{"id":39146,"date":"2017-07-12T08:51:09","date_gmt":"2017-07-12T06:51:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39146"},"modified":"2017-07-12T08:51:09","modified_gmt":"2017-07-12T06:51:09","slug":"hinweise-des-tages-2913","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39146","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (PS\/AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39146#h01\">Tarifeinheitsgesetz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39146#h02\">Was in Hamburg fast unterging<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39146#h03\">Auf den Gipfel ohne Ergebnis folgt der Gipfel der Heuchelei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39146#h04\">Man darf linke Gewalt nicht verharmlosen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39146#h05\">Deutschland macht mit Hilfen f&uuml;r Griechenland Milliardengewinn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39146#h06\">Macron betreibt Ausstieg aus Finanztransaktionssteuer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39146#h07\">Die M&auml;r vom Freihandel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39146#h08\">Einheimische Vogelarten bedroht: Das Rebhuhn stirbt aus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39146#h09\">Beschluss des EU-Parlaments: Entwicklungshilfe f&uuml;rs Milit&auml;r<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39146#h10\">Sch&auml;tzung der Weltbank: Syrienkrieg kostet 320.000 Menschenleben &ndash; und 226 Milliarden Dollar<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39146#h11\">Die Kampfhandlungen in der irakischen Stadt Mossul forderten tausende Todesopfer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39146#h12\">Ukraine leitet Beitrittsprozess f&uuml;r Nato-Mitgliedschaft ein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39146#h13\">Oppositioneller aus Venezuela spricht in USA &uuml;ber Pl&auml;ne f&uuml;r Putsch und Intervention<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39146#h14\">L&ouml;schzentrum in Berlin: Ein bisschen Transparenz bei Facebook<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39146#h15\">Warum der populistische Diskurs so zeitgem&auml;&szlig; ist<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Tarifeinheitsgesetz<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Karlsruhe st&auml;rkt die kleinen Gewerkschaften<\/strong><br>\nAuf den ersten Blick haben die Verfassungsrichter das Tarifeinheitsgesetz zwar best&auml;tigt. Tats&auml;chlich halten sie es aber f&uuml;r ziemlich grundgesetzwidrig. Manchmal sind &Uuml;berschriften nur eine verfeinerte Form der L&uuml;ge. (&hellip;) Die Wahrheit ist: Das Gesetz ist keineswegs verfassungsgem&auml;&szlig;, es ist sogar ziemlich grundgesetzwidrig &ndash; und war nur zu retten, weil die Richter es an allen Ecken und Enden so zurechtgebogen haben, dass es gerade noch in den Rahmen des &ldquo;Gewerkschafts-Artikels&rdquo; im Grundgesetz passt. Verfassungskonforme Auslegung nennt man das, eine schonende Methode, Gesetze durch die Brille des Grundgesetzes zu lesen, um sie nicht mit gro&szlig;em Aplomb einstampfen zu m&uuml;ssen. In diesem Fall war dieser Weg sogar im eigenen Senat umstritten: &ldquo;Die Reparatur eines Gesetzes, das sich als teilweise verfassungswidrig erweist, weil Grundrechte unzumutbar beeintr&auml;chtigt werden, geh&ouml;rt nicht zu den Aufgaben des Bundesverfassungsgerichts&rdquo;, schreiben Susanne Baer und Andreas Paulus in einer abweichenden Meinung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/tarifeinheitsgesetz-karlsruhe-staerkt-die-kleinen-gewerkschaften-1.3583030\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.W.:<\/strong> Einer der wenigen Lichtblicke in der &ouml;ffentlichen Berichterstattung, wo beim Mediennutzer oftmals nur h&auml;ngenbleibt, dass das Gesetz vom Verfassungsgericht best&auml;tigt wurde, wer interessiert sich da schon f&uuml;r die Details. Stattdessen h&ouml;re ich den ganzen Tag im SWR, dass die kleineren Gewerkschaften entt&auml;uscht reagieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Tarifeinheitsgesetz &uuml;berdehnt die Grenzen des Grundgesetzes<\/strong><br>\nWir h&auml;tten uns gew&uuml;nscht, dass Andrea Nahles&lsquo; Tarifeinheitsgesetz komplett gekippt wird. Das ist leider nicht der Fall. Nichtsdestotrotz zeigt sich am Urteil des Bundesverfassungsgerichts, vor allem aber auch am Minderheitenvotum, dass die Bundesarbeitsministerin die Grenzen des Grundgesetzes deutlich &uuml;berdehnt hat. Eindeutig klar gestellt wurde auch, dass kleine Gewerkschaften auch dann f&uuml;r einen Tarifvertrag streiken d&uuml;rfen, wenn dieser nicht zur Anwendung kommt. Damit ist zumindest das Ansinnen der Bundesregierung, kleinen Gewerkschaften das Streikrecht zu entziehen, unterbunden worden. Nach diesem Urteil muss sich der Deutsche Bundestag erneut mit dem Tarifeinheitsgesetz besch&auml;ftigen. Ich erwarte, dass dabei auch das einleuchtende Votum der Minderheit der Karlsruher Richter Ber&uuml;cksichtigung findet. Wir werden weiter daf&uuml;r k&auml;mpfen, ein effektives Streikrecht f&uuml;r alle Besch&auml;ftigten zu erhalten!