{"id":39122,"date":"2017-07-11T08:19:47","date_gmt":"2017-07-11T06:19:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39122"},"modified":"2017-07-11T08:22:29","modified_gmt":"2017-07-11T06:22:29","slug":"hinweise-des-tages-2912","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39122","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39122#h01\">Merkel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39122#h02\">Grundrechte sind kein abstrakter Kokolores<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39122#h03\">G20-Krawalle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39122#h04\">Endlich sind die Linken wieder die B&ouml;sen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39122#h05\">Wie es in Facebooks Echokammern aussieht &ndash; von links bis rechts<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39122#h06\">Kolonial-Recht f&uuml;r Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39122#h07\">Deutsche Exporte wachsen unerwartet deutlich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39122#h08\">Deutsche Arbeitskosten steigen schneller als im EU-Schnitt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39122#h09\">Wirtschaftswissenschaftler gegen Schulz&rsquo; Ideen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39122#h10\">F&uuml;r die Rentner geht es aufw&auml;rts<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39122#h11\">Zwischen Erwerbsarmut und Erbschaftsfreuden. Zwei Schlaglichter auf die fortschreitende Polarisierung in Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39122#h12\">Minijobs sind eine Rutschbahn Richtung Altersarmut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39122#h13\">Theorie und Praxis der Inneren Sicherheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39122#h14\">America First! Neue Sanktionen aus den USA &ndash; Der Kampf um Erdgas aus Russland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39122#h15\">Journalisten beim G20-Gipfel &ndash; &ldquo;Der hat mir einen auf die Zw&ouml;lf gegeben&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39122#h16\">30.000 Meldungen in 30 Tagen: Google unterst&uuml;tzt Roboterjournalismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39122#h17\">Nach &bdquo;Hetzjagd&ldquo;-Vorw&uuml;rfen beim G20: Zeit Online trennt sich von &bdquo;St&ouml;rungsmelder&ldquo;-Autor S&ouml;ren Kohlhuber<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39122#h18\">Von wegen &bdquo;Rock gegen Links&ldquo;: So tappte Heiko Maas beim Facebook-Talk mit Bild in die Boulevardfalle<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Merkel<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Schwere Sch&auml;den in Hamburg, kein Schaden f&uuml;r Merkel<\/strong><br>\nEine Stadt in Scherben, keine sch&ouml;nen Bilder f&uuml;r den Wahlkampf, kaum politische Erfolge &ndash; das ist die Bilanz von G20. An Merkel prallt das alles wieder einmal ab. Wieso?<br>\nIn Hamburg ist Regierungschef Olaf Scholz (SPD) schwer angeschlagen. Die CDU in der B&uuml;rgerschaft fordert seinen R&uuml;cktritt, einigen Medien gilt er als Versager. Weil es, anders als Scholz versprochen hatte, nicht gelungen ist, die Sicherheit der Hamburger zu garantieren. Weil sich &ndash; wenig &uuml;berraschend &ndash; herausstellte, dass die Lage eben nicht mit einem Hafengeburtstag vergleichbar ist, wie Scholz vor dem Gipfel suggeriert hatte.<br>\nBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hingegen scheint das G20-Desaster trotz der nahenden Bundestagswahl nichts anzuhaben. &ldquo;Der Gipfel konnte abgehalten werden&rdquo;, res&uuml;mierte die Kanzlerin lapidar. Sie wird am Abend bei einer CSU-Klausur in Bad Staffelstein am Kloster Banz sprechen. Sie wird wohl Erkl&auml;rungen zur St&auml;rke der Union im Wahlkampf abgeben. Alles ist gut, d&uuml;rfte dieser Auftritt ausstrahlen.<br>\nAber ist wirklich alles gut? [&hellip;]<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/angela-merkel-bleibt-nach-g20-gipfel-in-hamburg-ohne-politischen-schaden-a-1156969.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Mal etwas einigerma&szlig;en Interessantes von Spiegel Online<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Merkels G20-Kindergarten<\/strong><br>\nWar dieser G20-Gipfel in Hamburg &uuml;berhaupt n&ouml;tig? Viele sagen nein, zum einen wegen der erwartbar mageren politischen Ergebnisse, &uuml;ber die schon keiner mehr redet (dazu unten mehr), und zum anderen angesichts des Krawalls, der auf den Stra&szlig;en herrschte. Kanzlerin Merkel wollte den Gipfel unbedingt in Hamburg haben, direkt neben dem Schanzenviertel in den Messehallen. Ein Wahnsinn, schon auf dem Papier, aber Hamburgs B&uuml;rgermeister Olaf Scholz erf&uuml;llte der Kanzlerin dennoch ihren Wunsch, sprach lieber von einem Fest der Demokratie und wollte wohl das Signal aussenden, besonders staatstragend und verl&auml;sslich zu sein. Doch den schwarzen Peter hat er trotzdem. (&hellip;)<br>\nNicht Merkel, nicht Einsatzleiter Dudde m&uuml;ssen um ihre Posten bangen. Es ist der SPD-B&uuml;rgermeister, der die meiste Kritik sowie den Spott ertragen muss und die Suppe nun allein ausl&ouml;ffeln darf. Der tage- und n&auml;chtelange Hubschrauberl&auml;rm, den die Hamburger &uuml;ber ihren Wohnh&auml;usern und K&ouml;pfen ertragen mussten, die Sperrungen und Kontrollen und nicht zuletzt die Krawalle und die Sachbesch&auml;digungen, das alles landet auf dem virtuellen Kerbholz des B&uuml;rgermeisters, der schon mal planen kann, welches Amt er in der n&auml;chsten Berliner Gro&szlig;en Koalition &uuml;bernimmt. Hamburg und &bdquo;Hafengeburtstag&ldquo; hat sich f&uuml;r ihn wohl erledigt.<br>\nEs ist wie immer: Die SPD hat den Schaden, obwohl sie sich brav an das Protokoll hielt und artig erf&uuml;llte, was das konservative Establishment von ihr erwartete. Zur Belohnung gab es zum Abschluss noch ein Foto mit der Kanzlerin, die &ndash; ohne selbst Schaden zu nehmen &ndash; das Desaster als Erfolg bezeichnen konnte und schnelle Wiederaufbauhilfe versprach. Dank ihres Pr&uuml;gelknaben von der SPD, der von den CDU-Truppen vor Ort ordentlich bearbeitet wird, kann sich die Kanzlerin auch noch als barmherzige Samariterin mit Herz f&uuml;r den bedauernswerten Olaf Scholz inszenieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taublog.de\/170710merkels-g20-kindergarten\">TauBlog<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Grundrechte sind kein abstrakter Kokolores<\/strong><br>\nBei sogenannten Gro&szlig;lagen muss die Polizei zweierlei schaffen: Sie muss Gewaltt&auml;tigkeiten verhindern und sie muss das Demonstrationsgrundrecht sch&uuml;tzen. In Hamburg, beim G 20-Gipfel, hat sie leider beides nicht geschafft. Sie hat Gewaltt&auml;tigkeiten nicht verhindert und sie hat das Demonstrationsgrundrecht nicht gesch&uuml;tzt. Die vergangenen Hamburger Tage waren daher ein doppeltes Desaster; die politischen Ergebnisse des Gipfels sind da noch nicht eingerechnet. Die Aufarbeitung der Ereignisse wird die n&auml;chsten Tage pr&auml;gen.