{"id":39058,"date":"2017-07-05T12:45:08","date_gmt":"2017-07-05T10:45:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39058"},"modified":"2017-07-06T11:03:59","modified_gmt":"2017-07-06T09:03:59","slug":"warum-gegen-g-20-demonstrieren-warum-nicht-gegen-merkelschaeublemacron-und-ihren-demuetigenden-umgang-mit-den-lohnabhaengigen-in-frankreich-und-ganz-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39058","title":{"rendered":"Warum gegen G 20 demonstrieren? Warum nicht gegen Merkel\/Sch\u00e4uble\/Macron und ihren dem\u00fctigenden Umgang mit den Lohnabh\u00e4ngigen in Frankreich und ganz Europa?"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170705-wer.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39028\">Asozial ist offensichtlich wirklich hoff&auml;hig<\/a> geworden. Wo sind die Proteste gegen den Organisator und H&uuml;ter der Steuerhinterziehung im gro&szlig;en Stil, den EU-Kommissionspr&auml;sidenten Juncker? Und wo die t&auml;glichen Proteste gegen die Kriege des Westens? Frau von der Leyen blieb unbehelligt, als sie den USA die von dort geforderte Erh&ouml;hung der R&uuml;stungsausgaben zusagte. &hellip; Zumindest zur Frage &bdquo;Wer demonstriert da gegen wen?&ldquo; in Hamburg ist ein Disput unter Aktiven der Friedensbewegung ausgebrochen. Dar&uuml;ber wollen wir auf den NachDenkSeiten informieren und verweisen deshalb auf <a href=\"http:\/\/www.andreas-wehr.eu\/wer-demonstriert-da-gegen-wen.html\">einen Text von Andreas Wehr<\/a>, verbunden mit der Empfehlung, diese zwei Seiten zu lesen und die eigene Position zu &uuml;berpr&uuml;fen. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8701\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-39058-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170705_Warum_gegen_G_20_demonstrieren_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170705_Warum_gegen_G_20_demonstrieren_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170705_Warum_gegen_G_20_demonstrieren_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170705_Warum_gegen_G_20_demonstrieren_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=39058-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170705_Warum_gegen_G_20_demonstrieren_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170705_Warum_gegen_G_20_demonstrieren_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Hier ein paar Ausz&uuml;ge aus seinem Text:<\/p><p><strong>&bdquo;Wer demonstriert da gegen wen? <\/strong><\/p><p>Zu den angek&uuml;ndigten Protesten gegen die G20 &ndash; Eine Antwort nicht nur auf Lucas Zeise<\/p><p>Am 7.\/8. Juli 2017 findet der Gipfel der Staats- und Regierungschefs der Gruppe der Zwanzig (G20) in Hamburg statt. Deutschland hat in diesem Jahr den Vorsitz inne und ist daher Gastgeber. Im vergangenen Jahr traf man sich im chinesischen Hangzhou<\/p><p>Globalisierungsgegner, die Friedensbewegung und Parteien haben aus diesem Anlass zu Demonstrationen aufgerufen. Das Motto lautet: &bdquo;Wer die G20 einl&auml;dt, l&auml;dt auch den Protest mit ein&ldquo;.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] In einigen Aufrufen wird gefordert, das Treffen unm&ouml;glich zu machen. Auch Lucas Zeise ruft dazu auf, &bdquo;den Versuch zu machen&ldquo; den von ihm als &bdquo;Show&ldquo; empfundenen Gipfel &bdquo;zu verhindern&ldquo;.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>Es ist das Anliegen der Protestierenden, eine Kontinuit&auml;t zwischen den Demonstrationen gegen die Treffen der Gruppe der G7 bzw. G8 und dem jetzigen Gipfel der G20 herzustellen. Die Proteste gegen die G7\/8 von Seattle 1999, Genua 2001, Heiligendamm 2007 und 2015 auf Schloss Elmau werden deshalb in Erinnerung gerufen. In Hamburg will man daran ankn&uuml;pfen.