{"id":39223,"date":"2017-07-18T08:19:51","date_gmt":"2017-07-18T06:19:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39223"},"modified":"2017-07-18T09:06:51","modified_gmt":"2017-07-18T07:06:51","slug":"hinweise-des-tages-2917","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39223","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39223#h01\">Die Durchwurstel-Kanzlerin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39223#h02\">Gruppe von Alteingesessenen zieht die F&auml;den<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39223#h03\">SPD-Wahlprogramm<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39223#h04\">Macron<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39223#h05\">Staatstrojaner brennen nicht so gut wie Autos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39223#h06\">G20 &ndash; Verletzte Grundrechte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39223#h07\">Versammlungsfreiheit gilt f&uuml;r alle!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39223#h08\">Kritik an Trump und seiner &ldquo;Bande dreister Plutokraten&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39223#h09\">UN-&Uuml;bersetzungs-Text des Atomwaffen-Verbotsvertrags vom 7.7.2017<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39223#h10\">Einmal unten, immer unten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39223#h11\">Warum sich die Gewerkschaften erbitterte K&auml;mpfe liefern werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39223#h12\">Mit Blick in die Zukunft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39223#h13\">Google wird allm&auml;chtig &ndash; die Politik schaut hilflos zu<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39223#h14\">Deutschland als Prothese<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39223#h15\">Afghanistan: Opiumprodukte weiterhin Exportgut Nummer 1<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39223#h16\">Russland kopiert deutsches Netzwerkdurchsetzungsgesetz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39223#h17\">Das Lkw-Problem: Laut, schmutzig, gef&auml;hrlich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39223#h18\">Verschw&ouml;rungstheorien und &bdquo;gutes Bildungsfernsehen&ldquo;: das kontroverse YouTube-Ph&auml;nomen KenFM<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Die Durchwurstel-Kanzlerin<\/strong><br>\nAngela Merkel ist die &uuml;bersch&auml;tzteste Politikerin der letzten Jahre:\n<ul>\n<li>Mit Schr&ouml;der und Fischer hat sie den deutschen Sozialstaat schwer besch&auml;digt.<\/li>\n<li>Mit ihren Alleing&auml;ngen und Sozialabbau-Diktaten hat sie die V&ouml;lker Europas gegen uns aufgebracht.<\/li>\n<li>Im Gefolge der USA hat sie Truppen an die russische Grenzen geschickt und die Ost- und Entspannungspolitik durch eine Politik der Konfrontation mit Russland abgel&ouml;st.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im ARD-Sommerinterview zeigte sie wieder ihre Unbedarftheit: &ldquo;Wir k&ouml;nnen das Geld, das wir haben, zur Zeit nicht ausgeben. Wir m&uuml;ssen unbedingt die Planungsverfahren beschleunigen&rdquo;, gab sie zum Besten. Das zieht einem die Schuhe aus.<br>\nLange war es f&uuml;r B&uuml;rgermeister und Ministerpr&auml;sidenten selbstverst&auml;ndlich, fertige Pl&auml;ne in der Schublade zu haben, falls wieder mal, wie das in fr&uuml;heren Jahren &ouml;fter der Fall war, ein &ouml;ffentliches Konjunkturprogramm aufgelegt w&uuml;rde. Wenn es Brei regnet, musst du den L&ouml;ffel hinhalten (sprich fertige Pl&auml;ne haben), hie&szlig; es damals. Aber die &bdquo;schw&auml;bische Hausfrau&ldquo; Merkel mit ihrem &bdquo;Hohepriester der schwarzen Null&ldquo; Sch&auml;uble sind verantwortlich daf&uuml;r, dass die &ouml;ffentliche Hand in Deutschland seit Jahren weniger investiert als andere Industriestaaten und die Infrastruktur verfallen l&auml;sst.<br>\nSo wurstelt die Merkel. Zuerst werden 17.000 Polizeistellen abgebaut. Wenn in der Folge von Anschl&auml;gen dann deutlich wird, welcher Fehler damit gemacht wurde, wirbt man in Wahlk&auml;mpfen damit, man wolle wieder mehr Polizisten einstellen.<br>\nVielleicht kapiert sie mit vielen Gleichgesinnten, dass es ein ebenso gro&szlig;er Fehler war, die Zahl der Planungsingenieure vor allem bei L&auml;ndern und Gemeinden deutlich zu verringern. Aber das kann, wie ihr einf&auml;ltiges L&auml;cheln, als sie ihre Weisheiten im Sommerinterview von sich gab zeigte, noch dauern.<br>\nAber wir sind ja Export-Weltmeister! Diese jetzt Merkel zugeschriebene &bdquo;Glanztat&ldquo; bezahlen fast die H&auml;lfte der Deutschen mit weniger Kaufkraft im Vergleich zu den 90er Jahren und viele Europ&auml;er &ndash; vor allem Jugendliche &ndash; mit Arbeitslosigkeit. Aber dass, wer mehr exportiert, als er bei anderen einkauft, auch Arbeitslosigkeit exportiert, wird die Durchwurstel-Kanzlerin wohl nie begreifen. Das ist, davon ist sie, wie viele ihrer Hofberichterstatter, fest &uuml;berzeugt, alternativlos.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376.47953.188971457830996\/1484238351637627\/?type=3&amp;theater\">Oskar Lafontaine<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Gruppe von Alteingesessenen zieht die F&auml;den<\/strong><br>\nGespr&auml;ch mit Marco B&uuml;low. &Uuml;ber das Parteiestablishment, das gerne noch mal mit Merkel will, einen Kanzlerkandidaten ohne Mumm und idiotische Wahlkampfstrategen<br>\nEnde Juni war in der Wochenzeitung Freitag unter dem Titel &raquo;Angies Juniorpartner&laquo; eine krachende Abrechnung mit dem &raquo;Establishment der SPD&laquo; und dessen Einfluss und Wirken auf die Partei drei Monate vor der Bundestagswahl erschienen. Da hie&szlig; es etwa: &raquo;Es sind gen&uuml;gend da, die vor allem mitregieren wollen, die genervt sind von den W&uuml;nschen der Basis, die es sich bequem gemacht haben an der Seite der Union, die sich vor allem gegen &rsaquo;&Ouml;kos&lsaquo; und Linke abgrenzen wollen.&laquo; Sie haben den Beitrag verfasst. Hat Ihnen Martin Schulz daf&uuml;r schon gedankt?<br>\n(Lacht.)<br>\nGanz bestimmt nicht, und das war auch nicht Sinn der Sache. Ich finde, es ist an der Zeit, die Kr&auml;fte zu aktivieren und dar&uuml;ber nachzudenken, ob es nicht innerhalb der Partei Leute in verantwortlichen Positionen gibt, die eine Neuauflage der gro&szlig;en Koalition guthei&szlig;en, auch wenn sie das so offen nicht sagen w&uuml;rden. Aber allein der Eindruck, dass manch einer einfach so weitermachen will wie bisher, schadet der Partei, den Wahlk&auml;mpfern an der Basis und unserem Kanzlerkandidaten Martin Schulz. Um noch eine Chance zu haben, m&uuml;ssen wir in die Offensive kommen. Angela Merkel kann gerne in dieser abwartenden, &uuml;berparteilichen Haltung posieren. Die SPD gewinnt damit keinen Blumentopf, wir m&uuml;ssen attackieren. Das geht aber nur, wenn der Kandidat und dessen ganzes Umfeld an einem Strang ziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/314502.gruppe-von-alteingesessenen-zieht-die-f%C3%A4den.html\">junge welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>SPD-Wahlprogramm<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Schulz auf Mindestdrehzahl<\/strong><br>\nSPD-Kanzlerkandidat stellt in Berlin drei Wochen nach Regierungsprogramm &raquo;Zukunftsplan&laquo; vor. Seine Rede wirkte wie eine Kapitulationserkl&auml;rung<br>\nIm Januar 2005 r&uuml;hmte der damalige von der SPD gestellte Bundeskanzler Gerhard Schr&ouml;der sich und seine &raquo;Agenda 2010&laquo; auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos: &raquo;Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt.&laquo; Mit den Folgen dieser &raquo;Errungenschaft&laquo; und dem von ihr ausgehenden Druck auf die Einkommen aller Besch&auml;ftigten haben die Betroffenen in der Bundesrepublik und die durch deutsche Dumpingl&ouml;hne niedergerungenen Volkswirtschaften anderer L&auml;nder immer mehr zu k&auml;mpfen. Die Vokabel &raquo;Niedriglohnsektor&laquo; wurde in einigen Staaten gar nicht erst &uuml;bersetzt.