<br>\nW&auml;re es ein Ziel des Hamburger Gipfels gewesen, das Demonstrationsrecht zu diskreditieren, ja diesem Grundrecht nachhaltig zu schaden &ndash; eine makabre Addition des Terrors des Schwarzen Blocks und der Strategien der Polizei h&auml;tte genau dies erreicht. Die Friedensinitiativen, die Fl&uuml;chtlingshilfegruppen, die Trump- und Putinkritiker, die engagierten Leute von Pax Christi und Pro Asyl, die Kapitalismusgegner und die Werber f&uuml;r eine gerechtere Welt wurden und werden von der Polizei und von einem Teil der kommentierenden &Ouml;ffentlichkeit in einen Topf geworfen mit den gewaltt&auml;tigen Volldeppen vom Schwarzen Block. Man tat und tut so, als handele es sich bei den Gipfelkritikern um blau&auml;ugige Nahesteher der schwarzen Vermummten. So wurde und wird berechtigter Protest angeschw&auml;rzt. Danke, Herr Einsatzleiter! Danke, Herr Innensenator! Und ein Dank an die in Hamburg mitregierenden Gr&uuml;nen, die es in diesen Tagen geschafft haben, so abzutauchen, als ginge sie das alles nichts an.<br>\nZu einem Gipfel geh&ouml;rt auch der friedliche Protest dagegen. Er geh&ouml;rt so gesch&uuml;tzt und so geachtet, wie die Sicherheit der Staatschefs. Zu diesem Zweck hat die Polizei in den vergangenen Jahrzehnten kluge Deeskalationsstrategien entwickelt. Das meint keinen Schmusekurs mit Gewaltt&auml;tern, sondern einen intelligenten und pr&auml;ventiven Einsatz polizeilicher St&auml;rke. Deeskalation ist die Lehre aus Brokdorf, Wackersdorf, Startbahn-West und diversen Chaostagen. Die Hamburger Polizei hat diese Lehren weggeschoben, sie hat die Demonstranten in toto als Gegner betrachtet, die man wegschieben muss, so wie sie auch die versammlungsrechtlichen Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts weggeschoben hat; die Hamburger Polizei &ndash; gemeint ist die politische F&uuml;hrung und die Einsatzleitung, nicht die zwanzigtausend Einsatzkr&auml;fte &ndash; hat schon im Vorfeld allein auf paramilit&auml;rische Taktiken gesetzt. Das war, das ist so von gestern wie die Politik von Herrn Trump.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/prantls-blick-grundrechte-sind-kein-abstrakter-kokolores-1.3580097%20\">Heribert Prantl in der SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein sehr guter Kommentar von Heribert Prandtl. Vor der, durch die CDU\/CSU und den konservativ-neoliberalen Medien (FAZ, Welt, Bild) angezettelten hysterischen Diskussion &uuml;ber &ldquo;linke Gewalt&rdquo; treten die massiven Grundrechtsverletzungen durch die Polizei v&ouml;llig in den Hintergrund, wie etwa der gezielte und v&ouml;llig unbegr&uuml;ndete Polizeiangriff auf den &ldquo;Welcome to Hell&rdquo;-Demonstrationszug. Woran man auch erkennt, dass die Randale im Schanzenviertel einigen politischen Kr&auml;ften wie gerufen kam.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>G20-Krawalle<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Provozierte Eskalation<\/strong><br>\nEs waren Bilder wie aus einem B&uuml;rgerkrieg: Schwerbewaffnete Angeh&ouml;rige paramilit&auml;rischer Sondereinheiten beteiligten sich mit Schnellfeuergewehren an der Erst&uuml;rmung eines Stadtviertels. Tausende Menschen wurden von der Au&szlig;enwelt abgeschnitten, weil Stra&szlig;en gesperrt und Bahnverbindungen eingestellt waren. R&auml;umpanzer und Wasserwerfer sowie Tausende f&uuml;r den Stra&szlig;enkampf ausger&uuml;stete Polizisten bezogen Stellung. Das Schanzenviertel in Hamburg wurde am Wochenende zum Schauplatz einer Machtdemonstration des Polizeistaates.<br>\nZwei N&auml;chte in Folge st&uuml;rmten die Einsatzkr&auml;fte Stra&szlig;en und H&auml;user in dem f&uuml;r sein alternatives und multikulturelles Ambiente bekannten und beliebten Stadtteil. Ausl&ouml;ser daf&uuml;r war nach Darstellung der Polizei vom Freitag, dass &raquo;St&ouml;rer&laquo; &ndash; in den Medien wurde das gleichgesetzt mit &raquo;militanten Autonomen&laquo; &ndash; in dem Viertel randaliert und Drogeriem&auml;rkte gepl&uuml;ndert h&auml;tten. Die Rede war davon, dass auf den D&auml;chern Molotowcocktails und Gehwegplatten deponiert worden sein sollen, um sie auf Polizisten zu werfen &ndash; vorgef&uuml;hrt wurden diese von der Polizei jedoch bislang nicht. &raquo;Ich bin fassungslos, dass linksradikale Straft&auml;ter offenkundig keine Hemmung haben, sehenden Auges das Leben von Polizeibeamten zu gef&auml;hrden&laquo;, wetterte trotzdem der CSU-Innenexperte Stephan Mayer. Bild schlagzeilte am Sonnabend: &raquo;Keiner stoppt den linken Hass!&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/blogs\/g20hh\/314586\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Strategie der Polizei ist kolossal gescheitert<\/strong><br>\nDer Soziologe Simon Teune, 40, von der TU Berlin, besch&auml;ftigt sich mit der Kultur des Protests. Er arbeitet auch im Institut f&uuml;r Protest und Bewegungsforschung, das die Demonstrationen und Veranstaltungen rund um den G-20-Gipfel in Hamburg beobachtet hat.[&hellip;]<br>\nSind die Menschen im Schwarzen Block grunds&auml;tzlich gewaltbereit?<br>\nIn Hamburg muss man sagen: die Menschen, die da Autos angez&uuml;ndet und L&auml;den gepl&uuml;ndert haben, w&uuml;rden bei einer Demonstration sehr wahrscheinlich im Schwarzen Block mitlaufen. Aber umgekehrt findet nicht jeder aus dem Schwarzen Block gut, was da passiert ist. Die Leute aus der Roten Flora zum Beispiel haben ein gro&szlig;es Problem damit, dass ihr Viertel auseinandergenommen wurde. Die Vielfalt innerhalb des Blockes ist gr&ouml;&szlig;er als man denkt.<br>\nWer l&auml;uft im Schwarzen Block mit?<br>\nDas sind die klassischen, an autonomen Prinzipien orientierten Gruppen, anarchistische Gruppen, aber je nach Anlass auch Gruppen aus der Interventionistischen Linken, die sich gerade nach einer Kritik an der konfrontativen autonomen Politik gebildet haben.<br>\nWorin lag der Sinn, in Hamburg einen Schwarzen Block zu bilden? Man wusste doch, dass die Polizei nur darauf gewartet hat.<br>\nDie Ausschreitungen in Hamburg kann man ohne die Vorgeschichte nicht verstehen. Die Polizei hat von Anfang an Signale ausgesendet, dass Proteste in Hamburg keinen Raum haben. Sie hat die &Uuml;bernachtungscamps nicht zugelassen. Sie hat eine Verbotszone eingerichtet, in der Protest nicht m&ouml;glich sein sollte und am Donnerstag dann als H&ouml;hepunkt zerschl&auml;gt sie eine genehmigte Demonstration &ndash; aus nichtigen Gr&uuml;nden und in einer Form, die wahllos Menschen verletzt und gef&auml;hrdet hat. Diese Vorgeschichte hat dazu gef&uuml;hrt, dass die Leute, die die Polizei als Gegner sehen und ein Zeichen des Widerstands setzen wollen, angespitzt wurden.