{"id":3914,"date":"2009-04-29T09:49:33","date_gmt":"2009-04-29T07:49:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3914"},"modified":"2009-04-29T11:01:25","modified_gmt":"2009-04-29T09:01:25","slug":"hinweise-des-tages-881","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3914","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(WL)<\/p><p>Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p><ol>\n<li>Robert von Heusinger: Zockt die Deutsche Bank wieder?<\/li>\n<li>Memorandum 2009 &ndash; Von der Krise in den Absturz?<\/li>\n<li>Ohne B&ouml;rsensteuer keine Regulierung<\/li>\n<li>Welthandelsrecht und Sozialstaatlichkeit <\/li>\n<li>Unternehmer warnen vor linken Unruhestiftern<\/li>\n<li>Unternehmer &auml;rgern Merkel<\/li>\n<li>Verhandlungen &uuml;ber EU-Arbeitszeitrichtlinie geplatzt<\/li>\n<li>Daimler: Falsche Richtung<\/li>\n<li>H&ouml;chststand an Alg-II-Beziehern in der Altersgruppe von 55 bis 65 Jahren<\/li>\n<li>Public Private Partnership kommt Kommunen teuer zu stehen<\/li>\n<li>Stromkonzerne als Krisengewinnler<\/li>\n<li>&Auml;rzte im Sold der Pharmaindustrie<\/li>\n<li>Notstand im Klassenzimmer &ndash; Hilfslehrer m&uuml;ssen einspringen<\/li>\n<li>Mit staatlichen Schulen Geld verdienen<\/li>\n<li>GEW: &bdquo;Freier Zugang zum Master &ndash; weder Quote noch Note&ldquo;<\/li>\n<li>Fernsehen nur f&uuml;r vierstellige Bestechungshonorare<\/li>\n<li>Erkl&auml;rung der &bdquo;Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokraten in der SPD&ldquo;<\/li>\n<li>Zum gestrigen Beitrag &bdquo;Ordoliberale &Ouml;konomen rufen zum letzten Gefecht auf&ldquo;<\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3914&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Robert von Heusinger: Zockt die Deutsche Bank wieder?<\/strong><br>\nDas Quartalsergebnis der Deutschen Bank l&auml;sst staunen: Mitten in der Krise hat die gr&ouml;&szlig;te Bank Deutschlands klotzig verdient. Und nicht nur das: Den wichtigsten Teil der Profite steuerte das in Verruf geratenen Investmentbanking bei, das im Jahr zuvor f&uuml;r die horrenden Verluste verantwortlich zeichnete. Lohnt sich das Zocken schon wieder?\n<p>Investmentbanken sind nie risikoneutrale Market-Maker. Sie nehmen auch Positionen, nutzen kurzfristige Schwankungen und profitieren von der Erholung der Finanzm&auml;rkte, genauso wie sie unter deren Eintr&uuml;bung leiden. Blickt man auf die Bilanzrelationen sieht man, welch enormes Rad die Bank trotz des Abbaus von Positionen noch immer dreht. Auf eine Einheit Eigenkapital, also Risikopuffer, kommen 25 Einheiten Fremdkapital, mit denen sie Wetten und Absicherungsgesch&auml;fte eingeht. Damit gleicht die Bilanz noch immer der eines Hedgefonds. Kleine Bewegungs&auml;nderungen in den Best&auml;nden k&ouml;nnen gro&szlig;e Wirkung entfalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/1736466_Hoher-Gewinn-Zockt-die-Deutsche-Bank-wieder.html\">FR<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ackermann macht weiter so, als h&auml;tte es die Finanzkrise nie gegeben. Er schm&uuml;ckt seine Bilanz auf dem Papier mit Anpassungen der internen Bewertungen und mit dem Wertpapierhandel. Und die Medien applaudieren schon wieder. <\/em> <\/p>\n<p><em>Dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Deutsche Bank &ndash; Kein Hoffnungsschimmer<\/strong><br>\nDas Problem mit dem Quartalsergebnis der Deutschen Bank ist, dass es kaum seri&ouml;se R&uuml;ckschl&uuml;sse auf den grunds&auml;tzlichen Gesundheitszustand des Instituts zul&auml;sst. Sie zeigen zwar, dass im viel geschm&auml;hten Investmentbanking auch in der Krise Gewinne m&ouml;glich sind, ob &uuml;ber das Anleihengesch&auml;ft oder die Absicherung von W&auml;hrungsrisiken. Klar ist aber auch, dass die Gewinne der Deutschen Bank deutlich geringer ausgefallen w&auml;ren, wenn das Institut nicht einzelne Positionen innerhalb der Bilanz verschoben h&auml;tte. Wie viele Risiken noch in den B&uuml;chern stehen, bleibt in weiten Teilen im Dunkeln. Diese Unsicherheit ist politisch gewollt. Um den teuflischen Kreislauf von st&auml;ndigem Abschreibungsbedarf und immer breiteren Rettungsschirmen f&uuml;r die Banken zu durchbrechen, haben die europ&auml;ischen Regierungen die Bilanzregeln deutlich aufgeweicht. Im Fall der Deutschen Bank war diese Politik insofern erfolgreich, als Abschreibungen in H&ouml;he von 1,2 Mrd. Euro vermieden wurden. Den Banken wurde mehr Flexibilit&auml;t einger&auml;umt, damit sie das Vertrauen der Anleger zur&uuml;ckgewinnen k&ouml;nnen. F&uuml;r Vertrauen ist aber ebenfalls notwendig, dass die M&auml;rkte die vorgelegten Zahlen auch einordnen k&ouml;nnen. Und das ist nur m&ouml;glich, wenn Banken sich international koordinierten und harmonisierten Standards unterwerfen m&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/kommentare\/:Leitartikel-Deutsche-Bank-Kein-Hoffnungsschimmer\/506566.html?mode=print\">FTD<\/a><\/p>\n<p><em>Dazu auch noch:<\/em><\/p>\n<\/li><li><strong>Jens Berger: Stoppt die Finanzrowdys!