<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/mdb.klaus.ernst\/posts\/10155253772046023\">Klaus Ernst via Facebook<\/a><\/li>\n<li><strong>Claus Weselsky: &ldquo;Das Gesetz kann einen Streik nicht verhindern&rdquo;<\/strong><br>\nZEIT ONLINE: Verhalten Sie sich damit nicht unsolidarisch gegen&uuml;ber anderen Besch&auml;ftigten im Betrieb, die nicht auf so einer machtvollen Position sitzen wie die Lokf&uuml;hrer?<br>\nWeselsky: Man muss schon bei der Wahrheit bleiben. Wir schlie&szlig;en mittlerweile auch Tarifvertr&auml;ge nicht nur f&uuml;r die Lokf&uuml;hrer, sondern auch f&uuml;r Zugbegleiter, Bordgastronomen und Disponenten ab. In den privaten Wettbewerbsbahnen schlie&szlig;en wir auch Tarifvertr&auml;ge teilweise f&uuml;r die Werkst&auml;tten und f&uuml;r die Verwaltung ab. Was daran unsolidarisch sein soll, hat bisher noch niemand erkl&auml;rt. Unsolidarisch w&auml;re es doch, wenn sich die Lokf&uuml;hrer 20 Prozent Lohnerh&ouml;hung nehmen w&uuml;rden und alle anderen Eisenbahner bek&auml;men blo&szlig; zwei Prozent. Von 2007 bis heute hat es immer gleichgelagerte Tarifabschl&uuml;sse gegeben. Die Lokf&uuml;hrer haben einen h&ouml;heren Tarifabschluss erk&auml;mpft, und alle Eisenbahner haben ihn am Ende auch bekommen.<br>\nZEIT ONLINE: Trotzdem ist es nicht gerade f&ouml;rderlich f&uuml;r den Betriebsfrieden, wenn zwei Gewerkschaften miteinander konkurrieren. Hat das Gesetz nicht genau dieses Problem adressiert?<br>\nWeselsky: So war es gedacht, aber nun wird die Konkurrenz sogar weiter versch&auml;rft. Es entsteht ein Wettstreit darum, wer der Gr&ouml;&szlig;ere ist, weil dessen Tarifabschluss ma&szlig;geblich sein wird. Es gab ja schon lange den Vorwurf, dass wir anderen Gewerkschaften die Mitglieder wegn&auml;hmen. Das ist aber eine unwirkliche Diskussion. Wir organisieren Lokf&uuml;hrer und Zugbegleiter und stellen dabei fest, dass die meisten Zugbegleiter vorher gar nicht in Gewerkschaften waren.<br>\nZEIT ONLINE: Warum haben Sie eigentlich so ein Problem mit den gro&szlig;en Gewerkschaften?<br>\nWeselsky: Man muss sich nur die offiziellen Statistiken ansehen. Nur noch 18 Prozent der Besch&auml;ftigten in Deutschland sind Gewerkschaftsmitglieder. Das deutet doch auf eine allgemeine Schw&auml;che der gro&szlig;en Gewerkschaften hin. Nur die Berufsgewerkschaften sind noch mit 70 oder 80 Prozent organisiert und deren Existenz ist jetzt bedroht worden.<br>\nZEIT ONLINE: Mit ihren Streiks haben Sie teilweise das ganze Land lahmgelegt. Ist das nicht ein bisschen zu viel Macht f&uuml;r eine kleine Gewerkschaft?<br>\nWeselsky: Irgendetwas muss ja als Begr&uuml;ndung herhalten, wenn eine sozialdemokratische Arbeitsministerin so ein Gesetz schreibt, das Gewerkschaften den Garaus machen soll.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2017-07\/claus-weselsky-gesetz-zur-tarifeinheit-gewerkschaften\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Neben dem Interview f&uuml;r Zeit Online stand Weselsky auch dem Deutschlandfunk <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/urteil-zum-tarifeinheitsgesetz-fuer-uns-hat-sich-nichts.694.de.html?dram:article_id=390774\">f&uuml;r ein Gespr&auml;ch<\/a> zur Verf&uuml;gung. In beiden F&auml;llen musste der Chef der GDL den Fragenstellern immer wieder das Urteil erkl&auml;ren bzw. falsche Behauptungen, zum Beispiel, dass die GDL nur Lokf&uuml;hrer vertrete, zur&uuml;ckweisen. Besonders infam ist aber die Andeutung, Gewerkschaften wie die GDL verhielten sich unsolidarisch. Dabei haben die Karlsruher Richter gerade festgestellt, dass es das Tarifeinheitsgesetz ist, das einen Keil zwischen die Arbeitnehmervertretungen treibt, wenn es nicht an entscheidender Stelle nachgebessert w&uuml;rde. <\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Was in Hamburg fast unterging<\/strong><br>\nDie G20 Beschl&uuml;sse zu Afrika sind neo-kolonial und paternalistisch. Sie versch&auml;rfen eher die Probleme noch. Die aufgew&uuml;hlten Tage in Hamburg sind vorbei und es ist die Zeit zu fragen, was im Sieb bleibt. In den brisanten Diskussionen der G20 um eine geeinte Klimapolitik, einen Kompromiss in der Handelspolitik und verbesserte Ma&szlig;nahmen im Kampf gegen den Terror verschwand schlie&szlig;lich die Agenda der G20 f&uuml;r einen Compact with Africa (CWA) fast vollst&auml;ndig. (&hellip;) Der CWA, der im Vorwege von den G20 Finanzministern abgestimmt und nach Fertigstellung auch mit einigen afrikanischen L&auml;ndern beraten wurde, fand die Zustimmung der G20. Der CWA verdient aber seinen Titel nicht wirklich. Er ist aus zwei Gr&uuml;nden kein Vertrag mit Afrika. Zun&auml;chst