<br>\nDie heutige SPD ficht das wenig an. Das demonstrierte der Parteivorsitzende und Kanzlerkandidat Martin Schulz am Sonntag bei einer Veranstaltung vor mehreren hundert geladenen G&auml;sten in der Berliner SPD-Zentrale bei der Vorstellung seines sogenannten Zukunftsplans. Der tr&auml;gt den Titel &raquo;Das moderne Deutschland. Zukunft &ndash; Gerechtigkeit &ndash; Europa&laquo; und enth&auml;lt in zehn Punkten auf 19 Seiten eine Zusammenfassung dessen, was ein SPD-Parteitag erst vor drei Wochen in Dortmund als Regierungsprogramm auf 116 Seiten verabschiedet hatte. Au&szlig;er der Textreduktion gab es nichts Neues. Anlass f&uuml;r die merkw&uuml;rdige Tagung d&uuml;rfte das Umfragetief sein, in dem die Partei verharrt. Am Samstag abend ver&ouml;ffentlichte bild.de eine Emnid-Umfrage, wonach die CDU zur Zeit auf 38 Prozent k&auml;me, die SPD auf 25 Prozent &ndash; ungef&auml;hr dasselbe Ergebnis wie vor vier Wochen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/314509.schulz-auf-mindestdrehzahl.html\">junge welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Zukunftsplan auf t&ouml;nernen F&uuml;&szlig;en<\/strong><br>\n&bdquo;Martin Schulz&lsquo; Zukunftsplan steht auf t&ouml;nernen F&uuml;&szlig;en. So richtig es ist, mehr &ouml;ffentliche Investitionen in Deutschland und Europa, mehr Geld f&uuml;r Bildung und Weiterbildung oder einen Digitalisierungsfonds zu fordern, so sehr verweigern Martin Schulz und die SPD den einzigen Weg, um den Zukunftsplan zu finanzieren&ldquo;, erkl&auml;rt die Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Sahra Wagenknecht, zum heute vom SPD-Kanzlerkandidaten vorgestellten Zukunftsplan. &bdquo;Ohne eine Verm&ouml;gensteuer, die endlich die Reichen und Superreichen zur Finanzierung von modernen Schulen, sanierten Stra&szlig;en, mehr Pflegepersonal, mehr Lehrerinnen und Lehrern, mehr Polizisten heranzieht, bleibt der Zukunftsplan von Martin Schulz nur Schall und Rauch.&ldquo; Wagenknecht weiter:<br>\n&ldquo;Hinzu kommt, dass die SPD-F&uuml;hrung sich ehrlich machen muss, um glaubw&uuml;rdig f&uuml;r ein modernes Deutschland streiten zu k&ouml;nnen. Sie war in 15 der vergangenen 19 Jahre Teil der Bundesregierung. Wenn Martin Schulz also beklagt, dass das Land unter seinen M&ouml;glichkeiten regiert wird, sollte er sich zuerst an die eigene Nase fassen. Kooperationsverbot in der Bildung, Entkernung der gesetzlichen Rente, ausufernde prek&auml;re Arbeit, der gr&ouml;&szlig;te Niedriglohnsektor in Europa, Waffenexporte in immer gr&ouml;&szlig;eren Ausma&szlig; hat die SPD zu verantworten. Es w&auml;re gut, wenn Martin Schulz davon abr&uuml;cken w&uuml;rde, allein die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte zeigen, dass bei den Sozialdemokraten von den hehren Pl&auml;nen vor der Wahl nach dem Wahltag nur noch wenig &uuml;brig bleibt. Sofern diese Pl&auml;ne &uuml;berhaupt ausreichen. Ein Generationenvertrag, der das Rentenniveau bei 48 Prozent festtackert, ist eben eines auf keinen Fall: fair.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/die-linke.de\/themen\/nachrichten\/detail\/zukunftsplan-auf-toenernen-fuessen-1\/\">Die Linke<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Es stellt sich die Frage, wann endlich auch die SPD-Basis aufwacht, dieses leicht zu durchschauende Vorhaben erkennt und dagegen rebelliert &ndash; oder zumindest einen inhaltlichen Politikwechsel einleitet. Oder ist die SPD keine Mitgliederpartei mehr? Oder ist die Mehrheit der Mitglieder wirklich so leicht zu beeinflussen? So jedenfalls wird das mit der Kanzlerschaft eines SPD-Mitgieds nichts.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Der Sparfetisch gef&auml;hrdet unsere Zukunft<\/strong><br>\nDie SPD ist weiter im Umfragetief. Die Wende soll ein Wirtschaftsprogramm bringen, das Martin Schulz am Sonntag vorstellt. Einer der Autoren verspricht einen neuen Aufschwung &ndash; f&uuml;r die Partei und f&uuml;r das Land. [&hellip;]<br>\nEnderlein: Ich stehe da eher auf der Seite des neuen franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten Emmanuel Macron, der mit einer offensiven Strategie auf die Herausforderungen der Globalisierung reagieren will. Nachhaltiges Wachstum entsteht nur in einer offenen Gesellschaft, nicht hinter geschlossenen Grenzen. Gerade Deutschland braucht dieses Wachstum, weil wir demografisch schrumpfen. Innovation ist der Garant f&uuml;r Gerechtigkeit und materielle Sicherheit.<br>\nSPIEGEL ONLINE: Das h&auml;tte Angela Merkel nicht sch&ouml;ner sagen k&ouml;nnen. Was unterscheidet Ihr Konzept von dem der Union?<br>\nEnderlein: Gegenfragen: Warum fehlen in Deutschland 350.000 Kitapl&auml;tze? Warum verschlie&szlig;en wir Frauen ein R&uuml;ckkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit, obwohl rund eine halbe Million Frauen gern von Teilzeit in Vollzeit wechseln w&uuml;rden? Warum haben wir kein modernes Einwanderungsgesetz? Ich w&uuml;rde auch die Bundeskanzlerin unterst&uuml;tzen, wenn sie diese Punkte in den Kern ihrer Politik r&uuml;cken w&uuml;rde. Ich sehe aber, dass sich eher die SPD diesen Themen annimmt. Martin Schulz fordert eine Investitionsoffensive &ndash; in Verkehrswege, digitale Infrastruktur, Bildung. Wir brauchen einen Neuanfang und d&uuml;rfen uns nicht an veralteten Konzepten des F&ouml;deralismus festhalten.<br>\nSPIEGEL ONLINE: Wie meinen Sie das?<br>\nEnderlein: Bildung darf nicht mehr nur L&auml;ndersache sein. Der Bund muss eine gr&ouml;&szlig;ere Rolle spielen und auch Geld in die Hand nehmen. Unsere Berufsschulen sind oft in katastrophalem Zustand und schlecht ausgestattet. Eine Zahntechnikerin sollte auf dem modernsten 3D-Drucker ausgebildet werden. Nur so sichern wir die Nachhaltigkeit unserer Ausbildung. Daf&uuml;r sind zus&auml;tzliche Finanzmittel erforderlich.<br>\nSPIEGEL ONLINE: Viele Wirtschaftsexperten halten das f&uuml;r die altbekannte SPD-Platte: Sie wollen Geld ausgeben, das der Staat nicht hat.<br>\nEnderlein: Falsch. Derzeit h&auml;ufen wir im Bundeshaushalt &Uuml;bersch&uuml;sse an, weil Sparen zum Fetisch geworden ist. Mit dieser Strategie verspielt Deutschland seine Zukunft. Die ber&uuml;hmte schw&auml;bische Hausfrau w&uuml;rde nie das eigene Haus verkommen lassen, sondern es picobello in Stand halten, ehe sie es an die n&auml;chste Generation &uuml;bergibt. Sehen Sie sich die H&auml;user in Schwaben mal an, das ist wirklich so. Ich pl&auml;diere schon lange daf&uuml;r, in Erg&auml;nzung zur Schuldenbremse eine staatliche Investitionspflicht einzuf&uuml;hren. Martin Schulz hat diesen Vorschlag aufgegriffen. Das freut mich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/spd-wirtschaftsprogramm-soll-die-wende-bringen-a-1157721.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Dahinter, hinter Schulz&lsquo; Zukunftsplan, steckt immer ein kluger Kopf und hier ahnt man es bereits: &bdquo;Henrik Enderlein lehrt als Wirtschaftsprofessor an der Hertie School of Governance&ldquo;. &bdquo;2012 sprach sich Enderlein in einem kontrovers diskutierten Gutachten f&uuml;r die Landesregierung Baden-W&uuml;rttemberg mit Koautoren f&uuml;r einen harten Konsolidierungskurs und die Aufnahme einer Schuldenbremse in die Landesverfassung aus.&ldquo;<\/em><br>\n<em>Es sollte klar sein, die Schuldenbremse ist ein zentrales Instrument zur Durchsetzung der neoliberalen Agenda. Dem Staat soll durch die Schuldenbremse jeder finanzielle Handlungsspielraum genommen werden, um dann die &ouml;ffentliche Infrastruktur an private Investoren auszuliefern, da ja nun zu wenig &ouml;ffentliche Mittel zur Verf&uuml;gung stehen.