{"id":39035,"date":"2017-07-04T08:17:14","date_gmt":"2017-07-04T06:17:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39035"},"modified":"2017-07-04T08:17:14","modified_gmt":"2017-07-04T06:17:14","slug":"hinweise-des-tages-2907","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39035","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39035#h01\">G20<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39035#h02\">Confed-Cup<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39035#h03\">Macron verspricht &ldquo;radikal neuen Weg&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39035#h04\">Nahles warnt vor &bdquo;Refeudalisierung&ldquo; in Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39035#h05\">Auf der Suche nach der Inflation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39035#h06\">Zehn Jahre Finanzkrise &ndash; Einfach weiter und immer weiter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39035#h07\">&ldquo;Jobwunder&rdquo;? Folgen der neoliberalen Arbeitsmarktpolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39035#h08\">Gewerkschaften kritisieren Verst&ouml;&szlig;e gegen Mindestlohn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39035#h09\">Krankenh&auml;usern fehlen Milliarden Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39035#h10\">NATO-Terror in Libyen und das Massaker von Manchester: Was wusste die britische Regierung?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39035#h11\">Warum Warren Buffett sich &uuml;ber sein eigenes Verm&ouml;gen beschwert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39035#h12\">Microsoft-Gr&uuml;nder fordert mehr Engagement f&uuml;r Afrika<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39035#h13\">How power operates in modern Britain: with absolute contempt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39035#h14\">Die SPD ist an der langen Leine von Frau Merkel gelaufen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39035#h15\">Das Letzte &ndash; Deutschlands neue Rolle<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>G20<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>De Maizi&egrave;re will hartes Durchgreifen &ndash; &ldquo;Gewalt muss im Keim erstickt werden&rdquo;<\/strong><br>\nBeim G20-Gipfel in Hamburg bef&uuml;rchtet Bundesinnenminister Thomas de Maizi&egrave;re Ausschreitungen militanter Gegendemonstranten. Sorgen bereiteten den Beh&ouml;rden linke Gruppen, die mit Gewalt den Ablauf st&ouml;ren wollten und auch bereit seien, schwere Straftaten zu begehen. &ldquo;Ich sch&auml;tze das gewaltbereite Potenzial in Hamburg auf deutlich &uuml;ber 8000 Extremisten aus dem In- und Ausland&rdquo;, sagte er der &ldquo;Bild am Sonntag&rdquo;.<br>\nProtest sei in einer Demokratie eine willkommene Selbstverst&auml;ndlichkeit. &ldquo;Aber die Versammlungsfreiheit gilt nur f&uuml;r friedliche Demonstrationen, und wir haben ein Vermummungsverbot&rdquo;, sagte er. Er k&uuml;ndigte ein hartes Vorgehen bei Ausschreitungen an: &ldquo;Ich fordere alle Demonstranten auf, dort friedlich zu bleiben. Die Linie ist klar: friedlicher Protest ja, gewaltt&auml;tiger Protest nein. Gewalt, egal von wem, muss von Anfang an im Keim erstickt werden.&rdquo;<br>\nZudem sei nicht auszuschlie&szlig;en, dass kurdische Gruppen gegen den in Hamburg erwarteten t&uuml;rkischen Pr&auml;sidenten Recep Tayyip Erdogan protestieren wollten. &ldquo;Auch das ist erlaubt&rdquo;, sagte de Maizi&egrave;re. &ldquo;Sollte es aber Versuche geben, f&uuml;r eine terroristische Organisation wie die PKK zu werben, werden die zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden dagegen vorgehen. Das gilt auch f&uuml;r das Zeigen der entsprechenden Symbole.&rdquo;<br>\nDe Maizi&egrave;re schloss auch Cyber-Angriffe auf das Gipfeltreffen nicht aus. Es sei denkbar, dass auf diesem Weg versucht werde, die Kommunikation von Politikern, Mitarbeitern und Medienvertretern zu st&ouml;ren, sagte er.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/de-maiziere-gzwanzig-101.html\">tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Man ersetze einfach &ldquo;Gewalt&rdquo; durch &ldquo;Widerstand&rdquo; und schon kommt man der Sache n&auml;her. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>So will Hamburg gegen G20-Gegner vorgehen<\/strong><br>\nMindestens 15.000 Polizisten und weitere fast 4000 Bundespolizisten werden an den Gipfeltagen in Hamburg zusammengezogen. Sie sollen die Sicherheit der teilnehmenden Staats- und Regierungschefs, aber auch die der Gipfeldelegationen und der Bewohner gew&auml;hrleisten. Es ist der gr&ouml;&szlig;te Einsatz in der Geschichte der Hamburger Polizei. Dabei geht nicht allein darum, Krawalle wie bei fr&uuml;heren Gipfeltreffen in Genua oder Seattle zu unterbinden. Auch die Terrorgefahr ist ein Thema. Zahlreiche Spezialeinheiten aus ganz Deutschland sind im Einsatz und stehen bereit, um Anschl&auml;ge zu verhindern. Ihre Reaktionszeit bei Bedrohungen liegt laut Polizei bei deutlich unter einer Minute.<br>\nAuch bei der technischen Ausr&uuml;stung mobilisieren die Beh&ouml;rden alle verf&uuml;gbaren Ressourcen und verlegen Material sowie Einsatzkr&auml;fte aus ganz Deutschland. Mindestens 19 Polizeihubschrauber stehen bereit, dazu 3000 Fahrzeuge aller Art. Details zu diesen nennt die Polizei aus &ldquo;einsatztaktischen Gr&uuml;nden&rdquo; nicht. Die Bundespolizei erhielt offenbar au&szlig;erdem eine Einsatzgenehmigung f&uuml;r Drohnen.<br>\nAuch Reiterstaffeln und Sprengstoffsp&uuml;rhunde werden in gro&szlig;er Zahl nach Hamburg entsandt. Und nicht nur die Polizei r&uuml;stet sich: Die Hamburger Feuerwehr &uuml;berarbeitete nach eigenen Angaben eigens ihr Konzept f&uuml;r Eins&auml;tze mit einer gro&szlig;en Anzahl von Verletzten. Zudem h&auml;lt sie Messfahrzeuge und Experten in Bereitschaft, die etwa bei einem Chemiewaffenanschlag zum Einsatz kommen k&ouml;nnten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/politik\/deutschland\/g20-gipfel-hamburg-wird-mit-sperrzonen-und-sammelstellen-zur-festung-a-1155383.html\">Manager Magazin<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Man betrachte sich die Bilderstrecke genau: Gepanzerte Fahrzeuge und schwer bewaffnete B&uuml;rgerkriegspolizei. Anscheinend stimmt mit der Demokratie etwas nicht, wenn eine militarisierte Polizei in Armeest&auml;rke, die Regierungschefs der G20, vor was eigentlich, den demokratischen Protest der B&uuml;rger, sch&uuml;tzen muss. Das ist die Herrschaft der extremen Mitte, jeder Protest gegen die herrschenden Verh&auml;ltnisse soll illegitim und extremistisch erscheinen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Pr&auml;ventive Repression<\/strong><br>\nDer Verfassungsschutz hat seine Hauptgegner*innen bez&uuml;glich der G-20-Proteste identifiziert und ihre Namen im Internet ver&ouml;ffentlicht. Seit Samstag finden sich auf der Seite der Hamburger Innenbeh&ouml;rde die Namen und weitere Informationen zu drei Protagonist*innen der Proteste: Emily Laquer von der &bdquo;Interventionistischen Linken&ldquo;, Halil S. von der linksradikalen Gruppe &bdquo;Roter Aufbau&ldquo; und Andreas Blechschmidt vom autonomen Kulturzentrum &bdquo;Rote Flora&ldquo; stehen hier am Pranger.