{"id":39297,"date":"2017-07-21T16:37:37","date_gmt":"2017-07-21T14:37:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39297"},"modified":"2017-07-21T16:37:37","modified_gmt":"2017-07-21T14:37:37","slug":"hinweise-des-tages-ii-304","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39297","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39297#h01\">Br&uuml;chige Br&uuml;cke<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39297#h02\">Verhandlungen EU-Gro&szlig;britannien: So geht Brexit &ndash; oder auch nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39297#h03\">Ist der S&uuml;den Europas &bdquo;strukturell&ldquo; r&uuml;ckst&auml;ndig?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39297#h04\">Notenbanker in der Klemme<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39297#h05\">Terroralarm bei &ldquo;Rock am Ring&rdquo;: Kein Sprengstoff, keine Waffen, kein Plan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39297#h06\">Geheimes Dokument: Das BKA will schon dieses Jahr Messenger-Apps wie WhatsApp hacken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39297#h07\">Absprachen zu Technik, Kosten, Zulieferern: Das geheime Kartell der deutschen Autobauer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39297#h08\">Der gro&szlig;e Etikettenschwindel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39297#h09\">Schuften in S&uuml;dkorea<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39297#h10\">Verwaltungsgerichte &uuml;berlastet durch Asylklagen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39297#h11\">Kritik an polnischer Justizreform: Sitzt Deutschland im Glashaus?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39297#h12\">Polizeigewalt in Frankreich: Der Staat als Feind<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39297#h13\">Brutaler Mietmarkt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39297#h14\">Opposition w&auml;hnt sich als Sieger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39297#h15\">Schwarzseher und Sch&ouml;nredner: Die Moral der &Uuml;berzeugten<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Br&uuml;chige Br&uuml;cke<\/strong><br>\nMit demonstrativer Zur&uuml;ckweisung, faktisch aber relativ zur&uuml;ckhaltenden Ma&szlig;nahmen reagiert Berlin auf die j&uuml;ngsten Repressalien Ankaras gegen Menschenrechtler und Journalisten aus Deutschland. Man werde die K&uuml;rzung von EU-Zusch&uuml;ssen f&uuml;r die T&uuml;rkei diskutieren und eventuell staatliche Exportgarantien deckeln, k&uuml;ndigt Au&szlig;enminister Sigmar Gabriel an. Tats&auml;chlich hat Br&uuml;ssel einige bezuschusste T&uuml;rkei-Programme l&auml;ngst gestrichen, da die erhofften Erfolge ausblieben; auch gehen deutsche Exporte und Investitionen ohnehin bereits zur&uuml;ck. Die vorsichtigen Reaktionen erkl&auml;ren sich daraus, dass Berlin f&uuml;r seine ausgreifende Machtpolitik aus geostrategischen Gr&uuml;nden auch in Zukunft auf die T&uuml;rkei, seine traditionelle &ldquo;Landbr&uuml;cke&rdquo; nach Mittelost, angewiesen ist, w&auml;hrend Ankara sich in zunehmendem Ma&szlig;e vom Westen ab- und dem Osten zuwendet. Die Bundesakademie f&uuml;r Sicherheitspolitik hat k&uuml;rzlich Experten untersuchen lassen, ob mit einer umfassenden und dauerhaften Abkehr Ankaras und einer Bindung der T&uuml;rkei an Russland und China zu rechnen ist. Experten warnen vor langfristigen deutschen Einflussverlusten. [&hellip;]<br>\nDie Autoren der zweiten BAKS-Kurzstudie, die sich mit Ankaras Beziehungen zu China befasst, weisen darauf hin, dass die T&uuml;rkei f&uuml;r die Volksrepublik vor allem im Zusammenhang mit der &ldquo;Neuen Seidenstra&szlig;e&rdquo; (&ldquo;One Belt, One Road&rdquo; &ndash; german-foreign-policy.com berichtete [9]) gro&szlig;e Bedeutung gewinnt &ndash; sie sei &ldquo;zentraler Knotenpunkt der neuen &lsquo;Seidenstra&szlig;en&rsquo; an Land und auf See&rdquo;.