{"id":39267,"date":"2017-07-21T08:35:38","date_gmt":"2017-07-21T06:35:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39267"},"modified":"2017-07-21T08:35:38","modified_gmt":"2017-07-21T06:35:38","slug":"hinweise-des-tages-2920","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39267","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39267#h01\">Neue Linie in der T&uuml;rkeipolitik?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39267#h02\">Agenda 2010 auf Franz&ouml;sisch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39267#h03\">In der Defensive<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39267#h04\">Peinlich f&uuml;r Politik und Juristen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39267#h05\">Boden &ndash; Wichtig f&uuml;r die Menschen, getilgt aus der &ouml;konomischen Theorie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39267#h06\">Statt Brexit-Spekulationen: B&ouml;rsensteuer einf&uuml;hren!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39267#h07\">Eine Demo, die Eintritt verlangt, ist keine Demo<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39267#h08\">Der NSA-Untersuchungsausschuss ist vorbei, die Aufarbeitung geht weiter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39267#h09\">&ldquo;Verantwortung staatlicher Stellen dringend aufkl&auml;ren&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39267#h10\">&ldquo;Eine Extremistendatei ist Bl&ouml;dsinn&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39267#h11\">Bayern f&uuml;hrt die Unendlichkeitshaft ein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39267#h12\">Kurzfristige Gedanken zur Verunglimpfung der Radikalit&auml;t<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39267#h13\">Bundesfinanzministerium behindert weiterhin Gemeinn&uuml;tzigkeit von Attac<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39267#h14\">Acht Jahre sind genug: Mehr Kanzlerzeit ist Narkose und schl&auml;fert die Demokratie in vielen kleinen Schritten ein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39267#h15\">Nico und Arne Semsrott: Mal lustig, mal ernst &ndash; aber immer politisch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39267#h16\">Zu guter Letzt: T&uuml;rkische Regierung fleht nach dezenter Versch&auml;rfung von Reisehinweisen um Gnade<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Neue Linie in der T&uuml;rkeipolitik?<\/strong><br>\nAus s&auml;mtlichen im Bundestag vertretenen Parteien war in den letzten Tagen die Kritik an der Bundesregierung intensiviert worden. Linke und Gr&uuml;ne forderten konkrete Schritte.<br>\nDiese k&uuml;ndigte Sigmar Gabriel nun an. Bezeichnend ist, dass der Au&szlig;enminister aktiv wird, nicht aber Bundeskanzlerin Angela Merkel. Deutsche Staatsb&uuml;rger seien in der T&uuml;rkei vor willk&uuml;rlichen Verhaftungen nicht mehr sicher, sagte er am Dienstag, konnte sich zu einer konkreten Reisewarnung &uuml;ber das Ausw&auml;rtige Amt aber trotzdem nicht durchringen. Es bleibt lediglich bei &ldquo;versch&auml;rften Reisehinweisen&rdquo;. [&hellip;]<br>\nEin Pressesprecher Erdogans warf Gabriel vor, seine Aussagen seien blo&szlig; innenpolitische Wahlkampftaktik. Ganz falsch d&uuml;rfte er damit nicht liegen. Es bleibt abzuwarten, ob die Bundesregierung konkrete Schritte einleitet oder es bei rhetorischer Symbolpolitik bleibt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Neue-Linie-in-der-Tuerkeipolitik-3779686.html\">Telepolis<\/a>\n<p><strong>dazu: Berlin macht Ernst<\/strong><br>\nWenn die T&uuml;rkei sogar Daimler und BASF als Terrorunterst&uuml;tzer listet, h&ouml;rt der Spa&szlig; auf. Aber der Fl&uuml;chtlingspakt bleibt erst mal<br>\nEin Ende des sogenannten Fl&uuml;chtlingspakts mit der T&uuml;rkei ist derweil nicht in Sicht. Die EU &uuml;berweist Ankara bis zu sechs Milliarden Euro, um mit Hilfe der t&uuml;rkischen K&uuml;stenwache bis zu drei Millionen Gefl&uuml;chtete von Europa fernzuhalten und in der T&uuml;rkei mit dem N&ouml;tigsten zu versorgen. Als wirksames Druckmittel gegen&uuml;ber Ankara sieht die Bundesregierung ein Ende des seit M&auml;rz 2016 geltenden Abkommens nicht &ndash; schlie&szlig;lich k&auml;men die Gelder den Schutzsuchenden zugute, so die g&auml;ngige Argumentation.<br>\nDer au&szlig;enpolitische Sprecher der Gr&uuml;nen, Omid Nouripour, sieht das anders: &raquo;Erdogan meint, er k&ouml;nne uns nach Lust und Laune erpressen. Wenn wir aus seinen F&auml;ngen entkommen wollen, m&uuml;ssen wir den Fl&uuml;chtlingspakt aufk&uuml;ndigen&laquo;, sagte er der Heilbronner Stimme vom Donnerstag.