{"id":39028,"date":"2017-07-03T16:07:46","date_gmt":"2017-07-03T14:07:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39028"},"modified":"2017-07-04T07:56:52","modified_gmt":"2017-07-04T05:56:52","slug":"ein-blick-auf-drei-festgezurrte-zaesuren-1-asozial-ist-hoffaehig-2-die-west-ost-konfrontation-auch-3-die-oeffentlich-rechtlichen-geben-sich-selbst-zum-abschuss-frei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39028","title":{"rendered":"Ein Blick auf drei festgezurrte Z\u00e4suren: 1. asozial ist hoff\u00e4hig 2. die West-Ost-Konfrontation auch, 3. die \u00d6ffentlich-Rechtlichen geben sich selbst zum Abschuss frei"},"content":{"rendered":"<p>In der letzten Woche sind Entwicklungen manifestiert worden, die eine gro&szlig;e Bedeutung f&uuml;r unser Leben haben. Deshalb mache ich Sie auf diese Vorg&auml;nge aufmerksam, auch wenn die Erkenntnisse nicht sch&ouml;n sind. Aber Sie sind von den NachDenkSeiten gew&ouml;hnt, dass wir auch Unangenehmes offenlegen.<br>\n<strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1214\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-39028-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170703_Ein_Blick_auf_drei_festgezurrte_Zaesuren_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170703_Ein_Blick_auf_drei_festgezurrte_Zaesuren_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170703_Ein_Blick_auf_drei_festgezurrte_Zaesuren_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170703_Ein_Blick_auf_drei_festgezurrte_Zaesuren_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=39028-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170703_Ein_Blick_auf_drei_festgezurrte_Zaesuren_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170703_Ein_Blick_auf_drei_festgezurrte_Zaesuren_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Asozial ist hoff&auml;hig. Dem Volk weh zu tun, ist als politisches Ziel anerkannt und wird gefeiert.<\/strong>\n<p>Regierungen sind nicht dazu da, den W&auml;hlerinnen und W&auml;hlern gute L&ouml;hne und soziale Sicherheit zu besorgen. Stephan Kaufmann, ein bemerkenswerter Journalist der Frankfurter Rundschau, hat es am 29. Juni <a href=\"http:\/\/www.fr.de\/politik\/meinung\/leitartikel\/emmanuel-macron-charmant-asozial-a-1304211\">in einem Leitartikel<\/a> auf den Punkt gebracht: <\/p>\n<blockquote><p>\n&bdquo;Emmanuel Macron. Charmant asozial. Frankreichs Pr&auml;sident Emmanuel Macron will die Lebensverh&auml;ltnisse der Franzosen verschlechtern.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Und Kaufman fragt zu Recht und zu Recht ein bisschen verwirrt: &bdquo;Warum genau wird er, Macron, jetzt nochmal gefeiert?&ldquo; Daf&uuml;r, dass er ihre L&ouml;hne und ihre soziale Sicherheit zusammenstreichen will. Die Lohnquote soll fallen. Das wird als Erfolg dargestellt. Macron &bdquo;ist der j&uuml;ngste Kandidat einer Flexibilisierungswelle, die seit Jahren &uuml;ber Europa rollt&ldquo;. Er wird daf&uuml;r gefeiert, dass die Gewerkschaften als Gegner des Volkes dargestellt werden. Die Bev&ouml;lkerung z&auml;hlt als &bdquo;Kostenfaktor&ldquo;. &bdquo;Die Franzosen sollen billiger werden.&ldquo;<\/p>\n<p>Diese &ouml;ffentlich gefeierte Dem&uuml;tigung der Mehrheit l&auml;uft unbeeindruckt von den Krokodilstr&auml;nen, die bei Kenntnisnahme der schlechter gewordenen Einkommens- und Verm&ouml;gensverteilung vergossen werden &ndash; gew&ouml;hnlicherweise in den letzten Jahren nach Lekt&uuml;re bzw. Wahrnehmung der Forschungen und Ver&ouml;ffentlichungen des Franzosen Piketty.