<\/em><br>\n<em>Hier manifestiert sich wieder einmal die Unausgegorenheit und Widerspr&uuml;chlichkeit des SPD-Programms. Die SPD kann und will sich nicht von der neoliberalen Ideologie verabschieden. Arbeitslosengeld Q anstatt Abschaffung des Hartz-IV Systems, eine staatliche Investitionspflicht, die nichts wert ist (<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39213\">SPD-Wahlkampfknaller Investitionspflicht &ndash; nur oberfl&auml;chlich betrachtet eine tolle Sache<\/a>) anstatt Aufhebung der Schuldenbremse. In der SPD scheint man eines immer noch nicht zu begreifen, wenn es &uuml;berhaupt noch eine Chance gibt verlorene Glaubw&uuml;rdigkeit zur&uuml;ck zu gewinnen, dann muss sich die SPD klar von der neoliberalen Ideologie verabschieden. Allerdings wird dieses Mal die Rechnung der Oppermanns, Zypries, Kahrs nicht mehr aufgehen, die daraufsetzen, dass die SPD auf ewig als Juniorpartner in einer gro&szlig;en Koalition fungiert. Nach den j&uuml;ngsten Umfragen zur Bundestagswahl r&uuml;ckt sogar eine schwarz-gelbe Mehrheit in den Bereich des M&ouml;glichen. Welche politische Rolle bleibt dann noch f&uuml;r die SPD?<\/em><br>\n<em>Im &Uuml;brigen zeichnet sich das Interview durch die &uuml;bliche neoliberale Phraseologie aus, welche die Durchsetzung der neoliberalen Agenda hinter wohlfeilen Floskeln, &ldquo;mit einer offensiven Strategie auf die Herausforderungen der Globalisierung reagieren&rdquo;, verschleiert. Aber wie sieht die &bdquo;offensiven Strategie&ldquo; eines Emmanuel Macrons denn aus? Wie &uuml;blich, Steuersenkungen f&uuml;r Unternehmen, staatliche Ausgabenk&uuml;rzungen, Abbau von Arbeitnehmerrechten, Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, usw. (siehe auch &bdquo;Macron will st&auml;rker in Kommunen sparen&ldquo;). Das soll das Vorbild f&uuml;r das Wirtschaftsprogramm der SPD sein?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Macron<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Macron will st&auml;rker in Kommunen sparen<\/strong><br>\nFranz&ouml;sische Regionen, St&auml;dte und Gemeinden sollen ihre Ausgaben nach dem Willen der Regierung um 13 Milliarden Euro reduzieren. Der IWF lobt Macrons Sparpl&auml;ne.<br>\nFrankreichs Regionen, D&eacute;partements und St&auml;dte sollen nach dem Willen der Regierung in Paris in den kommenden Jahren deutlich sparen. Laut Haushaltsminister G&eacute;rald Darmanin sollen die Gebietsk&ouml;rperschaften ihre Ausgaben bis 2022 um 13 Milliarden Euro senken. Im Wahlkampf hatte der neu gew&auml;hlte Pr&auml;sident Emmanuel Macron noch von zehn Milliarden Euro  gesprochen.<br>\nDer konservative Oppositionspolitiker und Vorsitzende des Bundes franz&ouml;sischer B&uuml;rgermeister, Fran&ccedil;ois Baroin, kritisierte die Ank&uuml;ndigung. &ldquo;Man kann nicht wieder die Schuhe an den Gebietsk&ouml;rperschaften abtreten&rdquo;, sagte er dem Sender LCI. Die Kommunen w&uuml;rden bei so weitgehenden K&uuml;rzungen &ldquo;untergehen&rdquo;.<br>\nDie Pariser Regierung und Vertreter von St&auml;dten, D&eacute;partements und Regionen berieten am Montag bei einer Konferenz in Paris &uuml;ber die Finanzbeziehungen zwischen Zentralstaat und Gebietsk&ouml;rperschaften. Premierminister Edouard Philippe sagte, er erwarte &ldquo;harte und langwierige&rdquo; Verhandlungen.<br>\nMacrons Regierung hatte versprochen, das franz&ouml;sische Defizit in diesem Jahr unter die EU-Obergrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken. Die Regierung k&uuml;ndigte k&uuml;rzlich zus&auml;tzliche Einsparungen von 4,5 Milliarden Euro an, um dieses Ziel auch einzuhalten. Frankreich &uuml;berschreitet seit zehn Jahren die EU-Haushaltsvorgaben.<br>\nBei den Beratungen herrscht nicht nur wegen der geplanten Einsparungen eine aufgebrachtw Stimmung. Die franz&ouml;sischen St&auml;dte und Gemeinden sind besorgt &uuml;ber Macrons Pl&auml;ne, 80 Prozent der Haushalte von einer Wohnungssteuer auszunehmen, die bislang den Kommunen zugute kommt. Die Regierung hat zwar Ausgleichszahlungen versprochen. Die St&auml;dte und Gemeinden bezweifeln aber, dass diese auch langfristig zur Verf&uuml;gung gestellt werden.<br>\nInsgesamt will Macrons Regierung in seiner f&uuml;nfj&auml;hrigen Amtszeit 60 Milliarden Euro einsparen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2017-07\/frankreich-emmanuel-macron-gemeinden-13-milliarden-euro-sparen\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Man mu&szlig; nur hart genug sparen, dann bl&uuml;hen irgendwann die Landschaften&hellip; Im Ernst: was soll gut werden, wenn die Kommunen (voraussichtlich) an der Daseinsvorsorge sparen m&uuml;ssen und an Sozialleistungen f&uuml;r die &Auml;rmsten? Und dann noch eine Steuer streichen? &ldquo;Die Kommunen w&uuml;rden bei so weitgehenden K&uuml;rzungen &ldquo;untergehen&rdquo;.&rdquo; &ndash; Sch&ouml;n formuliert &ndash; von einem *konservativen* B&uuml;rgermeister. Und der IWF lobt die Macron-Pl&auml;ne (die gleichzeitig massive Steuergeschenke nach oben beinhalten), die das Land weiter ruinieren werden, als &ldquo;ehrgeizig und mutig&rdquo; &ndash; wirklich verr&uuml;ckt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Macron ein Aussteiger?<\/strong><br>\nSchneller als erwartet f&auml;ngt der Lack der Glitzerfassade des neuen franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten an abzubl&auml;ttern. Die Finanztransaktionssteuer, das letzte halbwegs progressive Projekt der EU-Kommission, steht auf Macrons Abschussliste. (&hellip;)<br>\nIm Klartext bedeutet dieses Junktim, man will die Attraktivit&auml;t des Finanzstandorts Paris nicht durch die FTS gef&auml;hrden. Und da bereits seit Monaten zwischen Frankfurt und Paris der Kampf um die fettesten Brocken aus der Beute des BREXIT tobt, glaubt Macron, die franz&ouml;sische Wettbewerbsposition auf diese Weise st&auml;rken zu m&uuml;ssen.<br>\nDas Man&ouml;ver steht im Zusammenhang mit einem ganzen Ma&szlig;nahmepaket, das u.a.  Steuererleichterungen f&uuml;r Boni und Geh&auml;lter von Bankern vor allem der oberen Etagen vorsieht. Eine weiteres Zuckerl f&uuml;r die Banken ist die Herausnahme des Intra-Day-Handels aus der unilateralen und ohnehin schon ziemlich mickrig ausgefallenen FTS, die noch von Sarkozy eingef&uuml;hrt worden war.<br>\nDas BREXIT-Argument ist ein fadenscheiniger Vorwand. Auch wenn kein Mensch wei&szlig;, wie der BREXIT im Einzelnen ausfallen wird, ist doch schon jetzt klar, dass der Finanzsektor der Euro-Zone, darunter auch der Standort Paris, davon profitieren werden. Nicht nur die EU-Aufsichtsbeh&ouml;rde EBA, auch zahlreiche Gesch&auml;ftsmodelle, die an den Euro gebunden sind, werden in die Euro-Zone ziehen.<br>\nDaher gibt es f&uuml;r eine am gesellschaftlichen Interesse orientierten Politik nicht den geringsten Anlass f&uuml;r Extra-Geschenke an die Banken. Auch die Konkurrenz mit Frankfurt ist kein Argument, denn auch dort w&uuml;rde die FTS gelten. Also kein Vorteil oder Nachteil f&uuml;r die eine oder andere Seite.<br>\nMacron hat im Wahlkampf immer die beleidigte Leberwurst gegeben, wenn ihm seine fr&uuml;here T&auml;tigkeit im Investmentbanking vorgehalten wurde. Jetzt, nach der Wahl, l&auml;sst er prompt die Maske fallen und bedient gleich zu Beginn seiner Amtszeit skrupellos die Interessen des Finanzkapitals.<br>\nZudem wirft der Vorgang ein bezeichnendes Licht auf den angeblich so &bdquo;guten Europ&auml;er&ldquo; Macron. Nach mehr als vier Jahren h&ouml;chst komplizierter Verhandlungen zwischen zehn Partnern einen ausverhandelten Kompromiss einfach mal so wieder in Frage zu stellen, das hat schon Trump&rsquo;sches Format.<br>\nDie Fans der Lichtgestalt aus Paris, die es hierzulande bis weit in die Linke gibt, werden lernen m&uuml;ssen &ndash; und das nicht nur beim Thema FTS &ndash; dass der harte Kern von Macrons Politik auch nichts anderes ist als Make France great again. Auch wenn der Franzose nat&uuml;rlich nicht so t&ouml;lpelhaft daher kommt wie sein US-Kollege.