<\/p><p>Doch ist eine solche Kontinuit&auml;t &uuml;berhaupt gegeben? Dies w&uuml;rde voraussetzen, dass man die G20 mit der Gruppe der Sieben, der G7, gleichsetzen kann. Das versucht Zeise, indem er die G20 als blo&szlig;e &bdquo;Erweiterung&ldquo; der G7 ansieht.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Schon der Titel seines Artikels ist irref&uuml;hrend: &bdquo;Kurze Geschichte der G20. Was die M&auml;chtigen seit 40 Jahren auf den Weltwirtschaftsgipfeln verabreden.&ldquo; Doch die G20 ist ein eigenst&auml;ndiges internationales Forum, das es erst seit 2009 und nicht &bdquo;seit 40 Jahren&ldquo; gibt.<\/p><p>Der &ldquo;Gruppe der Zwanzig&rdquo; geh&ouml;ren 19 Staaten sowie die Europ&auml;ische Union an. Es sind dies die L&auml;nder Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Gro&szlig;britannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, S&uuml;dafrika, S&uuml;dkorea, die T&uuml;rkei und die USA.<\/p><p>Die G7 wird dagegen ausschlie&szlig;lich von den f&uuml;hrenden Industriem&auml;chten des sogenannten &bdquo;Westens&ldquo;, der stets politisch und nicht geografisch definiert wird, gebildet. Es sind Deutschland, Frankreich, Gro&szlig;britannien, Italien, Japan, Kanada und die USA. Die G7 ist auch nicht &ndash; wie es Zeise suggeriert &ndash; in der Gruppe der G20 aufgegangen, sondern ist weiterhin sehr lebendig. J&auml;hrlich finden G7-Gipfel statt, der n&auml;chste am 26.\/27. Mai 2017 unter italienischer Pr&auml;sidentschaft in Taormina auf Sizilien.<\/p><p>Die G7 versteht sich als exklusiver Club &bdquo;liberaler Demokratien mit etablierten Marktwirtschaften&ldquo;.[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] Da der G20 im Gegensatz dazu auch Entwicklungs- und Schwellenl&auml;nder angeh&ouml;ren, soll dieses Gremium denn auch die G7 nicht ersetzen. Vor&uuml;bergehend, von 1998 bis 2014, geh&ouml;rte diesem erlauchten Club als achtes Mitglied auch Russland an. Doch nach der Eingliederung der Krim wurde das Land aus diesem Kreis wieder ausgeschlossen. Auch aus der G20 versuchten die westlichen Staaten Russland zu verdr&auml;ngen. Australien, das 2014 den Vorsitz in der G20 f&uuml;hrte, war damit beauftragt worden. Dies gelang aber nicht, denn Ausschl&uuml;sse k&ouml;nnen dort nur einstimmig beschlossen werden, und f&uuml;r eine Entfernung Russlands gaben die Schwellenl&auml;nder ihre Stimmen nicht her.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Dem &bdquo;Westen&ldquo; wurde damit eine Abfuhr erteilt. Auch Gastgeber Deutschland muss sich als vorsitzf&uuml;hrendes Land an die Regeln halten. Dem russischen Landwirtschaftsminister hatte es daher im Januar 2017 die Teilnahme an der G20-Agrarministersitzung zu gestatten, obwohl ihn Berlin als unerw&uuml;nschte Person f&uuml;hrt und mit Einreisesperre belegt hat. Es macht eben einen Unterschied, ob L&auml;nder wie China, Indien, Brasilien oder S&uuml;dafrika mit am Tisch sitzen oder der &bdquo;Westen&ldquo; unter sich ist.<\/p><p>Die G20 sind somit weder eine &bdquo;Erweiterung&ldquo; der G7, noch war ihre Etablierung ein Geschenk des Westens an die &uuml;brige Welt. Sie entstand vielmehr aus der Not der etablierten M&auml;chte im Jahr 2008. Auf dem H&ouml;hepunkt der Finanzkrise war klar geworden, dass man ohne Hilfe Chinas und anderer Schwellenl&auml;nder die zweite Weltwirtschaftskrise nicht bew&auml;ltigen k&ouml;nnen w&uuml;rde. Nur deshalb war man in den westlichen Hauptst&auml;dten bereit, der Forderung Pekings nach Etablierung der G20 auf Ebene der Regierungschefs nachzukommen. China legte daraufhin das mit Abstand weltweit gr&ouml;&szlig;te Konjunkturpaket auf und verpflichtete sich, seine W&auml;hrung nicht abzuwerten.