\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/protestforscher-ueber-g-chaos-die-strategie-der-polizei-ist-kolossal-gescheitert-1.3579457\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein &auml;u&szlig;erst erhellendes Interview. Das zeigt wie wichtig die Eskalation im Schanzenviertel war um den &ouml;ffentlichen politischen Diskurs in eine bestimmte Richtung zu lenken und, dass die Initialz&uuml;ndung f&uuml;r die Randale die v&ouml;llig unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ige Aufl&ouml;sung der genehmigten &bdquo;Welcome to Hell&ldquo; Demo war. Die Polizeistrategie in Hamburg scheint darauf ausgelegt gewesen zu sein durch Provokation die Situation eskalieren zulassen um den linken Protest zu desavouieren. Auch der Einsatz von agents provocateurs sollte dabei jedenfalls nicht v&ouml;llig in das Reich der Phantasie verbannt werden. Die Frage ist, wer daf&uuml;r die politische Verantwortung tr&auml;gt? <\/em><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Einfach eine v&ouml;llig unkontrollierbare Konstellation&rdquo;<\/strong><br>\nAuch wenn er nach Ende des G20-Gipfels mit R&uuml;cktrittsforderungen rechne, die eigentliche Verantwortung f&uuml;r die Krawalle liege bei Bundeskanzlerin Angela Merkel und Hamburgs Erstem B&uuml;rgermeister Olaf Scholz, sagte Protestforscher Wolfgang Kraushaar im Dlf. G20 in einer solchen Hochburg der Autonomen abzuhalten, sei eine &ldquo;sehr zweifelhafte politische Entscheidung&rdquo;.<br>\nBarenberg: Und wenn Sie das so deutlich sagen, eine unkontrollierbare, absehbare Situation, was bedeutet das dann f&uuml;r die Politiker, f&uuml;r die Gerichte, f&uuml;r die Polizei, wenn es eben um solche Gro&szlig;veranstaltungen geht?<br>\nKraushaar: Also ich glaube, dass die Politik wirklich in sich gehen muss. Ich denke auch, wenn diese Tage vor&uuml;ber sind, dann wird es R&uuml;cktrittsforderungen geben gegen&uuml;ber dem Hamburger Innensenator Grote, gegen&uuml;ber dem Polizeichef Meyer, aber das sind nat&uuml;rlich gar nicht die entscheidenden Personen. Die haben ja versucht, etwas umzusetzen, was ihnen vorgelegt worden war, und ich glaube, die Verantwortung daf&uuml;r liegt bei Bundeskanzlerin Angela Merkel, beim Ersten B&uuml;rgermeister Olaf Scholz, und diese Entscheidung ist von Anfang an mit so gro&szlig;en Risiken behaftet gewesen, dass man diese nicht in dieser Form h&auml;tte f&auml;llen sollen.<br>\nNachher sa&szlig;en sozusagen die Polizisten, die Sicherheit garantieren wollten, in der Falle, ebenso wie die Bewohner dieser Stadtteile, und dann hat sich sozusagen ein Muster abgespielt, nur sehr viel potenzierter als man das bereits in der Vergangenheit gekannt hat, und insofern wird es im Anschluss daran eines erheblichen Nachdenkens dar&uuml;ber bed&uuml;rfen, ob man so etwas noch veranstalten kann. Ich will in diesem Zusammenhang auch den ehemaligen britischen Premierminister Tony Blair erw&auml;hnen, der gesagt hat, grunds&auml;tzlich d&uuml;rfe man G-Treffen, also Gipfeltreffen, ob sieben oder acht oder 20, nicht in Gro&szlig;st&auml;dten veranstalten, weil n&auml;mlich anschlie&szlig;end durch die Proteste und durch die Militanz bei den Protesten das Gesamtbild ruiniert werden w&uuml;rde, und ich bef&uuml;rchte, dass das auch diesmal der Fall ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/protestforscher-kraushaar-einfach-eine-voellig.694.de.html?dram:article_id=390546\">Deutschlandfunk<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Endlich sind die Linken wieder die B&ouml;sen<\/strong><br>\nNach den Krawallen beim Hamburger G20-Gipfel setzen Politiker wie Peter Altmaier linken Extremismus mit rechtem und islamistischem Terror gleich. Das ist v&ouml;llig absurd. (&hellip;)<br>\nAuch Politiker springen auf diesen Zug auf und f&uuml;hren den Vergleich von linker und rechter Gewalt v&ouml;llig ad absurdum. So twitterte CDU-Mann Peter Altmaier, Chef des Bundeskanzleramts, am Samstagnachmittag: &bdquo;Linksextremer Terror in Hamburg war widerw&auml;rtig und so schlimm wie Terror von Rechtsextremen und Islamisten.&ldquo;<br>\nGepl&uuml;nderte Gesch&auml;fte und brennende Autos sind also genauso schlimm wie Mord an Menschen mit Migrationshintergrund und Laster, die in Menschenmengen rasen.<br>\nF&uuml;r die Hinterbliebenen der Opfer des NSU und der Opfer von Nizza, Paris, Br&uuml;ssel und Berlin ist das ein Schlag ins Gesicht. Altmaiers Tweet wird von der halben CDU flei&szlig;ig geteilt und gefeiert. Endlich sagt es wieder jemand, Linksextremismus ist genauso schlimm wie Rechtsextremismus.<br>\nWas ist das vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse &uuml;berhaupt f&uuml;r ein Vergleich? Rechtsextreme und Islamisten wollen Leben ausl&ouml;schen. Sie wollen Menschen tot sehen. Linksextreme zerst&ouml;ren Waren und Besitz.<br>\nDas Verhalten der linken Krawallmacher von Hamburg ist v&ouml;llig daneben. Die Ausschreitungen im Schanzenviertel, wo Flaschen fliegen, Scheiben eingeschlagen und Autos angez&uuml;ndet wurden, werden zu Recht von allen Seiten verurteilt. Gewaltbereite Extremisten sind zu verachten und w&auml;hlen den falschen Weg f&uuml;r ihre Sache. Immer.<br>\nAber die Sache, um die es dabei geht, ist auch ein wichtiger Punkt: Das Ziel der radikalen Rechten ist die Dominanz der &bdquo;wei&szlig;en Rasse&ldquo;. Radikale Islamisten bek&auml;mpfen Freiheit und Offenheit. Radikalen Linken geht es um die Aufhebung von Ungleichheit. Schon die Ideologie dahinter macht einen Unterschied.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr.de\/politik\/meinung\/kommentare\/g20-protest-endlich-sind-die-linken-wieder-die-boesen-a-1310648\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Wie es in Facebooks Echokammern aussieht &ndash; von links bis rechts<\/strong>\n<ul>\n<li>Politische Meinungsbildung findet mehr und mehr in den Echokammern der sozialen Netzwerke statt. Die Frage ist: Wie beeinflussen sie Wahlentscheidungen?<\/li>\n<li>Von der SZ zusammengestellte Timelines erm&ouml;glichen einen Einblick in m&ouml;gliche, auf Datenanalysen basierende Facebook-Welten von Parteianh&auml;ngern.<\/li>\n<li>Die Auswertung zeigt, dass Unterst&uuml;tzer von SPD bis AfD auf Facebook vor allem Nachrichten konsumieren.<\/li>\n<li>Au&szlig;erdem gibt es einen Mitte-links-Ballungsraum &ndash; und die AfD. Bei Facebook zeigt sich bei deren Anh&auml;ngern ein relativ geschlossenes Weltbild.