<\/strong><br>\nJosef Ackermann pr&auml;sentiert einen fragw&uuml;rdigen Milliardengewinn und verspricht mitten in der Krise, die irrsinnige Jagd nach der 25-Prozent-Rendite fortzusetzen\n<p>Die hervorragenden Quartalszahlen sind dank ge&auml;nderter und komplett intransparenter Bilanzierungsregeln vielleicht nicht einmal das Papier wert, auf dem sie gedruckt sind. In einer j&uuml;ngst ver&ouml;ffentlichen Vergleichsstudie schneidet das Risikomanagement der Deutschen Bank miserabel ab. Die R&uuml;ckstellungen der Ackerm&auml;nner betragen lediglich 0,71 Prozent des Kreditportfolios &ndash; international sind nur zwei Gro&szlig;banken noch schlechter aufgestellt. Ohne staatliche Rettungsaktionen w&auml;re Ackermann wohl nurmehr eine Fu&szlig;note der Finanzkrise. Doch diese Lehren hat der Reserveoberst f&uuml;r sich noch nicht verarbeiten k&ouml;nnen. Seine Welt ist das globale Finanzcasino und er zockt weiter am &bdquo;gro&szlig;en Tisch&ldquo;. Das ist es, was f&uuml;r ihn z&auml;hlt &ndash; faites vos jeux!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/0918-deutsche-bank-ackermann-krise\">Freitag<\/a><\/p><\/li>\n\n<li><strong>Memorandum 2009 &ndash; Von der Krise in den Absturz?<\/strong><br>\nGegen&uuml;ber den teils halbherzigen und teils kontraproduktiven Ma&szlig;nahmen der Bundesregierung schl&auml;gt die Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik eine Politik vor, die den schnellen Einsatz sehr viel umfangreicherer Mittel zum Kampf gegen die Krise mit der Weichenstellung f&uuml;r einen alternativen Entwicklungstyp verbindet. Ihre drei S&auml;ulen sind eine andere Finanzmarktpolitik, eine andere Konjunktur- und Umbaupolitik und eine progressive Sozialstaatsreform.\n<p>Zur &Uuml;berwindung der Finanzmarktkrise und zur R&uuml;ckf&uuml;hrung des Finanzsektors in eine Dienstleistungsbranche f&uuml;r Unternehmen und Haushalte schlagen wir f&uuml;nf Schritte vor:<\/p>\n<ol>\n<li><em>Verstaatlichung und Kontrolle wesentlicher Banken<\/em><\/li>\n<li><em>Stabilisierung der M&auml;rkte<\/em><br>\nGleichzeitig untersagt die Politik per Gesetz oder Verordnung Finanzpraktiken, die sich in den letzten Jahren als besonders destabilisierend erwiesen haben. Dazu geh&ouml;ren vor allem die Verbriefung von Krediten und der Handel mit Kreditpaketen, der &uuml;berm&auml;&szlig;ige Einsatz des Kredithebels bei Unternehmens&uuml;bernahmen, das spekulative Short-selling, der Vertrieb undurchsichtiger sogenannter strukturierter Produkte und anderer Derivate.\n<\/li>\n<li><em>Bankenreform<\/em><br>\nErstens sollte sie die Banken wieder auf ihr Kerngesch&auml;ft zur&uuml;ckf&uuml;hren, das in der Verwaltung von Einlagen und der Vergabe von Krediten besteht. Das erfordert vor allem einen radikalen Abbau des Wertpapiergesch&auml;fts, das sich f&uuml;r Banken auf die Ausgabe eigener l&auml;ngerfristiger Anleihen zur Refinanzierung beschr&auml;nken sollte. Zweitens sollte eine Bankenreform die Bedeutung des Interbankenmarktes relativieren, der sich in der Vergangenheit &ouml;fter als blockierendes Element des Finanzsystems erwiesen hat. \n<p>Drittens muss das Regelwerk von Basel II korrigiert werden, dessen M&auml;ngel in der aktuellen Krise offen zutage getreten sind. Der prozyklische und polarisierende Charakter der mikro&ouml;konomischen Ausrichtung muss durch einen antizyklischen und ausgleichenden Mechanismus ersetzt werden, der nicht in erster Linie einzelwirtschaftlichen Rentabilit&auml;tsorientierungen folgt, sondern Kriterien der Systemstabilit&auml;t entspricht.\n<\/p><\/li>\n<li><em>Reform der Kapitalm&auml;rkte<\/em><br>\nSie sollte in erster Linie auf Entschleunigung abzielen, d.h. auf die Verringerung des Umfangs und der Geschwindigkeit der Transaktionen auf den Kapitalm&auml;rkten, denn diese waren in den letzten beiden Jahrzehnten sehr viel mehr durch Spekulation als durch eine rationale  Lenkung von Kapital zu reproduktiven Zwecken getrieben. Zur Entschleunigung der Kapitalm&auml;rkte sollte eine sp&uuml;rbare Steuer auf Finanztransaktionen eingef&uuml;hrt werden.\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik schl&auml;gt als Alternative zur halbherzigen Politik der Bundesregierung ein umfassendes &ouml;ffentliches Konjunktur-, Besch&auml;ftigungs- und Umbauprogramm in H&ouml;he von j&auml;hrlich 110 Milliarden Euro f&uuml;r zun&auml;chst die n&auml;chsten f&uuml;nf Jahre sowie Arbeitszeitverk&uuml;rzungen im &ouml;ffentlichen Sektor und die F&ouml;rderung von Arbeitszeitverk&uuml;rzungen in der Privatwirtschaft vor.<\/p>\n<p>Die Arbeitsgruppe fordert weiter eine progressive Sozialstaatsreform, in der qualitativ hochwertige Dienstleistungen von gut ausgebildeten Arbeitskr&auml;ften in ausreichender Anzahl erbracht werden, die unter guten und tariflich abgesicherten Arbeitsverh&auml;ltnissen leben.<\/p>\n<p>Die Beispiele der skandinavischen L&auml;nder zeigen, dass dies bei entsprechendem politischen Willen und entsprechender Finanzausstattung m&ouml;glich ist und im Ergebnis zu<br>\neiner besseren wirtschaftlichen Entwicklung f&uuml;hrt.