{"id":39010,"date":"2017-07-03T08:34:40","date_gmt":"2017-07-03T06:34:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39010"},"modified":"2017-07-03T09:29:01","modified_gmt":"2017-07-03T07:29:01","slug":"hinweise-des-tages-2906","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39010","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39010#h01\">Da kommt Europas gestiefelter Messias<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39010#h02\">G20<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39010#h03\">Verantwortungslose L&uuml;gner<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39010#h04\">Gesellschaftsprotest gegen Minderheitsregierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39010#h05\">Die EU r&uuml;stet auf &ldquo;um die Dynamik bei den R&uuml;stungsausgaben aufrechtzuerhalten&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39010#h06\">Keine Finanzkrise mehr zu unseren Lebzeiten?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39010#h07\">Portugal zahlt Schulden vorzeitig an den IWF zur&uuml;ck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39010#h08\">EU-Kommission will europaweite Altersvorsorge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39010#h09\">Durchfallquote: 100 Prozent<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39010#h10\">&bdquo;Es ist noch schlimmer&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39010#h11\">Pulverfass Venezuela<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39010#h12\">&laquo;Das ist ein normales religi&ouml;ses Verhalten&raquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39010#h13\">Tatort Autobahn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39010#h14\">Grundeinkommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39010#h15\">Privatsender wollen Anteil an Fernsehgeb&uuml;hren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39010#h16\">Trumps Spiel mit den Medien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39010#h17\">Deutscher Koloss &uuml;ber Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39010#h18\">Nocturne<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Da kommt Europas gestiefelter Messias<\/strong><br>\nrankreichs neue &bdquo;extreme Mitte&ldquo; steht in unguter Tradition. Der neue Pr&auml;sident betreibt keine Post-, sondern Anti-Politik. Gew&auml;hlt wurde er nur von einer Minderheit. [&hellip;]<br>\n&bdquo;Bereichern Sie sich!&ldquo;, schien die Quintessenz der Botschaft Macrons am 7. Januar 2015 im linksliberalen &bdquo;Nouvel Observateur&ldquo; zu sein, als er gerade noch Finanz-, Industrie- und f&uuml;r die Digitalisierung zust&auml;ndiger Minister unter Hollande war &ndash; bevor er den Pr&auml;sidenten im August 2016 im Regen stehen lie&szlig; und zu seinem Siegeszug ansetzte: Macrons Parole von den &bdquo;jungen Franzosen, die Lust haben m&uuml;ssten, Milliard&auml;re zu werden&ldquo; erinnert verd&auml;chtig an den ber&uuml;hmten Satz Fran&ccedil;ois Guizots, der mit dieser Aufforderung als Minister der sogenannten Juli-Monarchie (1830 bis 1848) und Verfechter des autorit&auml;ren Liberalismus in die Geschichte einging. [&hellip;]<br>\nKritiker wie der Philosoph Michel Onfray sprechen rundweg von einem Putsch der vierzig an der B&ouml;rse notierten gro&szlig;en Firmen und Konzerne. Und sicherlich war Macron der Kandidat der Patronats-Vereinigung &bdquo;MEDEF&ldquo;, die ihn fr&uuml;h &ouml;ffentlich unterst&uuml;tzt hatte. Es kann zwar keine Rede davon sein, dass diese Wahlen illegal gewesen w&auml;ren, aber diese Macht&uuml;bernahme wirkt angesichts der insgesamt massiven Wahlverweigerung doch fragw&uuml;rdig. [&hellip;]<br>\nJetzt geistert das Wort vom siegreichen &bdquo;Extremen Zentrum&ldquo; durch die Analysen, und es ist anstelle einer Revolution &agrave; la Macron zutreffender, auch wenn er den Begriff in seinem gleichnamigen Buch gro&szlig;sprecherisch seines eigentlichen Sinnes beraubt. Statt der alten demokratischen Opposition zwischen rechts und links lie&szlig; die Operation &bdquo;Extremes Zentrum&ldquo; den Franzosen scheinbar nur noch die Wahl zwischen Finanzwirtschaft oder Faschismus. Und die Ironie ist: Macrons &bdquo;Nicht rechts, nicht links&ldquo; wurde immer schon von den Rechtsextremen reklamiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/macron-regiert-neoliberal-15083366.html?GEPC=s2\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Danke an die FAZ f&uuml;r diesen wunderbaren Artikel, der mit Abstand das Kl&uuml;gste ist, das ich bis dato in den Massenmedien &uuml;ber Macron gelesen habe.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>G20<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>&ldquo;G20 ersatzlos abschaffen&rdquo;<\/strong><br>\nJean Ziegler ist w&uuml;tend. Der Soziologe, ehemalige UN-Diplomat und Autor wirft den G20 vor, sie h&auml;tten nichts erreicht. Statt dessen fordert er im Interview eine deutliche St&auml;rkung der UN und Sofortma&szlig;nahmen f&uuml;r die &auml;rmsten Staaten &ndash; viele k&ouml;nnten umgehend beschlossen werden.<br>\ntagesschau.de: Herr Ziegler, die G20 werden sich in wenigen Tagen in Hamburg treffen. Was halten Sie von diesem System? Ist das gerecht?<br>\nJean Ziegler: Es ist eine total illegitime und illegale Zusammenkunft. Es gibt eine Organisation, die Vereinten Nationen, die das &ouml;ffentliche Interesse der V&ouml;lker wahrnimmt. F&uuml;r eine Herrschaftszusammenkunft von einigen m&auml;chtigen Staatschefs, die 85 Prozent des Weltbruttosozialprodukts kontrollieren, die hinter 20.000 Polizisten hinter Stacheldraht zusammenkommen in der Weltstadt Hamburg, gibt es keine Legitimation. Sie fassen Beschl&uuml;sse, &uuml;ber deren Ausf&uuml;hrung keine Kontrolle besteht. Und das geht nicht. Das ist gegen den Willen dessen, was die Gr&uuml;nder der Vereinten Nationen gewollt haben. Und dieser G20-Gipfel unterminiert die Demokratie.<br>\ntagesschau.de: Am Ende der Gipfel gibt es ja immer dieses sch&ouml;ne Foto, alle stehen zusammen. Wie geht es Ihnen, wenn Sie das sehen? Was geht Ihnen da durch den Kopf?<br>\nZiegler: Das ist zwar eine idyllische Postkarte, aber sie erweckt in mir Zorn. Das sind die Menschen, die die Strukturreformen der kannibalischen Weltordnung durchf&uuml;hren m&uuml;ssten. Ich gebe ein Beispiel: Alle f&uuml;nf Sekunden verhungert nach UN-Statistik ein Kind unter zehn Jahren. Ein Kind, das jetzt, w&auml;hrend wir reden, an Hunger stirbt, wird ermordet. Und dieses t&auml;gliche Massaker des Hungers ist das schlimmste unserer Zeit. Wenn ich da eine Postkarte sehe mit l&auml;chelnden Staatschefs am Rande dieser Massengr&auml;ber, die man ja nicht sieht auf dem Foto, dann kommt in mir Zorn hoch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/g20-ziegler-101.html\">tagesschau.de<\/a><\/li>\n<li><strong>#G20Protestwelle: &ldquo;Wir brauchen eine andere Politik&rdquo;<\/strong><br>\n&ldquo;Eine vernetzte Welt gestalten&rdquo; &ndash; das hat sich Deutschland f&uuml;r seinen Vorsitz der G20 in diesem Jahr auf die Fahnen geschrieben. Um das zu erreichen, &ldquo;brauchen wir eine andere Politik!