{"id":39259,"date":"2017-07-20T08:43:25","date_gmt":"2017-07-20T06:43:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39259"},"modified":"2017-07-20T08:43:25","modified_gmt":"2017-07-20T06:43:25","slug":"hinweise-des-tages-2919","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39259","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39259#h01\">H&ouml;ren wir auf, der Arbeit hinterher zu rennen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39259#h02\">Spannungen auf dem Ausbildungsmarkt nehmen zu<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39259#h03\">&raquo;Pflege-Mindestlohn ist doppelt zynisch&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39259#h04\">Steuerzahler: Die Tea Party l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39259#h05\">Eine schallende Ohrfeige f&uuml;r die Europ&auml;ische Kommission<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39259#h06\">EU bricht Versprechen bei Wasser-Privatisierung (II)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39259#h07\">Der Staatstrojaner &ndash; und was man verfassungsrechtlich dagegen tun kann<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39259#h08\">Deutsche Luftkampfdrohne startet zum Erstflug<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39259#h09\">&raquo;Konzernvorstand hat Schuld auf sich geladen&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39259#h10\">CNN macht Werbung f&uuml;r die Laserwaffe der Navy im Persischen Golf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39259#h11\">S&uuml;dkorea: Kampf um die Demokratie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39259#h12\">Uruguay hat Vorbildcharakter bei Cannabisregulierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39259#h13\">A despot in disguise: one man&rsquo;s mission to rip up democracy<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39259#h14\">W&auml;hleranalyse des DIW: AfD wildert bei SPD-W&auml;hlern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39259#h15\">Das Letzte: Schickt Kriegsschiffe!<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>H&ouml;ren wir auf, der Arbeit hinterher zu rennen<\/strong><br>\nArbeit f&uuml;r alle zu schaffen, ist ein wichtiges Ziel. Das schaffen wir aber nur, wenn wir die Rahmenbedingungen f&uuml;r die unbezahlte Arbeit verbessern, statt immer blo&szlig; der bezahlten hinterher zu rennen.<br>\nDie Arbeit geht uns nicht aus, aber zumindest die bezahlte Arbeit macht sich rar. Mit der Folge, dass der Sesseltanz um die Arbeit schon bald mehr Ressourcen verschlingt als die (produktive) Arbeit selbst. Ein Beispiel: Wie die Neue Z&uuml;richer Zeitung berichtet, haben sich neulich in Italien 85.000 Bewerber um 30 Stellen bei der Banca d&rsquo;Italia beworben. Davon wurden die 8.140 mit den besten Curricula (mindestens Uni-Abschluss) zu einer schriftlichen Pr&uuml;fung (Concorso) eingeladen, auf die sie sich im Schnitt 5 Monate lange vorbereitet haben. Nach derselben Quelle sollen sich 8.063 Interessenten f&uuml;r 10 Pflegerstellen in einer Maill&auml;nder Poliklinik beworben haben.<br>\nIn Italien sind 36% der Jugendlichen ohne bezahlte Arbeit, aber fast rund um die Uhr damit besch&auml;ftigt, Bewerbungen zu schreiben, sich f&uuml;r alle m&ouml;glichen Eventualit&auml;ten weiter zu bilden und immer wieder mal zu einem Concorso zu reisen. [&hellip;] Unter dem Strich kommt man schnell mal pro bezahlte Arbeitsstunde auf eine Stunde unbezahlter Vorbereitung.<br>\nDas ist grotesk, aber das ist noch nicht alles. Denn dazu kommen noch die psychologischen Kosten. Ein Dossier auf einem Stapel von zehntausenden zu sein, ist hart. Auf engstem Raum neben tausenden Mitbewerbern zu sitzen und knifflige Frage zu l&ouml;sen, braucht Nerven. Zum zweiten, dritten oder siebten Mal abgelehnt zu werden, kann auch bei robusten Naturen zum Stoff von Albtr&auml;umen werden. Wenn das so weiter geht, geht eine ganze Generation vor die Hunde. Es muss dringend etwas geschehen. [&hellip;]<br>\nUm diesen Trend zu brechen, m&uuml;ssten wir uns erst einmal darauf einigen, dass eine bezahlte Arbeit nur zumutbar ist, wenn sie soziale Teilhabe erm&ouml;glicht. Arbeit auf Abruf, oder ein Mindestlohn von 8,86 Euro erf&uuml;llen diese Bedingung ebenso wenig wie ein Arbeitsweg von mehr als 2 Stunden t&auml;glich. Wir haben uns daran gew&ouml;hnt, dass man der Arbeit hinterherrennen muss. Jobs m&uuml;sse man dort suchen, wo es sie gibt. Da k&ouml;nne man nicht einfach nur rumsitzen. Klingt logisch. Aber ebenso logisch ist, dass Arbeit immer dort ist, wo die Menschen sind, wo sie Bed&uuml;rfnisse haben, die befriedigt werden m&uuml;ssen. Schlie&szlig;lich arbeiten wir nicht f&uuml;r den Mond, sondern f&uuml;r uns. [&hellip;]<br>\nDie Menschen hinter der Arbeit herrennen zu lassen, ist also keine kluge Strategie. Damit