[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] Die Krise konnte so entsch&auml;rft werden.<\/p><p>Mit der Etablierung der G20 sind die globalen Verh&auml;ltnisse aber nicht umgest&uuml;rzt worden. Wie sollte das auch m&ouml;glich sein? Aber es wurde ein wichtiger Schritt in Richtung einer neuen Weltordnung getan. In einem Land wie Indien ist das verstanden worden. Das indische Magazin <em>Outlook<\/em> sprach daher von &bdquo;einem guten Beginn f&uuml;r die armen und die Entwicklungsl&auml;nder&ldquo;. [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]<\/p><p>&hellip;<\/p><p>Mit dem Abklingen der Weltwirtschaftskrise ging auch die Bedeutung der G20 zur&uuml;ck. In einer Analyse der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r Ausw&auml;rtige Politik (DGAP) hei&szlig;t es: &bdquo;Nach den erfolgreichen ersten Gipfeln in Washington und London 2008\/2009, bei denen es den Industrie- und Schwellenl&auml;nder gelungen ist, in kurzer Zeit eine gemeinsame Antwort auf die Finanzkrise zu finden, hat die Begeisterung &ndash; und auch die mediale Aufmerksamkeit &ndash; deutlich nachgelassen. Die letzten G20-Gipfel wurden mehrheitlich als Misserfolge gewertet.[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>] Als Grund wird genannt: &bdquo;Zum einen sind die Industrie- und Schwellenl&auml;nder als auch die Industriel&auml;nder untereinander seit Jahren &uuml;ber zentrale Themen der G20-Agenda uneins. Zu den strittigen Fragen geh&ouml;ren etwa Wachstumsstrategien und Schuldenobergrenzen.&ldquo;[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>] Vor allem die Staaten des &bdquo;Westens&ldquo; haben das Interesse an der Entwicklung der Gruppe verloren, sollen doch die Normen f&uuml;r die Ausgestaltung der Globalisierung weiterhin auf den Treffen der G7 und in Freihandelsabkommen vom Typ TTIP und CETA aber eben nicht von der G20 festgelegt werden.<\/p><p>Die Organisatoren der Hamburger Proteste scheint das alles nicht zu interessieren. Oft wei&szlig; man dort noch nicht einmal, gegen wen man auf die Stra&szlig;e gehen will. So spricht Attac in seinen Aufrufen fortw&auml;hrend von der G20 als Versammlung der &bdquo;reichsten Staaten&ldquo;[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>] der Welt. Die Reihe &bdquo;der Reichsten&ldquo; sieht aber ganz anders aus. Sie wird von Katar angef&uuml;hrt, gefolgt von Luxemburg, Macao, Singapur, Brunai Daressalam, Kuwait, Irland und Norwegen. Aus der G20 geh&ouml;ren nur die USA, Australien und Deutschland (auf Platz 19) zugleich auch zu den reichsten 20 L&auml;ndern.<\/p><p>Unklarheit besteht bei den Demonstrations-Aufrufern auch dar&uuml;ber, wer tats&auml;chlich die Verantwortung f&uuml;r die Kriege in der Welt, f&uuml;r Armut und Unterentwicklung tr&auml;gt. Im gemeinsamen Aufruf der Kooperation f&uuml;r den Frieden, des Bundesausschusses Friedensratschlag, des Hamburger Forums und des Bremer Friedensforums hei&szlig;t es unter der &Uuml;berschrift: &bdquo;Frieden und V&ouml;lkerrecht statt globalisierte NATO&ldquo;: &bdquo;Die G20-Staaten sind weltweit ma&szlig;gebend in R&uuml;stungsproduktion, R&uuml;stungsexporten und eigener Kriegsf&uuml;hrung. Deren Politik steht f&uuml;r soziale Spaltung, f&uuml;r Freihandelsvertr&auml;ge und Naturzerst&ouml;rung, f&uuml;r Kriege und Vertreibung&ldquo;[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>] China, Russland, Indien und weitere Schwellenl&auml;nder sind also Teil einer &bdquo;globalisierten NATO&ldquo;(sic!).<\/p><p>Die Partei Die Linke Hamburg erkl&auml;rt auf ihrer Website die G20-Staatschefs unisono zu &bdquo;Kriegstreibern&ldquo;. Am Schluss hei&szlig;t es dort: &bdquo;G20 steht f&uuml;r alles, was wir als Linke ablehnen. Armut, Krieg, Ausbeutung und Rassismus.