[10] Tats&auml;chlich boomen die t&uuml;rkisch-chinesischen Gesch&auml;fte schon jetzt; mittlerweile hat China Deutschland als wichtigster Lieferant der T&uuml;rkei &uuml;berholt und stellt bereits mehr als ein Achtel der t&uuml;rkischen Importe. Vorst&ouml;&szlig;e aus Ankara, die auf eine Mitgliedschaft in der h&auml;ufig als &ouml;stlich-asiatische Alternative zur NATO gehandelten Shanghai Cooperation Organisation (SCO) zielen [11], w&uuml;rden in Beijing &ldquo;skeptisch&rdquo; beurteilt, berichtet die BAKS: In der chinesischen Hauptstadt glaube man nicht an eine umfassende Hinwendung der T&uuml;rkei nach Osten; man gehe stattdessen davon aus, dass die t&uuml;rkischen SCO-Kontakte &ldquo;als Trumpf bei Gespr&auml;chen mit der NATO, den USA und der EU&rdquo; dienen sollten und es Ankara dabei darum gehe, &ldquo;die strategischen Optionen und die Unabh&auml;ngigkeit des Landes&rdquo; zu erh&ouml;hen. Allerdings biete die derzeitige Lage &ldquo;eine au&szlig;ergew&ouml;hnliche Gelegenheit zur Entwicklung umfassenderer Beziehungen zwischen der T&uuml;rkei und &hellip; China&rdquo;.<br>\n&ldquo;Auf Knien nach Ankara&rdquo;<br>\nDie Aussicht auf einen wohl nicht umfassenden, aber doch sp&uuml;rbaren Einflussverlust in Ankara veranlasst Berlin, sich weiterhin vergleichsweise nachgiebig zu zeigen. EU-Kommissar G&uuml;nther Oettinger hat die heutige Lage bereits Anfang 2013 zutreffend vorausgesagt. Mit Blick auf die schw&auml;chelnde deutsche Stellung in der T&uuml;rkei bei gleichbleibend starken geostrategischen Interessen erkl&auml;rte Oettinger: &ldquo;Ich m&ouml;chte wetten, dass einmal ein deutscher Kanzler oder eine Kanzlerin im n&auml;chsten Jahrzehnt &hellip; auf Knien nach Ankara robben wird, um die T&uuml;rken zu bitten, Freunde, kommt zu uns.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/59643\">German Foreign Policy<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Verhandlungen EU-Gro&szlig;britannien: So geht Brexit &ndash; oder auch nicht<\/strong><br>\nNach zwei Verhandlungsrunden konstatieren die Chefunterh&auml;ndler &bdquo;fundamentale Differenzen&ldquo;. Worum geht es eigentlich?<br>\nSie duzen sich und sie loben sich. &bdquo;Konstruktiv und positiv&ldquo; sei die zweite Verhandlungsrunde &uuml;ber den EU-Austritt Gro&szlig;britanniens gewesen, sagten Michel Barnier und David Davis am Donnerstag vor ihrem abschlie&szlig;enden gemeinsamen Mittagessen in Br&uuml;ssel &ndash; doch in der Sache sind sich die Chefunterh&auml;ndler aus Br&uuml;ssel und London nicht n&auml;hergekommen. In einigen Fragen gebe es noch &bdquo;fundamentale Differenzen&ldquo;, so Barnier.<br>\nStreit gibt es vor allem &uuml;ber die Bleiberechte f&uuml;r die EU-B&uuml;rger in Gro&szlig;britannien und &uuml;ber die &bdquo;Brexit-Rechnung&ldquo;, also die Kosten der Scheidung. Davis habe zwar grunds&auml;tzlich anerkannt, dass London vor dem Austritt seine finanziellen Verpflichtungen gegen&uuml;ber der EU erf&uuml;llen muss, so Barnier. Doch die rechtlichen Grundlagen f&uuml;r die EU-Forderungen sind ebenso umstritten wie die Gesamth&ouml;he. Von 60 bis 100 Milliarden Euro spricht man in Br&uuml;ssel, keinen einzigen Cent hat London bisher angeboten. &bdquo;Wir werden dieses Problem nicht in kleinen Schritten l&ouml;sen&ldquo;, r&auml;umte Barnier ein. Doch ein gro&szlig;er Sprung zeichnet sich auch nicht ab.