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/314809.berlin-macht-ernst.html\">junge Welt<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Menschenrechte unter Terrorverdacht<\/strong><br>\nBereits am 5. Juli st&uuml;rmte die t&uuml;rkische Polizei einen Workshop von Amnesty International in Istanbul und nahm alle zehn Anwesenden fest, darunter der deutsche Aktivist und Dokumentarfilmer Peter Steudtner und die Direktorin der t&uuml;rkischen Sektion von Amnesty International, Idil Eser. Erst 30 Stunden nach ihrer Verhaftung durften die Aktivist*innen ihre Angeh&ouml;rigen verst&auml;ndigen. F&uuml;r gro&szlig;e mediale Aufmerksamkeit und sichtbare politische Reaktionen sorgte der Fall aber erst knapp zwei Wochen sp&auml;ter, als ein t&uuml;rkisches Gericht Untersuchungshaft f&uuml;r den deutschen Staatsb&uuml;rger anordnete. Der Vorwurf lautet Terrorunterst&uuml;tzung, die Untersuchungshaft kann in der T&uuml;rkei bis zu f&uuml;nf Jahre andauern. Dass zwischen Inhaftierung und richterlichem Beschluss fast zwei Wochen vergehen konnten, erm&ouml;glicht der infolge des Putschversuchs vom Juli 2016 in der T&uuml;rkei ausgerufene Ausnahmezustand. Steudtner war bereits mindestens der zehnte deutsche Staatsb&uuml;rger, der in der T&uuml;rkei seit dem Putschversuch festgenommen wurde. [&hellip;]<br>\nNachdem auch f&uuml;r Steudtner Untersuchungshaft angeordnet wurde, &auml;u&szlig;erten sich die Spitzenpolitiker*innen deutlicher und die Bundesregierung zog diplomatische Register, bestellte den t&uuml;rkischen Botschafter ein und k&uuml;ndigte eine &Uuml;berarbeitung der Reise- und Sicherheitshinweise des Ausw&auml;rtigen Amts an.<br>\nBemerkenswert hingegen ist das Schweigen unmittelbar nach der Festnahme Steudtners &ndash; aber nur auf den ersten Blick. Denn zwei Tage nach seiner Festnahme begann in Hamburg unter deutscher Pr&auml;sidentschaft der G20-Gipfel in Hamburg, auf dem auch die T&uuml;rkei als Mitglied der G20 vertreten war. Diplomatische Querelen &uuml;ber das Vorgehen der T&uuml;rkei bei der Bek&auml;mpfung dessen, was sie Terrorismus nennt, h&auml;tten schlecht zur Inszenierung des Gipfels samt Gruppenfoto gepasst. Dies gilt umso mehr, als sich die G20 neben ihrer allgemeinen Gipfelerkl&auml;rung und mehreren gemeinsam beschlossenen Anh&auml;ngen auch auf eine &bdquo;Erkl&auml;rung zur Bek&auml;mpfung des Terrorismus&ldquo; geeinigt hatten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2017\/07\/20\/menschenrechte-unter-terrorverdacht\/\">Informationsstelle Militarisierung e.V.<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Agenda 2010 auf Franz&ouml;sisch<\/strong><br>\nNach der Pr&auml;sidentenwahl steht der radikale Umbau des Arbeitsmarktes bevor (&hellip;)<br>\nIn Deutschland d&uuml;rfte die &ldquo;Macron-Revolution&rdquo; vertraut sein: Im Grunde geht es um die Durchsetzung der Agenda 2010, die das Land auf den Weg des wirtschaftlichen Erfolgs bringen soll. Nur sind die Franzosen &uuml;ber die sozialen Nachwirkungen der deutschen Wirtschaftspolitik wohl informiert: Lohnsenkungen, wachsende Ungleichheit, Prekarisierung und Altersarmut. (&hellip;)<br>\nDeutschland mag als Vorbild dienen, allerdings schie&szlig;t das Kernst&uuml;ck des neuen Gesetzes weit &uuml;ber die hiesigen Bedingungen hinaus: K&uuml;nftig sollen Arbeitszeit, &Uuml;berstunden, L&ouml;hne, Sicherheitsbestimmungen nicht mehr wie &uuml;blich auf Branchenebene oder &uuml;ber alle Branchen hinweg vereinbart werden, sondern in jedem einzelnen Betrieb. Solch ein Abbau allgemeing&uuml;ltiger Regeln w&uuml;rde, so ein Journalist der Zeitung Die Welt, &ldquo;selbst die deutschen Gewerkschaften auf die Barrikaden bringen&rdquo;.<br>\nGegen diese Entmachtung der Gewerkschaften hat die CGT bereits einen &ldquo;Streik- und Aktionstag in allen Betrieben&rdquo; f&uuml;r den 12. September angek&uuml;ndigt. Das Problem ist aber: Seit diesem Jahr und zum ersten Mal in ihrer Geschichte ist die CGT nicht mehr die st&auml;rkste Gewerkschaft im Lande. Wegen des Mitgliederschwunds in der Industrie wurde sie von der Macron-freundlichen CFDT &uuml;berholt.<br>\nIn einer gemeinsamen Erkl&auml;rung protestieren die &uuml;brigen Gewerkschaften (FO, Solidaires, UNEF und FSU) gegen &ldquo;die M&ouml;glichkeit, Arbeitnehmer zu k&uuml;ndigen, die sich weigern w&uuml;rden, ihren bestehenden Arbeitsvertrag einer betriebsinternen Absprache anzupassen, selbst wenn diese nur von einer Minderheit akzeptiert w&auml;re&rdquo;. Jedoch wollen sie auf die Endfassung des Gesetzes warten, ehe sie sich f&uuml;r den Arbeitskampf entscheiden. Nach der erfolglosen Bewegung im vorigen Jahr ist es ohnehin unsicher, ob genug Arbeitnehmer streikbereit sind.<br>\nAllerdings hat sich Emmanuel Macron schon f&uuml;r eine m&ouml;gliche Konfrontation ger&uuml;stet. Amnesty International hat die B&uuml;rgerrechtsverletzungen und die Polizeigewalt angeprangert, die in j&uuml;ngster Zeit in Frankreich gegen Demonstrant\/innen, Gewerkschafter\/innen, Journalisten und Sanit&auml;ter massiv zugenommen haben. Vorwand f&uuml;r dieses Verhalten war die Verh&auml;ngung des Ausnahmezustands nach den Pariser Terroranschl&auml;gen gewesen. Mit einem neuen Gesetz hat Pr&auml;sident Macron nun die Bestimmungen des Ausnahmezustands zum Regelfall gemacht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/publik.verdi.de\/2017\/ausgabe-05\/gewerkschaft\/international\/seite-8\/A1\">ver.di publik<\/a>\n<p><strong>dazu: SPD-Kanzlerkandidat Schulz betont Gemeinsamkeiten mit Macron<\/strong><br>\nSPD-Kanzlerkandidat Schulz sieht sich in der Europapolitik auf einer Linie mit Frankreichs Pr&auml;sident Macron.