&rdquo;, machte DGB-Vorstand Stefan K&ouml;rzell am 2. Juli bei der G20-Protestwelle in Hamburg klar.<br>\nEinkommen und Verm&ouml;gen seien viel zu ungleich verteilt, kritisierte K&ouml;rzell in seiner Rede bei der G20-Protestwellen-Kundgebung. Es k&ouml;nne nicht sein, &ldquo;dass die Superreichen ihr Einkommen in den vergangenen 30 Jahren um mehr als die H&auml;lfte steigern konnten, w&auml;hrend die &Auml;rmsten der Armen weiterhin zu den Verlierern der Globalisierung geh&ouml;ren!&rdquo; (&hellip;)<br>\n&ldquo;F&uuml;r eine gerechte Verteilung des Wohlstands braucht es eine andere Steuer-, Finanz- und Wirtschaftspolitik! Steueroasen m&uuml;ssen trockengelegt, Steuervermeidung konsequent bek&auml;mpft und Spitzeneinkommen und Gro&szlig;verm&ouml;gen h&ouml;her besteuert werden&rdquo;, forderte K&ouml;rzell. &ldquo;Auf internationaler Ebene muss die Handelspolitik k&uuml;nftig darauf setzen, gemeinsame hohe Arbeitnehmer-, Menschen- und Umweltrechte zu verankern. Sie muss eingebettet sein in eine aufeinander abgestimmte, nachhaltige Industrie- und Strukturpolitik, die Besch&auml;ftigung sichert und f&uuml;r neue, gute Arbeitspl&auml;tze sorgt.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++172ba2be-5f14-11e7-a850-525400e5a74a%20\">DGB<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Die Rede von Herrn K&ouml;rzell k&ouml;nnen Sie <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++08039d44-5d86-11e7-a3e3-525400e5a74a\">hier<\/a> nachlesen. Warum wartet auch der DGB mit seinem Protest erst bis zu diesem Anla&szlig;, wenn er doch selber feststellt, dass auch hierzulande gravierende Probleme enstanden sind &ndash; doch nicht etwa aus R&uuml;cksicht auf die SPD, oder?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Verantwortungslose L&uuml;gner<\/strong><br>\nNach j&uuml;ngsten Sch&auml;tzungen der Nato werden die europ&auml;ischen Alliierten und Kanada im laufenden Jahr rund zw&ouml;lf Milliarden US-Dollar mehr f&uuml;r &bdquo;Verteidigung&ldquo; ausgeben als im letzten Jahr. Nato-Generalsekret&auml;r Jens Stoltenberg sagte am Mittwochvormittag in Br&uuml;ssel, es sei das dritte Jahr in Folge mit &bdquo;Fortschritten bei den Verteidigungsausgaben&ldquo;. Insgesamt seien aus Europa und Kanada seit der Trendwende rund 46 Milliarden US-Dollar zus&auml;tzliche Ausgaben gemeldet worden.<br>\nWir werden von verantwortungslosen L&uuml;gnern regiert.<br>\nVerantwortungslos, weil es unmenschlich ist, in einer Welt, in der Millionen Menschen an Hunger und Krankheit sterben &ndash; alle f&uuml;nf Sekunden stirbt ein Kind! -, so viele Milliarden f&uuml;r eine sinnlose Aufr&uuml;stung auszugeben.<br>\nL&uuml;gner, weil sie von &bdquo;Fortschritten bei den Verteidigungsausgaben&ldquo; sprechen, statt von Ausgaben f&uuml;r &Ouml;l- und Gaskriege. Von wem werden Nato-Staaten angegriffen?<br>\nDie Nato sollte nicht ein Kriegsf&uuml;hrungs-B&uuml;ndnis des US-Imperialismus sein, sondern ein Verteidigungsb&uuml;ndnis.<br>\nAch ja, da kommt das Argument: Wir m&uuml;ssen wachsam sein, Putin ist aggressiv und bedroht uns. Die Nato gibt rund 921 Milliarden Dollar (Stand 2016) f&uuml;r R&uuml;stung aus (unter anderem USA: 611 Milliarden Dollar, Frankreich: 55,7 Milliarden, Gro&szlig;britannien: 48,3 Milliarden, Deutschland: 41,1 Milliarden, Italien: 27,9 Milliarden) &ndash; mehr als 13mal so viel wie Russland (69,2 Milliarden Dollar). Und Nato-Truppen stehen an der russischen Grenze, weil der US-Imperialismus an den Reicht&uuml;mern des gro&szlig;en Landes interessiert ist, und Putin sich im Gegensatz zu Jelzin der Auspl&uuml;nderung russischer Rohstoffe durch US-Konzerne widersetzt.<br>\nDie Europ&auml;er und Kanada tanzen wie immer nach der Pfeife der USA und die US-Pr&auml;sidenten tanzen nach der Pfeife der Wallstreet, der &Ouml;l- und Gasindustrie und der R&uuml;stungskonzerne.<br>\nUnd dieser Club hei&szlig;t in den &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; &bdquo;freie Welt&ldquo; und &bdquo;westliche Wertegemeinschaft&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376.47953.188971457830996\/1464936460234483\/?type=3&amp;theater%20\">Oskar Lafontaine via Facebook<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Gesellschaftsprotest gegen Minderheitsregierung<\/strong><br>\nAm 1. Juli sieht London unter dem Motto &raquo;Not One Day More&laquo; die gr&ouml;&szlig;te Massenversammlung der letzten Jahrzehnte. Hunderttausende werden ihrem lauten Ruf nach dem Ende der Austerit&auml;tspolitik Nachdruck verleihen durch ihren Marsch zum Parlament in Westminster.<br>\nEs ist vor allem der junge Teil der Zivilgesellschaft, der im parlamentarischen Patt zwischen den konservativen und progressiven Kr&auml;ften jetzt auf die politische Wende in Britannien dr&auml;ngt.<br>\nDie konservative Minderheitsregierung unter F&uuml;hrung von Premierministerin May hat am 29. Juni ihr Regierungsprogramm nur mit einer &auml;u&szlig;erst knappen Mehrheit im Parlament durchbringen k&ouml;nnen. Dazu ben&ouml;tigte sie ein &raquo;Vertrauens- und Unterst&uuml;tzungsabkommen&laquo; mit der Democratic Unionist Party (DUP), einer rechtskonservativen nordirischen Regionalpartei, die im Unterhaus mit zehn Abgeordneten vertreten ist.<br>\nIm Kern setzen May und ihr Finanzminister Hammond die Austerit&auml;tspolitik der vorherigen Kabinette fort. Mays Ans&auml;tze in Richtung einer Industriepolitik mit entsprechenden Investitionen und Investitionsanreizen waren schon im Staatsbudget f&uuml;r 2016\/17 mit wenigen konkreten Finanzbeschl&uuml;ssen unterlegt und sind jetzt zur&uuml;ckgeschraubt worden.<br>\nDie mit dem Brexit hervorgerufene Unsicherheit sowie die damit verbundenen Unternehmensentscheidungen und auch die Abl&ouml;sezahlungen aus dem EU-Austrittsvertrag werden den Staatshaushalt zus&auml;tzlich belasten [1]. Zugleich versucht die Minderheitsregierung f&uuml;r die neue Legislaturperiode, differenzierte Steuererh&ouml;hungen weiterhin auszuschlie&szlig;en, auch bei den drei aufkommensst&auml;rksten Einnahmequellen (Einkommensteuer, Sozialabgaben, Mehrwertsteuer). Es bleibt die neoliberale Alternative: Erh&ouml;hung der Staatsschulden &ndash; oder eben die Austerit&auml;t. (&hellip;)<br>\nDen Protestmarsch gegen die Austerit&auml;t organisiert die People&rsquo;s Assembly Against Austerity, die Volksversammlung gegen Austerit&auml;tspolitik. Sie ist ein &uuml;berparteiliches Personenb&uuml;ndnis, das 2013 ins Leben gerufen worden ist. Den Gr&uuml;ndungsaufruf haben mit vielen anderen auch die Gr&uuml;nen-Abgeordnete Caroline Lucas, viele Gewerkschaftsvorsitzende, etliche AktivistInnen der kleineren Linksparteien, darunter Left Unity, der inzwischen verstorbene Labour-Linke Tony Benn und auch der damals relativ unbekannte Labour-Hinterb&auml;nkler Jeremy Corbyn unterzeichnet.