{"id":39055,"date":"2017-07-05T08:22:34","date_gmt":"2017-07-05T06:22:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39055"},"modified":"2017-07-05T08:22:34","modified_gmt":"2017-07-05T06:22:34","slug":"hinweise-des-tages-2908","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39055","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (PS\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39055#h01\">G20<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39055#h02\">Ein Russe am Sarg Helmut Kohls<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39055#h03\">Angies Juniorpartner<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39055#h04\">Minijob-Tweet fliegt Peter Tauber um die Ohren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39055#h05\">John Lennon ist tot<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39055#h06\">Chefs verdienen 50 Mal so viel wie Angestellte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39055#h07\">Knechte f&uuml;rs Kapital<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39055#h08\">EU will Offenlegungspflicht: Gegen die Steuertricks der Multis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39055#h09\">Geheimniskr&auml;mer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39055#h10\">Prekarit&auml;t der Gro&szlig;st&auml;dte: Food-Kuriere gehen auf die Barrikaden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39055#h11\">Fast jeder F&uuml;nfte kann sich keinen Jahresurlaub leisten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39055#h12\">NSU-Prozess: Eine Akte soll f&uuml;r 120 Jahre unter Verschluss<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39055#h13\">Entmenschlichte Fl&uuml;chtlingspolitik &ndash; &uuml;ber haarstr&auml;ubende Ablehnungsgr&uuml;nde und zahlenfixierte Beh&ouml;rden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39055#h14\">Wer dem Irak-Krieg im Wege steht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39055#h15\">Die Saudis bewegen sich auf d&uuml;nnem Eis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39055#h16\">&bdquo;Die Profiteure des Terrors&ldquo;: Buchpr&auml;sentation in Berlin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39055#h17\">Spiegel Daily lockt weniger als 3000 Voll-Abonnenten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39055#h18\">ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke im Interview: &ldquo;Wir sollten den Teufel tun, unserem Publikum zu sagen, was es zu denken hat&rdquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>G20<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Person der Woche: Hartmut Dudde &ndash; der G20-Sheriff<\/strong><br>\nIn Hamburg sammelt sich linker Protest aus ganz Europa. Es liegt Gewalt in der Luft. Am meisten aber hassen linke Schl&auml;ger nicht Donald Trump oder Wladimir Putin &ndash; sondern den bemerkenswert geradlinigen leitenden Polizeidirektor Hamburgs. (&hellip;) Dudde, scherzt: &ldquo;Der ideale Austragungsort aus polizeilicher Sicht w&auml;re sicher Helgoland gewesen.&rdquo; Doch nun muss er Hamburg zur Festung ausbauen. (&hellip;) Als Dudde vor einigen Wochen einen leichten Herzinfarkt erlitt, da machte auch das Schlagzeilen und selbst Hamburgs Erster B&uuml;rgermeister Olaf Scholz machte sich kurzzeitig Sorgen, wer denn nun den Gipfel sch&uuml;tzen k&ouml;nne. Doch Dudde kam direkt aus dem Krankenhaus wieder in der Planungsstab zur&uuml;ck &ndash; und Hamburg war erleichtert. (&hellip;) 2001 hatte die Schill-Partei bei der B&uuml;rgerschaftswahl sensationell 19,4 Prozent geholt &ndash; mit einer Forderung nach mehr Polizei und Sicherheit in der Stadt. Ronald Schill wurde nach der Wahl Innensenator &ndash; und machte Dudde zum Leiter der Bereitschaftspolizei. (&hellip;) Im Elbpark Entenwerder wurde ein Zeltlager von der Polizei gest&uuml;rmt, obwohl die Protestierenden glaubten, das h&auml;tten ihnen die Gerichte erlaubt. Doch Dudde sieht &ouml;ffentliches Schlafen nicht als Grundrecht des Protests an, woraufhin ihm &ldquo;Rechtsbruch&rdquo; und &ldquo;die Polizei schert sich einen Dreck um die Versammlungsfreiheit&rdquo; vorgeworfen wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/politik\/politik_person_der_woche\/Hartmut-Dudde-der-G20-Sheriff-article19919437.html\">Wolfram Weimer bei n-tv<\/a><\/li>\n<li><strong>Gef&auml;hrliche Anw&auml;lte? Hamburger Polizei greift