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2017\/07\/macrons-smarter-ausstieg-aus-der-finanztransaktionssteuer\/\">Makroskop<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Staatstrojaner brennen nicht so gut wie Autos<\/strong><br>\nInzwischen sind die letzten Tr&uuml;mmer in Hamburg wegger&auml;umt, das war ein Fest. Gef&uuml;hlte 24 Stunden Dauerkrawall-&Uuml;bertragung. Alle Politiker fordern was, alle weisen irgendwelche Schuld irgendwem zu, hier setzt ein atonaler Chor ein: Sie haben Schlecker gest&uuml;rmt, sie haben Schlecker gest&uuml;rmt. Testosterontriefende Angriffe auf (Chor wieder) EIGENTUM reizte ein paar ganz Verwegene zu Nazi- und Terroristenvergleichen. Also im Vordergrund war gut was los, und in einem imagin&auml;ren Keller wurde ein Gesetz verabschiedet (m&uuml;sste ich jetzt erkl&auml;ren, stattdessen dr&uuml;cken Sie doch einfach hier).<br>\nEine Entscheidung, die von Pessimisten als gravierender Eingriff in die Grundrechte, in die Privatsph&auml;re und als ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur l&uuml;ckenlosen &Uuml;berwachung der Bev&ouml;lkerung bezeichnet wird. Und jetzt der Chor der Mehrheit: Wir haben nichts zu verbergen. Nat&uuml;rlich nicht. Also machen wir weiter.<br>\nVielen Dank. Brennende Autos sind der absolute super Aufmerksamkeitsgau gegen etwas so Trocknes wie &Uuml;berwachung. Mit Zeug, das irgendwo unsichtbar passiert, holt man keinen hinter dem Ofen vor. Zumal ja noch nichts passiert ist. Das Sammeln all Ihrer Mails, der besuchten Websites, Ihrer Fitnessdaten und Kaufgewohnheiten, die Gesichtserkennung, die tollen Smart-Ger&auml;te, die viele sich selbst kaufen, das ist ein bisschen wie Benzin zur Selbstentz&uuml;ndung zu erwerben. Das s&uuml;&szlig;e Netz. Das den Welthandel befeuert hat und Einsame zueinander bringt, m&uuml;sste im Moment gel&ouml;scht und neu gestartet werden.<br>\nNeben den Bots, dem Hass und der Spaltung der Bev&ouml;lkerung durch gezielte Manipulation von Wahlen, ist da der komplett &uuml;berwachte Mensch, der sein Auto nicht mehr starten kann, wenn er mit einer Rate im R&uuml;ckstand ist, der seinen smarten K&uuml;hlschrank nicht &ouml;ffnen kann, wenn er 79 Gramm &Uuml;bergewicht hat, der keine neue Wohnung bekommt, weil er in der alten eine Beschwerde an den Besitzer geschrieben hat, der im smarten Supermarkt nicht mehr zahlen kann, weil sein Konto von der Regierung gesperrt wurde, weil er zu einer nicht genehmigten Versammlung eingeladen hat (es war nur ein Skatabend, ich schw&ouml;re) und darum von einem grauen W&auml;gelchen abgeholt wird (klicken Sie hier).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/ueberwachung-staatstrojaner-brennen-nicht-so-gut-wie-autos-kolumne-a-1157369.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein durchaus bedenkenswerter Aspekt, l&auml;sst sich doch durch die k&uuml;nstliche Aufregung &uuml;ber die G20-Krawalle von so machen anderen Dingen ablenken.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>G20 &ndash; Verletzte Grundrechte<\/strong><br>\nErst wurden &uuml;ber 10.000 gewaltbereite Demonstranten f&uuml;r den Gipfel in Hamburg prophezeit, dann etablierte die Polizei die Zahl 8.000. Am Ende schritten hochger&uuml;stete Polizeieinheiten gegen 1.000 Demonstranten (Angaben der Polizei) bei der &raquo;Welcome to Hell&laquo;-Demo am Donnerstag am Hamburger Hafen ein, weil die sich angeblich nicht demaskieren wollten. Augenzeugen berichteten allerdings, dass es lediglich einige hundert waren. Wer aber steckt hinter so einer Vermummung? Linksautonome Aktivisten? Staatsbeamte mit Spezialauftrag? Faschos und Hools? Oder Kriminelle? Klar d&uuml;rfte jedenfalls sein: Wenn Tausende von milit&auml;risch auftretenden und hochger&uuml;steten Staatsbeamten mit ihren Granatwerfern, Schnellfeuerwaffen und Maschinenpistolen demonstrativ tagelang gegen alle, die ihnen auf der Stra&szlig;e begegnen, &auml;u&szlig;erst aggressiv vorgehen, geht es nicht um ein paar hundert Vermummte. Wenn unter solchen Umst&auml;nden H&auml;user gest&uuml;rmt, Menschen die Knochen gebrochen, Br&auml;nde gelegt und Stra&szlig;enz&uuml;ge verw&uuml;stet werden, ist da keinesfalls etwas &raquo;aus dem Ruder gelaufen&laquo;, wie manche mutma&szlig;en: Hier sollen nicht nur &raquo;Gewaltbereite&laquo;, hier sollen alle Demonstranten, Passanten, aber auch gar nicht anwesende Kritiker des Staates eingesch&uuml;chtert werden. Mit erstaunlicher Klarheit haben das in diesen Tagen mehrere Polizeisprecher und Politiker kundgetan. &raquo;Grundrechte einzuschr&auml;nken ist nun mal Teil der Aufgabe und sch&uuml;tzt die Demokratie vor zu gro&szlig;em Individualismus&laquo;, postete etwa die Hamburger Gewerkschaft der Polizei &uuml;ber Twitter am Mittwoch. Dagegen nennt die Gewerkschaft Verdi die Ereignisse ein einziges &raquo;Festival der verletzten Grundrechte&laquo;.<br>\nMedien k&ouml;nnen in einer b&uuml;rgerlichen Demokratie eine wichtige, den Herrschenden durchaus unangenehme Rolle spielen. Offensichtlich deshalb hat man wohl auch sie ins Visier genommen. Journalisten unterschiedlicher Medien wurden von Beamten geschlagen, drangsaliert, in der Aus&uuml;bung ihres Berufes massiv behindert. Eigentlich war auch das nicht n&ouml;tig, die meisten Medien funktionierten als verl&auml;ngerter Arm der Staatsmacht: Erkl&auml;rungen der Polizei wurden ohne Gegenrecherche &uuml;bernommen und gebetsm&uuml;hlenartig wiederholt, schon im Vorfeld der Ereignisse. Als die Polizei meldete, dass sie gegen 1.000 vermummte Personen vorgegangen sei, wurde diese Zahl beispielsweise vom TV-Sender N24 brav gemeldet und auch dann noch st&auml;ndig wiederholt, als ihr Reporter vor Ort aussagte, dass es deutlich weniger Personen gewesen seien.<br>\nMit dem martialischen Auftritt sollte wohl ein Zeichen gesetzt werden: Egal ob Linksautonomer, Journalist oder friedlicher Demonstrant: Wer nicht spurt, wird repressiert. Dabei treten komische Helfershelfer auf, wie die junge Welt erleben musste. Schon im Vorfeld der Protestaktivit&auml;ten gegen den G-20-Gipfel wurde die junge Welt inhaltlich angegriffen, weil G20 nicht G7 sei und man wegen der Teilnahme der Regierungen etwa aus Russland oder China gegen den Gipfel nicht protestieren d&uuml;rfe.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/314496.verletzte-grundrechte.html\">junge welt<\/a>\n<p><strong>Dazu nochmals: <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/politik\/deutschland\/g20-gipfel-hamburg-wird-mit-sperrzonen-und-sammelstellen-zur-festung-a-1155383.html\">So will Hamburg gegen G20-Gegner vorgehen<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>Und: Die M&auml;r vom stets korrekten Polizisten<\/strong><br>\nEs ist nicht Missgunst, wenn man feststellt, dass die Benefizaktionen, in deren Genuss die beim Hamburger Gipfel verletzten Polizisten gerade kommen, &uuml;bertrieben, ja, befremdlich wirken: Die Elbphilharmonie hatte sie schon zu einem Gratis-Konzert eingeladen, der Bericht davon in der &bdquo;Bild&ldquo;-Zeitung las sich, als k&auml;men die Beamten gerade von der Front; dazu soll es nun noch einen Gratis-Urlaub mit Hotel nach Wahl geben, f&uuml;r den die &bdquo;Bild&ldquo; schon gesammelt hat und die Bahn Hin- und R&uuml;ckfahrttickets spendiert, Erster Klasse nat&uuml;rlich.<br>\nDas betrifft &bdquo;rund f&uuml;nfhundert&ldquo; Beamte &ndash; so die seit einer Woche kursierende Zahl, offiziell hie&szlig; es 476. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass die Bilanz &uuml;bertrieben war: Wie nun auch Polizeisprecher und das bayerische Innenministerium best&auml;tigen, wurden w&auml;hrend der Gipfeltage 231 Beamte verletzt, der Rest im &bdquo;erweiterten Einsatzzeitraum vom 22.Juni bis 10.Juli&ldquo;; zu mehreren Dutzend waren das Kreislaufprobleme infolge von Dehydrierung, also ohne Fremdeinwirkung; 95 Prozent der behandelten Polizisten konnten ihre Arbeit offenbar sogleich wieder aufnehmen.