hat das einzige afrikanische G20-Mitgliedsland S&uuml;dafrika die anderen afrikanischen L&auml;nder nicht vertreten, die Afrikanische Union war ein nur sp&auml;t geladener Gast und an der Formulierung des CWA waren afrikanische L&auml;nder nicht beteiligt. Sie waren auf der B&uuml;hne als Statisten kaum erkennbar. Und dann: der CWA ist ein Dokument, das die Finanzierung von gro&szlig;en Infrastrukturprojekten mit Auslandsdirektinvestitionen verbindet, in dem die afrikanische Interessen nicht wirklich zum Ausdruck kommen. (&hellip;) Die Entwicklungsrolle des &ouml;ffentlichen Sektors wird weitgehend ignoriert; das Heil soll von den privaten Financiers kommen. Die Bedeutung nationaler Entwicklungsbanken f&uuml;r den Mittelstand, staatlicher Pensionskassen und ruraler Kreditgenossenschaften zur Bek&auml;mpfung l&auml;ndlicher Armut finden keine Erw&auml;hnung. (&hellip;) Dass die afrikanischen L&auml;nder dies Modell nicht l&auml;nger mitmachen werden &ndash; wen wundert es.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/kommentar\/artikel\/was-in-hamburg-fast-unterging-2160\/\">IPG Journal<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Auf den Gipfel ohne Ergebnis folgt der Gipfel der Heuchelei<\/strong><br>\nEin Gipfel, bei dem man sich auf eine &bdquo;Freihandels&ldquo;-Formel verst&auml;ndigt, unter der jeder alles verstehen kann, und auf dem die Kanzlerin es als besonderen &bdquo;Erfolg&ldquo; herausstellt, dass man in der Klimafrage einen &bdquo;Dissens&ldquo; benannt habe, den alle Welt kannte, war ein &uuml;berfl&uuml;ssiges Spektakel und eine sinnlose Verschleuderung von Steuergeldern. Zum Ereignis &ndash; vor allen Dingen f&uuml;r die Boulevard-Presse &ndash; wurde der Gipfel, weil Straft&auml;ter und Krawallbr&uuml;der aus Deutschland und Europa Polizisten verletzt, Autos angez&uuml;ndet, Gesch&auml;fte gepl&uuml;ndert und die Anwohner in Angst und Schrecken versetzt haben. Wenn solche Gewaltt&auml;ter sich als &bdquo;links&ldquo; bezeichnen, zeigt das nur, dass sie nicht wissen, was der Kern linker Politik ist: Die Achtung vor der Menschenw&uuml;rde. Daher k&ouml;nnen die Straft&auml;ter von Hamburg niemals den Begriff &bdquo;links&ldquo; f&uuml;r sich in Anspruch nehmen. Denn sie sind eher die n&uuml;tzlichen Idioten und unfreiwilligen Hilfstruppen der herrschenden Cliquen, die an dieser ungerechten Welt nichts &auml;ndern wollen. Die Verletzung der Menschw&uuml;rde &ndash; und das beginnt bei der Ausbeutung in der Arbeit und endet bei der Anwendung von Gewalt und der Missachtung des menschlichen Lebens &ndash; ist vielmehr der Kern &bdquo;rechter&ldquo; Politik. Der Gipfel der Heuchelei ist es zudem, wenn sich nun vor allem diejenigen &uuml;ber die Gewaltt&auml;ter emp&ouml;ren, die, wenn es um v&ouml;lkerrechtswidrige Kriege, Drohnenmorde oder den Abwurf von Streubomben geht, keinerlei Skrupel haben, solchen Terror (Terror ist nach deutschem Recht die rechtswidrige Anwendung von &bdquo;Gewalt als Mittel zur Durchsetzung international ausgerichteter politischer oder religi&ouml;ser Belange&ldquo;) zu rechtfertigen. Auch hier geht es letztendlich um die Mitmenschlichkeit und die Achtung der Menschenw&uuml;rde, die bekanntlich von einer Reihe von Gipfel-Teilnehmern, t&auml;glich mit F&uuml;&szlig;en getreten wird. Zur neoliberalen Weltordnung geh&ouml;rt der Kampf um Rohstoffe und Absatzm&auml;rkte, geh&ouml;ren die &Ouml;l- und Gaskriege, die der N&auml;hrboden des islamistischen Terrors sind. Die eigentliche Verw&uuml;stung, die der Neoliberalismus angerichtet hat, ist der Verlust der Mitmenschlichkeit und des Mitgef&uuml;hls. Hier liegt die eigentliche Ursache der Gewalt. Eine schreckliche Form der Gewalt ist es beispielsweise auch, wenn die reichen G20-Gipfelteilnehmer Millionen Menschen teilnahmslos verhungern lassen und es nicht schaffen, die Mittel bereitzustellen, die notwendig w&auml;ren, um diese Menschen zu retten. Diese allt&auml;gliche Gewalt fasste Papst Franziskus in dem Satz zusammen: &bdquo;Diese Wirtschaft t&ouml;tet.&ldquo; Wenn diese ungerechte Weltordnung nicht &uuml;berwunden wird, wird Friedrich Schiller jeden Tag best&auml;tigt: &bdquo;Das eben ist der Fluch der b&ouml;sen Tat, dass sie, fortzeugend, immer B&ouml;ses muss geb&auml;ren.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376.47953.188971457830996\/1477302098997919\/?type=3&amp;theater\">Oskar Lafontaine via Facebook<\/a>\n<p><strong>dazu: Echt abartig, diese Gewalt!<\/strong><br>\n<a href=\"http:\/\/www.stuttmann-karikaturen.de\/karikaturen\/2017\/gewalt_kol_b.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170712-hwt-Bild-1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttmann-karikaturen.de\/karikatur\/6434\">Stuttmann Karikaturen<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Man darf linke Gewalt nicht verharmlosen<\/strong><br>\nZu den weniger klugen S&auml;tzen nach den Hamburger Krawalln&auml;chten geh&ouml;rt auch der: &ldquo;Das hat mit links nichts zu tun!