{"id":3923,"date":"2009-05-05T10:00:33","date_gmt":"2009-05-05T08:00:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3923"},"modified":"2009-05-05T10:00:34","modified_gmt":"2009-05-05T08:00:34","slug":"hinweise-des-tages-885","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3923","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL\/AM)<\/p><p>Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p><ol>\n<li>Rezession macht Deutschland zum Defizits&uuml;nder<\/li>\n<li>Attac fordert sofortige Enteignung der Hypo Real Estate<\/li>\n<li>Perspektiven f&uuml;r den deutschen Finanzmarkt &ndash; Vortrag auf dem deutschen Steuerberaterkongress in Hamburg von Bundesbankpr&auml;sident Prof. Dr. Axel Weber<\/li>\n<li>Anh&ouml;rung: Schuldenbremse erntet viel Lob, aber auch Kritik<\/li>\n<li>Einzelhandel f&auml;llt als Krisenkiller aus<\/li>\n<li>Die Renaissance des Staates<\/li>\n<li>Wolfgang Bittner: K&uuml;rzung von Vorstandsbez&uuml;gen wegen Wegfalls der Gesch&auml;ftsgrundlage<\/li>\n<li>Thomas Strobl: Wohlstand f&uuml;r alle ist mehr als eine Phrase<\/li>\n<li>Marktreligi&ouml;se Wissenschaft<\/li>\n<li>Verrat der &Ouml;konomen<\/li>\n<li>Sozialstandards helfen Nord und S&uuml;d<\/li>\n<li>Steinbr&uuml;ck &ndash; Steuers&uuml;nder gef&auml;hrden Gesellschaft<\/li>\n<li>USA bitten Konzerne zur Kasse<\/li>\n<li>Riester-F&ouml;rderung &ndash; Subventionierung der Versicherungswirtschaft<\/li>\n<li>M&uuml;ntefering: Dieser Kapitalismus geh&ouml;rt in die M&uuml;lltonne<\/li>\n<li>Arno Luik: &raquo;Dieses Land ist nach rechts gedriftet&laquo;<\/li>\n<li>Nein zur Turboschule<\/li>\n<li>Wider die Zweigliedrigkeit<\/li>\n<li>Finanzminister treten bei Bildungsausgaben auf die Bremse <\/li>\n<li>Heribert Prantl: Verkehrte Welt der Krise<\/li>\n<li>Wie Lobbyisten uns manipulieren<\/li>\n<li>&raquo;Ernst &amp; Young&laquo; soll aufkl&auml;ren &ndash; unterh&auml;lt aber Gesch&auml;ftsbeziehungen zum Konzern<\/li>\n<li>Minister im Dienst der Mehrweglobby<\/li>\n<li>Interview mit Siegfried Weischenberg zum Tag der Pressefreiheit<\/li>\n<li>Ein &ldquo;Stern&rdquo;, der keinen Namen tr&auml;gt<\/li>\n<li>Kosovo: Vergessener Umweltkrieg &ndash; Bomben auf Chemiewerke <\/li>\n<li>Ariana Huffington: &bdquo;Blogger sind wie Pitbulls&ldquo;<\/li>\n<li>Deutsche &Ouml;konomen zerfleischen sich <\/li>\n<li>Memorandum liegt in der Langfassung vor <\/li>\n<li>Jens Berger: Rezension &bdquo;Die Machtfrage&ldquo; von Gabor Steingart<\/li>\n<li>Fernsehtipp: Sternstunde Philosophie: Was bietet heute die Linke? Krisengespr&auml;ch mit dem Kapitalismus-Kritiker Heiner Flassbeck<\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3923&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Rezession macht Deutschland zum Defizits&uuml;nder<\/strong><br>\nDie Rezession in Europa ist schlimmer als zun&auml;chst angenommen. Die Wirtschaft der gesamten EU und der 16 Euro-L&auml;nder wird im laufenden Jahr um 4 Prozent schrumpfen, das ist doppelt so viel wie bisher erwartet, teilte die EU-Kommission am Montag in Br&uuml;ssel in ihrem Fr&uuml;hjahrs-Konjunkturgutachten mit. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde im kommenden Jahr in beiden Gebieten um 0,1 Prozent zur&uuml;ckgehen.\n<p>Die Wirtschafts- und Finanzkrise schl&auml;gt sich massiv auf die Staatshaushalte nieder. Deutschland wird entgegen fr&uuml;herer Prognosen schon im laufenden Jahr wieder zum Defizits&uuml;nder. Die Neuverschuldung werde 3,9 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt erreichen, im kommenden Jahr sogar 5,9 Prozent. Erlaubt sind h&ouml;chstens 3 Prozent. Wegen der Milliarden-Ausgaben f&uuml;r Konjunkturprogramme und Banken-Rettungspakete werden in diesem Jahr voraussichtlich 20 der 27 EU-Staaten den Stabilit&auml;tspakt verletzen. Die Neuverschuldung werde 2009 durchschnittlich 6 Prozent des BIP erreichen, 2010 sogar 7,3 Prozent, schreibt die Kommission.<br>\nDie EU-Kommission schlie&szlig;t ein neues Konjunkturpaket f&uuml;r ganz Europa nicht aus. &bdquo;Das ist eine Debatte, die wir im Juni auf dem n&auml;chsten EU-Gipfel f&uuml;hren werden&ldquo;, sagte EU-Wirtschaftskommissar Joaqu&iacute;n Almunia.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/090505_wirtschaftsentwicklung_diagramm.jpg\" alt=\"Wirtschaftsentwicklung\"><\/p>\n<p>Quelle 1: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub050436A85B3A4C64819D7E1B05B60928\/Doc~EA60389CF310E45B7BA365279CFB0A3D3~ATpl~Ecommon~SMed.html\">FAZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/economy_finance\/publications\/publication15048_en.pdf\">Fr&uuml;hjahrsprognose der Europ&auml;ischen Kommission [PDF &ndash; 1,2 MB]<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Attac fordert sofortige Enteignung der Hypo Real Estate<br>\nBundesregierung bestiehlt Steuerzahlerinnen und Steuerzahler<\/strong>\n<p>Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hat die Bundesregierung aufgefordert, den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate umgehend zu enteignen, sollte das in der Nacht von Montag auf Dienstag auslaufende &Uuml;bernahmeangebot des Bundes scheitern. &ldquo;Der Steuerraub muss endlich beendet werden. Die parteipolitische Taktiererei der gro&szlig;en Koalition und die Angst der Union vor dem b&ouml;sen Wort Enteignung erm&ouml;glichen J.C.<\/p>\n<p>Flowers und anderen Gro&szlig;aktion&auml;ren der Hypo Real Estate erst ihr skandal&ouml;se Pokerspiel auf Kosten der Steuerzahler&rdquo;, sagte Detlev von Larcher vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. Dem m&uuml;sse endlich ein Ende gemacht werden.<\/p>\n<p>Das weitere Vorgehen der Bundesregierung werde zeigen, wessen Interessen sie tats&auml;chlich vertrete: die der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger oder die der Gro&szlig;aktion&auml;re, die ihre Verluste der Allgemeinheit aufb&uuml;rden, k&uuml;nftige Gewinne aber weiter f&uuml;r sich behalten wollen.<\/p>\n<p>Flowers und Co. k&ouml;nnten nur deshalb so hoch pokern, weil sie w&uuml;ssten, dass der Bund die HRE als so genannte systemrelevante Bank nicht Konkurs gehen l&auml;sst. Nach den Regeln der Marktwirtschaft h&auml;tte die HRE dagegen l&auml;ngst geschlossen werden m&uuml;ssen. Die Aktion&auml;re w&auml;ren vollkommen leer ausgegangen. &ldquo;Politiker, die sich vor diesem Hintergrund weiterhin gegen eine Enteignung der Hypo Real Estate sperren, bestehlen die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler&rdquo;, betonte Detlev von Larcher.<\/p>\n<p>Laut einem Bericht des Handelsblatts vom heutigen Montag sind bei der Hypo Real Estate im ersten Quartal 2009 erneut Verluste von etwa 500 Millionen Euro aufgelaufen. Die Kernkapitalquote sei bereits unter die vorgeschriebenen vier Prozent gesunken. Die HRE m&uuml;sste geschlossen werden, st&uuml;nde nicht ihre Rettung durch den Bund an.<\/p>\n<blockquote><p>Der Widerwille von Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrer Partei gegen eine Enteignung der HRE und die von ihnen betriebene Entsch&auml;rfung des Enteignungs-Gesetzes zeigen, was sie wirklich wollen: Den Reichen und Superreichen auch in der Krise die M&ouml;glichkeit geben, ihre Verm&ouml;gen weiter zu vergr&ouml;&szlig;ern. Statt die Profiteure zur Kasse zu bitten, wird das Steueraufkommen privatisiert&rdquo;, sagte Alexis Passadakis, ebenfalls Mitglied im Attac-Koordinierungskreis.<\/p>\n<p>Enteignungen nach Artikel 14 des Grundgesetzes (&ldquo;Eigentum verpflichtet&rdquo;) seien in Deutschland gang und g&auml;be. Besonders h&auml;ufig seien Enteignungen von Grundst&uuml;cken, etwa f&uuml;r Stra&szlig;enbauprojekte im angeblichen Interesse der Allgemeinheit. Alexis Passadakis: &ldquo;Der Unterschied ist nur, dass diesmal nicht kleine H&auml;uslebesitzer, sondern Gro&szlig;aktion&auml;re betroffen w&auml;ren.