<\/p>\n<p>Im Oktober 2000, also vor fast 17 Jahren, wurde die Propaganda-Kompanie der Metallarbeitgeber, die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) der &Ouml;ffentlichkeit vorgestellt. Seitdem werden Millionen, am Anfang schon mal 50 Millionen DM zum Einstieg, ausgegeben, um der &Ouml;ffentlichkeit einzureden, dass schlechte L&ouml;hne gut sind und der Sozialstaat &uuml;bertrieben ist. Diese Propaganda l&auml;uft immer noch, obwohl seit 2000 die soziale Sicherheit in unserem Land kr&auml;ftig zusammengestrichen worden ist. <\/p>\n<p>Die Propaganda-Kompanie INSM unter dem Kuratoriumsvorsitz des ehemaligen Wirtschafts- und Arbeitsministers Wolfgang Clement &ndash; damals vehementer Vertreter der Leiharbeit &ndash; tritt in diesen Tagen in Berliner S-Bahn-H&ouml;fen triumphierend auf.:<\/p>\n<blockquote><p>\n&bdquo;82 % der Deutschen fordern: Anstieg der Sozialabgaben stoppen&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>steht auf diesem Plakat, das im Bahnhof Friedrichstra&szlig;e in Berlin zu betrachten ist. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170703-Zasuren-Emmanuel-Macron-01.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>Die Betroffenen sind mit abgebildet und sie laufen drunter durch. Das ist Symbol genug daf&uuml;r, dass wir trotz der Lohndr&uuml;ckerei weit entfernt sind von einer Revolution.<\/p><\/li>\n<li><strong>Auf Feindseligkeit geb&uuml;rstet &ndash; die West-Ost-Konfrontation wird weiter gepflegt<\/strong>\n<p>Unter ehemaligen engagierten Freunden der Entspannungs- und Friedenspolitik wie etwa im Willy-Brandt-Kreis wurde noch vor kurzem hoffnungsvoll darauf verwiesen, dass f&uuml;r die praktische Politik entscheidende Politiker wie etwa der fr&uuml;here Au&szlig;enminister Steinmeier und der jetzige Au&szlig;enminister Gabriel Br&uuml;cken der Verst&auml;ndigung sein k&ouml;nnten, dass sie die Politik der Vers&ouml;hnung, der Kooperation, der gemeinsamen Sicherheit fortf&uuml;hren und auch verstanden h&auml;tten, dass man zu diesem Zweck Vertrauen zwischen den Konfliktparteien aufbauen m&uuml;sse. <\/p>\n<p>Ein einziges winziges Ereignis belehrt uns des Besseren: unser Au&szlig;enminister Gabriel, offensichtlich stellvertretend f&uuml;r die gesamte Regierung, macht weiter mit der Konfrontation. Er ging in der vergangenen Woche in einen Disput mit dem russischen Au&szlig;enminister. Das in Spiegel Online abgebildete Foto spricht B&auml;nde. Ich gebe dazu den gesamten Einstieg samt <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/sigmar-gabriel-russland-verharmlose-die-assad-regierung-in-syrien-a-1154967.html\">Schlagzeile aus Spiegel Online vom 26. Juni wieder<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>\n<strong>Gabriels Schlagabtausch mit Lawrow<\/strong><\/p>\n<p><strong>&ldquo;Gestatten Sie mir, dass ich ein paar Bemerkungen dazu mache&rdquo;<\/strong><\/p>\n<p>Au&szlig;enminister Sigmar Gabriel reist zu einer Konferenz nach Russland. Auf einem Pressetermin liefert er sich dort ein Wortgefecht mit seinem Amtskollegen &ndash; &uuml;ber Syrien, die Nato und die Ukraine.<\/p>\n<p><em>Aus Krasnodar berichtet <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/sigmar-gabriel-russland-verharmlose-die-assad-regierung-in-syrien-a-1154967.html\">Severin Weiland<\/a><\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170703-Zasuren-Emmanuel-Macron-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><br>\n<em>Gabriel und Lawrow im russischen Krasnodar<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Mir haftet im Ged&auml;chtnis, auch visuell, wie Willy Brandt mit Breschnew umgegangen ist, oder Helmut Schmidt als Bundeskanzler mit Honecker, oder Helmut Kohl mit Gorbatschow, oder Egon Bahr mit Falin, dem russischen und in den Verhandlungen zur Entspannungspolitik entscheidenden Botschafter. Keiner von diesen genannten Personen h&auml;tte sich angema&szlig;t, mit dem Zeigefinger besserwisserisch vor den Augen des Gegners und potentiellen Partners herumzufuchteln.