&rdquo; Dietmar Bartsch hat das gesagt, der Fraktionschef der Linken im Bundestag, der SPD-Politiker Ralf Stegner hat&rsquo;s beinahe wortgleich getwittert. Sie wollen sagen, wie abscheulich sie es finden, dass der schwarze Mob pl&uuml;ndernd und brandschatzend durch die Stadt gezogen ist. Sie haben wahrscheinlich auch deshalb recht, weil es bei manchem Polit-Hooligan wohl nur Zufall ist, dass er benzingef&uuml;llte Flaschen nicht im Namen der Rassereinheit wirft, sondern im Kampf gegen das &ldquo;Schweinesystem&rdquo;. Trotzdem stimmt der Satz nicht. Sehr wohl hat diese Gewalt mit links zu tun, mit den Abgr&uuml;nden linker Ideologie. &ldquo;Das ist nicht links&rdquo; ist Verdr&auml;ngung: Auf unserer Seite kann nur das Gute sein. Denn es gibt ja sehr wohl eine linke Traditionslinie des revolution&auml;ren und gewaltsamen Umsturzes, des militanten Kampfes. Dass Europas Linke heute zu ihrem ganz &uuml;berwiegenden Teil sehr friedlich bis entschieden pazifistisch denkt und lebt, ist eine gl&uuml;ckliche Entwicklung des Nachkriegseuropas. Bei Linksradikalen jedoch ist die Militanz ein Teil des Denkens geblieben. Sie lebt von den Mythen des Spanischen B&uuml;rgerkriegs, der Partisanen und Widerst&auml;ndler gegen den Faschismus, von Che Guevara und den lateinamerikanischen Befreiungsbewegungen, von Hausbesetzer-Romantik, im &ldquo;Macht kaputt, was euch kaputt macht&rdquo;-Punk, der, als entsch&auml;rftes Zitat, in ziemlich vielen B&uuml;rgerh&auml;usern l&auml;uft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/linke-gewalt-rote-fauna-rote-flora-1.3581094\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Man kann nur hoffen, dass das Publikum merkt, was gerade gespielt wird. Wir erleben eine Kampagne neoliberal-konservativer Kreise gegen &ldquo;links&rdquo;. Die Intention ist durchschaubar: wenn es politische Kr&auml;fte gibt, die noch Widerstand gegen den Neoliberalismus leisten, dann auf Seiten der politischen Linken. Nichts scheint einfacher als diese zu desavouieren, indem man sie mit den Randalierern im Schanzenviertel in einen Topf wirft und der Linken pauschal Gewaltaffinit&auml;t unterstellt. Dabei sollte durchaus klar sein, dass es sich bei den Akteuren in Hamburg um eine sehr heterogene Gruppe gehandelt hat und nicht um einen geschlossenen politisch ausgerichteten Block. Die Kampagne hat durchaus den Charakter einer Zuweisung von Kollektivschuld. W&uuml;rde man etwa die CSU f&uuml;r die Morde des NSU mitverantwortlich machen, w&uuml;rde dies zu Recht mit gr&ouml;&szlig;ter Emp&ouml;rung zur&uuml;ckgewiesen. Vollends infam wird es, wenn, wie im Beitrag der S&uuml;ddeutschen Zeitung, in Bezug auf angebliche linke Gewaltaffinit&auml;t, der spanische B&uuml;rgerkrieg erw&auml;hnt wird. Dessen Ausl&ouml;ser war ein faschistischer Putsch reaktion&auml;rer Milit&auml;rs, unterst&uuml;tzt durch die spanische Oberschicht gegen eine demokratisch gew&auml;hlte linke Regierung. Was zeigt, dass die besseren Kreise, die sich nun &uuml;ber linke Gewalt echauffieren, kein Problem haben diese anzuwenden, wenn es um die Durchsetzung ihrer eigenen Interessen geht. Auch Hitler konnte 1933 nur mit Unterst&uuml;tzung des konservativen B&uuml;rgertums zum Reichskanzler ernannt werden. Leider agiert die Partei &ldquo;Die Linke&rdquo; als bevorzugtes Angriffsziel wieder reichlich hilflos und thematisiert und entlarvt den aktuellen Diskurs &uuml;ber die Vorf&auml;lle beim G20-Gipfel nicht als Kampagne.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Linksautonomes Zentrum: Was wird aus der Roten Flora?<\/strong><br>\nEs ist das Symbol der Linksautonomen &ndash; die Hamburger Rote Flora. Nun wird nach den G20-Krawallen der Ruf nach einer R&auml;umung des Zentrums lauter. Kritiker monieren eine zu gro&szlig;e N&auml;he zu den gewaltsamen Ausschreitungen im Zusammenhang mit dem G20-Gipfel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/g20-rote-flora-101.html\">Tagesschau<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers S.K.:<\/strong> Ich kann nicht beurteilen, wie dies &uuml;berhaupt jemand kann, obwohl es meines Wissens noch keine rechtstaatlichen Verfahren im Zusammenhang mit dem G20 gibt und damit schon gar keine abgeschlossenen, somit auch keine verurteilten Straft&auml;ter und damit niemand aus der Roten Flora. Auch hier wird wieder klar, wie heftig mit zweierlei Ma&szlig; gearbeitet wird, denn mir ist nicht bekannt, ja es ist (leider) nicht einmal vorstellbar, dass so etwas auf tagesschau.de st&uuml;nde: &bdquo;Es ist das Symbol der Transatlantiker &ndash; die Ramsteiner Airbase. Nun wird nach den tausenden Drohnenmorden der Ruf nach einer R&auml;umung der Airbase lauter. Zu viele Straftaten seien aus dem Umfeld begangen worden.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu auch: &raquo;Bild&laquo; &uuml;ber dem Gesetz?