{"id":39127,"date":"2017-07-11T08:59:21","date_gmt":"2017-07-11T06:59:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39127"},"modified":"2024-09-24T08:25:34","modified_gmt":"2024-09-24T06:25:34","slug":"die-veraenderung-der-globalen-machtstruktur-durch-das-russisch-chinesisches-tandem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39127","title":{"rendered":"Die Ver\u00e4nderung der globalen Machtstruktur durch das russisch-chinesische Tandem"},"content":{"rendered":"<p>Die Arroganz des offiziellen Washington bei dem Versuch, Russland und China von oben herab zu behandeln, hat die beiden L&auml;nder einander n&auml;her gebracht. Dadurch ergibt sich eine gef&auml;hrliche neue Dynamik in den internationalen Beziehungen, erkl&auml;rt der Ex-CIA-Analyst <strong>Ray McGovern<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39127#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>].<\/p><div style=\"clear:both\"><\/div><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9875\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-39127-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170711_Veraenderung_durch_das_russisch_chinesische_Tandem_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170711_Veraenderung_durch_das_russisch_chinesische_Tandem_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170711_Veraenderung_durch_das_russisch_chinesische_Tandem_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170711_Veraenderung_durch_das_russisch_chinesische_Tandem_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=39127-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170711_Veraenderung_durch_das_russisch_chinesische_Tandem_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170711_Veraenderung_durch_das_russisch_chinesische_Tandem_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><em>Der Artikel ist im englischsprachigen Original <a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2017\/07\/03\/russia-china-tandem-shifts-global-power\/\">auf Consortiumnews<\/a> erschienen und wurde f&uuml;r die NachDenkSeiten von <strong>Josefa Zimmermann<\/strong> ins Deutsche &uuml;bertragen.<\/em><\/p><p>Beim G20-Gipfel dieses Wochenende in Hamburg werden russische und chinesische Spitzenpolitiker damit besch&auml;ftigt sein, ihre Noten abzugleichen und ihre Ann&auml;herungsschritte gegen&uuml;ber Pr&auml;sident Trump zu koordinieren. Mit einem Zwischenstopp, den Pr&auml;sident Xi Jinping auf dem Weg zu G20 in Moskau einlegte, demonstrierten beide L&auml;nder ihre in den letzten Jahren gewachsene Verbindung. Dabei handelt es sich nicht blo&szlig; um Rauchwolken. Es gibt gen&uuml;gend Substanz hinter der Rhetorik. <\/p><p>Ganz gleich, ob das offizielle Washington diese schrittweise, aber tiefgreifende Ver&auml;nderung der amerikanischen Position in der Dreierkonstellation mit Russland und China erfreulich findet oder nicht,  klar ist, dass die Vereinigten Staaten sich selbst in diese Verliererposition katapultiert  haben. <\/p><p>Vorbei sind die Zeiten, in denen Richard Nixon und Henry Kissinger die chinesisch-sowjetische Rivalit&auml;t geschickt ausnutzten und beide L&auml;nder gegeneinander ausspielten, um von jeder Seite Zugest&auml;ndnisse zu erhalten. Langsam, aber sicher hat sich das strategische Gleichgewicht deutlich ver&auml;ndert. Die chinesisch-russische Ann&auml;herung signalisiert eine tektonische Verschiebung zum Schaden Washingtons, eine Verschiebung, die die Vereinigten Staaten weitgehend selbst verschuldet haben durch Aktionen, die die beiden L&auml;nder enger zusammenschmiedeten.<\/p><p>Es gibt jedoch kaum Anzeichen daf&uuml;r, dass die heutigen US-Politiker gen&uuml;gend Erfahrung und Intelligenz besitzen, um diese neue Realit&auml;t zu erkennen und die wichtigen Implikationen f&uuml;r die Handlungsfreiheit der USA zu verstehen. Noch weniger k&ouml;nnen sie wahrscheinlich einsch&auml;tzen, wie sich diese neue Verbindung zu Land, zu Wasser und in der Luft auswirken wird.