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/aktuell\/presse\/detailsicht\/datum\/2009\/05\/04\/attac-fordert-sofortige-enteignung-der-hypo-real-estate\">attac Pressemitteilung vom 4. Mai 2009<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Perspektiven f&uuml;r den deutschen Finanzmarkt &ndash; Vortrag auf dem deutschen Steuerberaterkongress in Hamburg<\/strong><br>\n(&hellip;) von Bundesbankpr&auml;sident Prof. Dr. Axel Weber:\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p>\n<p>(&hellip;) Deutschland ist in den Sog der globalen Finanzkrise geraten. Die von den USA ausgehenden Schockwellen haben den deutschen Finanzmarkt im Sommer 2007 nahezu unverz&uuml;glich erreicht; die sich im letzten Halbjahr entwickelnde Weltrezession hat den Exportweltmeister Deutschland schwer getroffen. (&hellip;)<\/p>\n<p>(&hellip;) In all diesen Jahren wird man die unterschiedlichsten Ausdr&uuml;cke gefunden haben, um die jeweils aktuelle konjunkturelle Lage m&ouml;glichst blumig zu umschreiben. In diesem Jahr f&auml;llt das Besch&ouml;nigen indes schwer. (&hellip;)<\/p>\n<p>Die j&uuml;ngste Entwicklung am deutschen Finanzmarkt zeigt erste vorsichtige Anzeichen von Besserung. Einige Anlageklassen, unter anderem offene Immobilienfonds und Aktienfonds, verzeichnen mittlerweile wieder Nettozufl&uuml;sse bzw. Wertsteigerungen des Fondsverm&ouml;gens. (&hellip;)<\/p>\n<p>Durch die Finanzkrise ist uns das Ausma&szlig; der Globalisierung mehr als deutlich vor Augen gef&uuml;hrt worden. (&hellip;), die Schockwellen nach dem Zusammenbruch der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers machten an keiner Grenze halt. (&hellip;)<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bundesbank.de\/download\/presse\/reden\/2009\/20090504.weber_hamburg.pdf\">Bundesbank [PDF &ndash; 108 KB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Kommentar AM:<\/strong> Ein weiterer Versuch eines unmittelbar Verantwortlichen, die Ursache f&uuml;r die Finanzkrise direkt und ausschlie&szlig;lich den USA zuzuschreiben. Wir haben in den NachDenkSeiten schon mehrmals auf die Verantwortung hierzulande und auch auf die Verantwortung des Personals in den Kontrollorganen hingewiesen, siehe unter anderem die Rubrik Sachfragen\/Kapitalmarkt. <\/em><\/p>\n<p>Was f&uuml;r tolle Chancen f&uuml;r Journalisten, die wirklich recherchieren wollen: Warum verf&auml;lscht Professor Weber die Krisenursachen? Wusste er von fr&uuml;heren (2003) Gespr&auml;chen der Spitzen der Finanzindustrie und der Bundesregierung &uuml;ber den Plan, eine Bad Bank zu gr&uuml;nden? Wie sind die Zusammenh&auml;nge mit dem F&ouml;rderer des Finanzplatzes Deutschland durch die Einf&uuml;hrung von &bdquo;modernen Finanzprodukten&ldquo;, dem Staatssekret&auml;r J&ouml;rg Asmussen? Warum ist Axel Weber 2004 ins Amt gekommen statt des urspr&uuml;nglich vorgesehenen Peter Bofinger? Usw..<\/p><\/li>\n<li><strong>Anh&ouml;rung: Schuldenbremse erntet viel Lob, aber auch Kritik<\/strong><br>\n&Uuml;berwiegend auf Zustimmung, aber auch auf Kritik stie&szlig;en am Montag zum Auftakt eines Hearings des Bundestags-Rechtsausschusses und des Bundesrats-Finanzausschusses zur F&ouml;deralismusreform II bei der 14k&ouml;pfigen Professorenriege der Sachverst&auml;ndigen die Grundgesetz&auml;nderungen, die bei Bund und L&auml;ndern die Neuaufnahme von Krediten begrenzen sollen. Lars Feld (Heidelberg) sah in der avisierten Schuldenbremse den &ldquo;richtigen Weg&rdquo; hin zu mehr Nachhaltigkeit in der Finanzpolitik. Clemens Fuest, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats beim Finanzministerium, w&uuml;rdigte die Neuregelung als &ldquo;beeindruckenden Schritt&rdquo; wie aus dem &ldquo;wissenschaftlichen Lehrbuch&rdquo; und als &ldquo;gro&szlig;en Erfolg&rdquo; der Politik. Aus Sicht Gustav Horns (D&uuml;sseldorf) verengt das Regelwerk hingegen bei einem Konjunkturabschwung die staatlichen Spielr&auml;ume zum notwendigen Gegensteuern.\n<p>Nach den neuen Verfassungspassagen darf der Bund in normalen Konjunkturphasen von 2016 an Kredite nur noch in H&ouml;he von 0,15 Prozent der Wirtschaftsleistung zeichnen, den L&auml;ndern ist von 2020 an gar keine Neuverschuldung mehr gestattet. Ausnahmen gelten f&uuml;r Abschwungphasen und zudem f&uuml;r Notsituationen wie die aktuelle Weltwirtschaftskrise oder Naturkatastrophen, wobei solche Kreditaufnahmen mit Tilgungspl&auml;nen verkn&uuml;pft sein m&uuml;ssen. F&uuml;nf arme L&auml;nder sollen zwischen 2011 und 2019 Konsolidierungshilfen von 7,2 Milliarden Euro erhalten, um ihnen den Weg zur Nullverschuldung zu erm&ouml;glichen.<\/p>\n<p>F&uuml;r Feld ist die Grundgesetz&auml;nderung effektiv und l&auml;sst gleichwohl bei der Handhabung der Schuldenbremse die n&ouml;tige Flexibilit&auml;t zu. Zu bem&auml;ngeln sei indes, dass den L&auml;ndern keine Steuerautonomie zuerkannt werde. Der Druck zu einer solchen Reform wird nach Meinung von Wolfgang Renzsch (Magdeburg) jedoch wachsen, da strukturschwache L&auml;nder ansonsten ihre Probleme nicht l&ouml;sen k&ouml;nnten. Nach Auffassung von Joachim Wieland (Speyer) wird die Schuldenbremse dazu f&uuml;hren, dass der Bund finanzschwache L&auml;nder mit mehr Geld unterst&uuml;tzen muss. Wieland kritisierte, dass die F&ouml;deralismusreform die L&auml;nder eigentlich habe st&auml;rken sollen, jetzt aber werde deren Eigenstaatlichkeit durch die neuen Verfassungsauflagen zur Kreditpolitik &ldquo;zumindest gef&auml;hrdet&rdquo;. Dieser These widersprachen Ulrich H&auml;de (Frankfurt\/Oder) und Peter Huber (M&uuml;nchen): Die im Grundgesetz geplante Schuldenbremse stelle die Eigenstaatlichkeit der L&auml;nder nicht in Frage.<\/p>\n<p>Fuest erkl&auml;rte, nach den Erfahrungen innerhalb der OECD habe die Einf&uuml;hrung von Kreditbegrenzungen tats&auml;chlich positive Erfolge gezeitigt. Renzsch sagte, die durch die Tilgungspflichten erzeugte Transparenz und der damit einhergehende &ldquo;Rechtfertigungszwang&rdquo; w&uuml;rden in der Praxis eine &ldquo;schuldend&auml;mpfende Wirkung&rdquo; entfalten. Mehrere Sachverst&auml;ndige wie etwa Feld oder Huber bem&auml;ngelten jedoch, dass der Stabilit&auml;tsrat, der die Kreditpolitik von Bund und L&auml;ndern &uuml;berwachen soll, im Falle von Verst&ouml;&szlig;en keine Sanktionen verh&auml;ngen k&ouml;nne: Dieses Gremium habe &ldquo;zu wenig Z&auml;hne&rdquo;, so Huber. Thomas Lenk (Leipzig) monierte, dass keine grundlegende Neuordnung der Bund-L&auml;nder-Finanzbeziehungen gelungen sei. Aus seiner Sicht geht von den neuen Grundgesetzbestimmungen keine st&auml;rker disziplinierende Wirkung als von den bisherigen Verfassungsvorgaben aus. Hans Meyer (Berlin) forderte, die Tilgungsauflagen strikter zu fassen.<\/p>\n<p>F&uuml;r Horn ist es verfehlt, mit dem &ldquo;mechanischen Versuch&rdquo; der Kreditbremse das an sich richtige Ziel zu verfolgen, der ausufernden Staatsverschuldung entgegenzuwirken. H&auml;tte man die jetzt geplante Politik schon 2001 bis 2004 praktiziert, so w&auml;ren damals bei einem um 2,5 Prozent niedrigeren Wachstum rund 500.000 Arbeitspl&auml;tze verloren gegangen. Als Alternative pl&auml;dierte Horn daf&uuml;r, in Zeiten eines Konjunkturaufschwungs staatliche Ausgaben st&auml;rker einzuschr&auml;nken. Stefan Korioth (M&uuml;nchen) sah die Gefahr, dass wegen der Kreditbegrenzung eine sinnvolle Schuldenaufnahme k&uuml;nftig m&ouml;glicherweise unterbleibe. Der Sachverst&auml;ndige bem&auml;ngelte, dass die L&auml;nder zwar durch den Bund auferlegte Aufgaben erledigen m&uuml;ssten, ihnen zu deren Finanzierung jedoch eine Neuverschuldung wie auch die Erhebung eigener Steuern untersagt sein sollen. Verschuldung sei eine Frage &ldquo;politischer Entscheidungen&rdquo;, betonte Wieland, &ldquo;nicht des Verfassungsrechts&rdquo;. Ungekl&auml;rt ist aus seiner Sicht, ob die Kreditbegrenzung mit der &ldquo;Notwendigkeit der Konjunktursteuerung&rdquo; zu vereinbaren sei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/hib\/2009\/2009_124\/01.