kann man im besten Fall den Nachbarn ein wenig bezahlte Arbeit abluchsen, doch insgesamt nimmt damit sowohl die bezahlte als auch vor allem die unbezahlte Arbeit ab. Stattdessen muss man die Arbeit wieder zu den Menschen bringen. Ein wichtiges Mittel dazu ist die Siedlungspolitik. Jung und Alt, Wohnen und Arbeiten (zumindest gewerbliche Arbeit) m&uuml;ssen wieder n&auml;her zusammenr&uuml;cken. Es braucht mehr Spielpl&auml;tze, Schreberg&auml;rten und Gemeinschaftsr&auml;ume, nicht nur f&uuml;r kulturelle und kulinarische Anl&auml;sse, sondern etwa auch f&uuml;r Werkst&auml;tten. Dann organisiert sich die Arbeit schon fast von alleine. (&hellip;)<br>\nDiese Probleme sind nicht trivial. Finanzielle Entsch&auml;digungen f&uuml;r sozial notwendige (bisher unbezahlte) Arbeit kann Teil der L&ouml;sung sein. Doch zun&auml;chst einmal geht es darum, die bezahlte Arbeit nicht mehr isoliert zu betrachten, sondern die ganze Arbeit und nicht nur die Arbeitskraft, also den ganzen Menschen zu sehen. Die &Ouml;konomen und Wirtschaftspolitiker m&uuml;ssen da noch ein bisschen dazu lernen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2017\/07\/hoeren-wir-auf-der-arbeit-hinterher-zu-rennen\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Spannungen auf dem Ausbildungsmarkt nehmen zu<\/strong><br>\n&ldquo;Die Spannungen auf dem Ausbildungsmarkt nehmen zu&rdquo;, sagt DGB-Vize Elke Hannack. &ldquo;Erstmals haben mehr Jugendliche mit Studienberechtigung als Hauptsch&uuml;ler einen Ausbildungsplatz. Jugendliche mit einem niedrigeren Schulabschluss sind von vielen Angeboten oft von vorneherein ausgeschlossen, ihnen droht ein Leben in Arbeitslosigkeit oder prek&auml;rer Besch&auml;ftigung.&rdquo;<br>\n&ldquo;1,22 Millionen junge Menschen im Alter zwischen 20 und 29 Jahren haben heute keine abgeschlossene Ausbildung. Das sind knapp 13 Prozent dieser Altersgruppe. Unter dem Strich verlieren wir pro Jahr mehr als 120.000 Jugendliche auf dem Weg von der Schule in die Ausbildung&rdquo;, warnt Hannack. &ldquo;Wer Vollbesch&auml;ftigung erreichen will, muss das &auml;ndern. Wir brauchen deshalb eine Ausbildungsgarantie, die allen Jugendlichen die Perspektive auf einen Berufsabschluss er&ouml;ffnet.&rdquo;<br>\n&ldquo;Mehr noch: Die Zahl der Jugendlichen in den Warteschleifen von der Schule in die Ausbildung nimmt wieder zu. Insgesamt 300.000 Jugendliche stecken in dem Ma&szlig;nahmendschungel des &Uuml;bergangsystems fest&rdquo;, so Hannack weiter. &ldquo;Fast die H&auml;lfte von ihnen verf&uuml;gt &uuml;ber einen Hauptschulabschluss, ein Viertel sogar &uuml;ber einen mittleren Schulabschluss. Auch sie brauchen in naher Zukunft einen Ausbildungsplatz. Es kann aber auch nicht zufrieden stellen, wenn nach amtlichen Statistiken noch rund 43.000 Ausbildungspl&auml;tze offen bleiben. Dies ist vor allem bei Hotels und Gastronomie sowie im Lebensmittelhandwerk der Fall &ndash; in jenen Branchen, in denen es hohe Abbruchquoten gibt. Diese Branchen m&uuml;ssen dringend in die Ausbildungsqualit&auml;t investieren.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++9054f9aa-6c62-11e7-a5de-525400e5a74a\">DGB<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Leider gibt der Mainstream regelm&auml;&szlig;ig nur das <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/lebenundlernen\/uni\/dihk-jeder-dritte-ausbildungsplatz-bleibt-unbesetzt-a-1158538.html\">Gejammer der Arbeitgeber<\/a> wieder, die fortw&auml;hrend einen Nachwuchsmangel beklagen. Dabei w&auml;re auch hier eine Debatte zur amtlichen Statistik n&ouml;tig, in der viele Jugendliche ohne Ausbildungsplatz gar nicht auftauchen, weil sie etwa f&uuml;r ausbildungsunreif erkl&auml;rt und in ein sog. &Uuml;bergangssystem <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2017\/03\/PD17_087_212.html\">verschoben werden<\/a>. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>&raquo;Pflege-Mindestlohn ist doppelt zynisch&laquo;<\/strong><br>\nDie Bundesregierung plant, bis Anfang 2020 Mindestl&ouml;hne in der Pflegebranche schrittweise auf 11,35 Euro pro Stunde in Westdeutschland und 10,85 Euro in Ostdeutschland zu erh&ouml;hen. Derzeit betr&auml;gt der Mindestlohn-Satz f&uuml;r Pflegekr&auml;fte demnach 10,20 Euro in Westdeutschland und 9,50 Euro im Osten. Zum 1. Januar 2018 soll er auf 10,55 Euro im Westen beziehungsweise 10,05 Euro im Osten steigen. Von dem Mindestlohn sind gut 908.000 Besch&auml;ftigte in Pflege betroffen.