freie Advokatur an<\/strong><br>\nDie Hamburger Polizei greift im Rahmen der rechtlichen Auseinandersetzungen um die Proteste gegen den G20-Gipfel die freie Advokatur und damit ein tragendes Prinzip des Rechtsstaates an. In einem verwaltungsgerichtlichen Verfahren vertritt die Beh&ouml;rde die Auffassung, die Mitgliedschaft von Rechtsanw&auml;lten und Rechtsanw&auml;ltinnen im RAV (Republikanischer Anw&auml;ltinnen- und Anw&auml;lteverein) sei Indiz f&uuml;r eine Gef&auml;hrdung der &ouml;ffentlichen Sicherheit. (&hellip;) Die Wahl des Anwalts wird so zur Gefahrenprognose herangezogen. Hierdurch werden Grundregeln des Rechtsschutzes au&szlig;er Kraft gesetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rav.de\/publikationen\/mitteilungen\/mitteilung\/hamburger-polizei-greift-freie-advokatur-an-529\/\">RAV<\/a><\/li>\n<li><strong>Nachtaktive Ordnungsmacht<\/strong><br>\nNach einem einigerma&szlig;en ruhigen Tag begann die Polizei am sp&auml;ten Dienstagabend rigoros Versammlungsorte zu r&auml;umen<br>\nNachdem am vergangenen Sonntagabend das Protestcamp auf der Elbhalbinsel Entenwerder ger&auml;umt wurde und sich am Montag keine einvernehmliche L&ouml;sung abzeichnete, entstanden am Dienstag an verschiedenen Stellen der Stadt neue Camps. Teilweise wurden diese als Versammlungsorte akzeptiert, teilweise f&uuml;hlten die Aktiven sich derart drangsaliert, dass sie die Camps wieder aufl&ouml;sten.<br>\nInnensenator Andy Grote signalisierte im ZDF &ldquo;Morgenmagazin&rdquo; ein klares &ldquo;Nein&rdquo; zu Schlafzelten, trotzdem gelang es am fr&uuml;hen Abend im Stadtteil Altona, 10 solcher &Uuml;bernachtungsgelegenheiten durchzusetzen. Zumindest wurden sie sp&auml;tabends noch von der Polizei geduldet. An vielen Orten in Altona und im Schanzenviertel kamen Menschen zusammen, die bis kurz vor Mitternacht friedlich zusammensa&szlig;en und dann z. T. von Wasserwerfern auseinandergetrieben wurden.<br>\nAm sp&auml;ten Abend hie&szlig; es, das Schauspielhaus in der Innenstadt sei besetzt. Diese Information machte am Nachmittag schon mal die Runde, entpuppte sich aber als Ger&uuml;cht. Vor dem Theater wurden daraufhin massiv Polizeikr&auml;fte eingesetzt. Kurz nach 23 Uhr stellte die Leitung des Theaters klar, dass &Uuml;bernachtungsg&auml;ste aufgenommen w&uuml;rden. Zun&auml;chst versuchten die Uniformierten Augenzeugenberichten zufolge, den Aktiven den Zugang zum Schauspielhaus zu verweigern, zogen dann aber ab. Die St. Pauli Kirche bot ebenfalls Platz zum Schlafen an. Aus dem Schanzenviertel kamen Informationen, dass zu Einbruch der Dunkelheit dort massiv Polizeikr&auml;fte zusammengezogen w&uuml;rden .<br>\nAlles in allem schien es zu sp&auml;ter Stunde, als ob die Polizei sich auf eine lange Nacht vorbereite. Die Bilder, die via Facebook und Twitter gepostet wurden, lie&szlig;en nichts Gutes ahnen. Unter dem Hashtag #nog20 lassen sich die Ereignisse verfolgen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Hamburg-Nachtaktive-Ordnungsmacht-3764083.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Ein Russe am Sarg Helmut Kohls<\/strong><br>\nMit Spannung habe ich die Berichte und Kommentare unserer L&uuml;ckenpresse zu den Trauerfeierlichkeiten f&uuml;r Helmut Kohl gelesen. Dass der &bdquo;Kanzler der deutschen Einheit&ldquo; mit seiner Einladung an einen russischen Spitzenpolitiker &ndash; in Stra&szlig;burg sprach der russische Ministerpr&auml;sident Dmitri Medwedew &ndash; etwas ausdr&uuml;cken wollte, ist den deutschen Kampagnen-Journalisten offensichtlich entgangen. Es h&auml;tte ja so gar nicht ins Bild gepasst. Es kann kein Zweifel bestehen, dass Helmut Kohl seine Dankbarkeit gegen&uuml;ber Russland zum Ausdruck bringen wollte &ndash; dem Land, ohne dessen Zustimmung es die deutsche Einheit niemals gegeben h&auml;tte. Wir kennen die Verbitterung Michail Gorbatschows, dem man das Wort gegeben hatte, die Nato nicht nach Osten zu erweitern. Wie Helmut Kohl diesen Wortbruch des Westens am Ende seines Lebens beurteilt hat, wissen wir nicht. Aber seine Bewunderer in der deutschen L&uuml;ckenpresse machen sich zu Zwergen, wenn sie diese eindeutig symbolische Einladung allenfalls beil&auml;ufig zur Kenntnis nehmen und ihre un&uuml;bersehbare Kritik an der falschen Russland-Politik Angela Merkels ignorieren. Gorbatschow sprach vom europ&auml;ischen Haus. Und die ihm nachfolgenden russischen