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe dazu auch <a href=\"?p=3758\">Schuldenbremse = &Ouml;PP-Beschleunigung + Rot-Rot-Gr&uuml;n-Behinderung<\/a>. <\/em><\/p>\n<p>Siehe ferner Heiner Flassbeck: <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/artikel\/0,2828,601032,00.html\">&bdquo;Eine Schuldenbremse ist l&auml;cherlich&ldquo;<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Einzelhandel f&auml;llt als Krisenkiller aus<\/strong><br>\nEr galt zuletzt als Hoffnungstr&auml;ger in d&uuml;sterer Zeit &ndash; doch der Einzelhandel koppelt sich nicht vom allgemeinen Abw&auml;rtstrend ab. Die Ums&auml;tze der H&auml;ndler sind im M&auml;rz sp&uuml;rbar zur&uuml;ckgegangen. Sie leiden unter dem Kaufrausch im Autohandel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:Keine-Kauflust-Einzelhandel-f%E4llt-als-Krisenkiller-aus\/508696.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Man fragt sich, was der in den Medien sehr beliebte Konsumklimaindex des N&uuml;rnberger Marktforschers GfK eigentlich soll, wenn der statistische Zusammenhang mit dem tats&auml;chlichen privaten Konsumausgaben so miserabel ist. Man k&ouml;nnte fast meinen, dass die auftraggebende Europ&auml;ische Kommission die Auflage vorgegeben h&auml;tte, in Optimismus zu machen. Die Prognose des GfK vom 27. April lautete: &ldquo;Das Konsumklima in Deutschland bleibt robust.&rdquo; Die FTD titelte: &ldquo;Deutsche kaufen trotz Krise&rdquo;, im M&auml;rz gab sie&nbsp;&ldquo;Entwarnung f&uuml;r die Binnennachfrage&rdquo;. Immer wieder straft die Realit&auml;t, siehe oben, die optimistischen Aussagen der GfK und der sie wiedergebenden Medien L&uuml;gen. Die FTD muss sich, wie viele andere, die Frage gefallen lassen, warum sie in unverantwortlicher Weise immer wieder auf die GfK-Prognose zur&uuml;ckgreift und damit den Konsum als Hoffnungstr&auml;ger aufbaut. Das ist unverantwortlich, weil die Medien damit ein Meinungsbild unterst&uuml;tzen, dass die Krise nicht so schlimm sei und dass es ganz im Sinne der Bundesregierung keiner weiteren konjunkturpolitischen Ma&szlig;nahmen bed&uuml;rfe.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Renaissance des Staates<\/strong><br>\nViele Kommunen haben ihre Versorger an Private verkauft. Jetzt wollen sie die Unternehmen zur&uuml;ck Die Parteien wissen dabei die Mehrheit der B&uuml;rger an ihrer Seite. Der Kommunalverband VKU zitiert eine Dimap-Umfrage, wonach sich 75 Prozent aller Bundesb&uuml;rger eher von Kommunalunternehmen versorgen lassen wollen als von rein privaten Eigent&uuml;mern. Die B&uuml;rger erwarten von den Kommunalen stabilere Preise, mehr Versorgungssicherheit und dass die Gewinne &ndash; sofern es sie gibt &ndash; dem Nahverkehr, Kitas und Schwimmb&auml;dern zu Gute kommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/art271,2789189?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Wolfgang Bittner: K&uuml;rzung von Vorstandsbez&uuml;gen wegen Wegfalls der Gesch&auml;ftsgrundlage<\/strong><br>\nBonuszahlungen, die unter moralischen Gesichtspunkten nicht gerechtfertigt werden k&ouml;nnen, weil sich die Umst&auml;nde gravierend ge&auml;ndert haben, sind zu streichen. Denn was w&auml;re in diesem Zusammenhang ein gravierender Umstand wenn nicht eine globale Finanzkrise, die nicht nur Wirtschaftsunternehmen, sondern auch Staaten an den Rand des Konkurses bringt? \n<p>Des Weiteren enth&auml;lt das Aktiengesetz in den Paragrafen 87, 93 und 116 Bestimmungen, wonach der Aufsichtsrat nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet ist, die Bez&uuml;ge von Vorstandsmitgliedern herabzusetzen, wenn deren Weiterzahlung gegen&uuml;ber der Gesellschaft eine schwere Unbilligkeit w&auml;re. Das ist der Fall, wenn die Gesellschaft nur mit Hilfe des Staates vor der Zahlungsunf&auml;higkeit gerettet werden kann. Bei Vernachl&auml;ssigung ihrer Pflichten k&ouml;nnen die Aufsichtsratsmitglieder als Gesamtschuldner in Haftung genommen werden.<\/p>\n<p>Selbstverst&auml;ndlich lie&szlig;e sich ein &raquo;Wegfall der Gesch&auml;ftsgrundlage&laquo; auch auf Vertr&auml;ge &uuml;ber Abfindungen oder Ruhestandsvereinbarungen anwenden, beispielsweise auf die 20-Millionen-Zahlung der Post an den vorbestraften Klaus Zumwinkel. Ob solches geschehen kann, ist allerdings nicht allein eine Rechtsfrage, sondern vor allem eine Frage des politischen Willens, der erfreulicherweise unter den Druck der &Ouml;ffentlichkeit zu geraten scheint.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sopos.org\/aufsaetze\/49feddb252894\/1.phtml\">Ossietzky<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Thomas Strobl: Wohlstand f&uuml;r alle ist mehr als eine Phrase<\/strong><br>\nWo man also hinschaut: keine Partei, ob links oder rechts, welche die Soziale Marktwirtschaft nicht wieder in ihrem Banner tragen w&uuml;rde und deren Spitzen sich nicht als die einzigen und wahren Kreuzritter des neuen Glaubens zu erkennen geben wollten.\n<p>Jenseits der politischen Propaganda f&uuml;hrt die Soziale Marktwirtschaft ein recht bescheidenes Dasein. &bdquo;Wohlstand f&uuml;r alle&ldquo; &ndash; hinter diesem Leitbild versammelte sich einmal ganz Deutschland, nicht nur in Parteipamphleten und politischen Sonntagsreden, sondern in der konkreten Lebenswirklichkeit. Das war zu einer Zeit, &bdquo;die immer weitere und breitere Schichten unseres Volkes zu Wohlstand zu f&uuml;hren&ldquo; vermochte, wie sich das der politische Vater der Sozialen Marktwirtschaft, Ludwig Erhard, zum Ziel gesetzt hatte. Erhards Kalk&uuml;l war dabei recht einfach: Die Politik m&uuml;sse nur daf&uuml;r sorgen, dass der Kuchen wachse, dann w&uuml;rde f&uuml;r alle ein entsprechend gr&ouml;&szlig;eres St&uuml;ck davon abfallen.<\/p>\n<p>Nun w&auml;chst der Kuchen heutzutage nicht mehr so kr&auml;ftig wie zu Erhards Zeiten, aber zumindest in den letzten zehn Jahren wuchs er nach wie vor. Gleichwohl vermochten Erhards politische Erben sein Versprechen nicht mehr einzul&ouml;sen: Der reale Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts entfiel fast zur G&auml;nze auf Unternehmensgewinne und Kapitalertr&auml;ge, w&auml;hrend sich die Arbeitnehmer mit Reallohnstagnation bescheiden mussten.<\/p>\n<p>Nach j&uuml;ngsten Erhebungen vereinigen die reichsten zehn Prozent der deutschen Bev&ouml;lkerung mehr als sechzig Prozent des privaten Verm&ouml;gens auf sich, die reichsten zwanzig sogar achtzig Prozent. Dieser Verm&ouml;genskonzentration steht rund die H&auml;lfte der deutschen Bev&ouml;lkerung gegen&uuml;ber, die gar kein Verm&ouml;gen besitzt.<\/p>\n<p>Wer wollte angesichts solcher Verh&auml;ltnisse noch ernsthaft Ludwig Erhards Geist beschw&ouml;ren? Wer w&uuml;rde sich nicht der Unredlichkeit schuldig machen, wenn er es t&auml;te? Muss es in den Ohren der meisten B&uuml;rger nicht wie blanker Hohn klingen, wenn die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) allen Ernstes schreibt, die &bdquo;Neider&ldquo; w&uuml;rden sich zu Unrecht &uuml;ber die Verm&ouml;genseinbu&szlig;en der Superreichen im Zuge der Finanzkrise freuen, weil die doch mit ihrem Geld Arbeitspl&auml;tze schafften? M&uuml;sste man also nach Ansicht der INSM f&uuml;r eine derma&szlig;en ungerechte Verm&ouml;gensverteilung auch noch dankbar sein?