<br>\nUnd das soll ein &bdquo;Inferno&ldquo;, eine &bdquo;Horrornacht&ldquo; gewesen sein? Wie man aber linke Gewalt auf keinen Fall relativieren und einordnen darf, etwa, indem man auf die Todesopfer rechter Gewalt verweist, so darf man wahrscheinlich auch nicht relativierend darauf hinweisen, dass Hamburg schon Schlimmeres erlebt hat, und zwar beim Bombardement der &bdquo;Operation Gomorrha&ldquo; im Hochsommer 1943, nachzulesen bei Hans Erich Nossack (&bdquo;Der Untergang&ldquo;, 1948).<br>\nWoher kommt wohl das staatstragende Getue, das jetzt wieder um die Polizei gemacht wird? Kann man sie, wie jede andere Berufsgruppe auch, nicht einfach als eine Ansammlung von Personen betrachten, in der es, wie unter &Auml;rzten, B&auml;ckern, Sportlern, Juristen oder Journalisten, solche und solche gibt, die ihrer ja freiwillig gew&auml;hlten Arbeit nachgehen, die einen gut bis sehr gut, die anderen weniger? Offenbar nicht. Was die Polizei tut und l&auml;sst, scheint &uuml;ber jeden Zweifel erhaben, auch wenn auf Videos zu sehen ist, wie eine unbewaffnete, auf einem Einsatzwagen stehende Frau mit Wasserwerfern traktiert wird oder am Boden liegende Personen noch gepr&uuml;gelt und getreten werden. Wei&szlig; B&uuml;rgermeister Scholz nichts von den 35 Ermittlungsverfahren, die meisten davon wegen &bdquo;K&ouml;rperverletzung im Amt&ldquo;?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/m.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/krawalle-bei-g20-gipfel-polizisten-werden-gehaetschelt-15108937.html\">FAZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Es ist die alte Propagandaleier jede Blessur die Polizisten im Rahmen solcher Eins&auml;tze erleiden, egal ob in direkter Konfrontation mit Demonstranten oder durch &ldquo;friendly fire&rdquo;, wenn diese also das eigene Tr&auml;nengas abbekommen haben, undifferenziert in der Statistik auszuweisen, um die Angelegenheit f&uuml;r die &Ouml;ffentlichkeit dramatischer aussehen zu lassen und politisch besser ausschlachten zu k&ouml;nnen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Versammlungsfreiheit gilt f&uuml;r alle!<\/strong><br>\nEs ist eine gespenstische Debatte. Nach den Krawallen von Hamburg und dem nationalistischen Dumpfbacken-Konzert von Themar diskutiert die Republik ernsthaft &uuml;ber eine Einschr&auml;nkung des Versammlungsrechts. Und ausgerechnet ein linker Ministerpr&auml;sident gibt dazu den Takt vor.<br>\nVielleicht hilft erstmal ein bisschen Juristerei: Erstens gilt das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit f&uuml;r alle &ndash; also auch f&uuml;r solche Menschen, deren Anliegen kein vernunftbegabter Mensch teilen m&ouml;chte. Zweitens gibt es Grenzen dieses Grundrechts. Strafbares Verhalten geh&ouml;rt laut Verfassung ganz sicher dazu. Wer also meint, er k&ouml;nne eine Versammlung f&uuml;r Gewalttaten, Volksverhetzung oder NS-Symbole nutzen, hat sich geschnitten. Die Rechtslage ist klar: Eine Versammlung, die gegen Strafnormen verst&ouml;&szlig;t kann aufgel&ouml;st, Straft&auml;ter k&ouml;nnen verfolgt werden.<br>\nWas also einschr&auml;nken? Keine Versammlungsfreiheit mehr f&uuml;r Doofe? Ausschluss von Gef&auml;hrdern und Vertretern radikalen Gedankenguts? Gesichtskontrollen? Musikverbote? Meint Herr Ramelow das, wenn er von &bdquo;Pr&auml;zisierung&ldquo; eines Grundrechts spricht?<br>\nKlar, es wirft Fragen auf, wenn die Polizei in Hamburg gegen eine Versammlung vorgeht, weil ein Teil der Demonstranten das Vermummungsverbot nicht befolgt, in Themar aber weiter demonstriert werden darf, obwohl Hunderte gleich gegen zig Strafgesetze versto&szlig;en. Hier&uuml;ber sollte diskutiert werden.<br>\nAber eine Einschr&auml;nkung des Versammlungsrechts ist das Letzte, was die Republik gerade braucht. Ob Schwarzer Block oder fremdenfeindliches Gegr&ouml;le: Das m&uuml;ssen wir aushalten. Sonst diskutieren wir morgen &uuml;ber eine Gesinnungspolizei, die nur noch zul&auml;sst, was Staat und Regierung gerade so in den Kram passt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/monitor.wdr\/posts\/1462723990433203?pnref=story\">Georg Restle f&uuml;r Monitor<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Kritik an Trump und seiner &ldquo;Bande dreister Plutokraten&rdquo;<\/strong><br>\nSchockstarre &ndash; in diesen Zustand verfielen liberale Demokraten nach dem Wahlsieg von Donald Trump. Glaubt man Naomi Klein, war das kein Zufall, sondern Programm. In ihrem neuen Buch beschreibt die kanadische Aktivistin den neuen US-Pr&auml;sidenten als &ldquo;Prototypus des Katastrophenkapitalisten&rdquo;.<br>\nAuf den ersten Blick wirkt es unangenehm narzisstisch, wenn Klein das Ph&auml;nomen Trump an ihre erfolgreichen Bestseller &ldquo;No Logo&rdquo; (2000) und &ldquo;Die Schockstrategie&rdquo; (2007) erinnert. Aber es stimmt ja: Der Sieg des ungehobelten Unternehmers ist der Triumph einer knallharten Markenstrategie. Und seine schockierenden Auftritte sollen einen Zustand der Desorientierung erzeugen, in dem sich Trumps populistische Gegenrevolution besser durchsetzen l&auml;sst.<br>\nF&uuml;r Klein ist Trump der ultimative Sieg des Neoliberalismus. Der m&uuml;sse sich nun nicht mehr der &ldquo;Maske&rdquo; des willigen Politikers bedienen. Ihr Argument, dass Trumps &ldquo;Blitzkrieg der konzernfreundlichen Politik&rdquo; das Eingest&auml;ndnis verhindern soll, &ldquo;dass das neoliberale Projekt am Ende ist&rdquo;, lie&szlig;e sich aber auch als sein letztes Aufb&auml;umen deuten.<br>\nTrumps Vorbilder ortet sie in der Diktatur Augusto Pinochets in Chile, dem Wirken des US-Statthalters Paul Bremer im Irak nach der Invasion 2003 und die Politik in New Orleans nach dem Hurrikan Katrina. An all diesen Orten wurde der &ouml;ffentliche Sektor abgebaut, die Wirtschaft dereguliert und die Bildung privatisiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/naomi-klein-gegen-trump-kritik-an-trump-und-seiner-bande.950.de.html?dram:article_id=391248\">deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>UN-&Uuml;bersetzungs-Text des Atomwaffen-Verbotsvertrags vom 7.7.2017<\/strong><br>\n<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/170718-UN-atomwaffenverbot-a-conf-229-17-8.pdf\">Hier ist PDF<\/a> der offizielle &Uuml;bersetzungstext der UNO zum Atomwaffen-Verbotsvertrag, wie er auf der Staatenkonferenz am 7. Juli 2017 in New York mit einer Mehrheit von 122 bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme beschlossen wurde. Die &ldquo;NachDenkSeiten&rdquo; dokumentieren den Text aus sachlichen Gr&uuml;nden und wegen des Umstands, dass daran auch das d&auml;mliche Verhalten der deutschen Bundesregierung und der Koalition sichtbar wird:<br>\nObwohl das EU-Parlament im September 2016 u.a. mit den Stimmen der CDU\/CSU und der SPD diese Verhandlungen begr&uuml;&szlig;t hatte und obwohl diese dann am 23.12.2016 von der UN-Generalversammlung beschlossen wurden, hat die deutsche Bundesregierung auf Verlangen der US-Regierung diese Verhandlungen &ndash; ebenso wie alle anderen NATO-Staaten au&szlig;er den Niederlanden &ndash; boykottiert.<br>\nAlbrecht M&uuml;ller\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Einmal unten, immer unten<\/strong><br>\nGro&szlig;britannien ist nicht nur in der Frage des Brexit gespalten. Das Land ist immer noch eine Klassengesellschaft, sozialer Aufstieg ist fast unm&ouml;glich.<br>\nScotland Yard hat die Suche nach den Toten erst vor wenigen Tagen beendet, 81 Menschen sind durch den Brand im Londoner Grenfell Tower ums Leben gekommen. W&auml;hrend die Feuerwehr das Hochhaus noch l&ouml;schte, begann in Gro&szlig;britannien die Diskussion &uuml;ber die sozialen Ursachen der Katastrophe. Ein Wohnblock, vernachl&auml;ssigt, m&ouml;glichst billig saniert, und das mitten im reichen Stadtteil Kensington. Hier sind vor allem die prachtvollen H&auml;user wohlhabender Londoner zu bewundern &ndash; mit ihren Luxuskarossen davor und Privatschwimmb&auml;dern darunter. Doch Sozialwohnungen gibt es eben auch.