{"id":3927,"date":"2009-05-08T09:03:13","date_gmt":"2009-05-08T07:03:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3927"},"modified":"2009-05-08T09:05:59","modified_gmt":"2009-05-08T07:05:59","slug":"hinweise-des-tages-887","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3927","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR)<\/p><p>Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p><ol>\n<li>Thomas Fricke: Konjunktureller Vorfr&uuml;hling<\/li>\n<li>Jetzt kommt der Kahlschlag<\/li>\n<li>Die Briefbombe des Herrn Appel<\/li>\n<li>EZB scheint nicht Herrin der Lage<\/li>\n<li>EU will Krise aussitzen<\/li>\n<li>Banken sollen f&uuml;r Schrottpapiere voll haften<\/li>\n<li>Regierung plant zahnloses Gesetz gegen Steueroasen<\/li>\n<li>Lassen Sie den Worten Taten folgen, Herr Finanzminister<\/li>\n<li>Deutsche Manager sollen f&uuml;r Misserfolg haften<\/li>\n<li>Alle Fraktionen kritisieren Finanzmarkt-Gesetzentwurf der Regierung<\/li>\n<li>US-Banken brauchen 74,6 Milliarden<\/li>\n<li>Ein Stresstest wie ein Schmuddelfilm<\/li>\n<li>Die Rettungspakete sind sehr schlecht<\/li>\n<li>Die Goldman-Connection<\/li>\n<li>Petitionsausschuss will Petition zur &Auml;nderung der Strafrechtsverj&auml;hrung in K&uuml;rze ablehnen<\/li>\n<li>AhD warnt vor Regionalisierung des Beamtentums<\/li>\n<li>Kitas alleingelassen<\/li>\n<li>Leiharbeiter klagen Nachzahlungen ein<\/li>\n<li>Wahlk&auml;mpfender CDU-Politiker ergattert TV-Rolle <\/li>\n<li>Privilegierte Sch&uuml;tzengesellschaft<\/li>\n<li>Hygiene-Schlamperei: Der Tod lauert im Krankenhaus<\/li>\n<li>USA: 3,5 Millionen Kinder von Hunger bedroht<\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3927&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Thomas Fricke: Konjunktureller Vorfr&uuml;hling<\/strong><br>\nDie Gefahr eines ungebremsten Falles der Weltwirtschaft in die Depression scheint abgewendet. Ungewiss ist, ob Deutschland davon rasch profitiert &ndash; oder auf der Strecke bleibt, wie nach dem Konjunkturabsturz 2001. Jetzt mehren sich die Zeichen daf&uuml;r, dass das Tempo des Absturzes nachl&auml;sst; dass es gelungen ist, das Schlimmste zu verhindern &ndash; immerhin. Chinesen wie Amerikaner melden, dass hie und da schon wieder mehr Geld ausgegeben wird. Der Welthandel ist zuletzt nicht mehr geschrumpft. Gemessen an den Bef&uuml;rchtungen ist das schon eine Menge. Die Frage ist nur, ob davon bald auch jene profitieren, die in der Krise weltweit am schlimmsten gest&uuml;rzt sind. Wie Deutschland. Oder Japan. Auf Anhieb spricht einiges daf&uuml;r, dass die Deutschen diesmal besser mitziehen als nach 2001. Anders als damals gibt es heute keine (rot-gr&uuml;ne) Regierung, die inmitten akuter Konjunktur- und Nachfrageeinbr&uuml;che l&auml;ngerfristige Strukturprobleme zu l&ouml;sen versucht &ndash; und damit alles nur noch schlimmer macht. Dazu kommt, dass auch Deutschlands gro&szlig;e &Ouml;konomieberater offenbar noch mal nachgedacht und herausgefunden haben, dass Konjunkturpakete in Konjunkturkrisen hilfreich sein k&ouml;nnen, was zu Gerhard Schr&ouml;ders Moderne-Wirtschaftspolitik-Zeiten noch furchtbar verp&ouml;nt war. Damals wurde mitten im Abschwung heillos Geld gek&uuml;rzt, und die &ouml;ffentlichen Investitionen erreichten Rekordtiefs. \n<p>Erh&ouml;ht wird das deutsche R&uuml;ckfallrisiko dadurch, dass hierzulande wom&ouml;glich die Geduld fehlt, die Konjunkturpakete wirken zu lassen &ndash; und Staatsdefizite hinzunehmen, bis der Aufschwung solide genug ist, um K&uuml;rzungen oder h&ouml;here Steuern zu verkraften. 2002 reduzierte Rot-Gr&uuml;n nach der Wahl panisch die Ausgaben. Und es spricht einiges daf&uuml;r, dass das damals zum folgenden Dauertief beitrug. Das Risiko bleibt, dass es schlimmer kommt. &ldquo;Wenn sich die Lage bis zum Sommer nicht stabilisiert, gibt es im Herbst heftige Massenentlassungen&rdquo;, sagt Holger Schmieding, Europachef&ouml;konom der Bank of America. Und: Auf die Bundestagswahl k&ouml;nnten wie einst hektische Konsolidierungsversuche folgen. Der Elan, mit dem schon jetzt via Schuldenbremse mechanische Defizitabbauregeln durchgeboxt werden sollen, verspricht da wenig Gutes. Solche Versuche haben in der internationalen Praxis bisher mehr geschadet als geholfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/:Kolumne-Thomas-Fricke-Konjunktureller-Vorfr%FChling\/510750.html?mode=print\">FTD<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Jetzt kommt der Kahlschlag<\/strong><br>\nEtwa zwei Drittel der 30 im Deutschen Aktienindex gelisteten Konzerne planen in n&auml;chster Zeit einen Stellenabbau in vierstelliger H&ouml;he. Das zeichnet sich nach dem Ende der Berichtssaison f&uuml;r das erste Quartal 2009 nach einer Auswertung der Zwischenberichte von 18 der 30 Dax-Unternehmen ab. Sie besch&auml;ftigen rund zwei Millionen Menschen. Ganz unterschiedlich ist die Art und Weise, wie abgebaut wird. So lockt SAP seine Angestellten mit gro&szlig;z&uuml;gigen