&ldquo;[<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]<\/p><p>&hellip;<\/p><p>Nirgendwo wird zwischen Opfern und T&auml;tern unterschieden. Man demonstriert gleicherma&szlig;en gegen beide. Und so wendet man sich auch gegen die Anwesenheit von Wladimir Putin und Xi Jinpings auf dem Gipfel. Dass sowohl Russland und China als auch L&auml;nder wie Indien, S&uuml;dafrika, Brasilien, Mexiko und andere immer wieder versuchen, zwischenstaatliche Konflikte friedlich zu l&ouml;sen, milit&auml;rische Auseinandersetzungen zu vermeiden und die internationale Politik auf diese Weise zu demokratisieren versuchen, das alles z&auml;hlt nicht. Unbeachtet bleibt auch die Tatsache, dass das moderne China Hunderte von Millionen Menschen aus bitterster Armut befreite und das Land im Kampf gegen den Klimawandel inzwischen weltweit zum Hoffnungstr&auml;ger geworden ist. F&uuml;r die selbsternannten Globalisierungsgegner sind in der Nacht alle Katzen grau!<\/p><p>Hinter der pauschalen Anklage gegen die &bdquo;M&auml;chtigen&ldquo; (Zeise) der Welt verschwinden die wirklich Schuldigen, diejenigen, die f&uuml;r die Zerst&ouml;rung Jugoslawiens, Afghanistans des Iraks und Libyens verantwortlich sind und die heute den Krieg in Syrien und im Jemen sowie in der Ukraine befeuern. Unsichtbar werden jene, die alles daran setzen, Russland und China milit&auml;risch einzukreisen und selbst vor der offenen Drohung mit Krieg gegen Nordkorea nicht mehr zur&uuml;ckschrecken. Die in Hamburg anwesenden Repr&auml;sentanten des &bdquo;Westens&ldquo; und der NATO haben daher von solchen Protesten nichts zu bef&uuml;rchten.&ldquo;<\/p><p>Soweit die Ausz&uuml;ge aus der Analyse von Andreas Wehr.<\/p><p>Die Fragen, die in diesem Text aufgeworfen werden, hatte Heiner Flassbeck in dem vor zwei Tagen bei uns ver&ouml;ffentlichten Text zum Teil und unter anderer Perspektive schon aufgeworfen: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39008\">Globalisierung, G 20 und der SPIEGEL<\/a> Aber seine kritischen Fragen zur &uuml;blich gewordenen gleichen Bewertung von G 20 und G 7 konnte man leicht &uuml;berlesen. Deshalb der neue Hinweis.<\/p><p><strong>&bdquo;F&uuml;r die selbsternannten Globalisierungsgegner sind in der Nacht alle Katzen grau!&ldquo; <\/strong><\/p><p>Das stimmt wohl leider. Andreas Wehr widerspricht mit seinem Text in der Sache auch dem, was Attac zur inhaltlichen Seite des G20-Gipfels ver&ouml;ffentlicht hat. Eine Leserin und Freundin der NachDenkSeiten hat auf den folgenden Teil dieser Grundsatzerkl&auml;rung aufmerksam gemacht:<\/p><p>&ldquo;Am 7. und 8. Juli versammeln sich die Staatsoberh&auml;upter&nbsp;und Regierungschef_innen der G20 in Hamburg zum j&auml;hrlichen Gipfeltreffen. Die Gruppe der 20 ist ein informeller Club der 19 bedeutendsten Industrie- und Schwellenl&auml;nder und der Europ&auml;ischen Union. Trotz erheblicher Interessensunterschiede zwischen den teilnehmenden Regierungen stehen die G20 f&uuml;r den neoliberalen Kapitalismus und die Orientierung an den Interessen gro&szlig;er Konzerne und Banken. Die G20 sind Teil des Problems, nicht der L&ouml;sung!