<\/p>\n<p>Die Grundlage f&uuml;r eine dauerhafte &Uuml;berwindung der aktuellen Krisen und die Einleitung eines neuen Typs der Entwicklung ist eine umfassende Demokratisierung der Wirtschaft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.memo.uni-bremen.de\">Memorandum 2009 Kurzfassung (ab 11.00 Uhr)<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Ohne B&ouml;rsensteuer keine Regulierung<\/strong><br>\nDie Europ&auml;er haben sich durchgesetzt beim G20-Gipfel: Keine weiteren Konjunkturpakete f&uuml;r die Realwirtschaft, daf&uuml;r strikte Regulierung der Finanzwirtschaft. Allerdings wissen die Protagonisten dieser Strategie nicht, was sie konkret regulieren wollen. Daher wollen sie gleich alle Aktivit&auml;ten erfassen. \n<p>Im G20-Kommuniqu&eacute; hei&szlig;t es, alle systemisch wichtigen finanziellen Institutionen, Instrumente und M&auml;rkte sollen reguliert werden. &Auml;hnlich allgemein ist der Kampf gegen die Gier der Banker und gegen wahnwitzige Verschuldung beschrieben.<\/p>\n<p>Vielleicht k&ouml;nnten die Eliten als ersten Schritt auf dem m&uuml;hsamen Weg von der Marktreligiosit&auml;t zu praktischer Vernunft eine Finanztransaktionssteuer realisieren. Sie w&uuml;rde kurzfristige Spekulation mit Finanzderivaten verteuern &ndash; allein an der Derivatb&ouml;rse Eurex wird das deutsche Brutto-Inlandsprodukt 55 Mal umgesetzt! Dies ist eine Folge der Verlagerung des Gewinnstrebens von der Realwirtschaft hin zur Finanzspekulation. Mit der neuen Weltwirtschaftskrise wurde das Ende dieser Sackgasse erreicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/doku_und_debatte\/1736468_Wirtschaftsforscher-Schulmeister-Ohne-Boersensteuer-keine-Regulierung.html\">FR<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Welthandelsrecht und Sozialstaatlichkeit<\/strong><br>\nNur ein kleiner Teil der Ertr&auml;ge des Welthandels kommt Arbeitnehmern in Entwicklungsl&auml;ndern zugute. Gleichzeitig gef&auml;hrdet der internationale Kostenwettbewerb die finanzielle Basis der Sozialsysteme in entwickelten L&auml;ndern. Globale Sozialstandards w&uuml;rden beiden Seiten n&uuml;tzen.\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_arbp_170.pdf\">Arbeitspapier Prof. Dr. Felix Ekardt, LL.M., M.A.: Universit&auml;t Bremen, Forschungsstelle f&uuml;r Europ&auml;isches Umweltrecht (FEU) und Bremer Institut f&uuml;r transnationales Verfassungsrecht (BITRAV) [PDF &ndash; 1,8 MB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Unternehmer warnen vor linken Unruhestiftern<\/strong><br>\nDie Firmenchefs im Ethikverband der Deutschen Wirtschaft werfen den Parteien vor, soziale Unruhen herbeizureden. Gesine Schwan (SPD) und Oskar Lafontaine von der Linkspartei sch&uuml;rten den Hass auf Manager und heizten die Stimmung auf. Die Unternehmer f&uuml;rchten gro&szlig;en Schaden f&uuml;r die Wirtschaft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article3637778\/Unternehmer-warnen-vor-linken-Unruhestiftern.html\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der Artikel ist irrelevant, aber das wollten wir Ihnen nicht vorenthalten: &bdquo;Die Firmenchefs im Ethikverband der Deutschen Wirtschaft&ldquo;. Wann hat man von diesem &bdquo;Ethikverband&ldquo; etwas geh&ouml;rt, als es um die Gier von Bankern und Managern ging? Aber jetzt auf die mit dem Finger zu zeigen, die diesen Verlust der Ethik anprangern, das ist schon ziemlich absurd.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Unternehmer &auml;rgern Merkel<\/strong><br>\nCDU-Wirtschaftsrat fordert Steuersenkungen und die Abschaffung der Erbschaftsteuer. Die Parteispitze weist die Wunschliste als &ldquo;nicht realisierbar&rdquo; zur&uuml;ck<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=in&amp;dig=2009%2F04%2F29%2Fa0013&amp;cHash=87d14685c9&amp;type=98\">taz <\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wir m&uuml;ssen uns wohl von den k&auml;rglichen &Uuml;berresten des C in der CDU verabschieden, das in seiner s&auml;kularen Form ein St&uuml;ck Gemeinsinn verk&ouml;rperte. Nat&uuml;rlich ist der Unternehmerfl&uuml;gel der CDU&nbsp; nicht repr&auml;sentativ f&uuml;r die CDU, aber es ist doch bezeichnend, dass Angela Merkel aus wahltaktischen Gr&uuml;nden nicht offensiv solche Forderungen zur&uuml;ckweisen kann, weil so mancher in der CDU mit den alten FDP-Forderungen&nbsp; lieb&auml;ugelt. Es ist kaum zu fassen, dass unser wohlhabender Mittelstand nicht begreift, dass Deutschland selbst ohne Wirtschaftskrise vor der gewaltigen Aufgabe steht, seine materielle und  immaterielle Infrastruktur zumindest an internationale Standards heranzuf&uuml;hren. Aber wahrscheinlich f&auml;llt Wirtschaftsvertretern, die Kostensenkungen f&uuml;r innovativ halten, beim Staat auch nichts anderes ein. Und so werden Polizei, Krankenh&auml;user, Schulen, Universit&auml;ten und anderen wichtigen Institutionen weiterhin beispiellose Hungerkuren verschrieben. Angesichts der Krise zeugen die Forderungen nach Steuersenkungen und Abschaffung&nbsp; der Erbschaftssteuer von einer bodenlosen Dummheit oder einem un&uuml;berbietbarem Zynismus &ndash; oder beidem. Im kapitalistischen Mutterland, den USA, betr&auml;gt der Anteil der Erbschaftssteuern immerhin 1,3 Prozent des Steueraufkommens, in Deutschland 0,4 Prozent. Der neue Pr&auml;sident erh&ouml;ht angesichts