<\/p>\n<p>Dann f&auml;hrt Gabriel einen Angriff wegen Syrien. Der Anlass, der angebliche Giftgaseinsatz Assads, ist bekannterma&szlig;en ungekl&auml;rt. F&uuml;r unseren Au&szlig;enminister gilt das nicht. Er meint, Vertrauen aufbauen zu k&ouml;nnen mithilfe von besserwisserischen Unterstellungen. Wieder w&ouml;rtlich aus Spiegel Online:<\/p>\n<blockquote><p>\n&ldquo;Gestatten Sie mir, dass ich ein paar Bemerkungen dazu mache&rdquo;, sagt Gabriel, nachdem Lawrow seine Ausf&uuml;hrungen zu Syrien beendet hat. &ldquo;F&uuml;r uns gibt es keinen Zweifel, dass das syrische Regime diesen Angriff gefahren hat&rdquo;, sagt Gabriel. Auch er ist pl&ouml;tzlich in Fahrt. &ldquo;Assad ist f&uuml;r uns ein Kriegsverbrecher&rdquo;, sagt er, man m&uuml;sse mit ihm Verhandlungen f&uuml;hren, aber es sei &ldquo;v&ouml;llig eindeutig, dass wir ihn nicht f&uuml;r jemanden halten, der besonders schutzw&uuml;rdig ist.&rdquo; Seinem Amtskollegen warf er vor, die Assad-Regierung als &ldquo;friedfertiges Regime&rdquo; zu verharmlosen, das zu Unrecht verd&auml;chtigt werde. &hellip;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Und weiter geht&rsquo;s mit der NATO. Auch da kein wirklicher Versuch der Verst&auml;ndigung. Ich zitiere weiter aus Spiegel Online:<\/p>\n<blockquote><p>\n<strong>Bei der Nato &ldquo;naturgem&auml;&szlig; unterschiedlicher Auffassung&rdquo;<\/strong><\/p>\n<p>Im Verlauf der Pressekonferenz hatte Lawrow einmal mehr die Pr&auml;senz der Nato an der Au&szlig;engrenze Russlands angesprochen und beklagt, dass die Truppenrotation der Nato nicht anderes sei als eine dauerhafte Pr&auml;senz. Auch weigere sich die Nato auf den russischen Vorschlag einzugehen, wonach die Milit&auml;rs beider Seiten &ldquo;ihre Karten auf den Tisch legen&rdquo; und deutlich machten, wo die jeweilige Seite entlang der Nato-Au&szlig;engrenze &ldquo;ihre Mittel und Kr&auml;fte einsetzt&rdquo;.<\/p>\n<p>Auch da greift Gabriel ein. &ldquo;Die Hinweise meines Kollegen, die russischen Initiativen aufzugreifen, sind zumindest berechtigt&rdquo;, sagt er. Man m&uuml;sse diese nicht &ldquo;zwangsl&auml;ufig f&uuml;r ausreichend&rdquo; halten, &ldquo;aber dar&uuml;ber reden muss man&rdquo;. <strong>Was allerdings die Nato-Pr&auml;senz im&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/thema\/baltikum\/\">Baltikum<\/a>&nbsp;angehe, habe man &ldquo;naturgem&auml;&szlig; unterschiedliche Auffassungen&rdquo;. 4500 Nato-Soldaten im Baltikum seien &ldquo;kein wirkliches Aggressionspotenzial&rdquo;, sagt der deutsche Au&szlig;enminister und f&uuml;gt hinzu: &ldquo;Da halte ich die russische Pr&auml;senz durchaus f&uuml;r robuster.&rdquo;<\/strong>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Man muss das zweimal lesen. Da muss sich der russische Au&szlig;enminister vom deutschen Au&szlig;enminister sagen lassen, die russische Pr&auml;senz in Russland(!), also im eigenen Land und nicht im Baltikum, sei robuster als die Pr&auml;senz von NATO-Soldaten in den baltischen Staaten.<\/p>\n<p><strong>Fazit: Man kann alle Hoffnung fahren lassen, auch die deutsche Au&szlig;enpolitik ist auf Konfrontation und auf Krawall geb&uuml;rstet. Die Hoffnung auf eine neue Phase der Entspannungspolitik kann man getrost aufgeben. Da bestimmt die innenpolitisch motivierte Lust auf Konfrontation, aufs Feindbild und auf Besserwisserei offensichtlich die Au&szlig;enpolitik.<\/strong><\/p><\/li>\n<li><strong>Die &Ouml;ffentlich-Rechtlichen Sender geben sich inzwischen selbst zum Abschuss frei<\/strong>\n<p>Dass die &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender eine wirklich gro&szlig;e Errungenschaft und eine St&uuml;tze der demokratischen Willensbildung in der Nachkriegszeit seien, war die feste &Uuml;berzeugung vieler Medien- und Demokratie-Beobachter in Deutschland. Ich geh&ouml;rte zu dieser Gruppe und habe als Leiter der Planungsabteilung im Bundeskanzleramt einiges dazu getan, dass die &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender nicht dem Quotendruck von kommerziellen Sendern ausgesetzt wurden. Das war so bis zum Regierungswechsel von Schmidt zu Kohl im September 1982. Zwei Jahre sp&auml;ter gab es Kommerzfunk in Deutschland &ndash; das war das Werk des ber&uuml;hmten Postministers Schwarz-Schilling und des ehrenwerten Bundeskanzlers Helmut Kohl. Das waren teure politische Entscheidungen im &ouml;konomischen und politischen Interesse der Spezies.