<br>\nMeilenweit auseinander liegen beide Seiten auch bei den Bleiberechten. Die Zusagen der britischen Premierministerin Theresa May, dass die EU-B&uuml;rger auch nach dem Brexit auf der Insel bleiben d&uuml;rfen, sind aus EU-Sicht zu vage. Einen Grundsatzstreit gibt es zudem &uuml;ber die Frage, wessen Gerichte nach dem Brexit f&uuml;r sie zust&auml;ndig sind. [&hellip;]<br>\nKlar ist im Moment nur, dass beiden Seiten die Zeit davonl&auml;uft. Denn bereits im Herbst soll eine erste Einigung stehen, damit &uuml;ber die Gestaltung der zuk&uuml;nftigen Beziehungen gesprochen werden kann. &bdquo;Die Uhr tickt&ldquo;, betonten Barnier und Davis. Immerhin in dieser Frage sind sie sich v&ouml;llig einig. In allen anderen nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Verhandlungen-EU-Grossbritannien\/!5428649\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Ist der S&uuml;den Europas &bdquo;strukturell&ldquo; r&uuml;ckst&auml;ndig?<\/strong><br>\n&bdquo;Strukturelle Faktoren&ldquo; k&ouml;nnen die Ungleichgewichte in der EWU nicht erkl&auml;ren. Anhand verschiedener Indikatoren kann man belegen, dass es die deutsche Lohnpolitik und die damit verbundene effektive reale Abwertung Deutschlands war, die f&uuml;r die Krise in der Eurozone verantwortlich ist.<br>\nFritz Scharpf hatte in einem Beitrag f&uuml;r Makroskop zwischen exportorientierten L&auml;ndern (oder &bdquo;Hartw&auml;hrungsl&auml;ndern&ldquo;) auf der einen und &bdquo;binnenwirtschaftlich orientierten&ldquo; L&auml;ndern (oder &bdquo;Weichw&auml;hrungsl&auml;ndern&ldquo;) auf der anderen Seite innerhalb der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion (EWU) unterschieden. Mit dieser Unterscheidung versucht er, sich die wirtschaftlichen Spannungen und die Krise des Euro zu erkl&auml;ren.<br>\nIch habe bereits an anderer Stelle darauf hingewiesen, dass diese und &auml;hnliche Einsch&auml;tzung sich zunehmender Beliebtheit erfreuen, um die Probleme in der EWU zu erkl&auml;ren, aber leider sind sie falsch. Ich m&ouml;chte aufgrund vielf&auml;ltiger Reaktionen auf meine Kritik an dieser These, die Kritik etwas ausf&uuml;hrlicher begr&uuml;nden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2017\/07\/ist-der-sueden-europas-strukturell-rueckstaendig\/\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Notenbanker in der Klemme<\/strong><br>\nDie Wirtschaft w&auml;chst. Die EZB k&ouml;nnte die Zinsen erh&ouml;hen. Wenn da nicht dieses eigent&uuml;mliche Problem mit den L&ouml;hnen und den Preisen w&auml;re.<br>\nDass die Zentralbank mit dem Ausstieg z&ouml;gert, ist kein Wunder. Denn der Aufschwung in Europa ist nicht ganz so sch&ouml;n, wie er manchem scheint. So liegt die Arbeitslosenrate in Frankreich, Italien und Spanien noch bei oder &uuml;ber zehn Prozent. Zudem herrschen Zweifel, ob der Aufschwung &bdquo;selbsttragend&ldquo; ist, also auch ohne Unterst&uuml;tzung der EZB h&auml;lt.<br>\nDas Hauptproblem der EZB ist allerdings die Entwicklung der Ma&szlig;zahl, um die sie sich vorrangig k&uuml;mmern soll: die Inflationsrate. Sie liegt seit Jahren unterhalb des EZB-Zielwerts, und es gibt derzeit laut Draghi &bdquo;einfach keine &uuml;berzeugenden Anzeichen daf&uuml;r, dass sie steigt&ldquo;.