der Krise wie seinerzeit Roosevelt die Steuern f&uuml;r die Reichen, w&auml;hrend hierzulande der biedere Egoismus eines saturierten B&uuml;rgertums sich selbst &uuml;berbietet mit immer neuen Angriffen auf das Gemeinwesen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Verhandlungen &uuml;ber EU-Arbeitszeitrichtlinie geplatzt<\/strong><br>\nDie Einf&uuml;hrung arbeitnehmerfreundlicherer Arbeitszeiten in Europa ist gescheitert. Vertreter des Europaparlaments und der EU-Regierungen konnten sich in der Nacht zum Dienstag nicht auf eine Neufassung der umstrittenen Arbeitszeitrichtlinie von 2003 &auml;ndern. In den Verhandlungen &uuml;ber eine Neufassung beharrten Deutschland, Grossbritannien und eine Reihe osteurop&auml;ischer Staaten darauf, auch k&uuml;nftig weitreichende Ausnahmen zuzulassen. Erstens sollte in Tarifvertr&auml;gen grunds&auml;tzlich von der 48-Stunden-Grenze abgewichen werden d&uuml;rfen. Der Widerstand des Europaparlaments richtete sich aber vor allem dagegen, weiterhin auch ohne tarifvertragliche Regelung Ausnahmen zuzulassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/verhandlungen_eu-arbeitszeitrichtlinie_geplatzt__1.2472372.html?printview=true\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Falsche Richtung<\/strong><br>\nJahrelang hat Daimler Rekordprofite erwirtschaftet und an die Aktion&auml;re weitergereicht &ndash; zuletzt 600 Millionen Euro f&uuml;r das vergangene Jahr. Zugleich wurde der Belegschaft die Pistole auf die Brust gesetzt: Entweder sie akzeptiere drastische Lohnk&uuml;rzungen oder man k&ouml;nne Entlassungen nicht mehr ausschlie&szlig;en. Als verl&auml;&szlig;licher &raquo;Sozialpartner&laquo; nahm der Gesamtbetriebsrat (GBR) daraufhin Verhandlungen auf. Anders als beim letzten gro&szlig;en Sparpaket 2004 wurde dies noch nicht einmal damit verbunden, &uuml;ber Protestaktionen Druck auf die Gegenseite aufzubauen. Zu sehr haben die Betriebsratsspitzen offenbar bereits die betriebswirtschaftliche Logik des Standortwettbewerbs verinnerlicht. Sie halten die Kostenreduzierung schlicht f&uuml;r notwendig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/04-29\/048.php?print=1\">junge Welt <\/a><\/li>\n<li><strong>H&ouml;chststand an Alg-II-Beziehern in der Altersgruppe von 55 bis 65 Jahren<\/strong><br>\nIm Dezember 2008, dem bisher letzten Monat mit revidierten Daten zur &ldquo;Grundsicherung f&uuml;r Arbeitsuchende&rdquo; (Hartz IV), &nbsp;waren in der Bundesrepublik Deutschland &uuml;ber 692.000 Menschen im Alter von 55 bis unter 65 Jahren, etwa 7,3&nbsp;Prozent dieser Altersgruppe,&nbsp;auf Arbeitslosengeld II angewiesen (&ldquo;erwerbsf&auml;hige Hilfebed&uuml;rftige&rdquo;). Dies waren 22,3 Prozent mehr als Ende 2005 (Ende des ersten &ldquo;Hartz IV-Jahres&rdquo;). Und dies war zugleich der h&ouml;chste bisher registrierte Bestand.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/090429_hinweise_hoechststand_alg_II.pdf\">Bremer&nbsp;Institut&nbsp;f&uuml;r&nbsp;Arbeitsmarktforschung und&nbsp;Jugendberufshilfe&nbsp;(BIAJ) [PDF &ndash; 243 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Public Private Partnership kommt Kommunen teuer zu stehen<\/strong><br>\nDas globalisierungskritische Netzwerk Attac kritisiert scharf die 8. Jahrestagung zu Public Private Partnership (PPP), die am heutigen Dienstag in Frankfurt am Main stattfindet. &ldquo;Es handelt sich um eine reine Lobbyveranstaltung der deutschen Bau-Industrie und der Beraterfirmen. Kritiker m&uuml;ssen drau&szlig;en bleiben&rdquo; stellte Mike Nagler von der bundesweiten Attac-AG &ldquo;Finanzm&auml;rkte&rdquo; fest. Mitveranstalter der Tagung sind Price Waterhouse Coopers, Bilfinger Berger, Linklaters und Clifford Chance. \n<p>&ldquo;Die Finanz- und Weltwirtschaftskrise ist die Folge dramatisch aufgebl&auml;hter Finanzm&auml;rkte und eines globalen Privatisierungs-Wahnsinns. PPP als die kommende Variante von Privatisierung geh&ouml;rt nicht gef&ouml;rdert, sondern gesetzlich gestoppt&rdquo;, erg&auml;nzte Carl Wa&szlig;muth vom bundesweiten Attac-Rat. Schattenhaushalte und au&szlig;er der Bilanz gef&uuml;hrte Risiken h&auml;tten einen wesentlichen Anteil am Ausbruch der Krise. PPP sei dieselbe Methode umgebrochen auf Kommunen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/aktuell\/presse\/detailsicht\/datum\/2009\/04\/28\/privatisierungswahn-trotz-finanzkrise-ppp-tagung-in-frankfurt\/?cHash=a374ee6d7f\">attac<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Stromkonzerne als Krisengewinnler<\/strong><br>\nDer deutsche Strommarkt ist derzeit ein Markt der Widerspr&uuml;che &ndash; auf Kosten der Verbraucher. W&auml;hrend an der Leipziger Stromb&ouml;rse EEX (European Energy Exchange) seit dem vergangenen Jahr die Gro&szlig;handelspreise f&uuml;r Strom um bis zu 60 Prozent gefallen sind, stiegen die Strompreise f&uuml;r deutsche Privathaushalte um sieben Prozent. Dies hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft errechnet.