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Unterschiedlicher k&ouml;nnte der Blick auf die Krawalle von Hamburg nicht sein. In der Nacht zum 7. Juli haben sich Anh&auml;nger des sogenannten Schwarzen Blocks eine Stra&szlig;enschlacht mit der Polizei geliefert. Kurz vor dem offiziellen Beginn des G-20-Gipfels. Am Morgen danach schreibt die linke Zeitschrift Junge Welt von einer &ldquo;Orgie staatlicher Gewalt&rdquo;. Der Beitrag ist bei Facebook besonders bei Anh&auml;ngern der Linken beliebt. Genauso wie das Foto eines knutschenden P&auml;rchens. Sie tr&auml;gt gr&uuml;ne Haare und Nietenweste. Auf seinem Arm steht: &ldquo;Eat the Rich&rdquo;. Beide sind klatschnass vom Wasserwerfer. Demo-Romantik, der die CSU ein recht martialisches Bild von Polizisten in Kampfmontur entgegensetzt: Dunkle Uniform, Handschuhe, Helm mit Visier. Dazu der Kommentar: &ldquo;F&uuml;r Recht und Ordnung. Gegen linke Gewalt.&rdquo; Das gef&auml;llt auch Anh&auml;ngern der AfD. Die Fronten sind rund um den G-20-Gipfel eindeutig, Linke stehen Konservativen und Rechten gegen&uuml;ber. Auch in den sozialen Netzwerken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/mein-facebook-dein-facebook-wie-es-in-den-echokammern-von-links-bis-rechts-aussieht-1.3576513\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Spannend zu lesen. Auch wir von den NachDenkSeiten werden uns in n&auml;chster Zeit noch ausgiebig mit den Ph&auml;nomenen &bdquo;Echokammer&ldquo; und &bdquo;Filterblase&ldquo; besch&auml;ftigen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Kolonial-Recht f&uuml;r Griechenland<\/strong><br>\nDeutsche Medien hatten Zweifel geweckt und Griechenland Versagen vorgeworfen. Doch nun ist der Weg f&uuml;r die Auszahlung des n&auml;chsten Hilfskredits frei. Allerdings mu&szlig; Athen seinen Geldgebern Immunit&auml;t gew&auml;hren &ndash; und den Rechtsstaat beugen.<br>\nAm Montag soll Griechenland rund 7,7 Mrd. Euro erhalten, meldet der &ldquo;EUObserver&rdquo;. Fast das gesamte Geld flie&szlig;t sofort wieder in den Schuldendienst, also zur&uuml;ck an die Gl&auml;ubiger. In der Staatskasse bleibt nichts h&auml;ngen.<br>\nDie &ldquo;Hilfe&rdquo; kommt also nicht bei den griechischen B&uuml;rgern an, wie seit Jahren &uuml;blich. Es geht einzig und allein darum, Schulden umzuw&auml;lzen &ndash; alte werden abgezahlt, daf&uuml;r neue aufgenommen. Ein absurdes Procedere.<br>\nEbenfalls seit Jahren verlangen die Gl&auml;ubiger als &ldquo;Gegenleistung&rdquo; harte Reformen und K&uuml;rzungen. Diese haben das Lands bisher aber nicht &ndash; wie erwartet &ndash; voran gebracht, sondern nur noch tiefer abst&uuml;rzen lassen.<br>\nDiesmal geht es um neue harte Rentenk&uuml;rzungen und um h&ouml;here Steuern auch f&uuml;r Geringverdiener. Die Reichen werden verschont, wie &uuml;blich. Allerdings kam zuletzt noch eine ganz spezielle Auflage hinzu.<br>\nDamit Geld flie&szlig;t, musste sich die Regierung n&auml;mlich bereit erkl&auml;ren, den &ldquo;Helfern&rdquo; strafrechtliche Immunit&auml;t zu gew&auml;hren. Darauf bestand vor allem Spanien, es geht um Unregelm&auml;&szlig;igkeiten bei der Privatisierung.<br>\nDie unabh&auml;ngige griechische Justiz hatte die Helfer belangt, Spanien daraufhin mit Blockade der Auszahlung gedroht. Der Streit wurde hinter den Kulissen gel&ouml;st, offenbar auf Kosten der Justiz.<br>\nUnd dabei waren die &ldquo;Retter&rdquo; doch mit der Maxime angetreten, den Griechen endlich einmal beizubringen, wie ein moderner Rechtsstaat funktioniert. Oder?<br>\n&Uuml;ber den schmutzigen Deal haben die deutschen Medien &uuml;brigens nicht berichtet. Vermutlich erinnert er zu sehr an die Vorg&auml;nge in der Treuhand-Anstalt nach der Wiedervereinigung!?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/blogs.taz.de\/lostineurope\/2017\/07\/10\/kolonial-recht-fuer-griechenland\/\">lost in europe<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Deutsche Exporte wachsen unerwartet deutlich<\/strong><br>\nUnternehmen haben im Mai Waren im Wert von mehr als 110 Milliarden Euro ins Ausland geliefert. Das k&ouml;nnte den Vorw&uuml;rfen von Donald Trump neue Nahrung geben.<br>\nDie deutschen Exporte sind im Mai den f&uuml;nften Monat in Folge gestiegen. Sie nahmen um 1,4 Prozent zum Vormonat zu, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. &Ouml;konomen hatten lediglich mit einem Anstieg von 0,3 Prozent gerechnet, nachdem es im April ein Plus von 0,9 Prozent gegeben hatte. Die Importe kletterten mit 1,2 Prozent ebenfalls kr&auml;ftiger als erwartet und bereits zum dritten Mal hintereinander.<br>\nInsgesamt verkauften die Unternehmen Waren im Wert von 110,6 Milliarden Euro ins Ausland, was einer Zunahme von 14,1 Prozent im Vergleich zum Mai 2016 entspricht. Gut liefen die Gesch&auml;fte mit den anderen Euro-L&auml;ndern, die um 13,4 Prozent zulegten. Viele L&auml;nder &ndash; darunter der nach den Vereinigten Staaten gr&ouml;&szlig;te Exportkunde Frankreich &ndash; befinden sich in einem Aufschwung.<br>\nDie Ausfuhren in die nicht zur W&auml;hrungsunion z&auml;hlenden EU-Staaten nahmen mit 9,2 Prozent unterdurchschnittlich zu. Dagegen wuchsen die in den Rest der Welt &ndash; von Amerika bis China &ndash; mit 17,3 Prozent besonders stark. Die Importe aus L&auml;ndern au&szlig;erhalb der Europ&auml;ischen Union legten um 22,3 Prozent zu.<br>\nUnter dem Strich ergibt sich f&uuml;r Mai ein &Uuml;berschuss in der deutschen Handelsbilanz von bereinigt 20,3 Milliarden Euro. Bei der Leistungsbilanz meldete das Bundesamt f&uuml;r Mai einen &Uuml;berschuss von 17,3 Milliarden Euro. Deutschland steht wegen seines enormen Leistungsbilanz&uuml;berschusses international am Pranger. Vor allem der amerikanische Pr&auml;sident Donald Trump hatte mehrfach scharfe Vorw&uuml;rfe formuliert. Fachleute wie die vom Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF) sehen in dem hohen &Uuml;berschuss auch einen Hinweis darauf, dass Deutschland zu Hause zu wenig investiert, was langfristig das Wachstum d&auml;mpfen k&ouml;nne.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/konjunktur\/handelsueberschuss-deutsche-exporte-wachsen-unerwartet-deutlich-15099371.html\">FAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Deutsche Arbeitskosten steigen schneller als im EU-Schnitt<\/strong><br>\nDie Kosten pro geleisteter Arbeitsstunde sind f&uuml;r Firmen in Deutschland deutlich st&auml;rker gestiegen als im EU-Ausland.<br>\nH&ouml;here Lohnzuw&auml;chse als zuletzt haben die Arbeitskosten in Deutschland im vergangenen Jahr in die H&ouml;he getrieben. Im Schnitt kostete eine Arbeitsstunde Arbeitgeber in der deutschen Privatwirtschaft 33,60 Euro. Das waren 2,5 Prozent mehr als 2015. EU-weit legten die Arbeitskosten hingegen um durchschnittlich 1,6 Prozent zu.<br>\nZu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Instituts f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-B&ouml;ckler-Stiftung. Die Zuw&auml;chse stellten aber &ldquo;noch l&auml;ngst keine Gefahr f&uuml;r die Wettbewerbsf&auml;higkeit oder die Preisstabilit&auml;t dar&rdquo;, so die Forscher. Im Gegenteil: Das Plus reiche nicht einmal aus, um die insgesamt schw&auml;chere Entwicklung der Arbeitskosten in Deutschland seit dem Jahr 2000 auszugleichen. EU-weit sind die Arbeitskosten seit der Jahrtausendwende im Schnitt um 2,4 Prozent pro Jahr gestiegen, in Deutschland aber nur um 2,0 Prozent.<br>\nIn absoluten Zahlen liegt die Bundesrepublik bei den Arbeitskosten im europ&auml;ischen Mittelfeld. H&ouml;her waren die Arbeitskosten mit bis zu 43,80 Euro nur in D&auml;nemark, Schweden, Finnland, Belgien, Luxemburg und Frankreich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/deutsche-arbeitskosten-steigen-schneller-als-im-eu-schnitt-a-1157011.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Mit anderen Worten (wie auch in der Studie selber betont), die L&ouml;hne steigen weiterhin EU-weit und auch in Deutschland viel zu langsam. Alleine die Zusammenstellung hier im Artikel von (relativen) Lohnsteigerungen und (absoluten) Kosten der Arbeitsstunden ist ein einziges &Auml;rgernis, weil die absoluten Kosten relativ zur Produktivit&auml;t keine Aussagekraft haben. (Im Originalartikel wird positiv  darauf abgestellt, da&szlig; Deutschland immerhin einen Platz im Lohnranking gut gemacht hat.) Sehr richtig ist auch der Hinweis, da&szlig; die Minilohnzuw&auml;chse im Kriechgang lange nicht gen&uuml;gen, um den hohen Lohnr&uuml;ckstand seit dem Jahr 2000 wettzumachen. Dennoch ist auch die IMK-Studie selber ein &Auml;rgernis, wenn beschwichtigend darauf hingewiesen wird, da&szlig; die Lohnzuw&auml;chse &ldquo;noch l&auml;ngst keine Gefahr f&uuml;r die Wettbewerbsf&auml;higkeit oder die Preisstabilit&auml;t dar[stellen]&rdquo;. Inhaltlich schlicht falsch, weil die Preisstabilit&auml;t, also die Zielinflationsrate der EZB von 2 Prozent pro Jahr, weiterhin weit unterschritten wird; und es gibt keine &ldquo;Gefahr f&uuml;r die Wettbewerbsf&auml;higkeit&rdquo;, sondern die viel zu hohe deutsche Wettbewerbsf&auml;higkeit *ist die Gefahr*. Da&szlig; das IMK weiterhin einen Schmusekurs f&auml;hrt, anstatt endlich offensiv den Abbau der deutsche &Uuml;ber-Wettbewerbsf&auml;higkeit zu fordern, liegt wahrscheinlich an Vorgaben des DBG, entwertet die Studie aber erheblich.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Wirtschaftswissenschaftler gegen Schulz&rsquo; Ideen<\/strong><br>\nDer deutschen Wirtschaft geht es blendend, insbesondere dem Arbeitsmarkt. Deutschlands f&uuml;hrende Wirtschaftsprofessoren sind sich einig, woran das liegt.<br>\nFinger weg von den Reformen des Arbeitsmarktes durch die &bdquo;Agenda 2010&ldquo; &ndash; das sagt die gro&szlig;e Mehrheit der deutschen Volkswirte. Fast 90 Prozent der &Ouml;konomieprofessoren schreiben diesen Reformen eine starke oder sehr starke Wirkung auf die g&uuml;nstige Entwicklung der Arbeitslosigkeit und die Zunahme der Besch&auml;ftigung zu. Das ergibt das &Ouml;konomenpanel, eine Umfrage des M&uuml;nchner Ifo-Instituts in Zusammenarbeit mit der F.A.Z., unter den Wirtschaftsprofessoren an deutschen Universit&auml;ten. Rund 130 Professoren nahmen an der Umfrage teil. Die Agenda 2010 war ein Reformpaket der rot-gr&uuml;nen Regierung unter Kanzler Gerhard Schr&ouml;der (SPD) vor fast anderthalb Jahrzehnten. Der aktuelle SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will diese Reformen in Teilen r&uuml;ckg&auml;ngig machen. Das st&ouml;&szlig;t auf Ablehnung unter den Wirtschaftsprofessoren.<br>\nDie arbeitsmarktpolitischen Versprechen des SPD-Kanzlerkandidaten werden abgelehnt. W&auml;hrend Schulz fordert, die M&ouml;glichkeit der &bdquo;sachgrundlosen Befristung&ldquo; von Arbeitsverh&auml;ltnissen aus dem Teilzeit- und Befristungsgesetz zu streichen, was eine befristete Einstellung schwieriger machen w&uuml;rde, h&auml;lt die gro&szlig;e Mehrheit der &Ouml;konomen das f&uuml;r eine schlechte Idee. 74 Prozent sagen Nein zu diesem Vorsto&szlig;. Auch Schulz&lsquo; Vorschlag, das Arbeitslosengeld I f&uuml;r Bezieher unter 50 Jahren &uuml;ber die bisherigen 12 Monate auszuweiten, st&ouml;&szlig;t auf Ablehnung. 81 Prozent der &Ouml;konomen halten die 12 Monate f&uuml;r &bdquo;genau richtig&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/oekonomenpanel-klar-gegen-schulz-ideen-15098775.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Das &ldquo;Panel deutscher &Ouml;konomen&rdquo; ist gegen die auch nur teilweise R&uuml;ckabwicklung der Agenda 2010, die FAZ auch: Informationsgehalt Null. Aber es zeigt sich, wie sehr sich Schulz selber matt gesetzt hat, indem er nur kosmetische &Auml;nderungen fordert und beim ersten Hauch von Gegenwind umf&auml;llt.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein ersch&uuml;tterndes Bild der deutschen &bdquo;Wirtschaftswissenschaften&ldquo;. Diese sind weiter gefangen in blindem, neoliberalen Dogmatismus.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>F&uuml;r die Rentner geht es aufw&auml;rts<\/strong><br>\nDie Wahlk&auml;mpfer warnen vor Altersarmut und umsorgen die Rentner: Dabei steigt die Durchschnittsrente bei Neurentnern wieder, wie aktuelle Zahlen der deutschen Rentenversicherung zeigen. Grund sind steigende L&ouml;hne.<br>\nAlles redet von der Altersarmut, die in Zukunft droht. Die SPD f&uuml;hrt ihren Rentenwahlkampf mit dem Versprechen, das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent des bisherigen Einkommens sinken zu lassen &ndash; das ist der heutige Wert. Doch so schlecht wie die aktuelle Debatte vermuten l&auml;sst, geht es den Rentnern derzeit gar nicht. Dies belegen aktuelle Zahlen der deutschen Rentenversicherung. Zwar ist das Rentenniveau seit Anfang des Jahrtausends von 53 Prozent auf aktuell etwas &uuml;ber 48 Prozent gesunken.<br>\nTrotzdem hatten Versicherte, die 2016 erstmals Rente bekamen, am Ende mehr Geld in der Tasche als jemand der 2000, im Jahr vor den gro&szlig;en Sparreformen im deutschen Rentenrecht, in den Ruhestand ging.<br>\nIn Zahlen: Die Rente ist durchschnittlich von 943 Euro auf 1013 Euro pro Monat gestiegen. Jedoch bezieht sich diese Summe nur auf m&auml;nnliche Rentner in den alten Bundesl&auml;ndern. Aber auch in den neuen L&auml;ndern erhielt der durchschnittliche Neurentner von 2016 satte 989 Euro statt 916 Euro pro Monat.<br>\nZwischendurch gingen die Renten auf Talfahrt: Ihren Tiefststand erreichten die Ostrenten 2006 mit unter 820 Euro und in Westdeutschland 2011 in H&ouml;he von 870 Euro monatlich. Die Renten der Frauen sind insgesamt auf einem deutlich niedrigem Niveau, weil sie vor allem im Westen nicht durchg&auml;ngig gearbeitet haben. Im Westen stieg hier die Durchschnittsrente von 436 Euro auf 631 Euro und im Osten von 682 Euro auf 887 Euro. Ein wichtiger Grund f&uuml;r die positive Entwicklung in den vergangenen Jahren sind die wieder steigenden L&ouml;hne.