Abfindungen zur T&uuml;r hinaus. Auch die Co-Bank lobt &ldquo;Sprinterpr&auml;mien&rdquo; von drei Monatsgeh&auml;ltern aus f&uuml;r alle, die rasch ihren B&uuml;ro-Sitz verlassen. Meist wird gegenw&auml;rtig noch durch Arbeitszeitverk&uuml;rzung versucht, Entlassungen zu verhindern. Die Autokonzerne VW, Daimler und BMW haben schon seit Anfang des Jahres zu Kurzarbeit gegriffen und Leiharbeiter auf die Stra&szlig;e gesetzt, doch verhei&szlig;en die Ausblicke in den Zwischenberichten auch f&uuml;r die Stammbelegschaften nichts Gutes: &ldquo;M&ouml;gliche weitere Anpassungen (des Personals) werden wir so ausgestalten, dass die Nachhaltigkeit unseres Gesch&auml;fts nicht beeintr&auml;chtigt wird&rdquo;, formuliert es Bayer-Chef Werner Wenning gewunden. Vor allem in der Sparte Material Science m&ouml;chte er die Belegschaft verkleinern. Schlichter dr&uuml;ckt es Thyssen-Chef Ekkhard Schulz, aus: &ldquo;Wir wollen schlanker, besser und schneller werden.&rdquo; Nach seinen Angaben sollen rund 4000 Stellen im Konzern wegfallen. 500 Millionen Euro Effizienzgewinn ist dabei das Ziel. &ndash; Viel hat der Stellenabbau mit den nach wie vor hohen Renditeerwartungen der Manager zu tun. BMW zum Beispiel: &ldquo;Wir bleiben bei unserem Profitabilit&auml;tsprogramm, das eine Kapitalrendite von 26 Prozent zum Ziel hat.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1746653&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Briefbombe des Herrn Appel<\/strong><br>\nNach einem Jahr im Amt zieht Frank Appel in seine erste gro&szlig;e Schlacht: Der Post-Chef will drastisch sparen. Auf Kosten der Angestellten soll die Rendite der Briefsparte erh&ouml;ht werden. Der Konflikt mit der Gewerkschaft entscheidet &uuml;ber Appels Erfolg &ndash; denn die Zeit der gro&szlig;en Deals und Abenteuer ist vorbei. Der Post-Chef will mit allen Mitteln erreichen, dass die Arbeitszeiten der 80.000 Brieftr&auml;ger verl&auml;ngert werden. Und dass sich die Gewerkschaft Verdi eine schon vereinbarte Lohnerh&ouml;hung um drei Prozent f&uuml;r die Angestellten in Deutschland, wo die Post insgesamt 170.000 Mitarbeiter hat, wieder abverhandeln l&auml;sst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/unternehmen\/unternehmen\/:Sparpl%E4ne-Post-Die-Briefbombe-Herrn-Appel\/700070.html\">Stern-online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Welche Konfusion auch in den K&ouml;pfen sogenannter Experten herrscht, wird an diesem Zitat deutlich: &bdquo;Der Frieden, den Zumwinkel mit den Gewerkschaften jahrelang gepflegt hat, ist zerst&ouml;rt. Dieser aber habe auf einem faulen Kompromiss beruht, kritisiert der Branchenexperte Horst Manner-Romberg: &ldquo;Es ist schon seit Jahren klar, dass die Produktivit&auml;t der Briefsparte bei einer Arbeitswoche von 38,5 Stunden zu niedrig ist. Zumwinkel war es zu hei&szlig;, die Sache anzupacken.&rdquo;<\/em><\/p>\n<p>Produktivit&auml;t als Folge von Innovationen kann den Lebensstandard ganzer Gesellschaften heben. Hier geht es aber um etwas ganz anderes, um mehr Arbeit f&uuml;r weniger Geld, also um Ausbeutung.<\/p>\n<p>Es w&auml;re Aufgabe der Politik, einem Ausbeutungswettbewerb der Post mit ihren Konkurrenten vorzubeugen. Doch damit ist leider nicht zu rechnen, im Gegenteil: Genau f&uuml;r den von Appel beabsichtigten Zweck war dieser Markt ja einst &bdquo;liberalisiert&ldquo; und die Post privatisiert worden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.egon-w-kreutzer.de\/0PaD2009\/18.html\">Wie Egon W. Kreutzer gestern treffend schrieb<\/a>, wird in Deutschland Politik nicht f&uuml;r die Menschen, sondern f&uuml;r eine kleine Schicht von Superreichen gemacht: &bdquo;Zu deren Gunsten ist Deutschland in den &ldquo;Standort Deutschland&rdquo; verwandelt worden, zu deren Gunsten wurden und werden &ouml;ffentliche Einrichtungen und Unternehmen privatisiert, oft zu Spottpreisen verh&ouml;kert.&ldquo;<\/p>\n<p>Im Falle der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutsche_Post_AG\">Post<\/a> bedeutet dies konkret: &bdquo;Das Unternehmen befindet sich nicht mehr mehrheitlich in Staatsbesitz, seit die KfW Bankengruppe (fr&uuml;her: Kreditanstalt f&uuml;r Wiederaufbau) am 14. Juni 2005 Postaktien im Wert von 2 Mrd. Euro verkaufte. Heute h&auml;lt die KfW noch 30,5% der Aktien, die restlichen 69,5% befinden sich in Streubesitz.&ldquo; <\/p>\n<p>Verdi k&auml;mpft gegen den Renditedruck der Eigent&uuml;mer, doch wie weit dieser sich durchsetzen kann, wurde und wird in Berlin entschieden, wie im Artikel klar gesagt wird: &bdquo;Appels Plan, die Gewerkschaften zu Verhandlungen &uuml;ber den bestehenden Tarifvertrag zu zwingen, wird ohne die Billigung der Bundesregierung nicht funktionieren. Der Bund ist &uuml;ber die Staatsbank KfW immer noch mit 30 Prozent an der Post beteiligt und damit der weitaus gr&ouml;&szlig;te Aktion&auml;r.