie Geschichte, die uns derzeit erz&auml;hlt wird, geht so: Ganz Europa hat gespart und sich reformiert und feiert einen Aufschwung. Ganz Europa? Nein. Ein Land verweigert sich der Modernisierung: Frankreich. Dort gibt der Staat mit vollen H&auml;nden aus, die Sozialleistungen sind &uuml;ppig, das starre Arbeitsrecht fesselt die Innovationskraft der Unternehmen. Nun betritt der Heilsbringer die B&uuml;hne: Der jung-dynamische Pr&auml;sident Emmanuel Macron wagt den Kampf gegen das alte System, das die Wirtschaft l&auml;hmt.<br>\nEs ist bezeichnend f&uuml;r den Zustand Europas, dass hier ein ehemaliger Investmentbanker als Held und die Gewerkschaften als Gegner dargestellt werden. Und dass die Bev&ouml;lkerung agitiert wird gegen die Institutionen, die f&uuml;r ihre Rechte als Arbeitnehmer k&auml;mpfen. Was verspricht Macron? Vor allem den Unternehmen sinkende Kosten. Er will Tarifverhandlungen auf die betriebliche Ebene verlagern, sprich: den Unternehmen erlauben, unter den bislang geltenden Standards zu bezahlen. Er will den K&uuml;ndigungsschutz abschw&auml;chen, was den Unternehmen leichtere Entlassungen erm&ouml;glicht und den Druck auf die Besch&auml;ftigten erh&ouml;ht. Gefordert wird auch eine Senkung des Mindestlohns sowie eine Abschaffung der 35-Stunden-Woche, was gleichbedeutend w&auml;re mit der Abschaffung von &Uuml;berstundenzuschl&auml;gen. Die Franzosen sollen billiger werden. Die B&ouml;rsen feierten Macrons Sieg daher mit Kursaufschl&auml;gen. Dazu vier Anmerkungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr.de\/politik\/meinung\/leitartikel\/emmanuel-macron-charmant-asozial-a-1304211\">FR Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Allein gegen den Sachbearbeiter<\/strong><br>\nMigranten, Menschen mit Behinderung, Frauen und &Auml;ltere werden systematisch benachteiligt. Jobcenter verst&auml;rken dieses Klima zus&auml;tzlich.<br>\nDie junge Frau bezog Hartz-IV-Leistungen und erschien mit Kopftuch im Jobcenter. Dort drohte man der Muslima mit K&uuml;rzungen der Leistungen, wenn sie ihr Kopftuch nicht abnehme. Das Argument: Aufgrund des Tuches sei sie schwer in Arbeit vermittelbar.<br>\nBei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes kennt man &auml;hnliche F&auml;lle aus den Jobcentern. &bdquo;Es kommen Beleidigung, Beschimpfung und unfreundliches Verhalten vor. Es gab auch die Aufforderung zur Abgabe einer Erkl&auml;rung, aus welchen Gr&uuml;nden die Klientin ein Kopftuch tragen wolle, beziehungsweise m&uuml;sse&ldquo;, hei&szlig;t es in einem Zitat des Gleichbehandlungsb&uuml;ros Aachen, das sich im dritten Bericht der Antidiskriminierungstelle des Bundes findet.<br>\nGrunds&auml;tzlich f&uuml;hlte sich in Deutschland jeder oder jede Dritte in den vergangenen zwei Jahren schon mal diskriminiert, ergab eine repr&auml;sentative Befragung. Gut 40 Prozent der Betroffenen, die sich an die Beratungsstellen wenden, berichten dabei &uuml;ber Benachteiligungen im Arbeitsleben und bei der Jobvermittlung, teils wegen der ethnischen oder religi&ouml;sen Zugeh&ouml;rigkeit, wegen einer Behinderung, wegen Alters oder Geschlecht. (&hellip;)<br>\nEine Erhebung des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ), die Teil des Berichts ist, macht f&uuml;r die Diskriminierung in der Arbeitsverwaltung besonders das System der Kennzahlen verantwortlich, das einen hohen Erfolgsdruck in den Jobcentern erzeugt. Man solle die Kennzahlen nicht mehr zur &bdquo;Zielerreichungskontrolle&ldquo; einsetzen, schlug IAQ-Experte Martin Brussig