<br>\nF&uuml;r eine dauerhafte Erh&ouml;hung der Teuerung m&uuml;ssten die L&ouml;hne in Europa st&auml;rker steigen. Doch das tun sie nicht. Das ist eigentlich r&auml;tselhaft. Denn nach g&auml;ngigen &ouml;konomischen Modellen f&uuml;hrt eine sinkende Arbeitslosenrate zu h&ouml;heren L&ouml;hnen und damit zu mehr Nachfrage und h&ouml;heren Preisen. Dieser Zusammenhang jedoch scheint gebrochen &ndash; nicht nur in Europa, auch in den USA, wo die Zentralbank sich mit einem &auml;hnlichen Problem herumschl&auml;gt.<br>\nWarum steigen die L&ouml;hne nicht st&auml;rker, trotz Aufschwung? Die Antwort liegt in einem Trend, der oft Flexibilisierung oder Prekarisierung genannt wird: Jobs entstehen, aber sie sind von &bdquo;geringer Qualit&auml;t&ldquo;, so Draghi. Es sind befristete oder Teilzeit-Stellen &ndash; Jobs, die eher schlecht bezahlt werden, die die Kaufkraft nicht erh&ouml;hen und damit nicht die zahlungsf&auml;hige Nachfrage und die Inflationsrate.<br>\nDie Frage ist nun, ob es sich, wie die EZB vermutet, um ein vor&uuml;bergehendes Ph&auml;nomen handelt. Sprich: Die Lohnsteigerungen kommen noch im Zuge der Erholung. Oder aber hat die fortdauernde Schw&auml;chung der Position der Arbeitnehmer zu einem Strukturbruch gef&uuml;hrt, der nicht nur die alten Regeln au&szlig;er Kraft setzt, sondern auch zu einer Dauerschw&auml;che der privaten Nachfrage f&uuml;hrt? Die Antwort steht noch aus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr.de\/wirtschaft\/ezb-notenbanker-in-der-klemme-a-1317479\">FR Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Terroralarm bei &ldquo;Rock am Ring&rdquo;: Kein Sprengstoff, keine Waffen, kein Plan<\/strong><br>\nWas f&uuml;hrte zur Unterbrechung des Rockfestivals am N&uuml;rburgring? Die Rekonstruktion eines Gro&szlig;einsatzes, der im Kleinen begann.<br>\nAm Ende schreibt der Oberstaatsanwalt eine Verf&uuml;gung. Das Verfahren gegen Abdul Ghani A., 24, Mohammad Yusef Z., 21, und Namik Cemal T., 37, werde eingestellt. &ldquo;Der Anfangsverdacht von Straftaten wegen Einbringens von aus der Ferne z&uuml;ndbaren Strengstoffs auf dem Festgel&auml;nde der Veranstaltung &lsquo;Rock am Ring&rsquo; konnte widerlegt werden&rdquo;, hei&szlig;t es im sch&ouml;nsten Juristendeutsch.<br>\n&Uuml;bersetzt bedeutet das so viel wie: Es gab nie einen Plan, das Festival am N&uuml;rburgring anzugreifen. Wie konnte es &uuml;berhaupt zu dem Verdacht kommen? Wie entstand die Situation, in der die Polizei die Gro&szlig;veranstaltung unterbrechen lie&szlig;, weil sie glaubte, deren Sicherheit nicht mehr garantieren zu k&ouml;nnen?<br>\nInterne Dokumente der Ermittlungsbeh&ouml;rden, die der SPIEGEL auswerten konnte, erlauben nun eine Rekonstruktion des Terroralarms. Und sie gew&auml;hren Einblicke in eine Branche von Sicherheitsfirmen und Personaldienstleistern, in der billige Aushilfskr&auml;fte so kurzfristig und unkonventionell angeworben werden, dass sie kaum &uuml;berpr&uuml;ft werden k&ouml;nnen. Gerade vor dem Hintergrund des Terroranschlags auf ein Konzert in Manchester k&ouml;nnte sich das als problematisch erweisen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/justiz\/rock-am-ring-was-zum-terroralarm-beim-musikfest-fuehrte-a-1158878.html\">Spiegel Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Geheimes Dokument: Das BKA will schon dieses Jahr Messenger-Apps wie WhatsApp hacken<\/strong><br>\nDas Bundeskriminalamt will noch in diesem Jahr seinen Staatstrojaner erweitern, um Smartphones zu hacken und Messenger mitzulesen. Das geht aus einem geheimen Bericht des Innenministeriums hervor, den wir ver&ouml;ffentlichen. Ein zweiter, gekaufter Staatstrojaner kann dagegen immer noch mehr als gesetzlich erlaubt.