&ldquo;<\/p>\n<p>Sollten also doch Mitarbeiter entlassen werden und die verbliebenen Brieftr&auml;ger f&uuml;r dasselbe Geld l&auml;nger arbeiten m&uuml;ssen, dann hat dies nichts mit der Krise zu tun. Der Dank daf&uuml;r geht allein an die Regierung in Berlin.<\/p><\/li>\n<li><strong>EZB scheint nicht Herrin der Lage<\/strong><br>\nDer Pr&auml;sident der Europ&auml;ischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, m&uuml;ht sich redlich, durch gebetsm&uuml;hlenhaftes Aufsummieren der bisher beschlossenen Zinssenkungen den Eindruck des entschlossen Handelns zu vermitteln. Eine defensive Haltung, die leider nicht von ungef&auml;hr kommt. In Monat 23 seit Ausbruch der Finanzkrise hat es der EZB-Rat am Donnerstag nur geschafft, einen Grundsatzbeschluss &uuml;ber den Ankauf von forderungsunterlegten Anleihen zu fassen. Die anderen wichtigen Notenbanken verfolgen solche Ma&szlig;nahmen schon seit vielen Monaten und haben bereits ausf&uuml;hrlich begr&uuml;ndet, was sie damit erreichen wollen. Der EZB-Rat dagegen scheint sich da nicht so sicher zu sein, und vermittelt den Eindruck, vor allem mit einem Bescheidenen kleinen Programmchen auf den &uuml;bergro&szlig;en Erwartungsdruck reagiert zu haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/handelsblatt-kommentar\/ezb-scheint-nicht-herrin-der-lage;2268396\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Kein Wunder &ndash; hat die EZB denn jemals mehr getan, als Inflationserwartungen zu bek&auml;mpfen? Die neue Weltwirtschaftskrise erst hat sie dazu gezwungen, eine Diskussion des Einsatzes der Geldpolitik als Stimulus f&uuml;r die Wirtschaft in Erw&auml;gung zu ziehen.<\/em><\/p>\n<p><em>Zum Beleg siehe dieser Beitrag in der FTD:<\/em><\/p>\n<p><strong>Lagerk&auml;mpfe im Eurotower<\/strong><br>\nWeber &amp; Co. sehen kein Risiko eines anhaltenden R&uuml;ckgangs der Preise, der eine Wirtschaft auf Jahre l&auml;hmen kann. Deshalb sind sie gegen allzu aggressive Schritte. Speziell das Gelddrucken zum Kauf bestimmter Wertpapiere widerstrebt ihnen weiter zutiefst. Sie f&uuml;rchten Fehlanreize und Inflation sowie zudem Wertverluste f&uuml;r die EZB und dass solche Ma&szlig;nahmen nur schwer umkehrbar sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:EZB-Zinsentscheid-Lagerk%E4mpfe-im-Eurotower\/510481.html?mode=print\">FTD<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>EU will Krise aussitzen<\/strong><br>\nDie Gewerkschaften haben sich entt&auml;uscht &uuml;ber den &raquo;Besch&auml;ftigungsgipfel&laquo; der Europ&auml;ischen Union in Prag gezeigt. Der Europ&auml;ische Gewerkschaftsbund (EGB) kritisierte das Fernbleiben der Staats- und Regierungschefs bei dem Treffen am Donnerstag. Der Generalsekret&auml;r des Gewerkschaftsbundes, John Monks, nannte den bei dem Treffen verabschiedeten Zehn-Punkte-Plan &raquo;nicht weitgehend genug&laquo;. Die Forderungen gegen die drohende soziale Krise seien zu allgemein gehalten, sagte er der Nachrichtenagentur AFP in Prag. Nach der Erkl&auml;rung sollen die Mitgliedsstaaten &raquo;so viele Menschen wie m&ouml;glich in Jobs halten&laquo; und &raquo;die Zahl der Ausbildungspl&auml;tze mit hoher Qualit&auml;t bis Ende 2009 deutlich aufstocken&laquo;. Besonders f&uuml;r junge Arbeitslose unter 24 Jahren soll es &raquo;so schnell wie m&ouml;glich&laquo; eine Unterst&uuml;tzung oder Umschulung geben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/05-08\/052.php?print=1\">Junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> War eigentlich nicht anders zu erwarten. Konnten die Europ&auml;er sich schon w&auml;hrend der bisherigen Verlaufs der Krise zu keinem koordinierten Vorgehen aufraffen, warum sollten sie dies bei einem Treffen tun, wo es nicht einmal um Banken, sondern nur um Jobs ging. Der tschechische Ministerpr&auml;sident und Ratsvorsitzende Mirek Topolanek hat es auf den Punkt gebracht und f&uuml;r sein Land neue Konjunkturprogrammen abgelehnt und sich f&uuml;r &ldquo;f&uuml;r Flexibilit&auml;t auf dem Arbeitsmarkt&rdquo; ausgesprochen. Hier spricht nicht nur der frisch bekehrte, osteurop&auml;ische, neoliberale Konvertit, sondern er nimmt nur vorweg, was wir hierzulande nach den Wahlen und steigenden Arbeitslosen auch zu h&ouml;ren bekommen werden. Wetten, dass! <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Banken sollen f&uuml;r Schrottpapiere voll haften<\/strong><br>\nBundesfinanzministerium und Kanzleramt haben den Entwurf f&uuml;r ein deutsches Bad Bank-Modell zur Auslagerung von Schrottpapieren noch einmal nachgebessert. Das &uuml;berarbeitete Konzept sieht nach Informationen des Handelsblatts aus Regierungskreisen eine &ldquo;maximale Schonung der Staatskasse&rdquo; vor.