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/alterssicherung-fuer-die-rentner-geht-es-aufwaerts\/20041092.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> H&auml;lt das Handelsblatt seine Leser wirklich f&uuml;r so bl&ouml;d??? &ldquo;Trotzdem hatten Versicherte, die 2016 erstmals Rente bekamen, [&hellip;] mehr Geld [als ein Neurenter im Jahr 2000]. In Zahlen: Die Rente ist durchschnittlich von 943 Euro auf 1013 Euro pro Monat gestiegen.&rdquo; Das sind 7,5 Prozent mehr bzw. eine durchschnittliche Steigerung von satten 0,45 Prozent pro Jahr. Kaum me&szlig;bar und weit unter der Steigerung nach der goldenen Lohnregel (Zielinflation plus Produktivit&auml;tszuwachs = 3 Prozent pro Jahr), sogar weit unter der durchschnittlichen Inflationsrate, d. h. jedes Jahr ein satter Kaufkraftverlust. Was an dem von 53 auf 48 Prozent gesunkenen Rentenniveau sowieso sofort erkennbar wird. Aber &ldquo;F&uuml;r die Rentner geht es aufw&auml;rts&rdquo;, obwohl es permanent abw&auml;rts geht. Genau so und genau mit derselben L&uuml;gerei ist die DDR zugrunde gegangen. Und dann beschwert man sich &uuml;ber angebliche Alternative Fakten und beschw&ouml;rt den angeblichen Qualit&auml;tsjournalismus.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Zwischen Erwerbsarmut und Erbschaftsfreuden. Zwei Schlaglichter auf die fortschreitende Polarisierung in Deutschland<\/strong><br>\nStudien k&ouml;nnen immer wieder Schlaglichter werfen auf gesellschaftliche Prozesse, beispielsweise die bieldiskutierte und damit an sich nicht unumstrittene fortschreitende Polarisierung zwischen &ldquo;oben&rdquo; und &ldquo;unten&rdquo;. In dieser Woche wurden parallel zwei solcher Studien ver&ouml;ffentlicht, die zum Nachdenken anregen k&ouml;nnen. Aktivierungspolitik und Erwerbsarmut in Europa und Deutschland, so ist die Arbeit von Dorothee Spannagel, Daniel Seikel, Karin Schulze Buschoff und Helge Baumann &uuml;berschrieben, die vom gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) publiziert wurde. Was genau untersucht die WSI-Studie?<br>\nDer Anteil der Working Poor in der EU betrug im Jahr 2014 rund zehn Prozent &ndash; gemessen an den Erwerbst&auml;tigen zwischen 18 und 64 Jahren. Obwohl sie regelm&auml;&szlig;ig arbeiten, m&uuml;ssen diese Menschen mit weniger als 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Einkommens in ihrem Land auskommen. Am h&ouml;chsten war der Anteil in Rum&auml;nien mit 18,6 Prozent, gefolgt von Griechenland mit 13,4 Prozent und Spanien mit 13,2 Prozent. Mit 4,5 Prozent oder weniger hatten Belgien, die Tschechische Republik und Finnland die geringsten Erwerbsarmutsquoten. Deutschland lag mit 9,6 Prozent genau im Durchschnitt der EU-L&auml;nder. Aber: F&uuml;r Deutschland zeigt sich dieses &bdquo;besonders bemerkenswerte&ldquo; Ph&auml;nomen, wie die Forscher schreiben: Einerseits stieg die Besch&auml;ftigungsrate zwischen 2004 und 2014 st&auml;rker als in den meisten europ&auml;ischen L&auml;ndern, andererseits verzeichnete Deutschland den h&ouml;chsten Zuwachs an Erwerbsarmut &ndash; n&auml;mlich schlichtweg eine Verdoppelung seit 2004.<br>\nWie interpretieren die Wissenschaftler das? Mehr Arbeit sei keine Garantie f&uuml;r weniger Armut &ndash; zumindest dann nicht, wenn die neuen Jobs nicht angemessen entlohnt werden oder die Stundenzahl gering ist. Die positive Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt beruhe zu einem gro&szlig;en Teil auf einer Zunahme atypischer Besch&auml;ftigung, vor allem Teilzeit, h&auml;ufig im Dienstleistungsbereich und im Niedriglohnsektor. Die Ausweitung des Niedriglohnsektors sei durch weitgehende Deregulierungen des Arbeitsmarktes, die K&uuml;rzung von Transferleistungen und versch&auml;rfte Zumutbarkeitsregelungen beschleunigt worden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de\/2017\/07\/zwischen-erwerbsarmut-und-erbschaftsfreuden.html\">Aktuelle Sozialpolitik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Minijobs sind eine Rutschbahn Richtung Altersarmut<\/strong><br>\nWenig Sicherheit und ein Einkommen, von dem man weder leben noch f&uuml;rs Alter vorsorgen kann: F&uuml;r Millionen Minijobber in Deutschland ist das Realit&auml;t. Doch statt die Minijobs endlich in den Schutz der Sozialversicherung zu holen, wollen CDU\/CSU diese prek&auml;re Besch&auml;ftigungsform offenbar noch ausbauen, indem sie die Einkommensgrenze anheben, kritisiert DGB-Vorstand Annelie Buntenbach.<br>\nRund 7,7 Millionen Menschen in Deutschland sind als geringf&uuml;gig entlohnte Besch&auml;ftigte registriert. Davon arbeiten 5 Millionen Besch&auml;ftigte ausschlie&szlig;lich in sogenannten Minijobs. Sie erzielen im Monat also maximal ein Einkommen von 450 Euro. Eigenst&auml;ndige Existenzsicherung f&uuml;r die Besch&auml;ftigten? Fehlanzeige! Von dem Einkommen kann man weder leben noch f&uuml;r das Alter vorsorgen.<br>\nDer DGB fordert deshalb eine Reform, die Minijobs in regul&auml;re sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigung umwandelt &ndash; und zwar ab dem ersten Euro. Die Union sieht das jedoch offenbar anders: In ihrem Programm zur Bundestagswahl schreibt sie: &ldquo;Geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigte sollen an der allgemeinen Lohnsteigerung teilhaben. Wir realisieren den mitwachsenden Minijob&rdquo;. Hei&szlig;t konkret: die Einkommensgrenzen sollen steigen und die Minijobs dadurch noch attraktiver werden.<br>\nDamit schlagen CDU\/CSU genau den falschen Weg ein, kritisiert DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach: &ldquo;Anstatt Minijobs, wie es dringend n&ouml;tig w&auml;re, endlich in den Schutz der Sozialversicherung zu holen, sollen sie offensichtlich ausgeweitet werden, indem die Einkommensgrenze weiter angehoben wird. Damit werden noch mehr Frauen auf die Rutschbahn Richtung Altersarmut geschoben.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++d7d4354c-6303-11e7-9e86-525400e5a74a\">DGB<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Theorie und Praxis der Inneren Sicherheit<\/strong><br>\nDie &bdquo;vollkommen unerwarteten&ldquo; Gewaltexzesse von Hamburg sind geradezu ein Segen f&uuml;r Politiker, die mit dem Thema &sbquo;Innere Sicherheit&lsquo; auf Stimmenfang gehen. Nicht verhinderte Brandstiftungen, Pl&uuml;nderungen und Sachbesch&auml;digungen einerseits und die massive Beeintr&auml;chtigung weitgehend friedlicher Demonstrationen andererseits machen deutlich, dass Politik, Polizei und B&uuml;rger sehr unterschiedliche Auffassungen haben, was &sbquo;Innere Sicherheit&lsquo; ist. Und was die Aufgaben der Polizei sind &ndash; bzw. sein sollten &hellip;<br>\nDer Schutz von Privateigentum, die Verh&uuml;tung von Straftaten oder die Sicherung der Versammlungsfreiheit z&auml;hlte allerdings ersichtlich nicht zu den obersten Priorit&auml;ten der Polizei in Hamburg.