<\/strong><br>\nEs geht hier &uuml;brigens nicht um die Bewertung der Randalierer in Hamburg. Die darf man getrost als politisch-strategische Volltrottel und entweder instrumentalisierte oder verbl&ouml;dete Pseudo-Macho-Provokateure bezeichnen, die das Gesch&auml;ft des Gegners erledigen. Es geht stattdessen bei der Kritik am Verfolgungseifer eines privaten Medienkonzerns um ein extrem wichtiges, langwierig installiertes Prinzip des Rechts. Und das darf (vor dem Urteil) selbst bei mutma&szlig;lichen Nazis, Vergewaltigern oder Kinderpornografen nicht verletzt werden &ndash; nicht ein einziges Mal, sonst verliert es seinen Wert. Man kann nur hoffen, dass &raquo;Bild&laquo; den Bogen diesmal &uuml;berspannt hat. Denn einen Fahndungsaufruf darf nur die Polizei aussprechen, wie etwa Klaus Hempel aus der ARD-Rechtsredaktion betont.<br>\nEin weiterer Aspekt gilt dieser Tage &uuml;ber die &raquo;Bild&laquo; hinaus f&uuml;r gro&szlig;e Teile der deutschen Medienlandschaft: Viele Journalisten offenbaren ein geradezu gruselig schizophrenes Verh&auml;ltnis zur Militanz: W&auml;hrend die Randale in Hamburg zu Recht gegei&szlig;elt wird, wurden und werden brennende Barrikaden, maskierte Schl&auml;ger und besetzte Stadtteile in Venezuela oder beim Kiewer Maidan als &raquo;demokratisch&laquo; geheiligt und verniedlicht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1057006.bild-ueber-dem-gesetz.html\">Neues Deutschland<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Deutschland macht mit Hilfen f&uuml;r Griechenland Milliardengewinn<\/strong><br>\nEs geht um Gewinne aus Krediten und Anleihek&auml;ufen zugunsten Griechenlands. Insgesamt bel&auml;uft sich der Profit auf 1,34 Milliarden Euro, wie sich aus verschiedenen Aufstellungen des Bundesfinanzministeriums f&uuml;r die Gr&uuml;nen ergibt. So wirft ein Darlehen, das die Kreditanstalt f&uuml;r Wiederaufbau (KfW) Griechenland 2010 mit Absicherung durch eine Bundesgarantie erteilt hat, j&auml;hrliche Ertr&auml;ge ab. Urspr&uuml;nglich waren den Griechen 22,3 Milliarden Euro zugesagt worden, tats&auml;chlich in Anspruch genommen wurden dann 15,2 Milliarden Euro. 393 Millionen Euro an Zinsgewinnen hat dieser Kredit seit 2010 erbracht &ndash; und zwar netto, also nach Abzug der Refinanzierungskosten. J&auml;hrliche Profite flie&szlig;en auch aus anderer Quelle. 2010 hatte die Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) ein &ndash; 2012 beendetes &ndash; Programm zum Ankauf von Staatsanleihen (SMP) aufgelegt, um Krisenl&auml;ndern wie Griechenland unter die Arme zu greifen. Jahr f&uuml;r Jahr werfen diese Anleihen Gewinne ab, die die EZB an die Zentralbanken der Euro-Staaten aussch&uuml;ttet. F&uuml;r das Jahr 2016 sind das, wie sich aus einer weiteren Antwort Spahns ergibt, &ldquo;rechnerisch&rdquo; 1,147 Milliarden Euro, f&uuml;r das Jahr 2017 immerhin noch 901 Millionen Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/griechenland-deutschland-macht-mit-hilfen-fuer-griechenland-milliardengewinn-1.3582710\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Macron betreibt Ausstieg aus Finanztransaktionssteuer<\/strong><br>\nDie Kampagne Steuer gegen Armut kritisiert aufs Sch&auml;rfste, dass das EU-Finanzministertreffen zur Finanztransaktionssteuer (FTS) am 10. Juli auf unbestimmte Zeit verschoben werden soll&rdquo;, sagt der Sprecher der Kampagne, Detlev von Larcher. &ldquo;Diese Verschiebung geht auf das Konto des franz&ouml;sischen Staatspr&auml;sidenten Macron und das, obwohl die alte Regierung in Paris einem fertigen Kompromiss bereits zugestimmt hatte&rdquo;. &ldquo;Macrons Sabotage an der FTS ist Teil eines Pakets von Geschenken an die Banken, zu dem auch die Herausnahme des Intra-Day-Handels aus der derzeit geltenden franz&ouml;sischen Transaktionssteuer geh&ouml;rt, sowie Steuererleichterungen f&uuml;r Spitzengeh&auml;lter und Boni von Bankern,&rdquo; erg&auml;nzt Peter Wahl von WEED  (Weltwirtschaft, &Ouml;kologie &amp; Entwicklung). &ldquo;Offenbar wird der Ausstieg aus ausverhandelten Vereinbarungen Mode&rdquo;, so von Larcher weiter. &ldquo;Nach Trumps Ausstieg aus dem Klimaabkommen will Macron jetzt offensichtlich aus der Finanztransaktionssteuer aussteigen. Zwar geht er dabei nicht ganz so plump vor wie sein US-Kollege und gibt vor, endg&uuml;ltig nach dem BREXIT entscheiden zu wollen, tats&auml;chlich aber l&auml;uft das Man&ouml;ver auf die klammheimliche Liquidierung des Vorhabens hinaus.