<br>\nDer People&rsquo;s Assembly haben sich viele lokale B&uuml;ndnisse gegen den Sozialabbau angeschlossen, die sich ab 2011 in etlichen Kommunen zusammengefunden hatten, um der K&uuml;rzungspolitik der konservativ-liberalen Koalitionsregierung entgegenzuwirken. Die Anti-Austerit&auml;tsbewegung ist jetzt landesweit mit AktivistInnengruppen vertreten. Mitglieder und Vorst&auml;nde aller gro&szlig;en britischen Gewerkschaften unterst&uuml;tzen das B&uuml;ndnis und die diversen Protestaktionen, so auch den aktuellen Protestmarsch. (&hellip;)<br>\nZum Fokus der Bewegung sind das Wahlprogramm der Labour Party geworden und der Labour-Vorsitzende Corbyn, der der Austerit&auml;tspolitik glaubw&uuml;rdig eine Perspektive zur Erneuerung des &ouml;ffentlichen Sektors entgegengesetzt hat. Nachdem klar geworden ist, dass das Votum f&uuml;r den Brexit in absehbarer Zeit nicht politisch revidiert werden kann, betrachten die W&auml;hlerInnen zunehmend die Umsetzung des Austritts und die sozial&ouml;konomischen Folgen des Brexit unter der Perspektive der Verstetigung der Austerit&auml;tspolitik. Die Forderung nach einem &raquo;sanften&laquo; Brexit verkn&uuml;pft sich mit der Forderung nach einem Ende der Austerit&auml;t.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/gesellschaftsprotest-gegen-minderheitsregierung\/\">SozialismusAktuell<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> K&ouml;nnte diese Massenversammlung ein Vorbild f&uuml;r Deutschland sein? W&uuml;nschenswert ist es auf jeden Fall, denn auch hierzulande greifen die negativen Folgen der Austerit&auml;tspolitik &ndash; f&auml;lschlicherweise zu oft als &ldquo;Sparen&rdquo; bezeichnet &ndash; immer weiter um sich. Ein Beispiel: Die Armut in Deutschland nimmt zu. Und auch hierzulande stehen vor allem junge Menschen vor dem Problem, eine Arbeit zu finden, von der sie alleine oder gar in und mit einer Familie gut leben k&ouml;nnen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Die EU r&uuml;stet auf &ldquo;um die Dynamik bei den R&uuml;stungsausgaben aufrechtzuerhalten&ldquo;<\/strong><br>\nDie 28 EU-Staaten haben Ihre Milit&auml;rausgaben in den letzten Jahren real gesteigert (um 2 % von 2014 auf 2015 und um 2,5 % von 2015 auf 2016) und wollen diese Erh&ouml;hungen in den n&auml;chsten Jahren massiv steigern. Einige Verteidigungsminister tr&auml;umen dabei von dem Nato-Ziel, die Milit&auml;rausgaben auf einen Anteil von 2 % am BIP zu steigern. (Deutschland liegt zur Zeit nur bei gut 1,2%.) Die Begr&uuml;ndungen f&uuml;r diese viel Steuergeld verschlingenden Ma&szlig;nahmen sind bemerkenswert.<br>\nJean-Claude Juncker im September 2016:<br>\nWenn wir in Europa uns nicht um unsere Sicherheit k&uuml;mmern, wird es sonst niemand tun&hellip; Europa kann es sich nicht mehr leisten, milit&auml;risch im Windschatten anderer M&auml;chte zu segeln&hellip;<br>\nKeine Angst Herr Juncker. Wir segeln schon jetzt nicht im Windschatten. Nach SIPRI-Angaben f&uuml;r 2016 gaben die 28 EU-L&auml;nder  246,3 Milliarden US$ aus (15,0 % der weltweiten Milit&auml;rausgaben).  Mit diesem enormen Beitrag werden wir nur von den USA &uuml;bertroffen.<br>\nIn den meisten K&ouml;pfen und in vielen Argumentationen steht die Angst vor der Armee Russlands im Mittelpunkt. Mit Ausgaben von 69,2 Milliarden US$  in 2016 steht diese aber bei weniger als einem Drittel der Ausgaben der EU-Staaten. Auch ein Ausfall der britischen Armee und eine Zusammenfassung der irgendwie mit Russland noch verb&uuml;ndeten osteurop&auml;ischen Staaten ergibt ein Verh&auml;ltnis von 198 zu 75 Milliarden US$ zu Gunsten der 27 verbleibenden EU-L&auml;nder.<br>\nBleibt als Begr&uuml;ndung fast nur noch der &ldquo;Krieg gegen den Terror&rdquo;. Die jahrzehntelangen Erfahrungen mit der Terrorbek&auml;mpfung in Afghanistan (zuerst Sowjetunion, dann USA und anschlie&szlig;end die gesamte Nato) haben bewiesen, dass dem Terror mit Milit&auml;r nicht bei zu kommen ist. Die Milit&auml;reins&auml;tze im Irak (ab 2003) und in Libyen (ab 2011) best&auml;tigen diese Erfahrungen. Syrien als Beleg folgt zur Zeit.<br>\n&Uuml;berraschend ehrlich argumentiert der Generalsekret&auml;r der NATO, Jens Stoltenberg:<br>\nWir erh&ouml;hen unsere Verteidigungsausgaben nicht, um Pr&auml;sident Trump einen Gefallen zu tun. Wir machen genau das, weil wir uns das beim Gipfel in Wales in die Hand versprochen haben.&rdquo; (&hellip;)&rdquo;Es geht darum, die Dynamik aufrechtzuerhalten, die wir bei den R&uuml;stungsausgaben erreicht haben.<br>\nWir erh&ouml;hen die Ausgaben, weil wir es letztes Jahr schon getan haben. Und letztes Jahr haben wir es getan, weil wir das 2014 den Verteidigungsministern, dem Milit&auml;r und der R&uuml;stungsindustrie &ldquo;in die Hand versprochen haben&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/853-eu-aufruestung\">Gerd Bosbach und Jens J&uuml;rgen Korff via Blog Norbert H&auml;ring<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Keine Finanzkrise mehr zu unseren Lebzeiten?<\/strong><br>\nZehn Jahre sind seit dem Ausbruch der globalen Finanzkrise vergangen. Im Fr&uuml;hjahr 2007 frassen sich erste Verluste aus dem amerikanischen Subprime-Hypothekenmarkt durch die Bankenwelt, im August 2007 kam es zu einem ersten dramatischen Liquidit&auml;tsschock im Finanzsystem. Ein gutes Jahr sp&auml;ter, im September 2008, stand die Finanzwelt &ndash; und mit ihr die gesamte Weltwirtschaft &ndash; am Abgrund.<br>\nZehn Jahre sind ein guter Zeitpunkt, um sich zu fragen, ob eine derartige Katastrophe wieder geschehen k&ouml;nnte. Und wenn ja, wann.<br>\nEine &uuml;beraus gewichtige Stimme gibt nun Entwarnung. Janet Yellen, die Vorsitzende der US-Notenbank (Fed), &auml;usserte am Dienstag an einer Konferenz in London folgende Worte:<br>\nWould I say there will never, ever be another financial crisis? You know probably that would be going too far but I do think we&rsquo;re much safer and I hope that it will not be in our lifetimes and I don&rsquo;t believe it will be.<br>\nAuf Deutsch also ungef&auml;hr:<br>\nW&uuml;rde ich sagen, dass es niemals wieder eine Finanzkrise geben wird? Das w&uuml;rde wohl zu weit gehen, aber ich denke, wir sind heute viel sicherer, und ich hoffe, dass es zu unseren Lebzeiten nicht mehr geschehen wird. Ich glaube auch, das wird es nicht.<br>\nDas sind starke Worte. Keine Finanzkrise mehr zu unseren Lebzeiten.