<br>\nZum Verhindern anarchistischer Randale sah sich die Polizei in Hamburg nicht in der Lage. Anscheinend sind rund zwanzigtausend Polizeibeamte nicht genug, um Sachbesch&auml;digungen, Brandstiftung und Pl&uuml;nderungen durch mehrere hundert durchgeknallte Chaoten im Keim zu ersticken. Dazu mag auch die geniale Taktik der Polizeif&uuml;hrung vom Donnerstagabend beigetragen haben. Da fand n&auml;mlich die erste gro&szlig;e Demonstration statt, besser gesagt: Sie sollte stattfinden. Die Polizeif&uuml;hrung sah darin eine willkommene Gelegenheit, deutlich zu machen, dass dieser Anspruch auf das &sbquo;Demonstrationsrecht&lsquo; in Hamburg nicht nur r&auml;umlich, sondern auch zeitlich willk&uuml;rlich ausgesetzt werden kann.<br>\nSie brachte die taktische Meisterleistung fertig, in einem Zug von rund zw&ouml;lftausend, in der gro&szlig;en Mehrheit friedlichen Demonstranten, die Erinnerung an die Bilder von der Love Parade in Duisburg lebendig werden zu lassen. Man braucht dazu als Polizei mehrere Meter hohe Mauern rechts und links des Demonstrationszuges, blockiert den vorderen Ausgang durch mehrere Wasserwerfer und R&auml;umfahrzeuge und wartet darauf, bis der Zug dort aufl&auml;uft. Dann zieht man eine Begr&uuml;ndung f&uuml;r die so hergestellte Blockade aus dem Hut: Sie bestand in Hamburg darin, dass das innere Sicherheitsgef&uuml;hl des verantwortlichen Polizeif&uuml;hrers massiv dadurch bedroht war, dass nicht s&auml;mtliche schwarz Gekleideten binnen weniger Minuten ihre &sbquo;Vermummung&lsquo; abgelegt hatten. Was vermutlich daran lag, dass man in der gro&szlig;en Masse der Menschen und einem hunderte Meter langen Demonstrationszug gar nicht zeitnah auch den letzten Kapuzentr&auml;ger erreichen konnte. Anstatt in dieser Situation eine gewisse Souver&auml;nit&auml;t zu beweisen, setzte der Polizeif&uuml;hrer um, was allem Anschein nach schon wesentlich fr&uuml;her auf politischer Ebene beschlossen worden war: Die Spitze der Demonstration wurde mit den Wasserwerfern angegriffen, Sturmtrupps drangen von mehreren Seiten in den schwarzen Block an der Spitze der Demonstration ein und es machte sich, wie zu erwarten war, Panik breit. Hunderte von Menschen versuchten, an der linken Seite &uuml;ber eine hohe Balustrade rauszukommen aus dieser gemauerten und vorne blockierten Falle. Die Demonstration war damit gesprengt, sie war am Ende, bevor sie noch richtig begonnen hatte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/cives.de\/theorie-und-praxis-der-inneren-sicherheit-5687\">Cives<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Der Beitrag beleuchtet einen interessanten Aspekt. Man kann sich nicht erinnern, dass jemals eine Pegida-Demo von der Polizei aufgel&ouml;st wurde.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>America First! Neue Sanktionen aus den USA &ndash; Der Kampf um Erdgas aus Russland<\/strong><br>\nEine neue Sanktionsinitiative des US-Senates gegen Russland beabsichtigt, russische Lieferungen f&uuml;r den europ&auml;ischen Erdgasmarkt einzud&auml;mmen und durch eigenes Fl&uuml;ssiggas zu ersetzen. Dabei sollen auch europ&auml;ische Firmen sanktioniert werden k&ouml;nnen, die an Infrastrukturprojekten, wie Leitungssysteme, ma&szlig;geblich beteiligt sind. Vor allem betroffen ist das geplante Pipelineprojekt Nord Stream 2, welches ab 2019 ein Volumen von 55 Milliarden Kubikmetern Gas aus Westsibirien &uuml;ber die Ostsee nach Lubmin und von dort auf den EU-Markt bringen soll. W&auml;hrend die national-konservative Regierung in Polen die US-amerikanischen Ma&szlig;nahmen aus voller Kraft unterst&uuml;tzt, gibt es scharfe Reaktionen und Widerstand von EU-Spitzenpolitikern, haupts&auml;chlich aus &Ouml;sterreich und Deutschland. &Uuml;berraschenderweise kam es auf dem G20 Gipfel nicht zu Kontroversen zwischen Trump und Putin zu US-Sanktionsandrohungen im Erdgasbereich.<br>\nAls am 15. Juni der US-Senat mit 98 gegen 2 Stimmen (Senator Rand Paul und Bernie Sanders) f&uuml;r neue Sanktionen gegen Russland votierte, spielte der europ&auml;ische Erdgasmarkt, einer der lukrativsten Absatzgebiete f&uuml;r diesen Energietr&auml;ger weltweit, eine nicht unwesentliche Rolle. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;r den Gesetzesentwurf mit der Bezeichnung &bdquo;Countering Iran&acute;s Destabilizing Activities Act&ldquo;, der haupts&auml;chlich die Islamische Republik Iran ins Visier nimmt, wurden Russlands angebliche Einmischung in die US-Pr&auml;sidentschaftswahl 2016, Moskaus Unterst&uuml;tzung der Regierung von Pr&auml;sident Baschar al-Assad im innersyrischen Konflikt sowie die Inkorporation der Halbinsel Krim in die Ru&szlig;l&auml;ndische F&ouml;deration angef&uuml;hrt.<br>\nAllerdings muss die Vorlage aus dem Senat, um Gesetzeskraft zu erlangen, noch das Repr&auml;sentantenhaus passieren und von Pr&auml;sident Trump ausgefertigt werden. Ob er das tut, steht noch auf einem anderen Blatt geschrieben. Schlie&szlig;lich richtet sich diese Initiative, die ma&szlig;geblich von den Demokraten und ihren Senatoren initiiert wurde, auch gegen den Chef im Wei&szlig;en Haus und sein Team. Grund sind die bisher intransparenten Beziehungen zum Kreml. Seine au&szlig;enpolitischen Spielr&auml;ume gegen&uuml;ber Russland sowie der Ukraine engt der Senatsentwurf ein. Es ist damit zu rechnen, dass der Kongress &Auml;nderungsw&uuml;nsche des Pr&auml;sidialamtes in der Frist von 30-60 Tagen pr&uuml;fen und abblocken wird.<br>\nDieser Entwurf beabsichtigt, russische Erdgaslieferungen nach Europa durch Bevorzugung von US-amerikanischem Fl&uuml;ssiggas einzud&auml;mmen und neue Pipelineprojekte in Bezug auf Russland zu verhindern. Betroffen werden auch europ&auml;ische Firmen sein, die sich an solchen Projekten beteiligen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/russlandkontrovers.de\/america-first-der-kampf-um-erdgas-aus-russland\/\">Russland Kontrovers<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Journalisten beim G20-Gipfel &ndash; &ldquo;Der hat mir einen auf die Zw&ouml;lf gegeben&rdquo;<\/strong><br>\n&ldquo;Mir h&auml;tte vielleicht noch klarer sein sollen, dass es vielleicht auch ein Risiko ist, da mit der Kamera unterwegs zu sein&rdquo;, meint Martin Kaul im Dlf. F&uuml;r die taz berichtete er von den G20-Protesten und wurde k&ouml;rperlich angegriffen. F&uuml;r ihn steht dennoch fest: Wegschauen w&auml;re keine Option gewesen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/journalisten-beim-g20-gipfel-der-hat-mir-einen-auf-die.2907.de.html?dram:article_id=390655\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>30.000 Meldungen in 30 Tagen: Google unterst&uuml;tzt Roboterjournalismus<\/strong><br>\nSie werden in der Industrie, der Forschung und mittlerweile auch in den Medien eingesetzt: K&uuml;nstliche Intelligenzen. F&uuml;r eine britische Nachrichtenagentur sollen Bots nun bis zu 30.000 Meldungen pro Monat verfassen. Finanziert wird das Projekt von Google.