<br>\nDamit erreicht die an Psychoterror grenzende Einsch&uuml;chterung von Aktivist*innen im Vorfeld linker Proteste ein neues Level. Das Vorgehen des Verfassungsschutzes ist niedertr&auml;chtig und verantwortungslos.<br>\nDass der Inlandsgeheimdienst nicht zimperlich ist, wenn es um die Verfolgung und Einsch&uuml;chterung Linker geht, ist bekannt. Gef&auml;hrderansprachen vor politischen Gro&szlig;&shy;ereignissen geh&ouml;ren ebenso zur Einsch&uuml;chterungstaktik wie Hausdurchsuchungen und &Uuml;berwachungs&shy;offensiven.<br>\nSo auch dieses Mal: Schon vor einem halben Jahr waren Mitbetreiber*innen eines linken Zentrums nahe den Messehallen an ihren Arbeitspl&auml;tzen vom Verfassungsschutz aufgesucht worden. Unmissverst&auml;ndlich hatten die Geheimdienstler*innen vor allen Anwesenden klargemacht, dass sie die Betroffenen im Visier haben.<br>\nDie Hausdurchsuchung bei Halil S. und in den R&auml;umen des &bdquo;Roten Aufbau&ldquo; Ende vergangener Woche f&auml;llt ebenso in die Reihe von Gipfelrepressionen. Bewaffnete und vermummte Polizist*innen hatten am Freitagmorgen die T&uuml;ren eingetreten und die R&auml;ume mit gezogener Waffe gest&uuml;rmt<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!5422562\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Camp-R&auml;umung auf Entenwerder Verfassungsrechtler: &bdquo;Der Einsatz war rechtswidrig&ldquo;<\/strong><br>\nDer Polizeieinsatz gegen das Protestcamp auf der Halbinsel Entenwerder sorgt f&uuml;r heftige Kritik &ndash; die Linken fordern nun sogar den R&uuml;cktritt von Innensenator Andy Grote (SPD). Zu Recht? F&uuml;r Verfassungsrechtler Ulrich Karpen ist die Lage klar: Aus juristischer Sicht h&auml;tte die Polizei die Zelte nicht anr&uuml;hren d&uuml;rfen.<br>\n&bdquo;Die Eingriffe der Polizei am Sonntag sind ohne Rechtsgrundlage durchgef&uuml;hrt worden&ldquo;, sagt Karpen. Und: Die Veranstalter sowie betroffene Einzelpersonen k&ouml;nnten nun Schadensersatzanspr&uuml;che und Schmerzensgeld gegen&uuml;ber der Stadt geltend machen, da es Verletzte gegeben habe und Zelte besch&auml;digt worden seien, betont Karpen.<br>\nDer gesamte Vorgang l&auml;sst weder die  Polizei noch das Verwaltungsgericht gut dastehen: So hat das Gericht am 2. Juli entschieden, das Protestcamp am Elbpark in Entenwerder zu erlauben.  &bdquo;Damit wurde auch das Zelten in Schlafzelten als erlaubt angesehen&ldquo;, so die Sprecherin des Verwaltungsgerichts, Anne Gro&szlig;.<br>\nUnd so machten sich die Veranstalter Sonntagmittag daran, das Camp aufzubauen. Doch die Polizei war schnell vor Ort, ging gegen den Aufbau vor, da ihrer Ansicht nach keine Schlafzelte erlaubt waren. Es wurden Zelte beschlagnahmt, der Zugang zur Halbinsel wurde abgeriegelt. &bdquo;Ein Camp mit 3000 Zelten w&uuml;rde auch von militanten Autonomen genutzt. Wir werden keinen R&uuml;ckzugsort f&uuml;r Straft&auml;ter erlauben&ldquo;, erkl&auml;rte Polizeisprecher Timo Zill w&auml;hrend der Aktion.<br>\nBundesweit sorgt die Hamburger Polizeiaktion f&uuml;r Emp&ouml;rung. &bdquo;Wir fordern die Hamburger Polizei und den Senat auf, sofort auf den Boden des Grundgesetzes zur&uuml;ckzukehren&ldquo;, so Judith Amler vom Attac-Rat. Die Linken-Fraktionschefin im Bundestag, Sahra Wagenknecht, twitterte: &bdquo;Statt B&uuml;rgerrechte zu verteidigen, dulden SPD\/Gr&uuml;ne in Hamburg rechtswidrigen Polizeieinsatz gegen genehmigtes Camp.&ldquo; [&hellip;]<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.mopo.de\/hamburg\/g20\/camp-raeumung-auf-entenwerder-verfassungsrechtler---der-einsatz-war-rechtswidrig--27907342\">Morgen Post<\/a><\/li>\n<li><strong>Links wie rechts nur Zerst&ouml;rung<\/strong><br>\nWas die linken Demonstranten gegen den Hamburger G20-Gipfel und rechte Populisten vereint: Sie haben nicht verstanden, dass eine vernetzte Welt eine bessere ist.<br>\nMuss man nicht den Krawallmachern von links dasselbe zurufen wie denen von rechts, n&auml;mlich dass eine vernetzte Welt eine bessere ist als eine, in der Menschen isoliert leben und so einer Willk&uuml;rherrschaft viel unmittelbarer ausgeliefert sind? Man muss. Gleicherma&szlig;en. Hier geht es nicht um linke Politiker wie in den USA Bernie Sanders oder in Deutschland sehr konservative Parlamentarier wie Volker Kauder. Beide bewegen sich ja innerhalb der staatlichen Ordnung und wollen innerhalb des Regelwerks das Gemeinwesen erhalten, reformieren, in jedem Fall gestalten und nicht vernichten. Radikale Populisten von rechts und von links hingegen arbeiten an der &Uuml;berwindung der Ordnung, die sie vorfinden, ihrer Zerst&ouml;rung.<br>\nPopulisten von rechts und links erkl&auml;ren denen, die ihnen zuh&ouml;ren, dass die gegenw&auml;rtigen Probleme zu l&ouml;sen sind, wenn man zu den Rezepten der Vergangenheit greift. Damit nutzen sie die Angst der Gesellschaft vor der Zukunft aus. Einfache Antworten machen die eine oder andere Gruppe zum S&uuml;ndenbock: &ldquo;Die Banker&rdquo; (von links), &ldquo;die Muslime&rdquo; (von rechts), dort ist dann verdichtet all das vorzufinden, was durch die jeweilige Brille gesehen in der Welt falsch l&auml;uft.<br>\nWarum verfangen Populisten dieser Tage wieder? In seinem Buch The Future Shock schrieb Alvin Toffler bereits vor rund 50 Jahren, dass es Momente in der Geschichte von Gesellschaften gibt, in denen der technologische Fortschritt so an Geschwindigkeit gewinnt, dass er weder von den Eliten noch den Durchschnittsb&uuml;rgern eines Staates verstanden und mit vollzogen werden kann. Die Konsequenz seien Unsicherheit, Furcht und Instabilit&auml;t. Die letzten 25 Jahre waren bestimmt von der Globalisierung und der Digitalisierung, der Fortschritt hat eine bis dato unbekannte Rasanz entwickelt. Nun bricht, mit der k&uuml;nstlichen Intelligenz, der Lernf&auml;higkeit von Maschinen und dem, was gemeinhin als Industrie 4.0 beschrieben wird, eine neue Welle von Innovation los. Ver&auml;nderungen stehen an, deren Auswirkungen noch unbekannt sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2017-07\/g20-gipfel-proteste-verbesserung-populismus-essay\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein lupenreiner Transatlantiker &ndash; Alexander G&ouml;rlach ist Senior Fellow des Carnegie Council for Ethics in International Affairs &ndash; illustriert wie die aktuelle Strategie der Neoliberalen funktioniert den Widerspruch gegen die neoliberale Agenda zu diskreditieren und zu delegitimieren. F&uuml;r G&ouml;ralch ist klar, die einzige und alternativlose Weltordnung ist die des neoliberalen Kapitalismus, alle Kritik und aller Widerspruch bedrohen die (neo)liberale Demokratie. Dies ist das Narrativ der extremen Mitte, das explizit auch bei Macron angewendet wird, der, bei genauerem Hinsehen eine Marionette der franz&ouml;sischen Oligarchie, als neue politische Kraft jenseits des angeblich obsoleten politischen rechts-links Schemas gefeiert wird. Das Grundmuster ist dabei Protest gegen die herrschenden Verh&auml;ltnisse als extremistisch zu diffamieren und gleichzusetzen: links = rechts = extremistisch = antidemokratisch.