<\/p><p>Stattdessen verh&auml;lt sich die Trump-Administration genau wie ihre Vorg&auml;ngerregierungen unter Bush und Obama arrogant und mit einem Alleinvertretungsanspruch, indem sie Raketen auf Syrien abfeuert und syrische Flugzeuge abschie&szlig;t, sich in der Ukraine aufplustert und Kriegsschiffe vor den K&uuml;sten Chinas positioniert. <\/p><p>Aber bedenken Sie: Es k&ouml;nnte bald zu einem chinesischen Angriff auf US-Interessen im S&uuml;dchinesischen Meer oder in der Stra&szlig;e von Taiwan kommen, zusammen mit einem Interessenkonflikt zwischen Russland und Amerika im syrischen Luftraum oder einem Showdown in der Ukraine.  <\/p><p>Ein Mangel an Erfahrung oder Intelligenz mag eine wohlwollende Interpretation sein. Wahrscheinlich ist das Verhalten Washingtons eher eine Mischung aus dem &uuml;blichen naiven &Uuml;berlegenheitsgef&uuml;hl und dem unaufh&ouml;rlichen Machtgebaren der US-R&uuml;stungslobby, des Pentagons und anderer Akteure des &bdquo;Tiefen Staates&ldquo;, die alle wild entschlossen sind, jeglichen Spannungsabbau mit Russland und China zu verhindern. Schlie&szlig;lich ist das Sch&uuml;ren der Angst vor Russland und China eine lang erprobte Methode, um sicherzustellen, dass weiterhin Flugzeugtr&auml;ger gebaut und teure Waffensysteme produziert werden.<\/p><p>Es ist fast wie in fr&uuml;heren Zeiten, als die USA Kriege an mehreren Fronten gleichzeitig f&uuml;hrten. Doch das Bild, das sich in den letzten Wochen zeigte, war das folgende:<\/p><ul>\n<li>Der Lenkwaffenzerst&ouml;rer USS Stethem man&ouml;vrierte am Sonntag innerhalb 12 Seemeilen nahe der von den Chinesen beanspruchten Triton-Insel im S&uuml;dchinesischen Meer. Der chinesische Au&szlig;enminister bezeichnete dies unmittelbar als eine &bdquo;ernstzunehmende politische und milit&auml;rische Provokation&ldquo;.<\/li>\n<li>Die USA k&uuml;ndigten letzte Woche einen 1,4- Milliarden-Dollar-Waffenverkauf an Taiwan an, verh&auml;ngten Sanktionen gegen eine chinesische Bank wegen ihrer Gesch&auml;fte mit Nordkorea und bezeichneten China als den schlimmsten Menschenh&auml;ndler der Welt.<\/li>\n<li>Am 20. Juni setzte Donald Trump einen herablassenden Tweet ab, in dem er bekannt gab, dass China sich auf sein Ersuchen hin erfolglos bem&uuml;ht hatte, Nordkorea an der Fortsetzung seines Atomprogramms zu hindern. &bdquo;Es hat nicht geklappt. Zumindest wei&szlig; ich, dass China es versucht hat.&ldquo; (&Uuml;ber Jahrhunderte machten die Chinesen schlechte Erfahrungen mit der herablassenden Haltung des Westens.)<\/li>\n<\/ul><p><strong>Raketenabwehr als gemeinsame Sorge<\/strong><\/p><p>Am Vorabend seiner Ankunft in Moskau gab Xi der russischen Nachrichtenagentur TASS ein Interview, in dem es um die Raketenabwehr ging &ndash; ein Thema, das Vladimir Putin besonders am Herzen liegt. Xi fokussierte sich auf die amerikanische Stationierung von <em>Terminal High Level Area Defense (THAAD)<\/em>-Raketen in S&uuml;dkorea, die  &ldquo;das strategische Gleichgewicht in der Region st&ouml;ren&rdquo; und die Sicherheitsinteressen aller L&auml;nder dieser Region, darunter Russland und China, bedrohen. <\/p><p>Xi bekr&auml;ftigte auch, dass Peking Washington und Seoul dr&auml;ngt, den milit&auml;rischen Druck auf Nordkorea zu vermindern. Und er kann sogar hoffen, dass der neue s&uuml;dkoreanische Pr&auml;sident mit mehr Vernunft reagieren wird als sein Vorg&auml;nger. Dieser hatte den THAAD-Einsatz autorisiert und damit den Norden Koreas in noch gr&ouml;&szlig;ere Nervosit&auml;t bez&uuml;glich eines m&ouml;glichen Pr&auml;ventivschlags versetzt.  <\/p><p>(In einem Seminar im Web im Februar diskutierten Professor J. J. Suh und ich THAAD aus der historischen Perspektive der Raketenabwehrsysteme. &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=uON7s6e_pmI&amp;feature=youtu.be\">Professor JJ Suh THAAD &amp; The Global Arms Race<\/a>&ldquo;; &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=yS5-xKFE4Zk&amp;feature=youtu.be\">Ray McGovern on Missile Defense<\/a>&ldquo;)<\/p><p>Vor weniger als einem Monat trafen sich Putin und Xi in der kasachischen Hauptstadt Astana am Rande eines Gipfeltreffens der <em>Shanghai Cooperation Organization<\/em>. Damals prognostizierte Putin, dass das geplante bilaterale Treffen in Moskau &ldquo;ein herausragendes Ereignis f&uuml;r die Beziehungen der beiden Staaten&rdquo; sein w&uuml;rde. <\/p><p>Der russische Pr&auml;sident f&uuml;gte hinzu: &ldquo;Traditionsgem&auml;&szlig; nutzen wir jede Gelegenheit, uns zu treffen,  um die bilateralen Beziehungen und die internationale Agenda zu diskutieren.&rdquo;<\/p><p>Wenn er mit dieser &ldquo;Tradition&rdquo; die chinesisch-russischen Beziehungen vor mehr als drei Jahrzehnten meinte, dann &uuml;bertreibt Putin. Denn so war es nicht immer. Ein R&uuml;ckblick auf die Wechself&auml;lle der russisch-chinesischen Beziehungen des letzten halben Jahrhunderts illustriert den schwierigen Weg, der  zur&uuml;ckgelegt wurde. Was noch wichtiger ist: Es sieht nicht danach aus, dass sich die  derzeitige N&auml;he bald in Luft aufl&ouml;sen wird. <\/p><p>Wie unterirdische tektonische Platten, die sich langsam verschieben, k&ouml;nnen sich auch weitreichende  politische Ver&auml;nderungen allm&auml;hlich entwickeln, so dass sie bis zum Erdbeben niemandem auffallen. Als CIA-Chefanalyst f&uuml;r die Sowjetunion und die chinesisch-sowjetischen Beziehungen in den 1960er und fr&uuml;hen 1970er Jahren hatte ich einen Logenplatz, um die Zeichen der wachsenden Feindseligkeit zwischen Russland und China zu beobachteten, die  schlie&szlig;lich Nixon und Kissinger zum Vorteil Washingtons ausnutzen konnten .<\/p><p>Die Beschwerden der beiden asiatischen Nachbarn schlossen Irredentismus ein: China forderte 1,5 Millionen Quadratkilometer von Sibirien, die dem Land im Jahr 1689 aufgrund &bdquo;ungleicher Vertr&auml;ge&ldquo; weggenommen worden waren. Dies f&uuml;hrte zu bewaffneten Zusammenst&ouml;&szlig;en in den 1960er und 1970er Jahren entlang des langen Grenzflusses, bei denen beide Seiten die Inseln beanspruchten. .<\/p><p>In den sp&auml;ten 1960er Jahren verst&auml;rkte Russland seine Bodentruppen in der N&auml;he Chinas von 13 auf 21 Divisionen. Im Jahr 1971 war die Zahl auf 44 Divisionen gewachsen und die chinesischen F&uuml;hrer begannen, Russland als eine gr&ouml;&szlig;ere Bedrohung anzusehen als die USA, die w&auml;hrend des Koreakrieges in den 1950er Jahren chinesische Truppen besiegt hatten und sich weigerten, die kommunistische F&uuml;hrung des Landes diplomatisch anzuerkennen, w&auml;hrend sie an der Fiktion festhielten, dass Chiang Kai-Tscheks Nationalisten auf Taiwan Chinas legitime Regierung bildeten. <\/p><p>Sehen Sie Henry Kissinger an, der Peking im Jahr 1971 besuchte, um den Besuch von Pr&auml;sident Richard Nixon im n&auml;chsten Jahr vorzubereiten. Was folgte, war eine sehr phantasievolle Diplomatie, die von Kissinger und Nixon orchestriert wurde, um die Angst zwischen China und der  UdSSR zu nutzen, und die beide L&auml;nder zwang, miteinander in Konkurrenz zu treten um bessere  Beziehungen zu Washington. <\/p><p><strong>Dreiecksdiplomatie<\/strong><\/p><p>Washingtons geschicktes Ausnutzen seiner relativ starken Position in der Dreiecksbeziehung trug dazu bei, umfassende, &uuml;berpr&uuml;fbare R&uuml;stungskontrollvereinbarungen zwischen den USA, der UdSSR und dem Vier-M&auml;chte-Abkommen &uuml;ber Berlin zu erleichtern. Die UdSSR ging sogar so weit, China zu beschuldigen, eine friedliche L&ouml;sung in Vietnam zu behindern. <\/p><p>Es war eine jener gelungenen Aktionen, bei denen wir CIA-Analysten die Oppositionshaltung ablegen konnten, die wir oft einnehmen mussten. Vielmehr konnten wir guten Gewissens die Auswirkungen des US-Ma&szlig;nahmen abwarten und den Schluss ziehen, dass die gew&uuml;nschte Wirkung erzielt wurde. <\/p><p>Die feindselige Haltung zwischen Peking und Moskau war offensichtlich. Anfang 1972, zwischen den ersten Gipfeltreffen von Pr&auml;sident Nixon in Peking und Moskau, unterstrichen unsere Analysen die Tatsache, dass die chinesisch-sowjetische Rivalit&auml;t beide Seiten schw&auml;cht.