vor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Bericht-der-Antidiskriminierungsstelle\/!5422197\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Die vom IAQ-Mitarbeiter Brussig genannte Forderung &ndash; Kennzahlen nicht mehr als &ldquo;Zielerreichungskontrolle&rdquo; &ndash; k&ouml;nnte geeignet sein, nicht lediglich Diskriminierung einzud&auml;mmen, sondern insgesamt das Klima in den Jobcentern zu verbessern. Denn auch Personen, die nicht ausdr&uuml;cklich Opfer einer Diskriminierung geworden sind, f&uuml;hlen sich oftmals sehr benachteiligt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Kreikebohm kritisiert Betriebsrenten<\/strong><br>\nChef der Rentenversicherung Braunschweig-Hannover: St&auml;rkung zu Lasten der Rente.<br>\nKritik am k&uuml;rzlich beschlossenen Ausbau der betrieblichen Altersversorgung hat der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover, Ralf Kreikebohm (im Bild), ge&uuml;bt. Zwar halte er das deutsche Alterssicherungssystem mit gesetzlicher Rente und kapitalgedeckter Zusatzvorsorge generell &ldquo;f&uuml;r vern&uuml;nftig&rdquo;, sagte Kreikebohm jetzt gegen&uuml;ber den Zeitungen der Madsack Gruppe. Wenn betriebliche und private Altersvorsorge aber &ldquo;zulasten der gesetzlichen Rente gest&auml;rkt&rdquo; w&uuml;rden, sei dies problematisch.<br>\nKonkret bezog sich der Chef des gr&ouml;&szlig;ten nieders&auml;chsischen Rentenversicherers auf die Folgen der Entgeltumwandlung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge. Dadurch flie&szlig;e &ldquo;weniger Geld in die Rentenkasse &ndash; und der Arbeitnehmer bekommt eine geringere Rente ausgezahlt&rdquo;, so Kreikebohm. Zudem sch&uuml;tze allein die gesetzliche Rente bei Alter, Invalidit&auml;t und Tod, w&auml;hrend die Zusatzvorsorge &ldquo;nur das Alter&rdquo; abdecke.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ihre-vorsorge.de\/index.php?id=55&amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=17959&amp;cHash=060d1079f7fe43a6e12fc7839fcf55ea\">Ihre-Vorsorge.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen Sie zum Thema Rente auch bzw. erneut <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38955\">ARD, ZDF etc. versagen in der neu aufgebrochenen Rentendebatte erneut &ndash; mit Polemik gegen die Gesetzliche Rente, mit dem R&uuml;ckgriff auf den unseri&ouml;sen Raffelh&uuml;schen als Sachverst&auml;ndigen usw.<\/a>. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Boom am Arbeitsmarkt Firmen suchen so viele Mitarbeiter wie selten zuvor<\/strong><br>\nDeutschlands Unternehmen drohen allm&auml;hlich die Arbeitskr&auml;fte auszugehen. Laut der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit ist die Nachfrage nach Mitarbeitern extrem hoch. Vor allem Industrie, Handel und Baugewerbe boomen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/arbeitsmarkt-firmen-suchen-so-viele-mitarbeiter-wie-selten-zuvor-a-1155073.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wie passt das eigentlich zusammen? Wenn die Nachfrage nach Mitarbeitern so gro&szlig; ist, weshalb steigen dann die L&ouml;hne nicht?