<br>\n&ldquo;Der Pflege-Mindestlohn ist doppelt zynisch&rdquo;, kommentiert Dietmar Bartsch das Vorhaben der Bundesregierung: &ldquo;Ein Mindestlohn unter 12 Euro ist bereits heute ein Armutslohn, erst recht in drei Jahren. Inakzeptabel: 30 Jahre nach der Wiedervereinigung behandelt die Bundesregierung Pflegerinnen und Pfleger in Ostdeutschland weiter als Pfleger zweiter Klasse. Sie versagt hier auf ganzer Linie. Mit Almosen, wie die Bundesregierung sie vor der Wahl anpreist, l&auml;sst sich der Pflegenotstand in Deutschland nicht abwehren. DIE LINKE hat ein Konzept vorgelegt f&uuml;r eine Solidarische Pflegeversicherung, durch die pro Jahr 12 Milliarden Euro mehr f&uuml;r gute Pflege und 30000 gut bezahlte Pflegekr&auml;fte sofort zur Verf&uuml;gung st&uuml;nden.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/themen\/nachrichten\/detail\/pflege-mindestlohn-ist-doppelt-zynisch\/\">Linksfraktion<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Steuerzahler: Die Tea Party l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en<\/strong><br>\nWie jedes Jahr ruft der Bund der Steuerzahler auch jetzt seinen Gedenktag aus. Die Berechnung allerdings ist falsch und nichts anderes als vulg&auml;r&ouml;konomischer Populismus.<br>\nHeute ist Steuerzahlergedenktag. Das behauptet zumindest der Bund der Steuerzahler. Bis zum heutigen Tag haben demnach die Deutschen im Durchschnitt gearbeitet, um ihre Steuern und Sozialabgaben zu zahlen. Die Botschaft, die der Steuerzahlerbund damit vermitteln will: Die Steuern und Abgaben sind viel zu hoch, der gierige Staat nimmt den rechtschaffenen B&uuml;rgern das hart erarbeitete Geld weg und verschwendet es.<br>\nNur hat das mit der realen Situation in Deutschland wenig zu tun. Das Konzept des Steuerzahlergedenktags ist verkorkst und geht in weiten Teilen von falschen Annahmen aus. Kurz gesagt: Es handelt sich um Vulg&auml;r&ouml;konomie und libert&auml;ren Populismus &ndash; die Tea Party l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2017-07\/steuerzahler-gedenktag-deutschland-arbeit-abgaben\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> &ldquo;Vulg&auml;r&ouml;konomischer Populismus&rdquo; treffender kann man es nicht beschreiben. Das gilt auch f&uuml;r den Namen &ldquo;Bund der Steuerzahler&rdquo;. Dieser neoliberale Lobbyverein vertritt mit Nichten die Interessen aller Steuerzahler.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Ein &ldquo;Gedenktag&rdquo; f&uuml;r den gebeutelten Steuerzahler? An sich unsinnig und dann auch noch kalendarisch aufgeblasen<\/strong><br>\nUnd noch eine Anmerkung zum skandalisierenden und effektheischende Get&ouml;se, dass die Belastungsquote &ldquo;so hoch wie noch nie&rdquo; sei. Ein Blick auf die Abgabenquoten seit 1960 relativiert das doch ganz erheblich. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170720-hwt-01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170720-hwt-01-small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Was aber auch diese Gesamtdarstellung verwischt sind die erheblichen Streuungen, die wir auf der Ebene der einzelnen Haushalte und deren Belastungsprofile haben. Und da w&auml;re ein genauerer Blick auf die Verschiebungen zwischen einzelnen Belastungsarten im komplexen System der Steuern und Sozialabgaben und deren Verteilungswirkungen relevant und &uuml;brigens weitaus aufschlussreicher als die Konstruktion eines imagin&auml;ren deutschen Abgabenbelasteten, den es so gar nicht geben kann. Wenn man da genauer hinschaut, dann zeigen sich erhebliche Verwerfungen, die auch sozialpolitisch brisant sind. [&hellip;]<br>\nBei genauerer Betrachtung ist das deutsche Steuersystem allerdings bei weitem nicht so progressiv, wie es zun&auml;chst scheint. Denn um die tats&auml;chliche Belastung der Haushalte zu messen, darf man nicht nur die direkten Steuern wie etwa die Einkommenssteuer betrachten, sondern muss zus&auml;tzlich auch die sogenannten indirekten Steuern ber&uuml;cksichtigen, zu denen beispielsweise die Mehrwert-, die Kfz- oder die Tabaksteuer geh&ouml;ren. Diese indirekten Steuern machen knapp die H&auml;lfte des gesamten Steueraufkommens in Deutschland aus.<br>\nUnd es gibt noch einen weiteren Faktor, der bei der Ermittlung der Gesamtbelastung ber&uuml;cksichtigt werden muss: die Sozialbeitr&auml;ge. Man kann zeigen, dass in den unteren Einkommensschichten die Verteilungswirkung von direkten und indirekten Steuern sogar regressiv ist. Dass das deutsche Steuersystem &uuml;berhaupt etwas Progressives hat, ist den Sozialbeitr&auml;gen geschuldet: Die Abgaben f&uuml;r die Gesundheitsversorgung, Rentenbeitr&auml;ge etc. fallen in den mittleren Einkommensschichten proportional h&ouml;her aus als in den unteren und oberen Schichten der Einkommenspyramide.