{"id":39244,"date":"2017-07-19T16:57:53","date_gmt":"2017-07-19T14:57:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39244"},"modified":"2019-03-31T12:39:14","modified_gmt":"2019-03-31T10:39:14","slug":"wie-wuerde-es-einem-daniel-blake-in-deutschland-ergehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39244","title":{"rendered":"Wie w\u00fcrde es einem \u201eDaniel Blake\u201c in Deutschland ergehen?"},"content":{"rendered":"<p>Eine sozialpolitische Beleuchtung der neoliberalen &bdquo;Agenda-Reformen&ldquo; von <strong>Klaus-Dieter Kolenda<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39244#foot_0\" name=\"note_0\">*<\/a>].<br>\n&bdquo;Ich, Daniel Blake&ldquo; hei&szlig;t der Film von Ken Loach, der 2016 in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. Der wesentliche Inhalt ist kurz erz&auml;hlt.  Daniel Blake ist ein Durchschnittsengl&auml;nder, ein Facharbeiter und gelernter Schreiner, der durch einen Herzinfarkt seine Arbeit verliert und deshalb Sozialhilfe beantragt. Aber die Staatsb&uuml;rokratie auf dem Sozialamt stellt sich quer und verwehrt ihm die finanzielle Unterst&uuml;tzung. Schnell ger&auml;t er in einen Teufelskreis von Zust&auml;ndigkeiten, Bestimmungen und Antragsformularen. Bei einem seiner h&auml;ufigen vergeblichen Besuche im Jobcenter verstirbt er pl&ouml;tzlich in der Toilette, wahrscheinlich an einem durch den erlebten Stress ausgel&ouml;sten Herzversagen.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6507\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-39244-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170720_Wie_wuerde_es_Daniel_Blake_in_Deutschland_ergehen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170720_Wie_wuerde_es_Daniel_Blake_in_Deutschland_ergehen_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170720_Wie_wuerde_es_Daniel_Blake_in_Deutschland_ergehen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170720_Wie_wuerde_es_Daniel_Blake_in_Deutschland_ergehen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=39244-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170720_Wie_wuerde_es_Daniel_Blake_in_Deutschland_ergehen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170720_Wie_wuerde_es_Daniel_Blake_in_Deutschland_ergehen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Bei einer Diskussion im Anschluss an diesen ersch&uuml;tternden Film im Kreise von IPPNW-Kolleginnen und Kollegen in Kiel wurde die Frage gestellt, wie es einem &bdquo;Daniel Blake&ldquo; in Deutschland wohl ergehen w&uuml;rde. Da unsere spontanen Antworten nur sehr l&uuml;ckenhaft und unbefriedigend ausfielen, habe ich mich mit dieser Frage intensiver besch&auml;ftigt und die sozialpolitischen Bestimmungen mit deren Resultaten zusammengestellt, die im Falle eines &bdquo;Daniel Blake&ldquo; bei uns zur Anwendung kommen m&uuml;ssten. Dabei zeigt sich in erschreckendem Ma&szlig;e, wie unser &bdquo;Sozialstaat&ldquo; durch die neoliberalen &bdquo;Agenda-Reformen&ldquo; der letzten 20 Jahre, vor allem durch die neuen Rentengesetze aus dem Jahre 2001 und die Agenda 2010, die 2003 von der Regierung Schr&ouml;der\/Fischer in Gang gesetzt wurde, abgebaut und weitgehend zerst&ouml;rt worden ist.<\/p><p>In welcher Gesellschaft leben wir? Meine Ausf&uuml;hrungen gehen von der Einsch&auml;tzung aus, dass die bundesrepublikanische kapitalistische Gesellschaft der ersten Jahrzehnte nach 1945 insbesondere in den letzten 20 Jahren einer tief greifenden Ver&auml;nderung unterzogen worden ist und sich in einen &bdquo;neoliberalen&ldquo; Kapitalismus umgewandelt hat. Das Ziel des Neoliberalismus ist die Durchsetzung marktwirtschaftlicher Ordnungsmechanismen ohne R&uuml;cksicht auf die betroffenen Menschen durch Deregulierungen (Abbau der staatlichen Einfl&uuml;sse auf die M&auml;rkte), Privatisierungen (von &ouml;ffentlichem Eigentum) und Sozialabbau (bei den abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten). Das Ergebnis dieser heute schon weit fortgeschrittenen gesellschaftlichen Entwicklung ist &uuml;berall zu besichtigen: Eine weitere Beg&uuml;nstigung der Reichen mit einer Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben (1, 2). Am m&ouml;glichen Schicksal eines &bdquo;Daniel Blake&ldquo; in Deutschland (im Weiteren abgek&uuml;rzt: D. B.) l&auml;sst sich diese Entwicklung exemplarisch aufzeigen.