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Confed-Cup<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Kaum deutsche Fans in St. Petersburg<\/strong><br>\nConfed-Finale in St. Petersburg. Weit &uuml;ber zehntausend Chilenen feuern ihre Mannschaft an &ndash; die deutschen Fans sind kaum wahrnehmbar. Wenige sind angereist, und das, obwohl die Ostseestadt quasi um die Ecke liegt. Die Chilenen mussten rund 14.000 Kilometer zur&uuml;cklegen.<br>\nAm deutschen Fu&szlig;ball wird es nicht gelegen haben, der ist weltmeisterlich. Also woran?<br>\nDie Deutschen haben, was Russland betrifft, alle Neugier und jedes Vertrauen verloren. Ein ger&uuml;ttelt Ma&szlig; an Verantwortung tragen die Medien, die Russland seit Jahren, seit lange vor der Ukrainekrise, &uuml;berkritisch, einseitig negativ oder direkt herabw&uuml;rdigend pr&auml;sentieren. Wenn es hochkommt, ist das Glas halbleer. Wer reist schon freiwillig in ein Land, das in der Zeitung als &ldquo;asiatische Despotie&rdquo; abgetan wird &ndash; der Begriff &ldquo;Diktatur&rdquo; ist ja noch harmlos.<br>\nDoch &ldquo;Medien&rdquo; ist eine Abstraktion. In der Realit&auml;t sind es einige Handvoll Menschen aus Fleisch und Blut &ndash; Korrespondenten, Redakteure, Moderatoren -, unterst&uuml;tzt von ihren Chefs und weiten Teilen der Politik, die unser Russlandbild formen. Viele der Namen sind auch einem weiteren Publikum bekannt.<br>\nSie schreiben B&uuml;cher und Beitr&auml;ge, kommentieren TV-Berichte, moderieren Talkshows und sind in den sozialen Medien unterwegs. Akribisch und mit spitzem Griffel listen sie die Defizite der russischen Demokratie, der russischen Wirtschaft, der russischen Gesellschaft. Buchhalter des Fortschritts, wie er ihnen vor Augen steht. Die Vorstellung, dass gesellschaftliches und politisches Leben sich auch anders, sogar grunds&auml;tzlich anders gestalten kann als in den Soziotopen zwischen Kreuzberg und Bielefeld, bleibt ihnen so verschlossen wie die R&uuml;ckseite des Monds.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ostexperte.de\/kaum-deutsche-fans-in-st-petersburg\/\">Ostexperte<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Wenn auch kurz, so doch in der Zusammenschau interessant. Da ist ganze Arbeit geleistet worden. Unter der Hand sozusagen, mittels der dazu passenden Personalpolitik.<\/em><\/p>\n<p><strong>passend dazu: Fu&szlig;ballfans, kommt nach Russland!<\/strong><br>\nKritik an Russland ist wichtig und nicht alle Klischees sind falsch. Trotzdem sollte man im kommenden Jahr zur WM fahren. Eine gute Chance, sich gegenseitig zuzuh&ouml;ren. [&hellip;]<br>\nWer Stereotype &uuml;ber Russland hat, sollte sie &uuml;berdenken. Man trifft keine B&auml;ren auf der Stra&szlig;e, auch kaum Betrunkene oder Hooligans. Russland ist ein sicheres Land. Auf den Tragfl&auml;chen der Flugzeuge sind keine Maschinengewehre montiert.<br>\nNicht alle Klischees sind falsch. Eine dicke Jacke sollte man einpacken, vielleicht auch einen Schal. St. Petersburg liegt n&ouml;rdlicher als Oslo. Badesachen nimmt mit, wer nach Sotschi ans Schwarze Meer reist, das liegt auf demselben Breitengrad wie Florenz. In der N&auml;he kann man auch Bergwandern. In manchen Gegenden Russlands kann der Deutsche eine Reise in die musikalische Vergangenheit antreten, kann dort Modern Talking, C.C. Catch und die Scorpions h&ouml;ren. Im &Uuml;brigen lassen die Kasaner ausrichten, Herr Meine, dass der Trick, stets das aktuelle als das allerletzte Konzert in ihrer Stadt anzuk&uuml;ndigen, durchschaut ist. [&hellip;]<br>\nEin wichtiger Punkt: Viele Russen f&uuml;hlen sich gerade von der Welt missverstanden, umgekehrt verh&auml;lt es sich &auml;hnlich. Die WM w&auml;re eine hervorragende Gelegenheit, sich mal gegenseitig zuzuh&ouml;ren, miteinander zu trinken und feiern. Die Russen freuen sich jedenfalls riesig, die ganze Welt zu begr&uuml;&szlig;en, das konnte man beim Confed Cup sehr gut sp&uuml;ren. Jetzt muss sie nur noch hinfahren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/sport\/2017-07\/russland-confed-cup-wm\">Oliver Fritsch in der ZEIT<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> So ehrenwert der Versuch auch ist &ndash; leider vergisst Fritsch zu erw&auml;hnen, dass sowohl die Medien als auch die Politik eine geh&ouml;rige Mitverantwortung f&uuml;r die Bildung alter neuer Klischees haben und der V&ouml;lkerverst&auml;ndigung damit einen B&auml;rendienst erwiesen haben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Draxler dankt Gastgeber Russland: &bdquo;Test mit Bravour bestanden&ldquo;<\/strong><br>\nLiebe russische Fu&szlig;ballfans, drei Wochen durften wir in diesem sch&ouml;nen Land verbringen und m&ouml;chten nun, zum Ende des FIFA Confederations Cups in Russland, herzlich Dankesch&ouml;n sagen. Wir bedanken uns f&uuml;r eine tolle Organisation, f&uuml;r die vielen helfenden H&auml;nde &uuml;berall und f&uuml;r ein immer vorhandenes Gef&uuml;hl der Sicherheit. Bedanken m&ouml;chten wir uns beim Russischen Organisationskomitee, bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Stadien, Hotels und an den Flugh&auml;fen, bei den Volunteers und direkt bei Ihnen, den russischen Fu&szlig;ballfans.<br>\nMan sagt, der Confed Cup sei ein Testlauf f&uuml;r die WM. Nach drei Wochen k&ouml;nnen wir sagen: Russland hat den Test mit Bravour bestanden. [&hellip;]<br>\nUnser Sommer in Russland geht zu Ende. Nun wartet noch das Finale in St. Petersburg auf uns. Wir sagen Dankesch&ouml;n. Wir sagen Spasiba und Doswidanja. Und freuen uns schon heute auf unsere R&uuml;ckkehr im Sommer 2018.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dfb.de\/news\/detail\/draxler-dankt-gastgebern-russland-hat-wm-test-mit-bravour-bestanden-170085\/?no_cache=1&amp;cHash=d60ee4f1d283a7c661c1030a115c59df\">DFB<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Der Brief wird auch in russischer Sprache angeboten. Ein sch&ouml;ne Geste des DFB, die sich angenehm vom antirussischen Theater der Medien abhebt.