<\/p>\n<p>Mit solchen Zust&auml;nden kann man sich nicht mehr zufriedengeben. Wir sollten der Politik und den Verb&auml;nden nicht l&auml;nger gestatten, uns mit der wohlklingenden, aber inhaltsleeren Chiffre &bdquo;Soziale Marktwirtschaft&ldquo; f&uuml;r dumm zu verkaufen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360\/Doc~EEA8814460A834563B4B14F9AF00C43D1~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL\/KR:<\/strong> Lesenswert, auch wenn wir nicht mit allen Vorschl&auml;gen f&uuml;r eine Kurs&auml;nderung von Thomas Strobl einverstanden sind. So w&auml;re etwa zur Forderung nach vollst&auml;ndiger Umstellung der sozialen Sicherungssysteme auf eine Finanzierung durch Steuern zu fragen, welche Steuern es denn sein sollen. H&ouml;here indirekte (Verbrauchs-)Steuern w&uuml;rden die n&auml;chste Runde der Umverteilung von unten nach oben einleiten.<\/em><\/p>\n<p>Aber die FAZ druckt hier einen Text, den man sonst eher auf den NachDenkSeiten vermuten w&uuml;rde.<\/p>\n<p>Es war klar, dass ein solcher Beitrag in der FAZ nicht ohne Widerspruch bleiben durfte. Da darf dann <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360\/Doc~EE7141176048B4C339BBA1853D98B0D96~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">Karen Horn erkl&auml;ren<\/a>, Wirtschaftskrisen seien wie ein Vulkanausbruch, &bdquo;niemand wei&szlig;, wann&ldquo; es geschehe. Damit gibt sie schon in der Einleitung zu, dass sie Krisenursachen mit den auch von ihr favorisierten Gleichgewichtsmodellen nicht erkl&auml;ren kann. Geradezu lachhaft ist ihre Aussage, &bdquo;Neoliberalismus ist eben nicht einseitig &ndash; und deswegen auch nicht ideologisch.&ldquo;<\/p>\n<p>Der Beitrag zeigt auch, dass Ludwig Erhards Hinterlassenschaften geradezu ein Steinbruch sind, aus dem jeder sich mit den gerade passenden Zitaten best&uuml;cken kann.<br>\nGegen die Wertblindheit von M&auml;rkten argumentiert Horn:<\/p>\n<blockquote><p>M&auml;rkte (sind) n&auml;mlich nicht nur Wohlstandsmaschinen. Sie sind als Plattform der Interaktion auch soziale R&auml;ume &ndash; R&auml;ume, in denen es wesentlich, wie in den anderen Sph&auml;ren der Gesellschaft auch, um individuelle W&uuml;rde, Selbstbestimmung und Freiheit geht, und darauf aufbauend um gegenseitig vorteilhafte Kooperation im Rahmen allgemeiner Regeln gerechten Verhaltens.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Krisenanf&auml;lligkeit sei nicht das Ergebnis instabiler M&auml;rkte, sondern sie sei &bdquo;dem Menschsein an sich immanent&ldquo;. <\/p>\n<p>Gegen Thomas Strobls Satz &bdquo;Die Politik hat eine Verantwortung f&uuml;r die Gesellschaft, und dieser muss sie nachkommen&ldquo; f&auml;hrt Karen Horn gleich das ganz gro&szlig;e Gesch&uuml;tz auf: Dies sei &bdquo;der Abschied von Eigenverantwortung und Privatsph&auml;re, der Freibrief f&uuml;r staatliche Bevormundung, zu Ende gedacht letztlich die totalit&auml;re Versuchung&ldquo;. Derart extremisierende Argumentation ist nat&uuml;rlich weder &bdquo;einseitig&ldquo; noch &bdquo;ideologisch&ldquo;, wie Horn f&uuml;r sich in Anspruch nimmt.<\/p>\n<p>Zitat Horn: <\/p>\n<blockquote><p>Der Kapitalismus ist das einzige System, das sich aufgrund der idealerweise von externen Eingriffen unverzerrten, die individuellen Interessen abbildenden und koordinierenden R&uuml;ckkopplungsprozesse immer wieder selbst korrigieren kann. Er ist das einzige System, das einen Mangel an Moral oder an Regeln nach gewisser Zeit anzeigt und uns dazu bringt, Moral oder Regeln neuerlich einzufordern. Nur in der Marktwirtschaft kann es solche Krisen &uuml;berhaupt geben &ndash; und vor allem die damit verbundene Selbstreinigung und Innovation.<\/p><\/blockquote>\n<p>Diesem Credo folgend w&auml;re es doch nur konsequent, die &bdquo;Selbstreinigungskr&auml;fte&ldquo; walten und die Banken pleite gehen zu lassen. Was ist das f&uuml;r ein Zynismus, die Finanzkrise zu einem Indikator f&uuml;r einen Mangel an Moral zu erkl&auml;ren und die Allgemeinheit daf&uuml;r haften zu lassen? Bei Ratschl&auml;gen zur Bew&auml;ltigung der Krise ist der Neoliberalismus nat&uuml;rlich rat- und sprachlos, bestenfalls gibt es Regeln f&uuml;r die Zukunft &ndash; und dennoch kommt die n&auml;chste Krise dann so unvermeidlich wie ein Vulkanausbruch.<\/p>\n<p>Nur nebenbei: Karen Horn leitet das Berliner Hauptstadtb&uuml;ro des arbeitgeberfinanzierten Instituts der deutschen Wirtschaft. Selbstverst&auml;ndlich v&ouml;llig unideologisch!<\/p>\n<p>Zum Beitrag des IW passt:<\/p><\/li>\n<li><strong>Marktreligi&ouml;se Wissenschaft<\/strong><br>\nDas Potenzial f&uuml;r die Verm&ouml;gensentwertung wurde durch die Booms von Aktienkursen, Immobilienpreisen und Rohstoffpreisen zwischen 2003 und 2007 &ldquo;aufgebaut&rdquo;. Dabei ist festzuhalten: Die Verdreifachung der Aktienkurse und Rohstoffpreise (und die Verdoppelung des Eurokurses) wurde durch &ldquo;business as usual&rdquo; auf den Derivatm&auml;rkten bewirkt, insbesondere durch &ldquo;technische Systemspiele&rdquo;. \n<p>Das durch die drei &ldquo;Booms&rdquo; aufgebaute &ldquo;Absturzpotenzial&rdquo; wurde von den Eliten in Wissenschaft, Medien und Politik nicht realisiert &ndash; ihre Marktgl&auml;ubigkeit war zu gro&szlig;. Bis heute lauten ihre Glaubenss&auml;tze: Die freiesten und bestregulierten M&auml;rkte, die B&ouml;rsen f&uuml;r Finanzderivate, k&ouml;nnen doch nicht systematisch falsche Preissignale setzen! Im Gegenteil: Wenn das Geld an der B&ouml;rse so wunderbar arbeitet, wird und soll es auch f&uuml;r das Alter sorgen.<\/p>\n<p>Das Haupthindernis auf dem Weg zu einer nachhaltigen Bek&auml;mpfung der gro&szlig;en Krise besteht im &ldquo;Kognitive-Dissonanz-Syndrom&rdquo; der Eliten: Einsichten, welche dem neoliberalen Weltbild widersprechen, werden aufgrund einer Mischung aus Marktgl&auml;ubigkeit, Dummheit sowie einer Art cleveren Zynismus blockiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/debatte\/kommentar\/artikel\/1\/marktreligioese-wissenschaft\/\">TAZ<\/a><\/p>\n<p><em>Dazu auch noch:<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Verrat der &Ouml;konomen<\/strong><br>\nWenn es darum geht, jemandem den Schwarzen Peter zuzuschieben, dann gebe ich eher den &Ouml;konomen als den Bankern die Schuld f&uuml;r die Krise. Sie etablierten das Ideensystem, das Banker, Politiker und Aufsichtsbeh&ouml;rden dann angewandt haben. Dies legt einen grundlegenderen Grund f&uuml;r die Wirtschaftskrise nahe: die Dominanz der Chicagoer Wirtschaftsschule mit ihrem Glauben an die Selbstregulierungskr&auml;fte freier M&auml;rkte. Dieser Glaube rechtfertigte &ndash; oder rationalisierte &ndash; die Deregulierung der Finanzm&auml;rkte im Namen der so genannten &bdquo;Effizienzmarkthypothese&ldquo; und f&uuml;hrte direkt zur Verbreitung von Modellen f&uuml;r das finanzielle Risikomanagement, die durch Ausschluss der Ausfallm&ouml;glichkeit den Umfang der im System vorhandenen Risiken gr&ouml;blich untersch&auml;tzten. John Maynard Keynes schrieb einst, dass &bdquo;praktische Menschen, die sich selbst f&uuml;r relativ immun gegen&uuml;ber geistigen Einfl&uuml;ssen halten, gew&ouml;hnlich die Sklaven irgendeines verblichenen &Ouml;konomen&ldquo; seien. Die meisten Mitglieder der heutigen &Ouml;konomengilde sind freilich nicht verblichen, sondern weiter in der ideologischen Nachbarschaft Chicagos t&auml;tig. Man sollte ihre Annahmen r&uuml;cksichtslos blo&szlig;stellen, denn sie h&auml;tten es fast geschafft, unsere Welt zu zerst&ouml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/print_commentary\/skidelsky16\/German\">Project Syndicate<\/a><\/li>\n<li><strong>Sozialstandards helfen Nord und S&uuml;d<\/strong><br>\nNur ein kleiner Teil der Ertr&auml;ge des Welthandels kommt Arbeitnehmern in Entwicklungsl&auml;ndern zugute. Gleichzeitig bedroht der globale Kostenwettbewerb die Sozialsysteme in entwickelten L&auml;ndern. Internationale Sozialstandards w&uuml;rden beiden Seiten n&uuml;tzen, Protektionismus nicht.