<br>\nVor einem Monat hat der Bundestag den Einsatz von Staatstrojanern massiv ausgeweitet. Bisher durfte das BKA Ger&auml;te hacken, um internationalen Terrorismus zu verhindern. Jetzt kann die Polizei immer dann in Ger&auml;te eindringen, wenn sie ein Telefonat abh&ouml;ren darf &ndash; also tausendfach. Daf&uuml;r r&uuml;sten die Beh&ouml;rden ihre Spionage-Software weiter auf.<br>\nDas Innenministerium berichtet regelm&auml;&szlig;ig &uuml;ber die Entwicklung der Staatstrojaner, leider als &bdquo;nur f&uuml;r den Dienstgebrauch&ldquo; eingestufte Verschlusssache. Wir haben trotzdem die ersten beiden Ausgaben publiziert, jetzt ver&ouml;ffentlichen wir an dieser Stelle auch den dritten Bericht im Volltext.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2017\/geheimes-dokument-das-bka-will-schon-dieses-jahr-messenger-apps-wie-whatsapp-hacken\/\">netzpolitik.org<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Absprachen zu Technik, Kosten, Zulieferern: Das geheime Kartell der deutschen Autobauer<\/strong><br>\nDie deutsche Autoindustrie unter Kartellverdacht: Nach SPIEGEL-Informationen haben sich VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler in geheimen Arbeitskreisen abgesprochen &ndash; und so die Basis f&uuml;r den Dieselskandal gelegt.<br>\nDie deutsche Autoindustrie hat sich seit den Neunzigerjahren in geheimen Arbeitskreisen &uuml;ber die Technik, Kosten, Zulieferer und sogar &uuml;ber die Abgasreinigung ihrer Dieselfahrzeuge abgesprochen. Das belegt eine Art Selbstanzeige, die der VW-Konzern nach Informationen des SPIEGEL bei den Wettbewerbsbeh&ouml;rden eingereicht hat. Es k&ouml;nnte einer der gr&ouml;&szlig;ten Kartellf&auml;lle der deutschen Wirtschaftsgeschichte werden.<br>\nAn den Absprachen waren laut Schriftsatz des VW-Konzerns alle gro&szlig;en deutschen Autobauer beteiligt: Volkswagen, Audi, Porsche, BMW und Daimler. Seit den Neunzigerjahren haben sich demnach mehr als 200 Mitarbeiter der Unternehmen in mehr als 60 Arbeitskreisen abgestimmt. Gezielt wurde mit den Absprachen der Wettbewerb au&szlig;er Kraft gesetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/volkswagen-audi-porsche-bmw-und-daimler-unter-kartellverdacht-a-1159052.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><strong>dazu: Kriminelle Energie in der Autoindustrie ist erschreckend<\/strong><br>\n&bdquo;Sp&auml;testens jetzt wird niemand mehr daran glauben k&ouml;nnen, dass es sich um einen reinen VW-Skandal handelt. Sollten sich die heutigen Meldungen zu Absprachen in der Automobilindustrie best&auml;tigen, dann h&auml;tten die betreffenden Konzerne damit nicht nur die Zulieferer gesch&auml;digt, sondern auch ihre Kunden und vor allem die Gesundheit der in Innenst&auml;dten lebenden Menschen. Und das dabei zu Tage getretene Ma&szlig; an krimineller Energie in der Branche w&auml;re wirklich erschreckend&ldquo;, kommentiert Herbert Behrens (DIE LINKE), ehemaliger Vorsitzender des Untersuchungsausschusses zum Abgasskandal, die heute ver&ouml;ffentlichten Berichte &uuml;ber Absprachen der Automobilindustrie &uuml;ber die Preisgestaltung und die Konfiguration von Abgasnachbehandlungssystemen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/kriminelle-energie-in-der-autoindustrie-ist-erschreckend\/\">Die Linke im Bundestag<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Der gro&szlig;e Etikettenschwindel<\/strong><br>\nSeit vier Jahren schon laufen Geheimverhandlungen &uuml;ber ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan &ndash; genannt JEFTA. Ein weiteres Abkommen, in dem es vor allem um Investorenschutz und Konzern-Profite geht (&hellip;)<br>\nDie EU unter F&uuml;hrung der deutschen Bundeskanzlerin macht den Freihandel geradezu zum neuen Markenzeichen der Demokratie. Da kann man sich auch so sch&ouml;n gegen den US-Pr&auml;sidenten Donald Trump abgrenzen, der so plump sein Land gegen die guten deutschen Exporte abschotten will. Aber das symboltr&auml;chtige Markenzeichen Freihandel ist ein Etikettenschwindel, eine gigantische Verdummungsoperation. Warum?