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de\/2017\/07\/aufgeblasener-steuerzahlergedenktag.html\">Aktuelle Sozialpolitik<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Eine schallende Ohrfeige f&uuml;r die Europ&auml;ische Kommission<\/strong><br>\nDas europ&auml;ische H&ouml;chstgericht hatte zu entscheiden, ob die deutschen Regelungen zur Aufsichtsratsmitbestimmung gegen das Verbot der Diskriminierung aus Gr&uuml;nden der Staatsangeh&ouml;rigkeit (in Art. 18 AEUV) und gegen das Verbot ungerechtfertigter Beschr&auml;nkungen der Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit (in Art. 45 AEUV) versto&szlig;en. Es liegt in der Natur der Sache, dass der deutsche Gesetzgeber Wahlen zu den Arbeitnehmerb&auml;nken der Aufsichtsr&auml;te nur im Inland anordnen kann. In diese Konstellation interpretierte der Kl&auml;ger im deutschen Ausgangsverfahren eine &bdquo;Beschr&auml;nkung durch Diskriminierung&ldquo; hinein: Das fehlende aktive und passive Wahlrecht diskriminiere die Auslandsbesch&auml;ftigten und hindere daher zudem am Arbeitsplatzwechsel in ein ausl&auml;ndisches Tochterunternehmen, weil hierdurch der Verlust des Wahlrechts drohe.<br>\nW&auml;re der EuGH dieser Argumentation gefolgt, h&auml;tte das auf die Entfernung der Arbeitnehmervertreter aus den Aufsichtsr&auml;ten hinauslaufen k&ouml;nnen. Der eigentliche Skandal war bei alledem nicht, dass sich ein Mitbestimmungsgegner fand, der als Kl&auml;ger im Ausgangsverfahren fungierte &ndash; Feinde der Arbeitnehmermitbestimmung gibt es zuhauf. Der Skandal war auch nicht, dass sich mit dem Berliner Kammergericht ein Gericht fand, das den Fall dem EuGH vorlegte, auch wenn man hier&uuml;ber nur traurig den Kopf sch&uuml;tteln kann. Und auch war der Skandal nicht, dass der EuGH die Vorlagefrage annahm und sich mit dem Fall besch&auml;ftigte. Der EuGH muss auf die Fragen vorlegender Gerichte antworten. Nein, der Skandal war das Verhalten der Kommission.<br>\nZun&auml;chst hatte die Kommission dem Kl&auml;ger in ihrer schriftlichen Eingabe an den EuGH ausnahmslos Recht gegeben: Die deutsche Mitbestimmung wirke als ungerechtfertigte Beschr&auml;nkung der Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit und sei daher europarechtswidrig (hier ein Kommentar dazu). In der m&uuml;ndlichen Verhandlung hatte die Kommission ihre Rechtsauffassung dann korrigiert. Um diese Korrektur stimmig einordnen zu k&ouml;nnen, muss man verstehen, dass das Europarecht in solchen F&auml;llen in zwei Schritten vorgeht. In einem ersten Schritt wird gefragt, ob eine Beschr&auml;nkung einer Grundfreiheit vorliegt. Ist das der Fall, folgt in einem zweiten Schritt ein Rechtfertigungstest: Verfolgt die Beschr&auml;nkung ein zwingendes Anliegen des Allgemeininteresses, wird sie diskriminierungsfrei angewendet, erreicht sie tats&auml;chlich das verfolgte Ziel und geht sie &uuml;ber das hierf&uuml;r notwendige Ma&szlig; nicht hinaus, dann ist die Beschr&auml;nkung gerechtfertigt und also mit dem Europarecht vereinbar. In der m&uuml;ndlichen Verhandlung stellte sich die Kommission auf den Standpunkt, die deutsche Mitbestimmung beschr&auml;nke sehr wohl die Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit, sei aber &uuml;ber zwingende Gr&uuml;nde des Allgemeininteresses zu rechtfertigen. (&hellip;)<br>\nNun liegt das Urteil des EuGH vor, das sich nur als schallende Ohrfeige f&uuml;r die Kommission bezeichnen l&auml;sst (EuGH-Urteil &bdquo;Erzberger gegen TUI&ldquo;, C&#8209;566\/15 vom 18. Juli 2017, hier). Der EuGH folgt darin vollumf&auml;nglich den Schlussantr&auml;gen des Generalanwalts (die Schlussantr&auml;ge findet sich hier).<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2017\/07\/eine-schallende-ohrfeige-fuer-die-europaeische-kommission\/\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>EU bricht Versprechen bei Wasser-Privatisierung (II)<\/strong><br>\nDamals hatte die Initiative &bdquo;Right to Water&ldquo; die EU mit fast zwei Millionen Unterschriften unter Druck gesetzt. Daraufhin zog die Kommission die so genannte Konzessions-Richtline teilweise zur&uuml;ck. Doch das &ldquo;Recht auf Wasser&rdquo; gilt immer noch nicht &ndash; jedenfalls nicht unter dem Regime der Gl&auml;ubiger. Nun soll die griechische Regierung Wasserwerke in Athen und in Thessaloniki privatisieren. Die Kritiker f&uuml;rchten, dass in Griechenland ein Pr&auml;zedenzfall geschaffen werden soll, um privaten Konzernen doch noch Zugang zum Wassermarkt zu verschaffen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/lostineu.eu\/eu-bricht-versprechen-bei-wasser-privatisierung-ii\/\">Lost in Europe<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Der Staatstrojaner &ndash; und was man verfassungsrechtlich dagegen tun kann<\/strong><br>\nAm 22.06.2017 hat der Bundestag einem Gesetzesentwurf zur effektiveren und praxistauglicheren Ausgestaltung des Strafverfahrens zugestimmt. Die Strafprozessordnung erm&auml;chtigt fortan ausdr&uuml;cklich zu Online-Durchsuchungen und Quellen-Telekommunikations&uuml;berwachungen (TK&Uuml;). Trotz verfassungsrechtlicher Bedenken der Opposition sowie der grundrechtlichen Eingriffsintensit&auml;t dieser Ma&szlig;nahmen d&uuml;rfte es noch einige Zeit dauern, bis die Regelungen auf