<br>\nDabei bleibt freilich einiges offen: Wie definiert Janet Yellen den Begriff Finanzkrise? Und was ist ihre zeitliche Definition von &laquo;unseren Lebzeiten&raquo;? Was meint sie genau, wenn sie sagt, das Finanzsystem sei heute viel sicherer?<br>\nTrotzdem ist es eine unfassbar dumme Aussage. Wieso? Drei Gr&uuml;nde sollten stutzig machen:\n<ul>\n<li>Erstens, weil es unm&ouml;glich ist, mit einem derartigen Grad an Gewissheit zu sagen, was an den Finanzm&auml;rkten in Zukunft geschehen wird.<\/li>\n<li>Zweitens, weil Finanzkrisen in der Vergangenheit viel h&auml;ufiger geschehen sind, als sie in einer statistisch normal verteilten Welt eigentlich sollten.<\/li>\n<li>Drittens, weil sich Yellen einer Reihe von Bankern, &Ouml;konomen und Notenbankern anschliesst, die mit tr&uuml;gerischer Gewissheit Aussagen zur Stabilit&auml;t der Finanzm&auml;rkte machten &ndash; und die wenig sp&auml;ter wie Trottel aussahen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Schauen wir uns die Argumente etwas genauer an.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.fuw.ch\/article\/nmtm-keine-finanzkrise-mehr-zu-unseren-lebzeiten\/\">Finanz und Wirtschaft<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Portugal zahlt Schulden vorzeitig an den IWF zur&uuml;ck<\/strong><br>\nDer Internationale W&auml;hrungsfonds (IWF) hebt seine Wachstumsprognose deutlich an und meint, das Land werde das Defizitziel problemlos erf&uuml;llen<br>\nWie angek&uuml;ndigt hat das ehemalige Krisenland Portugal erneut fr&uuml;hzeitig Schulden an den IWF zur&uuml;ckgezahlt. Nun wurde eine Milliarde Euro nach Washington &uuml;berwiesen und im August sollen weitere 2,6 Milliarden Euro folgen, teilte das Finanzministerium am Freitag mit. Das Land f&auml;hrt unter der Linksregierung den Kurs, die teuren IWF-Kredite so schnell wie m&ouml;glich loszuwerden, um sich aus dem W&uuml;rgegriff des IWF zu befreien.<br>\nMehrfach wurden fr&uuml;hzeitig Kredite schon zur&uuml;ckbezahlt. Das Land kann sich das angesichts der guten Konjunktur diesen Kurs auch erlauben. Obwohl viel Geld nach Washington &uuml;berwiesen wurde, konnte das Land im vergangenen Jahr das von der EU-Kommission gesteckte Defizitziel von 2,5% mit gut 2% sogar deutlich unterschreiten.<br>\nInsgesamt will die Regierung in den kommenden beiden Jahren weitere 8,4 Milliarden Euro fr&uuml;hzeitig an den IWF zur&uuml;ckzahlen. Damit verblieben von einst 26,3Milliarden Euro nur noch 4,6 an IWF-Schulden. Das Land k&ouml;nne sich damit Zinsen in H&ouml;he von etwa 700 Millionen Euro ersparen, die stattdessen in Investitionen, Sozialleistungen oder pr&auml;ventiven Brandschutz flie&szlig;en k&ouml;nnen. Denn auch der wurde unter den Konservativen Austerit&auml;tsfans stark vernachl&auml;ssigt und zeitigt t&ouml;dliche Folgen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/Portugal-zahlt-Schulden-vorzeitig-an-den-IWF-zurueck-3760869.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>EU-Kommission will europaweite Altersvorsorge<\/strong><br>\nEuropas B&uuml;rger sichern sich nicht genug f&uuml;rs Alter ab, findet die EU-Kommission. Das soll sich &auml;ndern. Sie plant ein europaweites Produkt f&uuml;r die Altersvorsorge &ndash; das den Kunden mehr Rechte geben soll. (&hellip;)<br>\n&ldquo;Es wird den Wettbewerb beleben, da mehr Anbieter es auch au&szlig;erhalb ihres Heimatmarkts vertreiben k&ouml;nnen&rdquo;, sagte Kommissions-Vizepr&auml;sident Valdis Dombrovskis. Das vorgeschlagene, europ&auml;ische Vorsorgeprodukt &ldquo;Pepp&rdquo; (Pan European Pension Product) ist im Prinzip ein EU-Rechtsrahmen f&uuml;r Sparpl&auml;ne. Er soll bestehende gesetzliche, betriebliche und nationale private Produkte erg&auml;nzen, nicht ersetzen.<br>\nF&uuml;r EU-B&uuml;rger soll es eine sichere und einfache Wahl werden: Sparern w&uuml;rde zumindest das investierte Kapital garantiert. Sie sollen au&szlig;erdem das Recht bekommen, alle f&uuml;nf Jahre bei gedeckelten Kosten den Anbieter zu wechseln. Gleichzeitig w&uuml;rde ihnen erlaubt, ihren Vertrag bei einem Umzug in ein anderes EU-Land zu behalten. Dies seien Voraussetzungen f&uuml;r die Zulassung des Pepp-Vorsorgeprodukts, die von der Versicherungsaufsicht EIOPA erteilt werden soll.<br>\nNach dem Verordnungsentwurf k&ouml;nnen Versicherungsunternehmen, Banken, betriebliche Rentenkassen, Wertpapierfirmen und Verm&ouml;gensverwalter das neue Produkt anbieten. Ihrem Gesch&auml;ft w&uuml;rde das EU-Produkt neuen Auftrieb geben. So werden in der EU einer Studie zufolge aktuell Vorsorgeprodukte in H&ouml;he von 700 Milliarden Euro verwaltet. Bis 2030 werde dieser Wert auf 1,4 Billion Euro steigen, sch&auml;tzt die EU, mithilfe des geplanten Pepp-Angebots und den durch die Mitgliedsl&auml;nder gew&auml;hrten Steuervorteilen sogar auf 2,1 Billion Euro.<br>\nDie EU-Staaten und das Europ&auml;ische Parlament m&uuml;ssen dem Vorschlag noch zustimmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/eu-kommission-will-altersvorsorge-mit-neuem-produkt-foerdern-a-1155088.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Findet die EU-Kommission etwa auch, dass die &Ouml;sterreicher sich nicht ausreichend f&uuml;r das Alter absichern?<\/em><br>\n<em>Hierzulande &ndash; und wohl auch EU-weit &ndash; w&uuml;rde ein neues Produkt zur privaten Vorsorge den zuk&uuml;nftigen Rentnern kaum helfen. Profitieren d&uuml;rfte vielmehr insbesondere wieder die Versicherungsbranche. Eine sinnvolle Alternative ist die St&auml;rkung der gesetzlichen Rente z.B. orientiert an dem Vorbild &Ouml;sterreich, wo die Rentner deutlich mehr Rente bekommen als in Deutschland. Aber &ndash; und abgesehen von der Linkspartei &ndash; scheinen nicht einmal die SPD und ihre zust&auml;ndige Bundesministerin Nahles ein Interesse am Wohlergehen der Bev&ouml;lkerungsmehrheit zu haben und m&ouml;chten offenbar lieber daf&uuml;r sorgen, dass Versicherungsunternehmen oder Banken weiter auf Kosten der Arbeitnehmerschaft Gewinne machen. Bitte lesen Sie dazu erneut u.a.:<\/em><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37710\">Wer den von der Anstalt belegten Ausverkauf bei Rente und Autobahn begriffen hat, versteht nicht mehr, dass CDU, CSU und SPD &uuml;berhaupt noch W&auml;hler haben<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38955\">ARD, ZDF etc. versagen in der neu aufgebrochenen Rentendebatte erneut &ndash; mit Polemik gegen die Gesetzliche Rente, mit dem R&uuml;ckgriff auf den unseri&ouml;sen Raffelh&uuml;schen als Sachverst&auml;ndigen usw.<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37864\">Das Betriebsrentenst&auml;rkungsgesetz ist in Wahrheit ein Versicherungswirtschaftsst&auml;rkungsgesetz. Au&szlig;erdem nutzt es den Arbeitgebern. Und schadet den Versicherten.<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37323\">DGB-Rentenkampagnenbeschluss &ndash; Eine wirkliche Entt&auml;uschung. Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Nahles, die Arbeitgeberseite und die Versicherungswirtschaft<\/a><\/em><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Durchfallquote: 100 Prozent<\/strong><br>\nNach der Brandkatastrophe im Londoner Grenfell Tower haben die Beh&ouml;rden Brandschutztests bei anderen Hochh&auml;usern durchgef&uuml;hrt. Das bittere Ergebnis: Keines der 149 bislang gepr&uuml;ften Geb&auml;ude bestand den Test. Auch in Deutschland schlagen Feuerwehrleute Alarm.<br>\nEs ist eine verheerende Bilanz f&uuml;r die Sicherheit in britischen Hochh&auml;usern. Die Beh&ouml;rden haben bislang 149 besonders hohe Geb&auml;ude einem Brandschutztest unterzogen. Keines der getesteten Objekte bestand den Sicherheitscheck. Das erkl&auml;rte eine Sprecherin der britischen Premierministerin Theresa May.<br>\nInsgesamt sollen etwa 600 Hochh&auml;user in Gro&szlig;britannien auf Brandgefahr untersucht werden. Grund ist die Feuerkatstrophe im Grenfell Tower. Dabei waren etwa 80 Menschen ums Leben gekommen. Experten monierten einen zu schwachen Brandschutz in dem erst k&uuml;rzlich renovierten Geb&auml;ude. Offenbar trug die Fassadend&auml;mmung zur rasanten Ausbreitung des Feuers bei. (&hellip;)<br>\nDie Brandkatastrophe hat auch Auswirkungen auf Deutschland. Laut &ldquo;Spiegel&rdquo; fordern Fachleute in einem Schreiben an die Bauministerkonferenz und das Deutsche Institut f&uuml;r Bautechnik einen besseren Brandschutz hierzulande. Der Deutsche Feuerwehrverband, die Arbeitsgemeinschaft der Berufsfeuerwehren und die Vereinigung zur F&ouml;rderung des Deutschen Brandschutzes kritisieren, Fassadend&auml;mmungen k&ouml;nnten derzeit trotz aller technischen Vorgaben abbrennen.<br>\nWenn D&auml;mmverbundsysteme mit Styropor (Polystyrol) Feuer fingen, seien h&auml;ufig Bewohner anderer Geschosse ums Leben gekommen, weil sich das Feuer &uuml;ber die Fassade ausgebreitet habe, so die Verb&auml;nde in ihrem Brief. Die Fachleute fordern daher unter anderem Brandriegel f&uuml;r jedes Stockwerk. Erdgeschosse m&uuml;ssten mit nicht brennbarem Material ged&auml;mmt werden, wenn davor Autos oder M&uuml;lltonnen st&uuml;nden. &Auml;ltere Bauten sollten nachgebessert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/branschutztest-london-101.html\">tagesschau.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Das Problem &ndash; leicht brennbares D&auml;mmmaterial &ndash; d&uuml;rfte nicht lediglich Hochh&auml;user betreffen, sondern viele andere (Wohn-)H&auml;user ebenfalls.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Passend zum Thema gab es mal eine sehr interessante <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=AWD0HeZLufM&amp;t=1705s\">Doku vom NDR<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>&bdquo;Es ist noch schlimmer&ldquo;<\/strong><br>\nINTERVIEW Professor Christian Krei&szlig; forscht zu einem brisanten Thema. Es geht darum, wie Konzerne Wissenschaftler kaufen und Beh&ouml;rden beeinflussen.<br>\nDer Konzern Monsanto hat einen angesehenen deutschen Toxikologen daf&uuml;r bezahlt, dass er ein vorgefertigtes Skript zum Thema Glyphosat als eigene Arbeit ausgab. &Uuml;berrascht Sie das?<br>\nNein. In der Pharmaindustrie handelt es sich nach heutigen Sch&auml;tzungen bei elf Prozent aller Studien um Ghostwriting. F&uuml;r die Chemie-Industrie kenne ich keine konkreten Zahlen, aber auch dort d&uuml;rfte diese Praxis weit verbreitet sein.<br>\nMonsanto h&auml;tte die Studie auch selbst ver&ouml;ffentlichen k&ouml;nnen.<br>\nIm M&auml;rz 2015 hat die Krebsforschungsagentur IARC der WHO Glyphosat als vermutlich krebserregend eingestuft. Monsanto hat daraufhin in den Jahren eine Flut von Artikeln lanciert, um die Unbedenklichkeit von Glyphosat zu belegen. Die Namen von gekauften Wissenschaftlern sollen dabei Objektivit&auml;t und Neutralit&auml;t vermitteln.<br>\nUnd die Beh&ouml;rden lassen sich von solchen gekauften Arbeiten beeindrucken?<br>\nEs ist noch schlimmer. Bis vor Kurzem haben Zulassungsbeh&ouml;rden ausschlie&szlig;lich industrieinterne Studien verwendet. Die wurden nie ver&ouml;ffentlicht und konnten von anderen Wissenschaftlern nicht &uuml;berpr&uuml;ft werden. Das ist f&uuml;r mich ein Skandal. Denn bei seinen eigenen Studien kann ein Konzern die Rahmenbedingungen so w&auml;hlen und beeinflussen, dass das gew&uuml;nschte Ergebnis herauskommt.<br>\nIst es ein Fortschritt, wenn &ouml;ffentliche Studien herangezogen werden?<br>\nIm Prinzip ja: Deshalb ist es so wichtig f&uuml;r Konzerne wie Monsanto, den Tenor solcher Studien vorzugeben, zum Beispiel durch Beeinflussung. Wenn die Genehmigungsbeh&ouml;rde 30 Studien vorliegen hat und 25 kommen zu dem Schluss, Glyphosat sei unbedenklich, dann hei&szlig;t es 25 zu 5, klare Sache.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/schrotundkorn.de\/ernaehrung\/lesen\/christian-kreiss.html\">Schrot &amp; Korn<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Pulverfass Venezuela<\/strong><br>\nSozialismus des 21. Jahrhunderts vor dem Aus<br>\nDie Lage in Venezuela spitzt sich zu. Die Versorgungskrise geht ins dritte Jahr. Schulden steigen, &Ouml;leinnahmen fallen. Proteste greifen um sich. Weltspitze ist nur noch die Inflation.<br>\nVor allem Lebensmittel und Medikamente, die importiert und in Dollar bezahlt werden m&uuml;ssen, sind kaum noch zu bekommen. Antibiotika, Diabetes- oder Epilepsie-Medikamente sind bereits knapp. Die Kindersterblichkeit ist deutlich angestiegen.<br>\nAuf M&uuml;llkippen in Caracas suchen Menschen nach Essensresten. Dabei ist Venezuela eigentlich ein sehr reiches Land &ndash; geh&ouml;rt zu den L&auml;ndern mit den gr&ouml;&szlig;ten Erd&ouml;lvorkommen. Doch der Sozialismus des 21. Jahrhunderts hat die Menschen arm gemacht.<br>\nWegen der Bedienung milliardenschwerer Auslandsschulden und dem niedrigen &Ouml;lpreis lahmt die Wirtschaft. 2016 brach sie um 18 Prozent ein. Importe sind auf ein Drittel ihres fr&uuml;heren Niveaus eingebrochen. Das Land steht vor dem Staatsbankrott.<br>\nPr&auml;sident Nicolas Maduro reagiert autorit&auml;r und provoziert den Unmut der Bev&ouml;lkerung. Bei Massenprotesten gegen die Regierung des Sozialisten kamen seit April mehr als 37 Menschen ums Leben. Hunderte wurden ins Gef&auml;ngnis gesteckt. Regimetreue Schl&auml;gertrupps sollen auf Demonstranten angesetzt worden sein und schreckten nicht davor zur&uuml;ck, auf diese Menschen zu schie&szlig;en. Jetzt will der Pr&auml;sident seine br&ouml;ckelnde Macht durch eine Verfassungs&auml;nderung stabilisieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.3sat.de\/page\/?source=\/makro\/magazin\/uebersicht\/193283\/index.html\">3sat<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung C.G.:<\/strong> Dass es in Venezuela zu kritisierende Zust&auml;nde gibt, und dies nicht nur an den niedrigen &Ouml;lpreisen liegt, wird wohl kaum jemand bestreiten, doch diese massive Anti-Venezuela-Propaganda aus mittlerweile ca. 7 Video-Beitr&auml;gen, Interviews und mehreren Textbeitr&auml;gen auf &ldquo;3sat makro&rdquo; pro Umst&uuml;rzler ist nicht nur einseitig, sondern verharmlost diese militanten Umst&uuml;rzler und dramatisiert zugleich die Regierung und die Polizeikr&auml;fte &ndash; im Westen w&uuml;rde man diese militanten Gruppen wohl &ldquo;Terroristen&rdquo; nennen oder?