<\/p><p><strong>Lohnfortzahlung und Krankengeld<\/strong><\/p><p>D. B. w&auml;re als Facharbeiter auch in Deutschland  wahrscheinlich ein Angeh&ouml;riger der Mittelschicht. Im Krankheitsfall steht ihm seit 1970 eine Lohnfortzahlung bis zu 6 Wochen nach Beginn der Krankschreibung mit einem Bruttolohnanspruch von 100 %  zu. Erinnert sei daran, dass f&uuml;r dieses Ziel die Gewerkschaften 1956 einen 116 Tage dauernden erbitterten Streik durchgef&uuml;hrt haben und letztlich damit erfolgreich waren! Wahrscheinlich ist das der entscheidende Grund, warum diese Bestimmungen bis heute nicht angetastet worden sind.<\/p><p>Nach Auslaufen der Lohnfortzahlung steht D. B. als Mitglied einer Gesetzlichen Krankenversicherung bei weiterer Krankschreibung bis zu 1 &frac12; Jahre Krankengeld zu, allerdings nur in H&ouml;he von h&ouml;chstens 90 % des letzten monatlichen Nettoverdienstes. In der Zeit vor den &bdquo;Agenda-Reformen&ldquo; betrug das Krankengeld noch 100 % des letzten Nettoverdienstes. Es ist somit um 10 % gek&uuml;rzt worden!<\/p><p><strong>Arbeitslosengeld I<\/strong><\/p><p>Nach der Zeit der Krankschreibung und bei weiterer Arbeitslosigkeit kann D. B. Arbeitslosengeld beantragen. Es steht ihm zun&auml;chst das Arbeitslosengeld I zu. Dieses betr&auml;gt 60 % (f&uuml;r Alleinstehende) bzw. 67 % (mit Kindern) des letzten monatlichen Nettoverdienstes. Bei l&auml;ngerer Arbeitslosigkeit wird er feststellen <\/p><p>m&uuml;ssen, dass die Bezugsdauer dieser Leistung von fr&uuml;her bis 32 Monate deutlich gek&uuml;rzt wurde. Unter 50-J&auml;hrigen wird sie nur noch f&uuml;r maximal 12 Monate (fr&uuml;her 24 Monate) gew&auml;hrt. Bei &uuml;ber 50-J&auml;hrigen steigt die Bezugsdauer bis auf maximal  24 Monate bei einem Alter von 58 Jahren an.<\/p><p><strong>Arbeitslosengeld II und Sozialgeld<\/strong><\/p><p>Weiterhin wird er feststellen, dass die ihm fr&uuml;her im Anschluss an das Arbeitslosengeld zustehende Arbeitslosenhilfe ganz gestrichen worden ist. Diese betrug 53 % (f&uuml;r Alleinstehende) und 57 % (mit Kindern) des letzten Nettogehalts, war zeitlich unbegrenzt, mit weniger Auflagen und Sanktionen verbunden und wurde, wie heute auch das Arbeitslosengeld II, aus Steuermitteln finanziert.<\/p><p>An Stelle der Arbeitslosenhilfe ist das Arbeitslosengeld II und das Sozialgeld (f&uuml;r nicht erwerbsf&auml;hige Angeh&ouml;rige unter 15 Jahren) getreten, auch Hartz IV genannt. Dieses erhalten Arbeitslose nach dem Arbeitslosengeld I, wenn sie erwerbsf&auml;hig und hilfsbed&uuml;rftig sind. Es ist eine Leistung zur Grundsicherung f&uuml;r Arbeitslose. <\/p><p>Arbeitslosengeld II und Sozialgeld entsprechen dem <strong>Niveau der Sozialhilfe<\/strong> und setzen sich aus 3 Bausteinen zusammen: Regelleistungen (2017: 409 &euro;), Kosten f&uuml;r Miete und Heizung (bis zu einem festgelegten Maximum) sowie einen Mehrbedarf bei besonderen Situationen auf Antrag. Dazu geh&ouml;ren, dass eigene Einkommen und Verm&ouml;gen (bis zu einem geringen Freibetrag) angerechnet werden und bei den geforderten regelm&auml;&szlig;igen Vorstellungen in den Jobcentern <strong>Druck auf Arbeitslose zur Annahme jeder Arbeit<\/strong> ausge&uuml;bt werden kann, wobei Zuwiderhandlungen mit <strong>Sanktionen<\/strong> bis hin zum vollst&auml;ndigen Entzug des Arbeitslosengeld II (inklusive Miete und Heizung) bestraft werden m&uuml;ssen (es besteht ein gesetzlicher Automatismus, der keine Ber&uuml;cksichtigung der Umst&auml;nde erlaubt). 2016 waren 641.000 Hartz IV-Bezieher von 940.000 Sanktionen betroffen, 1\/3 davon hatte Kinder (1). Derzeit gibt es ca. 4,3 Mio. erwerbsf&auml;hige Hartz-IV-Empf&auml;nger, mit Kindern sind ca. 6,4 Mio. Menschen davon betroffen. Ein Drittel davon leidet unter psychischen Problemen wie Depressionen und Angstst&ouml;rungen. In vielen St&auml;dten lebt mittlerweile jedes f&uuml;nfte Kind, in einigen sogar jedes dritte, von Hartz IV (1). In einem aktuellen Beitrag im Blog &bdquo;Maskenfall&ldquo; wird &uuml;ber ersch&uuml;tternde pers&ouml;nliche Erfahrungen mit dem Hartz-IV-System von Jemandem berichtet, der in Jobcentern fr&uuml;her auch auf der anderen Seite des Schreibtisches gesessen hat (3).