<br>\nDurch das Feuer ist augenscheinlich geworden, wie eklatant die sozialen Unterschiede in Gro&szlig;britannien sind. Jahrzehntelang haben die Briten hingenommen, dass ihre Gesellschaft tief gespalten ist. &Uuml;ber die Ungleichheit sprach kaum einer, obwohl sie sich immer deutlicher abgezeichnet hat. Grenfell war ein Fanal.<br>\nDass diese Unterschiede existieren, bezweifelt in Gro&szlig;britannien kaum jemand. Auch der Begriff der Klassen wird, anders als etwa in Deutschland, oft zur Analyse gebraucht. Allein daran zeigt sich, wie manifestiert das Klassenkonzept ist.<br>\nSelbst wenn man die Monarchie mit der Queen an der Spitze au&szlig;en vor l&auml;sst, zerf&auml;llt die britische Gesellschaft heute in sieben Klassen. Das ergab die Great British Class Survey, eine von der BBC im Jahr 2013 ver&ouml;ffentlichte Studie der Wissenschaftler Mike Savage von der London School of Economics und Fiona Devine von der University of Manchester. Aufgeschl&uuml;sselt nach &ouml;konomischem, kulturellem und sozialem Kapital identifizierten die Wissenschaftler folgende Klassen: Elite, etablierte und technische Mittelklasse, neu-wohlhabende Arbeiter, traditionelle Arbeiterklasse, junge Dienstleistungsarbeiter und Prekariat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2017-07\/grossbritannien-klassengesellschaft-brexit-bildung-ungleichheit\">ZEIT<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Warum sich die Gewerkschaften erbitterte K&auml;mpfe liefern werden<\/strong><br>\nDas Bundesverfassungsgericht hat in der vergangenen Woche ein Urteil gef&auml;llt, das eigentlich ganz gro&szlig;e Aufmerksamkeit verdient h&auml;tte &ndash; aber die Aufmerksamkeit blieb weit unter der Bosbach\/Maischberger-Schwelle.<br>\nDie Auswirkungen dieses Karlsruher Urteils werden aber die Menschen noch emp&ouml;ren, wenn ihre Emp&ouml;rung &uuml;ber den G-20-Gipfel schon lang wieder verraucht ist. Dieses Karlsruher Urteil wird n&auml;mlich dazu f&uuml;hren, dass sich die gro&szlig;en und die kleinen Gewerkschaften in Deutschland in Zukunft erbitterte K&auml;mpfe liefern werden &ndash; wenn auch noch nicht in der n&auml;chsten Woche.<br>\nAber dieser Newsletter will auch Ereignisse ank&uuml;ndigen, die noch nicht auf der Agenda der n&auml;chsten sieben Tage stehen; er will auch Ereignisse von &uuml;bermorgen ank&uuml;ndigen, die sich aus den Nachrichten von heute ergeben.<br>\nAlso: Das Bundesverfassungsgericht hat ein Urteil zum sogenannten Tarifeinheitsgesetz gef&auml;llt. Dieses Gesetz sieht vor, dass in einem Betrieb nur ein Tarifvertrag zur Anwendung kommen soll &ndash; und zwar der Tarifvertrag der Gewerkschaft, die die meisten Mitglieder in diesem Betrieb hat. Die anderen Tarifvertr&auml;ge sind dann, so das Tarifeinheitsgesetz, f&uuml;r die Katz.<br>\nDas Verfassungsgericht hat die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit dieses Gesetzes zwar massiv bezweifelt; es hat aus diesen Zweifeln aber nicht die gebotene Konsequenz gezogen, das Gesetz f&uuml;r nichtig zu erkl&auml;ren.<br>\nStattdessen hat das Gericht allerlei verschwiemelte S&auml;tze formuliert, wie man das Gesetz hinbiegen muss; und es hat diese Aufgabe des Hinbiegens den Arbeitsgerichten &uuml;bertragen &ndash; mit der Aufforderung, die Sache halt dann in ein paar Jahren wieder dem Bundesverfassungsgericht vorzulegen, wenn die Hinbiegerei nicht funktioniert.<br>\nDas ist nicht nur bekloppt, sondern auch einigerma&szlig;en feige: Das Verfassungsgericht wollte es sich offenbar mit der Phalanx aus gro&szlig;er Koalition, den DGB-Gewerkschaften und den Arbeitgebern nicht verderben, die allesamt das Tarifeinheitsgesetz verteidigt haben.<br>\nMan muss sich das Ganze etwa so vorstellen. Unter den Gewerkschaften gibt es Zwerge und Riesen. Die Riesen sind die DGB-Gewerkschaften; die Zwerge sind die Berufsgewerkschaften, also etwa die der &Auml;rzte, der Lokf&uuml;hrer oder der Piloten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/prantls-blick-grundrechte-sind-kein-abstrakter-kokolores-1.3590477\">Heribert Prantl in der SZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Mit Blick in die Zukunft<\/strong><br>\nDie SPD will es zum Wahlkampfthema machen, die Union sieht derzeit keinen Handlungsbedarf. Doch diese innere Ruhe und Gelassenheit beim Thema Rente teilen auch andere Parteien wie die Linke und die Gr&uuml;nen nicht. Vor allem &uuml;ber das Rentenniveau und Lebensarbeitszeiten wird diskutiert.<br>\n&ldquo;Also die Rentenkonzepte von CDU und SPD sind entweder nicht vorhanden oder mutlos.&rdquo;<br>\nSagt Matthias Birkwald. Die Linke bringt deshalb auch das radikalste Rentenkonzept ins Spiel. Statt das Versorgungsniveau der gesetzlichen Rente weiter zur&uuml;ckzufahren und die Regelaltersgrenze weiter anzuheben, wie dies die Union und SPD mit den Reformen ab 2001 umgesetzt haben und den Versuchen, die dadurch entstehenden L&uuml;cken durch private und betriebliche Vorsorgemodelle wenigstens einigerma&szlig;en auszugleichen, soll allein die gesetzliche Rente hinreichend sein. Aber nur, wenn das Rentenniveau wieder auf 53 Prozent angehoben wird.<br>\n&ldquo;Das sogenannte Drei-S&auml;ulen-Modell der Alterssicherung ist komplett gescheitert. Riester wird so gut wie nicht gemacht. Wir m&uuml;ssen nach &Ouml;sterreich gucken. In &Ouml;sterreich sind die Renten wesentlich h&ouml;her aus unterschiedlichen Gr&uuml;nden, aber der Hauptgrund ist, dass &Ouml;sterreich die Teilprivatisierung der gesetzlichen Rente nicht mitgemacht hat und weiter auf das umlagefinanzierte solidarische Rentensystem setzt. Und das ist ein guter Weg.&rdquo;<br>\nTats&auml;chlich gilt &Ouml;sterreich derzeit vielen als ein Musterbeispiel daf&uuml;r, wie man es auch machen k&ouml;nnte. Seit 2005 wurde dort das Rentensystem umgebaut und alle Selbstst&auml;ndigen in die Rentenversicherung einbezogen. Die effektiven Durchschnittsrenten in &Ouml;sterreich liegen derzeit 500 Euro &uuml;ber jenen in Deutschland.<br>\nDaf&uuml;r aber f&auml;llt die Besteuerung deutlich h&ouml;her aus und auch der Beitragssatz liegt mit 22,8 Prozent erheblich &uuml;ber dem deutschen Niveau, wobei in &Ouml;sterreich die Arbeitgeber sogar noch einen h&ouml;heren Anteil zahlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/die-parteien-und-die-rente-mit-blick-in-die-zukunft.724.de.html?dram:article_id=391311\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Google wird allm&auml;chtig &ndash; die Politik schaut hilflos zu<\/strong><br>\nIT-Unternehmen k&ouml;nnen schnell neue Regularien umgehen, indem sie ganz einfach neue Techniken entwickeln, auf die sich die passgenaue Rechtslage nicht mehr anwenden l&auml;sst. Das Risiko gezielter Regulierung, die meist rein &ouml;konomisch ausgerichtet ist, scheint langfristig sogar im Interesse der Unternehmen zu sein, die von st&auml;ndiger Innovation profitieren: Anstatt sich den Regeln anzupassen, wirft man das alte Gesch&auml;ftsmodell &uuml;ber Bord.<br>\nAuch unter diesem Aspekt sollte die Rekordstrafe der Europ&auml;ischen Kommission von 2,4 Milliarden Euro f&uuml;r das Google-Mutterunternehmen Alphabet gesehen werden. Die Strafe kam jetzt nach einer siebenj&auml;hrigen Untersuchung, ob das Unternehmen seine Marktdominanz ausnutzte, indem es seinen eigenen Shoppingdienst oberhalb der eigentlichen Suchergebnisse anzeigen lie&szlig;. Die Position der Kommission erscheint vern&uuml;nftig. Das traurige Schicksal kleinerer Onlineh&auml;ndler, die &uuml;ber Jahre nicht im Wettbewerb mithalten konnten, spricht daf&uuml;r.