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Ja, es ist einfach unglaublich &ndash; weil es auch nicht stimmt. Es mag sein, dass aktuell am Bau und, nat&uuml;rlich immer bei der Zeitarbeit viel gesucht wird, aber ansonsten deckt sich der Artikel null mit meinen eigenen Erfahrungen oder denen von Freunden und Bekannten (Ingenieure\/Informatiker). Und insoweit wirklich gesucht wird, sind die Gehaltsvorstellungen der Arbeitgeber unter aller Kanone und tendenziell im Sinken begriffen. Vielleicht kann der Schreiber dieser SPIEGEL-Jubelarie mal erkl&auml;ren, warum f&uuml;r die Lohnentwicklung f&uuml;r das Jahr 2017 gerade mal 2,5 Prozent Zuwachs prognostiziert werden &ndash; 0,5 Prozent weniger als nach der Goldenen Lohnregel (Zielinflationsrate von 2 Prozent plus Produktivit&auml;tswachstum von 1 Prozent), abgesehen von den ca. 20 Prozent, die den Arbeitnehmern sowieso in den letzten 20 Jahren gestohlen worden sind. Wenn nicht im tollsten Boom aller Zeiten die L&ouml;hne steigen (sollen), wann denn dann?<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Bombardier streicht bis zu 2200 Stellen in Deutschland<\/strong><br>\nDas kanadische Unternehmen Bombardier baut in Deutschland Z&uuml;ge f&uuml;r die Deutsche Bahn. Doch weil der Mutterkonzern in Schwierigkeiten steckt, sollen auch hierzulande viele Arbeitspl&auml;tze wegfallen.<br>\nDer Bahnhersteller Bombardier will bis zu 2200 seiner 8500 Stellen in Deutschland abbauen. Betriebsbedingte K&uuml;ndigungen soll es nicht geben, wie das Unternehmen am Donnerstag ank&uuml;ndigte. Alle sieben Produktionsstandorte sollen erhalten bleiben. Der Personalabbau verteile sich &uuml;ber alle Werke. Mehrheitlich seien jedoch G&ouml;rlitz in Sachsen und Hennigsdorf in Brandenburg betroffen. Bombardier liefert unter anderem Z&uuml;ge f&uuml;r die Deutsche Bahn.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/bombardier-streicht-bis-zu-2200-stellen-in-deutschland-a-1155102.html\">Spiegel Online<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Bundestagsdebatte zum Armutsbericht: Armes Deutschland<\/strong><br>\nJeder Sechste in Deutschland ist armutsgef&auml;hrdet. Bei der Debatte um den Armutsbericht versucht die Koalition gar nicht mehr, Einigkeit vorzut&auml;uschen.<br>\nNun also doch: Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung ist am Mittwoch im Bundestag zu bester Parlamentsfernsehenssendezeit diskutiert worden. Urspr&uuml;nglich wollte die Unionsfraktion den immerhin 650-Seiten-starken W&auml;lzer im Regierungsauftrag n&auml;mlich nicht zur Debatte stellen. Erst durch hartn&auml;ckige Nachfragen, insbesondere aus der Linksfraktion wurde das Thema auf die Tagesordnung gesetzt, wie Linken-Abgeordnete Katja Kipping s&uuml;ffisant erinnerte.<br>\nUnd tats&auml;chlich steckt politischer Sprengstoff in dem Bericht: Obwohl die Wirtschaft brummt und die Arbeitslosigkeit niedrig ist, ist der Anteil der Menschen gewachsen, die weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens von gegenw&auml;rtig 20.342 Euro pro Jahr zur Verf&uuml;gung haben. Das Medianeinkommen ist der Wert, welcher in der Mitte steht, wenn man alle Jahreseinkommen der Gr&ouml;&szlig;e nach ordnet. 13 Millionen Menschen, also jeder Sechste, haben demnach nur 12.205 Euro im Jahr zur Verf&uuml;gung und gelten als armutsgef&auml;hrdet. 2,5 Millionen Kinder wachsen laut Bericht in armen Familien auf. [&hellip;]<br>\nBundesarbeitsministerin Andrea Nahles SPD bekannte sich in ihrer letzten Rede in dieser Legislatur zu dem Bericht, der in f&uuml;nfter Folge von einer Bundesregierung in Auftrag gegeben und vorgestellt wurde. &bdquo;Der Armut- und Reichtumsbericht bleibt richtig und wichtig&ldquo;, so Nahles. Und nat&uuml;rlich gebe es noch viel zu tun. Aber da gibt es ja schon Ideen &ndash; das sozialdemokratische Wahlprogramm sei voll davon.