<\/p><p><strong>Erwerbsminderungsrenten<\/strong><\/p><p>Nach l&auml;ngerer Krankschreibung wird der Hausarzt D. B. empfehlen, einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente zu stellen (4, 5). Da in der Deutschen Rentenversicherung der Grundsatz &bdquo;Reha vor Rente&ldquo; gilt, erfolgt sp&auml;testens jetzt die Einweisung in eine Rehabilitations-Klinik, in der regelm&auml;&szlig;ig auch eine sozial-medizinische Beurteilung seiner beruflichen Leistungsf&auml;higkeit durchgef&uuml;hrt wird.<\/p><p>Bis Ende 2000 gab es f&uuml;r erwerbsgeminderte Angeh&ouml;rige der Gesetzlichen Rentenversicherung eine <strong>Rente wegen Erwerbsunf&auml;higkeit<\/strong> und eine <strong>Rente wegen Berufsunf&auml;higkeit<\/strong>. Eine Berufsunf&auml;higkeitsrente in H&ouml;he von 2\/3 der Vollrente stand denen zu, die ihren erlernten Beruf nicht mehr aus&uuml;ben konnten, wenn eine Verweisung auf eine andere zumutbare T&auml;tigkeit nicht mehr in Betracht kam. Mit dem <strong>Gesetz zur Reform der Renten wegen verminderter Erwerbsf&auml;higkeit<\/strong> aus dem Jahre 2001 wurden die gesetzlichen Vorschriften grundlegend ge&auml;ndert.<\/p><p>Die Begriffe <strong>Erwerbsunf&auml;higkeit<\/strong> und <strong>Berufsunf&auml;higkeit<\/strong> wurden gestrichen. Weggefallen ist auch der bisherige <strong>Berufsschutz<\/strong>. An dessen Stelle sind eine <strong>Rente wegen teilweiser oder vollst&auml;ndiger Erwerbsminderung<\/strong> und eine <strong>Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunf&auml;higkeit<\/strong> getreten.<\/p><p>Eine <strong>teilweise Erwerbsminderung<\/strong> liegt vor, wenn der Antragsteller auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur noch leichte Arbeiten 3 bis unter 6 Stunden t&auml;glich verrichten kann. Da gem&auml;&szlig; eines Urteils des Bundessozialgerichts aus dem Jahre 1976 der Teilzeit-Arbeitsmarkt als verschlossen angesehen wird, erhalten so beurteilte Antragsteller derzeit in Schleswig-Holstein nicht nur eine halbe, sondern die volle Erwerbsminderungsrente. Das gilt z. B. f&uuml;r Bayern und andere Bundesl&auml;nder nicht, da dort der Teilzeit-Arbeitsmarkt als nicht verschlossen angesehen wird.<\/p><p>Eine <strong>vollst&auml;ndige Erwerbsminderung<\/strong> liegt vor, wenn der Antragssteller auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur noch leichte Arbeiten weniger als 3 Stunden t&auml;glich verrichten kann.<\/p><p>So gibt es seit 2001 <strong>volle Erwerbsminderungsrenten bei verschlossenem<\/strong> bzw. <strong>ohne verschlossenem Teilzeit-Arbeitsmarkt<\/strong>.<\/p><p>Ein Sonderfall ist die <strong>Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunf&auml;higkeit<\/strong>. Diese gilt nur noch f&uuml;r die vor dem 02.01.1961 Geborenen, d. h. f&uuml;r diejenigen, die heute <strong>mindestens 56 Jahre alt<\/strong> sind. Diese genie&szlig;en weiterhin auf der Grundlage ihrer beruflichen Qualifikation Berufsschutz. Aber auch f&uuml;r diesen Personenkreis ist die alte Berufsunf&auml;higkeitsrente (2\/3 der Vollrente) entfallen. Wer gem&auml;&szlig; dieser Sonderregelung als berufsunf&auml;hig beurteilt wird, erh&auml;lt nur die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunf&auml;higkeit in H&ouml;he einer halben Vollrente.<\/p><p>F&uuml;r die nach dem 02.01.1961 Geborenen, d. h. f&uuml;r diejenigen, die heute <strong>j&uuml;nger als 56 Jahre<\/strong> alt sind, ist der Berufschutz vollst&auml;ndig entfallen. In 11 Jahren, d. h. im Jahre 2028, wird das f&uuml;r alle abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten gelten, weil dann auch die vor 1961 Geborenen 67 Jahre alt und &auml;lter sind.<\/p><p>Die seit 2001 g&uuml;ltigen gesetzlichen Bestimmungen stellen einerseits h&ouml;here Anforderungen an die erforderliche Minderung des beruflichen Leistungsverm&ouml;gens f&uuml;r die Gew&auml;hrung von Erwerbsminderungsrenten. Andererseits erhielt vor 2001 jeder Versicherte eine Berufsunf&auml;higkeitsrente, sofern ein Berufsschutz vorlag. Diese Bedingung war bereits erf&uuml;llt, wenn der Versicherte nicht mehr imstande war, die erlernte Berufst&auml;tigkeit oder eine zumutbare Verweisungst&auml;tigkeit auszu&uuml;ben. Seit 2001 kann dagegen ein Antragsteller auf <strong>jede T&auml;tigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes<\/strong> verwiesen werden, wobei ein <strong>sozialer Abstieg in Kauf genommen werden muss<\/strong>.