\n<p>Unbeschr&auml;nkte Handelsfreiheit f&uuml;hrt laut &ouml;konomischen Standardlehrb&uuml;chern zu maximalem Wohlstand. Jede Form von Regulierung w&uuml;rde demnach die internationale Arbeitsteilung und damit die Effizienz der Weltwirtschaft beeintr&auml;chtigen. Allerdings blendet diese Theorie einige wichtige Punkte aus, wie der Juraprofessor Felix Ekardt in einer Studie f&uuml;r die Hans-B&ouml;ckler-Stiftung erl&auml;utert. Beispielsweise &uuml;bersieht sie die ungleiche Einkommensverteilung: Von der angeblichen &ouml;konomischen Effizienz profitieren nur wenige. Die gesamte Wirtschaftsleistung w&uuml;rde Ekardt zufolge sogar noch wachsen, wenn ein Teil des von Entwicklungsl&auml;ndern im Export verdienten Geldes genutzt w&uuml;rde, um die soziale Sicherheit der Arbeitenden zu verbessern. Denn das d&uuml;rfte sich positiv auf ihre Motivation und Bildungsanstrengungen auswirken. Was in der traditionellen Freihandelstheorie au&szlig;erdem nicht vorkommt: Umweltprobleme und die psychischen Folgen eines unbegrenzten &ldquo;weltweiten Wettstreits um immer l&auml;ngere Arbeitszeiten und immer mehr Leistungsdruck&rdquo;. Der Experte f&uuml;r internationales Recht tritt daf&uuml;r ein, globale &ouml;kologische und soziale Mindeststandards im Regelwerk der Welthandelsorganisation (WTO) zu verankern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32006_95296.html\">B&ouml;ckler Impuls 07\/2009<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Steinbr&uuml;ck &ndash; Steuers&uuml;nder gef&auml;hrden Gesellschaft<\/strong><br>\nAm Donnerstag debattiert der Bundestag &uuml;ber einen Gesetzentwurf, der darauf abzielt, die Steuerflucht in sogenannte Steueroasen wirksamer zu verhindern.<br>\nMit Blick darauf schrieb der Minister: &bdquo;Die B&uuml;rger fragten sich zu Recht, warum ausgerechnet sie als Steuerzahler f&uuml;r die Folgen eines entfesselten Finanzkapitalismus zahlen sollen. Wenn dann auch noch diejenigen, die von den Exzessen und &Uuml;bertreibungen profitiert haben, ihre Gewinne in Steueroasen verstecken, (&hellip;) dann kann das gef&auml;hrliche Auswirkungen auf die Legitimationsgrundlagen unserer sozialen Marktwirtschaft und unserer parlamentarischen Demokratie haben.&ldquo; Dem m&uuml;sse die Politik entgegenwirken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/article1085764\/Steinbrueck_Steuersuender_gefaehrden_Gesellschaft.html\">Berliner Morgenpost<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Gro&szlig;e Worte, praktisch nichts dahinter. Der Gesetzentwurf soll sich auf L&auml;nder beziehen, welche die OECD-Standards nicht erf&uuml;llen. Aktuell ist aber auf dieser OECD-Liste gar <a href=\"upload\/pdf\/090427_Steuerhinterziehungsbekaempfungsgesetz.pdf\">kein Land verzeichnet [PDF &ndash; 89,1 KB]<\/a>.<\/em><\/p>\n<p>Obama scheint das Problem der Steueroasen anders anzugehen: <\/p><\/li>\n<li><strong>USA bitten Konzerne zur Kasse<\/strong><br>\nUS-Pr&auml;sident Obama will nach Informationen des WallStreet Journal die wirtschaftsfreundlichen Politik der vergangenen Jahre korrigieren. Seine Pl&auml;ne gelten als die gr&ouml;&szlig;te Erh&ouml;hung von Unternehmenssteuern in den Vereinigten Staaten seit &uuml;ber 20 Jahren. K&uuml;nftig sollen US-Firmen nicht mehr so leicht wie bisher Gewinne in Steueroasen verlagern und die Kosten wie Zinsen in der Heimat absetzen k&ouml;nnen. Au&szlig;erdem m&uuml;ssen sich reiche Amerikaner, die mit Hilfen von Auslandskonten Steuern sparen wollen, auf h&auml;rtere Regeln gefasst machen. Welches Ausma&szlig; Steuerhinterziehung durch die Flucht ins Ausland ausmacht, zeigen Angaben der Washingtoner Regierung f&uuml;r das Jahr 2004. Demnach verbuchten US-Konzerne Gewinne von 700 Milliarden Dollar in Steueroasen. Daf&uuml;r zahlten sie aber nur 16 Milliarden Euro an die Finanzbeh&ouml;rden in der Heimat. Das entspricht einer Steuerquote von 2,3 Prozent. Der eigentliche Spitzensteuersatz liegt in den Vereinigten Staaten jedoch bei 35 Prozent (und damit zehn Prozentpunkte h&ouml;her als in Deutschland).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1742738&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_polstart\">FR<\/a>\n<p><em><strong>NachDenkSeiten-Leser J.A. schrieb uns dazu:<\/strong> &bdquo;Die h&ouml;here Besteuerung von Kapitaleink&uuml;nften und von Reichen ist also nur eine Frage des politischen Willens und trotz der &ldquo;Globalisierung&rdquo; m&ouml;glich. Au&szlig;er nat&uuml;rlich in Deutschland, wo andere Gesetzm&auml;&szlig;igkeiten gelten.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Riester-F&ouml;rderung &ndash; Subventionierung der Versicherungswirtschaft<\/strong><br>\nohne praktische rentenerh&ouml;hende Wirkung f&uuml;r die Riester-Sparenden<br>\nNur ein vergleichsweise geringer Teil der staatlichen F&ouml;rderungen zur Riester-Rente kommt tats&auml;chlich den einzelnen Riester-Sparenden zugute. Zu diesem Ergebnis kommt der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Klaus Jaeger von der Freien Universit&auml;t Berlin.\n<p>Weil die Lebenserwartung der Gesamtbev&ouml;lkerung nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes sehr viel niedriger ist als die von der Versicherung an Hand eigener Sterbetafeln kalkulierte durchschnittliche Lebenserwartung, profitieren mehrheitlich die Riester-Sparenden nicht von der Riesterf&ouml;rderung.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Jaeger berechnet, dass Riester-Sparende im Durchschnitt 90 Jahre alt werden m&uuml;ssten, soll sich das Riestern f&uuml;r sie lohnen. Denn erst ab Erreichen dieser Altersgrenze erhielten sie ihre selbst eingezahlten Beitr&auml;ge in Form von Netto-Renten zur&uuml;ck. Erst ab dann profitieren die Sparenden tats&auml;chlich von den staatlichen Zusch&uuml;sse in Form ausgezahlter Netto-Renten.<\/p>\n<p>Laut den Berechnungen von Prof. Dr. Jaeger profitieren Riester-Sparende im unteren Einkommenssegment (20 000 bis 30 000 Euro Brutto-Jahreseinkommen) und Kinderlose wenig bis gar nicht von den staatlichen Zusch&uuml;ssen.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Jaeger hat ebenfalls die Struktur der Risikogewinne untersucht. Er kommt zu dem Ergebnis, dass pro Vertrag durchschnittlich 29 Prozent der bis zum Rentenbeginn gezahlten Zusch&uuml;sse als Risikogewinne beim Versicherungsunternehmen anfallen &ndash; wiederum vorausgesetzt, der\/die Versicherte stirbt mit 91 Jahren. Hochgerechnet auf alle zum Untersuchungszeitraum abgeschlossenen ca. 11 Millionen Riester-Vertr&auml;ge erg&auml;be dies ein Volumen von ca. 50 Mrd. Euro an Gewinnen f&uuml;r die Versicherungsunternehmen. Sterben die Versicherten hingegen vor dem 90. Lebensjahr, was gerade bei Menschen mit geringem Einkommen h&auml;ufig der Fall ist, erh&ouml;hen sich die Gewinne der Versicherungsunternehmen entsprechend.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Jaeger ist deshalb der Ansicht, dass die staatlichen Zusch&uuml;sse nichts weiter als eine Subventionierung der Versicherungswirtschaft sind, die aber praktisch keinerlei rentenerh&ouml;hende Wirkung haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/16\/127\/1612774.pdf\">Deutscher Bundestag Kleine Anfrage der Fraktion der Linken [PDF &ndash; 48,4 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>M&uuml;ntefering: Dieser Kapitalismus geh&ouml;rt in die M&uuml;lltonne<\/strong><br>\nWir Menschen wollen, dass es uns gutgeht. Der Trieb, Reichtum zu erwerben, steckt in uns drin. Er steckt auch in uns Sozialdemokraten. Wenn dieser Trieb aber den Gesetzen des Urwaldes &uuml;berlassen wird, nach denen der St&auml;rkste sich gnadenlos durchbei&szlig;t, dann ist das nicht sozial. Diese Form des Kapitalismus, die sich den Menschen und der Gesellschaft nicht verpflichtet f&uuml;hlt, geh&ouml;rt in die M&uuml;lltonne.