<br>\n&Uuml;berhaupt lie&szlig; kein Redner, ob von SPD, Linkspartei oder Gr&uuml;nen, am Ende seiner Redezeit die Gelegenheit f&uuml;r einen kleinen Werbeblock aus, sprich den Verweis auf das eigene Wahlprogramm. Die SPD will in Bildung investieren und die sachgrundlose Befristung &ndash; nun also doch &ndash; abbauen, die Linke will eine Kindergrundsicherung einf&uuml;hren und eine Mindestrente, &auml;hnlich wie die Gr&uuml;nen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Bundestagsdebatte-zum-Armutsbericht\/!5425468\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Es mag Dissens gegeben haben bei der Frage, ob und wie der Bericht vorgestellt wird &ndash; bei den *Fakten*, bei der realen *Politik* ist der Konsens gro&szlig;. Alle Parteien der Gro&szlig;en Koalition haben sich seit Jahrzehnten flei&szlig;ig f&uuml;r die soziale Spaltung, Reichtumsvermehrung und mehr Armut eingesetzt und tun das auch weiterhin. Alle Parteien gemeinsam sind und waren f&uuml;r &ldquo;die Erh&ouml;hung der deutschen Wettbewerbsf&auml;higkeit&rdquo;, sprich Lohnsenkungen und Sozialabbau, niedrigere Renten, Abschaffung der Arbeitslosenhilfe (Hartz IV), sachgrundlose Befristung, Leiharbeit, Missbrauch von Werkvertr&auml;gen, daneben unendliche Steuergeschenke an Konzerne (radikale Senkung der K&ouml;rperschaftsteuer, Quasi-Abschaffung der Erbschaftsteuer), Privatisierung des Rechts (CETA, TTIP&hellip;) und der Infrastruktur (Autobahnen) usw. etc. pp. Diese Art der Einigkeit, der inneren Verbundenheit muss gar nicht vorget&auml;uscht werden, die ist einfach da. Dass angeblich jeder Sechste Mensch in Deutschland, darunter 2,5 Millionen Kinder, arm sind, ist grauenhaft, aber politisch gewollt. Die Zahlen halte ich ebenfalls f&uuml;r eine Untertreibung: arm ist man nicht erst mit 1.000 Euro im Monat. Und die taz entbl&ouml;det sich auch nicht, weiteren gro&szlig;koalition&auml;ren Konsens ungefiltert wiederzugeben: &ldquo;Obwohl die Wirtschaft brummt und die Arbeitslosigkeit niedrig ist&rdquo; &ndash; bei 1,7 Prozent Wirtschaftswachstum und mindestens 4 Millionen Arbeitslosen ist diese Darstellung reinste Propaganda.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Gesetzesversch&auml;rfungen: Der Minister der unn&ouml;tigen Paragrafen<\/strong><br>\nStrafrechtsversch&auml;rfungen eignen sich f&uuml;r Populismus. Dieser Verlockung konnte Justizminister Maas nicht widerstehen. Das zeigen die zwei Gesetzesversch&auml;rfungen, die der Bundestag nun beschlossen hat.<br>\nDas Stehlen aus einer Wohnung wird k&uuml;nftig sch&auml;rfer bestraft als das Niederbrennen des kompletten Wohngeb&auml;udes. Das hat heute der Bundestag beschlossen. &ldquo;Man kann dar&uuml;ber streiten, welche Tat bei dem Opfer eine st&auml;rkere Traumatisierung hinterl&auml;sst&rdquo;, hat zu dieser Absurdit&auml;t j&uuml;ngst der Potsdamer Strafrechtsprofessor Wolfgang Mitsch bemerkt. &ldquo;Aber bei der schweren Brandstiftung komme immerhin noch eine Milderung in minder schweren F&auml;llen in Betracht&rdquo;. Beim Einbruchsdiebstahl in Zukunft nicht mehr.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/gesetzesverschaerfungen-der-minister-der-unnoetigen-paragrafen-1.3564394\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Generalangriff der Herrschenden<\/strong><br>\nVerteidigung der Menschenrechte gegen die kapitalistische Zerst&ouml;rung: Rede anl&auml;sslich der Auszeichnung mit dem Menschenrechtspreis des Berliner B&uuml;ndnisses f&uuml;r Soziale Gerechtigkeit und Menschenw&uuml;rde e. V. (B&uuml;SGM) am 25. Juni 2017 in Berlin<br>\nIch m&ouml;chte heute &uuml;ber die sozialen Menschenrechte