<\/p><p>Au&szlig;erdem wird bei einer positiven Entscheidung im Normalfall nur eine <strong>Zeitrente<\/strong> gew&auml;hrt, die bis zu drei Jahre befristet sein kann. Renten wegen verschlossenem Teilzeit-Arbeitsmarkt sind immer Zeitrenten.<\/p><p>Bei Erwerbsminderungsrenten vor dem 63. Lebensjahr werden <strong>Abschl&auml;ge<\/strong> bis 10,8 % abgezogen, obwohl dadurch keine steuernde Wirkung zu erzielen ist, denn die Betroffenen k&ouml;nnen sich ja weder Ihre Erkrankung noch den Zeitpunkt aussuchen, an dem sie beginnt.<\/p><p>Die durchschnittliche volle Erwerbsminderungsrente liegt heute bei monatlich <strong>740 &euro; netto<\/strong>. Ein Teil der krankheitsbedingten Fr&uuml;hrentner erh&auml;lt nur eine halbe Erwerbsminderungsrente.  Ca. 20 % der Rentenneuzug&auml;nge sind derzeit Erwerbsminderungsrenten.<\/p><p>Die &bdquo;Rentenreform&ldquo; von 2001 mit der Einf&uuml;hrung der Erwerbsminderungsrenten anstelle der fr&uuml;heren Erwerbsunf&auml;higkeits- und Berufsunf&auml;higkeitsrenten hat zu einem <strong>Abbau von sozialen Rechten<\/strong> f&uuml;r mehr als 70 % der abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten gef&uuml;hrt. So ist in Deutschland davon auszugehen, dass ca. 60 % der Versicherten einen Berufsabschluss und 11,5 % einen Fachhochschul- bzw. Universit&auml;tsabschluss besitzen, nur ca. 10 % sind ohne abgeschlossene Ausbildung. Die Abschaffung der bisherigen Berufsunf&auml;higkeitsrente war deshalb eine gro&szlig; angelegte <strong>Enteignung im Bereich der Daseinsf&uuml;rsorge<\/strong> und der bis dahin g&uuml;ltigen sozialen Rechte f&uuml;r die gro&szlig;e Mehrheit der abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten, <strong>ist aber bis heute in der &Ouml;ffentlichkeit kein Thema<\/strong>!<\/p><p>Der Versicherungswissenschaftler  Prof. Schwintowski hat k&uuml;rzlich bei Report Mainz und in einem Interview auf den Nachdenkseiten die Meinung vertreten, dass die Streichung der Absicherung gegen Berufsunf&auml;higkeit ein <strong>Verfassungsbruch<\/strong> gewesen ist und schl&auml;gt deshalb eine Verfassungsbeschwerde vor (6).<\/p><p>Diese Enteignung konnte nur deshalb ohne gr&ouml;&szlig;ere Widerst&auml;nde von Seiten der Betroffenen durchgesetzt werden, weil die Gesetze unter Leitung eines sozialdemokratischen Ministers (Walter Riester) erarbeitet und von der damaligen rot-gr&uuml;nen Koalition beschlossen wurden. Sie finden bis heute uneingeschr&auml;nkt Beifall bei den &uuml;brigen neoliberalen Parteien wie CDU\/CSU und FDP.<\/p><p>Als <strong>Schlussfolgerungen<\/strong> aus diesem Abschnitt ergibt sich f&uuml;r einen D. B. in Deutschland:<\/p><ul>\n<li>Wenn er eine Erwerbsminderungsrente beantragt, ihm in der Rehabilitationsklinik ein noch vollschichtiges Leistungsverm&ouml;gen f&uuml;r leichte Arbeiten trotz vieler Einschr&auml;nkungen attestiert wird, er aber in seinem erlernten Beruf nicht mehr eingesetzt werden kann, und wenn er <strong>mindestens 56 Jahre alt<\/strong> ist, dann genie&szlig;t er derzeit noch einen (gegen&uuml;ber fr&uuml;her reduzierten) Berufsschutz und hat noch einen Anspruch auf eine <strong>Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunf&auml;higkeit<\/strong> in H&ouml;he einer halben Vollrente. Da der Zahlbetrag jedoch wahrscheinlich unter 800 &euro; liegen wird, kann er mit dem positiven Rentenbescheid zugleich einen <strong>Antrag auf Grundsicherung<\/strong> beim Sozialamt (s. u.) abgeben.<\/li>\n<li>Wenn er bei Antragstellung <strong>j&uuml;nger als 56 Jahre<\/strong> alt ist, hat er bei dem genannten beruflichen Leistungsverm&ouml;gen gar keinen Berufsschutz mehr, ist auf das Arbeitslosengeld I bzw. II angewiesen und muss jede Arbeit, die ihm vom Jobcenter angeboten wird, annehmen, auch wenn ein beruflicher Abstieg damit verbunden ist.<\/li>\n<li>Vor 2001 h&auml;tte D. B. unabh&auml;ngig vom Lebensalter Anspruch auf eine <strong>Berufsunf&auml;higkeitsrente in H&ouml;he von 2\/3 seiner Vollente<\/strong> gehabt, wenn er seinen erlernten Beruf aus Krankheitsgr&uuml;nden nicht mehr aus&uuml;ben kann und eine Verweisung auf eine andere zumutbare T&auml;tigkeit nicht mehr in Betracht kommt.