\n<p>Es kann doch nicht sein, dass sich gerade die Reichen einen schlanken Fu&szlig; machen und den Staat um die Steuern prellen. Also m&uuml;ssen wir versch&auml;rft gegen Steuerhinterziehung vorgehen. Es kann auch nicht sein, dass wir in diesem Land unsittlich hohe und unsittlich niedrige L&ouml;hne haben. Das macht eine Gesellschaft kaputt. Also brauchen wir eine ganz klare Deckelung der Managergeh&auml;lter, und wir brauchen Mindestl&ouml;hne. Kurzum: Wir m&uuml;ssen den Primat der Politik wieder st&auml;rker betonen und der sozialen Marktwirtschaft wieder Geltung verschaffen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1\/Doc~E4EF175286C8241EF865EADE184D0781E~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ Net<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nat&uuml;rlich verschweigt Franz M&uuml;ntefering, dass die Regierung Schr&ouml;der und die SPD in der Gro&szlig;en Koalition den von ihm jetzt kritisierten Kapitalismus selbst gef&ouml;rdert und auch seit 1998 <a href=\"?p=545\">nichts dagegen unternommen haben<\/a>. Und schaut man sich die konkreten &Auml;nderungsvorschl&auml;ge an (versch&auml;rft gegen Steuerhinterziehung vorgehen, Niedriglohn, Deckelung der Managergeh&auml;lter), so wird von der von M&uuml;ntefering kritisierten Form des Kapitalismus gewiss nicht viel in der M&uuml;lltonne landen. Das erinnert doch sehr an die &bdquo;Heuschrecken&ldquo;-Debatte. Damals hatte M&uuml;nte mit seiner Verbalattacke auch nur eine Art Paravant aufgespannt, hinter dem das Treiben <a href=\"?p=3080\">der Heuschrecken munter weiter ging<\/a>. In Wahrheit wurde nichts dagegen unternommen.<br>\n<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&raquo;Dieses Land ist nach rechts gedriftet&laquo;<\/strong>\n<p>Ein kritischer Blick auf 20 Jahre deutscher Geschichte. Ein Gespr&auml;ch mit Arno Luik<\/p>\n<blockquote><p>Ich glaube, dass kein Kanzler dieses Land so ver&auml;ndert hat wie Schr&ouml;der: Abbau des Sozialstaates, Privatisierung, Kriegsf&uuml;hrung etc. Da habe ich schon noch einige Fragen an den Exkanzler, der unter anderem mit der Agenda 2010 schuld daran ist, dass die Kluft in diesem Land &ndash; zwischen Arm und Reich &ndash; immer gr&ouml;&szlig;er wird.&ldquo; &bdquo;Mir war anfangs nicht klar, wie sehr sich dieses Land in den letzten beiden Jahrzehnten ver&auml;ndert hat, wie sehr es nach rechts gedriftet ist.<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/05-04\/014.php\">junge Welt<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Nein zur Turboschule<\/strong><br>\nDie bisherige Regelung, zwei Tempi auf dem Weg zum Abitur zuzulassen (G8-Gymnasien und Gesamtschulen), kann als eine weise Regelung verstanden werden. Erm&ouml;glicht sie doch Eltern und ihren Kindern, zwischen zwei Lernwegen und -tempi zu w&auml;hlen.\n<p>Wenn nun, wie in Niedersachsen geplant, auch integrierte Gesamtschulen auf den Schnellweg zum Abitur verpflichtet werden sollen, kommt ein Systemelement in ein anders gedachtes System hinein. Das wird dann als eine Art Sprengsatz wirken. Die integrierten Gesamtschulen werden gegen ihre Philosophie und Praxis gezwungen, fr&uuml;hzeitig Gymnasialzweige (Turbozweige) einzurichten.<\/p>\n<p>Zwei Wege und Tempi zum Abitur sind f&uuml;r viele Sch&uuml;ler und Sch&uuml;lerinnen nach wie vor sinnvoll. Sie er&ouml;ffnen Chancen, statt sie zu verringern.<\/p>\n<p>Insofern sind die Strukturen des deutschen Schulwesens eben doch von zentraler Bedeutung: Wege bauen, Zeit geben, m&ouml;glichst viele Sch&uuml;ler mitnehmen &ndash; das geht mit rigiden Regelungen nicht. Moderne Bildungspolitik ist toleranter, einfallsreicher und p&auml;dagogischer!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wissen_und_bildung\/aktuell\/?em_cnt=1741516&amp;\">FR<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Wider die Zweigliedrigkeit<\/strong><br>\nMan muss keine hellseherischen F&auml;higkeiten haben um zu erkennen, dass die sog. Zweigliedrigkeit eine hohe Wahrscheinlichkeit hat, auch zum neuen Strukturmodell f&uuml;r alle westdeutschen Bundesl&auml;nder zu werden. Nach Hamburg wollen auch Berlin und Bremen darauf zusteuern und schulstrukturellen Entwicklungen in Ostdeutschland folgen. Bildungspolitisch besticht diese L&ouml;sung wohl dadurch, dass die gef&uuml;rchtete Kontroverse mit der Gymnasiallobby vermieden wird (Ratzki 2009). Das eigentliche Problem unseres Schulsystems l&auml;sst sich aber so nicht aufl&ouml;sen: die Unvereinbarkeit der hohen sozialen Selektivit&auml;t mit dem Anspruch auf gleichberechtigten Zugang zu guter Bildung f&uuml;r alle in einer demokratischen Gesellschaft.&nbsp;<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/090505_zweigliedrigkeit_ist_keine_loesung.pdf\">bildungs-info Georg Lind [PDF &ndash; 196 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Finanzminister treten bei Bildungsausgaben auf die Bremse<\/strong><br>\nDie Finanzminister von Bund und L&auml;ndern sehen keine Notwendigkeit, die Bildungsausgaben zu erh&ouml;hen. In einem Bericht f&uuml;r die Regierungschefs kommen sie nach Informationen des Handelsblatts zu dem Schluss, dass die vereinbarten Ziele eigentlich l&auml;ngst erreicht sind.\n<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Politik aufgefordert, milliardenschwere Sonderprogramme f&uuml;r Hochschulen und Wissenschaft nicht bis nach der Bundestagswahl zu verschieben. Gerade in dieser schwierigen Wirtschaftsphase w&uuml;nsche er sich &ldquo;mehr Mut f&uuml;r Zukunftsinvestitionen&rdquo;, sagte DFG-Pr&auml;sident Matthias Kleiner. Auch die Unternehmensberatung McKinsey warnt in einer aktuellen Studie zum Thema davor, &ldquo;Bildungsinvestitionen zu verz&ouml;gern&rdquo;. Dagegen sehen die Finanzminister von Bund und L&auml;ndern keine Notwendigkeit, die Bildungsausgaben &uuml;ber das bisher vereinbarte Ma&szlig; hinaus zu erh&ouml;hen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/finanzminister-treten-bei-bildungsausgaben-auf-die-bremse;2262917\">Handelsblatt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> An typisches Beispiel daf&uuml;r, was von der Phrase &bdquo;Vorrang f&uuml;r Bildung&ldquo; zu halten ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Heribert Prantl: Verkehrte Welt der Krise<\/strong><br>\nDie Linke hatte erwartet, dass die neue Kapitalismuskritik auf ihre M&uuml;hlen l&auml;uft. Weit gefehlt. Doch ausgerechnet die FDP ist Gewinnerin der Wirtschaftsmisere. Die Erwartung der Linken, dass die neue Kapitalismuskritik auf ihre M&uuml;hlen l&auml;uft, war falsch.\n<p>Daf&uuml;r gibt es zwei Gr&uuml;nde. Erstens: Die linke Partei hat ihr Alleinstellungsmerkmal verloren. Der Antikapitalismus, die Kritik an der Gier der Managerklasse und am destruktiven Wirken des Kapitals, ist jetzt auch bei der SPD und sogar bei der Union preiswert und zumindest deklamatorisch zu haben. <\/p>\n<p>Wenn die Leute in der Klemme sitzen, dann wollen sie nicht immer nur h&ouml;ren, warum das so ist. Sie wollen wissen, wie sie da wieder herauskommen. Dazu ist von der Linkspartei nicht viel zu h&ouml;ren. Das ist der zweite Grund f&uuml;r die neue Schw&auml;che der Linkspartei. Wer Angst um seinen Arbeitsplatz hat, verl&auml;sst sich vorderhand lieber auf die Konjunkturpakete der Regierung (&hellip;)<\/p>\n<p>Erst als sich die gr&ouml;&szlig;eren Parteien wieder von den wirtschaftsliberalen Positionen absetzten, begann die Hausse der FDP.