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Macron verspricht &ldquo;radikal neuen Weg&rdquo;<\/strong><br>\nGrunds&auml;tzlich sprach sich Macron f&uuml;r eine Politik aus, die dem einzelnen B&uuml;rger in einer Leistungsgesellschaft mehr Freiheit und zugleich mehr Schutz gew&auml;hren soll: &ldquo;Ich lehne es ab, zwischen Ehrgeiz und sozialer Gerechtigkeit zu w&auml;hlen.&rdquo; Zugleich will Macron den franz&ouml;sischen Staat dezentralisieren und &ldquo;mehr Experimente&rdquo; zulassen.<br>\nEr wolle die Franzosen &ldquo;befreien und sch&uuml;tzen, ihnen erlauben Neues zu wagen und dabei einen Platz f&uuml;r jeden schaffen&rdquo;. Politisch brisant sind Macrons Ideen zur Reform des Parlaments. Er will, dass die Nationalversammlung weniger Gesetze erl&auml;sst und sich st&auml;rker auf die Kontrolle der Regierung konzentriert. Zudem sollen fortan alle Gesetze zwei Jahre nach Inkrafttreten &uuml;berpr&uuml;ft werden. Zugleich sprach er sich f&uuml;r eine &Auml;nderung des Wahlrechts aus: Er will das bisherige Mehrheitswahlrecht mit mehr &ldquo;Proportionalit&auml;t&rdquo; erg&auml;nzen, um kleineren Parteien mehr Chancen zu gew&auml;hren, ins Parlament zu gelangen. Macron k&uuml;ndigte auch an, im Herbst den seit den Terroranschl&auml;gen vom November 2015 geltenden Ausnahmezustand aufzuheben. Bis dahin will er ein versch&auml;rftes Anti-Terror-Recht durchsetzen. Er verwahrte sich gegen die Kritik von B&uuml;rgerrechtlern und versicherte, alle Freiheitsbeschr&auml;nkungen w&uuml;rden richterlicher Kontrolle unterworfen. Ausdr&uuml;cklich bekannte sich Macron zu Europa und zur deutsch-franz&ouml;sischen Zusammenarbeit: &ldquo;Ich glaube fest an Europa.&rdquo; Die EU m&uuml;sse gemeinsam handeln, um politische Fl&uuml;chtlinge zu sch&uuml;tzen, zugleich mehr tun, um den Menschenhandel einzud&auml;mmen. Europa m&uuml;sse &ldquo;den anf&auml;nglichen Atem widerfinden&rdquo;, der die Gr&uuml;nderv&auml;ter des vereinten Kontinents beseelt und alte Rivalit&auml;ten &uuml;berwunden habe. Oppositionelle Abgeordnete kritisierten die Inszenierung im Schloss von Versailles als &ldquo;Geldverschwendung&rdquo;. Rechte wie linke Kritiker hielten Macron vor, er entwerte die f&uuml;r diesen Dienstag geplante Antrittsrede seines Premiers &Eacute;douard Philippe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/frankreich-macron-verspricht-radikal-neuen-weg-1.3572358\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die verlogene Geschichte, dass Macron den Wandel symbolisiert, den angeblich alle wollen wird weitergesponnen. Der &ldquo;radikal neue Weg&rdquo; ist der altbekannte, der Durchsetzung der neoliberalen Agenda zulasten der Mehrheit der B&uuml;rger. Angesichts der Tatsache, dass bei historisch niedriger Wahlbeteiligung, gerade einmal 13,4% der Wahlberechtigten f&uuml;r Macron gestimmt haben, ist Macrons Behauptung, das Volk habe mit seiner Wahl &ldquo;den Willen f&uuml;r einen tiefen Wandel&rdquo; bekundet eine Frechheit. Au&szlig;erdem, wann h&ouml;ren unsere &ldquo;Qualit&auml;tsmedien&rdquo; endlich auf Macron als &ldquo;sozialliberal&rdquo; zu bezeichnen?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Nahles warnt vor &bdquo;Refeudalisierung&ldquo; in Deutschland<\/strong><br>\nArbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sorgt sich um das Verh&auml;ltnis von Arm und Reich hierzulande. Die Verm&ouml;genden im Lande kapselten sich immer st&auml;rker vom Rest der Republik ab, sagte die Politikerin in einem Interview.<br>\nVerantwortlich f&uuml;r die steigende Zahl sehr reicher Menschen hierzulande sei auch, dass immer h&auml;ufiger gro&szlig;e Summen vererbt w&uuml;rden. Diese gro&szlig;en Erbschaften fielen als &bdquo;quasi leistungslos erworbene Verm&ouml;gen&ldquo; an Menschen, &bdquo;die wie in einer eigenen Gesellschaft, wie in einer Kaste leben&ldquo;, sagte die SPD-Politikerin der &bdquo;Bild&ldquo;-Zeitung.<br>\nDie Politikerin moniert, dass wenig von den Super-Reichen bekannt sei. &Uuml;ber die Verm&ouml;genden im Land gebe es kaum Daten. &bdquo;Es kann doch nicht sein, dass wir &uuml;ber einen Hartz-IV-Empf&auml;nger bis auf den letzten Cent Bescheid wissen. Und &uuml;ber Reiche in diesem Land wissen wir fast nichts&ldquo;, sagte Nahles. Die SPD will Reiche st&auml;rker belasten. Die Ministerin warnt vor dem m&ouml;glichen Missbrauch dieser &ouml;konomischen Macht. Die Verm&ouml;genden seien wie ein schwarzes Loch; wie eine Blackbox, in die man nicht hineinschauen k&ouml;nne. &bdquo;Wenn das so bleibt, k&ouml;nnten sich Strukturen von m&auml;chtigen Zirkeln entwickeln. Es gibt auch bei uns einen Trend zur Refeudalisierung.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article160386618\/Nahles-warnt-vor-Refeudalisierung-in-Deutschland.html\">Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Das BILD-Interview von Andrea Nahles zeigt, wie wichtig ein funktionierendes Mediensystem in Deutschland w&auml;re. Es kaum zu glauben, dass Nahles mit derart zynischen Aussagen einfach durchkommt und kein Journalist den Zusammenhang zwischen Verm&ouml;gensungleichheit und der Politik der SPD seit Schr&ouml;der anspricht. Wenn ausgerechnet Nahles &uuml;ber eine Refeudalisierung klagt, dann ist das die &bdquo;Haltet-den-Dieb&ldquo;-Strategie auf die Spitze getrieben.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Auf der Suche nach der Inflation<\/strong><br>\nEs wird nicht viel geschehen. Denn eine der wichtigsten Gr&ouml;&szlig;en f&uuml;r die kurzfristigen Leitzinsen der Notenbanken wie f&uuml;r die l&auml;ngerfristigen Renditen von Anleihen weigert sich beharrlich, deutlich zuzulegen: die Inflationsrate. Es geh&ouml;rt zu den Paradoxien unserer Zeit, dass einerseits die Geldpolitik mit Superlativen wie &bdquo;hyperexpansiv&ldquo; oder &bdquo;ultralocker&ldquo; beschrieben wird, w&auml;hrend gleichzeitig die Notenbanken erhebliche Schwierigkeiten haben, die Inflationsrate auf das gew&uuml;nschte Niveau von nahe 2 Prozent zu hieven. [&hellip;]<br>\nDie Suche nach der hohen Inflation besch&auml;ftigte vor gut einer Woche die wichtigsten Notenbanker der Welt auf der Jahresversammlung der Bank f&uuml;r Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Dort hielt Claudio Borio, einer der erfahrensten BIZ-&Ouml;konomen, einen bemerkenswerten Vortrag, indem er den geringen Inflationsdruck in den Industrienationen vor allem auf die Globalisierung zur&uuml;ckf&uuml;hrte. Internationale Wertsch&ouml;pfungsketten sorgen daf&uuml;r, dass angesichts immer noch relativ billiger Arbeitskr&auml;fte auch in wirtschaftlich leistungsf&auml;higen Schwellenl&auml;ndern und selbst im Konjunkturaufschwung der Industrienationen kaum eine M&ouml;glichkeit besteht, &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum die L&ouml;hne kr&auml;ftig zu erh&ouml;hen. Der globale Wettbewerb h&auml;lt die Unternehmen von sp&uuml;rbaren Preiserh&ouml;hungen f&uuml;r ihre Produkte ab. Nationale Inflationsraten werden in der Tendenz weniger von der nationalen Politik, sondern mehr durch die globalen Wirtschaftsbedingungen bestimmt. [&hellip;]<br>\nMit der Inflation k&ouml;nnte derzeit am ehesten die Bank of England eine Straffung ihrer Geldpolitik begr&uuml;nden. Andere Notenbanken h&auml;tten ein Argument parat, das ihnen die BIZ k&uuml;rzlich ins Stammbuch geschrieben hat: Sie sollen die g&uuml;nstige Wirtschaftslage nutzen, um geldpolitischen Handlungsspielraum f&uuml;r eine k&uuml;nftige Rezession zu schaffen. Hinter vorgehaltener Hand r&auml;umen manche amerikanischen Notenbanker ein, dass die Fed vor allem aus diesem Grund &ndash; und nicht aus Inflationsfurcht &ndash; in der j&uuml;ngeren Zeit mehrfach ihren Leitzins erh&ouml;ht hat.