<\/li>\n<li>Eine <strong>volle oder teilweise Erwerbsminderungsrente<\/strong> kann D. B. seit 2001 nur dann beanspruchen, wenn seine berufliche Leistungsf&auml;higkeit aus Krankheitsgr&uuml;nden soweit abgesunken ist, dass auch leichte Arbeiten nur noch weniger als 6 Std. t&auml;glich zugemutet werden k&ouml;nnen. Unter leichter Arbeit versteht man z. B. eine vorwiegend sitzende T&auml;tigkeit als Verpacker von Waren. In allen anderen F&auml;llen wird er auf Hartz IV verwiesen.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Altersrenten<\/strong><\/p><p>Mit Erreichen der Altersgrenze kann D. B. die <strong>Regelaltersrente<\/strong> beantragen. Diese ist an zwei Voraussetzungen gebunden, an die Erf&uuml;llung der allgemeinen Wartezeit von 5 Jahren (Mindestversicherungszeit) und an die Vollendung des 65. Geburtstags plus x Monate (durch die schrittweise Anhebung der Altersgrenze ab 2012 auf 67 Jahre ab Jahrgang 1947 um jeweils 1 Monat pro Jahr). <\/p><p>Ein fr&uuml;herer Rentenbeginn mit 63 Jahren ohne Abschl&auml;ge bzw. mit 60 Jahren (unter bestimmten Umst&auml;nden mit Abschl&auml;gen bis 10,8 %) ist nur noch f&uuml;r <strong>Schwerbehinderte<\/strong> (Altersrente f&uuml;r Schwerbehinderte) m&ouml;glich und setzt eine entsprechende Anerkennung nach dem Schwerbehindertengesetz voraus. Die fr&uuml;here Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder Altersteilzeit ab dem 60. Lebensjahr ist inzwischen ausgelaufen.<\/p><p>2015 betrug in Deutschland die <strong>durchschnittliche monatliche Altersrente 842 &euro; netto<\/strong> (679 &euro; bei Frauen und 1006 &euro; bei M&auml;nnern- nach Abzug der Sozialversicherungsbeitr&auml;ge, vor Steuern). Die H&ouml;he der <strong>Standardrente<\/strong> (Eckrente) bei 45 Versicherungsjahren betrug <strong>1.187,55 &euro; netto<\/strong>.<\/p><p>Durch die erfolgte <strong>Absenkung des Rentenniveaus<\/strong> (1985 noch 57,5 %) auf mittlerweile <strong>48 %<\/strong> (2016) hat D. B. eine deutlich niedrigere Altersrente als fr&uuml;her zu erwarten. Durch die Einf&uuml;hrung des Riester-\/und Nachhaltigkeitsfaktors (sog. D&auml;mpfungsfaktoren) sind in den vergangenen Jahren schon <strong>deutliche Rentenk&uuml;rzungen<\/strong> erfolgt, die noch zunehmen werden, wenn das Rentenniveau, wie geplant, bis <strong>2030 auf 43 %<\/strong> des letzten Nettoverdienstes weiter abgesenkt wird. Von 2000 bis 2016 ist das Rentenniveau real um 10 % abgesenkt worden und soll bis 2030 um weitere 15 % gek&uuml;rzt werden (7, 8).<\/p><p>Die Rentenk&uuml;rzungen sollen angeblich durch eine <strong>private kapitalgedeckte Zusatzrente<\/strong>, die sogenannte &bdquo;<strong>Riester-Rente<\/strong>&ldquo;, ausgeglichen werden, was aber trotz der staatlichen Zusch&uuml;sse nicht funktionieren kann (9). Nur ein Teil der Rentenversicherten haben einen Riester-Vertrag abgeschlossen, wobei vor allem diejenigen, die sehr wenig verdienen und eine besonders niedrige Rente zu erwarten haben, gar nicht &bdquo;riestern&ldquo; k&ouml;nnen.<\/p><p>Nicht in allen europ&auml;ischen L&auml;ndern ist das Rentenniveau so niedrig wie in Deutschland. So erhielt 2013 beispielsweise in <strong>&Ouml;sterreich<\/strong> ein Neurentner nach 35 Jahren Beitragszahlungen eine Durchschnittsrente (brutto) von 1580 &euro; (in Deutschland von 1050 &euro;) in 14 monatlichen Auszahlungen, d. h. er erhielt ca. <strong>75 % mehr<\/strong> bzw. ca. <strong>90 % des Nettoverdienstes<\/strong>. Die <strong>Mindestrente<\/strong> betrug in &Ouml;sterreich 12.000 &euro; pro Jahr (10, 11).<\/p><p>Der Vergleich zwischen den Altersversorgungssystemen in Deutschland und &Ouml;sterreich f&uuml;hrt zu eindeutigen Ergebnissen: Das <strong>Rentenniveau in &Ouml;sterreich<\/strong> ist deutlich <strong>h&ouml;her<\/strong> (um 70 bis 100 %), das Rentensystem ist deutlich <strong>gerechter<\/strong> (ein System f&uuml;r alle), deutlich <strong>armutsfester<\/strong> (Mindestrente) und die Renten sind deutlich <strong>zukunftssicherer<\/strong> (reine Umlage-Rente).<\/p><p><strong>Grundsicherung im Alter<\/strong><\/p><p>Falls die Altersrente von D. B. so niedrig ausf&auml;llt, dass sie den <strong>Grundsicherungsbetrag<\/strong> (2016: 785 &euro;) unterschreitet, kann er Grundsicherung im Alter beantragen, die von der H&ouml;he mit der Sozialhilfe vergleichbar ist.