\n<p>Entgegen den bisherigen &Uuml;berlegungen von Bundesfinanzminister Peer Steinbr&uuml;ck (SPD) sollen die Banken jetzt f&uuml;r eventuelle Verluste aus den strukturierten Wertpapieren haften. Urspr&uuml;nglich sollte der Bund f&uuml;r m&ouml;gliche Defizite am Ende der Laufzeiten der Schrottpapiere eintreten. &ldquo;Damit tr&auml;gt das Kreditinstitut dessen Anteilseigner letztlich s&auml;mtliche Verluste aus den &uuml;bertragenen Wertpapieren&rdquo;, hei&szlig;t es in den Entw&uuml;rfen der Bundesregierung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/banken-sollen-fuer-schrottpapiere-voll-haften;2268438\">Handelsblatt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Das klingt zu sch&ouml;n, um wahr zu sein. Nach den bisherigen Erfahrungen muss die erste Frage lauten: Wo ist der Haken?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Regierung plant zahnloses Gesetz gegen Steueroasen<\/strong><br>\nHausherr Peer Steinbr&uuml;ck (SPD) droht Bundesb&uuml;rgern empfindliche Einbu&szlig;en f&uuml;r den Fall an, dass sie Gewinne am Finanzamt vorbei auf versteckte Schweizer Konten oder in namenlose Liechtensteiner Stiftungen &uuml;berweisen. Weigern sich die vermeintlichen Steuerhinterzieher, ihrem Finanzamt alle verlangten Informationen zu geben, d&uuml;rfen sie bestimmte Ausgaben k&uuml;nftig nicht mehr von der Steuer absetzen. Diesen Mechanismus legt das Gesetz, dem Union und SPD demn&auml;chst zustimmen wollen, zwar grunds&auml;tzlich fest, entscheidende Bestandteile fehlen allerdings. Die Sanktionen k&ouml;nnen nur angewendet werden, wenn die Regierung zuvor eine zus&auml;tzliche Verordnung beschlossen hat. In dieser m&uuml;ssten Union und SPD regeln, welche Staaten sie als Steueroasen betrachten. Dazu aber ist die Union vorl&auml;ufig nicht bereit. Der Schweiz und anderen Staaten m&uuml;sse man &ldquo;ein paar Monate&rdquo; Zeit geben, sagte Otto Bernhardt, der finanzpolitische Sprecher der CDU\/CSU-Bundestagsfraktion.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=in&amp;dig=2009%2F05%2F08%2Fa0078&amp;cHash=8a5dd47c30&amp;type=98\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Lassen Sie den Worten Taten folgen, Herr Finanzminister<\/strong><br>\nOskar Lafontaine fordert Steuergerechtigkeit. Rede in der Debatte zur Bek&auml;mpfung der Steuerhinterziehung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksfraktion.de\/rede.php?artikel=1381042213\">Linksfraktion (Text)<\/a><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Mm-8aIcAJKo\">Linksfraktion (Video)<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Kurzweilig und schl&uuml;ssig &ndash; vor allem im Vergleich zu dem, was Koalitionspolitiker zum Thema sagen zu m&uuml;ssen meinten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Deutsche Manager sollen f&uuml;r Misserfolg haften<\/strong><br>\nMit mindestens einem Jahresgehalt sollen Manager k&uuml;nftig haften, wenn mit ihrem Unternehmen etwas schiefgeht. Darauf hat sich die grosse Koalition in Berlin geeinigt. Ebenso soll die Auszahlung von Erfolgspr&auml;mien erst am Ende der Vertragsdauer erfolgen. Ein Unternehmensvorstand soll k&uuml;nftig erst nach zwei Jahren in den Aufsichtsrat wechseln k&ouml;nnen. Vor einigen Wochen hatte sich die Koalition bereits auf erste Auflagen wie die K&uuml;rzung von Geh&auml;ltern bei wirtschaftlichem Misserfolg verst&auml;ndigt. Die Wirtschaftsverb&auml;nde sind entsetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/manager_sollen_fuer_misserfolg_haften_1.2516531.html?printview=true\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Alle Fraktionen kritisieren Finanzmarkt-Gesetzentwurf der Regierung<\/strong><br>\nIm Aufsichtsrat der IKB h&auml;tten nur Leute gesessen, die Bilanzen h&auml;tten lesen k&ouml;nnen. &ldquo;Und dennoch ist das komplett schiefgegangen&rdquo;, so die Gr&uuml;nen.\n<p>Die Fraktion sprach sich f&uuml;r eine St&auml;rkung des Aufsichtsrates insgesamt aus. Aber wie ein Aufsichtsrat mit einem Vorstand umzugehen habe, das k&ouml;nne nicht in ein Gesetz geschrieben werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/hib\/2009\/2009_132\/01.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung des NDS-Lesers M.:<\/strong> Die Antwort haben die Damen und Herren sich schon selbst gegeben. Wenn die Kontrolle funktionieren soll, muss eben die Haftung f&uuml;r fehlerhafte Kontrolle versch&auml;rft werden. Ein kritischer Aufsichtsrat muss nicht von vornherein alles verstehen, aber er sollte sich plausibel erkl&auml;ren lassen, wie der Vorstand aktives Risikomanagement betreibt. Pedantisches Nachfragen sollte selbstverst&auml;ndlich sein. In der Praxis sah es zumindest in der Vergangenheit oft so aus, dass Aufsichtsratssitzungen reine Konsensveranstaltungen waren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>US-Banken brauchen 74,6 Milliarden<\/strong><br>\nFinanzminister Geithner hat das Geheimnis gel&uuml;ftet: 10 der 19 gr&ouml;&szlig;ten US-Finanzinstitute ben&ouml;tigen insgesamt 74,6 Mrd. $ an frischem Kapital. Besonders schlecht schnitten Citigroup und Bank of America ab &ndash; auch Morgan Stanley muss nachbessern. Die Analyse der Beh&ouml;rden f&ouml;rderte in einem Extremszenario zu Tage, dass den US-Banken in den kommenden zwei Jahren Verluste in H&ouml;he von 599,2 Mrd. $ drohen k&ouml;nnten. Das gr&ouml;&szlig;te Risiko schlummert im Hypothekenmarkt, bei denen Verluste von 185,5 Mrd. $ entstehen k&ouml;nnten. Die Handelsb&uuml;cher sind der zweite gro&szlig;e Unsicherheitsfaktor. Hier beziffern die Aufseher die Gefahr auf 99,3 Mrd. $. Ziel des Stresstests ist es, die Banken wieder in die Lage zu versetzen, die US-Wirtschaft mit Krediten zu versorgen. Denn trotz staatlicher Gelder aus dem Bankenrettungspaket Tarp versch&auml;rften die Finanzinstitute ihre Kreditvergabe. Aus Daten des Finanzministeriums geht hervor, dass das Darlehensvolumen im Februar im Vergleich zum Oktober, als das 700 Mrd. $ schwere Tarp-Programm aufgelegt worden war, um 23 Prozent zur&uuml;ckging. 