<br>\nAber auch das geldpolitische Vorsorgeargument st&ouml;&szlig;t an Grenzen. In einer Welt mit hoher Verschuldung, geringer Inflation und bescheidenen wirtschaftlichen Wachstumspotentialen wird keine Notenbank mit Verweis auf Spielraum in einer k&uuml;nftigen Rezession durch kr&auml;ftige Zinserh&ouml;hungen die Rezession selbst herbeif&uuml;hren wollen. Niedrige Inflations- und Wachstumsraten in Verbindung mit hoher privater und &ouml;ffentlicher Verschuldung d&uuml;rften nicht nur die kurzfristigen Leitzinsen, sondern auch die Renditen f&uuml;r Anleihen aus L&auml;ndern mit guter Bonit&auml;t niedrig halten.<br>\nAn diesem Befund wird die w&uuml;nschenswerte Beendigung von Anleihekaufprogrammen wenig &auml;ndern. Hier sind die Lehren aus den Vereinigten Staaten sehr interessant. Weder hat das Ende des Kaufprogramms Ende 2014 die Renditen der Staatsanleihen steigen lassen, noch haben die j&uuml;ngsten Leitzinserh&ouml;hungen oder die Ank&uuml;ndigung der Fed, ihre Anleihebest&auml;nde reduzieren zu wollen, den Renditen Fl&uuml;gel verliehen. Der Grund ist einfach: Auch im achten Jahr eines Konjunkturaufschwungs sind in den Vereinigten Staaten keine ernsthaften Inflationsgefahren zu erkennen. Das h&auml;tte man sich fr&uuml;her nicht vorstellen k&ouml;nnen. Und es muss nicht immer so bleiben. Aber es ist die Welt, in der wir derzeit leben und wohl auch noch einige Zeit leben werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/konjunktur\/kommentar-auf-der-suche-nach-der-inflation-15087633.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Die FAZ merkt es nach vielen Jahren endlich auch einmal: trotz ultralockerer Geldpolitik und &uuml;berschnappender Warnungen vor der Hyperinflation gibt es nicht einmal eine hinreichende Inflationsrate. &ldquo;Paradox&rdquo; ist das nur, wenn man mit den monetaristischen &ldquo;Theorien&rdquo; (besser: Glaubenss&auml;tzen) arbeitet; die realen Gr&uuml;nde sind im Artikel beschrieben: die L&ouml;hne stagnieren bestenfalls. Das ist aber wiederum nicht das (direkte) Ergebnis von Lohndeflation aus den Entwicklungsl&auml;ndern, sondern in den OECD-L&auml;ndern politisch gewollt. Die Zentralbanken k&ouml;nnen gar nichts machen. Die Situation ist aber nicht &ldquo;paradox&rdquo;, sondern v&ouml;llig absurd, und die Probleme mit der zu schwachen Inflationsentwicklung allesamt hausgemacht und (pseudo-)demokratisch abgesichert. Der &uuml;bliche Bl&ouml;dsinn, da&szlig; die deutsche Wirtschaft &ldquo;oberhalb ihres Potentials w&auml;chst&rdquo; (bei &uuml;beraus bescheidenem Wachstum und Massenarbeitslosigkeit), l&auml;&szlig;t sich wohl in einem FAZ-Artikel nicht vermeiden.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Zehn Jahre Finanzkrise &ndash; Einfach weiter und immer weiter<\/strong><br>\nIst heute alles besser an den Finanzm&auml;rkten als damals? Der Volkswirtschaftler Hanno Beck sagt: Nein. Die Banken h&auml;tten wichtige Lektionen schon wieder vergessen. Und auch die Politik macht einfach weiter, als w&auml;re nichts passiert.<br>\nWann die Krise begann, sind sich die Experten weitgehend einig: im April 2007 mit der Pleite der kalifornischen Hypothekenbank New Century Financial. Einige Monate sp&auml;ter erreichte sie dann langsam Europa. Aber wann ging sie eigentlich zu Ende? Noch gar nicht, sagt Hanno Beck, Professor f&uuml;r Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Pforzheim.<br>\nUnd gro&szlig;e Hoffnung, dass nun alles besser ist, hat Beck auch nicht: Zwar h&auml;tten die Banken im Risikomanagement dazu gelernt, sagte er im Deutschlandfunk Kultur. Stimmen aus dem Bankensektor lie&szlig;en aber darauf schlie&szlig;en, dass einige Lektionen schon wieder vergessen worden seien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/zehn-jahre-finanzkrise-einfach-weiter-und-immer-weiter.1008.de.html?dram:article_id=390123\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>&ldquo;Jobwunder&rdquo;? Folgen der neoliberalen Arbeitsmarktpolitik<\/strong><br>\nMit seinen zur&uuml;ckliegenden Arbeitsmarktreformen gilt Deutschland oft als Vorbild und Erfolgsmodell. Dieses positive Urteil blendet allerdings die tats&auml;chlichen Gr&uuml;nde f&uuml;r die robuste Entwicklung des deutschen Arbeitsmarkts aus. Und es ignoriert die fatalen Auswirkungen der Reformpolitik auf Arbeitsbedingungen und L&ouml;hne.<br>\nSchon von Schwarz-Gelb unter Helmut Kohl (CDU) wurden Deregulierung und &bdquo;Flexibilisierung&ldquo; forciert. Rot-Gr&uuml;n unter Gerhard Schr&ouml;der (SPD) setzte diese Politik fort und versch&auml;rfte sie. Die Folge ist ein aus den Fugen geratener Arbeitsmarkt mit enormem Lohngef&auml;lle und Millionen atypischen sowie prek&auml;ren Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen. Anstatt aber dieses Kernproblem des deutschen Arbeitsmarkts zu thematisieren und anzugehen, halten weite Teile von Wissenschaft, Medien und Politik an der M&auml;r von den segensreichen Auswirkungen der &bdquo;Agenda 2010&ldquo; fest.<br>\nDer Abbau der sozialen Sicherungssysteme und die Schw&auml;chung der abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten sei ein notwendiges &Uuml;bel gewesen, hei&szlig;t es immer wieder. Seit einigen Jahren nun w&uuml;rde Deutschland daf&uuml;r mit niedriger Arbeitslosigkeit belohnt. So schrieb 2013 die Stuttgarter Zeitung, die Agenda 2010 sei eine Reform gewesen, &bdquo;mit der es gelang, erstmals seit den 80er Jahren den Automatismus steigender Arbeitslosenzahlen umzukehren.&ldquo; Und die Berliner Zeitung schrieb 2017 in einem ansonsten nicht unkritischen Kommentar, dass &bdquo;die Agenda 2010 bis heute anerkannte und sp&uuml;rbare wirtschaftliche Erfolge f&uuml;r Deutschland gebracht&ldquo; habe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/2060\">annotazioni<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Gewerkschaften kritisieren Verst&ouml;&szlig;e gegen Mindestlohn<\/strong><br>\nAuch zweieinhalb Jahre nach der Einf&uuml;hrung des gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland kommt es immer wieder zu Verst&ouml;&szlig;en. Das sagte Stefan K&ouml;rzell, Mitglied des Vorstandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes. In schwer zu kontrollierenden Branchen wie dem Taxigewerbe, dem Bau oder der Gastronomie soll es immer wieder Verst&ouml;&szlig;e gegen das Mindestlohngesetz geben. Etwa das Magazin &bdquo;defacto&ldquo; hatte im Herbst berichtet, dass Unterbietung der Mindestlohnschwelle in der Taxibranche &uuml;blich sei &ndash; zum Beispiel mit falschen Stundenzetteln.