<\/p><p>In Deutschland gibt es ca. <strong>1 Mio. Alte und Erwerbsgeminderte<\/strong>, die auf das Sozialamt angewiesen sind. Dass derzeit nur 3 % der Rentner Grundsicherung im Alter (hohe Dunkelziffer!)  beziehen, l&auml;sst keine R&uuml;ckschl&uuml;sse auf zuk&uuml;nftige Entwicklungen zu. <strong>Jeder Zweite<\/strong> verdient heute so wenig (&lt; 2350 &euro; monatlich), dass er <strong>im Alter mit einer Rente unterhalb der Grundsicherung<\/strong> rechnen muss! Das war die frohe Weihnachtsbotschaft der &bdquo;Tagesschau&ldquo; vom 24.12.2016. Hat es darauf Proteste in der &Ouml;ffentlichkeit gegeben? (12)<\/p><p>Wenn 2030 mehr als die <strong>H&auml;lfte der Arbeitnehmer eine Rente unter dem Grundsicherungsniveau<\/strong> zu erwarten hat, ist dies ein unhaltbarer Sachverhalt, der zeigt, wie dringend der Handlungsbedarf ist, um armutsfeste Renten aus der Gesetzlichen Rentenversicherung zu erm&ouml;glichen. Was in &Ouml;sterreich erreicht worden ist, sollte auch in Deutschland zu schaffen sein, wenn es wirklich gewollt wird.<\/p><p><strong>Zusammenfassung und Alternativen<\/strong><\/p><p>Es wurden einige konkrete sozialpolitische Auswirkungen der &bdquo;Agenda-Reformen&ldquo; vorgestellt. Dazu geh&ouml;ren die K&uuml;rzung des Krankengeldes um 10 %, der erschwerte Zugang zu Erwerbsminderungsrenten und die K&uuml;rzung und Abschaffung der fr&uuml;heren Berufsunf&auml;higkeitsrente, die Verk&uuml;rzung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I, die Einf&uuml;hrung des Arbeitslosengeldes II und des Sozialgeldes, auch Hartz IV genannt, auf Sozialhilfeniveau mit Auflagen und Sanktionsdruck auf Arbeitslose in Jobcentern, die Abschaffung der vorzeitigen Altersrente wegen Arbeitslosigkeit und Altersteilzeit, die Senkung des Niveaus der Altersrenten, bisher um 10 % und in der Perspektive bis 2030 um weitere 15 %, mit einer zu erwartenden drastischen Zunahme der Altersarmut.<\/p><p>Ziel dieses sozialpolitischen Kahlschlags war, wie Gerhard Schr&ouml;der 2005 in Davos mit Stolz verk&uuml;ndet hat, der <strong>Ausbau des Niedrig-Lohn-Sektors<\/strong> mit der Einf&uuml;hrung der Mini- und Midijobs und der Ausweitung der befristeten Arbeitsvertr&auml;ge, der Zeitarbeit und der Leiharbeit.<\/p><p>Bei den &bdquo;Agenda-Reformen&ldquo; handelt es sich um den <strong>gr&ouml;&szlig;ten Sozialabbau<\/strong> seit 1945. Dieser hat die Reichen in Deutschland noch reicher und zugleich diejenigen in der  unteren H&auml;lfte der Einkommensskala noch &auml;rmer gemacht und f&uuml;hrt bei weiten Teilen der Mittelschicht zu <strong>Abstiegs&auml;ngsten<\/strong>.<\/p><p>Auch ein &bdquo;Daniel Blake&ldquo; in Deutschland geh&ouml;rt zu den davon Betroffenen. Deshalb wird es auch ihm in Deutschland wahrscheinlich heute schlechter gehen als noch vor 20 Jahren. Auch k&ouml;nnte er leicht in eine vergleichbare menschenunw&uuml;rdige Lebenssituation hineingelangen, wie das in dem Film &bdquo;Ich, Daniel Blake&ldquo; eindrucksvoll gezeigt wird.<\/p><p><strong>Gibt es Alternativen?<\/strong> Grunds&auml;tzlich ja, denn die genannten sozialpolitischen &bdquo;Reformen&ldquo; sind nicht Ausdruck von Naturgesetzen, obwohl sie von der herrschenden Politik und den Mainstream-Medien immer als alternativlos dargestellt werden. Sie sind vielmehr Ausdruck einer interessengeleiteten Politik der Herrschenden, die im Prinzip zu ver&auml;ndern ist.<\/p><p>Auf einer fortschrittlichen Agenda m&uuml;sste erstens die <strong>Wiederherstellung aller oben angegebenen fr&uuml;heren sozialstaatlichen Regelungen<\/strong> stehen. Es ist klar, dass eine Politik f&uuml;r &bdquo;Mehr Gerechtigkeit&ldquo; nicht bei der Forderung nach einer Verl&auml;ngerung der Bezugsdauer des Arbeitslosengelds I stehen bleiben darf. Sondern sie m&uuml;sste in ihrer Agenda auch die Aufstockung des Krankengelds, einen leichteren Zugang zur Erwerbsminderungsrente und die Wiedereinf&uuml;hrung der Berufsunf&auml;higkeitsrente, wie sie vor 2001 bestanden hat, eine deutliche Erh&ouml;hung des Arbeitslosengelds II bei Abschaffung der Auflagen und Sanktionen, eine deutliche Aufstockung des Niveaus der Altersrenten, die Einf&uuml;hrung einer ausk&ouml;mmlichen Mindestrente, die Abschaffung der privaten Riesterrente und eine deutliche Erh&ouml;hung der Grundsicherung im Alter aufnehmen, um nur