Pr&auml;sidenten suchten die Zusammenarbeit mit Deutschland und Europa. Aber der US-Imperialismus sieht in der Ukraine den Dreh-und Angelpunkt, um den eurasischen Kontinent zu beherrschen (Brzezi&#324;ski) und Russland zu schw&auml;chen. Kohls symbolische Einladung ist eine klare Aufforderung, die im elementaren deutschen und europ&auml;ischen Interesse liegende Ost- und Entspannungspolitik wieder aufzunehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376.47953.188971457830996\/1469634843097978\/?type=3&amp;theater\">Oskar Lafontaine via Facebook<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Angies Juniorpartner<\/strong><br>\nViele in der Partei haben es sich zu lange in der Gro&szlig;en Koalition bequem gemacht, meint der SPD-Bundestagsabgeordnete Marco B&uuml;low. Es ist Zeit f&uuml;r mehr Risiko<br>\nEs ist Dienstagnachmittag. Ich betrete den Otto-Wels-Saal der SPD-Bundestagsfraktion. Wer wei&szlig; schon noch, dass Wels der Sozialdemokrat war, der die Demokratie mutig und unter Lebensgefahr im Reichstag gegen die Nationalsozialisten verteidigt hat? Das erste Treffen nach dem Wahlsonntag in Nordrhein-Westfalen. 52 meiner 193 Kollegen hier haben ihren Wahlkreis im einwohnerst&auml;rksten Bundesland. Lange Gesichter. Wir sind untergegangen. Hannelore Kraft hat alle &Auml;mter niedergelegt, man k&ouml;nnte glatt Respekt haben, dass mal jemand aus einer deutlichen Niederlage Konsequenzen zieht. Andere f&uuml;hlten sich nach ihren krachenden Niederlagen in NRW dagegen damals berufen, uns in Berlin weiterhin die Welt zu erkl&auml;ren.<br>\nIch erwarte die &uuml;blichen Floskeln. &bdquo;Es ist nichts verloren&ldquo; oder &bdquo;Wir m&uuml;ssen jetzt zusammenstehen&ldquo;. Und die Parolen, dass wir endlich mehr auf die Themen Innovation und Innere Sicherheit und nicht nur auf Gerechtigkeit setzen d&uuml;rfen. Dass Rot-Rot-Gr&uuml;n ein B&uuml;rgerschreck sei. Ich erg&auml;nze genervt im Kopf: &bdquo;Wir sollen scheinbar wieder wie die Union sein, etwas sozialer, etwas liberaler.&ldquo; Zur&uuml;ck zu Mutti, als verl&auml;sslicher, braver Koalitionspartner in der GroKo. So, als h&auml;tte es den &bdquo;Schulzzug&ldquo; nie gegeben. [&hellip;]<br>\nSchnell ist vergessen, wo wir noch Anfang des Jahres standen. Es wird ignoriert, wer die Wahlen in Saarland, Schleswig-Holstein und NRW wirklich in den Sand gesetzt hat, und dass unsere Glaubw&uuml;rdigkeit schon seit l&auml;ngerem ersch&uuml;ttert ist. [&hellip;]<br>\nAuch die Berater, Wahlmanager und Spindoktoren bilden seit Jahren einen massiven Kern. Was passiert, wenn man sich mit diesem Establishment der SPD &ndash; eine Mischung aus Hauptamtlichen und Mandatstr&auml;gern &ndash; anlegt, musste Kurt Beck erleben. Die Devise hei&szlig;t anpassen, mitmachen, nicht kritisieren. Wer ausschert, ist raus. Wer ver&auml;ndern will, wird kleingemacht. Das erkennt man bei den meisten Personalentscheidungen, die oft im Hinterzimmer vollzogen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/marcob\/angies-juniorpartner\">Marco B&uuml;low im Freitag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Marco B&uuml;low ist einer der wenigen Hoffnungstr&auml;ger in einer Partei, die eigentlich hoffnungslos ist.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Minijob-Tweet fliegt Peter Tauber um die Ohren<\/strong><br>\nAm Montagabend hat der 42-J&auml;hrige selbst verschuldet gro&szlig;en Unmut auf sich gezogen. Er retweetete einen WELT-Kommentar zum am Montag vorgestellten Bundestagswahlprogramm von CDU und CSU mit der &Uuml;berschrift &bdquo;&sbquo;Vollbesch&auml;ftigung&lsquo; ist viel besser als &sbquo;Gerechtigkeit&lsquo;&ldquo;. Ein Twitter-User fragte ihn daraufhin: &bdquo;Hei&szlig;t das jetzt drei Minijobs f&uuml;r mich?