<br>\nDurchschnittlich rund 1000 Berichte pro Tag sollen K&uuml;nstliche Intelligenzen schon bald f&uuml;r die britische Nachrichtenagentur Press Association (PA) produzieren. Im Monat summiert sich das auf etwa 30.000 Texte. W&uuml;rde dieser extrem hohe Output von menschlichen Journalisten gefordert werden, m&uuml;sste die Angestelltenzahl der Agentur utopisch hoch sein. Doch PA setzt darauf, dass es auch ohne geht: K&uuml;nstliche Intelligenzen durchsuchen pr&auml;zise und schnell enorm gro&szlig;e Datenmengen und verfassen basierend auf Vorlagen und Keywords Meldungen. F&uuml;r sehr grundlegende Nachrichten und einen Schreibstil, der jeder pers&ouml;nlichen Note entbehrt, scheint das offensichtlich machbar.<br>\nPA hat gemeinsam mit dem datengetriebenen News-Startup Urbs Media das Konzept f&uuml;r RADAR &ndash; Reporters And Data And Robots entwickelt. Ein Projekt, bei dem Bots 360.000 Berichte j&auml;hrlich f&uuml;r lokale Medien und Blogger in England und Irland produzieren sollen. Google scheint die Idee des Roboterjournalismus zu gefallen. Denn laut Angaben der PA finanziert das US-Unternehmen ihr Projekt mit 706.000 Euro im Rahmen der Digital News Initiative (DNI).<br>\nDabei handelt es sich um eine Initiative, mit der Google europ&auml;ische Medienh&auml;user unterst&uuml;tzt und innovative Projekte mit insgesamt 150 Millionen Euro f&ouml;rdert. Vor allem auch deutsche Medienh&auml;user profitieren von der Initiative: 3,7 Millionen Euro hat Google in der aktuellen dritten F&ouml;rderrunde an deutsche Verlage ausgesch&uuml;ttet &ndash; mehr als in allen anderen L&auml;ndern.<br>\n&bdquo;Die F&ouml;rderung von 706.000 Euro ist eine der bisher h&ouml;chsten Summen, die die DNI f&uuml;r ein einzelnes Projekt zur Verf&uuml;gung gestellt hat&ldquo;, schreibt die PA. Auf der Webseite der Initiative taucht zwar das Projekt RADAR auf, aber bis Redaktionsschluss noch ohne weitere Angaben oder Hinweise auf die H&ouml;he eines m&ouml;glichen Gewinns.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.wired.de\/collection\/life\/roboter-journalismus-bots-pa-dni-google-news-digitale-artikel\">Wired<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Nach &bdquo;Hetzjagd&ldquo;-Vorw&uuml;rfen beim G20: Zeit Online trennt sich von &bdquo;St&ouml;rungsmelder&ldquo;-Autor S&ouml;ren Kohlhuber<\/strong><br>\nZeit Online beendet die Zusammenarbeit mit zwei seiner Autoren, die f&uuml;r das Watchblog St&ouml;rungsmelder t&auml;tig gewesen sind &ndash; darunter Links-Aktivist S&ouml;ren Kohlhuber. Hintergrund: Der beim G20 offenbar als Journalist akkreditierte Autor hatte bei Demos andere Berichterstatter fotografiert und die Bilder bei Twitter ver&ouml;ffentlicht &ndash; mit dem Hinweis, es handele sich um Anh&auml;nger der Identit&auml;ren Bewegung. Gewaltt&auml;ter hatten die Betroffenen daraufhin attackiert und geschlagen. Kohlhuber wurde deshalb vorgeworfen, eine &ldquo;Hetzjagd&rdquo; iniitiiert zu haben.<br>\nDie Spuren der G20-Ausschreitungen in der Hamburger Innenstadt sind noch nicht ganz beseitigt, der Schock &uuml;ber die Zerst&ouml;rungswut zahlreicher gewaltbereiter Anh&auml;nger des schwarzen Blocks ist noch lange nicht &uuml;berwunden, da ersch&uuml;ttert ein weiterer, schwer zu begreifender Vorfall zumindest die Medienbranche.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/meedia.de\/2017\/07\/10\/nach-hetzjagd-vorwuerfen-beim-g20-zeit-online-trennt-sich-von-stoerungsmelder-autor-soeren-kohlhuber\/?utm_campaign=NEWSLETTER_MITTAG&amp;utm_source=newsletter&amp;utm_medium=email\">Meedia<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Von wegen &bdquo;Rock gegen Links&ldquo;: So tappte Heiko Maas beim Facebook-Talk mit Bild in die Boulevardfalle<\/strong><br>\nSo kann man einen Shitstorm provozieren: In der mont&auml;glichen Bild-Talkshow &ldquo;Die richtigen Fragen&rdquo;, die bei Facebook gezeigt wird, legte Moderatorin Anna von Bayern Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) den Begriff &ldquo;Rock gegen links&rdquo; in den Mund. Maas war so unvorsichtig, den Begriff aufzugreifen. Die bestellte Emp&ouml;rung lie&szlig; nicht lange auf sich warten. [&hellip;]<br>\nAn dieser Stelle fiel ihm Bild-Moderatorin Anna von Bayern ins Wort und sagte: &bdquo;Also Sie w&uuml;nschen sich ein &sbquo;Rock gegen links&lsquo;?&ldquo;<br>\nMaas&lsquo; spontane Reaktion: &bdquo;Ja, ein &sbquo;Rock gegen links&lsquo; oder was auch immer. Das werden diejenigen entscheiden m&uuml;ssen, die das dann auf die Beine stellen. Aber so etwas kann doch nicht ohne gesellschaftliche Reaktion bleiben. Wir sind viel zu oft die schweigende Mehrheit, die ein tolerantes und respektvolles Land will, die dann aber auch glaubt, dass es reicht, die schweigende Mehrheit zu sein. Das reicht eben nicht mehr, wie wir permanent sehen.&ldquo;<br>\nEigentlich eine harmlose Aussage von Heiko Maas. Wer den Ausschnitt sieht, erkennt klar, dass Maas den Begriff &bdquo;Rock gegen links&ldquo; nur wiederholt, weil er ihm von der Moderatorin vorgesagt wurde. In dem begleitenden Artikel bei Bild.de zur Talkshow wurde die Aussage dann ein wenig zugespitzt:<br>\n&Uuml;ber die T&auml;ter, die in den vergangenen Tagen ganze Stra&szlig;en der Hansestadt regelrecht verw&uuml;steten, sagte Mass: &bdquo;Das sind asoziale Schwerstkriminelle.&ldquo; Es seien in Hamburg &bdquo;schwere Straftaten begangen worden &ndash; bis hin zum versuchten Mord&ldquo;.<br>\nEr w&uuml;nschte sich, &bdquo;dass das nicht ohne gesellschaftliche Reaktion bleibt. Wir sind viel zu oft die schweigende Mehrheit&ldquo;, sagte der Justizminister. Vielleicht m&uuml;sse &bdquo;es auch ein &rsquo;Rock gegen Links&rsquo; geben&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/meedia.de\/2017\/07\/10\/von-wegen-rock-gegen-links-so-lockte-bild-justizminister-heiko-maas-beim-facebook-talk-in-die-boulevardfalle\/\">Meedia<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-39122","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39122","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=39122"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39122\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":39126,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39122\/revisions\/39126"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=39122"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=39122"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=39122"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}