<br>\nEs gebe eine enorme &Uuml;bereinstimmung bei den n&ouml;tigen Reformschritten in Europa und der Eurozone, sagte Schulz nach einem Treffen mit Macron im Elys&eacute;e-Palast in Paris. Als Beispiele nannte er die Forderung nach einem Euro-Finanzminister und einem Investitionsbudget f&uuml;r die Eurozone.<br>\nZuvor hatte Schulz bei einer Rede vor franz&ouml;sischen Studenten die Europa-Politik von Bundeskanzlerin Merkel kritisiert. Deutschland habe in Europa zu oft einen eisernen H&auml;ndedruck geboten und zu selten die Hand gereicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/paris-spd-kanzlerkandidat-schulz-betont-gemeinsamkeiten-mit.1939.de.html?drn:news_id=770930\">Deutschlandfunk<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Es ist zum Weinen! Die neoliberale Politik Macrons sieht Schulz nicht? Das Komische, auch Merkel versteht sich prima mit Macron.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>In der Defensive<\/strong><br>\nDie Bundesregierung versch&auml;rft ihre Ma&szlig;nahmen zur Abschottung der deutschen Wirtschaft gegen &Uuml;bernahmen aus China. Ein neuer Beschluss des Bundeskabinetts sieht eine h&auml;rtere Pr&uuml;fung ausw&auml;rtiger Firmenakquisitionen vor. Erg&auml;nzend dringt Berlin auf die Einf&uuml;hrung von Abwehrmechanismen auf EU-Ebene gegen Unternehmensk&auml;ufe aus dem Ausland. Die Schritte erfolgen genau zu der Zeit, zu der chinesische Firmen st&auml;rker in der EU und vor allem in Deutschland zu investieren beginnen. Chinesische Konzerne hatten sich seit den fr&uuml;hen 2000er Jahren zun&auml;chst auf &Uuml;bernahmen in Schwellen- und Entwicklungsl&auml;ndern in Asien und Afrika konzentriert; erst in den vergangenen Jahren sind sie zu gr&ouml;&szlig;eren Investitionen in Europa &uuml;bergegangen. In der Bundesrepublik, die ihrerseits einen Investitionsbestand von rund 60 Milliarden Euro in der Volksrepublik verzeichnet, hatten sie bis 2015 nur weniger als ein Zehntel dieser Summe investiert, sind seit 2016 aber st&auml;rker aktiv geworden. In die Defensive geratend, greift Berlin zu ebenjenem Mittel, das es im Ausland anprangert, sobald die Expansion deutscher Unternehmen eingeschr&auml;nkt wird: zur Abschottung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/59641\">German Foreign Policy<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Peinlich f&uuml;r Politik und Juristen<\/strong><br>\nEs geht um Steuerraub von bisher nie dagewesenen Proportionen. Durch umstrittene Aktiendeals d&uuml;rften dem Staat Einnahmen in Milliardenh&ouml;he durch die Lappen gegangen sein. Doch die Politiker weisen jegliche Schuld von sich.<br>\nIm Klamaukfilm &bdquo;Die nackte Kanone&ldquo; gibt es eine sch&ouml;ne Szene, in der Ermittler Frank Drebin vor einem explodierenden Geb&auml;ude steht und den Gaffern zuruft: &bdquo;Gehen Sie weiter, es gibt rein gar nichts zu sehen!&ldquo; &Auml;hnliche Komik entwickelte der Untersuchungsausschuss des Bundestags zu Cum-Ex-Steuertricks. Er &bdquo;war nicht erforderlich&ldquo;, schreibt das Gremium in seinem Schlussbericht. Das ist blanker Unsinn. Auf 800 Druckseiten legen Vertreter von Regierungs- und Oppositionsparteien dar, wie ein geradezu parasit&auml;res Netzwerk von Investoren, Banken, Beratern und Anw&auml;lten jahrzehntelang die Bundesrepublik um Milliarden Euro erleichtern konnte.<br>\nWie viel Geld genau verlorenging, ist noch nicht klar, es kursieren Sch&auml;tzungen von einer bis etwa 30 Milliarden Euro. Letztere Zahl umfasst Cum-Ex- wie Cum-Cum-Gesch&auml;fte. In beiden F&auml;llen werden Aktien gehandelt, wodurch Steuervorteile entstehen. Bei Cum-Ex wird um den Dividendenstichtag gehandelt und eine L&uuml;cke im System genutzt. Das absurde Ergebnis: Kapitalertragsteuer wurde einmal abgef&uuml;hrt, aber mehrfach erstattet &ndash; das gilt seit jeher als rechtswidrig. Cum-Cum nutzt Steuervorteile im Zusammenhang mit grenz&uuml;berschreitenden Transaktionen und ist teils legal, teils als &bdquo;missbr&auml;uchliche Steuergestaltung&ldquo; rechtswidrig. Der Gesetzgeber brauchte Jahrzehnte, um diesen Missbrauch zu unterbinden: Cum-Ex im Jahr 2012, Cum-Cum im Jahr 2016. [&hellip;]<br>\nUnd was ist mit der Verantwortung der Finanzminister Steinbr&uuml;ck und Wolfgang Sch&auml;uble (CDU)? Ja, sagen Gr&uuml;ne und Linke in ihrem Sondervotum im Ausschuss. Die Mehrheit des Ausschusses verneint die ministerielle Verantwortung mit fast hackenknallender Loyalit&auml;t. Klar ist aber auch: Politisch tragen beide Minister Verantwortung f&uuml;r die staatliche Hilflosigkeit &ndash; da braucht es keine pers&ouml;nliche Vorwerfbarkeit. Bei Cum-Cum-Altf&auml;llen versch&auml;rfen Finanzverwaltung und -aufsicht in diesen Tagen die Gangart. Manch eine Bank erh&auml;lt nun eine sp&auml;te Rechnung f&uuml;r ihre Finanzabenteuer.