&ldquo;, worauf Tauber ihm provozierend antwortete: &bdquo;Wenn Sie was Ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article166235752\/Minijob-Tweet-fliegt-Peter-Tauber-um-die-Ohren.html\">Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers F.P.:<\/strong> Dies ist angesichts der Arbeitsmarktrealit&auml;t in Deutschland eine ungeheuerliche Aussage. Schlie&szlig;lich steigt die Arbeitslosigkeit selbst unter den angeblich &bdquo;h&auml;nderingend gesuchten&ldquo; MINT-Akademikern seit Jahren. In Deutschland arbeiten mehr als 100.000 Ingenieure mittlerweile als Leiharbeiter und zehntausende weitere in oft prek&auml;ren Solo-Selbstst&auml;ndigkeiten. Akademiker aller Fachrichtungen sehen sich mittlerweile mit prek&auml;ren Besch&auml;ftigungsformen wie Praktika, Volontariaten, sogenannten &bdquo;Traineeships&ldquo;, der Leiharbeit und vor allem mit kettenbefristeten Jobs zu sehr niedrigen L&ouml;hnen konfrontiert. Nicht nur in der Leiharbeit m&uuml;ssen viele Arbeitnehmer deutlich unterhalb ihrer eigenen Qualifikation, also &bdquo;unterwertig&ldquo; arbeiten. Wer sich arbeitslos melden muss und in die M&uuml;hlen des &bdquo;Hartz-IV&ldquo;-Systems ger&auml;t, wird ohnehin ganz schnell in prek&auml;re Besch&auml;ftigungsformen und den Niedriglohnsektor gedr&auml;ngt. Schlie&szlig;lich wurde mit der Einf&uuml;hrung von &bdquo;Hartz-IV&ldquo; ganz gezielt jeder Qualifikationsschutz abgeschafft und jede T&auml;tigkeit f&uuml;r &bdquo;zumutbar&ldquo; erkl&auml;rt, damit jeder Arbeitslose ganz unabh&auml;ngig von seinem Qualifikationsniveau in jeden noch so unqualifizierten und noch so gering entlohnten Job gezwungen werden kann &ndash; auch unter Androhung sogenannter &bdquo;Sanktionen&ldquo;. Und der gr&ouml;&szlig;te Zynismus ist: Den Menschen, die in prek&auml;re Jobs und in den Niedriglohnsektor abgeschoben wurden, wird vonseiten der Politik auch noch vorgeworfen, an ihrer Situation selbst schuld zu sein.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>John Lennon ist tot<\/strong><br>\nDer liberale Kosmopolitismus und offene Grenzen n&uuml;tzen lediglich dem globalen Kapital. Mit der fortschreitenden Hyperglobalisierung, vor allem aber seit der beispiellosen Zuspitzung der Fl&uuml;chtlingskrise im Sommer 2015, haben die europ&auml;ischen Gesellschaften als Ganzes, einschlie&szlig;lich der Linken, die Herausbildung von zwei extremen Lagern erlebt, die einen philosophischen Grabenkrieg f&uuml;hren: die Ultraliberalen und die Ultrakonservativen. Sozialistische Anliegen wurden v&ouml;llig ausgeblendet. Und das ist ein Fehler. (&hellip;) Kurz gesagt ist der Mangel an liberalen Ansichten unter den Arbeiterschichten in der Peripherie nicht auf eine zivilisatorische R&uuml;ckst&auml;ndigkeit oder moralische Unreife zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, wie es einige liberale Chauvinisten aus westlichen Metropolen annehmen, sondern auf die globale kapitalistische Wirtschaft mit ihrer ungerechten strukturellen Ordnung, die Widerstand gegen den flachen westlichen Liberalismus hervorruft, ganz gleich ob er links oder rechts eingef&auml;rbt daherkommt. (&hellip;) Die Linke kann &ndash; und sollte &ndash; in Bezug auf kulturelle Fragen politisch gem&auml;&szlig;igt auftreten. Sie kann ihre progressiven Schwerpunkte dem Niveau der kulturellen Entwicklung in den jeweiligen Gemeinschaften anpassen. Was die Wirtschaft angeht, muss die Linke jedoch radikal sein und nach sozialistischen Alternativen zum neoliberalen globalen Kapitalismus suchen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/schwerpunkt-des-monats\/migration-und-die-linke-in-europa\/artikel\/detail\/john-lennon-ist-tot-2142\/\">IPG Journal<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Chefs verdienen 50 Mal so viel wie Angestellte<\/strong><br>\nDie Vorst&auml;nde der DAX-Unternehmen verdienen einer Studie zufolge 50 Mal so viel wie ein durchschnittlicher Besch&auml;ftigter. Allerdings ging die Schere im vergangenen Jahr nicht weiter auseinander, wie aus einer Untersuchung der Deutschen Schutzvereinigung f&uuml;r Wertpapierbesitz (DSW) und der Technischen Universit&auml;t M&uuml;nchen hervorgeht. Zwei Jahre zuvor hatten die Topmanager der 30 Dax-Konzerne noch das 54-fache kassiert. Damit wuchsen die Vorstandsgeh&auml;lter das zweite Jahr in Folge langsamer als die Bruttol&ouml;hne, die um 2,5 Prozent zulegten. Die Verg&uuml;tung der Vorst&auml;nde insgesamt stieg im Schnitt um ein Prozent auf rund 3,4 Millionen Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/dax-vorstaendsgehaelter-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Paul Schreyer:<\/strong> Hat sich da jemand verrechnet? Teilt man 3,4 Millionen Jahresgehalt durch 50, dann kommt man auf 68.000, sprich rund 5.700 Euro Monatslohn. In welchem Unternehmen bitte ist das der Durchschnittsverdienst? Ein solcher &bdquo;Durchschnitt&ldquo; kann eigentlich nur durch die exorbitanten, v&ouml;llig losgel&ouml;sten Bez&uuml;ge an der Spitze zustande kommen. Vergleichswert sollte ehrlicherweise nicht der Durchschnitt sein, sondern der niedrigste im Unternehmen gezahlte Lohn. Die DAX-Vorst&auml;nde verdienen laut den aktuellen Zahlen im Monat &uuml;brigens das 700-fache des Hartz-IV-Satzes &ndash; soviel zum Thema Schere zwischen arm und reich.