<br>\nIm Mai 2017 urteilte der Europ&auml;ische Gerichtshof (EUGH) &uuml;ber das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Singapur: Die Ratifizierung darf sich nicht auf die Europ&auml;ische Kommission oder das Europ&auml;ische Parlament beschr&auml;nken. Auch die nationalen Parlamente der 27 EU-Mitgliedsstaaten m&uuml;ssen &uuml;ber das Abkommen entscheiden. Denn: Die EU hat zwar laut EU-Vertrag das Mandat f&uuml;r die Au&szlig;enhandelspolitik. Aber das Abkommen EU-Singapur geht weit &uuml;ber Au&szlig;en- und Freihandel hinaus. Da werden auch die Rechte von Investoren und die private Schiedsgerichtsbarkeit geregelt, und dies f&auml;llt in den Aufgabenbereich der nationalen Gesetzgeber. Mit anderen Worten: Der Freihandelsvertrag EU-Singapur ist im Wesentlichen kein Freihandels-, sondern ein Investitionsvertrag. Und die Bedingungen f&uuml;r Investitionen &ndash; etwa Arbeits-, Steuer- und Umweltgesetze &ndash; werden in der EU immer noch von den nationalen Parlamenten beschlossen. (&hellip;)<br>\nZu NAFTA geh&ouml;ren private Schiedsgerichte. Nur Investoren sind klageberechtigt. (&hellip;)<br>\nBis 2015 hat Kanada sechs Klagen, Mexiko f&uuml;nf Klagen verloren. Die USA hingegen haben noch keine gegen sie gerichtete Klage verloren &ndash; US-Gro&szlig;kanzleien beherrschen die internationale private Schiedsgerichtsbarkeit.<br>\n&Auml;hnliches gilt f&uuml;r TTIP, CETA, TISA, JEFTA und auch f&uuml;r die Partnerschafts-Abkommen mit Afrika. Die nationalen Gesetzgeber sollen &uuml;berfl&uuml;ssig, Profite langfristig gesichert werden. Arbeitsrechte sind nicht sanktionsf&auml;hig und k&ouml;nnen vor den Schiedsgerichten nicht eingeklagt werden. (&hellip;)<br>\nKonzerne mit Hauptsitz in Deutschland geh&ouml;ren schon l&auml;ngst zu den Profiteuren. Sie nutzen den gr&ouml;&szlig;ten Niedriglohnsektor in der EU und sind Exportmeister. Diese nationalistische Politik soll weitergehen: erst europaweites, jetzt weltweites Lohndumping. Siemens, Bayer, Deutsche Post DHL und Deutsche Bahn zum Beispiel machen durch ihre Niederlassungen in den USA und rund um den Erdball mehr Umsatz und Profit als in Deutschland. Die Lufthansa &ndash; Miteigent&uuml;mer ist wie bei Post und Bahn der deutsche Staat &ndash; baut ihre deutschen Technikzentren ab und l&auml;sst ihre Flugzeuge auf den Philippinen, in Puerto Rico und Bulgarien (Mindestlohn pro Stunde 1,24 Euro) reparieren. Ingenieure kriegt man dort f&uuml;r 600 statt f&uuml;r 4.000 Euro im Monat. Und Afrika soll das neue Mexiko werden. Das wird noch ein bisschen feministisch versch&ouml;nt, indem man afrikanische Unternehmerinnen f&ouml;rdert.