<\/p><p>Die G20 treffen sich nicht in Hamburg, um Kriege zu beenden Armut und Hunger zu beseitigen oder den Klimawandel zu stoppen. Stattdessen wollen sie an den Vereinten Nationen vorbei den Neoliberalismus als angeblich alternativlosen Bezugsrahmen f&uuml;r die &ldquo;L&ouml;sung&rdquo; globaler Probleme durchsetzen. Das ist jenes Gesellschaftssystem, das ma&szlig;geblich mitverantwortlich ist f&uuml;r die Versch&auml;rfung weltweiter Ungleichheit, f&uuml;r Privatisierungen, Deregulierungen, &uuml;berhitzte Finanzm&auml;rkte, f&uuml;r geopolitische Konflikte und Kriege, f&uuml;r Aufr&uuml;stung, f&uuml;r Terrorismus, f&uuml;r Armut und Hungerkatastrophen, f&uuml;r den voranschreitenden Klimawandel und in der Folge f&uuml;r Migration und Flucht. Wenn nun also dieser Club antritt, um nach eigenem Selbstverst&auml;ndnis die dr&auml;ngenden Probleme der Welt zu l&ouml;sen, ist davon nichts Gutes zu erwarten. Das best&auml;tigen auch die Ergebnisse vergangener Gipfel.&ldquo;<\/p><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/kampagnen\/g20-in-hamburg\/startseite\/\">attac<\/a><\/p><p><strong>Ein solches Urteil wird dem Vorgang nicht gerecht. Es t&auml;te dem Frieden und auch der gesellschaftspolitischen Entwicklung in der Welt gut, wenn wir eine etwas differenziertere Betrachtung der Vorg&auml;nge und auch der verschiedenen Einrichtungen auf der Welt walten lassen w&uuml;rden.<\/strong><\/p><p><strong>Nachtrag:<\/strong><\/p><p><strong>Zum Geschehen um den Gipfel in Hamburg geh&ouml;rt auch der Auftritt des Berliner &bdquo;Zentrums f&uuml;r politische Sch&ouml;nheit&ldquo;. Diese angebliche &bdquo;K&uuml;nstlergruppe&ldquo; wirkt offensichtlich kr&auml;ftig mit am Aufbau von Feindbildern. Die Leute sind bewundernswert. Sie haben ein festes Weltbild. Sie wissen genau, was gut und b&ouml;se ist in unserer Welt. Und sie z&auml;hlen selbstverst&auml;ndlich zu den Guten.<\/strong><\/p><p>Zum Vorgang zitiere ich der Einfachheit halber, was die Berlinerin Doris Pumphrey gestern an einen ihr nahestehenden Verteiler geschickt hat. Ich fand es interessant. Deshalb die Wiedergabe:<\/p><p>&bdquo;Eine Berliner &ldquo;K&uuml;nstlergruppe&rdquo;, das &ldquo;Zentrum f&uuml;r Politische Sch&ouml;nheit (ZPS)&rdquo; beteiligt sich nun auf seine Art am geplanten Anti-G20 Protest <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=G-y07RhD7VQ\">mit einem kurzen Video<\/a>, das zum &ldquo;Tyrannenmord&rdquo; (Erdogan, Putin, K&ouml;nig Saud) aufruft.<\/p><p>Das Video ist Teil der Kampagne &bdquo;Scholl 2017&ldquo;, mit der die &ldquo;K&uuml;nstlergruppe&rdquo; sich anma&szlig;t, an den Widerstand der Geschwister Scholl anzukn&uuml;pfen.<\/p><p>In ihrem Artikel &ldquo;Der Ruf zum Tyrannenmord&rdquo; (4.7.2017) beschreibt die taz das Video:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;In dem Film sind unter anderem Transparente mit der Aufschrift &bdquo;T&ouml;tet Erdogan&ldquo; zu sehen. An einer anderen Stelle wird ein rotes Banner gezeigt, das &uuml;ber einer Stra&szlig;e gehisst wurde. Darauf steht: &bdquo;Welcome to Hamburg, Dictator Putin!&ldquo; Daneben h&auml;ngt an einem Laternenpfahl ein aufgeh&auml;ngter Mensch. In anderen Szenen halten Demonstranten Transparente in die Luft, auf denen &bdquo;Tod und Frieden&ldquo; oder &bdquo;Kopfschuss&ldquo; steht.<\/p>\n<p>Im weiteren Verlauf des Films wird ein Szenario entworfen, dass vom Tod von Regierungschefs ausgeht, die am Freitag und Samstag in Hamburg zum bevorstehenden und hei&szlig; umk&auml;mpften G20-Gipfel erwartet werden. So zeigt das Video einen vermeintlichen Flugzeugabsturz Wladimir Putins und eine Dioxinvergiftung des saudischen K&ouml;nigs.<\/p>\n<p>Eine Sprecherin behauptet in dem Video: &bdquo;Das Ausw&auml;rtige Amt hat mittlerweile eine Reisewarnung f&uuml;r die Staatschefs autokratischer Regime herausgegeben. Hintergrund sei eine bis zum &auml;u&szlig;ersten aufgestachelte Zivilgesellschaft, die auf Rache f&uuml;r die Opfer totalit&auml;rer Diktaturen sinnt.&ldquo; Eine vermeintliche Stiftungsexpertin sagt: &bdquo;Der Tyrannenmord ist immer das letzte Mittel gegen eine verbrecherische Diktatur.