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Knechte f&uuml;rs Kapital<\/strong><br>\nFast jeder sechste Einwohner Bremens lebt von Grundsicherung. Der Anteil Betroffener an der Bev&ouml;lkerung ist damit nur knapp geringer als in der deutschen Hartz-IV-Hauptstadt Berlin. Tausende von ihnen haben seit vielen Jahren keinen Job. Das Jobcenter und die Arbeitsagentur des Stadtstaats wollen dem Abhilfe schaffen und zugleich die Wirtschaft begl&uuml;cken. Sie planen, Langzeitarbeitslose als Hilfsarbeiter in Kommunen und privaten Unternehmen zu verpflichten. Entlohnen sollen die Profiteure ihre k&uuml;nftigen Knechte nicht. Hintergrund ist der anvisierte Ausbau des Bundesprogramms &raquo;Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt&laquo;. Das Konzept hatten der Chef der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA), Detlef Scheele, und Arbeitsministerin Andrea Nahles (beide SPD) im M&auml;rz vorgestellt. Das Programm ist eine Neuauflage der sogenannten B&uuml;rgerarbeit. Nach den &Auml;nderungen wird es aber einen entscheidenden Unterschied geben: Die gef&ouml;rderten Jobs f&uuml;r Langzeiterwerbslose sollen nicht mehr zwingend &raquo;zus&auml;tzlich und wettbewerbsneutral&laquo; sein. Jobcenter k&ouml;nnten somit Erwerbslose auch Privatfirmen als kostenlose Hilfskr&auml;fte anbieten. Man wolle &raquo;nachhaltige Chancen f&uuml;r Langzeitarbeitslose schaffen&laquo;, erkl&auml;rte die Sprecherin des Bundesministeriums f&uuml;r Arbeit und Soziales (BMAS), Nadja Jung, auf jW-Nachfrage. Aus dem von ihr &uuml;bermittelten Konzept geht zudem hervor: Jobcenter k&ouml;nnen Menschen mit &raquo;Vermittlungshemmnissen&laquo; bis zu f&uuml;nf Jahre lang in Betriebe oder Einrichtungen zum Arbeiten schicken. Im ersten Jahr &uuml;bernimmt der Staat den kompletten Lohn. Im zweiten Jahr muss der Unternehmer lediglich zehn Prozent beisteuern, im dritten 20 Prozent und so weiter. &raquo;Die hohe F&ouml;rderung soll dem Arbeitgeber einen Anreiz zur Besch&auml;ftigung von Langzeitarbeitslosen geben&laquo;, hei&szlig;t es.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/313438.knechte-f%C3%BCrs-kapital.html\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Da sage noch jemand, die SPD und vor allem Bundesministerin Nahles setzen sich f&uuml;r soziale Gerechtigkeit ein. Vielmehr sollen wohl &ldquo;nachhaltige Chancen&rdquo; f&uuml;r Arbeitgeber geschaffen werden.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>EU will Offenlegungspflicht: Gegen die Steuertricks der Multis<\/strong><br>\nEs ist ein erster Schritt zu mehr Steuertransparenz f&uuml;r multinationale Unternehmen: In einer ersten Abstimmung sprachen sich Abgeordnete des Europaparlaments f&uuml;r einen Gesetzesvorschlag aus, der die Konzerne verpflichten w&uuml;rde, ihre weltweiten Steuern und Ums&auml;tze offenzulegen. (&hellip;) Allerdings wurde zum Leidwesen von Gr&uuml;nen, Linken und Sozialdemokraten im Gesetzentwurf dann doch noch ein Hintert&uuml;rchen eingebaut. Demnach sollen Unternehmen, die nachweisen k&ouml;nnen, dass die Offenlegung ihren Gesch&auml;ften schaden w&uuml;rde, von der Verpflichtung ausgenommen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/steuertransparenz-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Geheimniskr&auml;mer<\/strong><br>\nDie vier gro&szlig;en deutschen Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaften sind &uuml;berproportional in Steuerparadiesen t&auml;tig, zeigt eine neue Studie. Aber sie verschleiern, was genau sie dort tun. (&hellip;) In der Studie wirft der britische &Ouml;konom und Steuerexperte Richard Murphy den Wirtschaftspr&uuml;fern von Deloitte, Pricewaterhouse Coopers (PwC), KPMG und EY (fr&uuml;her Ernst&amp;Young) vor, nicht exakt &uuml;ber das Ausma&szlig; ihres globalen Gesch&auml;fts zu berichten. Murphy fand heraus, dass sie alle in mehr Staaten t&auml;tig sind, als sie in ihren Jahres- und Transparenzberichten vorgeben. Oft sei nicht ersichtlich, was sie in einzelnen L&auml;ndern genau tun. (&hellip;) So wie andere Experten fordert Murphy anhand der Ergebnisse, die Wirtschaftspr&uuml;fung und das Beratungsgesch&auml;ft strikt zu trennen, die Firmen also aufzuspalten. Derartige Firmennetzwerke sollten als global integrierte Konzerne reguliert, als solche zu konsolidierten Finanzberichten verpflichtet werden und exakte l&auml;nderspezifische Daten ver&ouml;ffentlichen m&uuml;ssen. Zudem pl&auml;diert er f&uuml;r die Einf&uuml;hrung einer EU-Lizenz mit strengen Auflagen &ndash; bislang ist die Regulierung der Wirtschaftspr&uuml;fer weitgehend Sache der Mitgliedstaaten. &ldquo;Wenn wir effektiv gegen Steuerflucht vorgehen wollen, m&uuml;ssen wir zuerst diese Firmen anders behandeln&rdquo;, sagt Murphy.