<br>\nK&ouml;rzell forderte, &bdquo;dass die Politik die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) endlich so ausstattet, dass sie ihre Kontrollfunkton auch erf&uuml;llen kann&ldquo;. Die FKS kontrolliert unter anderem den Mindestlohn.<br>\nIm vergangenen Jahr hat die FKS aber deutlich weniger Firmen auf Verst&ouml;&szlig;e kontrolliert. Insgesamt wurden 40.374 Arbeitgeber &uuml;berpr&uuml;ft und damit ungef&auml;hr 3000 weniger als im Jahr  2015, wie aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Gr&uuml;nen hervorgeht. (&hellip;)<br>\n&bdquo;Es gibt leider immer wieder Verst&ouml;&szlig;e gegen das Mindestlohngesetz&ldquo;, sagte K&ouml;rzell. &bdquo;Notwendig sind regelm&auml;&szlig;ige Kontrollen, nicht nur in gro&szlig;en Betrieben, und zus&auml;tzliche Streifenfahrten mit spontanen Pr&uuml;fungen.&ldquo; Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) m&uuml;sse deutlich mehr Geld f&uuml;r neues Personal zur Verf&uuml;gung stellen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/leider-immer-wieder-gewerkschaften-kritisieren-verstoesse-gegen-mindestlohn-15088490.html\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Das Problem d&uuml;rfte dem Bundesfinanzminister seit langer Zeit bekannt sein. Bitte lesen Sie dazu erneut:<\/em><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33067#h03\">&bdquo;Unsere Betriebe konkurrieren t&auml;glich mit Kriminellen&ldquo;<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22299#h06\">Geht jemand den Beschwerden nach<\/a><\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Es stellt sich die Frage, weshalb Herr Sch&auml;uble dennoch offenbar kaum etwas (sicherlich viel zu wenig) dagegen unternimmt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Krankenh&auml;usern fehlen Milliarden Euro<\/strong><br>\nWeil die L&auml;nder Kliniken Geld vorenthalten, m&uuml;ssen die bei Investitionen Gelder nutzen, die eigentlich f&uuml;r Behandlungen von Patienten vorgesehen sind. Bund und L&auml;nder wollen jetzt aufstocken. Dem TK-Chef reicht das nicht.<br>\nEs w&auml;re eigentlich ganz einfach: Die Bundesl&auml;nder sind per Gesetz verpflichtet, ihren Krankenh&auml;usern Investitionen f&uuml;r Bauten und Anlagen zu finanzieren. Nur, sie kommen dieser Pflicht nicht nach. Sie zahlen viel zu wenig &ndash; und die Kliniken m&uuml;ssen die Kosten aus dem Budget f&uuml;r die Behandlung der Patienten abzweigen. Bund und L&auml;nder haben nun ein neues Investitionsprogramm aufgelegt, um die Finanznot zu lindern. Mindestens eine Milliarde Euro j&auml;hrlich sollen die Kliniken mehr erhalten. Der Vorsto&szlig; reicht aus Sicht des Chefs der Techniker Krankenkasse (TK) jedoch bei Weitem nicht aus.<br>\nAngesichts eines zus&auml;tzlichen Bedarfs von j&auml;hrlich mehr als zwei Milliarden Euro seien die vorgelegten Pl&auml;ne der Gesundheitsministerkonferenz zu wenig, sagte TK-Chef Jens Baas der Deutschen Presse-Agentur. Schon ohne Universit&auml;tskliniken gehe das Wirtschaftsforschungsinstitut RWI von einem j&auml;hrlichen Investitionsbedarf von 5,5 Milliarden Euro aus, betonte Baas. Davon allerdings stellen die L&auml;nder nur etwa die H&auml;lfte zur Verf&uuml;gung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/krankenhaeusern-fehlen-trotz-finanzspritze-milliarden-euro-a-1155641.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Nur eines von vielen, vielen Problemen der chronischen Unterfinanzierung der deutschen Infrastruktur. Wie kommt die Politik, die gro&szlig;en Parteien nur wieder und wieder auf die haneb&uuml;chene Idee, die Steuern unendlich zu senken (K&ouml;rperschaftsteuer, Abschaffung der Erbschaftsteuer f&uuml;r Unternehmen&hellip;) und dann noch mehr Steuersenkungen zu versprechen (15 Milliarden Euro Senkung der Lohnsteuer, haupts&auml;chlich zugunsten von Gutverdienern)? Wann macht die Politik endlich ihre Hausaufgaben f&uuml;r die Infrastruktur und die B&uuml;rger, womit sogar das Problem der riesigen Au&szlig;enhandels&uuml;bersch&uuml;sse angegangen werden w&uuml;rde? Oder steckt die Absicht dahinter, mit Hinblick auf das angeblich fehlende Geld (eine unfa&szlig;bar l&auml;cherliche Begr&uuml;ndung) immer weitere Teile der Infrastruktur zu privatisieren?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>NATO-Terror in Libyen und das Massaker von Manchester: Was wusste die britische Regierung?<\/strong><br>\nDer Attent&auml;ter von Manchester war keineswegs ein Einzelt&auml;ter, sondern Teil einer als &bdquo;Manchester Boys&ldquo; bekannten Gruppe von Dschihadisten, die vom britischen MI5 unterst&uuml;tzt wurden und 2011 mit dessen Hilfe in den Krieg gegen Gaddafi nach Libyen geschickt wurden &ndash; schreibt John Pilger.<br>\nDas Unaussprechliche in Gro&szlig;britanniens Wahlkampf war Folgendes: Die Ursachenanalyse des Massakers von Manchester, in dem 22 &uuml;berwiegend junge Menschen von einem Dschihadisten ermordet wurden, wird unterdr&uuml;ckt, um die Geheimnisse der britischen Au&szlig;enpolitik zu sch&uuml;tzen.<br>\nKritische Fragen &ndash; beispielsweise, warum der Geheimdienst MI5 in Manchester terroristische &bdquo;Verm&ouml;genswerte&ldquo; aufrechterhielt und warum die Regierung die &Ouml;ffentlichkeit nicht vor der Bedrohung in ihrer Mitte warnte &ndash; bleiben unbeantwortet. Sie werden abgespeist durch das Versprechen einer internen &bdquo;&Uuml;berpr&uuml;fung&ldquo;.<br>\nDer mutma&szlig;liche Selbstmordattent&auml;ter Salman Abedi war Teil einer extremistischen Gruppe, der Libyschen Islamischen Kampfgruppe (LIFG), die in Manchester gedeihen konnte und seit mehr als 20 Jahren vom MI5 gro&szlig;gezogen und genutzt wurde.<br>\nDie LIFG ist in Gro&szlig;britannien als terroristische Organisation ge&auml;chtet, die einen &bdquo;Hardliner-Islamischen-Staat&ldquo; in Libyen anstrebt und &bdquo;Teil der globalen von al-Qaida inspirierten islamistischen extremistischen Bewegung ist&ldquo;.