<\/p>\n<p>Es kam wie vorhergesagt: &Ouml;ffentlich-rechtliche Formate wurden den kommerziellen angepasst. Die herrschende Ideologie des Neoliberalismus und auch der Konfrontation mit Russland und die Bewunderung f&uuml;r Kriege zogen in diese Sender ein. Es gibt noch viele gute Sendungen; es gibt noch viele sehr viel bessere Sendungen als im kommerziellen Funk. Aber die Anpassung ist nicht zu &uuml;bersehen und der Qualit&auml;tsverlust auch.<\/p>\n<p>Da ist es dann kein Wunder, dass die kommerziellen Sender und ihre Repr&auml;sentanten in die Offensive gehen. Der Pro 7-SAT 1-Vorstand Conrad Albert verlangte in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 2. Juli 2017 einen Anteil an den Geb&uuml;hren, die bisher f&uuml;r die &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender alleine bezahlt werden. Das ist schon eine beachtlich freche Forderung. Aber die Hauptmacher der &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender sind mitverantwortlich f&uuml;r diesen unglaublichen Vorsto&szlig;.<\/p>\n<p>Ein neuer massiver Grund f&uuml;r den Vertrauensverlust in die &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender ist in der vergangenen Woche offenbar geworden. Paul Schreyer hat recherchiert und einen Artikel &uuml;ber<\/p>\n<blockquote><p>\n<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Die-vertraulichen-Sprachregelungen-der-ARD-3758887.html\">&bdquo;Die vertraulichen Sprachregelungen der ARD&ldquo; <\/a>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>geschrieben. Er berichtete am 30. Juni 2017: <\/p>\n<blockquote><p>\n&bdquo;Tagesschau-Redakteure sind beim Formulieren ihrer Texte an interne Richtlinien gebunden, die offenbar auch politische Wertungen vorgeben. Nun &auml;u&szlig;ert sich Chefredakteur Kai Gniffke dazu<\/p>\n<p>Im Rahmen der ARD-Aktion &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/sags-mir-ins-gesicht-101.html\">Sag&rsquo;s mir ins Gesicht<\/a>&rdquo; standen k&uuml;rzlich einige Redakteure des Senders den Zuschauern Rede und Antwort. Auch Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD-aktuell, und damit verantwortlich f&uuml;r Tagesschau und Tagesthemen, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ne0sWjyN1i8\">nahm sich eine Stunde Zeit<\/a>, um pers&ouml;nlich und direkt auf Zuschauerfragen und Beschwerden zu reagieren. Anlass war die andauernde Welle der Medienkritik, die auch die ARD weiterhin besch&auml;ftigt. <\/p>\n<p>Im Rahmen dieser Aktion beschwerte sich ein Zuschauer bei Gniffke, dass in der Ukraine-Berichterstattung rechtsradikale K&auml;mpfer, die offen mit Nazi-Symbolik auftraten, von der ARD verharmlosend als &ldquo;nationalkonservativ&rdquo; bezeichnet worden seien. In seiner Antwort widersprach Gniffke und <a href=\"https:\/\/youtu.be\/ne0sWjyN1i8?t=36m41s\">erw&auml;hnte<\/a> nebenbei die eigenen Sprachregelungs-Richtlinien: <\/p>\n<p>Ich wei&szlig;, dass das ein Punkt ist, der extrem polarisiert und die Emotionen hochgehen l&auml;sst. Wir reden &uuml;ber dieses Asow-Regiment, eine Einheit, die wir in der Tagesschau &lsquo;ultranationalistisch&rsquo; nennen. (&hellip;) Bei der Tagesschau gibt es fast nichts, f&uuml;r das es keine Richtlinie gibt. Und es gibt eine Richtlinie, die hei&szlig;t, wir nennen diese Einheit &lsquo;ultranationalistisch&rsquo;.<\/p>\n<p>&hellip;\n<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<\/ol><p>So etwas konnte man immer ahnen, aber glauben wollte ich das nicht. Jetzt ist &ouml;ffentlich geworden, dass wir uns nicht mehr wundern m&uuml;ssen, zum Beispiel dar&uuml;ber<\/p><ul>\n<li>dass nahezu alle auftretenden Journalistinnen und Journalisten einvernehmlich vom &bdquo;Machthaber Assad&ldquo; sprechen, manchmal auch vom Schl&auml;chter; das ist dann die Sprachregelung f&uuml;r die scharfen Journalisten;<\/li>\n<li>dass so einvernehmlich und gleichlautend argumentiert wird, Assad sei der Machthaber, der Fassbomben auf die Kinder seines eigenen Volkes werfen l&auml;sst.