16 der 19 gr&ouml;&szlig;ten Empf&auml;nger von Staatsgeld drosselten demnach ihre Kredite, gegen&uuml;ber Januar lag das Minus bei 4,7 Prozent. Kritiker bem&auml;ngeln, die Regierung habe bei dem Stresstests die H&uuml;rden zu niedrig gesetzt. Einige Experten warnen bereits vor weiteren L&ouml;chern in den Kapitaldecken der Banken. &ldquo;Obwohl es Zeichen f&uuml;r eine Erholung der Wirtschaft gibt, sind diese noch nicht stark genug, um nahezulegen, dass die Bankindustrie keine weiteres Kapital in bedeutender H&ouml;he zus&auml;tzlich zu dem vom Finanzministerium gemeldeten Bedarf ben&ouml;tigt&rdquo;, schrieben Analysten von Keefe, Bruyette and Woods in einer Notiz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:Stresstest-Resultate-US-Banken-brauchen-74-6-Milliarden\/510322.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Ein Stresstest wie ein Schmuddelfilm<\/strong><br>\nNackte Tatsachen ohne Handlung: Die Resultate der Bankpr&uuml;fung liegen vor. Damit geht ein regelrechtes Schmierentheater zu Ende, das die Amerikaner der &Ouml;ffentlichkeit wirklich h&auml;tten ersparen k&ouml;nnen. Denn die eigentlichen Aufgaben kamen zu kurz. Was fehlt in der gesamten Kreditkrise, ist eine Regierung, die mit eitlen, aktionsarmen Lustspielchen aufh&ouml;rt. Das bedeutet: Geldh&auml;user staatlich &uuml;bernehmen, schrumpfen und &ndash; wenn sich kein privater K&auml;ufer findet &ndash; schlie&szlig;en. Eine Variante lautet: Eine insolvente Bank in einen guten und schlechten Teil aufspalten. Nicht nur w&uuml;rden Aktion&auml;re und Gl&auml;ubiger anstelle des Steuerzahlers rasiert. Der Vorteil l&auml;ge auch darin, die problematischen Wertpapiere von dem gesunden Kern zu trennen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/kommentare\/:Kommentar-Ein-Stresstest-wie-ein-Schmuddelfilm\/510722.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Rettungspakete sind sehr schlecht<\/strong><br>\nFalsche Anreizstrukturen gelten als einer der Hauptgr&uuml;nde daf&uuml;r, dass die Bank Lehman Brothers und damit beinahe auch die gesamte Wall Street zu Fall gebracht wurde. Nobelpreistr&auml;ger Robert Aumann geht mit der US-Wirtschaftspolitik hart ins Gericht. Aumann schl&auml;gt deshalb vor, Manager mit Aktien zu kompensieren, denn dann verliere ein Manager auch dann Geld, wenn das Unternehmen Verluste verzeichne. Laut Aumann waren die heutigen Anreizsysteme urspr&uuml;nglich nicht daf&uuml;r gedacht, die Manager dazu zu bringen, h&ouml;here Risiken einzugehen, in der Realit&auml;t verleiteten sie diese aber genau dazu. Da Manager nur f&uuml;r ein paar Jahre ein Unternehmen lenken, optimieren diese vor allem das kurzfristige Wohl des Unternehmens und nicht das langfristige. Aumann schl&auml;gt vor, dass die Aktien der Manager, die sie als Kompensation erhalten, f&uuml;r beispielsweise zehn Jahre gesperrt werden sollten, denn dann wirkten die Anreize auch nach der Beendigung des Arbeitsverh&auml;ltnis weiter. Ein Manager wird dadurch motiviert, das langfristige Wohl des Unternehmens st&auml;rker zu beachten, weil sein eigenes enger daran gekn&uuml;pft ist. Die Rettungspakete f&uuml;r Banken seien &auml;usserst schlecht, da sie falsche Anreize setzten und Banken dazu verleiteten, auch k&uuml;nftig zu hohe Risiken zu fahren, da sie wissen, dass ihnen &ndash; sollten sich die Risiken als schlechte entpuppen &ndash; der Staat mit einem Rettungspaket zu Hilfe kommen werde. Man k&ouml;nne eine k&uuml;nftige Krise nur verhindern, indem man Institutionen, denen die Pleite drohe, eben gerade nicht mit Rettungspaketen aus der Patsche helfe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/webtv\/die_rettungspakete_sind_sehr_schlecht__1.2517576.html?printview=true\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Nobelpreistr&auml;ger Robert Aumann ist, zumindest in diesem Interview, der klassische Fall eines Wissenschaftlers, der aus der Perspektive einer Modellsituation der Wirklichkeit Ratschl&auml;ge erteilt. Nat&uuml;rlich ist es auf abstrakter Ebene nachvollziehbar, dass die Banken beim n&auml;chsten Mal keine so gro&szlig;en Risiken eingehen w&uuml;rden, rationales Verhalten (homo oeconomicus) vorausgesetzt, wenn sie beim ersten zu riskanten Spiel nicht durch den Staat aufgefangen w&uuml;rden, insbesondere dann, wenn auch die Manager das volle Risiko tragen m&uuml;ssten. Dass der Preis f&uuml;r die Lehren im Finanzsektor den Zusammenbruch der Volkswirtschaft nach sich z&ouml;ge, spielt f&uuml;r den Spieltheoretiker keine Rolle, da die Situation der Banken per definitionem in der Ausblendung der vielen R&uuml;ckkoppelungen zur Realit&auml;t durchgespielt wird.