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/startseite\/detailansicht\/news\/macron-betreibt-ausstieg-aus-finanztransaktionssteuer\/\">attac<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die M&auml;r vom Freihandel<\/strong><br>\nNoch immer bestehen im weltweiten Warenhandel Zollschranken. Doch im Streit um die Ausgestaltung entsprechender Vertr&auml;ge geht es um mehr: Westliche Staaten wollen ihr neoliberales Modell unbeschr&auml;nkter Eigentumsrechte exportieren (&hellip;) Wenn heute wieder das alte und zerfledderte Banner des Freihandels geschwenkt wird, dann sollen damit alle Versuche untergraben werden, Normen und Regeln durchzusetzen, die die Bewegungsfreiheit des Kapitals und seinen Anspruch auf Rendite beschr&auml;nken. Dabei stehen nat&uuml;rlich zun&auml;chst der Nationalstaat und dessen Kompetenzen im Vordergrund &ndash; weshalb den Kritikern dieser Art von Abkommen gerne unterstellt wird, sie wollten blo&szlig; den alten Nationalstaat zur&uuml;ck haben. Tats&auml;chlich ist Demokratie heute noch eine &uuml;berwiegend nationalstaatliche Angelegenheit. Die Abkommen richten sich aber auch gegen m&ouml;gliche supranationale politische Eingriffe: Jede Ma&szlig;nahme, die private Renditen mindern k&ouml;nnte, soll als Versto&szlig; gegen den freien und fairen Wettbewerb und letzten Endes als Beschr&auml;nkung von Eigentumsrechten sanktioniert werden.  (&hellip;) Jared Bernstein, ehemaliger Wirtschaftsberater des US-Vizepr&auml;sidenten Joe Biden, stellt fest, &raquo;dass der gegenw&auml;rtige Verhandlungsprozess &uuml;ber &rsaquo;Handels&lsaquo;-Abkommen von Konzerninteressen kooptiert wurde, die darauf abzielen, verbindliche und einklagbare Regeln von globaler Geltung zu schaffen, um ihre Investitionen und Profite abzusichern. Die Kaperung der Verhandlungen durch die Konzernseite erfolgt zu Lasten sowohl des Rechts der V&ouml;lker, ihre eigenen Angelegenheiten demokratisch zu regeln, als auch der F&auml;higkeit souver&auml;ner Staaten, Schutzma&szlig;nahmen f&uuml;r Arbeitnehmer, Verbraucher und Umwelt effektiv durchzusetzen.&laquo; Dem ist kaum etwas hinzuzuf&uuml;gen: Die Bef&uuml;rworter der &raquo;neuen Generation&laquo; von Freihandelsabkommen m&ouml;chten verhindern, dass &ouml;konomische Fragen &uuml;berhaupt noch Gegenstand von politischen Entscheidungen werden k&ouml;nnen. Das hat aber nichts mit Freihandel zu tun. Setzten sie sich durch, dann werden nationale wie supranationale Parlamente zur reinen Staffage.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/313907.die-m%C3%A4r-vom-freihandel.html\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Einheimische Vogelarten bedroht: Das Rebhuhn stirbt aus<\/strong><br>\nDie heimischen V&ouml;gel sind vom Aussterben bedroht: Um 60 Prozent ist die Zahl der Brutpaare in den letzten 30 Jahre zur&uuml;ckgegangen. Der starke Einsatz von Pestiziden t&ouml;tet ihre Nahrung, die Insekten. Auch die Population der Rebh&uuml;hner wird immer kleiner.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/rebhuhn-103.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Eine lapidare &Uuml;berschrift zu einer ganz und gar nicht beruhigenden Entwicklung: Die Bedrohung der Artenvielfalt durch Einsatz von Chemie in der Landwirtschaft. Die L&ouml;sung ist Tagesschau-gem&auml;&szlig;. Kein Zweifel an der Fortsetzung des Einsatzes von Pestiziden. Stattdessen Aufbau einiger Fl&auml;chen mit intaktem Lebensraum f&uuml;r Rebh&uuml;hner und dies nat&uuml;rlich mit EU Mitteln. Die fallen ja vom Himmel.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Beschluss des EU-Parlaments: Entwicklungshilfe f&uuml;rs Milit&auml;r<\/strong><br>\nDie Europ&auml;ische Union will die Streitkr&auml;fte in Krisenl&auml;ndern st&auml;rken &ndash; mit vielen Millionen Euro aus der Entwicklungshilfe. Das EU-Parlament hat den Plan jetzt abgenickt, trotz der Warnung vieler Juristen. (&hellip;) Die Finanzierung von Waffen und Munition oder reinem Kampftraining wird ausdr&uuml;cklich ausgeschlossen. Das aber bes&auml;nftigt Kritiker keineswegs. Sie wenden ein, dass die EU autorit&auml;re Regimes darin unterst&uuml;tzen wolle, Migranten von Europa fernzuhalten &ndash; egal mit welchen Methoden. Zudem k&ouml;nnten laut der Verordnung immer noch Kommunikationstechnik oder Infrastruktur wie etwa Luftwaffenbasen mit EU-Geld bezahlt werden. Selbst wenn das EU-Geld nur in Lazarette fl&ouml;sse, w&uuml;rden im betreffenden Land dadurch an anderer Stelle Gelder f&uuml;r den Kauf von Waffen frei. Der Rechtsdienst des Europ&auml;ischen Rats sieht das &auml;hnlich. In einem internen Gutachten vom Juli 2016, das dem SPIEGEL vorliegt, &uuml;ben die Juristen scharfe Kritik an der geplanten Neufassung der ISP-Verordnung. (&hellip;) Der Entwurf k&ouml;nne &ldquo;nicht auf die vorgeschlagenen Rechtsgrundlagen gest&uuml;tzt werden&rdquo;, lautet das Fazit der Experten. Mit anderen Worten: Er w&auml;re illegal. (&hellip;) Dann aber geschah Erstaunliches: Im Januar 2017 legte der Parlaments-Rechtsdienst eine zweite Expertise vor, die das genaue Gegenteil behauptete. Pl&ouml;tzlich war die Verordnung kompatibel mit EU-Recht. Insider vermuten, dass die Juristen unter politischen Druck geraten