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>&laquo;Das ist ein normales religi&ouml;ses Verhalten&raquo;<\/strong><br>\nDie Redefreiheit auf dem amerikanischen Campus ist in Gefahr. Der amerikanische Sozialpsychologe Jonathan Haidt im Gespr&auml;ch &uuml;ber die Ursachen.<br>\nDie Redefreiheit an amerikanischen Universit&auml;ten ist in Gefahr. Im Jahr 2016 gab es eine Rekordzahl von Versuchen, umstrittene Redner, meist aus dem konservativen bis rechtspopulistischen Lager, vom Auftritt abzuhalten. Was sind die Gr&uuml;nde f&uuml;r diese Entwicklung?<br>\nEs ist eine interessante und komplizierte soziologische Frage, wie sich auf dem amerikanischen Campus ein ganz neues Set an Verhaltensweisen verbreiten konnte, die noch vor f&uuml;nf Jahren als schockierend empfunden worden w&auml;ren. Ein wichtiger Grund ist sicher das massive Anwachsen der Animosit&auml;ten zwischen den Parteien, das wir seit den 1990er Jahren beobachten.<br>\nSozialdemokraten, die in den USA Liberals genannt werden, und Konservative hassen einander so stark wie noch nie. In der gleichen Zeit sind die Universit&auml;ten, die immer schon linksliberal orientiert waren, so weit nach links ger&uuml;ckt, dass es so gut wie &uuml;berhaupt keine Diversit&auml;t mehr gibt. Auf diese Weise ist ein widerspruchsfreier Raum entstanden, in dem jede anderslautende Meinung intolerabel geworden ist. (&hellip;)<br>\nIch habe aber von F&auml;llen geh&ouml;rt, in denen die Universit&auml;tsleitung genaue Vorschriften ausgibt, beispielsweise, welche Faschingskost&uuml;me &ndash; nehmen wir die ber&uuml;hmte &laquo;Sombrero-Party&raquo; &ndash; nicht getragen werden d&uuml;rfen, weil sie eine Minorit&auml;t beleidigen k&ouml;nnten &ndash; in diesem Fall die Mexikaner.<br>\nJa, aber das betrifft allein Verhaltensweisen. Die freie Rede ist durch den Ersten Verfassungszusatz gesch&uuml;tzt. &laquo;Hate speech&raquo; darf in den USA, anders als in Deutschland, nicht verboten werden. Die Leute &uuml;ber 30, die meisten Professoren eingeschlossen, sind in der Mehrheit auch pro &laquo;free speech&raquo;. Von neueren Untersuchungen aus Yale wissen wir &uuml;berdies, dass selbst die grosse Mehrheit der Studierenden f&uuml;r die Redefreiheit ist. Doch sie sind eingesch&uuml;chtert durch eine Atmosph&auml;re der Zensur, in der der kleinste verbale Ausrutscher katastrophale Folgen zeitigen kann.<br>\nDas heisst, dieser Trend kommt in erster Linie von einer kleinen Gruppe von Studenten, die die Mehrheit im Griff hat?<br>\nEs ist eine kleine, aber wachsende Gruppe, haupts&auml;chlich aus den Geisteswissenschaften und den Gender-Studies, die die in den achtziger Jahren aufgekommene Idee vertreten, dass die integralen Bestandteile der Gesellschaft ein umfassendes Unterdr&uuml;ckungssystem bilden. Diese Studenten sind so voller Wut und Selbstgerechtigkeit, dass sie meinen, allen anderen vorschreiben zu k&ouml;nnen, was sie sagen d&uuml;rfen und was nicht.<br>\nUnd warum lassen diese anderen sich das gefallen?<br>\nEs ist auch eine Frage der Feigheit seitens der Professoren und der Studenten. Jeder hat Angst, als Rassist oder Sexist, als homophob oder islamophob beschimpft zu werden. Es herrscht eine Verabsolutierung der Opferperspektive. Wer eine der Opfergruppen gegen sich aufbringt, hat sich automatisch auch gegen alle anderen vers&uuml;ndigt, weil alles in diesem gigantischen Unterdr&uuml;ckungs-Zusammenhang verbunden ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/political-correctness-das-ist-ein-normales-religioeses-verhalten-ld.1303257\">Neue Z&uuml;rcher Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Tatort Autobahn<\/strong><br>\nLaster an Laster, dazu unz&auml;hlige Transporter, die oft &uuml;berladen und mit wahnsinniger Geschwindigkeit die Autobahnfahrt lebensgef&auml;hrlich machen. Nicht nur gef&uuml;hlt stammt fast die H&auml;lfte der Laster aus Osteuropa. Zu den Ruhezeiten sind die Parkpl&auml;tze &uuml;berf&uuml;llt, also parken Vierzigtonner mal eben so auf dem Standstreifen. Das ist zwar verboten, aber egal, weil selten verfolgt.<br>\nDie wenigen Autobahnpolizisten sind damit &uuml;berfordert, die vielen schwarzen Schafe zu kontrollieren, die zu lange ohne Pause, ohne gesicherte Ladung, mit untauglichen Bremsen oder abgefahrenen Reifen unterwegs sind. Selbst Fahrten &uuml;ber Monate werden wie eine Transitfahrt behandelt, weshalb hiesige Mindestl&ouml;hne und Sozialstandards nicht gelten. Diesen unfairen Wettbewerb k&ouml;nnen deutsche Spediteure nicht bestehen. Was tun?<br>\nDie Maut f&uuml;r Lastwagen und Transporter muss viel teurer werden. Nicht nur die Automobilindustrie spart sich durch Just-in-time-Produktion die Lagerhaltung. F&uuml;r die Hersteller war die fr&uuml;here Lagerung teuer, der Stau der Laster auf der Autobahn ist viel billiger. Die Folgekosten dieser Fehlentwicklung sollte die Industrie nicht l&auml;nger bei der Allgemeinheit abladen d&uuml;rfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/kommentar-tatort-autobahn-15085379.html\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.K.:<\/strong> In einem Land, in dem sich die Automobilindustrie eine Regierung h&auml;lt, kann man auf keinen Fall den G&uuml;terverkehr von der Stra&szlig;e auf die Schiene verlagern. Das hat auch der Mitherausgeber einer Qualit&auml;tszeitung erkannt, empfiehlt Plazebo und lenkt damit vom eigentlichen Problem ab. Die Bundesregierung wird ihr Umweltziel bei den Emisssionen im Rahmen des Pariser Abkommens nicht einhalten.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Grundeinkommen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wie man das Volk betr&uuml;gt<\/strong><br>\nImmer irrer werden die Begr&uuml;ndungen, mit denen man das Grundeinkommen verkauft. Und die Linke merkt nicht, dass sie genau bei diesem Thema systematisch von den Neoliberalen &uuml;ber den Tisch gezogen wird.