- Joseph Stiglitz hat einmal zu solchen Modellsituationen auf sein Physikstudium zur&uuml;ckgegriffen und von Modellen erz&auml;hlt, in denen der Reibungswiderstand durch die Luft vernachl&auml;ssigt wurde, aber kein Mensch w&auml;re auf die Idee gekommen, auf der Basis eines solchen Modells ein Flugzeug zu entwerfen &ndash; im Gegensatz zu manch einem Modelltheoretiker in den Wirtschaftswissenschaften.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Goldman-Connection<\/strong><br>\nDer Aufsichtsratschef der New Yorker Federal Reserve, der wichtigsten der zw&ouml;lf regionalen Notenbanken, hat mit privaten Aktiengesch&auml;ften und einem Aufsichtsratsmandat bei Goldman Sachs eine Diskussion um die Verquickung der Interessen der Wall Street mit den Aufgaben einer Notenbank ausgel&ouml;st. Dabei sind die Gesch&auml;fte von Stephen Friedman, mit denen er Millionen machte, nur die Spitze eines Eisbergs.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/konjunktur-nachrichten\/die-goldman-connection;2268232\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><strong>Petitionsausschuss will Petition zur &Auml;nderung der Strafrechtsverj&auml;hrung in K&uuml;rze ablehnen<\/strong><br>\nAm 12. M&auml;rz 2009 <a href=\"?p=3819\">berichteten wir<\/a> &uuml;ber eine Petition, die der Betreiber von T-Blog.de aus Anlass der Finanzkrise beim Deutschen Bundestag eingereicht hatte.\n<p>Der Petent berichtet nun auf seinem Blog, dass der Petitionsausschuss diese Petition zur &Auml;nderung der Strafrechtsverj&auml;hrung <a href=\"http:\/\/www.t-blog.de\/blog\/wer-wird-geschutzt\">demn&auml;chst ablehnen will<\/a>.<\/p><\/li>\n<li><strong>AhD warnt vor Regionalisierung des Beamtentums<\/strong><br>\nDie Arbeitsgemeinschaft h&ouml;herer Dienst (AhD) betrachtet die l&auml;nderweise unterschiedlichen politischen Zielsetzungen zur Reform des Beamtenrechtes, insbesondere zum Laufbahnrecht, als mobilit&auml;tsfeindlich. Der Vorsitzende der AhD, Rechtsanwalt Dr. Michael Hartmer, warnte vor einer drohenden &ldquo;Regionalisierung&rdquo; des Beamtentums: &ldquo;Wenn die auf Mobilit&auml;t angewiesenen Beamten des h&ouml;heren Dienstes mangels Vergleichbarkeit der Laufbahnen und anderer Vorschriften des Beamtenrechts nicht mehr von Bundesland zu Bundesland oder von Bundesland zum Bund oder umgekehrt wechseln k&ouml;nnen, ist der von den L&auml;ndern gewollte Wettbewerbsf&ouml;deralismus im Beamtenrecht an einem wichtigen Punkt gescheitert&rdquo; erkl&auml;rte Hartmer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/bildungsklick.de\/pm\/68097\/ahd-warnt-vor-regionalisierung-des-beamtentums\/\">Bildungsklick<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Nicht, dass uns etwa am Erfolg des Projekts Wettbewerbsf&ouml;deralismus gelegen w&auml;re. Das halten wir nach wie vor f&uuml;r eine Form der Kleinstaaterei und f&uuml;r unvereinbar mit den Aufgaben eines modernen Staates. Dieser Einwand erscheint uns aber dennoch erw&auml;hnenswert, weil die Verfechter des Wettbewerbsf&ouml;deralismus sich damit auch noch als au&szlig;erstande erweisen, ihre eigenen Ziele konsequent umzusetzen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Kitas alleingelassen<\/strong><br>\nNeue Studie: Erzieherinnen werden mit immer mehr Aufgaben belastet. Kaum Neueinstellungen. Susanne Viernickel von der Berliner Alice-Salomon-Hochschule, eine der Autorinnen der Untersuchung, betonte, die meisten Erzieherinnen seien noch immer hoch motiviert. Die wachsenden Anforderungen an ihre Arbeit bew&auml;ltigten sie aber vielfach nur noch, indem sie zus&auml;tzlich anfallende Aufgaben in ihrer Freizeit erledigen. In der Erziehungswissenschaft, so Viernickel, seien hinsichtlich der sogenannten Fachkraft-Kind-Relation Schwellenwerte beschrieben, ab denen &raquo;p&auml;dagogische Proze&szlig;qualit&auml;t&laquo; und Wohlbefinden der Kinder negativ beeinflu&szlig;t werden. Empfohlen w&uuml;rde beispielsweise, da&szlig; eine Erzieherin maximal zehn Drei- bis Sechsj&auml;hrige bzw. vier unter Dreij&auml;hrige betreut. Diese Werte werden in den meisten L&auml;ndern weit &uuml;berschritten. Schlu&szlig;lichter sind laut Studie Brandenburg und Bremen, wo eine Fachkraft offiziell f&uuml;r 16 Drei- bis Sechsj&auml;hrige zust&auml;ndig ist. Tats&auml;chlich aber mu&szlig; eine Erzieherin in diesen L&auml;ndern im Schnitt sogar 20 Kinder betreuen. Denn in den Personalzuweisungen f&uuml;r die Kitas sind Ausfallzeiten durch Urlaub, Krankheit und Fortbildung ebensowenig ber&uuml;cksichtigt wie Vor- und Nachbereitung der Arbeit mit den Kindern, Elterngespr&auml;che und Dokumentationen. \n<p>Angesichts