waren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/migration-eu-parlament-fuer-entwicklungshilfe-fuers-militaer-a-1157165.html\">Spiegel Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Sch&auml;tzung der Weltbank: Syrienkrieg kostet 320.000 Menschenleben &ndash; und 226 Milliarden Dollar<\/strong><br>\nDie Folgen des Syrienkriegs schlagen sich nicht nur in Opferzahlen, sondern auch wirtschaftlich nieder: Jedes vierte Haus liegt in Tr&uuml;mmern, neun Millionen Syrer haben weder einen Job noch Chancen auf eine Ausbildung. (&hellip;) Der Studie zufolge gingen in Syrien zwischen 2010 und 2015 sch&auml;tzungsweise jedes Jahr 538.000 Arbeitspl&auml;tze verloren. Neun Millionen Menschen und damit mehr als drei Viertel der Syrer im arbeitsf&auml;higen Alter haben demnach weder einen Job noch absolvieren sie derzeit eine Schul- oder Berufsausbildung. &ldquo;Die langfristigen Folgen dieser Unt&auml;tigkeit wird ein kollektiver Verlust des Humankapitals sein, der zu einem Mangel an Qualifikation in Syrien f&uuml;hren wird&rdquo;, hie&szlig; es in dem Weltbank-Bericht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/syrien-weltbank-schaetzt-buergerkriegskosten-auf-226-milliarden-dollar-a-1157080.html\">Spiegel Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Die Kampfhandlungen in der irakischen Stadt Mossul forderten tausende Todesopfer<\/strong><br>\nEin neuer Bericht von Amnesty International zeigt die schockierende Anzahl verletzter, traumatisierter und get&ouml;teter Zivilist*innen auf, die w&auml;hrend der K&auml;mpfe zwischen den Fronten in West-Mossul festsa&szlig;en: Die bewaffnete Gruppe Islamischer Staat (IS) brachte Zivilist*innen aus Nachbard&ouml;rfern gezielt in die umk&auml;mpften Gebiete von West-Mossul, setzte sie dort fest und missbrauchte sie als menschliche Schutzschilde. Gleichzeitig ergriffen die irakischen Streitkr&auml;fte und die Koalitionstruppen keine angemessenen Ma&szlig;nahmen zum Schutz der Zivilbev&ouml;lkerung: Sie setzten Waffen ein, die in bev&ouml;lkerungsreichen Gegenden niemals eingesetzt werden d&uuml;rften. (&hellip;) Weil der IS die Zivilbev&ouml;lkerung in umk&auml;mpfte Gebiete zwang und sie an der Flucht hinderte, f&uuml;llten sich die vom IS kontrollierten Gegenden in West-Mossul mit Zivilist*innen. Doch die irakischen Streitkr&auml;fte und US-gef&uuml;hrten Koalitionstruppen passten ihre Taktiken nicht an diese neue Situation an: Sie setzten weiterhin unpr&auml;zise explosive Waffen ein, die in bev&ouml;lkerungsreichen Stadtgebieten verheerende Sch&auml;den anrichteten. (&hellip;) So wurden beispielsweise am 17. M&auml;rz bei einem Luftangriff der USA auf Mossul mindestens 105 Zivilpersonen get&ouml;tet. Ziel dieses Angriffs auf den Stadtteil al-Jadida war es, zwei IS-Scharfsch&uuml;tzen zu t&ouml;ten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.amnesty.at\/de\/irak-zwischen-fronten\/\">Amnesty International &Ouml;sterreich<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin I.B.:<\/strong> Da wird endlich einmal auch die Taktik der USA beleuchtet.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Ukraine leitet Beitrittsprozess f&uuml;r Nato-Mitgliedschaft ein<\/strong><br>\nDie Ukraine und die Nato haben eine offizielle Diskussion &uuml;ber die Mitgliedschaft der Ukraine in der Nato eingeleitet, meldet die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform. Dazu wurde am Montag ein Aktionsplan f&uuml;r die Mitgliedschaft zwischen dem ukrainischen Pr&auml;sidenten Petro Poroschenko und Nato-Generalsekret&auml;r Jens Stoltenberg in Kiew beschlossen. &bdquo;Wir haben einen klaren Zeitablauf, was wir bis zum Jahr 2020 erreichen m&uuml;ssen, um die Mitgliedskriterien zu erf&uuml;llen&ldquo;, wird Poroschenko vom EUobserver zitiert. (&hellip;) Am 8. Juni hatte das Parlament in Kiew ein Gesetz verabschiedet, das die Mitgliedschaft der Ukraine in der Nato als eine strategische Priorit&auml;t der Au&szlig;enpolitik des Staates festlegt. Stoltenberg sagte, dass Russland eine Nato-Mitgliedschaft des Landes nicht verhindern k&ouml;nne. &bdquo;Ob die Ukraine ein Mitglied wird oder nicht muss von den Nato-Staaten und der Ukraine entschieden werden und von niemandem sonst. Die Ukraine bewegt sich best&auml;ndig auf die Erf&uuml;llung der Nato-Standards zu.