<br>\nWas bleibt zu tun? Steuerzahler, Steuerberater und Anw&auml;lte sollen Steuersparmodelle k&uuml;nftig anmelden, fordert die EU-Kommission. Die Berater beschweren sich, sie m&uuml;ssten nun f&uuml;r schlechte Gesetze b&uuml;&szlig;en. Das stimmt nur halb: Nat&uuml;rlich darf eine Rechtsordnung nicht so tr&auml;ge reagieren wie im Fall von Cum-Ex. Doch in so einem hochkomplexen Umfeld gibt es keine wasserdichten L&ouml;sungen &ndash; ebenso wenig, wie es Computerprogramme ohne Schwachstellen gibt. Alle Beteiligten m&uuml;ssen wachsam und agil bleiben, um im laufenden Betrieb etwaige L&uuml;cken durch Updates zu schlie&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/anleger-bringen-staat-um-mehrere-milliarden-euro-15113592.html\">FAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Boden &ndash; Wichtig f&uuml;r die Menschen, getilgt aus der &ouml;konomischen Theorie<\/strong><br>\nAlle Parteien versprechen im Wahlkampf, B&uuml;rger mit niedrigen und mittleren Einkommen steuerlich zu entlasten. Worte und Pl&auml;ne passen dabei aber oft nicht zusammen. Die Wahlk&auml;mpfer wenden sich fast nur der Einkommensteuer zu, obwohl diese zum gr&ouml;&szlig;ten Anteil von den Bestverdienern gezahlt wird. Dagegen bezahlt jeder fast ein F&uuml;nftel Mehrwertsteuer auf den gr&ouml;&szlig;ten Teil seines Konsums. Bei Geringverdienern macht das einen viel h&ouml;heren Anteil am Einkommen aus als bei den Reichen. Und eine weitere Steuerart, bei der sich &Ouml;konomen von links und rechts einig sind, dass man sie erh&ouml;hen sollte, um andere Steuern senken zu k&ouml;nnen, wird von der Politik &ndash; von links wie rechts &ndash; v&ouml;llig vernachl&auml;ssigt. Dabei kann sich das arbeitgeberfinanzierte Institut der deutschen Wirtschaft (IW) f&uuml;r diese Steuer ebenso begeistern wie der Mieterbund und Naturschutzverb&auml;nde. Sie haben sich zusammengetan, um mit der Initiative &ldquo;Grundsteuer: Zeitgem&auml;&szlig;!&rdquo; f&uuml;r eine Bodenwertsteuer zu werben. Die meisten &Ouml;konomen haben sie dabei auf ihrer Seite &ndash; von links wie Joseph Stiglitz bis rechts wie Milton Friedman.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/862-boden\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Statt Brexit-Spekulationen: B&ouml;rsensteuer einf&uuml;hren!<\/strong><br>\nStatt die weitgehend ausverhandelte Finanztransaktionssteuer endlich zu beschlie&szlig;en, wurde das Vorhaben nun auf unbestimmte Zeit vertagt, um Londoner Banken, die auf den Kontinent umziehen wollen, nicht abzuschrecken. Das ist ein Skandal, meint der DGB-klartext &ndash; und erkl&auml;rt warum.<br>\nInmitten der Auseinandersetzungen um den sogenannten Euro-Rettungsschirm sah sich die schwarz-gelbe Bundesregierung im Mai 2010 zu dem Versprechen gezwungen, Banken und Fondsgesellschaften &uuml;ber eine Finanztransaktionssteuer (FTS) an den Kosten der Krise zu beteiligen. Zwei Monate zuvor hatten sich bereits mehr als drei Viertel der Abgeordneten des Europ&auml;ischen Parlaments f&uuml;r dieses Instrument ausgesprochen. Im Jahr darauf legte die Europ&auml;ische Kommission dann einen Vorschlag vor, &uuml;ber den seither eine Reihe von Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, Italien und Frankreich, verhandelten. Dabei konnte etwa die Frage, wie Umgehungen der Steuer weitgehend vermieden werden k&ouml;nnen, &uuml;berzeugend gel&ouml;st werden. Nachdem die Experten der beteiligten Ministerien alles in allem gute Arbeit abgeliefert hatten, stand zuletzt im Wesentlichen nur noch die politische Besiegelung des Vorhabens aus.<br>\nDoch nun wurde das Vorhaben auf Betreiben der neuen franz&ouml;sischen Regierung auf unbestimmte Zeit vertagt. Das Kalk&uuml;l: Mit dem Austritt Gro&szlig;britanniens aus der EU, dem sogenannten Brexit, wird die &Uuml;bersiedlung vieler Banken erwartet, die man nicht mit einer Steuer auf ihre Gesch&auml;fte vergraulen m&ouml;chte. Das ist ein Skandal! Gerade weil viele in London ans&auml;ssige Banken planen, nach Frankfurt, Mailand und Paris umzuziehen, w&auml;re es dringend erforderlich, diesen klare Grenzen zu setzen und Finanzspekulationen endlich zu besteuern. Auch weil mit dem Brexit Gelder f&uuml;r die EU entfallen werden, sind die Einnahmen aus der FTS n&ouml;tiger denn je. Der Einwand, Londoner Banken k&ouml;nnten in Staaten abwandern, die keine FTS erheben wollen, &uuml;berzeugt ebenfalls nicht. Der bereits ausgehandelte Kompromiss stellt n&auml;mlich sicher, dass die Steuer auch unabh&auml;ngig vom Sitz der Bank erhoben werden kann, wenn Wertpapiere aus Staaten gehandelt werden, die die FTS eingef&uuml;hrt haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++e642088a-6d20-11e7-b6db-525400e5a74a\">DGB klartext<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Eine Demo, die Eintritt verlangt, ist keine Demo<\/strong><br>\nDer Rechtsstaat muss sich nicht ein X f&uuml;r ein U vormachen lassen. Er darf sich eine kommerzielle braune Veranstaltung nicht als Demonstration im Sinne des Grundgesetzes unterschieben lassen. So war das am Wochenende im th&uuml;ringischen Ort Themar. Die Neonazis haben f&uuml;r ein Konzert rechtsextremer Bands 35 Euro Eintritt verlangt. Die Gerichte machten sich zuvor schwere Gedanken dar&uuml;ber, ob die dargebotenen Rechtsau&szlig;en-Hardcore-Songs nun von der Demonstrations- und Meinungsfreiheit gedeckt sind oder nicht.