\n<p>Der Energiekonzern RWE zeigte sich am Mittwoch vergangener Woche in Feierlaune. Der Vorstandsvorsitzende J&uuml;rgen Gro&szlig;mann pr&auml;sentierte auf der Hauptversammlung in Essen das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte. RWE sch&uuml;ttet in diesem Jahr die Rekorddividende von 4,50 Euro aus. Das betriebliche Ergebnis f&uuml;r das vergangene Gesch&auml;ftsjahr liegt bei 6,8 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Vor einer Woche wurde eine Studie der Personalberatung Russell Reynolds Associates ver&ouml;ffentlicht. Darin wurde bei deutschen Energieversorgern die zuk&uuml;nftige Preisgestaltung erfragt. Trotz sinkender Rohstoffpreise wie bei der Kohle will die Mehrheit der Unternehmen die niedrigeren Kosten nicht an die Kunden weitergegeben. Vielmehr rechnen 60 Prozent der befragten Unternehmen mit stabilen, ein Drittel sogar mit steigenden Preisen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/frontal21.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/31\/0,1872,7558559,00.html?dr=1\">ZDF frontal21<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>&Auml;rzte im Sold der Pharmaindustrie<\/strong><br>\nPharmaunternehmen bezahlen &Auml;rzte im Rahmen von Schein-Studien f&uuml;r die Verordnung bestimmter Medikamente. Mit Hilfe der Studien, so genannter Anwendungsbeobachtungen, w&uuml;rden vor allem therapeutisch schlechte und &uuml;berteuerte Produkte in den Markt gedr&uuml;ckt, kritisiert der Pharma- und Korruptionsexperte Peter Sch&ouml;nh&ouml;fer gegen&uuml;ber Frontal21. Krebspatienten k&ouml;nnten sogar durch EPO-Medikamente gef&auml;hrdet werden, deren Absatz ebenfalls gef&ouml;rdert wird.\n<p>Frontal21 liegen geheime Listen der Kassen&auml;rztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Kassen&auml;rztlichen Vereinigung Hessen vor. Aus diesen Unterlagen geht hervor, dass zehntausende &Auml;rzte von der Pharmaindustrie Honorare f&uuml;r Anwendungsbeobachtungen erhalten &ndash; bis zu 2.500 Euro pro Patient. <\/p>\n<p>Die meisten Studien erf&uuml;llten nicht die wissenschaftlichen Kriterien einer Pharmastudie, kritisiert der Arzt Thomas Lindner von der &ldquo;Initiative unbestechlicher &Auml;rztinnen und &Auml;rzte&rdquo;. &ldquo;Das hei&szlig;t, es sind Studien, die zu Marketingzwecken auf den Markt gebracht werden.&rdquo;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/frontal21.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/23\/0,1872,7559159,00.html\">ZDF frontal21<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/frontal21.zdf.de\/ZDFde\/download\/0,6753,7010167,00.pdf\">Geheime Liste der KBV &uuml;ber Anwendungsbeobachtungen [PDF &ndash; 2,6 MB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Notstand im Klassenzimmer &ndash; Hilfslehrer m&uuml;ssen einspringen<\/strong><br>\nAn deutschen Schulen fehlen nach Einsch&auml;tzungen von Experten mehr als 20.000 Lehrer, Unterrichtsstunden fallen aus. Doch statt neue Lehrer einzustellen, werden in einigen Bundesl&auml;ndern immer h&auml;ufiger p&auml;dagogische Laien eingesetzt. Sogar Sch&uuml;ler m&uuml;ssen als Aushilfslehrer ihre eigene Klasse unterrichten.\n<p>Der Pr&auml;sident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, gibt der Politik die Schuld an der zum Teil dramatischen Situation in vielen Schulen: Sie habe es vers&auml;umt, differenzierte Bedarfsprognosen zu entwickeln. Dar&uuml;ber hinaus wollen viele L&auml;nder sparen und stellen deshalb immer weniger ausgebildete Lehrkr&auml;fte ein. In Baden-W&uuml;rttemberg beispielsweise werden zunehmend so genannte p&auml;dagogische Assistenten an Grund- und Hauptschulen besch&auml;ftigt, die keine berufliche Qualifikation ben&ouml;tigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/frontal21.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/17\/0,1872,7559185,00.html\">ZDF frontal21<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Soviel zur &bdquo;Bildungsrepublik Deutschland&ldquo; und zu dem Gerede &bdquo;Vorrang f&uuml;r Bildung&ldquo;. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Mit staatlichen Schulen Geld verdienen<\/strong><br>\nAlexander Olek, Unternehmer und Mitbegr&uuml;nder der Phorms AG, will sich das Gesch&auml;ft nicht entgehen lassen. Bisher betreibt sie sieben Privatschulen in sechs deutschen St&auml;dten. K&uuml;nftig m&ouml;chte Olek auch beim Betrieb &ouml;ffentlicher Schulen mitverdienen. Mit vorhandenen Mitteln will er bessere Bildung anbieten und Gewinn machen: &bdquo;Die Sache ist die, dass wir das, flexibel wie wir sind, einfach besser machen k&ouml;nnen. Wir k&ouml;nnen das schneller machen, unb&uuml;rokratischer. Im Prinzip tun wir nichts anderes, als W&uuml;nsche zu erf&uuml;llen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/plusminus\/beitrag_dyn~uid,7nldxj4kct58a6me~cm.asp\">Das Erste Plusminus<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers T.F.:<\/strong> Dass man aus der aktuellen Krise nichts gelernt hat zeigte die ARD-Plusminus mal wieder. Unverholen wird f&uuml;r die Einf&uuml;hrung privatwirtschaftlicher Strukturen an deutschen Schulen geworben. <\/em><\/p>\n<p>Diesmal klingen die Versprechen, dargebracht von einem geradezu enthusiastischen Alexander Olek, wie aus dem Paradies. &ldquo;Alle Vorteile des privaten Schulsystems im Staatlichen ohne jemanden &uuml;ber den Tisch zu ziehen&rdquo; und &ldquo;das alles kostenfrei bleibt und dass das Lehrpersonal weiterhin Staatsbedienstete sind&rdquo;.