solcher Rahmenbedingungen k&ouml;nne selbst die engagierteste Erzieherin die aus den Bildungspl&auml;nen resultierenden 138 Einzelanforderungen nicht erf&uuml;llen, sagte Norbert Hocke, Jugendhilfeexperte im GEW-Bundesvorstand. Die drei Organisationen warnten angesichts der Untersuchungsergebnisse vor einem Bildungs- und Erziehernotstand und forderten Bund, L&auml;nder und Kommunen zu einer &raquo;Qualit&auml;tsoffensive&laquo; in den Kitas auf. Entscheidend seien dabei auch die Qualifizierung und eine bessere Bezahlung der Fachkr&auml;fte. Cord Wellhausen, Vizechef des Parit&auml;tischen Gesamtverbandes, ist &uuml;berzeugt, da&szlig; ohne eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in den Kitas &raquo;alle Bildungspl&auml;ne Makulatur bleiben. Wem das notwendige Werkzeug fehlt, der kann auch mit der besten Gebrauchsanleitung nichts anfangen&laquo;. Bernd Schl&uuml;ter hob die Bedeutung der fr&uuml;hkindlichen Bildung bei der Verbesserung der Chancen insbesondere der rund zwei Millionen Kinder aus armen Familien hervor. Wie Hocke bef&uuml;rchtet auch er angesichts der schlechten Bezahlung und der zunehmenden Arbeitsbelastung einen zunehmenden Nachwuchsmangel im Erzieherberuf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/05-08\/042.php?print=1\">Junge Welt<\/a><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gew.de\/Binaries\/Binary47887\/expertise_gute_betreuung_web.pdf\">GEW [PDF &ndash; 605 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Leiharbeiter klagen Nachzahlungen ein<\/strong><br>\nAls Konsequenz aus einem Urteil, demzufolge die Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften f&uuml;r die Leiharbeitsbranche keine Tarifvertr&auml;ge abschlie&szlig;en darf, haben erste Leiharbeiter Klagen auf Lohnnachzahlungen gegen Zeitarbeitsfirmen eingereicht. Insgesamt k&ouml;nnten 200000 Besch&auml;ftigte klageberechtigt und 1100 Firmen betroffen sein, berichtete das ARD-Magazin &raquo;Panorama&laquo; am Donnerstag vorab. Das Berliner Arbeitsgericht hatte den &raquo;christlichen Gewerkschaften&laquo; am 1. April die Tariff&auml;higkeit aberkannt, weil es ihnen an Mitgliedern und Durchsetzungskraft fehle. Laut Gesetz m&uuml;ssen Leiharbeiter grunds&auml;tzlich genausoviel Lohn bekommen wie Stammarbeiter der Unternehmen, in denen sie eingesetzt werden &ndash; au&szlig;er es gibt einen anderslautenden Tarifvertrag.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/05-08\/045.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Wahlk&auml;mpfender CDU-Politiker ergattert TV-Rolle <\/strong><br>\nDer Th&uuml;ringer CDU-Landtagsfraktionschef Mike Mohring ist wenige Wochen vor der Kommunalwahl in einer Nebenrolle auf dem Bildschirm zu sehen. In der Kinder- und Jugendserie &ldquo;Schloss Einstein&rdquo; des ARD\/ZDF-Kinderkanals Kika mimt der 37-J&auml;hrige in einer Szene einen Notarzt, der ein Neugeborenes untersucht, teilte die Saxonia Media Filmproduktion GmbH am Donnerstag auf Anfrage mit. \n<p>In derselben Kika-Serie wurde dagegen der Schauspieler Peter Sodann, der f&uuml;r die Linkspartei f&uuml;r das Bundespr&auml;sidentenamt kandidiert, bis zur Bundespr&auml;sidentenwahl am 23. Mai vom Bildschirm genommen. Sodann spielt in der Kika-Serie einen Schulamtsleiter. Seine vor&uuml;bergehende Bildschirmsperre wurde von dem f&uuml;r den Kika zust&auml;ndigen Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) mit einer MDR-Richtlinie begr&uuml;ndet. Demnach d&uuml;rfen Mitarbeiter und Schauspieler, die an einem Wahlkampf beteiligt sind, sechs Wochen vor der Wahl nicht am Mikrofon oder auf dem Bildschirm auftreten. Mohring kandidiert in gut vier Wochen im Kreis Weimarer Land als CDU-Spitzenkandidat f&uuml;r den Kreistag.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.digitalfernsehen.de\/news\/news_773815.html\">Digital Fernsehen<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Privilegierte Sch&uuml;tzengesellschaft<\/strong><br>\nDie angebliche Versch&auml;rfung des Waffenrechts nach dem Massaker von Winnenden ist gar keine Versch&auml;rfung &ndash; dank der Waffenlobby.<br>\nAn dieser Stelle eine herzliche Gratulation an den Deutschen Sch&uuml;tzenbund, an den Bund der Sportsch&uuml;tzen, an die Verb&auml;nde der J&auml;ger, der Waffensammler und Waffenhersteller. Sie haben den Gesetzgeber nach dem Massaker von Winnenden erfolgreich vor dem bewahrt, was sie &ldquo;Aktionismus&rdquo; nennen. Sie haben die Regierung von einer Versch&auml;rfung des Waffenrechts abgehalten. (&hellip;)\n<p>Die Versch&auml;rfung des Rechts sieht nun also so aus, dass man mit Waffen, die nicht scharf sind, nicht mehr schie&szlig;en darf, sehr wohl aber ohne Restriktion mit scharfen Waffen.<br>\nEin Kommentar von Heribert Prantl.