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/wirtschaftspruefer-geheimniskraemer-1.3572824\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Prekarit&auml;t der Gro&szlig;st&auml;dte: Food-Kuriere gehen auf die Barrikaden<\/strong><br>\nKeine Antwort, kein Geld, keine Unterst&uuml;tzung. Nicht nur bei Unf&auml;llen bekommen die Fahrradkuriere von Deliveroo und Foodora die Risiken des Freelancer-Modells oft hart zu sp&uuml;ren. Jetzt regt sich Widerstand &ndash; auch in Berlin und Wien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/prekaritaet-der-grossstaedte-food-kuriere-gehen-auf-die.976.de.html?dram:article_id=390240\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Einer zahlt immer, dass sollte man gerade bei im Prinzip auf Ausbeutung gr&uuml;ndenden Gesch&auml;ftsmodellen, wie die genannten Lieferdienste aber auch Uber, nicht vergessen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Fast jeder F&uuml;nfte kann sich keinen Jahresurlaub leisten<\/strong><br>\nF&uuml;r viele wird der einw&ouml;chige Jahresurlaub zum Luxus &ndash; fast jeder f&uuml;nfte Deutsche ist zu arm, um zu verreisen. Unter den Alleinerziehenden sei es sogar deutlich mehr als jeder Dritte, berichtet die Saarbr&uuml;cker Zeitung&rdquo; unter Berufung auf aktuelle Daten des Europ&auml;ischen Statistikamtes Eurostat. Die Zahlen wurden von der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann angefordert. Demnach waren im vergangenen Jahr 19,2 Prozent der Menschen in Deutschland nicht in der Lage, einen einw&ouml;chigen Urlaub anderswo als zu Hause zu verbringen. Bei den Haushalten mit Kindern waren es 19,9 Prozent und unter den Alleinerziehenden sogar 39,6 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/deutschland\/gesellschaft\/id_81580524\/fast-jeder-fuenfte-zu-arm-fuer-urlaubsreisen.html\">T-Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Alle Jahre wieder der verdienstvolle Hinweis auf die gro&szlig;e Armut &hellip; und alle Jahre wieder die &uuml;blichen Beschwichtigungen (&ldquo;Deutschland geht es so gut wie nie&rdquo;, &ldquo;wer sich weiterbildet, findet gute Arbeit&rdquo;) von den regierenden Parteien. Und alle Jahre wieder keine &Auml;nderung der bestehenden Verh&auml;ltnisse.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>NSU-Prozess: Eine Akte soll f&uuml;r 120 Jahre unter Verschluss<\/strong><br>\nIm hessischen NSU-Untersuchungsausschuss l&ouml;ste zuletzt ein interner Bericht des Landesamts f&uuml;r Verfassungsschutz Wirbel aus. Der Dienst hatte als Folge des Mordes an dem Kasseler Deutscht&uuml;rken Halit Yozgat gepr&uuml;ft, ob er zwischen 1992 und 2012 Hinweise auf den NSU &uuml;bersehen oder sonstige Fehler im Kampf gegen Neonazis begangen hatte. Spuren zum NSU fanden sich nicht. Daf&uuml;r gestand der Dienst ein, manchen Informationen &uuml;ber Waffen- und Sprengstoffbesitz bei Rechtsextremen nicht z&uuml;gig genug nachgegangen zu sein. Eigenartig. Viel eigenartiger erscheint aber die Sperrfrist, mit der die Analyse versehen ist: Sage und schreibe 120 Jahre lang soll der Rapport den Augen der &Ouml;ffentlichkeit entzogen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/nsu-prozess-leise-rieselt-der-staub-1.3570171\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Entmenschlichte Fl&uuml;chtlingspolitik &ndash; &uuml;ber haarstr&auml;ubende Ablehnungsgr&uuml;nde und zahlenfixierte Beh&ouml;rden<\/strong><br>\nDie &bdquo;Fl&uuml;chtlingskrise&ldquo; ist nicht vorbei. Sie wurde nur mithilfe von Unternehmensberatungen b&uuml;rokratisiert und aus der &ouml;ffentlichen Wahrnehmung entfernt. Aus sichtbaren, menschlichen Schicksalen wurden Zahlen gemacht. Zahlen, die mithilfe von Methoden zur Effizienzsteigerung oder mit &bdquo;Prozessbeschleunigungsma&szlig;nahmen&ldquo; abgebaut werden sollen. Dabei bleibt das Recht auf Asyl immer h&auml;ufiger auf der Strecke. Psychisch Kranke, Vergewaltigungsopfer und Kriegsfl&uuml;chtlinge werden in den M&uuml;hlen der auf Effizienz getrimmten Beh&ouml;rden entmenschlicht und zur&uuml;ck ins Elend geschickt. Kurz: Die Bundesregierung macht AfD-Politik &ndash; in vorauseilendem Gehorsam und aus Angst, die Gunst einiger W&auml;hlerInnen zu verlieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/zebralogs.wordpress.com\/2017\/07\/04\/entmenschlichte-fluechtlingspolitik-ueber-haarstraeubende-ablehnungsgruende-und-zahlenfixierte-behoerden\/\">Zebralogs<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Wer dem Irak-Krieg im Wege steht<\/strong><br>\nVor 15 Jahren dokumentierte &bdquo;Der Freitag&ldquo; eine bemerkenswerte Rede von Jose Bustani. Der damals weltweit geachtete Chef der Chemiewaffenkontrollbeh&ouml;rde OPCW wurde entlassen und bezichtigte die US-Regierung unter George W. Bush einer Verschw&ouml;rung gegen internationale Prinzipien. Im Vorspann zu dieser Rede schrieb &bdquo;Der Freitag&ldquo;: Die US-Regierung dreht durch. J&uuml;ngstes Opfer: Jose Bustani, brasilianischer Diplomat und seit f&uuml;nf Jahren Generaldirektor der Internationalen Chemiewaffenkontrollbeh&ouml;rde (OPCW &ndash; Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons). W&auml;hrend seiner Amtszeit wurden zwei Millionen Chemiewaffen zerst&ouml;rt und zwei Drittel aller Produktionsanlagen inspiziert. &ldquo;Er hat mehr f&uuml;r den Weltfrieden getan als irgendjemand sonst&rdquo;, schreibt der Londoner Guardian. Seit Beginn dieses Jahres passt Bustani nicht mehr ins US-Konzept, weil er an der Gleichbehandlung aller Mitgliedsl&auml;nder der OPCW, inklusive der Vereinigten Staaten, festh&auml;lt &ndash; vor allem jedoch, weil er sich f&uuml;r die Mitgliedschaft des Irak in der OPCW einsetzt. Damit aber w&auml;re dem geplanten Krieg der Boden entzogen, und deshalb startete die US-Regierung eine beispiellose Kampagne gegen den Chef einer internationalen Beh&ouml;rde. Druck und Erpressung brachten schlie&szlig;lich am Montag dieser Woche den gew&uuml;nschten Erfolg: Bustani wurde entlassen. Doch zuvor verteidigte er in einer ungew&ouml;hnlich offenen und engagierten Rede seine Haltung vor den Repr&auml;sentanten der Mitgliedsstaaten. Wir dokumentieren Ausz&uuml;ge.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/wer-dem-irak-krieg-im-wege-steht\">Freitag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.T.:<\/strong> Die Geschichte ist schon 15 Jahre her, zeigt aber, wie die Dinge (nicht immer, aber doch sehr h&auml;ufig) laufen. In der aktuellen Auseinandersetzung um den Artikel von Seymour Hersh und die Rolle der OPCW ist diese Rede aufschlussreich.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Die Saudis bewegen sich auf d&uuml;nnem Eis<\/strong><br>\nIm Interview mit Ramon Schack erl&auml;utert Robert Baer (ein prominenter ehemaliger Mitarbeiter des US-Nachrichtendienstes CIA, dessen Aufgabe die Infiltrierung von Hisbollah und al-Qaida war) die aktuellen Entwicklungen am Persischen Golf aus einem ganz besonderen Blickwinkel.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Die-Saudis-bewegen-sich-auf-duennem-Eis-3763398.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>&bdquo;Die Profiteure des Terrors&ldquo;: Buchpr&auml;sentation in Berlin<\/strong><br>\nUS-Pr&auml;sident Donald Trump fordert gerade von den NATO-Partnern eine massive Erh&ouml;hung ihrer Milit&auml;rausgaben. Doch Luftschl&auml;ge im Irak und Syrien sowie Waffenlieferungen an strategische Partner wie Saudi-Arabien haben bislang kaum dazu beigetragen, die m&ouml;rderische Islamistenarmee an den Wurzeln zu bek&auml;mpfen. Stattdessen beschert die Aufr&uuml;stungswelle in Nahost deutschen R&uuml;stungsfirmen und Konzernen volle Auftragsb&uuml;cher.<br>\nMarkus Bickel dokumentiert mit ersch&uuml;tternden Zahlen und Fakten, wer die wahren Profiteure des R&uuml;stungswahnsinns sind. Und er beschreibt den fatalen Teufelskreis von Aufr&uuml;stung, Militarisierung und Repression durch die Regime in der Region.<br>\nBuchvorstellung und Diskussion mit: Bodo Ramelow, Ministerpr&auml;sident Th&uuml;ringen,<br>\nGeorg Wilhelm Adamowitsch, Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Bundesverbands der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV),  Michael Ebenau, Gewerkschaftssekret&auml;r IG Metall Bezirksleitung Mitte, Markus Bickel, Autor von &bdquo;Die Profiteure des Terrors&ldquo;<br>\nModeration: Dietmar Ringel, Redakteur und Moderator beim Inforadio rbb<br>\nDonnerstag 6. Juli 2017, 19:00 Uhr<br>\nVertretung des Freistaats Th&uuml;ringen beim Bund<br>\nMohrenstr. 64<br>\n10117 Berlin<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.westendverlag.de\/termin\/die-profiteure-des-terrors-buchpraesentation-in-berlin\/\">Westend Verlag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Spiegel Daily lockt weniger als 3000 Voll-Abonnenten<\/strong><br>\nKnapp zwei Monate ist die neue digitale Tageszeitung Spiegel Daily jetzt am Markt. Doch der Erfolg des als Hoffnungstr&auml;ger gestarteten Angebots scheint sehr verhalten, die Verk&auml;ufe &auml;u&szlig;erst mau. Nach MEEDIA-Informationen wurden bislang weniger als 3000 Abos abgeschlossen. Damit ger&auml;t Verlagsgesch&auml;ftsf&uuml;hrer Thomas Hass nach den Flops von Spiegel Classic und Spiegel Fernsehen weiter unter Druck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/meedia.de\/2017\/07\/04\/ernuechternde-zahlen-fuer-digitale-abendzeitung-spiegel-daily-lockt-weniger-als-3000-voll-abonnenten\/\">Meedia<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Paul Schreyer:<\/strong> Es scheint, dass die Spiegel-Macher auch kommerziell immer mehr den Kontakt zu ihren Lesern verlieren.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke im Interview: &ldquo;Wir sollten den Teufel tun, unserem Publikum zu sagen, was es zu denken hat&rdquo;<\/strong><br>\n&ldquo;Das Herz eines Journalisten darf nie &uuml;bers Hirn bestimmen.&rdquo; Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD-aktuell, hat sich im Interview mit dem Medienmagazin journalist f&uuml;r eine sachlich-n&uuml;chterne Berichterstattung ausgesprochen &ndash; &ldquo;egal ob uns populistische Bewegungen oder demokratisch gew&auml;hlte Pr&auml;sidenten gefallen oder nicht&rdquo;. So verfahre die Tageschau auch bei US-Pr&auml;sident Donald Trump. Gniffke: &ldquo;Wir haben uns nicht zu positionieren, sondern nur n&uuml;chtern zu beschreiben, wie sich Trumps Politik unter Ber&uuml;cksichtigung aller Fakten darstellt. Wir sollten den Teufel tun, unserem Publikum zu sagen, was es zu denken hat. Auch nicht zwischen den Zeilen. Das w&auml;re das Ende unserer Glaubw&uuml;rdigkeit und ehrlich gesagt auch das Gegenteil von dem, was ich unter guten Journalismus verstehe.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/pm\/20126\/3675774\">journalist &ndash; Das Medienmagazin<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Paul Schreyer:<\/strong> Die Worte klingen gut, allein die Taten stehen in erheblichem Widerspruch dazu, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Die-vertraulichen-Sprachregelungen-der-ARD-3758887.html\">wie hier berichtet<\/a>. Gniffke selbst hat bereits einger&auml;umt, dass es bei der ARD Sprachregelungen auch zur Beschreibung politischer Akteure gibt. Schon vor einem Jahr hie&szlig; es dazu in einem <a href=\"http:\/\/uebermedien.de\/2539\/jenseits-von-gut-und-boese-die-sprachpolitik-der-deutschen-leitmedien\/\">Artikel von Stefan Niggemeier<\/a>: &bdquo;Bei der &sbquo;Tagesschau&rsquo; sind zwei Arbeitsgemeinschaften daf&uuml;r zust&auml;ndig, sich &uuml;ber treffende W&ouml;rter Gedanken zu machen und heikle Begriffe zu kl&auml;ren. Die AG Sprache besteht aus sechs Chefs vom Dienst (CvD) aus den verschiedenen Redaktionen von ARD-aktuell (&sbquo;Tagesschau&rsquo;, &sbquo;Tagesthemen&rsquo;, tagesschau.de). Einmal im Quartal nehmen die sich einen Tag lang Zeit, um ausf&uuml;hrlich &uuml;ber Formulierungen in den Nachrichtensendungen zu reden, im vergangenen Jahr etwa ausf&uuml;hrlich &uuml;ber die Griechenland-Berichterstattung. Ihre Ergebnisse gehen an alle Redakteure und werden in einem Redaktions-Wiki festgehalten. Die kleinere Arbeitsgemeinschaft Richtlinien (drei CvDs) ist zust&auml;ndig, wenn vertiefende Recherchen notwendig sind, um Begrifflichkeiten zu kl&auml;ren. Sie beraten, ob eine Partei &sbquo;rechtspopulistisch&rsquo; oder &sbquo;rechtskonservativ&rsquo; genannt werden soll, und entscheiden, wie bestimmte Organisationen als Quellen zu bewerten sind.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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