den verfassungsgerichtlichen Pr&uuml;fstand kommen. Mit einem abstrakten Normenkontrollverfahren ist (derzeit) n&auml;mlich nicht zu rechnen, und an der Zul&auml;ssigkeit einer Individualverfassungsbeschwerde unmittelbar gegen das Gesetz bestehen ebenso Zweifel. Eine verfassungsgerichtliche Kontrolle des Gesetzes ist deshalb wohl nur &uuml;ber die Fachgerichte denkbar, entweder weil ein Fachgericht die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Erm&auml;chtigungsgrundlagen selbst in Frage stellt und ein Vorlageverfahren gem. Art. 100 I GG bzw. &sect; 13 Nr. 11 BVerfGG anstrebt oder aber in Form einer Urteilsverfassungsbeschwerde. Der Einsatz des sogenannten Staatstrojaners in k&uuml;nftigen Strafverfahren ist deshalb erst einmal &bdquo;beschlossene Sache&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/verfassungsblog.de\/der-staatstrojaner-und-was-man-verfassungsrechtlich-dagegen-tun-kann\/\">Verfassungsblog<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Deutsche Luftkampfdrohne startet zum Erstflug<\/strong><br>\nDer R&uuml;stungskonzern Airbus entwickelt eine intelligente Kampfdrohne. Ein &ldquo;Missionscomputer&rdquo; der Bundeswehr soll den Flug automatisieren<br>\nDer europ&auml;ische R&uuml;stungskonzern Airbus hat seine Luftkampfdrohne &ldquo;Sagitta&rdquo; erstmals in die Luft bef&ouml;rdert. Dies berichtet das Deutsche Zentrum f&uuml;r Luft- und Raumfahrt (DLR) mit einiger Versp&auml;tung. Demnach startete das Flugger&auml;t vorvergangene Woche vom s&uuml;dafrikanischen Testgel&auml;nde Overberg und blieb rund sieben Minuten in der Luft. Die Drohne flog laut der Mitteilung vollst&auml;ndig autonom auf einem vorprogrammierten Kurs. Eigentlich sollte der Erstflug des Demonstrators bereits ab 2014 erfolgen.<br>\nDie &ldquo;Sagitta&rdquo; ist ein sogenannter Nurfl&uuml;gler (oder auch Starrfl&uuml;gler), sie &auml;hnelt einem Rochen. Die Nurfl&uuml;gel-Konstruktion soll den Konstrukteuren zufolge &uuml;ber bessere Flugeigenschaften verf&uuml;gen. Zwar ist die mit einem D&uuml;sentriebwerk angetriebene Drohne flugf&auml;hig, allerdings handelt es sich um einen verkleinerten Demonstrator. Das Flugmodell ist im Ma&szlig;stab 1:4 gefertigt, hat ein Startgewicht von 150 Kilogramm und misst etwa drei Quadratmeter. (&hellip;)<br>\nAirbus ist an weiteren Drohnenprojekten beteiligt (Wir.Drohnen.Deutschland). Unter anderem soll der Konzern als Hauptauftragnehmer f&uuml;r acht bewaffnete Bundeswehrdrohnen fungieren.<br>\nBislang ebenfalls nur als Demonstrator hat Airbus die Drohne &ldquo;Barracuda&rdquo; entwickelt, die als Flugmodell eine Spannweite von mehr als sieben Metern hat. Sie erreicht eine H&ouml;chstgeschwindigkeit von Mach 0,6 (741 km\/h). Erprobt wurden ein Kollisionsschutzsystem, die &ldquo;vernetzte Operationsf&uuml;hrung&rdquo; mit anderem Kriegsger&auml;t, die Integration in den zivil kontrollierten Luftraum sowie die Automatisierung des Fluges. Der &ldquo;Barracuda&rdquo; hat &uuml;ber 500 Bodentests und mindestens 13 Flugtests absolviert, in mindestens einem Fall st&uuml;rzte eine Drohne dabei ins Meer.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Deutsche-Luftkampfdrohne-startet-zum-Erstflug-3776508.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>&raquo;Konzernvorstand hat Schuld auf sich geladen&laquo;<\/strong><br>\nFriedensaktivisten wollen vor und in der Aktion&auml;rsversammlung von Heckler &amp; Koch protestieren. Ein Gespr&auml;ch mit J&uuml;rgen Gr&auml;sslin<br>\nSie und das Umfeld des R&uuml;stungsinformationsb&uuml;ros, RIB, haben insgesamt neun Aktien des Waffenherstellers Heckler &amp; Koch erworben. War es leicht, an die Anteile zu gelangen?<br>\nNein. Die Aktien von H&amp;K werden an der Euronext-B&ouml;rse in Paris gehandelt. Urspr&uuml;nglich wurden dort lediglich 5.000 der 21 Millionen Aktien zum Kauf angeboten. Das hei&szlig;t, nur dann wenn von diesen 5.000 gerade einige angeboten werden, ist es m&ouml;glich, auf dem freien Markt Anteilscheine zu kaufen. Daf&uuml;r bleibt dann meist wenig Zeit.<br>\nWie wollen Sie diese Aktien nun nutzen?<br>\nWir wollen als Friedensaktivisten bei der H&amp;K-Hauptversammlung am 15. August pr&auml;sent sein. Wie im letzten Jahr treffen sich die Aktion&auml;re in Sulz-Glatt, diesmal im Hotel Z&uuml;fle. Doch 2016 blieben die R&uuml;stungsaktion&auml;re in vergleichsweise kleiner Runde unter sich. Die Hinterzimmerpolitik des gr&ouml;&szlig;ten deutschen Kleinwaffenexporteurs muss aber ins Licht der &Ouml;ffentlichkeit ger&uuml;ckt werden.<br>\nNach deutschem Recht d&uuml;rfen Aktion&auml;re &ndash; egal wie viele Aktien sie halten &ndash; im Vorfeld der Hauptversammlung Gegenantr&auml;ge zur Nichtentlastung von Vorstand und Aufsichtsrat verfassen, in der Versammlung d&uuml;rfen sie zudem kritische Fragen stellen. Die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung hat gegen&uuml;ber uns als Firmenmitbesitzer eine Auskunftsverpflichtung. Wir hoffen, Antworten auf unsere brisanten Fragen zu bekommen. Das n&auml;chste Ziel ist es, die &raquo;Kritischen Aktion&auml;re und Aktion&auml;rinnen Heckler &amp; Koch&laquo; aufzubauen. &Auml;hnliche Vereinigungen gibt es zum Beispiel bei der Bayer AG, der Daimler AG und der Deutsche Bank AG. Kritik aus dem Konzern heraus hat ein ganz anderes Gewicht als ein Protest, der ausschlie&szlig;lich vor dem Werkstor stattfindet. So konnten wir den Daimler-Konzern als ehemals gr&ouml;&szlig;ten deutschen R&uuml;stungsriesen zwingen, vollst&auml;ndig aus der R&uuml;stungsproduktion auszusteigen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/314706.konzernvorstand-hat-schuld-auf-sich-geladen.html\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>CNN macht Werbung f&uuml;r die Laserwaffe der Navy im Persischen Golf<\/strong><br>\nEin Lehrst&uuml;ck &uuml;ber die K&auml;uflichkeit im Grunde staatstragender Medien, die Trump als &ldquo;Fake News&rdquo; bek&auml;mpft<br>\nDie Navy hat eine neue Laserwaffe getestet und dazu ausgerechnet CNN eingeladen, eines der Medien, die vor allem den Zorn von Donald Trump erregen und die er auch weiterhin als Pr&auml;sident beschimpft und nur Fake News nennt. Sollte CNN im Dienste der Navy also Fake News verbreiten?<br>\nDer Sender lie&szlig; sich jedenfalls f&uuml;r Propagandazwecke einspannen, um mit der einigerma&szlig;en neuen Waffe die amerikanische &Ouml;ffentlichkeit und die Politiker zu beeindrucken, aber auch um die Muskeln vor m&ouml;glichen Gegnern spielen zu lassen, allen voran gegen&uuml;ber dem Iran. Zwar wurde dem Land bescheinigt, das Atomabkommen einzuhalten, gleichzeitig belegt die Trump-Regierung den Iran mit neuen Sanktionen.<br>\nIm Persischen Golf haben die USA seit langer Zeit permanent eine Armada stationiert, das Land ist von US-Milit&auml;rst&uuml;tzpunkten in Afghanistan und Pakistan und in den Golfstaaten eingekreist. Donald Trump hat im Verbund mit Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten den Iran erneut zum Unruhefaktor in der Region und Terrorunterst&uuml;tzer erhoben.<br>\nEin von der Navy entwickelter Prototyp der AN\/SEQ-3 Laserwaffe (LaWS) wurde bereits ab Sommer 2014 auf der USS Ponce im Persischen Golf installiert. Das alte Transportschiff war im Zuge der Spannungen mit Iran umger&uuml;stet worden. Offiziell soll es als Minenr&auml;umer dienen, aber der eigentliche Zweck war es, in einem Konfliktfall eine schwimmende Plattform f&uuml;r den Einsatz von Schnellbooten und Kampfhubschraubern der Spezialkr&auml;fte darzustellen (Iran droht, USA verst&auml;rken Truppen im Persischen Golf). Und offenbar wird das Schiff auch zum Testen neuer Waffensysteme benutzt.<br>\nMit dem LaWS stand der Iran im Visier, der gerne einmal mit Drohnen und Schnellbooten US-Schiffen und -Flugzeugen provozierte. Mit dem Lasersystem sollen kleinere Drohnen und Schnellboote bis zu einer Entfernung von 1,5 Kilometern ausgeschaltet werden k&ouml;nnen. Es hei&szlig;t, dass die Laserwaffe auch gegen Hubschrauber oder Raketen eingesetzt werden k&ouml;nne.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/CNN-macht-Werbung-fuer-die-Laserwaffe-der-Navy-im-Persischen-Golf-3775965.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>S&uuml;dkorea: Kampf um die Demokratie<\/strong><br>\nIn S&uuml;dkorea ist die politische Linke starken Repressionen ausgesetzt. Zahlreiche Aktivisten sitzen im Gef&auml;ngnis<br>\nW&auml;hrend des G-20-Gipfels vergangene Woche l&auml;chelte S&uuml;dkoreas neugew&auml;hlter Pr&auml;sident Moon Jae In f&uuml;r ein Gruppenbild mit Donald Trump und dem japanischen Pr&auml;sidenten Shinzo Abe in die Kameras. Unterdessen protestierten in Seoul Tausende f&uuml;r die Freilassung der politischen Gefangenen im Land. Sie erhielten daf&uuml;r internationale Unterst&uuml;tzung &ndash; auch aus Deutschland.<br>\nUnter der Pr&auml;sidentschaft von Moons Amtsvorg&auml;ngerin Park Geun Hye hatte der Staat sein Vorgehen gegen Oppositionelle versch&auml;rft. Ihre Regierungszeit lie&szlig; Erinnerungen an die bis Ende der 1980er Jahre dauernde Diktatur aufkommen. Schon ihre Wahlkampagne war gepr&auml;gt von Skandalen: So beeinflusste der Geheimdienst die Diskussionen in &raquo;sozialen Medien&laquo; zu ihren Gunsten. Parks politische Gegner landeten nach ihrem Wahlsieg auf schwarzen Listen, zudem wurden Privatisierungen brachial vorangetrieben. Korruptionsskandale brachten jedoch auch &raquo;unpolitische&laquo; Menschen gegen Park auf. Schlie&szlig;lich war die Wut so gro&szlig;, dass Millionen monatelang ihrem Protest mit &raquo;Kerzenscheindemonstrationen&laquo; Ausdruck verliehen. Im M&auml;rz wurde Park des Amtes enthoben und in Untersuchungshaft genommen, gegenw&auml;rtig steht sie wegen Bestechlichkeit vor Gericht.<br>\nDoch auch die Opfer ihrer Politik sitzen nach wie vor im Gef&auml;ngnis. Unter ihnen befinden sich Gewerkschafter wie Han Sang Gyun, der Vorsitzende des k&auml;mpferischen Dachverbands &shy;KCTU. 2014 hatte er Massendemonstrationen gegen die Verschlechterung des K&uuml;ndigungsschutzes organisiert. Im vergangenen Jahr verurteilte ihn ein Gericht zu einer f&uuml;nfj&auml;hrigen Haftstrafe, die schlie&szlig;lich auf drei Jahre reduziert wurde. Auch linke Politiker wie der ehemalige Abgeordnete der 2014 verbotenen Vereinigten Fortschrittspartei (UPP) sind eingesperrt &ndash; ebenso Internetaktivisten wie der Betreiber der Internetbibliothek &raquo;B&uuml;cher der Arbeiter&laquo;, dem das Hochladen der Werke von Karl Marx zum Verh&auml;ngnis wurde. Hunderte Friedensaktivisten und Kriegsdienstverweigerer m&uuml;ssen ihr Dasein ebenfalls hinter Gittern fristen.<br>\nDiese Situation veranlasste Inge H&ouml;ger, Obfrau der Linksfraktion im Menschenrechtsausschuss des deutschen Bundestages, vor knapp zwei Wochen, eine Solidarit&auml;tsreise nach S&uuml;dkorea zu unternehmen. Sie besuchte unter anderem ein Protestcamp gegen das US-Raketensystem THAAD in Seongju im S&uuml;dosten des Landes. Die Bewohner der Region bef&uuml;rchten Sch&auml;den f&uuml;r Gesundheit und Umwelt. Bereits im Dezember 2016 lehnten laut Umfragen 51 Prozent der S&uuml;dkoreaner die Stationierung ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2017\/07\/18\/suedkorea-kampf-um-die-demokratie\/\">Informationsstelle Militarisierung e.V.<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Uruguay hat Vorbildcharakter bei Cannabisregulierung<\/strong><br>\n&bdquo;F&uuml;r Deutschland hat Uruguay Vorbildcharakter. Die dortige Cannabisregulierung scheint mir am besten geeignet zu sein, um die Probleme des Schwarzmarktes zu bew&auml;ltigen. Die Einnahmequellen der organisierten Kriminalit&auml;t schwinden, der Staat gewinnt die Kontrolle &uuml;ber Cannabis. Die Polizei kann sich auf wichtige Aufgaben konzentrieren&ldquo;, kommentiert Frank Tempel, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE, die Legalisierung von Cannabis in Uruguay. Tempel weiter:<br>\n&bdquo;Auf einer Delegationsreise mit dem Gesundheitsausschuss konnte ich mich in dieser Legislaturperiode selbst davon &uuml;berzeugen, wie gut das Modell ist. Die Kombination aus dem Anbau zum Eigenbedarf, genossenschaftlichen Cannabis-Clubs und kommerziellen Abgabemodellen sorgt daf&uuml;r, dass der Schwarzmarkt wirklich ausgetrocknet wird. Ich schlage vor, dass die Mitglieder des Gesundheitsausschusses nach der Bundestagswahl schnellstm&ouml;glich eine Stippvisite nach Uruguay unternehmen und sich &uuml;ber die Praxis des Gesetzes informieren.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/uruguay-hat-vorbildcharakter-bei-cannabisregulierung\/\">Die Linke. im Bundestag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>A despot in disguise: one man&rsquo;s mission to rip up democracy<\/strong><br>\nJames McGill Buchanan&rsquo;s vision of totalitarian capitalism has infected public policy in the US. Now it&rsquo;s being exported.<br>\nIt&rsquo;s the missing chapter: a key to understanding the politics of the past half century. To read Nancy MacLean&rsquo;s new book, Democracy in Chains: The Deep History of the Radical Right&rsquo;s Stealth Plan for America, is to see what was previously invisible.<br>\nHer discoveries in that house of horrors reveal how Buchanan, in collaboration with business tycoons and the institutes they founded, developed a hidden programme for suppressing democracy on behalf of the very rich. The programme is now reshaping politics, and not just in the US.<br>\nBuchanan&rsquo;s programme is a prescription for totalitarian capitalism. And his disciples have only begun to implement it. But at least, thanks to MacLean&rsquo;s discoveries, we can now apprehend the agenda. One of the first rules of politics is, know your enemy. We&rsquo;re getting there.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/commentisfree\/2017\/jul\/19\/despot-disguise-democracy-james-mcgill-buchanan-totalitarian-capitalism\">The Guardian<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>W&auml;hleranalyse des DIW: AfD wildert bei SPD-W&auml;hlern<\/strong><br>\nDie SPD scheint vielen W&auml;hlern nicht mehr sozialdemokratisch genug. Ihren Nimbus als Arbeiterpartei hat sie laut einer DIW-Studie an die AfD verloren. Wohl auch, weil sie sich stark dem Unions-Profil angen&auml;hert hat. [&hellip;]<br>\nIn ihrer Untersuchung, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde, verglichen die Experten die W&auml;hlerstruktur der Parteien im Jahr 2000 mit jener von 2016 &ndash; nach Einkommen, Ausbildung, Stellung im Beruf und anderen Merkmalen. Und sie kommen zu dem &uuml;berraschenden Ergebnis, dass die SPD nicht mehr als Arbeiterpartei gilt. Dieses Etikett kann sich inzwischen eher die Alternative f&uuml;r Deutschland (AfD) anh&auml;ngen &ndash; jedenfalls wenn man die Struktur ihrer W&auml;hlerschaft zugrunde legt. [&hellip;]<br>\nDass die SPD ihren Nimbus als Arbeiterpartei verloren h&auml;tte, sieht Stegner nicht. Die Sozialdemokraten seien seit &uuml;ber 150 Jahren die Partei der Arbeit und Gerechtigkeit. &bdquo;Von Streikrecht und Acht-Stunden-Tag bis Mindestlohn &ndash; Fortschritte f&uuml;r Arbeiter und Arbeitnehmer in Deutschland kommen immer durch die Sozialdemokratie&ldquo;, betonte der SPD-Vize.