<br>\nGustav Radbruch, der gro&szlig;e Rechtsphilosoph der Weimarer Republik, hat seinerzeit, als die Nazis ungestraft h&ouml;hnen und hetzen konnten, geklagt: &ldquo;Manchmal will es scheinen, als gebiete die Methode juristischer Auslegung, sich als reiner Tor zu geb&auml;rden oder, vulg&auml;r gesprochen, sich dumm zu stellen.&rdquo; Nein, das gebietet weder die juristische Methode noch die Rechtslage. Der th&uuml;ringische Ministerpr&auml;sident Bodo Ramelow hat es richtig gesehen: Eintrittsgelder sind ein &ldquo;K.o.-Kriterium&rdquo; f&uuml;r eine Demo. Eine Demo, die Eintritt verlangt, ist keine Demo.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/neonazis-eine-demo-die-eintritt-verlangt-ist-keine-demo-1.3593287\">Heribert Prantl in der S&uuml;ddeutschen<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Der NSA-Untersuchungsausschuss ist vorbei, die Aufarbeitung geht weiter<\/strong><br>\nUnsere neue Dossierseite tr&auml;gt alle wichtigen Informationen zum NSA-Untersuchungsausschuss zusammen und soll als Ausgangspunkt f&uuml;r weitere Recherchen dienen. Denn der Ausschuss mag abgeschlossen sein, die Aufarbeitung aber noch lange nicht.<br>\nSeit 2014 besch&auml;ftigt uns der NSA-Untersuchungsausschuss. Er sollte nach den Snowden-Enth&uuml;llungen aufkl&auml;ren, was US-Geheimdienste in Deutschland treiben und wie deutsche Beh&ouml;rden &ndash; insbesondere der BND &ndash; daran beteiligt sind. Wir haben die Sitzungen und Geschehnisse rund um den Ausschuss minuti&ouml;s begleitet, Live-Blogs mit insgesamt 5,6 Millionen Zeichen geschrieben, Leaks ver&ouml;ffentlicht und Berichte entschw&auml;rzt. In anderen Worten: Wir waren all die Jahre eng am Thema dran und haben nun ein Dossier zum Thema erstellt.<br>\nAn vielen Stellen hat uns der Ausschuss frustriert. BND und Bundeskanzleramt haben alles daf&uuml;r getan, so wenig wie m&ouml;glich preiszugeben, Zeugen hatten abgrundtiefe Erinnerungsl&uuml;cken oder verwiesen mantra-artig darauf, nur in geheimer Sitzung aussagen zu k&ouml;nnen. Und obwohl trotz alledem an vielen Stellen das rechtswidrige Handeln der Geheimdienste und ihre teils abenteuerlichen Gesetzesinterpretationen zu Tage traten, bekam der BND ein Gesetz geschenkt, das gro&szlig;e Teile seines bisherigen Handelns legalisiert und seine Befugnisse ausweitet.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2017\/der-nsa-untersuchungsausschuss-ist-vorbei-die-aufarbeitung-geht-weiter\/\">netzpolitik.org<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>&ldquo;Verantwortung staatlicher Stellen dringend aufkl&auml;ren&rdquo;<\/strong><br>\nDer NSU-Prozess geht in die Schlussphase, ein Urteil wird im Herbst erwartet. Linken-Politikerin Petra Pau h&auml;lt den Fall damit noch lange nicht f&uuml;r aufgekl&auml;rt. Nicht nur sei die Mitt&auml;terschaft weiterer Personen ungekl&auml;rt &ndash; vor allem die Verantwortung des Verfassungsschutzes stehe noch infrage, sagte sie im Dlf.<br>\nPau war Obfrau der Linken in beiden NSU-Untersuchungsaussch&uuml;ssen. Sie erwartet, dass auch nach einem Urteil weiter ermittelt wird, um die Unterst&uuml;tzerstrukturen von Uwe Mundlos, Uwe B&ouml;hnhardt und Beate Zsch&auml;pe aufzudecken. Pau kritisierte, dass sich die Bundesanwaltschaft fr&uuml;h auf das Trio konzentriert habe und deren Netzwerk nicht weiter in den Blick genommen habe.<br>\nSie forderte zudem die Aufl&ouml;sung des Verfassungsschutzes. Die V-Leute im Milieu des NSU m&uuml;ssten gewusst haben, wo er untergetaucht sei und dass er sich Waffen besorgen wollte. &ldquo;Man kann nicht sagen, man habe nichts gewusst&rdquo;, so Pau. Sie habe den Eindruck, dass das BKA und der Generalbundesanwalt mit angezogener Handbremse ermittelt h&auml;tten, sobald V-Leute ins Spiel kamen. &ldquo;Es kann nicht sein, dass der Schutz der V-Leute vor die Aufkl&auml;rung von Straftaten geht&rdquo;. Das w&auml;re ein schwerer Systemfehler.