<br>\nTrotzdem sollte man hinter der Korrektheit der Br&uuml;sseler Entscheidung keine schl&uuml;ssige Strategie vermuten. Sollte die EU-Kommission einen ausgekl&uuml;gelten, effektiven Plan haben, wie sie die Macht der Datengiganten einschr&auml;nken will, ist davon leider nichts zu sehen. Die Realit&auml;t hat die Kommission unl&auml;ngst &uuml;berholt: Auch wenn Alphabet noch immer sehr viel Geld mit dem Verkauf von Anzeigen bei Google-Suchergebnissen verdient, konzentriert man sich inzwischen eher auf lukrative Gesch&auml;fte mit den bereits gesammelten Daten, die verarbeitet und in k&uuml;nstliche Intelligenz (KI) verwandelt werden sollen. In Zukunft geht es bei Alphabet eher um informationsintensive Dienstleistungen, weniger ums<br>\nDie Langzeitstrategie von Alphabet ist eine doppelte. Zum einen wollte man immer so viel wie m&ouml;glich &uuml;ber den Nutzer erfahren. Daf&uuml;r hat das Unternehmen uns Anwendungen geboten, die eher wenig rentabel waren, mit denen es uns aber m&ouml;glichst viele Informationen entlocken konnte.<br>\nDieser Datenschatz erlaubt es Alphabet, unser Informationsbed&uuml;rfnis schon zu berechnen, bevor wir &uuml;berhaupt etwas in die Suchmaschine eingetippt haben. Unser Standort verr&auml;t uns &ndash; oder noch weitergehend werden die Informationen &uuml;ber eine Reise aus unserem E-Mailpostfach oder unserem Kalender ausgewertet. Eingetippte Suchanfragen braucht es kaum mehr.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/digital\/alphabet-google-wird-allmaechtig-die-politik-schaut-hilflos-zu-1.3579711\">SZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Deutschland als Prothese<\/strong><br>\nZeiten der Krise lassen den privaten Wahn und die Idiosynkrasien &uuml;ppig ins Kraut schie&szlig;en. Der forcierte gesellschaftliche Wandel lockert traditionelle Anpassungsgef&uuml;ge und l&auml;sst lebensgeschichtlich erworbene Orientierungsmuster und Modi der Selbstwertregulation hinf&auml;llig werden.<br>\nDas wachsende Auseinanderklaffen der lebensgeschichtlichen Pr&auml;gungen und aktuellen gesellschaftlichen Anforderungen macht krank und verr&uuml;ckt: Menschen, die an tradierten Denk- und Verhaltensmustern festhalten, die von au&szlig;en nicht mehr gest&uuml;tzt und best&auml;tigt werden, geraten schnell in eine Position abseitiger Starrheit, die wahnhafte Z&uuml;ge annehmen kann. Der Wahnsinnspegel innerhalb der Bev&ouml;lkerung steigt, bis eines Tages einer kommt und den Privatwahn zum Prinzip erhebt und politisch in Gang setzt.<br>\nDer Privatwahn verschwindet in der Verr&uuml;cktheit des Ganzen. Dem einzelnen Halbirren wird, nach den Worten von Ernst Simmel, auf diese Weise erspart, ein ganzer zu werden. Die Menschen, jene kleinen &uuml;berspannten S&auml;ugetiere, &uuml;ber die die Katastrophe des Denkens hereingebrochen ist, haben das unabweisbare Bed&uuml;rfnis, sich in Raum und Zeit, Geschichte und Gesellschaft zu lokalisieren, eine Ortsbestimmung ihres Lebenszusammenhangs vorzunehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.magazin-auswege.de\/2017\/07\/deutschland-als-prothese\/\">G&ouml;tz Eisenberg in Auswege<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Afghanistan: Opiumprodukte weiterhin Exportgut Nummer 1<\/strong><br>\nDie illegale Wirtschaft &uuml;bersteigt den Anteil der gesamten legalen Exporte am BIP<br>\nAfghanistan bleibt weltf&uuml;hrend in der Opiumproduktion. Seit 10 Jahren steigt der Anbau, w&auml;hrend die Vernichtung von Mohnfeldern zur&uuml;ckgefahren worden ist, was mit dem Abrutschen des Landes in gr&ouml;&szlig;ere Armut einhergeht, so Jelena Bjelica, eine Autorin des Afghan Analysts Network. Ihrem Artikel liegt der 65 Seiten starke Bericht der UN-Beh&ouml;rde f&uuml;r Drogen &ndash; und Verbrechensbek&auml;mpfung (UNODC) von 2016 zugrunde.<br>\nEin paar Beobachtungen sind bemerkenswert. Dass Afghanistan f&uuml;r 90 Prozent der weltweiten Opiumproduktion verantwortlich ist, ist seit Jahren bekannt. Laut der UN-Beh&ouml;rde wurde 2016 nach einem kurzen R&uuml;ckgang im vorhergehenden Jahr auf einer Fl&auml;che von 201.000 Hektar Schlafmohn angebaut. Damit geh&ouml;re das Jahr 2016 zusammen mit 2014 (224.000 Hektar ) und 2009 (209.000 Hektar) zu den drei Jahren mit den gr&ouml;&szlig;ten registrierten Nutzfl&auml;chen f&uuml;r diese Art der Landwirtschaft. [&hellip;] Der wirtschaftliche Wert der Landwirtschaft, die mit dem Drogenanbau verbunden ist, betr&auml;gt zwei Drittel des gesamten landwirtschaftlichen Sektors in Afghanistan. Den deutlichen Anstieg des Wertes des &ldquo;Opiat-Sektors&rdquo; erkl&auml;rt das UN-B&uuml;ro zum einen mit dem Anstieg der Produktion um 43 Prozent gegen&uuml;ber dem Vorjahr.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Afghanistan-Opiumprodukte-weiterhin-Exportgut-Nummer-1-3773964.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Russland kopiert deutsches Netzwerkdurchsetzungsgesetz<\/strong><br>\nReporter ohne Grenzen verweist darauf, man habe gewarnt, dass es repressiven Staaten als Vorbild dienen k&ouml;nne<br>\nIn Russland wird am 1. Juli 2018 ein Anti-Terror-Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung in Kraft treten. Dann sind alle Telekom- und Internetprovider verpflichtet, alle Kommunikationsinhalte f&uuml;r 6 Monate und die Verbindungsdaten f&uuml;r 3 Jahre zu speichern. Internetprovider m&uuml;ssen dann den Strafverfolgungsbeh&ouml;rden die Schl&uuml;ssel &uuml;bergeben, um den gesamten Verkehr und einzelne Kommunikation einsehen zu k&ouml;nnen.<br>\nWie Reporter ohne Grenzen berichten, wird im russischen Parlament ein neuer Gesetzentwurf behandelt, mit dem gegen das Gesetz versto&szlig;ende Inhalte im Internet sch&auml;rfer kontrolliert werden sollen. Vorbild ist ausgerechnet das von Justizminister Maas stammende Netzwerkdurchsetzungsgesetz (Wissenschaftlicher Dienst: NetzDG auch grundgesetzwidrig), mit dem die Aufgabe der Kontrolle den Betreibern gro&szlig;er sozialer Netzwerke zugeschanzt wird, die selbst unter dem Druck hoher Geldstrafen binnen 24 Stunden entscheiden m&uuml;ssen, welche Informationen gel&ouml;scht bzw. zensiert werden (Bundestag winkt Zensurgesetz durch).<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Russland-kopiert-deutsches-Netzwerkdurchsetzungsgesetz-3773642.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Das Lkw-Problem: Laut, schmutzig, gef&auml;hrlich<\/strong><br>\nEndlose Staus und schwere Unf&auml;lle mit Lkw-Beteiligung geh&ouml;ren inzwischen zum Verkehrsalltag. Einer der Gr&uuml;nde liegt in der Verkehrspolitik von Peter Ramsauer (CSU). Der damalige Bundesverkehrsminister pr&auml;sentierte 2010 seinen Aktionsplan G&uuml;terverkehr und Logistik. Inhaltlich verwarf er damit die Grundidee seines Vorg&auml;ngers Wolfgang Tiefensee (SPD), die Schiene zu st&auml;rken &ndash; was Tiefensee gerade einmal zwei Jahre zuvor in seinem Masterplan G&uuml;terverkehr und Logistik versprochen hatte.<br>\nRamsauer hingegen sprach von einer ideologischen Verteufelung und Stigmatisierung der Stra&szlig;e durch die rot-gr&uuml;ne Vorg&auml;nger-Regierung. In der Folge stiegen die Preise f&uuml;r die Benutzung des Schienennetzes von 2010 bis 2015 um 13 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurde die Lkw-Maut um 16 Prozent gesenkt. Das sogenannte Maut-Moratorium war sogar Teil der Koalitionsvereinbarung zwischen CDU\/CSU und FDP.<br>\nDa der Lkw nun noch g&uuml;nstiger war als die Bahn, wanderten die G&uuml;ter auf die Stra&szlig;e. Die Schieneng&uuml;ter-Sparte der Deutschen Bahn hatte das Nachsehen. In der Folge wurden zahlreiche G&uuml;terbahnh&ouml;fe geschlossen. Allein im Jahr 2016 waren es 173 St&uuml;ck. Gleichzeitig wuchs die Menge der transportierten G&uuml;ter auf der Stra&szlig;e weiter an: 2015 waren es 3,5 Milliarden Tonnen &ndash; doppelt so viele wie 1965.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heute.de\/zdfzoom-laut-schmutzig-und-gefaehrlich-warum-immer-mehr-lkw-unsere-strassen-verstopfen-47457658.html%20\">ZDF Zoom<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.