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/627\/467202\/text\/\">SZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Lieber Heribert Prantl, k&ouml;nnte es nicht einfach so sein, dass die oberen 10 Prozent und dazu noch die Yuppies, die meinen, dass sie auch dazu geh&ouml;ren, sich in der Krise deswegen besonders hartn&auml;ckig an die FDP klammern, weil diese Partei als Mitglied einer Regierungskoalition ein Garant f&uuml;r ihre Pfr&uuml;nde ist? Und k&ouml;nnte es nicht sein, dass &uuml;ber die L&ouml;sungskonzepte der Linken &ndash; auch in der S&uuml;ddeutschen Zeitung &ndash; deswegen nicht viel zu h&ouml;ren ist, weil sie entweder totgeschwiegen werden oder die Zusammenarbeit mit ihnen als Pakt mit dem Teufel stigmatisiert wird? <\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu:<\/em><\/p>\n<p> <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/finanzen\/812\/312725\/text\/print.html\">Lafontaine im SZ-Interview<\/a> <\/p>\n<p>und <\/p>\n<p><a href=\"?p=3496\">Wie Steinbr&uuml;ck hoch- und Lafontaine niedergeschrieben wird &ndash; zwei Musterbeispiele f&uuml;r gelungene PR<\/a>.<\/p>\n<p>Wo bitte hat die SPD Abstand genommen von der Agenda 2010, die &bdquo;sich wie eine Neuauflage das FDP-Wirtschaftspapiers von 1982&ldquo; las? Und warum m&ouml;chte eigentlich die Union mit der FDP koalieren? Doch wohl nur deshalb, weil die CDU\/CSU mit den Liberalen ihren wirtschaftsliberalen Kurs noch h&auml;rter durchsetzen kann als derzeit bereits mit der SPD.<\/p><\/li>\n<li><strong>Wie Lobbyisten uns manipulieren<\/strong><br>\nLobbyisten wollen die Politik beeinflussen. Die Arbeitgeber sind in dieser Disziplin recht erfolgreich. Sie verweisen gern auf Studien, die belegen sollen, dass ihre Forderungen nicht nur ihren Interessen entsprechen, sondern wissenschaftlich fundiert sind. Doch k&uuml;rzlich sind zwei widerspr&uuml;chliche Studien frontal aufeinandergeprallt. Der Unfall wurde &ndash; was sehr selten passiert &ndash; aufgekl&auml;rt, und der Untersuchungsbericht zeigt: Die Lobbyisten scheuen sich nicht, uns mit fragw&uuml;rdigen Methoden zu manipulieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/1742662_Faule-Studien-Wie-Lobbyisten-uns-manipulieren.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>&raquo;Ernst &amp; Young&laquo; soll aufkl&auml;ren &ndash; unterh&auml;lt aber Gesch&auml;ftsbeziehungen zum Konzern<\/strong><br>\nDer Abh&ouml;rskandal bei Asklepios Hamburg &ndash; in dieser Woche soll das Beratungsunternehmen &ldquo;Ernst &amp; Young&rdquo; seinen Bericht zum Lauschangriff vorlegen. Die Asklepios-Zentrale in K&ouml;nigstein im Taunus hatte das Unternehmen als &ldquo;neutrale Institution&rdquo; mit einer &ldquo;unabh&auml;ngigen Untersuchung&rdquo; beauftragt. Doch wie unabh&auml;ngig ist &ldquo;Ernst &amp; Young&rdquo; in diesem Fall tats&auml;chlich?\n<p>Zweifel sind angebracht. Denn &ldquo;Ernst &amp; Young&rdquo; in Deutschland steht in direkter Verbindung mit Asklepios &ndash; und vor allem mit dem Gr&uuml;nder und Alleingesellschafter des Klinikkonzerns Dr. Bernard Broermann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.mopo.de\/2009\/20090504\/hamburg\/politik\/wie_abhaengig_sind_die_gutachter.html\">Hamburger Morgenpost<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Minister im Dienst der Mehrweglobby<\/strong><br>\nHinter der in Michendorf (Potsdam-Mittelmark) ans&auml;ssigen Stiftung Initiative Mehrweg (SIM), die im Zeichen des Umweltschutzes f&uuml;r den verst&auml;rkten Einsatz von Mehrwegflaschen wirbt, stehen Firmen der Mehrwegbranche. Wie der &bdquo;Spiegel&ldquo; in seiner aktuellen Ausgabe meldet, ist etwa die Internetseite der SIM auf die Schoeller Holding aus Pullach registriert, deren Teilsparten unter anderem Mehrwegflaschen herstellen und Kunststoffrecycling betreiben. Martin Sch&ouml;ller, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Schoeller Holding, bezeichnet sich in einem Lebenslauf als &bdquo;Initiator&ldquo; der SIM und geh&ouml;rt deren Kuratorium an. Der SIM-Vorstandsvorsitzende Frank Reininghaus ist Vertriebsleiter der Schoeller Arca Systems GmbH. Die Firma, an der die zur Schoeller Holding geh&ouml;rende Firma Schoeller Plast Industries beteiligt ist, ist weltweiter Marktf&uuml;hrer f&uuml;r wiederverwendbare Kunststoffverpackungssysteme. Politisch brisant: Dem Kuratorium der SIM geh&ouml;ren seit 2006 Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und seit 2004 sein Amtsvorg&auml;nger J&uuml;rgen Trittin (Gr&uuml;ne) an. Beide gaben ihre Kuratoriumst&auml;tigkeit bis Mitte vergangener Woche entgegen den Verhaltensregeln des Bundestages weder im Amtlichen Handbuch des Parlaments noch auf ihren pers&ouml;nlichen Homepages an. Auf Anfrage begr&uuml;ndete Gabriel dies mit einem &bdquo;Versehen im Ministerb&uuml;ro&ldquo;, Trittin teilte mit, es handele sich um ein &bdquo;Versehen&ldquo;, das &bdquo;umgehend zu korrigieren&ldquo; sei. Die Vermutung, es bestehe ein Zusammenhang zwischen den politischen Zielen des Bundesumweltministeriums und den Interessen der an der SIM beteiligten Firmen, ist laut Gabriel &bdquo;abwegig und entbehrt jeglicher Grundlage&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.maerkischeallgemeine.de\/cms\/beitrag\/11494727\/492531\/Sigmar-Gabriel-und-Juergen-Trittin-sitzen-im-Kuratorium.html?print=J\">M&auml;rkische Allgemeine<\/a><\/li>\n<li><strong>Interview mit Siegfried Weischenberg zum Tag der Pressefreiheit<\/strong><br>\nDie Pressefreiheit in Deutschland ist bedroht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/podcast-mp3.dradio.de\/podcast\/2009\/05\/03\/dlf_20090503_0812_8330494b.mp3\">Deutschlandradio (Audio-Podcast, kein Text verf&uuml;gbar)<\/a><\/li>\n<li><strong>Ein &ldquo;Stern&rdquo;, der keinen Namen tr&auml;gt<\/strong><br>\nDas Online-Angebot des &ldquo;Stern&rdquo; informiert seine Leser &uuml;ber diese bewegenden Ereignisse im Rahmen seiner aktuellen Berichterstattung &uuml;ber die Show in einem Filmbericht. Bemerkenswert daran ist, dass dieser Beitrag erstaunliche &Auml;hnlichkeit mit einem Filmbericht hat, den das RTL-Magazin &ldquo;Punkt 12&Prime; zu dem Thema angefertigt hatte<br>\nGenau genommen unterscheidet sich die stern.de-Version von der RTL-Version nur durch das &ldquo;Stern&rdquo;-Logo, die Einblendungen und den Schluss.\n<p>Das ist schon ein erstaunliches Vorgehen: Man nimmt ein Eigen-PR-Filmchen von RTL, entfernt den Absender, bappt den eigenen Namen drauf und gibt es als Journalismus aus?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bildblog.de\/7778\/ein-stern-der-keinen-namen-traegt\/%20\">BildBlog<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> So erstaunlich ist das nun auch wieder nicht: RTL und stern geh&ouml;ren Bertelsmann, da sucht man gern nach Synergien.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Kosovo: Vergessener Umweltkrieg &ndash; Bomben auf Chemiewerke <\/strong><br>\nW&auml;hrend des Kosovokrieges vor zehn Jahren bombardierte die NATO systematisch Petrochemie-, PVC- und D&uuml;ngemittelfabriken. Diese indirekte, nach der Genfer Konvention verbotene chemische Kriegsf&uuml;hrung gegen einen hoch entwickelten Industriestaat war neu.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rbb-online.de\/ozon\/archiv\/ozon_vom_04_05_2009\/vergessener_umweltkrieg.html\">rbb<\/a><\/li>\n<li><strong>Ariana Huffington: &bdquo;Blogger sind wie Pitbulls&ldquo;<\/strong><br>\nDie Traditionsmedien neigen dazu, sich schnell dem n&auml;chsten Aufregerthema zu widmen. Blogger lieben es, eine Geschichte zu hinterfragen. Sie sind richtige Pitbull Terrier: Wenn sie sich erst mal in etwas verbei&szlig;en, ist es unm&ouml;glich, sie wieder davon loszurei&szlig;en (&hellip;)\n<p>Viele Journalisten haben sich in der Vergangenheit allzu h&auml;ufig als Stenographen statt als &ldquo;Watchdogs&ldquo; verstanden, indem sie ihren Presseausweis als Eintrittskarte missbrauchten, um den M&auml;chtigen m&ouml;glichst nahe zu sein. Wir brauchen aber Redaktionen, die voll sind von aufmerksamen Wachhunden und nicht mit fetten und zufriedenen Scho&szlig;h&uuml;ndchen (&hellip;)<\/p>\n<p>Die Tage, in denen uns eingebildete Wichtigtuer diktierten, was wichtig ist und was nicht, sind vorbei &ndash; Gott sei Dank!