&ldquo;<\/p>\n<p>(&hellip;) Das Video endet mit einem Logo, das dem offiziellen G20-Logo nachempfunden ist &ndash; der Slogan allerdings: &bdquo;G20 Tyrannenmord 2017&ldquo;. Eine Off-Stimme sagt: ,Jetzt ist es an uns, unsere Demokratie und Humanit&auml;t zu verteidigen. Die Bundesregierung bittet sie, nicht unvermittelt &uuml;ber unsere G&auml;ste herzufallen.&rsquo; &rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die taz meint, das Video k&ouml;nnte <em>&ldquo;in kritischer Lesart auch eine Debatte &uuml;ber den Umgang von Demokratien mit Autokraten und Diktatoren anregen&rdquo;<\/em>.<\/p><p>Und wie beschreibt sich dieses &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.politicalbeauty.de\/index.html\">Zentrum f&uuml;r Politische Sch&ouml;nheit (ZPS)<\/a>&rdquo; selbst? Als<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Sturmtruppe zur Errichtung moralischer Sch&ouml;nheit, politischer Poesie und menschlicher Gro&szlig;gesinntheit. Es setzt auf Menschlichkeit als Waffe, vertritt den aggressiven Humanismus und experimentiert mit den Gesetzen der Wirklichkeit. Widerstand ist eine Kunst, die weh tun, reizen und verst&ouml;ren kann. Grund&uuml;berzeugung des Zentrums f&uuml;r Politische Sch&ouml;nheit ist, dass die Lehren des Holocaust durch die Wiederholung politischer Teilnahmslosigkeit, Fl&uuml;chtlingsabwehr und Feigheit annulliert werden und dass Deutschland aus der Geschichte nicht nur lernen, sondern auch handeln muss.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>&hellip; jawoll, der &ldquo;menschlich gro&szlig;gesinnte&rdquo; Deutsche entscheidet, wer leben und andere L&auml;nder regieren darf &hellip;. (dp)<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Die folgenden Fu&szlig;noten geh&ouml;ren zum obern in Ausz&uuml;gen wiedergegebenen und verlinkten Artikel von Andreas Wehr:<\/strong><\/p><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.g20-protest.de\/index.php?id=75267\">Die G20 kommen nach Hamburg! Kommst Du auch?<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Lucas Zeise, Kurze Geschichte der G 20. Was die M&auml;chtigen seit 40 Jahren auf den Weltwirtschaftsgipfeln verabreden, Marxistische Bl&auml;tter 2_2017, S. 28<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] So hei&szlig;t es im o. a. Artikel von Zeise auf Seite 26: &bdquo;Die Erweiterung der G7 zur Gruppe der G20 ist eine Folge der Weltwirtschaftskrise.&ldquo; Und auf Seite 28 spricht Zeise von der &bdquo;Erweiterung vom kleinen Zirkel der G7 auf die gr&ouml;&szlig;eren Schwellenl&auml;nder (&hellip;)&ldquo;.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] In einer Studie der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) hei&szlig;t es &uuml;ber das Selbstverst&auml;ndnis der G7: &rdquo;The original G7\/8 justified their exclusiveness with the argument that they were a group of liberal democracies with established market economies.&ldquo; In: Katharina Gnath, Stormy-Annika Mildner, and Claudia Schmucker , G20, IMF, and WTO in Turbulent Times &ndash; <a href=\"https:\/\/www.swp-berlin.org\/fileadmin\/contents\/products\/research_papers\/2012_RP10_Gnath_mdn_Schmucker.pdf\">Legitimacy and Effectiveness Put to the Test<\/a>, SWP Research Paper, Berlin August 2012<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Das indische Magazin Outlook zitierte am 20.09.2014den australischen Schatzkanzler Joe Hockey: &ldquo;We&rsquo;ve consulted with a number of countries and the emphatic view came back that of course we expect Russia to attend the G20. They are a member of the G20 and we expect that they would attend the G20 meetings.