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/waehleranalyse-des-diw-afd-wildert-bei-spd-waehlern\/20081106.html\">Handelsblatt<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"https:\/\/www.diw.de\/sixcms\/detail.php?id=diw_01.c.562060.de\">DIW<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Offenbar hat Ralf Stegner einige Punkte sozialdemokratischer Politik vergessen, wie die Schaffung des &bdquo;besten Niedriglohnsektors Europas&ldquo;, Hartz IV, Zerst&ouml;rung der gesetzlichen Rentenversicherung und zuletzt ein Tarifeinheitsgesetz, das kleineren Gewerkschaften den Garaus machen sollte. Es ist wohl diese Politik des fortw&auml;hrenden Sozialabbaus, die die einst angestammte W&auml;hlerschaft zu anderen Parteien treibt. <\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Reiche unter sich<\/strong><br>\nIn DIW-Studie wurde die soziale Lage von Anh&auml;ngern der gr&ouml;&szlig;ten Parteien untersucht. Niedrigl&ouml;hner w&auml;hlen Linkspartei, AfD oder gar nicht [&hellip;]<br>\nInsgesamt finden sich unter den Nichtw&auml;hlern laut der Studie vor allem wirtschaftlich Abgeh&auml;ngte: Sie h&auml;tten doppelt so oft keine Berufsausbildung und keinen Hochschulabschluss wie der gesellschaftliche Durchschnitt. Zudem gingen &uuml;berproportional viele junge Wahlberechtigte nicht w&auml;hlen. Und: Wer bei der letzten Wahl nicht gew&auml;hlt habe, werde mit etwa 90prozentiger Wahrscheinlichkeit im September erneut nicht an die Urne gehen. Vom &raquo;Einkommenswachstum der letzten 15 Jahre&laquo; h&auml;tten Nichtw&auml;hler kaum profitiert, schreiben die Verfasser der Studie in ihrer Einleitung. Im Vergleich mit anderen W&auml;hlergruppen verf&uuml;gten sie &uuml;ber die niedrigsten Haushaltseinkommen: im Durchschnitt 2.462 Euro pro Monat. Linkspartei-W&auml;hler (2.542 Euro) und Unentschlossene (2.611 Euro) geh&ouml;rten zu den schlechter Verdienenden. An den politischen R&auml;ndern sei die Zufriedenheit mit der eigenen materiellen Lage am geringsten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/314759.reiche-unter-sich.html\">junge Welt<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Das Letzte: Schickt Kriegsschiffe!<\/strong><br>\nDie EU ist nicht machtlos gegen&uuml;ber den Menschenschmugglern in Libyen. Sie k&ouml;nnte ebenso hart wie klug gegen sie vorgehen. Was ihr in Wahrheit fehlt, ist Entschlossenheit.<br>\nDie intervenierenden M&auml;chte hatten damals beste Kontakte zur bewaffneten libyschen Opposition. Der Informationsfluss war hervorragend, die Kooperation blendend. Nur deshalb konnten sie am Ende den bis auf die Z&auml;hne bewaffneten Gaddafi st&uuml;rzen. Mit anderen Worten: Die europ&auml;ischen Milit&auml;rs und Geheimdienste kennen jeden Warlord, der in Libyen Macht hat. Zun&auml;chst einmal k&ouml;nnte Frankreich im UN-Sicherheitsrat ein Mandat beantragen, um den Menschenschmuggel in Libyen selbst zu bek&auml;mpfen. Wenn das nicht gelingt, was durchaus m&ouml;glich ist, dann wird die EU auch ohne v&ouml;lkerrechtliches Mandat vorgehen m&uuml;ssen. Sie sollte damit beginnen, in die libyschen Hoheitsgew&auml;sser vorzudringen, um zu verhindern, dass die Schleuser ihre Opfer auf ihre gef&auml;hrliche Reise bringen. Die EU sollte zu diesem Zweck Kriegsschiffe schicken. Wenn die Nato sich &ndash; &auml;hnlich wie in der &Auml;g&auml;is &ndash; an der Mission beteiligt: umso besser. Die Menschenschmuggler verstehen die Sprache der Gewalt. Und die w&uuml;rde sich wohlgemerkt nicht gegen die Migranten richten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2017\/30\/eu-libyen-menschenschmuggel-bekaempfung\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers L.R.:<\/strong> Offener Aufruf zum V&ouml;lkerrechtsbruch auf Zeit Online??<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Europ&auml;ische Fl&uuml;chtlingspolitik: Anleitung zum diskreten V&ouml;lkerrechtsbruch<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/monitor.wdr\/videos\/1447492875289648\/\">Monitor via Facebook<\/a>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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