<br>\nBeim G20-Gipfel 2017 in Hamburg hat Bundeskanzlerin Angela Merkel bekr&auml;ftigt: Diese Art &ldquo;Freihandel&rdquo; muss weitergehen. Die EU-F&uuml;hrung polemisiert gegen die Abschottung der USA durch Pr&auml;sident Donald Trump. Aber keine Region wird so hart abgeschottet wie die EU-Festung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/publik.verdi.de\/2017\/ausgabe-05\/gewerkschaft\/brennpunkt\/seite-3\/A0\">ver.di publik<\/a>\n<p><strong>dazu: TiSA ist eine gro&szlig;e Gefahr, selbst wenn es scheitert<\/strong><br>\nDie neuseel&auml;ndische Rechtswissenschaftlerin Jane Kelsey hat einen extrem informativen und kundigen Bericht &uuml;ber die Verhandlungen zum Trade in Services Agreement (TiSA) vorgelegt, dem Abkommen zum Handel mit Dienstleistungen. Es ist Pflichtlekt&uuml;re f&uuml;r alle, die sich mit internationalen Handelsvereinbarungen besch&auml;ftigen und des Englischen m&auml;chtig sind. Denn die extremen Vorschl&auml;ge zur dauerhaften Deregulierung von Datengebrauch und &ndash;missbrauch und sonstigen Aspekten des internationalen Handels, die im Rahmen von TiSA verhandelt werden, dienen als Steinbruch, um sie in jedes verf&uuml;gbare Abkommen einzupassen, nicht zuletzt auch das europ&auml;isch-japanische Handelsabkommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/863-tisa-empfehlung\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Schuften in S&uuml;dkorea<\/strong><br>\nDer Mindestlohn in S&uuml;dkorea ist im wahrsten Sinn des Wortes ein Hungerlohn. Das illustrierten Gewerkschaftsaktivisten im vergangenen Jahr im Rahmen einer breitangelegten Kampagne mit einem Hungerstreik. Nach dem Regierungswechsel sind die Aktivisten ihrem Ziel eines menschenw&uuml;rdigen Mindestlohnes ein bescheidenes St&uuml;ck n&auml;hergekommen. Die s&uuml;dkoreanische Mindestlohnkommission kam zum Ergebnis, dass die untersten L&ouml;hne um 16 Prozent angehoben werden sollen.<br>\nObwohl diese immer noch deutlich unter der Armutsgrenze liegen, ist die Aufregung bei den Unternehmensverb&auml;nden gro&szlig;. Sie bef&uuml;rchten den massenhaften Konkurs kleiner Betriebe. Gewerkschaftsvertreter weisen allerdings darauf hin, dass es nach wie vor nicht m&ouml;glich ist, von dem Mindestlohn menschenw&uuml;rdig zu leben. Alba, die Gewerkschaft der Teilzeitarbeitenden und Minijobber, machte w&auml;hrend der Kampagne immer wieder deutlich &raquo;10.000 WON (7,72 Euro) Mindestlohn ist Menschenrecht! Menschenrecht ist nicht verhandelbar.&laquo; Folglich gab es zwar eine gewisse Genugtuung bez&uuml;glich des kleinen Fortschritts bei der Erh&ouml;hung des Stundenlohnes, das Grundproblem ist jedoch noch nicht gel&ouml;st und Alba lie&szlig; in einer Stellungnahme verlauten: &raquo;Trotz der relativ gro&szlig;en Erh&ouml;hung k&ouml;nnen wir uns nicht freuen, weil man nach wie vor ein menschenunw&uuml;rdiges Leben ertragen muss.&laquo;<br>\nHinter der Kommissionsentscheidung stehen grundlegende gesellschaftliche Auseinandersetzungen. S&uuml;dkorea ist zwar die viertgr&ouml;&szlig;te Volkswirtschaft in Asien, die Rechte der Arbeiter sind allerdings in Vergleich mit anderen OECD-L&auml;ndern nur sehr schwach verankert. Nach Regierungsangaben hat etwa ein Drittel der Besch&auml;ftigten keine regul&auml;ren Arbeitsverh&auml;ltnisse. Sie leben von mehreren Teilzeitstellen. Befristungen sind fast schon normal, gerade bei jungen Menschen. Etwa jeder Vierte erh&auml;lt maximal den Mindestlohn. So erschreckend die offiziellen Zahlen sind, der Internationale Gewerkschaftsbund ITUC geht von rund f&uuml;nfzig Prozent irregul&auml;ren Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen aus. Bei den Arbeitsrechten verortet der ITUC S&uuml;dkorea in der gleichen Liga wie Kambodscha, Nigeria und Bangladesch.<br>\nDiese prek&auml;re Lage prangerte der am 9. Mai gew&auml;hlte Pr&auml;sident Moon Jae-in in seiner Wahlkampagne an. Zu seinen Zielen geh&ouml;rt die Reduzierung der maximalen Wochenarbeitszeit von 68 auf 52 Stunden. