{"id":3904,"date":"2009-04-23T09:10:19","date_gmt":"2009-04-23T07:10:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3904"},"modified":"2009-04-23T09:10:20","modified_gmt":"2009-04-23T07:10:20","slug":"hinweise-des-tages-877","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3904","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br>\nHeute unter anderem zu diesen Themen:<\/p><ol>\n<li>Wirtschafts-Absturz macht Merkels Krisenrunde ratlos<\/li>\n<li>So nicht, Minister Steinbr&uuml;ck!<\/li>\n<li>Bad Banks &ndash; der finale Rettungsakt<\/li>\n<li>Keine Anh&ouml;rung der Commerzbank-Aufsichtsr&auml;te des Bundes<\/li>\n<li>Werner R&uuml;gemer: Brandstifter als Feuerwehr<\/li>\n<li>Die tiefe Rezession st&uuml;rzt die etablierte &Ouml;konomie in eine Sinnkrise<\/li>\n<li>Zwei Millionen Arbeitspl&auml;tze durch ein neues Konjunkturpaket<\/li>\n<li>Eine Million Arbeitspl&auml;tze mehr im &Ouml;ffentlichen Dienst<\/li>\n<li>Steinbr&uuml;cks Peitsche wird eingerollt<\/li>\n<li>Daten&uuml;berwachungs-Exorzismus ohne Erfolg<\/li>\n<li>Hartz-IV-Praxis: Statistik massiv gesch&ouml;nt<\/li>\n<li>Weiterer Experte sieht Probleme bei Rentenangleichung<\/li>\n<li>95 Prozent aller Blogs und Foren zum Thema Versicherungen sind reine Werbung<\/li>\n<li>Verheerende Bilanz der EU-Fischereipolitik<\/li>\n<li>40 Millionen: Karmann kassiert Karmann ab<\/li>\n<li>Gerichtshof sch&uuml;tzt Sparkassenkunden<\/li>\n<li>Lettland: Sparen, bis es quietscht<\/li>\n<li>Hochschulpakt 2 &ndash; ein kleiner Schritt f&uuml;r mehr Studienpl&auml;tze<\/li>\n<li>Konzept und erste Erfahrungen mit &bdquo;Eigenverantwortlicher Schule&ldquo; &ndash; Anmerkungen zu einem unterdr&uuml;ckten Bericht<\/li>\n<li>Zu guter letzt: A cartoon worth a thousand words<\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3904&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/p><ol>\n<li><strong>Wirtschafts-Absturz macht Merkels Krisenrunde ratlos<\/strong><br>\nDeutschlands Wirtschaft bricht massiv ein, die Prognosen sind katastrophal, ein Ende der Talfahrt ist nicht absehbar. Allein in der d&uuml;steren Analyse ist sich die gro&szlig;e Krisenrunde bei der Kanzlerin weitgehend einig, sonst herrscht Ratlosigkeit. Ein drittes Konjunkturpaket lehnt die Regierung ab. Von Philipp Wittroc.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,620615,00.html\">Spiegel-Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Roger Strassburg:<\/strong> Ratlosigkeit als Programm. Die Regierung ist nicht nur ratlos, sie ist ahnungslos. Die Wirtschaft st&uuml;rzt ab, aber ein weiteres Konjunkturprogramm wird nach wie vor abgelehnt. Man k&ouml;nne aber die Arbeitgeber noch ein wenig entlasten&hellip;<br>\nDie &ldquo;Experten&rdquo; &auml;ndern wieder einmal die Prognosen, die IWF geht jetzt von minus 5,6 Prozent aus.<br>\nIch bleibe aber bei meiner hochwissenschaftlichen, super-seri&ouml;sen tongue-in-cheek SWAG* Prognose von minus 20,106176 Prozent, die ich nach der Pi-Methode** errechnet habe. Die IWF-Prognose geht ja schon in die Richtung, denn wir haben den 112. Tag des Jahres, und wenn die Prognosen gleichm&auml;&szlig;ig weitersteigen, landen wir am Jahresende bei 18,25 Prozent. (Das nenne ich die &ldquo;Milchm&auml;dchen-Methode&rdquo;, zu Ehren von Gabor Steingart.)<br>\n*SWAG steht f&uuml;r &ldquo;scientific wild-ass guess&rdquo;. Ich habe hier zwei englischsprachige Begriffe gew&auml;hlt, damit ich intelligenter wirke.<br>\n**Nach der Pi-Methode, die ich selber entwickelt habe und sehr wissenschaftlich finde, wird Pi mit einer beliebigen Prognose von Hans-Werner Sinn multipliziert und das Ergebnis verdoppelt. Als Sinn-Prognose habe ich 3,2 genommen, denn er wird schon irgendwann auch diese Zahl prognostiziert haben. Die vielen Stellen hinter dem Komma beweisen, dass ich Mathematik benutzt habe, was einen seri&ouml;sen Eindruck machen soll.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>So nicht, Minister Steinbr&uuml;ck!<\/strong><br>\nDas &Auml;rgerliche an dem Plan des Finanzministers: Peer Steinbr&uuml;ck kennt einen anderen, viel besseren. Dieser Plan sieht vor, dass die Banken in eine gute Bank und eine schlechte Bank aufgeteilt werden, die Anteilseigner werden an einer Holding beteiligt, die beide Banken h&auml;lt.<br>\nDer Clou: Die gute Bank ist vollst&auml;ndig im Besitz der schlechten. Wenn die gute Bank wieder Gewinne macht, weil sie von den Altlasten befreit ist, flie&szlig;en diese der schlechten Bank zu. Die heutigen Aktion&auml;re jedoch sehen erst dann Geld, wenn die schlechte Bank ihren Dienst erf&uuml;llt hat, alle problematischen Wertpapiere abgewickelt sind, ihr Wert also definitiv feststeht &ndash; und der Saldo positiv ist. Andernfalls gehen sie leer aus, und der Steuerzahler &uuml;bernimmt die Verluste.<br>\nBei diesem Modell entf&auml;llt die nicht l&ouml;sbare Aufgabe der Bewertung. Bei diesem Modell haften erst die privaten Anteilseigner und dann die Steuerzahler. Dass Steinbr&uuml;ck sich f&uuml;r die schlechtere L&ouml;sung entschieden hat, ist ein Affront. Gibt er die Bundestagswahl verloren und sucht nach einem lukrativen Job in der Finanzbranche? Von Robert von Heusinger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/kommentare\/1728611_Analyse-So-nicht-Minister-Steinbrueck.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Bad Banks &ndash; der finale Rettungsakt<\/strong><br>\nPraktisch stellt das Modell der Bad Bank jedoch eine massive Subventionierung durch den Staat dar, da dieser einer notleidenden Bank Papiere zu einem Preis abnimmt, den kein privater Marktteilnehmer zu zahlen bereit w&auml;re. Dies ist weniger problematisch, wenn die notleidenden Banken, die eine Bad Bank in Anspruch nehmen, verstaatlicht werden, so wie es bei der schwedischen Bankenkrise zu Beginn der 1990er gehandhabt wurde. &Auml;rgerlich f&uuml;r den Steuerzahler wird es allerdings, wenn private Banken sich durch die Risiko&uuml;bernahme auf Staatskosten gesundsanieren.<br>\nDa eine Bad Bank nicht den Bilanzierungsregeln normaler Banken unterliegt, darf sie die Papiere so lange mit dem alten Buchwert bilanzieren, bis diese f&auml;llig werden. Dies f&uuml;hrt dazu, dass das gesamte Risiko bis zum Schluss nicht erkennbar ist. Wenn sich die faulen Papiere als wertlos erweisen, entstehen die Verluste in voller H&ouml;he am Tage der F&auml;lligkeit &ndash; zu tragen hat sie dann der Steuerzahler.<br>\nDabei ginge es auch anders &ndash; es gibt Alternativen zum Modell der Bad Bank. Finanzlegende George Soros und Wirtschaftsnobelpreistr&auml;ger Joseph Stiglitz brachten j&uuml;ngst die &ldquo;Good Bank&rdquo; als Alternative zur Bad Bank ins Spiel. Der Staat solle die alten Banken ruhig Konkurs gehen lassen und ihnen anstatt der schlechten die guten Papiere abkaufen. Mit diesen Papieren &ndash; und dem Filialnetz &ndash; solle der Staat dann eine &ldquo;Good Bank&rdquo; gr&uuml;nden, die sp&auml;ter bei Bedarf mit Gewinn wieder privatisiert werden kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/30\/30174\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Keine Anh&ouml;rung der Commerzbank-Aufsichtsr&auml;te des Bundes<\/strong><br>\nDie beiden Aufsichtsr&auml;te, die von der Bundesregierung in den Aufsichtsrat der Commerzbank AG entsandt werden sollen, m&uuml;ssen nicht im Finanzausschuss des Bundestages zu ihren Absichten Rede und Antwort stehen. Die Fraktionen von Union und SPD sprachen sich am Mittwoch Morgen gegen eine Vorladung der beiden Aufsichtsr&auml;te aus und begr&uuml;ndeten dies mit der Verschwiegenheitspflicht von Aufsichtsr&auml;ten. Es gebe daher keine M&ouml;glichkeit f&uuml;r ein Gespr&auml;ch. Die FDP-Fraktion sah ebenfalls keinen Gespr&auml;chsbedarf. Dagegen erkl&auml;rte die Fraktion B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen, sie wolle die Aufsichtsr&auml;te befragen, ehe diese ihre T&auml;tigkeit beginnen w&uuml;rden. Daher gelte die Verschwiegenheitspflicht nicht. Es m&uuml;sse herausgefunden werden, ob es bei den Aufsichtsr&auml;ten, die keine Besch&auml;ftigten der Bundesregierung seien, Interessenskonflikte gebe. Au&szlig;erdem wolle man wissen, wie die Aufsichtsr&auml;te die Interessen des Bundes im Aufsichtsrat der Commerzbank AG vertreten wollten. Auch die Linksfraktion erkl&auml;rte, sie wolle wissen, welche Ausrichtung die Gesch&auml;ftspolitik der Commerzbank durch die neue staatliche Beteiligung haben werde und wie das Verh&auml;ltnis der Bank zu den Sparkassen und Genossenschaftsbanken sein werde. Eine Befragung sei daher &ldquo;absolut notwendig&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/hib\/2009\/2009_114\/02.html\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es scheint in der Finanzkrise nur darum zu gehen, jede Transparenz zu vermeiden, das Parlament auszuschalten und eine &ouml;ffentliche Debatte weitgehend zu verhindern.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Werner R&uuml;gemer: Brandstifter als Feuerwehr<\/strong><br>\nDer Neoliberalismus ist durch die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht am Ende, im Gegenteil: Er zeigt sein wahres Gesicht und festigt seine Macht. Seine fundamentalistische Kritik am Staat bedeutete keineswegs eine allgemeine Staatskritik, sondern die Kritik am demokratischen, sozialen und Rechtsstaat. In Wirklichkeit hat gerade die neoliberal ausgerichtete &Ouml;konomie wie keine andere auf staatlich abgesichertes Unrecht und auf die Gewinngarantie des autorit&auml;ren Staates gesetzt. Dies gilt auch und insbesondere dort, wo scheinbar das Gegenteil gepredigt und umgesetzt wurde wie bei der Privatisierung &ouml;ffentlicher Unternehmen und &ouml;ffentlicher Dienstleistungen. Deshalb stellen die historisch beispiellosen Bankenrettungsma&szlig;nahmen keine Ver&auml;nderung, sondern eine Best&auml;tigung der neoliberalen Doktrin dar: Der Staat garantiert die Existenz und die Gewinne der Banken, gerade dann, wenn sie bankrott sind. Damit &uuml;bernimmt er die Maximen der Krisenverursacher ohne wesentliche Korrekturen noch direkter als zuvor.<br>\nDie Ma&szlig;nahmen des G-20-Gipfels am 2. April 2009 bekr&auml;ftigen dies: Die Bankenrettungen mit Bad Banks und staatlichen Direkthilfen werden fortgesetzt, Weltbank und Internationaler W&auml;hrungsfonds sollen zur &uuml;bergreifenden Regulationsinstanz werden, arme und Schwellenl&auml;nder sollen noch mehr Kredite zur Ankurbelung des internationalen Handels bekommen. Finanzakteure wie Hedgefonds sollen &raquo;registriert&laquo;, Steueroasen sollen &raquo;angeprangert&laquo; und zur Zusammenarbeit gebracht, Einkommen und Boni der Banker sollen &raquo;beschr&auml;nkt&laquo; werden. Die Banken sollen gerettet werden, weil sie angeblich &raquo;systemische Bedeutung&laquo; haben. Sonst w&uuml;rde die Volkswirtschaft zusammenbrechen, hei&szlig;t es. Doch diese Darstellung ist sogar nach Ansicht etablierter &Ouml;konomen wie Willem Buiter (London School of Economics) und Luigi Zingales (University of Chicago) ein &raquo;billiges Schauerm&auml;rchen&laquo;. Damit werden die unwissend gehaltenen Gewerkschaften und die Bev&ouml;lkerung erpresst. Etwa 90 Prozent aller Finanzgesch&auml;fte in der neoliberalen Praxis sind reine Interbankengesch&auml;fte, Wetten (Credit Default Swaps, Collateralized Debt Obligations, Cross Border Leasing, verbriefte Hypotheken- und Konsumkredite, Auktionsanleihen, Aktienoptionen&hellip;) und Versicherungen zwischen Banken und anderen Finanzakteuren (Hedgefonds, Private Equity Fonds, Versicherungs- und Industriekonzerne). Der gr&ouml;&szlig;te Versicherungskonzern der Welt, die American International Group (AIG), versicherte gegen Pr&auml;mien eine Unmenge solcher Gesch&auml;fte, die damit abgesichert schienen, und machte aus den Versicherungen in einem Schneeballsystem wiederum handelbare Finanzprodukt.<br>\nSelbst wenn der gegenw&auml;rtige Staat Miteigent&uuml;mer oder Haupteigent&uuml;mer einer Bank wird und wenn von &raquo;Enteignung&laquo; die Rede ist, bleiben die bisherigen Finanzpraktiken unangetastet. Bestenfalls werden (halbherzige) Auflagen beim Einkommen der Spitzenmanager gemacht. Dies gilt in den USA und in Gro&szlig;britannien, aber auch in Deutschland, so bei der Commerzbank (Staat mit 25 Prozent als Hauptaktion&auml;r) und bei der Hypo Real Estate. Wenn sich dann US-Pr&auml;sident Barack Obama, der englische Premierminister Gordon Brown und der deutsche Finanzminister Peer Steinbr&uuml;ck &uuml;ber die &raquo;Unversch&auml;mtheit&laquo; der staatlich geretteten Pleitebanker ereifern, weil sie sich dennoch hohe Boni auszahlen, handelt es sich um Demagogie. Das erkannten am 24. M&auml;rz 2009 sogar kapitalfreundliche Kommentatoren der Financial Times Deutschland: &raquo;Was sind die 165 Millionen Dollar an Bonuszahlungen an die Manager von AIG, w&auml;hrend die Legitimit&auml;t der staatlichen Hilfen von 93 Milliarden Dollar, die sofort an die Gl&auml;ubiger wie Goldman Sachs und Deutsche Bank flie&szlig;en, kaum diskutiert&laquo; wird?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/04-23\/021.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Die tiefe Rezession st&uuml;rzt die etablierte &Ouml;konomie in eine Sinnkrise<\/strong><br>\nDer Glaube, viele stabile Banken bedeuteten automatisch auch ein stabiles Bankensystem, sei eine Illusion. Das Ganze sei eben doch mehr als nur die Summe seiner Teile, meint Goodhart.<br>\nDamit greift der Brite wichtige Glaubenss&auml;tze der herrschenden &Ouml;konomie an. Erstens die Idee, dass sich der Markt immer von sich aus rechtzeitig ins Gleichgewicht zur&uuml;ckbewege. Sollte einmal ein Akteur den Fehler machen, anders zu handeln, w&uuml;rde er vom Wettbewerb bestraft. Spekulation f&uuml;hre dazu, dass der Markt zum Gleichgewicht zur&uuml;ckfinde, so die traditionelle Annahme. W&auml;re das so, h&auml;tten die Banken sich schon in guten Zeiten f&uuml;r schlechte Zeiten wappnen m&uuml;ssen &ndash; und solche, die zu hohe Risiken eingingen, h&auml;tten von der B&ouml;rse bestraft werden m&uuml;ssen.<br>\nTats&auml;chlich aber war das Gegenteil der Fall. Banken waren vielmehr gezwungen, sich mit dem Strom zu bewegen: In den guten Zeiten mussten sie hohe Risiken eingehen, weil sie sonst von den Anlegern wegen magerer Gewinne abgestraft und zu &Uuml;bernahmezielen anderer Banken geworden w&auml;ren. In der Krise dagegen m&uuml;ssen alle Banken Risiken reduzieren, weil die Finanzm&auml;rkte h&ouml;here Risiken besonders kritisch sehen.<br>\nAls sich die Risiken der Banken im vergangenen Jahr deutlich erh&ouml;hten, waren sie gezwungen, ihre Bilanzen in Ordnung zu bringen &ndash; etwa indem sie Wertpapiere verkauften, um ihre Eigenkapitalquoten wieder zu erh&ouml;hen. Damit reduzierten sie zwar ihre individuellen Risiken. Gleichzeitig aber st&uuml;rzte durch den massenweisen Verkauf dieser Wertpapiere deren Kurs ins Bodenlose. Damit kam ein Teufelskreis in Gang, der den Bankensektor weltweit in Schieflage brachte. So die Analyse des langj&auml;hrigen Chefvolkswirts der Bank of England, Charles Goodhart.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:Paradigmenwechsel-Hand-in-Hand-ins-Verderben\/503529.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Zwei Millionen Arbeitspl&auml;tze<\/strong><br>\nAngesichts der neuen Einsch&auml;tzung muss die Bundesregierung jetzt dringend nachlegen. Die bisherigen Konjunkturpakete sind mit einem Umfang von insgesamt rund 60 Milliarden Euro zu klein. Und das Geld wird nicht wirksam ausgegeben. Am wirkungsvollsten sind &ouml;ffentliche Investitionen. Daf&uuml;r sind bisher jeweils weniger als zehn Milliarden Euro 2009 und 2010 vorgesehen.<br>\nver.di fordert ein Konjunkturpaket III im Umfang von 100 Milliarden Euro j&auml;hrlich. Der L&ouml;wenanteil davon muss f&uuml;r &ouml;ffentliche Infrastruktur und Personal, f&uuml;r Bildung und Umwelt ausgegeben werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wipo.verdi.de\/wirtschaftspolitik_aktuell\/data\/09_07_konjunkturpaket.pdf\">ver.di Wirtschaftspolitik aktuell [PDF &ndash; 130 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Eine Million Arbeitspl&auml;tze mehr<\/strong><br>\nWer in das statistische Taschenbuch des Bundesministeriums f&uuml;r Arbeit schaut, kann schnell feststellen, wo ein Gro&szlig;teil der Verantwortung f&uuml;r die skandal&ouml;se Zunahme der Arbeitslosigkeit zu suchen ist, besonders auch f&uuml;r den nochmaligen Anstieg der Arbeitslosenzahl um mehr als zwei Millionen in den letzten beiden Jahrzehnten. 1991 waren im &Ouml;ffentlichen Dienst 1991 5,1 Millionen Menschen vollzeitbesch&auml;ftigt, 2007 nur noch 3,1 Millionen. Auch wenn Bahn und Post mit einstmals gut 700 000 Mitarbeitern inzwischen nicht mehr als &Ouml;ffentlicher Dienst gelten, minimiert das die Zahl der vom Staat mit Vorsatz zerst&ouml;rten Arbeitspl&auml;tze nur geringf&uuml;gig; denn auch dort wurde mindestens die H&auml;lfte der Arbeitspl&auml;tze gestrichen, und da beide sich nach wie vor &uuml;berwiegend in Bundesbesitz befinden, muss man weiterhin auch die staatlichen Verursacher haftbar machen.<br>\nEs waren die Regierenden in Bund, L&auml;ndern und Gemeinden, die in ihrem direkten Zust&auml;ndigkeitsbereich mit immer neuen K&uuml;rzungsprogrammen den Stellenabbau in Schulen und Hochschulen, Krankenh&auml;usern, Altersheimen, Jugendh&auml;usern, Theatern und so weiter vorangetrieben haben. Auch bei Gerichten oder in der Forstverwaltung wie in allen anderen Beh&ouml;rden war &ndash; und ist weiterhin &ndash; &raquo;Personalverschlankung&laquo; das Mittel der Wahl, sobald &raquo;Berater&laquo; aus der neoliberalen Schule ins Amt geholt wurden und &raquo;Effizienz-Strategien&laquo; vorgeben, um Personalkosten &raquo;zu sparen&laquo;. Die Auswirkungen dieses Sparwahnes bekommen wir alle tagt&auml;glich zu sp&uuml;ren, sobald wir &ouml;ffentliche Dienste in Anspruch nehmen wollen oder m&uuml;ssen. Am schlimmsten sind jene betroffen, die auf &ouml;ffentliche Dienstleistungen angewiesen bleiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksnet.de\/de\/artikel\/24386\">Linksnet<\/a><\/li>\n<li><strong>Steinbr&uuml;cks Peitsche wird eingerollt<\/strong><br>\nGesetz gegen Steuerbetrug im Ausland vorerst ohne Wirkung. Die deutsche Regierung hat ein Gesetz zur Bek&auml;mpfung des Steuerbetrugs sowie gleichzeitig dessen Nichtanwendung beschlossen. Die Drohungen gegen&uuml;ber Nachbarl&auml;ndern wirken damit hohl.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/steinbruecks_peitsche_wird_eingerollt__1.2447028.html?printview=true\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wenn die Schweizer diesen Eindruck haben, gleicht das einer amtlichen Feststellung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Exorzismus ohne Erfolg<\/strong><br>\nLidl, Bahn &amp; Co. praktizieren das, was der Staat ihnen vormacht: exzessive &Uuml;berwachung. Das dicke Buch des Datenschutzbeauftragten hilft da nichts &ndash; die Politik muss die Gesetze &uuml;berpr&uuml;fen.<br>\nAlle zwei Jahre versucht der Bundesdatenschutzbeauftrage eine Art Exorzismus. Er schreibt ein dickes Buch und streckt es dann dem Staat und den Privatunternehmen mahnend entgegen. Bei jedem Mal wird sein Buch dicker, der Exorzismus beschw&ouml;render. Aber es hilft nichts; die Gefahren werden immer gr&ouml;&szlig;er.<br>\nDie Szenerie gemahnt an die, die Dali von der Versuchung des Heiligen Antonius gemalt hat. Der Antonius des Datenschutzes hei&szlig;t Peter Schaar, und man muss fast Mitleid haben, wenn man sieht, auf welch verlorenem Posten er steht. Es gibt eine gro&szlig;e Allianz wider den Datenschutz, und jedes Mitglied verweist auf seine Sicherheitsinteressen.<br>\nEin Kommentar von Heribert Prantl.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/266\/465852\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Republik im Notstand<\/strong><br>\nTats&auml;chlich ist das Grundrecht in den vergangenen Jahren immer &ouml;fter auf die Seite geschoben worden. Mit dem BKA-Gesetz aber, das der Bundestag 2008 verabschiedet hat, verringert sich nicht nur der Schutz der Privatsph&auml;re auf ein Minimum, immer deutlicher tritt in ihm eine neue Sicherheitsarchitektur hervor.<br>\nDas Bundeskriminalamt, bisher mit der Aufkl&auml;rung begangener Verbrechen beauftragt, wird zu einer zentralen Sicherheitsbeh&ouml;rde, gleicherma&szlig;en mit der Aufkl&auml;rung begangener und der Vorbeugung zu bef&uuml;rchtender Verbrechen besch&auml;ftigt, ausgestattet mit den Mitteln der Polizei und berechtigt zu den Methoden eines Geheimdienstes. Erlaubt ist insbesondere der Sp&auml;hangriff, also das Eindringen in Privatwohnungen und das Anbringen nicht nur von Wanzen, sondern auch von Kameras. Dass der Gesetzgeber nicht einmal vor den Wohnungen von &Auml;rzten, Anw&auml;lten und Journalisten haltmacht, versteht sich fast von selbst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1728454&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_polstart\">FR<\/a><\/p>\n<p><em>Und dazu noch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Das Gold des 21. Jahrhunderts<\/strong><br>\nFR-Redakteur Steffen Hebestreit listet Beispiele f&uuml;r Skandale und Einschr&auml;nkungen des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung auf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/1728566_Private-Informationen-Das-Gold-des-21.-Jahrhunderts.html\">FR<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Statistik massiv gesch&ouml;nt<\/strong><br>\nGut ein Jahr nach Beginn einer &ouml;ffentlichen Debatte um den Missbrauch so genannter Ein-Euro-Jobs in der hessischen Landeshauptstadt haben sich zwei profilierte Kritiker der Wiesbadener Hartz-IV-Praxis erneut zu Wort gemeldet. &raquo;Wir haben unwiderlegbare Beweise daf&uuml;r, dass die Ein-Euro-Jobber massenhaft und systematisch als billige Arbeitskr&auml;fte ausgebeutet werden&laquo;, so der &ouml;rtliche IG-BAU-Sekret&auml;r Veit Wilhelmy am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Regul&auml;re Stellen w&uuml;rden mit den Billigjobbern besetzt und das Handwerksrecht werde missachtet, so der Gewerkschafter. Ex-IG-Metall-Vorstandsmitglied Horst Schmitthenner rechnete vor, dass in Wiesbaden insgesamt rund 500 versicherungspflichtige Arbeitspl&auml;tze durch den Einsatz von Ein-Euro-Jobbern direkt oder indirekt vernichtet worden seien. Diese Zahl sei aus einer gr&uuml;ndlichen Analyse der Besch&auml;ftigungsentwicklung bei der Stadtverwaltung und &ouml;ffentlichen und kirchlichen Einrichtungen &uuml;ber die letzten Jahre ermittelt worden. Allein bei der Stadt seien insgesamt 90 feste Stellen verschwunden. Die dort verrichtete Arbeit &ndash; etwa in den Bereichen Gr&uuml;nfl&auml;chenpflege, Hausmeisterdienste in Schulen und B&uuml;rgerh&auml;usern, Aushilfen in K&uuml;chen und Kindertagesst&auml;tten &ndash; sei inzwischen von Ein-Euro-Jobbern &uuml;bernommen worden.<br>\nWilhelmy und Schmitthenner sehen hinter der von ihnen beklagten Praxis handfeste Interessen. Mit 3000 befristeten Ma&szlig;nahmen pro Jahr werde die Arbeitslosenstatistik massiv gesch&ouml;nt. Zudem mache die CDU-gef&uuml;hrte &raquo;Optionskommune&laquo; mit den zur Verf&uuml;gung gestellten Bundesgeldern gute Gesch&auml;fte, spare Personalkosten und k&ouml;nne mit einem &raquo;ausgeglichenen Haushalt&laquo; prahlen. Die einzelnen Dezernate in der Stadtverwaltung seien daran interessiert, auch &raquo;weiterhin mit billigen Arbeitskr&auml;ften versorgt&laquo; zu werden. Das Wiesbadener Rathaus wird von einer Koalition aus CDU, FDP und Gr&uuml;nen regiert; Sozialdezernent ist der &ouml;rtliche SPD-Unterbezirksvorsitzende Arno Go&szlig;mann. Der Stadtverordnete Wilhelmy war im vergangenen Herbst wegen seiner Kritik an der &ouml;rtlichen Hartz-IV-Praxis aus der SPD-Rathausfraktion ausgeschlossen worden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/04-23\/045.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Weiterer Experte sieht Probleme bei Rentenangleichung<\/strong><br>\nTrotz wiederholter Forderungen, das Verfahren zur Rentenberechnung in West- und Ostdeutschland bald anzugleichen, sehen Fachleute noch immer kein f&uuml;r Rentner und Erwerbst&auml;tige gleicherma&szlig;en zufriedenstellendes Modell. Zwar hatten die ostdeutschen CDU-Bundestagsabgeordneten Bundessozialminister Olaf Scholz (SPD) vor einigen Wochen aufgefordert, m&ouml;glichst noch vor der Bundestagswahl L&ouml;sungsans&auml;tze f&uuml;r eine baldige Neuregelung vorzulegen. Doch rechnen Experten wie der fr&uuml;here Vorsitzende des Sachverst&auml;ndigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Bert R&uuml;rup, angesichts der schwierigen Materie selbst in den kommenden vier Jahren noch nicht mit einer kompromissf&auml;higen L&ouml;sung. Auch der Altersvorsorge-Experte Michael Tr&ouml;ger, bis vor wenigen Wochen Mitarbeiter im Stab des Sachverst&auml;ndigenrats und zusammen mit R&uuml;rup Anfang April zu einem Finanzdienstleister gewechselt, hat jetzt vor der Erwartung eines &ldquo;K&ouml;nigswegs&rdquo; gewarnt. Allerdings k&ouml;nne eine fortdauernde &ldquo;Ungleichbehandlung gleicher Beitragsleistungen&rdquo; vor allem in den alten Bundesl&auml;ndern zu einer &ldquo;schwindenden Akzeptanz der &Uuml;bergangsregelungen im Speziellen und der gesetzlichen Rentenversicherung im Allgemeinen&rdquo; f&uuml;hren, schrieb Tr&ouml;ger in einem Beitrag f&uuml;r die neue Ausgabe der Zeitschrift &ldquo;Wirtschaftsdienst&rdquo;. Eine solche Ungleichbehandlung sei zudem &ldquo;weder mit dem Prinzip der Beitrags&auml;quivalenz noch dem der Teilhabe&auml;quivalenz vereinbar&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ihre-vorsorge.de\/Weiterer-Experte-sieht-Probeme-bei-Rentenangleichung.html?session=10c4b03dff00e590ccee2aa376a5a0fb\">Ihre Vorsorge<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Nur zur Erinnerung. Dieses Internetportal ist &bdquo;eine Initiative der Regionaltr&auml;ger der Deutschen Rentenversicherung und der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See&ldquo; und hat den Untertitel &bdquo;Ihr unabh&auml;ngiger Altersvorsorge-Berater&ldquo;. Es ist offensichtlich mit Beitr&auml;gen der gesetzlichen Rentenversicherung finanziert und dort werden die Ansichten eines Mitarbeiter aus dem Dunstkreis von Bert R&uuml;rup, der mit ihm beim Sachverst&auml;ndigenrat arbeitete, als Expertenrat beschrieben. Immerhin lesen wir auch, dass Experte Michael Tr&ouml;ger zusammen mit Bert R&uuml;rup zu einem Finanzdienstleister wechselte. Immerhin, danke, trotzdem ist der Text unter diesem Gesichtspunkt doch sehr neutral formuliert. Den Namen Michael Tr&ouml;ger sollten wir uns auf jeden Fall merken, dass er uns als unabh&auml;ngiger Altersvorsorge-Experte untergejubelt werden soll.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Unternehmen kaufen Blogger<\/strong><br>\n95 Prozent aller Blogs und Foren zum Thema Versicherungen sind reine Werbung, wie jetzt eine Recherche der Internetbeobachtungsfirma Infospeed ergeben hat. Das Unternehmen &uuml;bernimmt f&uuml;r Firmen die Beobachtung von Internetseiten wie www.ciao.de, auf denen Produkte bewertet werden. Statt der Weitergabe von unabh&auml;ngigen Erfahrungsberichten und Qualit&auml;tsbeurteilungen h&auml;uften sich Manipulationen, die Blogger als einzelne und auch in der Gruppe betreiben, wei&szlig; der Informationswissenschaftler Matthias Fank von der Fachhochschule K&ouml;ln. Es gibt auch bei Blogs und Foren Nutzer, die sich als unabh&auml;ngig ausgeben, es aber nicht sind. &ldquo;Ich werde daf&uuml;r bezahlt, in mehreren privaten Netzwerken positive Kommentare &uuml;ber die Produkte einer Softwarefirma zu schreiben, die Unterhaltungsprogramme entwickelt&rdquo;, sagt ein Informatikstudent, der anonym bleiben will, der taz. F&uuml;r zwei Nachmittagsschichten pro Woche erh&auml;lt er 500 Euro im Monat. &ldquo;Sicher habe ich gewisse Leute eindeutig in ihrer Kaufentscheidung beeinflusst.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2009%2F04%2F23%2Fa0095&amp;cHash=d1d7e40d54&amp;type=98\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Verheerende Bilanz der EU-Fischereipolitik<\/strong><br>\nDie &Uuml;berfischung der europ&auml;ischen Meere hat bedrohliche Ausmasse angenommen: 88 Prozent aller Fischbest&auml;nde seien so stark ausged&uuml;nnt, dass ihre Reproduktion gef&auml;hrdet sei, bei 30 Prozent sei eine Erholung wohl nicht mehr m&ouml;glich, heisst es in einem am Mittwoch von der EU-Kommission in Br&uuml;ssel vorgelegten Bericht.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/verheerende_bilanz_der_eu-fischereipolitik__1.2445698.html?printview=true\">NZZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/fisheries\/press_corner\/press_releases\/2009\/com09_21_de.htm\">Europ&auml;ische Kommission<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die rein europ&auml;ische Sicht vernachl&auml;ssigt die Tatsache, dass u.a. europ&auml;ische, industrielle Fangflotten auch in den Gew&auml;ssern vor Afrika zur &Uuml;berfischung beitragen, abgesehen davon, dass sie die Fangertr&auml;ge der einheimischen Kleinfischereien reduzieren.<\/em><\/p>\n<p><em>Zur globalen Problemlage siehe:<\/em><\/p>\n<p><strong>Nahrungsquelle Meer<\/strong><br>\nWird die Fischerei weiterhin so wie bisher fortgef&uuml;hrt, werden alle kommerziell nutzbaren Arten in den Weltmeeren innerhalb der n&auml;chsten Generation verschwinden. Die Meere werden dann von Quallen dominiert, die keine nat&uuml;rlichen Feinde mehr haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/popup\/popup_druckversion.html?guid=MO7WT5&amp;page=0\">Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>40 Millionen: Karmann kassiert Karmann ab<\/strong><br>\nAm Kopf stehen die drei Karmann-Familien. Sie kontrollieren die gesamte Unternehmensgruppe. Ganz oben in der Hierarchie steht die Wilhelm Karmann GmbH &amp; Co KG. Nach Informationen unserer Zeitung ist sie Besitzerin des eigentlichen Karmann-Gel&auml;ndes samt seiner Geb&auml;ude und Maschinen. Diese KG geh&ouml;rt zu 60 Prozent Dietrich Wilhelm Karmann und zu jeweils 20 Prozent den Familien Boll und Battenfeld.<br>\nAn diese Kommanditgesellschaft musste die Wilhelm Karmann GmbH mit Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Peter Harbig an der Spitze f&uuml;r die Nutzung der Immobilien und Maschinen Miete und Pacht zahlen. Diese Einnahmen waren enorm: Nach Informationen unserer Zeitung lagen sie allein im Jahr 2007 bei &uuml;ber 40 Millionen Euro. Offensichtlich flossen die &Uuml;bersch&uuml;sse aus der Autoproduktion jahrzehntelang ganz wesentlich auch als Miete an die Kommanditgesellschaft.<br>\nDer Insolvenzverwalter steht jetzt vor einem gro&szlig;en Problem: Insolvenz hat n&auml;mlich nur die Wilhelm Karmann GmbH angemeldet &ndash; nicht aber die Wilhelm Karmann GmbH &amp; Co KG mit ihren Immobilien. Sollte Hermann zu dem Schluss kommen, dass zur Fortf&uuml;hrung des Unternehmens einzelne Grundst&uuml;cke oder Maschinen verkauft werden m&uuml;ssen, ist er allein machtlos. Er ben&ouml;tigt dazu die Zustimmung der nicht insolventen Wilhelm Karmann GmbH &amp; Co KG &ndash; und damit die Zustimmung der drei Karmann-Familien. &bdquo;Die Zukunft des Unternehmens und vieler Arbeitspl&auml;tze ist jetzt von den Entscheidungen der Gesellschafter abh&auml;ngig&ldquo;, betont Osnabr&uuml;cks IG-Metall-Chef Hartmut Riemann. Sie m&uuml;ssten m&ouml;glichen Investoren ein attraktives Angebot machen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neue-oz.de\/information\/_aktuelles\/karmann\/22264403.html\">Neue Osnabr&uuml;cker Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Gerichtshof sch&uuml;tzt Sparkassenkunden<\/strong><br>\nSparkassenkunden sind in Zukunft besser vor &uuml;berraschenden Zinserh&ouml;hungen f&uuml;r &Uuml;berziehungskredite gesch&uuml;tzt. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe kippte am Dienstag eine Klausel der Sparkassen, die den Geldinstituten einen breiten Ermessensspielraum f&uuml;r Preis&auml;nderungen einr&auml;umte. Nach dem aktuellen Urteil muss es k&uuml;nftig eine Bezugsgr&ouml;&szlig;e f&uuml;r Zins&auml;nderungen geben, wie etwa die &Auml;nderung des Leitzinses oder vergleichbarer Werte.<br>\nDas Urteil geht auf die Musterklage einer Verbraucherschutzorganisation gegen zwei Sparkassen zur&uuml;ck. Der Verband machte mit Erfolg geltend, dass die Regelung in den Allgemeinen Gesch&auml;ftsbedingungen (AGB) die Verbraucher unangemessen benachteilige.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/1728534_Urteil-Gerichtshof-schuetzt-Sparkassenkunden.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Lettland: Sparen, bis es quietscht<\/strong><br>\nDie Wirtschaftskrise in Lettland nimmt immer dramatischere Dimensionen an. Um das Budgetdefizit auf ein ertr&auml;gliches Ma&szlig; zu senken, will die Regierung in Riga die Staatsausgaben um 40 Prozent k&uuml;rzen. Doch auch das ist noch nicht genug, um die strengen Auflagen zu erf&uuml;llen, die der Internationale W&auml;hrungsfonds (IWF) gestellt hat, um die baltische Republik vor dem Staatsbankrott zu retten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1729910&amp;em_loc=2091&amp;em_ref=\/top_news\/&amp;em_ivw=fr_topnews\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es ist schon eine paradoxe Welt. Da werden den G-20 dicke Konjunkturpakete nahegelegt, und den L&auml;ndern drau&szlig;en, denen es sowieso nie besonders gut ging, werden drastische, ja drakonische Sparma&szlig;nahmen auferlegt. So hatten sich die Balten die Mitgliedschaft in der Europ&auml;ischen Union gewiss nicht vorgestellt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>fzs: Hochschulpakt 2 &ndash; ein kleiner Schritt f&uuml;r mehr Studienpl&auml;tze<\/strong><br>\nDer studentische Dachverband (fzs) kommentiert die Ergebnisse der heutigen Sitzung der der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) und stellt fest: &ldquo;Gute Lehre geht anders&rdquo;<br>\nHierzu erkl&auml;rt Florian Keller, Mitglied des fzs-Vorstands: &ldquo;Die mit dem Hochschulpakt 2 einher gehende Schaffung neuer Studienpl&auml;tze ist ein guter Schritt, zumal er unter finanzieller Beteiligung des Bundes erfolgen soll. Dass es nun lediglich zu einem kleinen ausgleichenden Finanzierungsmodell zu Gunsten der Stadtstaaten und den neuen Bundesl&auml;ndern gereicht hat, ist bei weitem nicht ausreichend. Von eitel Sonnenschein kann noch keine Rede sein!