-H.S.:<\/strong> Es fahren mehr und insbesondere gr&ouml;&szlig;ere LKW nicht nur auf den Autobahnen, sondern auch innerhalb von St&auml;dten. LKW-Unf&auml;lle sind insbesondere f&uuml;r Radfahrer und Fu&szlig;g&auml;nger sehr oft t&ouml;dlich. Die Anzahl der (gro&szlig;en) LKW innerhalb von St&auml;dten sollte reduziert werden. Au&szlig;erdem sollten nur die LKWs innerhalb von Ortschaften zugelassen werden, die besondere Sicherheitsvorkehrungen aufweisen (Sichtfenster, automatische Bremssysteme, etc.). London plant dies bereits f&uuml;r 2020. Was macht Deutschland?<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: Die falschen Verhei&szlig;ungen der E-Mobilit&auml;t<\/strong><br>\nDie dominante Strategie zur Erneuerung der Automobilit&auml;t greift folglich in zweifacher Hinsicht zu kurz: Erstens ist ihr &ouml;kologischer Nutzen auch hierzulande fraglich. So ist sie nicht dazu geeignet, bestehende Verkehrsprobleme, versiegelte Fl&auml;chen und verstopfte Stra&szlig;en zu vermeiden. Zwar k&ouml;nnen mit ihr die verkehrsbedingte Luftverschmutzung oder Kohlendioxidemissionen verringert werden. Das gelingt aber nur, wenn die ben&ouml;tigte Elektrizit&auml;t komplett durch erneuerbare Energien und nicht etwa durch Kohlekraftwerke gewonnen wird.<br>\nAber auch dann werden, zweitens, die sozial-&ouml;kologischen Folgesch&auml;den der Produktion von Elektroautos nicht gel&ouml;st. Indem der nicht-nachhaltige Ressourcenverbrauch, vor allem aber seine negativen &ouml;kologischen Folgen vor allem die L&auml;nder des globalen S&uuml;dens belasten, droht das vermeintlich nachhaltige Verkehrssystem auf Elektrobasis zu einem zentralen St&uuml;tzpfeiler einer &bdquo;Externalisierungsgesellschaft&ldquo; zu werden, in der die einen weiterhin auf Kosten der anderen Leben.[3]<br>\nAus alledem wird klar: Es bedarf nicht prim&auml;r einer technologischen Erneuerung des bestehenden autodominierten Individualverkehrs, sondern einer umfassenden Mobilit&auml;tswende. Deren Ziel muss sein, den &ouml;ffentlichen und schienengebundenen Verkehr zu st&auml;rken, die Fahrradinfrastruktur auszubauen und das Verkehrsaufkommen radikal zu verringern &ndash; und zwar auf den Stra&szlig;en und in der Luft. Die fossilen Antriebsaggregate m&uuml;ssen zum Auslaufmodell werden und nur der unbedingt n&ouml;tige Bedarf an individuellen Automobilen sollte auf eine elektrische Basis gestellt werden. Nur auf diese Weise k&ouml;nnten die gegenw&auml;rtigen Ans&auml;tze einer Verkehrswende zu einer umfassenden Mobilit&auml;tswende weiterentwickelt werden.[4]<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2017\/juni\/die-falschen-verheissungen-der-e-mobilitaet\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Verschw&ouml;rungstheorien und &bdquo;gutes Bildungsfernsehen&ldquo;: das kontroverse YouTube-Ph&auml;nomen KenFM<\/strong><br>\nSpiel nicht mit den Schmuddelkindern, sing nicht ihre Lieder: Ken Jebsen ist der Unber&uuml;hrbare der deutschen Medienszene, die scheinbare Quersumme aus Pegida, AfD und Alu-Hut-Tr&auml;gern. Zu seiner Verfemung hat der ehemalige RBB-Moderator einiges beigetragen &ndash; unberechtigt ist sie trotzdem. Denn Jebsen ist vieles nicht, was man ihm vorwirft. Und er macht mitunter wirklich gutes Fernsehen. [&hellip;]<br>\nVor 20 Jahren w&auml;re die &ouml;ffentliche Person Ken Jebsen damit am Ende gewesen. Heute gibt es YouTube, und dort hat Jebsen die Radioshow KenFM in den Gespr&auml;chs- und Bekenntniskanal KenFM umgewandelt. Befreit von den Z&uuml;geln des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks, l&auml;sst er nun ungefiltert alles raus. Auf KenFM gibt es verschiedene Formate, in denen Jebsen zu aktuellen politischen Themen monologisiert. Dies ist oft nur schwer zu ertragen. Hat Jebsen keinen Gespr&auml;chspartner, bringt er in seinem kommunikativen Werkzeugkoffer meist nur ein Werkzeug mit: den Hammer. Auch wenn es ihm gelingt, in Ton und Formulierung moderat zu beginnen, verf&auml;llt er zu oft in ein grelles Agitations-Stakkato. [&hellip;]<br>\nDoch selbst &ouml;ffentliche Personen wie Ken Jebsen, die zuweilen unprofessionell sind und Bl&ouml;dsinn erz&auml;hlen, haben es nicht verdient, diffamiert zu werden. Zumal dann nicht, wenn die Diffamierung so gravierend ist wie im Fall von Jebsen, der als Antisemit verschrien ist. Ein Vorwurf, der einer genaueren Betrachtung nicht standh&auml;lt. [&hellip;]<br>\nWeniger rufsch&auml;digend, aber noch absurder ist es, Ken Jebsen in die Ecke der Neuen Rechten zu stellen. Getan hat das unter anderem Camillia Kohrs f&uuml;r das Recherche-Portal Correctiv. In ihrer Serie &bdquo;Die Medien der Neuen Rechten&ldquo; schreibt Kohrs allerdings bereits im Lead des Textes &uuml;ber KenFM, dass sich Ken Jebsen von vielen fremdenfeindlichen Positionen der Neuen Rechten distanziert. Warum sein Format dann &uuml;berhaupt in dieser Serie auftaucht? Zum Beispiel wegen Jebsens vermeintlicher Holocaust-Leugnung. Auch Kohrs macht den gerade f&uuml;r ein Recherche-Portal &uuml;blen Schnitzer, Jebsens vielfach inkriminierten Satz &uuml;ber den &bdquo;Holocaust als PR&ldquo; aus dem Zusammenhang zu rei&szlig;en und damit v&ouml;llig zu entstellen. [&hellip;] Denn der Kern der neuen wie der alten Rechten besteht aus einer Ablehnung von Aufkl&auml;rung, Demokratie, Pluralit&auml;t, von Feminismus, historischer Aufarbeitung, und immer beruft sie sich auf eine Nation und\/oder einen Kulturraum, dem eine eigene Identit&auml;t und historische Gr&ouml;&szlig;e zugesprochen wird. Nichts davon klopft der Correctiv-Artikel ab. Die Autorin Kohrs ordnet Ken Jebsen nach Pr&uuml;fung von h&ouml;chstens f&uuml;nf Prozent der relevanten Kriterien der Neuen Rechten zu &ndash; und zwar mutma&szlig;lich weniger aus b&ouml;sem Willen als vielmehr aus v&ouml;lliger Unkenntnis. Was aber hat das mit investigativem Journalismus zu tun? [&hellip;]<br>\nJebsens Unterbrechungen und Suggestionen st&ouml;ren, trotzdem sind zum Beispiel die bereits erw&auml;hnten Interviews mit Michael Buback, mit Petra Wild oder Mosche Zuckermann besser als fast alles, was man im Deutschen Fernsehen zu sehen bekommt.<br>\nJebsen ist immer vorbereitet, immer interessiert, nie oberfl&auml;chlich, und seine G&auml;ste haben oft sehr viel Interessantes zu erz&auml;hlen &ndash; was sie bei KenFM auch k&ouml;nnen. Zweieinhalbst&uuml;ndige Interviews sind im Fernsehen unvorstellbar. Ken Jebsen zeigt, dass derartig lange Gespr&auml;che nicht nur m&ouml;glich, sondern oft notwendig sind, um einem Thema gerecht zu werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/meedia.de\/2017\/07\/14\/verschwoerungstheorien-und-gutes-bildungsfernsehen-das-kontroverse-youtube-phaenomen-kenfm\/\">Meedia<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Hendrik Steinkuhl macht f&uuml;r Meedia das, was eigentlich auch die Aufgabe eines Journalisten ist &ndash; er hat sich mit dem Thema &bdquo;Ken Jebsen&ldquo; besch&auml;ftigt und komprimiert Hintergr&uuml;nde und seine pers&ouml;nlichen Eindr&uuml;cke zu einem kritischen, aber stets fairen Artikel. W&uuml;rden doch nur mehr &bdquo;Medienjournalisten&ldquo; so arbeiten und ihre hysterische Aufgeregtheit ein wenig z&uuml;geln.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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(JK\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-39223","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39223","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=39223"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39223\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":39227,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39223\/revisions\/39227"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=39223"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=39223"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=39223"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}