<\/p><p>Nicht nur gingen f&uuml;r die beiden L&auml;nder die Vorteile einer Zusammenarbeit verloren, sondern dar&uuml;ber hinaus f&uuml;hlten sich beide zu gro&szlig;en Anstrengungen gezwungen, die Strategien des Anderen zunichte zu machen. Eine bedeutende Dimension erhielt diese Rivalit&auml;t, als die USA begannen, bessere Beziehungen zu Beiden gleichzeitig aufzubauen. Dadurch gerieten sie in einen entscheidenden Wettstreit um die besten Beziehungen zu den USA.<\/p><p>Zwangsl&auml;ufig bemerkten die sowjetischen und chinesischen F&uuml;hrer, wie sich dadurch die Verhandlungsposition der USA verst&auml;rkt hatte. Aber wir CIA-Analysten sahen die L&auml;nder als dauerhaft gefangen in gegenseitiger Ablehnung, bedingt durch ihre tiefen &Uuml;berzeugungen, in denen sich nationale, ideologische und rassistische Faktoren gegenseitig verst&auml;rkten. Obwohl die beiden L&auml;nder erkannten, welchen Preis sie daf&uuml;r zahlten, schienen sie keinen Ausweg zu erkennen. Die einzige Aussicht auf Verbesserung, so vermuteten wir,  war die Hoffnung, dass die Staatsf&uuml;hrer irgendwann durch vern&uuml;nftigere abgel&ouml;st w&uuml;rden. Aber das erschien damals eine illusorische Erwartung.. <\/p><p>Das sollte sich als Irrtum erweisen. Die Nachfolger von Mao und Chruschtschow erwiesen sich als k&uuml;hlere K&ouml;pfe. Die USA unter Pr&auml;sident Jimmy Carter anerkannten schlie&szlig;lich Chinas kommunistische Regierung im Jahr 1979. Und die Dynamik der trilateralen Beziehungen zwischen den USA, China und der Sowjetunion verschob sich allm&auml;hlich, als die Spannungen zwischen Peking und Moskau abnahmen.<\/p><p>Ja, es dauerte viele Jahre, um das &uuml;ber lange Zeit verkrustete Misstrauen zwischen den beiden L&auml;ndern zu lockern. Aber schon Mitte der achtziger Jahre warnten wir Analysten die Strategen davor, dass sich die Beziehungen zwischen Moskau und Peking langsam, aber sicher normalisierten. Die Normalisierung entwickelte sich trotz anhaltender Proteste in China, die so nicht m&ouml;glich gewesen w&auml;ren, wenn die Russen sich nicht den Bedingungen Chinas v&ouml;llig unterworfen h&auml;tten.F&uuml;r die sowjetischen F&uuml;hrer war bequemer, in einem trilateralen Beziehungsgeflecht zu operieren. Hier litten sie weniger unter den schw&auml;chenden Auswirkungen eines st&auml;ndigen Wettstreits mit China um die besseren Beziehungen zu Washington.  <\/p><p><strong>Eine neue Realit&auml;t<\/strong><\/p><p>Dennoch lie&szlig;en wir uns nicht tr&auml;umen, dass der russische Pr&auml;sident Putin bereits im Oktober 2004 Peking besuchen w&uuml;rde, um eine Vereinbarung &uuml;ber Grenzfragen abzuschlie&szlig;en und sich damit zu br&uuml;sten, dass die Beziehungen einen &bdquo;bisher nie dagewesenen H&ouml;hepunkt&ldquo; erreicht h&auml;tten. Er unterzeichnete auch eine Vereinbarung &uuml;ber die gemeinsame Entwicklung russischer Energiereserven. <\/p><p>Ein vitalisiertes Russland und ein sich modernisierendes China entwickelten allm&auml;hlich ein Gegengewicht zur US-Hegemonie als der einzigen Supermacht. Als Reaktion beschleunigten die USA ihre strategischen Man&ouml;ver, um sowohl Russland als auch China mit Milit&auml;rbasen der gegnerischen Allianz  zu umgeben durch die Osterweiterung der NATO und Pr&auml;sident Obamas so genanntem &bdquo;Pivot to Asia&ldquo;.