sprechen, die oft v&ouml;llig aus dem Blick geraten. Dabei geh&ouml;rt der Angriff der Herrschenden auf die sozialen Menschenrechte geradezu zum Alltag im Kapitalismus. Mit den Hartz-Reformen, die auf die Entrechtung der Besch&auml;ftigten und Erwerbslosen zielten, hat in Deutschland eine neue Epoche der Angriffe auf die sozialen Menschenrechte begonnen. Die vielfach aufgestellte Behauptung, der Neoliberalismus, der sich durch Menschenrechtsverletzungen in gro&szlig;em Ma&szlig;stab auszeichnet, komme an sein Ende, blamiert sich angesichts des Wahlsiegs von Emmanuel Macron bei den franz&ouml;sischen Pr&auml;sidentschaftswahlen und der neuen Privatisierungseuphorie in Europa, die allerdings zwei v&ouml;llig verschiedene Gesichter tr&auml;gt. Da ist zum einen die griechische Regierung, die in Erf&uuml;llung des Memorandums eine Privatisierung nach der anderen auf die Schienen setzt, w&auml;hrend Lohn- und Rentenk&uuml;rzungen zu weiterer Verelendung f&uuml;hren. Vom Ausverkauf profitieren vor allem deutsche Konzerne und Investmentfonds, wie vor wenigen Wochen bei der an Kolonialstil erinnernden Verpachtung des Hafens von Thessaloniki einmal mehr deutlich wurde. Auf der anderen Seite werden auch im Herzen der EU, in der Bundesrepublik, der Privatisierung st&auml;ndig neue Bereiche der Daseinsvorsorge aufgeschlossen, wie j&uuml;ngst etwa Schulen und Autobahnen. Ich komme noch ausf&uuml;hrlich darauf zu sprechen. Fakt ist: Wir stehen in Europa vor einer neuen Welle der Ver&auml;u&szlig;erung von &ouml;ffentlichem Eigentum. Privatisierungen sind nichts anderes als organisierte Menschenrechtsverletzungen, die von den Mainstreammedien als solche aber nicht benannt werden. Menschenrechte und deren Verletzung erscheinen nur im Hinblick auf nicht verb&uuml;ndete L&auml;nder von Belang oder werden strikt auf das Gebiet der Freiheitsrechte begrenzt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/313335.generalangriff-der-herrschenden.html\">Sevim Dagdelen in junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Finanzm&auml;rkte, Klima, Welthandel: G20 versagt auf ganzer Linie<\/strong><br>\nAttac stellt inhaltliche Kritik und Aktivit&auml;ten zum Gipfeltreffen in Hamburg vor<br>\nDie vollkommen unzureichende Regulierung des Finanzsektors, eine an den Interessen der Erd&ouml;l-, Kohle- und Automobilindustrie ausgerichtete Klimapolitik sowie das Festhalten an ungerechten globalen Handelsregeln zulasten der Schwachen: Das sind die Hauptkritikpunkte von Attac an der Politik der G20. Eine global gerechte Politik ist mit der Gruppe der 19 Industrie- und Schwellenl&auml;nder plus Europ&auml;ischer Union nicht zu machen, betonten Sprecherinnen und Sprecher von Attac am heutigen Mittwoch in Hamburg. Stattdessen forderten sie, Alternativen auf der Ebene der Vereinten Nationen zu entwickeln.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/startseite\/detailansicht\/news\/finanzmaerkte-klima-welthandel-g20-versagt-auf-ganzer-linie\/\">attac<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Nach TTIP: Das EU-Japan-Abkommen &bdquo;JEFTA&ldquo; birgt Probleme<\/strong><br>\nNach Bekanntwerden des geheim verhandelten &ldquo;JEFTA&rdquo;-Abkommens zwischen der EU und Japan, werden Erinnerungen an TTIP und CETA wach. Es m&uuml;sse jetzt darauf geachtet werden, dass die Verhandler aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, fordert der DGB-klartext. Die Vertr&auml;ge d&uuml;rfen Umwelt und Besch&auml;ftigte nicht benachteiligen.