<br>\nDer &bdquo;rauchende Colt&ldquo; ist der Umstand, dass zu dem Zeitpunkt, als Theresa May Innenministerin war, es LIFG-Dschihadisten erlaubt wurde, sich ungehindert durch ganz Europa zu bewegen und sie ermutigt wurden, sich an der &bdquo;Schlacht&ldquo; zu beteiligen: Zuerst, um Muammar al-Gaddafi in Libyen zu st&uuml;rzen, sp&auml;ter dann, um sich al-Qaida-nahen Gruppen in Syrien anzuschlie&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/justicenow.de\/nato-terror-in-libyen-und-das-massaker-von-manchester-was-wusste-die-britische-regierung\/\">Justice now<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Warum Warren Buffett sich &uuml;ber sein eigenes Verm&ouml;gen beschwert<\/strong><br>\nWarren Buffett ist reich, sehr reich. Mit sch&auml;tzungsweise 75 Milliarden US-Dollar ist er inzwischen (nur) noch drittreichster Bewohner unserer Erde, j&uuml;ngst musste er Amazon-Chef Bezos vorbeiziehen lassen. Auf Platz 1 ist &uuml;brigens, nach wie vor, Microsoft-Gr&uuml;nder Bill Gates.<br>\nDennoch d&uuml;rfte es angesichts dieser Verm&ouml;gensmasse eigentlich kein Grund geben, um sich zu beschweren, oder? 75 Milliarden, das werden wohl auch in weiter Zukunft nur wenige erreichen. Buffett k&ouml;nnte also rundum zufrieden sein.<br>\nAber er tut es: Warren Buffett beschwert sich wirklich &uuml;ber sein Verm&ouml;gen. Schauen wir mal, wieso, weshalb, warum:<br>\nMan mag nun vielleicht denken, dass der Anlass des &Auml;rgers die H&ouml;he seines Verm&ouml;gens sein k&ouml;nnte. Oder das Wachstum. Oder die Performance. Aber nichts dergleichen ist der Fall gewesen. Denn eigentlich beruht sein &Auml;rger nicht konkret auf seinem speziell eigenen Verm&ouml;gen, sondern ist eher eine Systemkritik.<br>\nSo machte Buffett seinem systemkritischen &Auml;rger damit Luft, dass f&uuml;r die Reichen ihr Verm&ouml;gen schier unglaublich sei. Besa&szlig;en die 400 reichsten Amerikaner im Jahr 1982 beispielsweise noch zusammen 93 Milliarden US-Dollar, ist dieser Geldberg besagter Gruppe auf inzwischen &uuml;ber 2,4 Billionen angewachsen. In dieser Wohlstandsallokation sieht Buffett ein gro&szlig;es Problem, diese stelle eine unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig hohe Vermehrung innerhalb der reichen Elite dar.<br>\nAber es ist nicht der Reichtum dieser elit&auml;ren Gruppe per se, der Buffett wirklich auf die Nerven geht. Was ihm viel mehr Sorgen bereitet, ist, dass die allgegenw&auml;rtige Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergehe. Auch wenn der Wohlstand (in den USA) seit der letzten Finanzkrise 2009 sich absolut und gesamtheitlich gesehen stetig vermehrt habe, komme das allerdings nicht bei allen Teilen der Bev&ouml;lkerung an. &bdquo;Von der wirtschaftlichen Entwicklung hat der Stahlarbeiter in Ohio nichts&ldquo;, so Buffett w&ouml;rtlich. Dieses Problem m&uuml;sse benannt werden, denn wenn eine Entwicklung der Gesellschaft insgesamt nutzt, aber Einzelnen schadet, m&uuml;sse man auf die Schw&auml;cheren achten, so Buffett weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.fool.de\/2017\/07\/03\/warum-warren-buffett-sich-ueber-sein-eigenes-vermoegen-beschwert\/\">The Motly Fool<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Es ist kaum anzunehmen, dass Buffets Kritik reiner Menschenliebe entspringt. Er ahnt wohl, dass, falls die soziale Polarisierung weiter voranschreitet und die Zahl der Abgeh&auml;ngten best&auml;ndig w&auml;chst, die Stabilit&auml;t des Systems ins Wanken ger&auml;t, das auch seinen Reichtum hervorgebracht hat.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Microsoft-Gr&uuml;nder fordert mehr Engagement f&uuml;r Afrika<\/strong><br>\nMicrosoft-Gr&uuml;nder Bill Gates (61) stiftet Milliarden f&uuml;r Afrika, warnt aber Deutschland vor einer falschen Form der Gro&szlig;z&uuml;gigkeit. &ldquo;Deutschland kann unm&ouml;glich diese gewaltige Masse an Menschen aufnehmen, die sich dann auf den Weg machen w&uuml;rde&rdquo;, sagte er der &ldquo;Welt am Sonntag&rdquo;. Es gebe ein Dilemma in der deutschen Haltung gegen&uuml;ber Fl&uuml;chtlingen: &ldquo;Einerseits m&ouml;chten Sie Fl&uuml;chtlinge aufnehmen, sich gro&szlig;z&uuml;gig zeigen. Doch je gro&szlig;z&uuml;giger Sie sind, umso mehr spricht sich das herum &ndash; was wiederum noch mehr Menschen motiviert, Afrika zu verlassen&rdquo;, unterstrich er. Die Migration nach Europa werde zunehmen, der Druck werde wachsen, dies bedeute ungl&uuml;cklicherweise, &ldquo;dass Sie es Menschen aus Afrika erschweren m&uuml;ssen, die bisherigen Transitrouten nach Europa zu benutzen&rdquo;, so Gates weiter. Er hoffe, dass andere europ&auml;ische L&auml;nder dem Beispiel Deutschland folgen w&uuml;rden, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens f&uuml;r die Entwicklungshilfe aufzuwenden, da &ldquo;Afrika nach wie vor der &auml;rmste Kontinent ist und immer noch unter der Instabilit&auml;t leidet, die eng mit der extremen Armut zusammenh&auml;ngt, mit schlechter Regierungsf&uuml;hrung und nicht funktionierenden Bildungs- und Gesundheitssystemen&rdquo;. Die Bill &amp; Melinda Gates Foundation ist mit rund 40 Milliarden Dollar die verm&ouml;gendste Privatstiftung der Welt. Sie vergibt F&ouml;rdermittel von j&auml;hrlich rund vier Milliarden Euro f&uuml;r Projekte und Forschung zur Armuts- und Hungerbek&auml;mpfung, Landwirtschaft und Gesundheit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/gates-migration-nach-europa-wird-zunehmen.265.de.html?drn:news_id=763841\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Vielleicht w&uuml;rde es schon helfen von der neoliberalen Freihandelsideologie abzur&uuml;cken und die L&auml;nder Afrikas z.B. nicht mit hochsubventionierten Lebensmitteln aus der EU zu &uuml;berfluten und so die lokale Landwirtschaft zu zerst&ouml;ren oder die Fischgr&uuml;nde vor den K&uuml;sten Afrikas auszur&auml;umen und den Menschen dort ihre Lebensgrundlage zu entziehen und ihnen damit keine andere Chance zu lassen als sich auf den Weg nach Europa zu machen. Ob man dazu allerdings auf einen Bill Gates h&ouml;ren muss<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Zum Themenkomplex &bdquo;Afrika&ldquo; hatte ich f&uuml;r die NachDenkSeiten im Sommer 2015 den Artikel &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27289\">Afrikas Fl&uuml;chtlinge, Afrikas Probleme und unsere Verantwortung<\/a>&ldquo; geschrieben, der versucht den gordischen Knoten erst einmal darzustellen, der zerschlagen werden m&uuml;sste, um dem Kontinent zu helfen. Das Thema ist komplex.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>How power operates in modern Britain: with absolute contempt<\/strong><br>\nNewspaper columns usually talk politics or policy, but not this one. Today I want to discuss an emotion: contempt. &ldquo;The action of scorning or despising&rdquo; is the dictionary definition. &ldquo;The condition of being held worthless.&rdquo;<br>\nContempt is the thread that runs through much of the worst barbarism in today&rsquo;s Britain. When Grenfell Tower burned down, killing at least 80 men, women and children, one campaigner told the Financial Times: &ldquo;It was not that we stayed silent, but that they never responded. It was not just that they ignored us, but that they viewed us with contempt.&rdquo;<br>\nContempt is the Tenant Management Association being warned again and again by residents that their homes are a deathtrap, but not lifting a finger. It is a local authority watching its tenants burn to death, then mounting a response so pitiful its leader is forced to resign. It is elected councillors holding the first meeting after the Grenfell tragedy to which they could have invited the survivors, but instead locking them out, citing &ldquo;the risk of disruption&rdquo;.<br>\nWhen one group of people is deemed unworthy of the place in which they live, the product is inevitably contempt. That applies to the security guards and nursery workers dying in Kensington just as much as it does to disabled people impoverished by the benefit cuts of austerity Britain.<br>\nContempt doesn&rsquo;t belong solely to one neighbourhood or political party. Ask Sam Leggatt, who lives on the other side of London from Grenfell, in the north-eastern borough of Haringey. Tonight the Labour-run council, for which she has always voted, is likely to approve plans to privatise her entire housing estate. If that happens, her home will probably be demolished. Yet neither she nor any of her neighbours have been told this by officials.<br>\nIn what must be one of the biggest gambles ever to be made by local government, Haringey plans to stuff family homes, school buildings, its biggest library and much more into a giant private fund worth &pound;2bn. It&rsquo;s the largest scheme of its kind &ndash; &ldquo;unprecedented&rdquo;, in the words of backbench councillors. Together with a property developer, it will tear down whole streets of publicly owned buildings and replace them with a shiny town centre and 6,400 homes.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/commentisfree\/2017\/jul\/03\/britain-power-contempt-grenfell-labour-haringey-social-housing?CMP=share_btn_link\">Guardian<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Die SPD ist an der langen Leine von Frau Merkel gelaufen<\/strong><br>\nMit der Ehe f&uuml;r alle hat Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut ein Wahlkampfthema ihrer Gegner abger&auml;umt &ndash; damit habe sie klug gehandelt, meint der Politikwissenschaftler Gero Neugebauer. Die SPD brauche nun neue Themen. Allerdings habe sie es in der zur&uuml;ckliegenden Legislaturperiode vers&auml;umt, sich ein Profil zu geben, sagte er im Dlf.<br>\nDie &Ouml;ffnung der Ehe sei zwar gesellschaftspolitisch relevant, aber kein wahlentscheidendes Thema, so Neugebauer. Dennoch brauche die Opposition nun neue Themen. Merkel habe mit ihrem Richtungswechsel auf geschickte Art und Weise die H&uuml;rden f&uuml;r Koalitionen mit SPD und Gr&uuml;nen wegger&auml;umt.<br>\nLangfristig sei Merkel die Siegerin in diesem Verfahren. Sie habe gezeigt, dass sie durch beil&auml;ufige Bemerkungen Prozesse in Gang setzen k&ouml;nne.<br>\nSchulz: Herr Neugebauer, ich w&uuml;rde gerne mit Ihnen mal anfangen mit der SPD. Fraktionschef Oppermann hat ja davon gesprochen, dass der Ball auf dem Elf-Meter-Punkt gelegen habe und dass man den nur habe reinmachen m&uuml;ssen. Wenn eine Partei jetzt ihr wahltaktisches Kalk&uuml;l so offen zum Markte tr&auml;gt, ist das gut?<br>\nNeugebauer: Es tr&auml;gt dazu bei, den Eindruck zu verwischen, dass die SPD bislang in dieser Koalition an der langen Leine von Frau Merkel gelaufen ist und bestimmte Initiativen, die ihr mehr Profil, sozialdemokratisches Profil h&auml;tten verschaffen k&ouml;nnen, unterlassen hat. Wir erinnern uns: auch das Einwanderungsgesetz ist eines von den Vorhaben, die mal angesprochen wurden und dann dem Koalitionsfrieden geopfert wurden. Insofern ist es schon richtig, dass Oppermann zum Ende der Legislaturperiode sagt, jetzt haben wir Wahlkampf, jetzt wollen wir Alternativen zeigen.<br>\nSchulz: Hei&szlig;t aber, dass der Triumph, den die Sozialdemokraten heute feiern, wohl kaum W&auml;hlerstimmen einbringen wird?<br>\nNeugebauer: Das Problem ist gesellschaftspolitisch relevant, wie ja schon angesprochen worden ist. Aber es geh&ouml;rt nicht zu den Themen, die wirklich wahlentscheidend sind, und die Frage ist auch, ob damit nicht auch der SPD ein Thema weggenommen wurde, denn Frau Merkel hat ja in sehr geschickter Art und Weise nun die H&uuml;rden, die die Gr&uuml;nen und die SPD f&uuml;r eine Koalition mit der Union aufgebaut haben, wegger&auml;umt. Der Punkt ist weg und nun m&uuml;ssen sie halt neue Punkte finden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/die-koalition-und-die-ehe-fuer-alle-die-spd-ist-an-der.694.de.html?dram:article_id=389976\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Das Letzte &ndash; Deutschlands neue Rolle<\/strong><br>\nDie Bundesrepublik m&uuml;sse endlich ihrer Rolle als F&uuml;hrungsmacht gerecht werden. Das fordern der Journalist Leon Mangasarian und der Politikwissenschaftler Jan Techau in ihrem Buch &ldquo;F&uuml;hrungsmacht Deutschland&rdquo;. Dabei haben sie eine klare Vorstellung davon, wie die F&uuml;hrungsrolle aussehen k&ouml;nnte.<br>\nEs gibt in Deutschland einen Mangel an machtstrategischem politischem Denken und auch einer solchen Kompetenz. Das ist die These von Leon Mangasarian und Jan Techau. In ihrem Buch beschreiben sie die internationalen Illusionen in der deutschen politischen Kultur.<br>\nDie Bundesrepublik m&uuml;sse endlich ihrer Rolle als F&uuml;hrungsmacht gerecht werden. Aufgrund der deutschen Geschichte seien die Voraussetzungen daf&uuml;r allerdings andere als etwa f&uuml;r Frankreich, Gro&szlig;britannien oder gar die USA.<br>\nDie Autoren werben f&uuml;r eine aktivere Au&szlig;enpolitik und F&uuml;hrungsrolle Deutschlands unter Anerkennung unserer historischen Schranken. Sie lehnen riskante Alleing&auml;nge ab und pl&auml;dieren f&uuml;r eine tiefere Einbettung in NATO und EU &ndash; auch wenn dies mit Kosten verbunden ist. Die Autoren zeigen, dass eine stabile, liberale Weltordnung gerade auch im deutschen Interesse ist. Sie unterstreichen entgegen dem derzeitigen Anti-Trump-Zeitgeist die langfristige Bedeutung der USA f&uuml;r die Sicherheit Deutschlands und Europas.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/weltordnung-deutschlands-neue-rolle.1310.de.html?dram:article_id=390035\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-39035","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39035","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=39035"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39035\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":39038,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39035\/revisions\/39038"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=39035"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=39035"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=39035"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}