<\/p>\n<p>Der ganze Beitrag krankt bei genauerem Hinsehen an Widerspr&uuml;chen, falschen Vergleichen und Halbwahrheiten. Auch wenn man als Laie in der Bildungspolitik die aktuellen Kosten und Kalkulationen nicht genau kennt, f&auml;llt folgendes auf:<\/p>\n<ol>\n<li>Zun&auml;chst wird geschildert, dass die ganze Misere in Ausstattung wie Bausubstanz mangelhafter Schulen auf klamme Gemeindekassen zur&uuml;ckgeht. Stimmt soweit. Ursache ist aber nicht, dass es der Staat prinzipiell nicht k&ouml;nne, wie der Beitrag suggeriert. Das neoliberale Argument vom Staatsversagen tritt hier wieder auf. Gestimmt hat es noch nie. Ursache ist vielmehr eine Politik, die den neoliberalen Maximen blindlings folgt und Sparen zur obersten Maxime erkl&auml;rt hat. Dass man ein Land auch kaputtsparen kann, kommt indes niemandem in den Sinn, obwohl man dazu nur unsere Infrastruktur anzusehen braucht. Ebenso wenig wird erkannt, dass rechtzeitige staatliche Investitionen in die Bildung und seine Einrichtungen das heutige Problem gar nicht erst geschaffen und eine gute, kontinuierliche Qualit&auml;t der schulischen Ausbildung garantiert h&auml;tten. Jetzt aber kann man nicht anders, als nach Privaten zu rufen, um das marode System neu aufzubauen. Der Staat hat versagt &ndash; weil er das selber so wollte. Jetzt muss er sich zum Handlanger der privaten Unternehmer machen.<\/li>\n<li>Es kommt das Argument, Private seien flexibler und per se besser. Warum? Einige Privatunis sind schon gescheitert, weil sie einfach zu teuer und zu schlecht waren. Privatschulen sind nur rentabel, weil sie horrende Preise verlangen, so auch bislang die im Privatschulbereich agierende Phroms AG. Auch wenn das Lehrpersonal weiterhin vom Staat bezahlt wird: ein privater Unternehmer will Gewinne machen, daraus macht dann auch Herr Olek keinen Hehl. Wenn er das Lehrpersonal nicht bezahlen muss, keinen Einfluss auf die Bildungspolitik hat und daher Bildung nicht als Ware verkauft, sondern quasi Geb&auml;udemanagement mit Schulgeb&auml;uden betreibt, woher stammt der Gewinn? Mann kann es sich schon denken: Zuerst kassiert er massive &ouml;ffentliche Zusch&uuml;sse und Provisionen. Das technische und Reinigungspersonal stammt von Subunternehmen zu Dumpingl&ouml;hnen, das ist heute bereits an vielen staatlichen Schulen so. Und die neue, modere Ausstattung ist nur am Anfang modern. Wenn das Geb&auml;ude in die Jahre kommt, Steuervorteile der Abschreibung nicht mehr m&ouml;glich sind und gro&szlig;e Investitionen anstehen, die den Gewinn schm&auml;lern, dann erst wird sich der private Investor beweisen m&uuml;ssen. Viele private Wohnungsbaugesellschaften haben in einer solchen Situation genau das nicht mehr gemacht, wozu sie da sein sollten: In die Substanz investieren. Bei &ouml;ffentlich-privaten Schulen bliebe dann letztlich wieder Staat auf den Investitionskosten sitzen, da der Private diese aus Profitgr&uuml;nden nicht zahlen will. Ein Privater ist eben nicht per se billiger, sondern vielfach teurer, da sein Gewinn zu den laufenden Kosten hinzukommt.\n<\/li>\n<li>Dann werden im Beitrag private Kliniken mit dem angestrebten Schulmodell verglichen, anders gesagt: &Auml;pfel mit Birnen. Ein Krankenhaus ist keine Schule. Massenrabatte bei Eink&auml;ufen wird argumentiert. Vielleicht im Krankenhaus, wo aber auch Korruption im Gesundheitswesen eine gro&szlig;e Rolle spielt (die vielen Schienstudien, Exklusivvertr&auml;ge, etc.). Welche t&auml;glichen Gro&szlig;eink&auml;ufe f&uuml;r den laufenden Betrieb sind denn in Schulen gemeint? Und wo sie anfallen, erh&auml;lt denn der &ouml;ffentliche Schultr&auml;ger (z.B. f&uuml;r B&uuml;roartikel) oder das private Reinigungsunterhemden nicht heute schon diese Gro&szlig;kundenrabatte? Das angef&uuml;hrte Argument ist reine Augenwischerei.\n<\/li>\n<li>Wenn Herr Olek treuherzig argumentiert, er wolle die Bildung &ouml;ffentlich belassen, muss man sagen: Vorsicht. Noch soll sich tats&auml;chlich auf das Geb&auml;udemanagement beschr&auml;nkt und nicht in den Schulbetrieb eingegriffen werden. Ich will den Teufel nicht die Wand malen, aber wenn privatwirtschaftliche Strukturen erstmal im &ouml;ffentlichen System drin sind, breiten sie sich rasch aus. Bertelsmann, sein CHE und seine diversen Subunternehmen, die zudem noch f&uuml;rstliche Provisionen als Berater kassieren, sind abschreckende Beispiele. Auch die Phroms AG als Privatschulanbieter will sich den Weg in den &ouml;ffentlichen Sektor sichern und hier Gelder abzweigen, so wie sich einst die Privatvorsorge in das Rentensystem und Bertelsmann in die Bildungspolitik eingeschlichen hat. Und das man nicht beim Unterricht mitreden will sondern nur Tr&auml;ume erf&uuml;llen wolle klingt f&uuml;r einen privaten Bildungsanbieter &auml;u&szlig;erst unglaubw&uuml;rdig.