<br>\nIch bin vergangene Woche vom Hessischen Rundfunk zum Grundeinkommen interviewt worden (von einem langen Interview ist nach dem Zusammenschnitt allerdings nur ein Satz &uuml;brig geblieben, hier). Der Anlass war nat&uuml;rlich Schleswig-Holstein, wo eine Koalition unter F&uuml;hrung der CDU (!) einen Versuch mit dem Grundeinkommen machen will, was immer das hei&szlig;en mag. Das Hauptargument, das in dem Interview vorgebracht wurde, war aber &ndash; wie in letzter Zeit fast immer -, dass man ohne ein Grundeinkommen doch die Folgen der Digitalisierung und Automatisierung nicht werde bew&auml;ltigen k&ouml;nnen. Auch Top-Manager wie Joe Kaeser von Siemens h&auml;tten sich schlie&szlig;lich aus dem Grunde f&uuml;r das Grundeinkommen ausgesprochen.<br>\nNiemand will wohl merken, dass das ein in der Debatte um das Grundeinkommen nun schnell nachgeschobenes Argument ist, aber niemand will offenbar auch verstehen, dass Digitalisierung in diesem Zusammenhang das d&uuml;mmste Argument &uuml;berhaupt ist. Doch genau hier kann man unschwer erkennen, worum es unseren &bdquo;Top-Managern&ldquo; geht: Das dumme Volk muss schnell stillgestellt werden, damit es nicht etwa fordert, an den Ertr&auml;gen der Digitalisierung angemessen beteiligt zu werden. Mit der von vielen Seiten gesch&uuml;rten Angst vor der Digitalisierung kann man das wunderbar hinbekommen.<br>\nIch will nicht noch einmal auf die Folgen der Automatisierung eingehen, das haben wir auf Makroskop fr&uuml;hzeitig und in aller Ausf&uuml;hrlichkeit getan (hier zuletzt). Was nun hat das Grundeinkommen mit den Folgen der Automatisierung zu tun, wenn es sie denn dereinst gibt. Antwort: Gar nichts, es sei denn, man will verhindern, dass die Arbeitnehmer das fordern, was unbedingt notwendig ist, um negative Folgen der Automatisierung auf den Arbeitsmarkt zu verhindern, n&auml;mlich h&ouml;here L&ouml;hne. Wer diese an sich selbstverst&auml;ndliche Teilhabe der Arbeitnehmer verhindern will, wird zun&auml;chst laut und deutlich &uuml;ber die &bdquo;schrecklichen Folgen&ldquo; der Digitalisierung in Form von Massenarbeitslosigkeit reden und dann den so erschreckten Arbeitnehmern anbieten, man k&ouml;nne das alles mit einem Grundeinkommen abfedern, so dass es nicht ganz so schlimm werde.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2017\/06\/grundeinkommen-umweltschutz-und-digitalisierung-oder-wie-man-das-volk-betruegt\/%20\">Makroskop<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Die von Heiner Flassbeck kritisierte Konstruktion eines Zusammenhangs zwischen Digitalisierung der Arbeit und einem Grundeinkommen findet sich u.a. auch in diesem Beitrag des Deutschlandfunk: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/roboter-und-automatisierung-erwartet-uns-ein-leben-ohne.1176.de.html?dram:article_id=387603\">Erwartet uns ein Leben ohne Arbeit?<\/a> wider.<\/em><br>\n<em>Die NachDenkSeiten haben auf die Ansichten von Herrn Kaeser zum Grundeinkommen im Zusammenhang mit den Folgen von Automaisierung und Digitalisierung hingewiesen: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=35930#h09\">Siemens-Chef pl&auml;diert f&uuml;r ein Grundeinkommen<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Modell mit T&uuml;cken<\/strong><br>\nDer deutsche Sozialstaat steht vor gro&szlig;en Problemen. Eine L&ouml;sung daf&uuml;r k&ouml;nnte das bedingungslose Grundeinkommen sein. Erste Erfahrungen deuten in diese Richtung. Doch es gilt noch etliche kritische Fragen zu kl&auml;ren.<br>\nDie Altersarmut wird in Deutschland drastisch ansteigen. Das zeigen aktuelle Studien. Die Arbeitsmarktchancen f&uuml;r Besch&auml;ftigte mit mittleren Qualifikationen sinken, sagt die OECD. Ohne Zweifel, der deutsche Sozialstaat steht vor gewaltigen Herausforderungen. Angesichts dessen glauben die Bef&uuml;rworter eines bedingungslosen Grundeinkommens: Mit ihm lie&szlig;en sich Ungerechtigkeiten und Dysfunktionalit&auml;ten des deutschen Sozialstaats beseitigen. Ein solches Grundeinkommen befreie die Bed&uuml;rftigen von Stigmatisierung und Diskriminierung, sorge f&uuml;r Anerkennung und Schutz von oft unbezahlter und von Frauen erbrachter Care-Arbeit. Es sei damit Bestandteil einer emanzipatorischen Transformation der Gesellschaft. Mit dem Grundeinkommen k&ouml;nnte also die W&uuml;rde des Menschen jenseits von Erwerbsarbeit verteidigt werden. (&hellip;)<br>\nEine Reihe von Fragen bleiben: Wie wird ein Abstand zwischen Transferleistung und Erwerbseinkommen gesichert, damit Arbeit attraktiv bleibt? Positiv gewendet m&uuml;sste unattraktive Arbeit h&ouml;her entlohnt werden, damit sich Menschen finden, die sie aus&uuml;ben wollen. Ist es sozial gerecht, dass die steuerzahlenden Besch&auml;ftigten f&uuml;r ein Grundeinkommen aufkommen, wenn es weder Bedingungen f&uuml;r dessen Bezug noch Anreize f&uuml;r die Aufnahme von Erwerbsarbeit gibt, insbesondere wenn zur gezielten Zuwanderung in das System des Grundeinkommens kommt? Durch Strategien individueller Nutzenmaximierung kann es zu erheblichen Ungerechtigkeiten kommen, welche wiederum Einfallstor f&uuml;r Rechtspopulisten sein k&ouml;nnen.<br>\nIst es andererseits sozial gerecht, mit einem Grundeinkommen tats&auml;chliche Bedarfe, die punktuell oder strukturell &uuml;ber dieses hinausgehen, zu ignorieren, weil es weder B&uuml;rokratie noch Programme gibt, diese Bedarfe zu erfassen? Es m&uuml;sste mindestens zu Vorkehrungen f&uuml;r H&auml;rtef&auml;lle kommen, wodurch aber wiederum die Einsparungen reduziert w&uuml;rden. Die Vielzahl sozialstaatlicher Regelungen in Deutschland hat immerhin den Vorteil, dass das Netz viele Knoten hat, die Menschen auffangen k&ouml;nnen. Es ist zudem fraglich, ob es sozial gerecht ist, mit einem Grundeinkommen all diejenigen quasi ruhig zu stellen, f&uuml;r die in einer modernen Arbeitswelt angesichts von Produktivit&auml;tsrevolutionen durch Digitalisierung etc. kein Platz mehr ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/gegenblende.dgb.de\/artikel\/++co++499a3d4c-5be4-11e7-9eee-525400e5a74a%20\">Gegenblende<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Es m&uuml;ssen nicht alle Ansichten geteilt werden. Dennoch ist der Beitrag interessant und stellt wichtige Fragen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Privatsender wollen Anteil an Fernsehgeb&uuml;hren<\/strong><br>\nDie Privatsender verlangen f&uuml;r sich einen Anteil an den Geb&uuml;hren des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks. &bdquo;In dem Ma&szlig;e, in dem wir die Grundversorgung vor allem in jungen Segmenten de facto mit&uuml;bernehmen, finden wir es sachgerecht, dass diese Inhalte aus &ouml;ffentlichen Mitteln finanziert oder mitfinanziert werden&ldquo;, sagte ProSieben-Sat1-Vorstand Conrad Albert der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und fordert einen &bdquo;Systemwechsel&ldquo;.<br>\n&bdquo;Die &ouml;ffentliche Finanzierung darf sich nicht l&auml;nger an der Institution fest machen, sondern am Inhalt.&ldquo; (&hellip;)<br>\n&bdquo;Warum leisten wir uns eigentlich zwei Anstalten, ARD und ZDF? Braucht es wirklich acht Milliarden Euro, um den &ouml;ffentlich-rechtlichen Auftrag zu erf&uuml;llen?&ldquo; ARD und ZDF m&uuml;ssten sich fragen lassen, ob sie ihren Auftrag &uuml;berhaupt noch erf&uuml;llen, da sie nur noch einen Teil der Gesellschaft erreichen, sagte Albert. &bdquo;Nur f&uuml;nf Prozent der Zuschauer von ARD und ZDF sind unter 30 Jahre alt. In der Zielgruppe von 14 bis 29 Jahren erreichen wir mit &bdquo;Pro7 News&ldquo; deutlich mehr Zuschauer als Tagesschau und Heute zusammen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/f-a-s-exklusiv-privatsender-wollen-anteil-an-fernsehgebuehren-15085566.html\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Fr&uuml;her oder sp&auml;ter musste wohl eine Forderung wie diese kommen. Offenbar reichen die Einnahmen aus der Werbung nicht mehr aus.<\/em><br>\n<em>&Uuml;brigens: Auch das ist eine Sp&auml;t-Folge der Kohl-Regierung. <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38801#h02\">Werner R&uuml;gemer schrieb dazu k&uuml;rzlich<\/a>:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\n&bdquo;Falls es jemand vergessen hat: Kohl setzte durch, was sein Vorg&auml;nger Adenauer unbedingt gewollt, aber nicht geschafft hatte: Die Abschaffung des &bdquo;Rotfunks&ldquo;. Rotfunk &ndash; das war f&uuml;r Adenauer und auch f&uuml;r Kohl &uuml;ber weite Strecken der nach dem Krieg gegr&uuml;ndete &Ouml;ffentlich-Rechtliche Rundfunk, der nach dem Vorbild der britischen BBC Radio und Fernsehen in Deutschland verbreitete. Die Etablierung privaten Rundfunks nach US-Vorbild war aber gegen Adenauer durch die SPD-gef&uuml;hrten Bundesl&auml;nder verhindert worden.<br>\nUnter Kohl, der auch aus andern Gr&uuml;nden exzellente Beziehungen zur Finanzoase Luxemburg und dem dortigen christkatholischem Junior Jean-Claude Juncker unterhielt, begann 1984 dann doch die Privatisierung der Medien. Bertelsmann betrieb RTL von Luxemburg aus, wo die Medien schon privatisiert waren und wo ein riesiger Satellitenpark, finanziert von der dortigen Filiale der Deutschen Bank, die transnationalen Sendeanlagen bereitstellte.<br>\nFreilich wurde das auch m&ouml;glich, weil die weichgeklopfte und um ihre Zustimmungen bangende SPD nun mitmachte: Der SPD-Ministerpr&auml;sident von Nordrhein-Westfalen, Johannes Rau, stellte sein Bundesland als experimentelles Sendegebiet zur Verf&uuml;gung. Populismus, moralischer Verfall und marktkonforme geistige Schlichtheit begannen nun auch massenmedial ihren Siegeszug. Auch die &Ouml;ffentlich-Rechtlichen beugten sich bald der neuen Gottheit &ldquo;Einschaltquote&rdquo;. (12)<br>\nIn Kohls Wahlkreis, in einem Keller-Studio in Ludwigshafen, durfte Sat.1 als erster privater Sender Deutschlands am 1. Januar 1984 schon mal klein anfangen. (13)&ldquo;.\n<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Trumps Spiel mit den Medien<\/strong><br>\nDer US-Pr&auml;sident sieht sich als Avantgarde im Umgang mit den Sozialen Netzwerken, tats&auml;chlich spielt er mit den Mainstreammedien wie ein Wrestler, ein solcher w&auml;re er wohl auch gerne<br>\nEs ist schon eine neue Erfahrung, einen mit so viel Macht ausgestatteten US-Pr&auml;sidenten zu sehen, wie er offensichtlich aufgebracht gegen seinen gr&ouml;&szlig;ten Feind vorgeht. Das sind die Medien des eigenen Landes. Gut m&ouml;glich, dass Donald Trump auch erkannt hat, dass das Einschlagen auf die amerikanischen liberalen Medien, genannt Fake News, ihm bei seiner Anh&auml;ngerschaft Punkte bringt und in allen Medien Aufmerksamkeit auf seine Person. Das scheint Trump prim&auml;r wichtig zu sein, weswegen er seinen Pr&auml;sidentenjob daf&uuml;r instrumentalisiert.<br>\nNat&uuml;rlich, die meisten gro&szlig;en Medien in den USA haben sich schon w&auml;hrend des Wahlkampfs gegen Trump gestellt, der mit seinen Provokationen diese aber geschickt ausspielte und immer pr&auml;sent war. Auch eine negative Aufmerksamkeit kann im Wahlkampf entscheidend werden, weil sie f&uuml;r Prominenz sorgt. Auf der medialen B&uuml;hne holzt Trump daher wie ein Wrestler herum und f&uuml;hrt vornehmlich &uuml;ber Twitter seine K&auml;mpfe aus, die ihm Beifall oder Verwunderung einbringen sollen. Niemand scheint im Wei&szlig;en Haus unter seinen Beratern und Ministern vorhanden zu sein, der ihn als Selbstdarsteller m&auml;&szlig;igen k&ouml;nnte, dem die Quote alles ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Trumps-Spiel-mit-den-Medien-3760937.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Deutscher Koloss &uuml;ber Europa<\/strong><br>\nDas europ&auml;ische Trauerzeremonial in Stra&szlig;burg macht den Machtanspruch Deutschlands deutlich<br>\nAm 1. Juli war der Deutschlandfunk ganz der schwarz-rot-goldene Staatssender. Wer Mittag einschaltete, erfuhr in Zeitlupe, wo sich der Sarg mit Kohl gerade befindet, zwischen welchen Politikern Merkel sitzt und dass der franz&ouml;sische Pr&auml;sident gerade mit dem russischen Ministerpr&auml;sidenten einige Worte gewechselt hat.<br>\nAnsonsten gab es deutsche Selbstbeweihr&auml;ucherung in hohen Dosen. W&uuml;rde es die DDR noch geben und Honecker w&auml;re gestorben, h&auml;tte man im DDR-Fernsehen ein &auml;hnliches Zeremoniell erleben k&ouml;nnen, nat&uuml;rlich w&auml;ren dort die DDR-Gr&uuml;ndungsmythen vorgef&uuml;hrt worden und in der BRD h&auml;tte es das Gegenprogramm gegeben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Deutscher-Koloss-ueber-Europa-3760780.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Nocturne<\/strong><br>\n<blockquote><p>\nTrifft mich die Traurigkeit<br>\nunversehens wie ein Stein,<br>\nzieht mich zusammen,<br>\nder Tag wie Watte, verfilzt.<br>\nDie Erde kalt,<br>\nder Himmel h&auml;ngt,<br>\nlastend die Schwerkraft<br>\nund die Materie dr&uuml;ckt.<br>\nDie Toten sprechen,<br>\nja, ganz deutlich.<br>\nW&uuml;sste ich doch noch,<br>\nwas sie sagten.<br>\nDann im Radio Fr&eacute;d&eacute;ric Chopin,<br>\nNocturne Nr. 19 e-Moll<br>\nund drau&szlig;en<br>\ndiese goldenen Rapsfelder.\n<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Aus: Wolfgang Bittner, &bdquo;Der schmale Grat&ldquo;, Lyrikedition 2000\/ Allitera Verlag, 2010.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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(CR\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-39010","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39010","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=39010"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39010\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":39016,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39010\/revisions\/39016"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=39010"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=39010"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=39010"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}