<br>\nEs kommt einem vor wie ein D&eacute;j&agrave;-vu: Fernsehberichte &uuml;ber Handelsvertr&auml;ge, die im Geheimen verhandelt werden, doppelseitige Artikel in gro&szlig;en Tageszeitungen, die die Problematik der Investitionsgerichtsbarkeit erkl&auml;ren, Diskussionen &uuml;ber das &bdquo;Recht zu regulieren&ldquo;, &bdquo;Negativlisten&ldquo; und &bdquo;Nachhaltigkeitskapitel&ldquo;.<br>\nDiesmal geht es aber nicht um TTIP und CETA, sondern um eine neue Abk&uuml;rzung: JEFTA &ndash; das geplante EU-Freihandelsabkommen mit Japan. Obwohl die Verhandlungen fortgeschritten sind, war JEFTA bislang fast unbekannt. Der Grund: Wieder einmal wurden die meisten Unterlagen geheim gehalten. Und wieder einmal wurden Verhandlungsmandat und andere Dokumente erst durch die Umweltorganisation Greenpeace bekanntgemacht, die zuf&auml;llig an die Papiere geriet. Man fragt sich, was die verhandelnde EU-Kommission aus ihren Fehlern bei TTIP und CETA gelernt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++2b057e1a-5cab-11e7-990e-525400e5a74a\">DGB<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Putsch der Gotteskrieger<\/strong><br>\nDas Video wirkt gespenstisch. Ein mutma&szlig;licher Offizier in der Uniform der venezolanischen Kriminalpolizei CICPC (Korps f&uuml;r wissenschaftliche, strafrechtliche und kriminalistische Ermittlungen) steht vor vier maskierten M&auml;nnern mit Maschinenpistolen und verliest eine Kampfansage an die Regierung von Pr&auml;sident Nicol&aacute;s Maduro. Sie seien &raquo;Nationalisten&laquo; und &raquo;Gotteskrieger&laquo;, die &raquo;von der Wahrheit und Jesus Christus begleitet&laquo; w&uuml;rden. In dem Video verlangen die M&auml;nner den &raquo;sofortigen R&uuml;cktritt&laquo; Maduros und die Durchf&uuml;hrung &raquo;allgemeiner Wahlen&laquo;.<br>\nDie professionell ausgeleuchtete Aufnahme von viereinhalb Minuten Dauer ist die Erkl&auml;rung der T&auml;ter zu einem Anschlag, bei dem die Terroristen am Dienstag abend (Ortszeit) in Caracas mit einem Hubschrauber die Geb&auml;ude des Innenministeriums und des Obersten Gerichtshofs (TSJ) attackiert hatten. Verletzt wurde niemand, was von den Beh&ouml;rden jedoch auf das schnelle Eingreifen der Luftwaffe zur&uuml;ckgef&uuml;hrt wird.<br>\nInformationsminister Ernesto Ville&shy;gas verlas am sp&auml;ten Abend in einer &uuml;ber alle Fernsehsender Venezuelas ausgestrahlten Sondersendung die offizielle Erkl&auml;rung der Regierung zu dem terroristischen Angriff, der als Putschversuch bewertet wurde. Dem Kommuniqu&eacute; zufolge hatten sich die Attent&auml;ter in der Luftwaffenbasis La Carlota eines CICPC-Hubschraubers bem&auml;chtigt und diesen zun&auml;chst zum Innenministerium in der Avenida Urdaneta im Zentrum von Caracas gesteuert. Dort seien rund 15 Sch&uuml;sse auf das Geb&auml;ude abgegeben worden. Auf der Terrasse vor dem Ministerium hatten sich zu diesem Zeitpunkt rund 80 Menschen zu einer Feier versammelt. Anschlie&szlig;end lenkten die Angreifer den Helikopter zum TSJ und feuerten bis zu vier Granaten unter anderem auf Angeh&ouml;rige der Nationalgarde, die vor dem Gericht Wache standen. Eines der Geschosse sei nicht explodiert und sichergestellt worden. Es habe sich um eine aus Kolumbien stammende Granate israelischer Bauart gehandelt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/313288.putsch-der-gotteskrieger.html\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Bundeswehroffizier zeigt Ministerin von der Leyen an<\/strong><br>\nDer Protest aus der Truppe gegen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen eskaliert: Nach SPIEGEL-Informationen stellte ein Oberstleutnant jetzt sogar Strafanzeige gegen die Politikerin. [&hellip;]<br>\nKonkret sagte der Oberstleutnant, er sei es leid, dass 185.000 Soldaten &ldquo;wegen zwei durchgeknallten Oberleutnanten&rdquo; &ndash; gemeint waren die beiden festgenommenen Offiziere Franco A. und Maximilian T. &ndash; pauschal abgeurteilt w&uuml;rden.<br>\nEr selbst erwarte f&uuml;r seinen Dienst keinen Dank, wolle aber &ldquo;nicht auch noch daf&uuml;r beschimpft werden&rdquo;. Nach seiner Kritik sagte der Soldat erkennbar als Scherz, die Truppe m&uuml;sse &ldquo;endlich den Mund aufmachen oder putschen&rdquo;.<br>\nDaraufhin hatte sein Vorgesetzter Disziplinarermittlungen gegen ihn aufgenommen, den Milit&auml;rischen Abschirmdienst eingeschaltet und auch bei der Justiz Strafanzeige wegen Anstiftung zu einer Straftat gestellt.<br>\nIn seiner Strafanzeige gegen von der Leyen f&uuml;hrt der Soldat aus, der angebliche Putsch-Aufruf sei klar als Satire erkennbar gewesen. Zudem sei der Vorwurf absurd, da man einen Putsch im Geheimen plane und nicht vor rund 65 Zeugen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/bundeswehr-offizier-zeigt-ministerin-ursula-von-der-leyen-an-a-1155062.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Es ist wirklich dramatisch. Fr&uuml;her galt bei der Bundeswehr das Konzept der &bdquo;Inneren F&uuml;hrung&ldquo; und des &bdquo;Staatsb&uuml;rgers in Uniform&ldquo;. Man forderte die Soldaten zwar nicht gerade enthusiastisch zum kritischen Denken auf, tolerierte Kritik jedoch sehr wohl. Die moderne deutsche Berufsarmee, die den Platz der alten Bundeswehr eingenommen hat, ist indes eine Kriegsarmee, bei der offenbar kritisches Denken nicht erw&uuml;nscht ist. Der Staatsb&uuml;rger in Uniform hat ausgedient; gew&uuml;nscht ist nun der Rambo in Flecktarn.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Die vertraulichen Sprachregelungen der ARD<\/strong><br>\nDass die ARD um die Brisanz ihrer Sprachregelungen wei&szlig;, macht eine &Auml;u&szlig;erung Gniffkes zur AfD deutlich. So teilte er im Herbst letzten Jahres eine &Auml;nderung der entsprechenden Richtlinie:\n<blockquote><p>\n<em>Allerdings verzichten wir seit einiger Zeit darauf, bei jeder Nennung der AfD das Attribut &lsquo;rechtspopulistisch&rsquo; zum Parteinamen hinzuzuf&uuml;gen. Hintergrund dieser Vorgehensweise ist die Tatsache, dass die AfD nicht zuletzt aufgrund der zur&uuml;ckliegenden Landtagswahlen einen solch hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat, dass es der permanenten Einordnung durch dieses Attribut nicht mehr bedarf, um den Zuschauerinnen und Zuschauern eine Orientierung zu erm&ouml;glichen.<\/em><br>\n<em>Zudem haben Teile unseres Publikums die permanente Nennung der &lsquo;rechtspopulistischen AfD&rsquo; als Versuch einer Bevormundung empfunden, der nicht dem Anspruch der Tagesschau entspricht. Wir stellen also fest, dass es bei einer Formulierung wie &lsquo;die rechtspopulistische AfD&rsquo; zwei sehr verschiedene Wahrnehmungen geben kann. W&auml;hrend die einen darin eine inhaltlich korrekte Orientierungshilfe f&uuml;r das Publikum sehen, nehmen es die anderen als einen unangebrachten Versuch der Beeinflussung wahr. Diesen Umstand haben wir in den vergangenen Monaten kritisch reflektiert und uns nun zu dem Verzicht auf die permanente Etikettierung entschlossen.