\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Alles in allem wird hier versucht dem Zuschauer etwas schmackhaft zu machen, dessen Nutzen und Risiken beim genauen Hinsehen nicht feststehen. Es gibt das hier angestrebte &ouml;ffentlich-privates Schulmodell noch nicht und daher liegen keine Erfahrungen vor. Man kann also erstmal alles versprechen. An der Kostenschraube kann man bei der Bildung nicht noch weiter drehen, es sei denn man erhebt Schulgeb&uuml;hren. Womit ein Herr Olek langfristig Gewinne machen ist, bleibt mir schleierhaft. Vielmehr ist es ein Armutszeugnis einer gescheiterten Politik, dass  man Bildungsprivatisierer jetzt als Feuerwehr rufen muss. Und naive Politiker, die zudem noch die grunds&auml;tzlichen Fehler der Bildungspolitik nicht erkennen k&ouml;nnen, reden das noch sch&ouml;n und die Medien machen kr&auml;ftig mit.<\/p><\/li>\n<li><strong>GEW: &bdquo;Freier Zugang zum Master &ndash; weder Quote noch Note&ldquo;<\/strong><br>\n&bdquo;Von einem Europ&auml;ischen Hochschulraum, der auf der F&ouml;rderung der Internationalisierung von Forschung, Lehre und Studium, der Erleichterung der grenz&uuml;berschreitenden Mobilit&auml;t von Studierenden und Hochschulbesch&auml;ftigten sowie der Verbesserung der Qualit&auml;t von Lehre und Studium beruht, sind wir noch weit entfernt.&ldquo; Diese kritische Bilanz hat der Gewerkschaftstag der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in N&uuml;rnberg am Dienstag zur Umsetzung des Bologna-Prozesses in Deutschland gezogen. In einem mit gro&szlig;er Mehrheit beschlossenen Appell an die zeitgleich im belgischen Leuven tagende europ&auml;ische Bildungsministerkonferenz forderte die Bildungsgewerkschaft einen &bdquo;radikalen Kurswechsel&ldquo; im Bologna-Prozess.\n<p>Die GEW verlangt au&szlig;erdem in konsekutiven Studienprogrammen eine uneingeschr&auml;nkte Durchl&auml;ssigkeit beim &Uuml;bergang vom Bachelor- zum Masterstudium. &bdquo;Weder Quote noch Note d&uuml;rfen die Zulassung zum Masterstudium beschr&auml;nken&ldquo;, unterstrich Keller. &bdquo;Die Akzeptanz der neuen Bachelorstudieng&auml;nge bei den Studierenden, Lehrenden und in der beruflichen Praxis muss von unten wachsen &ndash; sie kann nicht von oben verordnet werden.&ldquo; <\/p>\n<p>F&uuml;r die Fortsetzung des Bologna-Prozesses, der &uuml;ber 2010 hinaus weitergef&uuml;hrt werden soll, fordert die GEW eine &bdquo;Entschleunigung&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gew.de\/Page15260.html\">GEW<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ich meine es w&auml;re nicht nur eine &bdquo;Entschleunigung&ldquo; n&ouml;tig, sondern ein Umdenken bei der Studienreform. Im Mittelpunkt m&uuml;sste derzeit vor allem die Sicherung der &bdquo;Studierbarkeit&ldquo; stehen. Au&szlig;erdem sollten die Forderungen des Wissenschaftsrats an ein wissenschaftliches Studium, n&auml;mlich dass hochschulische Bildung immer auf der Grundlage der Wissenschaftlichkeit erfolgen muss, also etwa fragende, kritische Haltung, Problem- und Methodenbewusstsein, Strukturierungsf&auml;higkeit, Selbst&auml;ndigkeit und forschungsorientiertes Lernen. Siehe dazu Anmerkungen zu den <a href=\"?p=3327\">&bdquo;Empfehlungen des Wissenschaftsrats zur Qualit&auml;tsverbesserung von Lehre und Studium&ldquo;<\/a> <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Fernsehen nur f&uuml;r vierstellige Bestechungshonorare<\/strong><br>\nInterview mit Walter van Rossum &uuml;ber die Entwicklung von Politik und Medien in Deutschland.<br>\nWie ist es m&ouml;glich, dass Gesellschaften mit dem h&ouml;chsten Bildungsstandard aller Zeiten sich von ein paar Grunds&auml;tzen regieren lassen, die einer auch nur bescheidenen &Uuml;berpr&uuml;fung nicht Stand halten? &ndash; Aber schlimmer noch: Man &uuml;berpr&uuml;ft sie erst gar nicht. Genau das ist der Totalitarismus der Mitte&hellip;\n<p>Die Aufkl&auml;rung hat nur eine Methode: Kritik. Und Demokratie bedeutet, die Institutionalisierung von Kritik und programmatischer Differenz. Konkurrenz im besten Sinne.<\/p>\n<p>Bei uns gibt es in der breiten &Ouml;ffentlichkeit und f&uuml;r eine breite &Ouml;ffentlichkeit keine Alternativen mehr&hellip;<\/p>\n<p>Man sollte nicht &ndash; oder nur in wenigen F&auml;llen &ndash; davon ausgehen, dass Journalisten eine eigene Weltwahrnehmung h&auml;tten. Medienkonzerne wollen die Mitte absch&ouml;pfen. Medien sind &auml;u&szlig;erst lukrative Unternehmen. Allerdings leben sie nur an zweiter Stelle vom redaktionellen Inhalt. Bei den Zeitungen sind es bis zu 70 Prozent des Umsatzes, der durch Werbung gemacht wird.