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/deutsche-wirtschafts-nachrichten.de\/2017\/07\/11\/ukraine-leitet-beitritts-prozess-zur-nato-ein\/\">Deutsche Wirtschafts Nachrichten<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Oppositioneller aus Venezuela spricht in USA &uuml;ber Pl&auml;ne f&uuml;r Putsch und Intervention<\/strong><br>\nInmitten anhaltender Proteste gegen die linksgerichtete Regierung in Venezuela sorgt ein Video eines Oppositionsabgeordneten f&uuml;r Aufregung, der in den USA f&uuml;r eine ausl&auml;ndische Intervention in seinem Land wirbt. Die Aufnahme von Juan Requesens von der rechtspopulistischen Partei Primero Justicia war offenbar Mitte vergangener Woche an der Florida International University in Miami, USA, aufgenommen worden. In seiner dortigen Rede sprach Requesens &uuml;ber den Plan der Opposition in Venezuela, mit einer eigens angesetzten Volksabstimmung am 16. Juli ein Klima der Unregierbarkeit zu schaffen. Ziel sei es, auf diese Weise die von den Beh&ouml;rden angesetzte Wahl von Vertretern einer neuen verfassunggebenden Versammlung Ende des Monats zu verhindern. Requesens enth&uuml;llt in seinem Vortrag in erstaunlicher Offenheit Debatten innerhalb der Opposition &uuml;ber einen m&ouml;glichen Showdown zwischen den politischen Lagern. Ein solcher &ldquo;Plan Stunde Null&rdquo; sehe eine Gro&szlig;mobilisierung der Regierungsgegner vor, nach der die Menschen nicht mehr nach Hause zur&uuml;ckkehren, sondern die Stra&szlig;en permanent besetzt halten. &ldquo;Das Wichtige ist, dass wir diese Stunde Null ausrufen und Venezuela definitiv lahmlegen&rdquo;, sagte der Rechtspopulist, der im Fall der Wahl einer verfassunggebenden Versammlung mit einem &ldquo;heftigen Krieg&rdquo; drohte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2017\/07\/179996\/venezuela-usa-putsch-intervent\">amerika21<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>L&ouml;schzentrum in Berlin: Ein bisschen Transparenz bei Facebook<\/strong><br>\nZum ersten Mal hat Facebook Journalisten Zugang zu seinem streng abgeschirmten L&ouml;schzentrum in Berlin gew&auml;hrt. Die Einrichtung stand zuletzt wegen harter Arbeitsbedingungen in der Kritik. Bei dem Besuch blieben jedoch viele Fragen offen. Ein unauff&auml;lliges B&uuml;rogeb&auml;ude in einem Gewerbegebiet im Berliner Westen &ndash; rote Klinker, f&uuml;nf Etagen hoch. Hier betreibt die Bertelsmann-Tochter Arvato im Auftrag von Facebook ihr L&ouml;schzentrum. (&hellip;) Die Transparenz, die das Unternehmen dabei hergestellt hat, war eine gezielte: Bei Fragen nach konkreten Zahlen, zum Beispiel zur Fehlerquote bei L&ouml;schentscheidungen oder zur Zahl der Mitarbeiter, die sich konkret um deutschsprachige Inhalte k&uuml;mmern, gab es sich weiter verschlossen. (&hellip;) Was Facebook und Arvato im L&ouml;schzentrum nicht gezeigt haben: wie die von Nutzern gemeldeten Inhalte konkret kontrolliert werden. Die Mitarbeiter mussten ihre Arbeit w&auml;hrend des Pressebesuchs ruhen lassen, um die Privatsph&auml;re der betroffenen Facebook-Nutzer zu gew&auml;hrleisten. Einen Blick auf die eingesetzte Software gab es nicht. Auch das laut Medienberichten hochkomplexe und un&uuml;bersichtliche Regelwerk f&uuml;r die L&ouml;schentscheidungen kam nicht zur Sprache.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/facebook-arvato-103.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Warum der populistische Diskurs so zeitgem&auml;&szlig; ist<\/strong><br>\nEin Gespenst geht um in Europa &ndash; das Gespenst des Populismus. Die Populisten, insbesondere die von ganz rechts, berufen sich immer wieder auf das Volk, auf eine Masse, an deren Spitze sie sich stellen. (&hellip;) Bernd Stegemann, Autor, Professor an der Schauspielschule Ernst Busch und Dramaturg am Berliner Ensemble (&hellip;) hat sich mit seinem Buch &uuml;ber &ldquo;Das Gespenst des Populismus&rdquo; in die j&uuml;ngste Populismus-Debatte eingeschaltet. Bernd Stegemann: &ldquo;Und der Populismus, der einen so gro&szlig;en Schrecken ausl&ouml;st in der bis dahin irgendwie existierenden demokratischen &Ouml;ffentlichkeit, besteht nat&uuml;rlich genau darin, dass der Populismus die Regeln in Frage stellt und sagt, ihr habt hier Regeln und durch diese Regeln werden ganz bestimmte politische Meinungen, Menschen, Weltanschauungen ausgegrenzt. Und die sollen doch bitte wieder Teil der politischen &Ouml;ffentlichkeit werden. Das ist der Grundangriff des Populisten auf die demokratische &Ouml;ffentlichkeit.&rdquo; (&hellip;) Stegemanns Drama der aktuellen Politik: Die populistischen Unholde treten von rechts auf die B&uuml;hne und decken die Verlogenheit der Herrschenden auf. Und beide, so hofft der Dramaturg, gehen in dem Konflikt zugrunde &ndash; um f&uuml;r etwas Neues Platz zu machen. Bernd Stegemann: &ldquo;Die stellen wom&ouml;glich die richtige Frage, oder weisen mit dem Finger auf den richtigen Punkt, n&auml;mlich, dass immer mehr Menschen ausgegrenzt werden, und dass es immer ungleicher zugeht. Dann muss man sagen, den Punkt verstehen wir und jetzt kl&auml;ren wir den n&auml;mlich nach unseren Regeln, denen der liberalen Gesellschaft und nicht denen der rechtslastigen ausgrenzenden, nationalistischen Regeln. Diese Unterscheidung muss man schon treffen k&ouml;nnen, als liberale Gesellschaft.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/populisten-und-ihr-volk-warum-der-populistische-diskurs-so.976.de.html?dram:article_id=390642\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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