<\/p>\n<p>Arianna Huffington, 58, Gr&uuml;nderin und Herausgeberin von The Huffington Post, der einflussreichen politischen Online-Nachrichtenzeitung aus den USA.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/836\/460469\/text\/\">SZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Den Vergleich mit Pitbulls lehnen die NachDenkSeien nat&uuml;rlich ab, aber dass wir an Themen dranbleiben und die Wichtigtuer hinterfragen, das nehmen wir f&uuml;r uns schon in Anspruch.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Deutsche &Ouml;konomen zerfleischen sich<\/strong><br>\n83 &uuml;berwiegend &auml;ltere deutsche Wirtschaftswissenschaftler rechnen in einem Manifest mit der modernen VWL ab. Diese sei zu theoretisch und liefere keine praktisch verwertbaren Ergebnisse. Die Angegriffenen wehren sich: Die Kritik sei povinzell, von gestern und inhaltlich falsch. Deutsche Fakult&auml;ten k&ouml;nnten durch die Debatte im weltweiten Wettbewerb um die kl&uuml;gsten K&ouml;pfe des Fachs zur&uuml;ckfallen. Ein heftiger Streit unter deutschen &Ouml;konomen &uuml;ber die Ausrichtung ihres Fachs besch&auml;digt das internationale Ansehen der hiesigen Volkswirtschaftslehre (VWL). Dadurch drohen die Universit&auml;ten des Landes im weltweiten Wettbewerb um renommierte &Ouml;konomen zur&uuml;ckzufallen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/nachrichten\/deutsche-oekonomen-zerfleischen-sich;2262567\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Statt einer <a href=\"?p=3911\">inhaltlichen Auseinandersetzung<\/a> bringt das Handelsblatt eine Aneinanderreihung von Zitaten deutschen &Ouml;konomieprofessoren aus dem Ausland. Gerade so, als ob der Lehrstuhl im Ausland schon ein Ausweis von wissenschaftlicher Exzellenz w&auml;re. Zugegeben, die Wirtschaftswissenschaften in den USA oder in Frankreich sind vielf&auml;ltiger aufgestellt als bei uns, aber sie haben vor der Finanzkrise genauso versagt. Wie eindimensional in Deutschland die Debatte in der Wissenschaft, in den Medien und in der Politik verl&auml;uft, beweist die Rezeption des Memorandums, einer Streitschrift linker &Ouml;konomen. Es wird weitgehend totgeschwiegen.<\/em><\/p>\n<p>Siehe dazu: <\/p><\/li>\n<li><strong>Memorandum liegt in der Langfassung vor<\/strong><br>\nVergangene Woche wurde das neue Memorandum auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt.<br>\nDie Presseberichterstattung &uuml;ber das Memorandum ist wieder einmal ein ausgemachter Skandal. Die meisten b&uuml;rgerlichen Medien verschweigen der &Ouml;ffentlichkeit die vorgelegten Alternativen. Medien, die sich zu einer ausgewogenen Berichterstattung verpflichtet haben, kommen ihrem Auftrag in keiner Weise nach. Einmal mehr ein Beleg f&uuml;r die Dominanz der Neoliberalen in den Medien.\n<p>Das MEMORANDUM 2009 in der Langfassung kann ab sofort &uuml;ber unsere Kontaktadresse (<a href=\"mailto:memorandum@t-online.de\">memorandum@t-online.de<\/a>) zum Preis von 15.- Euro (einschlie&szlig;lich Porto) bezogen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/090505_presseauswertung_memo_2009.pdf\">Memorandum-Gruppe [PDF &ndash; 168 KB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wenn die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, die Bertelsmann-Stiftung oder das Institut der deutschen Wirtschaft eine Studie ver&ouml;ffentlichen, dann wird diese in den Medien von Flensburg bis Passau zitiert, und dies meist sogar ohne den Interessensbezug dieser PR-Organisationen zu benennen. Man k&ouml;nnte ja durchaus darauf hinweisen, dass sich in der Memorandum-Gruppe &bdquo;linke&ldquo; &Ouml;konomen zusammengefunden haben, und man k&ouml;nnte in der Berichterstattung oder in Kommentaren die dort vertretenen Positionen durchaus kritisieren. Aber dazu m&uuml;sste man erst einmal in der Lage sein. Da ist es doch viel einfacher, den neoliberalen Think-Tanks nachzuplappern und alternative Positionen zu verschweigen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Jens Berger: Rezension &bdquo;Die Machtfrage&ldquo; von Gabor Steingart<\/strong><br>\nWer von der &bdquo;Machtfrage&ldquo; auch Antworten auf dieselbe erwartet, wird entt&auml;uscht. &Uuml;ber eine oberfl&auml;chliche Parteienkritik kann und will Steingart nicht hinausgehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/527\/die-ohnmachtfrage\">Spiegelfechter<\/a><\/li>\n<li><strong>Fernsehtipp: Sternstunde Philosophie: Was bietet heute die Linke? Krisengespr&auml;ch mit dem Kapitalismus-Kritiker Heiner Flassbeck<\/strong><br>\nWarum brechen die Sozialdemokraten in den meisten europ&auml;ischen L&auml;ndern ein, obwohl sie seit vielen Jahren vor dem Kasinokapitalismus und vor den &laquo;Heuschrecken&raquo; gewarnt hatten? Welche eigenen L&ouml;sungen bieten linke Politiker, wenn nun auch die B&uuml;rgerlichen auf den Staat zur&uuml;ckgreifen? Wo stehen Kritiker des Kapitalismus, wenn es derzeit zu diesem System keine Alternative gibt?\n<p>Heiner Flassbeck, fr&uuml;her Staatssekret&auml;r bei Oskar Lafontaine, jetzt Chef&ouml;konom der Uno-Organisation f&uuml;r Handel und Entwicklung UNCTAD in Genf, wirft einen schonungslosen Blick: &laquo;Gescheitert &ndash; Warum die Politik vor der Wirtschaft kapituliert&raquo;, lautet sein j&uuml;ngstes Buch. Er hat aber auch mit seinem Genfer Team einen Plan entworfen, um die Krise zu meistern. Dabei sch&ouml;pft er aus seiner Erfahrung als Wissenschaftler (so war er in der Leitung des angesehenen Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung) und als Politiker: Als Lafontaine deutscher Finanzminister war und vergeblich die Weltwirtschaft reformieren wollte, entwickelte namentlich sein Staatssekret&auml;r Flassbeck die Konzepte. Roger de Weck f&uuml;hrt mit dem linken &Ouml;konomen ein Krisengespr&auml;ch.<\/p>\n<p><strong>Buchtipp: <\/strong><\/p>\n<p>Heiner Flassbeck: Gescheitert &ndash; Warum die Politik vor der Wirtschaft kapituliert.<br>\n<em>Westend Verlag, 2009.<\/em><\/p>\n<p><strong>Wiederholung der Sternstunde Philosophie:<\/strong><\/p>\n<p>Montag, 04. Mai 2009 um 00.30 Uhr auf SF1<br>\nDienstag, 05. Mai 2009 um 12.00 Uhr auf SFinfo<br>\nMittwoch, 06. Mai 2009 um 04.30 Uhr auf SF1<br>\nSamstag, 09. Mai 2009 um 08.55 Uhr auf SF1<br>\nSonntag, 10. Mai 2009 um 09.15 Uhr auf 3sat<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL\/AM)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p>\n<ol>\n<li>Rezession macht Deutschland zum Defizits&uuml;nder<\/li>\n<li>Attac fordert sofortige Enteignung der Hypo Real Estate<\/li>\n<li>Perspektiven f&uuml;r den deutschen Finanzmarkt &ndash; Vortrag auf dem deutschen Steuerberaterkongress in Hamburg von Bundesbankpr&auml;sident Prof. Dr. Axel Weber<\/li>\n<li>Anh&ouml;rung: Schuldenbremse erntet viel Lob, aber auch Kritik<\/li>\n<li>Einzelhandel f&auml;llt als Krisenkiller aus<\/li>\n<li>Die Renaissance des Staates<\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3923\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3923","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3923","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3923"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3923\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3923"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3923"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3923"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}