<\/p>\n<p>Sehen Sie sich die TAZ an. Weil die mal links war und heute gerne noch so tut als w&auml;re sie links, haben die kaum Werbung. Beim Privatfernsehen wird alles &uuml;ber Werbung finanziert. Wer glaubt, dass h&auml;tte keinen Einfluss auf die redaktionelle Arbeit, ist nicht von dieser Welt. Hier und da leistet man sich eine eigene Stimme. Das sieht dann nach eigenst&auml;ndigem Journalismus aus. <\/p>\n<p>Das wahre Problem besteht darin, dass diese sogenannte Mediengesellschaft sich einen medialen Analphabetismus leistet, der seinesgleichen sucht. Man k&ouml;nnte fast sagen, je mehr wir bis ins intimste Detail mediatisiert sind, umso weniger verstehen wir Medien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/30\/30203\/1.html\">Telepolis<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Erkl&auml;rung der &bdquo;Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokraten in der SPD&ldquo;<\/strong><br>\nAus einer kabarettreifen Idee entstand die richtige Antwort auf die politische Wirklichkeit Diskutiert haben wir die Idee &ndash; vermutlich nicht als einzige &ndash; schon seit dem Beginn der Agenda. Entsetzt und fassungslos &uuml;ber die Art und Weise, wie eine Politik gegen die Mehrheit der Menschen der SPD von oben verordnet wurde und dann auch alarmiert durch die Massenaustritte hin zur WASG haben viele nach Antworten gesucht. Die meisten hatten eigentlich die Schnauze voll, doch wer verl&auml;sst schon eine Partei, f&uuml;r die er Jahrzehnte gek&auml;mpft und an der er nur allzu oft gelitten hat. Und an der wir auch weiter litten, weil die Mehrheit der Partei zur schweigenden Mehrheit wurde. Eigentlich, so der selbstironisch gemeinte Vorschlag, m&uuml;sste man f&uuml;r die vom Aussterben bedrohten sozialdemokratisch denkenden und handelnden Sozis eine Arbeitsgemeinschaft gr&uuml;nden. Umgesetzt hat das zuerst der Kabarettist Georg Schramm, w&auml;hrend uns die Idee immer wieder dann selbstironisch durch den Kopf ging, wenn eine zusehends entdemokratisierte SPD das n&auml;chste Debakel erlebt aber unbeirrt trotz aller Fehlentwicklungen am neoliberalen Kurs festhielt und auch politische Alternativen sich selbst zerst&ouml;rte.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.ag-sozialdemokraten.de\/node\/21%20\">Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokraten in der SPD<\/a>\n<p><em>Siehe auch: <\/em><\/p>\n<p>Quelle 2: <a href=\"http:\/\/www.ag-sozialdemokraten.de\/taxonomy\/term\/4\">Die Erkl&auml;rung zur Unterzeichnung<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Anmerkung in eigener Sache:<\/strong><br>\nErkl&auml;rung Rudolf Hickels zu seiner Unterst&uuml;tzung des Professorenappells.\n<blockquote><p>Nat&uuml;rlich ist mir bekannt, dass ich mich mit diesem Appell in einer Gesellschaft vieler Personen befinde, die den auch durch mich vertretenen Linkskeynesianismus brutal bek&auml;mpfen (dabei richt mir die simple Nachfragetheorie nicht aus). Dennoch, was an den deutschen Universit&auml;ten stattfindet, ist ein wissenschaftliches Desaster: Nur noch eine profitmaximierende BWL, die aus Studierenden Systemzwerge zu pr&auml;gen versucht, steht im Mittelpunkt. Historische Texte, wie Adam Smith, aber auch M&uuml;ller-Armack werden nicht mehr gelesen. Ich empfehle die Lekt&uuml;re des Beitrags von M&uuml;ller-Armack zur Sozialen Marktwirtschaft von 1956. Den w&uuml;rden die FAZ und das Handelsblatt wegen viel zu starker Sozialstaatlichkeit nicht drucken. Der hat auch keinen Platz in einem CDU-Wahlprogramm, Dieser Text w&uuml;rde wohl eher mit einer interpretierenden Einleitung bei den kritischen  &bdquo;Nachdenkseiten&ldquo; erscheinen.  Auch ich &auml;rgere mich &uuml;ber van Suntum und Starbatty sowie viele andere, die ordnungstheoretisch die reine Marktlehre beschw&ouml;ren. &Uuml;brigens, der Diskussion habe ich mich immer gestellt und werde dies auch k&uuml;nftig tun. Aber immerhin ist diese &Ouml;konomik noch historisch und institutionenorientiert. Diese Basis durch Betriebswirte, Labor&ouml;konomen und mikrofundierte Makro&ouml;konomen zu streichen, dagegen wehre ich mich ebenfalls. Wenn selbst diese zu Recht scharf zu kritisierende marktkonservative Plattform versenkt wird, dann haben linke &Ouml;konomen noch weniger eine Chance, auch wieder Keynes und Marx ernsthaft zu lehren. Es geht mir darum, die Systemauseinandersetzung in den &ouml;konomischen Fakult&auml;ten zu retten. Ganz ehrlich, mir ist die teils frustrierende Auseinandersetzung mit Starbatty lieber als mit einem blickverengten,  betrieblichen Finanzwirt bzw. den Vertretern einer imperialistischen Verbetriebswirtschaftlichung gesellschaftlicher Zusammenh&auml;nge.<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(WL)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p>\n<ol>\n<li>Robert von Heusinger: Zockt die Deutsche Bank wieder?<\/li>\n<li>Memorandum 2009 &ndash; Von der Krise in den Absturz?<\/li>\n<li>Ohne B&ouml;rsensteuer keine Regulierung<\/li>\n<li>Welthandelsrecht und Sozialstaatlichkeit <\/li>\n<li>Unternehmer warnen vor linken Unruhestiftern<\/li>\n<li>Unternehmer &auml;rgern Merkel<\/li>\n<li>Verhandlungen &uuml;ber EU-Arbeitszeitrichtlinie geplatzt<\/li>\n<li>Daimler: Falsche Richtung<\/li>\n<li>H&ouml;chststand an Alg-II-Beziehern in der Altersgruppe von 55 bis<\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3914\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3914","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3914","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3914"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3914\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3914"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3914"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3914"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}