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/199\/467770\/text\/\">SZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Hygiene-Schlamperei: Der Tod lauert im Krankenhaus<\/strong><br>\nEin Routineeingriff kann t&ouml;dlich enden: Bis zu einer Million Patienten werden j&auml;hrlich im Krankenhaus mit gef&auml;hrlichen Keimen, sogenannten MRSA, infiziert. Mehr als 40.000 sterben Sch&auml;tzungen zufolge daran. Eine neue Entscheidung des Bundesgerichtshofs erleichtert Klagen gegen Hygiene-Schlamperei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wissenschaft\/medizin\/:Hygiene-Schlamperei-Der-Tod-Krankenhaus\/661510.html?pr=1\">STERN<\/a><\/li>\n<li><strong>USA: 3,5 Millionen Kinder von Hunger bedroht<\/strong><br>\nSch&auml;tzungsweise 3,5 Millionen Kinder sind in den USA von Hunger bedroht, so die Organisation Feeding America in ihrem neuesten Bericht. Er beruht auf Zahlen des US-Amts f&uuml;r Bev&ouml;lkerungsstatistik und des Landwirtschaftsministeriums aus den Jahren von 2005 bis 2007. Es ist nach Angaben der Organisation die erste derartige Untersuchung zur Lage der unter F&uuml;nfj&auml;hrigen. Ursachen seien das Ausma&szlig; von Arbeitslosigkeit und Armut und geringe staatliche Lebensmittel- und Einkommensbeihilfen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=au&amp;dig=2009%2F05%2F08%2Fa0088&amp;cHash=9f80442783&amp;type=98\">TAZ<\/a><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/feedingamerica.org\/newsroom\/press-release-archive\/child-food-insecurity.aspx?print=1\">Feeding America &ndash; Meldung vom 8. Mai<\/a><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/feedingamerica.org\/our-network\/the-studies\/~\/media\/Files\/research\/child-food-insecurity.ashx\">Feeding America &ndash; Bericht &uuml;ber die Ern&auml;hrungssituation von Kindern in den USA 2005 bis 2007<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es trifft einen wie die Faust in die Magengrube. Die st&auml;rkste Wirtschaftsmacht dieser Erde und Millionen Kinder hungern. Nat&uuml;rlich war schon immer irgendwie klar, dass etwas gewaltig schief l&auml;uft in den USA, wenn es bei besseren Wachstumsraten als in Europa dem Durchschnittsb&uuml;rger heute nicht besser geht als vor zwanzig Jahren. Und wir kennen auch die Ursache. Die Fr&uuml;chte dieses Wachstums sind &uuml;berwiegend an die oberen Einkommensgruppen gegangen. Aber dass sich in den unteren Einkommensgruppen eine solche Zahl von vom Hunger bedrohten Kindern verbirgt, war nicht zu erwarten. <\/em><\/p>\n<p>Man k&ouml;nnte sich damit begn&uuml;gen zu sagen, Schande &uuml;ber Amerika. Aber wer im Glashaus (&hellip;) <\/p>\n<p>Nach Sch&auml;tzungen des DIW ist der Gini-Koeffizient f&uuml;r Ungleichheit in Westdeutschland zwischen 1992 und 2006 um 6 Prozentpunkte gestiegen. Was nicht anderes bedeutet, dass bei wachsende Ungleichheit die durch Wirtschaftswachstum erzielten Gewinne nicht gleich verteilt werden. Setzt sich diese Entwicklung fort, werden wir in Deutschland &uuml;ber die bereits bestehende Kinderarmut hinaus amerikanische Verh&auml;ltnisse erleben. Was das f&uuml;r die Lebenschancen dieser Kinder bedeutet, kann sich jeder ausmalen. <\/p>\n<p>Was tun? Wir m&uuml;ssen zur Kenntnis nehmen, dass das Anwachsen des Bruttoinlandsprodukts nicht zwangsl&auml;ufig zu einem h&ouml;heren Lebensstandard f&uuml;r alle f&uuml;hrt. Wir m&uuml;ssen uns der Verteilungsfrage annehmen. Es ist den Forschungen von Anthony Atkinson zu verdanken, dass wir heute wissenschaftlich belegt wissen, dass sogar ein geringeres Bruttoinlandsprodukt bei einer Verringerung der Ungleichverteilung einen h&ouml;heren Lebensstandard erm&ouml;glicht. Atkinson hat z.B. berechnet, dass wegen der gr&ouml;&szlig;eren Ungleichheit die USA ein etwa 15 Prozent h&ouml;heres Nationaleinkommen ben&ouml;tigten, um das unser Niveau nationaler Wohlfahrt zu erreichen. <\/p>\n<p>Gerade angesichts der gegenw&auml;rtigen Rezession sollten wir uns der Erkenntnis stellen: Ein h&ouml;herer Lebensstandard ist nicht nur &uuml;ber Wachstum m&ouml;glich, sondern auch &ndash; durch Abbau der Ungleichverteilung von Einkommen und Verm&ouml;gen.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p>\n<ol>\n<li>Thomas Fricke: Konjunktureller Vorfr&uuml;hling<\/li>\n<li>Jetzt kommt der Kahlschlag<\/li>\n<li>Die Briefbombe des Herrn Appel<\/li>\n<li>EZB scheint nicht Herrin der Lage<\/li>\n<li>EU will Krise aussitzen<\/li>\n<li>Banken sollen f&uuml;r Schrottpapiere voll haften<\/li>\n<li>Regierung plant zahnloses Gesetz gegen Steueroasen<\/li>\n<li>Lassen Sie den Worten Taten folgen, Herr Finanzminister<\/li>\n<li>Deutsche Manager sollen f&uuml;r Misserfolg haften<\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3927\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3927","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3927","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3927"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3927\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3927"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3927"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3927"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}