&rdquo;In: <a href=\"http:\/\/www.outlookindia.com\/newswire\/story\/g20-nations-want-vladimir-putin-at-leaders-summit\/860632\">G20 Nations Want Vladimir Putin at Leaders&rsquo; Summit<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] In der o. a. Studie der SWP hei&szlig;t es &uuml;ber die Gr&uuml;ndung der G20: &ldquo;In the dramatic first phase of the crisis, it quickly became apparent that neither the industrialized countries of the G7\/8 (Group of leading industrialized countries) nor the IMF would be in a position to combat the crisis in a sufficiently coordinated manner. Thus, in 2008, the already-existing G20 of finance ministers and central bank governors (G20-F) was elevated to the status of the twenty most important heads of state and government.&rdquo;<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] &ldquo;Summing up, a senior Indian diplomat told Outlook, &#8190;The outcome of the summit is very encouraging for India and the developing world. Though some may argue that enough has not been done, we see it as a very good beginning that could lead to major gains for the developing and poor nations&#8190;&rdquo;, in: Outlook magazine, <a href=\"http:\/\/www.outlookindia.com\/magazine\/story\/roaring-twenties\/262109\">Roaring Twenties<\/a> 12.10.2009.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Claudia Schmucker, Katharina Gnath, Vor dem St.Petersburger Gipfel &ndash; <a href=\"https:\/\/dgap.org\/de\/think-tank\/publikationen\/dgapanalyse-kompakt\/fuenf-jahre-g20-konzentration-auf-kernaufgaben\">Die G20 muss sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren<\/a>, DGAP Analyse Kompakt 2013, No 5, S. 2<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] ebenda<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Die G20 kommen nach Hamburg! Kommst Du auch? a.a.O.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] <a href=\"http:\/\/friedensdemo.org\/2017\/03\/10\/frieden-und-voelkerrecht-statt-globalisierte-nato\/\">Frieden und V&ouml;lkerrecht statt globalisierte NATO<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.die-linke-hamburg.de\/politik\/diskussionen\/detail\/artikel\/geht-20-ihr-repraesentiert-nicht-die-welt.html\">G(eht) 20 &ndash; Ihr repr&auml;sentiert nicht die Welt.<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170705-wer.png\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39028\">Asozial ist offensichtlich wirklich hoff&auml;hig<\/a> geworden. Wo sind die Proteste gegen den Organisator und H&uuml;ter der Steuerhinterziehung im gro&szlig;en Stil, den EU-Kommissionspr&auml;sidenten Juncker? Und wo die t&auml;glichen Proteste gegen die Kriege des Westens? Frau von der Leyen blieb unbehelligt, als sie den USA<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39058\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,170,37,205],"tags":[238,282,379,1120,593,259,476,1697],"class_list":["post-39058","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-friedenspolitik","category-globalisierung","category-neoliberalismus-und-monetarismus","tag-attac","tag-buergerproteste","tag-china","tag-friedensbewegung","tag-g7820","tag-russland","tag-weltwirtschaftskrise","tag-zeise-lucas"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39058","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=39058"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39058\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":39074,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39058\/revisions\/39074"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=39058"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=39058"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=39058"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}