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/nsu-prozess-verantwortung-staatlicher-stellen-dringend.694.de.html?dram:article_id=391535\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>&ldquo;Eine Extremistendatei ist Bl&ouml;dsinn&rdquo;<\/strong><br>\nBei der Aufarbeitung der Krawalle beim G20-Gipfel in Hamburg scheinen zurzeit einfache L&ouml;sungen angesagt, Politiker von SPD wie Union fordern ein h&auml;rteres Vorgehen gegen Linksextremisten. Der Polizeiwissenschaftler Thomas Feltes kritisiert solche Forderungen als reine Symbolpolitik &ndash; und benennt schwerwiegende Fehler der Hamburger Polizei. [&hellip;]<br>\nAls Folge von Hamburg fordern ja einige Politiker von Union und SPD eine europ&auml;ische Extremistendatei f&uuml;r Linksextremisten. Halten Sie das f&uuml;r sinnvoll?<br>\nDas ist &ndash; mit Verlaub gesagt &ndash; ziemlicher Bl&ouml;dsinn und wieder einmal ein Paradebeispiel f&uuml;r symbolische Politik. Eine solche Datei bringt &uuml;berhaupt nichts. Hamburg hat eine lange Tradition mit Dateien; hier war man in den 1960er Jahren unter den Ersten, die mit Rocker-Dateien angefangen hatten. Aber es bringt &uuml;berhaupt nichts, wenn ich wei&szlig;, dass jemand, der verhaftet wurde, in irgendeiner Datei gelistet ist. F&uuml;r die polizeilichen Ma&szlig;nahmen und f&uuml;r das Strafverfahren ist entscheidend, was er konkret getan (oder eben nicht getan) hat. Und ich muss ihm dies nachweisen. Die Tatsache, dass jemand auf einer Liste steht, ist kein Ersatz f&uuml;r Beweismittel. Auch f&uuml;r pr&auml;ventive Ma&szlig;nahmen im Vorfeld &ndash; zum Beispiel Betretungsverbote &ndash; ist eine solche Datei nicht geeignet, denn es muss auch hier eine konkrete Gefahr vorliegen, um solche polizeilichen Ma&szlig;nahmen zu ergreifen. Man kann nicht quasi ein gallisches Dorf mit einem riesigen Zaun drum herum bauen, das nur derjenige betreten darf, dessen Daten zuvor anhand einer Datenbank abgeglichen wurden. Aber nur dann w&auml;re so etwas sinnvoll. Wir k&ouml;nnen und wollen unsere Grenzen nicht so dicht machen. Im Ergebnis ist das alles Augenwischerei. Man will von eigenen Vers&auml;umnissen ablenken, sich stark und reaktionsbereit zeigen. In Wirklichkeit lenkt man dadurch aber von den eigentlichen Ursachen ab.<br>\nWas f&uuml;r Ursachen und Vers&auml;umnisse meinen Sie?<br>\nDas Grundvers&auml;umnis lag darin, diesen Gipfel in Hamburg zu veranstalten, nur weil dort ein willf&auml;hriger B&uuml;rgermeister &ldquo;Hurra&rdquo; geschrien hat. Ich h&auml;tte von einer verantwortungsvollen Politik mehr erwartet, als diese Veranstaltung an diesem Ort durchzuf&uuml;hren. Das konnte man durchaus auch als Provokation empfinden. Das Argument, dass es auch m&ouml;glich sein muss, einen Gipfel in einer Gro&szlig;stadt wie Hamburg durchzuf&uuml;hren, ist ehrlich gesagt ziemlich zynisch und verkennt die gesamtgesellschaftliche Lage.<br>\nEinige Politiker fordern nun eine h&auml;rtere Gangart gegen Linksextremisten und sagen, der linke Terror sei genauso gef&auml;hrlich wie der rechte. Eine politische Instrumentalisierung der Hamburger Ereignisse?<br>\nAls Wissenschaftler halte ich mich an die Tatsachen, und die sind eindeutig: Von rechts geht mehr Gewalt und schwererer Schaden aus als von links. Wenn man sich die Fakten ansieht, dann erkennt man, dass das, was sich auf der rechten Seite im Moment zusammenbraut, mitnichten mit dem zu vergleichen ist, was wir im linken Bereich haben &ndash; von den nach wie vor nicht vollst&auml;ndig aufgekl&auml;rten Vorkommnissen rund um den &ldquo;NSU&rdquo; einmal abgesehen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/politik\/329\/eine-extremistendatei-ist-bloedsinn-4490.html\">Kontext: Wochenzeitung<\/a>\n<p><strong>dazu: &bdquo;Linke Gef&auml;hrder an einer Hand abz&auml;hlbar&ldquo;<\/strong><br>\nVon Rechtsradikalen geht laut dem Chef des Bundeskriminalamts eine deutlich gr&ouml;&szlig;ere Terrorgefahr aus als von Linksextremisten. Das Thema Zuwanderung habe das Problem versch&auml;rft.<br>\nDer Pr&auml;sident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger M&uuml;nch, h&auml;lt die Terrorgefahr durch Linksextremisten in Deutschland f&uuml;r &uuml;berschaubar. Es gebe innerhalb dieses Spektrums nur wenige Gef&auml;hrder, denen die deutschen Beh&ouml;rden Terroranschl&auml;ge zutrauten, sagte M&uuml;nch der &bdquo;Frankfurter Rundschau&ldquo; vom Freitag. &bdquo;Im Bereich links gingen die L&auml;nder bislang von einer Gr&ouml;&szlig;enordnung aus, die man an einer Hand abz&auml;hlen kann.&ldquo;<br>\nUnter den Rechtsextremisten liege die Zahl der Gef&auml;hrder im niedrigen zweistelligen Bereich. Die Gefahr der Bildung terroristischer Strukturen sei hier gr&ouml;&szlig;er. &bdquo;In den letzten zwei Jahren hat das Thema Zuwanderung zu einer erkennbaren Radikalisierung der Szene beigetragen. Die immense Zahl von Straftaten gegen Asylbewerberunterk&uuml;nfte in den Jahren 2015 und 2016 unterstreichen das&ldquo;, sagte M&uuml;nch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/bka-chef-muench-linke-gefaehrder-an-einer-hand-abzaehlbar-15115596.html\">FAZ<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Bayern f&uuml;hrt die Unendlichkeitshaft ein<\/strong>\n<ul>\n<li>Gef&auml;hrder k&ouml;nnen ab August in Bayern l&auml;nger vorbeugend eingesperrt werden.