&rdquo;<br>\nAuf der heutigen Sitzung in Bonn verst&auml;ndigte sich die GWK auf die Schaffung von 275.000 Studienpl&auml;tzen, welche gemeinsam von Bund und L&auml;ndern finanziert werden. Die Stadtstaaten erhalten, da sie &uuml;berproportional viele Studienpl&auml;tze anbieten, gesonderte Ausgleichszahlungen der anderen Bundesl&auml;nder. Die neuen Bundesl&auml;nder sollen &uuml;ber zus&auml;tzliche Gelder einen Anreiz erhalten, trotz r&uuml;ckl&auml;ufiger Geburtenraten die Zahl ihrer Studienpl&auml;tze zu halten.<br>\n&ldquo;Die f&uuml;r die neuen Studienpl&auml;tze angesetzten Betr&auml;ge werden die zus&auml;tzlich anfallenden Kosten an Hochschulen nicht vollst&auml;ndig decken k&ouml;nnen. Wir gehen davon aus, dass die Hochschulen entsprechend verst&auml;rkt schlecht bezahlte Lehrauftr&auml;ge vergeben sowie neue Stellen mit extrem hohem Lehrdeputat ausstatten werden. Diese Prekarisierung von Besch&auml;ftigung an Hochschulen ist ein fortw&auml;hrendes Problem &ndash; Gute Lehre an Hochschulen geht anders!&rdquo; erkl&auml;rt Anja Gadow, ebenfalls Mitglied des fzs-Vorstands.<br>\nDer studentische Dachverband bef&uuml;rchtet, dass die heutige Beschlussfassung prim&auml;r unter den Vorzeichen des Bundestagswahlkampfs gef&auml;llt wurde, insbesondere da bisher keine Zusage des Bundes f&uuml;r die Bereitstellung entsprechender Mittel besteht. &ldquo;Uns beschleicht das Gef&uuml;hl, dass es der Bundesbildungsministerin Dr. Annette Schavan vor allem darum geht, nach dem Gez&auml;nk der letzten Wochen werbewirksam eine Einigung pr&auml;sentieren zu k&ouml;nnen.&rdquo; erkl&auml;rt Florian Keller, ebenfalls Mitglied des fzs-Vorstands.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fzs.de\/show\/215248.html\">fzs<\/a><\/li>\n<li><strong>Konzept und erste Erfahrungen mit &bdquo;Eigenverantwortlicher Schule&ldquo; &ndash; Anmerkungen zu einem unterdr&uuml;ckten Bericht<\/strong><br>\nDie GEW Hessen (nennt) als Ziel einer Bildungsreform, die den Namen verdiente, nicht eine &bdquo;selbstst&auml;ndige&ldquo;, sondern eine demokratische Schule. Die antib&uuml;rokratischen und antistaatlichen Affekte des Kleinb&uuml;rgertums f&uuml;hren, in der Bildungspolitik wie in der Wirtschaftspolitik, nicht in die &bdquo;Freiheit&ldquo;, die &bdquo;Selbstst&auml;ndigkeit&ldquo; und in die &bdquo;Autonomie&ldquo;, sondern sie sind die ideologischen Einfallstore daf&uuml;r, &ouml;ffentliche G&uuml;ter und Interessen unkontrollierten und in ihrer Unkontrolliertheit z&uuml;gellosen Partikularinteressen zu unterwerfen. &bdquo;Gr&ouml;&szlig;ere Freiheit&ldquo; ist die rhetorische Maske der Deregulierung und Deregulierung ist ein Euphemismus f&uuml;r den Terror der &Ouml;konomie. Die Furien des Verschwindens w&uuml;ten nicht nur in Bankkonten und Investmentdepots.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/090422_GEW_InfoBrief.pdf\">Info-Brief GEW S. 6ff. [PDF &ndash; 410 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Zu guter letzt: A (cartoon) picture worth a thousand words<\/strong><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/090423_cartoon_b.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ataxingmatter.blogs.com\/tax\/2009\/04\/a-cartoon-picture-worth-a-thousand-words.html\">Blog ataxingmatter<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br \/> Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p>\n<ol>\n<li>Wirtschafts-Absturz macht Merkels Krisenrunde ratlos<\/li>\n<li>So nicht, Minister Steinbr&uuml;ck!<\/li>\n<li>Bad Banks &ndash; der finale Rettungsakt<\/li>\n<li>Keine Anh&ouml;rung der Commerzbank-Aufsichtsr&auml;te des Bundes<\/li>\n<li>Werner R&uuml;gemer: Brandstifter als Feuerwehr<\/li>\n<li>Die tiefe Rezession st&uuml;rzt die etablierte &Ouml;konomie in eine Sinnkrise<\/li>\n<li>Zwei Millionen Arbeitspl&auml;tze durch ein neues Konjunkturpaket<\/li>\n<li>Eine Million Arbeitspl&auml;tze mehr im<\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3904\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3904","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3904","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3904"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3904\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3904"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3904"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3904"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}