<\/li>\n<\/ul><p>Vermutlich ist in einer Sprachregelung auch festgelegt,<\/p><ul>\n<li>dass in Berichten &uuml;ber kriegerische Auseinandersetzungen in Syrien dann, wenn die syrische Armee und oder die Russen im Spiel sind, stereotyp gesagt wird: &bdquo;viele Opfer, darunter Frauen und Kinder&ldquo;<\/li>\n<li>dass Trump, Erdogan, Putin immer in einer Reihe zusammengespannt werden &ndash; auch dann, wenn einer von Ihnen oder zwei bei dem abgehandelten Themen gar nicht im Spiel sind,<\/li>\n<li>dass bei Berichten &uuml;ber Konflikte in der Ost-Ukraine stereotyp die Russen mit eingebaut werden,<\/li>\n<li>dass der rechte Fl&uuml;gel der Linkspartei in Deutschland stereotyp &bdquo;die Reformer&ldquo; genannt wird; die progressiven Linken sind im Osten, die reaktion&auml;ren und die Ideologen im Westen.<\/li>\n<li>dass in Berichten &uuml;ber die Linke in Frankreich und deren Anf&uuml;hrer das Wort &bdquo;ultra&ldquo; eingebaut wird, ultralinks, ultraradikal,<\/li>\n<li>dass Macron und seine Freunde in Europa wie in den USA linksliberal genannt werden.<\/li>\n<\/ul><p>Die absolut undemokratische Methode, eine Sprachregelung f&uuml;r die Journalistinnen und Journalisten des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks im Bereich der ARD vorzugeben, ist ein symbolisches Zeichen f&uuml;r den Niedergang dieser wichtigen demokratischen Errungenschaften Deutschlands. Ein anderes Zeichen ist die Bereitschaft zu Kampagnen und die Pr&auml;sentation von Personen, die man nach aller Erfahrung nicht einmal mit der Zange anfassen d&uuml;rfte. In der letzten Woche war die Pr&auml;sentation des Professors und Lobbyisten der Versicherungswirtschaft Raffelh&uuml;schen durch Claus Kleber vom ZDF als Fachmann der herausragende Griff ins Klo.<\/p><p>Damit geben sich die &Ouml;ffentlich-rechtlichen Sender selbst zum Abschuss frei. Das ist unverantwortlich, weil sie damit eine wichtige demokratische Einrichtung ruinieren. Es ist auch unverantwortlich gegen&uuml;ber den immer noch vorhandenen Kolleginnen und Kollegen, die saubere Arbeit leisten und aufkl&auml;ren. Siehe dazu auch diesen Artikel in den NachDenkSeiten vom 28. Juni 2017 : <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38955\"><strong>ARD, ZDF etc. versagen in der neu aufgebrochenen Rentendebatte erneut &ndash; mit Polemik gegen die Gesetzliche Rente, mit dem R&uuml;ckgriff auf den unseri&ouml;sen Raffelh&uuml;schen als Sachverst&auml;ndigen usw.<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der letzten Woche sind Entwicklungen manifestiert worden, die eine gro&szlig;e Bedeutung f&uuml;r unser Leben haben. Deshalb mache ich Sie auf diese Vorg&auml;nge aufmerksam, auch wenn die Erkenntnisse nicht sch&ouml;n sind. Aber Sie sind von den NachDenkSeiten gew&ouml;hnt, dass wir auch Unangenehmes offenlegen.<br \/> <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,128,183,145,11],"tags":[1546,373,313,661,401,1362,295,2111,552,2066,466,1588,1446,259,1553],"class_list":["post-39028","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-insm","category-medienkritik","category-sozialstaat","category-strategien-der-meinungsmache","tag-ard","tag-oekonomisierung","tag-oerr","tag-clement-wolfgang","tag-gabriel-sigmar","tag-gniffke-kai","tag-kohl-helmut","tag-lawrow-sergej","tag-lohnquote","tag-macron-emmanuel","tag-nato","tag-private-medien","tag-rundfunkabgabe","tag-russland","tag-syrien"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39028","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=39028"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39028\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":39034,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39028\/revisions\/39034"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=39028"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=39028"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=39028"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}