<\/li>\n<li>Der Landtag in M&uuml;nchen stimmte mit den Stimmen der CSU f&uuml;r das Polizeiaufgabengesetz, das die Erh&ouml;hung der Pr&auml;ventivhaft von bisher 14 Tagen auf unbefristete Zeit vorsieht.<\/li>\n<li>Alle drei Monaten soll ein Richter dar&uuml;ber entscheiden m&uuml;ssen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In Bayern gibt es k&uuml;nftig eine Haft, die es nirgendwo sonst in Deutschland gibt. Sie hei&szlig;t hier offiziell, wie in anderen Bundesl&auml;ndern auch, Gewahrsam; auch Vorbeugehaft wird sie genannt. In Wahrheit ist sie Unendlichkeitshaft, sie ist eine Haft ad infinitum:<br>\nIn Bayern kann man k&uuml;nftig, ohne dass eine Straftat vorliegt, schon wegen &ldquo;drohender Gefahr&rdquo;, unbefristet in Haft genommen werden. Da nimmt sich vergleichsweise das schludrige Prozedere, mit dem einst Gustl Mollath in der Psychiatrie festgehalten wurde, schon fast vorbildlich aus.<br>\nBisher konnte die Vorbeugehaft in Bayern bis zu 14 Tage dauern, l&auml;nger als anderswo. K&uuml;nftig aber, nach der Reform des Polizeiaufgabengesetzes, k&ouml;nnen diese 14 Tage ewig dauern; es gibt keine H&ouml;chstfrist mehr; und die richterliche Kontrolle ist sehr unzureichend.<br>\nDas alles ist eigentlich unvorstellbar; bei diesem Gesetz &ldquo;zur &Uuml;berwachung gef&auml;hrlicher Personen&rdquo; denkt man an Guantanamo, Erdogan oder die Entrechtsstaatlichung in Polen. Die Haft ad infinitum wurde aber im M&uuml;nchner Landtag beschlossen. Die CSU sollte sich sch&auml;men; die Opposition, deren Aufstand nicht einmal ein Sturm im Wasserglas war, auch. Dieses Gesetz ist eine Schande f&uuml;r einen Rechtsstaat.<br>\nEs f&uuml;hrt im &Uuml;brigen auch die Fu&szlig;fessel f&uuml;r Personen ein, von denen eine Gefahr ausgeht. Man sollte die Fessel, am besten auch f&uuml;r die H&auml;nde, den Abgeordneten anlegen, die f&uuml;r so ein Gesetz stimmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/gefaehrder-gesetz-bayern-fuehrt-die-unendlichkeitshaft-ein-1.3594307\">Heribert Prantl in der S&uuml;ddeutschen<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Kurzfristige Gedanken zur Verunglimpfung der Radikalit&auml;t<\/strong><br>\n&bdquo;Radikal&ldquo; &ndash; der Kampfbegriff einer vermeintlichen Mitte, die ihre Seele an eine radikal destruktive Ideologie verkauft hat: den Neoliberalismus. Mit dem Etikett &bdquo;radikal&ldquo; werden Menschen verunglimpft, die sich grunds&auml;tzlich und leidenschaftlich mit den Gegebenheiten auseinandersetzen, werden rechte M&ouml;rder mit linken Vermummten gleichgesetzt, mitf&uuml;hlende Veganer mit grausamen Dschihadisten. Mit dem Kampfbegriff &bdquo;radikal&ldquo; grenzt der &bdquo;ganz normale Wahnsinn&ldquo; der herrschenden Ideologie seine Gegner aus und h&auml;lt die Bev&ouml;lkerungsmehrheit in einer umhegten Komfortzone fest. Die Autorin l&auml;sst sich von diesem verkehrten Radikalit&auml;tsbegriff nicht ins Bockshorn jagen. Sie wei&szlig;: In Zeiten, in denen das Schlechte fast allgegenw&auml;rtig geworden ist, erscheint das Gute stets radikal. (Leonie Droste)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/hinter-den-schlagzeilen.de\/kurzfristige-gedanken-zur-verunglimpfung-der-radikalitaet\">Hinter den Schlagzeilen<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Bundesfinanzministerium behindert weiterhin Gemeinn&uuml;tzigkeit von Attac<\/strong><br>\nDas Bundesfinanzministerium f&uuml;hrt den Rechtsstreit um Attacs Gemeinn&uuml;tzigkeit weiter. Obwohl das Urteil des Hessischen Finanzgerichts an Klarheit nichts zu w&uuml;nschen offen l&auml;sst, hat die Beh&ouml;rde das Frankfurter Finanzamt angewiesen, beim Bundesfinanzhof Beschwerde &uuml;ber die Nichtzulassung der Revision einzulegen.<br>\nDas Hessische Finanzgericht hatte im April diesen Jahres in seiner Urteilsbegr&uuml;ndung festgestellt, dass das Engagement von Attac gemeinn&uuml;tzig ist und unter anderem der F&ouml;rderung des demokratischen Staatswesens sowie der politischen Bildung dient. Sollte der Bundesfinanzhof die Beschwerde des Finanzamts zulassen, droht Attac eine weitere jahrelange H&auml;ngepartie, bis der Bundesfinanzhof entschieden hat. Kritischem zivilgesellschaftlichem Engagement werden damit auch weiterhin Steine in den Weg gelegt.