<\/em><br>\nKai Gniffke\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Mit anderen Worten: Die ARD gibt einem politischen Akteur kein negativ gef&auml;rbtes Beiwort mehr, weil der Akteur inzwischen jedem bekannt ist, das Publikum der &ldquo;Orientierung&rdquo; also nicht mehr &ldquo;bedarf&rdquo;. Man kann Gniffke hier kaum anders verstehen, als dass es am Ende eben doch um das Einsortieren eines als &ldquo;negativ&rdquo; begriffenen Akteurs in eine Schublade geht.<br>\nDer Knackpunkt dabei: Wiederum verwendet der Chefredakteur den Begriff &ldquo;Einordnung&rdquo; anstelle von &ldquo;Wertung&rdquo;, ohne den Unterschied zu erkl&auml;ren. Alles fu&szlig;t auf der Unterstellung, die &ldquo;Einordnungen&rdquo; w&auml;ren v&ouml;llig wertneutral und sachlich. Doch der &Uuml;bergang von der Einordnung zur Wertung ist eben flie&szlig;end. Erg&auml;nzungen wie &ldquo;rechtspopulistisch&rdquo;, &ldquo;Terrormiliz&rdquo; oder &ldquo;Machthaber&rdquo; transportieren einen politischen Standpunkt dem Beschriebenen gegen&uuml;ber.<br>\nUnklar bleiben zudem die Kriterien, nach denen entschieden wird (von wem &uuml;berhaupt?), ob ein Akteur ein solches negatives Attribut erh&auml;lt. Der gesamte Prozess erscheint willk&uuml;rlich, intransparent und weit weg vom &ouml;ffentlich-rechtlichen Selbstverst&auml;ndnis.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Die-vertraulichen-Sprachregelungen-der-ARD-3758887.html\">Paul Schreyer auf Telepolis<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Doping in Westdeutschland: Ein noch immer verkanntes Problem?<\/strong><br>\nDoping in Westdeutschland seit den 1960er-Jahren war heute Thema im Sportausschuss des Bundestags. Ehemalige Sportler und Wissenschaftler waren geladen: Sie beklagen, dass das Problem bis heute noch nicht ernst genommen werde. Und sie machen der Politik schwere Vorw&uuml;rfe.<br>\nUm 14 Uhr begann die Sitzung des Sportausschusses. Wieder einmal: nicht &ouml;ffentlich. S&auml;mtliche Reporter mussten drau&szlig;en bleiben. Ein Unding &ndash; kritisiert auch Andr&eacute; Hahn, der f&uuml;r die Fraktion Die Linke im Ausschuss sitzt. &ldquo;Wir haben hier vier Stunden in diesem Sportausschuss diskutiert &uuml;ber Doping in Russland. &Ouml;ffentlich. Und diese hochspannende Sitzung wird nicht &ouml;ffentlich abgehalten, ich halte das f&uuml;r falsch.&rdquo;<br>\nAu&szlig;erdem moniert er, erkrankte westdeutsche Dopingopfer w&uuml;rden keinerlei Unterst&uuml;tzung kriegen, die ehemaligen Athleten der DDR schon. Das missf&auml;llt auch Alwin Wagner. Der 66-J&auml;hrige war heute als Zeitzeuge in den Ausschuss geladen. Der ehemalige Diskus-Werfer hatte Dopingmissbrauch zugegeben. Viele andere t&auml;ten das bis heute nicht.<br>\n&ldquo;Es sind sehr viele Leichen im Keller, es gibt ganz wenige Leute, die wie ich zum Beispiel das als Aktive gesagt haben, was sie genommen haben, aber ich sage, hab&rsquo;s auch heute gesagt: dass Leute zum Beispiel, die eine Medaille gewonnen haben und immer noch sagen, sie sind dopingfrei gewesen, nach den 30, 40 Jahren, wo sie gelogen, betrogen, manipuliert haben, dass sie jetzt mit der Wahrheit rausr&uuml;cken, ist unwahrscheinlich.&rdquo;<br>\nAuch in Westdeutschland h&auml;tten die Sportler nicht einsam und allein gedopt, erkl&auml;rte er den Politikern. In das System seien auch &Auml;rzte, Verbandsfunktion&auml;re und Politiker verstrickt gewesen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/doping-in-westdeutschland-ein-noch-immer-verkanntes-problem.890.de.html?dram:article_id=389837\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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