die wichtigsten Punkte zu nennen, die nicht oft genug wiederholt werden k&ouml;nnen. <\/p><p>Um unser sozialen Sicherungssystems auch zuk&uuml;nftig sicher zu machen, w&auml;re zweitens dessen <strong>Weiterentwicklung<\/strong> in Angriff zu nehmen, z. B. durch die Einf&uuml;hrung einer <strong>einheitlichen solidarischen B&uuml;rgerversicherung<\/strong> bzw. <strong>Erwerbst&auml;tigenversicherung<\/strong>, die die Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung umfasst und in die alle Erwerbst&auml;tigen ihre Beitr&auml;ge auf alle erzielten Einkommensarten einzahlen m&uuml;ssen. Daf&uuml;r gibt es von Fachleuten ausgearbeitete &uuml;berzeugende Konzepte und heute schon eine sichere Mehrheit in unserer Gesellschaft (1).<\/p><p>Aber die in unserem Land Herrschenden sind da ganz anderer Meinung: Es gibt angeblich keine Alternativen zur neoliberalen Politik. Und: Sie haben die <strong>Meinungsf&uuml;hrerschaft<\/strong> in den Mainstream-Medien (ARD, ZDF, Printmedien), den Lokalzeitungen und dementsprechend auch an den meisten Stammtischen.<\/p><p>Alternativen im Sinne einer gerechten und solidarischen Gesellschaft werden deshalb meines Erachtens nur zu erreichen sein, wenn es gelingt, eine starke <strong>Gegen&ouml;ffentlichkeit<\/strong> aufzubauen. Meine Hoffnung ist, dass dabei die neuen Medien im Netz eine wichtige Rolle &uuml;bernehmen werden. Hinweisen m&ouml;chte ich deshalb besonders auf die <strong>NachDenkSeiten<\/strong>, eine t&auml;glich erscheinende kritische Website, in der man sich &uuml;ber gesellschafts- und sozialpolitische Themen sachkundig informieren kann. Dort findet man auch eine kritische Auseinandersetzung mit den Bef&uuml;rwortern des Sozialabbaus, die dessen Notwendigkeit vor allem mit der <strong>demographischen Entwicklung<\/strong> begr&uuml;nden, wobei gegenteilige Auswirkungen aufgrund der <strong>zunehmenden Produktivit&auml;t der Arbeit<\/strong> meist unter den Tisch gekehrt werden. <\/p><p>Angesichts der geschilderten negativen sozialpolitischen Entwicklungen der letzten 20 Jahre stellt sich die eingangs gestellte Frage, in welcher Gesellschaft wir leben, noch einmal konkret. Wenn Demokratie &bdquo;Volksherrschaft&ldquo; bedeutet: Wie ist es dann m&ouml;glich, dass die Interessen der Mehrheit keinerlei Ber&uuml;cksichtigung finden? Leben wir in Deutschland tats&auml;chlich (noch) in einer Demokratie oder (schon) in einer Oligarchie, in der allein die Reichen ihre Interessen durchsetzen k&ouml;nnen, wie das in den USA heute f&uuml;r alle offensichtlich ist? Welche Auswirkungen hat diese Entwicklung f&uuml;r den gesellschaftlichen Zusammenhalt bei uns?                                                            <\/p><p>Neue und f&uuml;r mich erhellende Antworten auf diese Fragen finden sich in den Vortr&auml;gen des Kieler Psychologen und Kognitionsforschers Rainer Mausfeld, die auf YouTube eingestellt sind und inzwischen viele hunderttausend Mal aufgerufen  worden sind. Besonders hervorheben m&ouml;chte ich seinen letzten Vortrag mit dem Titel: &bdquo;Wie werden Meinung und Demokratie gesteuert?&ldquo;, den er am 1. Mai 2017 in M&uuml;nchen gehalten hat (13).              <\/p><p><em>Dieser Artikel ist eine leicht gek&uuml;rzte Fassung einer Ver&ouml;ffentlichung, die am 13.6.2017 im Blog &bdquo;Maskenfall&ldquo; unter dem obigen Titel erschienen ist und weitere aktuelle Links zu diesem Thema enth&auml;lt.<\/em><\/p><p><a href=\"#note_0\" name=\"foot_0\"><\/a><strong>Autor<\/strong>: <strong>Klaus-Dieter Kolenda<\/strong>, Jahrgang 1941, Prof. Dr. med., Facharzt f&uuml;r Innere Medizin und Facharzt f&uuml;r Physikalische und Rehabilitative Medizin, war von 1985 bis 2006 Chefarzt einer Rehabilitationsklinik und ist seit &uuml;ber 40 Jahren als medizinischer Gutachter bei den Sozialgerichten in Schleswig-Holstein t&auml;tig. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Artikel und eine Reihe von Fach- und Sachb&uuml;cher &uuml;ber die Pr&auml;vention chronischer Krankheiten verfasst. Zuletzt hat er auch sozialmedizinische und gesundheitspolitische Beitr&auml;ge im Blog &bdquo;Maskenfall&ldquo; ver&ouml;ffentlicht. (Prof. Dr. med. Klaus-Dieter Kolenda \/ E-Mail: <a href=\"mailto:klaus-dieter.kolenda@gmx.de\">klaus-dieter.kolenda(at)gmx.de<\/a>)<\/p><ol>\n<li>Schneider U. Kein Wohlstand f&uuml;r alle!? Wie sich Deutschland selber zerlegt und was wir dagegen tun k&ouml;nnen. Westend Verlag, Frankfurt\/Main 2017<\/li>\n<li>Berger J. Wem geh&ouml;rt Deutschland? Die wahren Machthaber und das M&auml;rchen vom Volksverm&ouml;gen. Westend Verlag, Frankfurt\/Main 2014<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.maskenfall.de\/?p=11891#more-11891\">Maskenfall &ndash; Daniel Blake in Deutschland &ndash; drei erfahrungsreiche Perspektiven auf den Sozialstaat<\/a><\/li>\n<li>Kolenda KD. Erwerbsminderungsrenten. Sozialmedizinische Begutachtung der beruflichen Leistungsf&auml;higkeit aus der Sicht eines Internisten. internistische praxis 57, 319-330 (2017)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.maskenfall.de\/?p=11404\">Maskenfall &ndash; Ungleichheit und Politik gegen Benachteiligte &ndash; der Mosaikstein &bdquo;Erwerbsminderungsrente&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=29270\">NachDenkSeiten &ndash; &ldquo;Riester beging Verfassungsbruch&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/rentenpolitikwatch.de\/\">RentenpolitikWatch.de<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.maskenfall.de\/?p=11913#more-11913\">Maskenfall &ndash; Daniel Blake in Deutschland II &ndash; wie die Perspektive auf Altersrente zur Perspektive auf Altersarmut wurde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.seniorenaufstand.de\/\">Seniorenaufstand.de<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.seniorenaufstand.de\/in-sachen-rente-steht-es-zwischen-oesterreich-deutschland-40\/\">Seniorenaufstand &ndash; In Sachen Rente steht es zwischen &Ouml;sterreich &ndash; Deutschland: 4:0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/ueberm-kesselrand\/328\/wo-die-rente-sicher-ist-4477.html?pk_campaign=KONTEXT-per-EMail&amp;pk_kwd=Ausgabe-328\">Kontextwochenzeitung &ndash; Wo die Rente sicher ist<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/rente-armut-101.html\">Tagesschau &ndash;  Gesetzliche Rente &ndash; Jeder Zweite im Alter von Armut bedroht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-hItt4cE0Pk\">acTVism Munich &ndash; Prof. Rainer Mausfeld: Wie werden Meinung und Demokratie gesteuert?<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine sozialpolitische Beleuchtung der neoliberalen &bdquo;Agenda-Reformen&ldquo; von <strong>Klaus-Dieter Kolenda<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39244#foot_0\" name=\"note_0\">*<\/a>].<br \/> &bdquo;Ich, Daniel Blake&ldquo; hei&szlig;t der Film von Ken Loach, der 2016 in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. Der wesentliche Inhalt ist kurz erz&auml;hlt. Daniel Blake ist ein Durchschnittsengl&auml;nder, ein Facharbeiter und gelernter Schreiner, der durch einen Herzinfarkt seine Arbeit verliert und deshalb<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39244\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[110,107,205,39,145,132],"tags":[635,1658,998,1592,2003,859,2078,2107,288,273,312,301,1912,1609,309,346,1674,307,411],"class_list":["post-39244","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-agenda-2010","category-audio-podcast","category-neoliberalismus-und-monetarismus","category-rente","category-sozialstaat","category-ungleichheit-armut-reichtum","tag-altersarmut","tag-buergerversicherung","tag-buerokratie","tag-deutsche-rentenversicherung","tag-erwerbsminderungsrente","tag-jobcenter","tag-mindestrente","tag-mindestsicherung","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-privatvorsorge","tag-reformpolitik","tag-rentenalter","tag-rentenniveau","tag-rentenreform","tag-repressionen","tag-riester-walter","tag-riesterfaktor","tag-sanktionen","tag-schroeder-gerhard"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39244","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=39244"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39244\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":50578,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39244\/revisions\/50578"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=39244"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=39244"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=39244"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}