<br>\nIn der inhaltlichen Begr&uuml;ndung der Beschwerde will das Frankfurter Finanzamt politische Bildung nur dann als Satzungszweck &ldquo;Volksbildung&rdquo; anerkennen, wenn sie sich mit dem Status quo besch&auml;ftigt. Die Darstellung von Alternativen sei nicht gemeinn&uuml;tzig. Dies sei den Parteien vorbehalten, hei&szlig;t es in der Beschwerdebegr&uuml;ndung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/index.php?id=394&amp;no_cache=1&amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=9263\">attac<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Acht Jahre sind genug: Mehr Kanzlerzeit ist Narkose und schl&auml;fert die Demokratie in vielen kleinen Schritten ein<\/strong><br>\nEines muss man den Sozialdemokraten ja lassen: Sie haben das Wahlprogramm der Union mit etwas mehr Laune und Verve als das Original an die Leute gebracht. Inhaltlich ist das Ding ja nicht der Rede wert, es ist ein elitaristisches Steuerkonzept mit einigen Versprechungen ohne Gew&auml;hr. Die Union selbst hat ja dasselbe Wahlprogramm ganz anders vorgestellt. Ein m&uuml;der alter Mann aus Bayern nuschelte etwas von Innovation und seine abgek&auml;mpfte &auml;ltere Richtlinienkompetenz stierte mit ausdruckslosen Augen in die Menge der Journalisten. Auch sie kam zu Wort, formulierte ohne viel Energie nette Binsen. So sagte sie, sie habe &raquo;Lust auf Zukunft&laquo;, was ein bisschen so klang, wie wenn andere Leute ihre Lust auf einen lustigen Grillabend zum Ausdruck bringen.<br>\nW&auml;ren die beiden Lager Kombattanten in einer Casting-Show, m&uuml;ssten sie dort denselben Song je auf ihre eigene Weise interpretieren, man w&uuml;sste wer den Recall nicht schafft: Der m&uuml;de Bayer und seine Kanzlerin. Die w&auml;ren raus. Der frische Wind der SPD ist kein inhaltlicher, mehr so einer von der Performance her. Daf&uuml;r, aber wirklich nur daf&uuml;r, k&ouml;nnte man sie zwischendrin mal loben. Wir allerdings bleiben hier im Konjunktiv, denn es ist leider eben genau diese SPD, die Frau Merkel im Amt best&auml;tigt. Die leere Sozialdemokratie ist wie ein historisches Ereignis, das einer abgetakelten Kanzlerschaft genau dann in die Quere kommt, wenn sie sie am n&ouml;tigsten braucht. [&hellip;]<br>\nEine Demokratie kann nicht der Ort sein, wo sich eine an die Grenzen gekommene Richtlinienkompetenz nur deswegen im Amt festsetzt, weil der Zeitgeist einem die Illusion von Alternativlosigkeit vorgaukelt. Mit Kontinuit&auml;t hat das bei Merkel wie bei Kohl jedenfalls nichts zu tun. Sondern mit historischem Gl&uuml;ck. Begrenzte Amtszeiten k&ouml;nnen da ein Regulativ sein. Wenn sie diese zeitliche Obergrenze mit m&uuml;den Gesichtern verlesen w&uuml;rden, dann w&uuml;rde das Land hellwach.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1058017.acht-jahre-sind-genug.html\">Heppenheimer Hiob<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Nico und Arne Semsrott: Mal lustig, mal ernst &ndash; aber immer politisch<\/strong><br>\nDie Br&uuml;der Nico und Arne Semsrott sind beide politisch aktiv. Der eine macht Kabarett, der andere arbeitet f&uuml;r Transparency International. Zwei grunds&auml;tzlich verschiedene Perspektiven &ndash; doch die beiden eint, was sie antreibt.<br>\nDie Br&uuml;der Arne und Nico Semsrott sind denkbar unterschiedlich, aber sie teilen eine Leidenschaft: die Politik. Die haben sie auf ihre jeweils eigene Weise in ihr Leben integriert. Arne, Jahrgang 1988, arbeitet f&uuml;r Transparency International und leitet das Projekt &ldquo;Frag den Staat&rdquo; bei dem Verein &ldquo;Open Knowledge Foundation&rdquo;, der sich f&uuml;r offenes Wissen im Netz einsetzt. Nico, Jahrgang 1986, ist Kabarettist und wurde mit einem bitterb&ouml;sen Auftritt zur AfD zun&auml;chst im Internet bekannt.<br>\nInzwischen steht Nico auf vielen B&uuml;hnen und hat im vergangenen Jahr den Deutschen Kleinkunstpreis gewonnen. Er gibt den depressiven Anti-Kabarettisten, redet langsam, versteckt sich unter einer schwarzen Kapuze und nennt sich &ldquo;Demotivationscoach&rdquo;. Unter dieser Berufsbezeichnung kandidiert er auch als Berliner Spitzenkandidat f&uuml;r &ldquo;Die Partei&rdquo; bei der Bundestagswahl. &ldquo;So Mottos wie &lsquo;Inhalte &uuml;berwinden&rsquo; oder &lsquo;Ja zur Politik &ndash; nein zur Politik&rsquo;, das deckt sich doch sehr mit meinen Ansichten. Ich denke, wer sich f&uuml;r Politik interessiert, der kann eigentlich weder CDU, SPD oder noch eine andere etablierte Partei w&auml;hlen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/nico-und-arne-semsrott-mal-lustig-mal-ernst-aber-immer.970.de.html?dram:article_id=391523\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: T&uuml;rkische Regierung fleht nach dezenter Versch&auml;rfung von Reisehinweisen um Gnade<\/strong><br>\nMan habe zwar eine Reaktion aus Deutschland erwartet. Aber dass die Bundesregierung so weit gehen w&uuml;rde, einen ganzen Absatz in die Reisehinweise des Ausw&auml;rtigen Amtes einzuf&uuml;gen, der dezent auf die j&uuml;ngsten Verhaftungen hinweist, hatte niemand erwartet.<br>\nSchon zuvor hatte Merkel eine wahre diplomatische Bombe gez&uuml;ndet, als sie sagte &ldquo;Wir sind der festen &Uuml;berzeugung, dass diese Verhaftung absolut ungerechtfertigt ist&rdquo; &ndash; Worte wie Messer, nach denen mehrere Mitglieder der t&uuml;rkischen Regierung vor Schreck in Ohnmacht gefallen sein sollen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.der-postillon.com\/2017\/07\/reisehinweise.html\">Der Postillon<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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