<\/p><p>Der mit R&uuml;ckendeckung der USA ausgef&uuml;hrte Putsch in der Ukraine am 22. Februar 2014 markierte einen  historischen  H&ouml;hepunkt, auf den Russland mit der von der Bev&ouml;lkerung bef&uuml;rworteten Wiedereingliederung der Krim und der Unterst&uuml;tzung der russischst&auml;mmigen Rebellen in der Ostukraine reagierte, die Widerstand gegen das Regime in Kiew leisteten. <\/p><p>Auf der globalen B&uuml;hne f&uuml;llte Putin das fr&uuml;here Energieabkommen mit China mit Leben, einschlie&szlig;lich eines Erdgasvertrages mit einer Laufzeit von 30 Jahren im Wert von 400 Milliarden Dollar. Mit diesem Schachzug konnte Putin zeigen, dass die Wirtschaftssanktionen des Westens nach dem Putsch die russische &Ouml;konomie kaum bedrohten. <\/p><p>Mit der engeren chinesisch-russischen Zusammenarbeit kam es zu einer wachsenden &Uuml;bereinstimmung der jeweiligen Positionen bez&uuml;glich verschiedener Krisengebiete, darunter die Ukraine und Syrien. Auch die milit&auml;rische Zusammenarbeit intensivierte sich stetig. Dennoch stimmen in den USA Politik und Wissenschaft weiterhin in der &uuml;berheblichen Ansicht &uuml;berein, dass f&uuml;r China und Russland  trotz ihrer engen Zusammenarbeit gute Beziehungen zu den USA wichtiger seien als untereinander. <\/p><p>Das kommt treffend in der Sportweisheit zum Ausdruck, die besagt, dass das Spiel erst zu Ende ist, &bdquo;wenn die dicke Dame singt&ldquo;. In diesem Fall aber ist ihre Stimme nicht zu &uuml;berh&ouml;ren. Die Zeiten, in denen die USA China und Russland gegeneinander ausspielen konnten, sind endg&uuml;ltig vorbei. <\/p><p>Es bleibt zu hoffen, dass sich  in der US-Regierung jemand findet, der Pr&auml;sident Trump dar&uuml;ber aufkl&auml;rt, dass seine Gegenspieler in Russland und China am selben Strang ziehen, und zwar als Folge arroganter Fehleinsch&auml;tzungen seiner unmittelbaren Vorg&auml;nger. Die Konsequenzen f&uuml;r die Sicherheit der Vereinigten Staaten sind enorm. <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] <strong>Ray McGovern<\/strong> arbeitet als Publizist f&uuml;r die &ouml;kumenische &bdquo;Church of the Saviour&ldquo; in Washington. Er begann seine 27j&auml;hrige CIA-Karriere 1964 und war f&uuml;r die Analyse der chinesich-sowjetischen Beziehungen verantwortlich. Heute ist er Mitglied der Organisation <em>Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS)<\/em>.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Arroganz des offiziellen Washington bei dem Versuch, Russland und China von oben herab zu behandeln, hat die beiden L&auml;nder einander n&auml;her gebracht. Dadurch ergibt sich eine gef&auml;hrliche neue Dynamik in den internationalen Beziehungen, erkl&auml;rt der Ex-CIA-Analyst <strong>Ray McGovern<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39127#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>].<\/p>\n<div style=\"clear:both\"><\/div>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107],"tags":[379,1426,1345,2069,466,1485,915,259,1983,1314,1800,260,1556,2114],"class_list":["post-39127","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","tag-china","tag-hegemonie","tag-kissinger-henry","tag-militaerstuetzpunkte","tag-nato","tag-nordkorea","tag-putin-wladimir","tag-russland","tag-suedkorea","tag-tiefer-staat","tag-trump-donald","tag-ukraine","tag-usa","tag-xi-jinping"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39127","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=39127"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39127\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":121789,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39127\/revisions\/121789"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=39127"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=39127"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=39127"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}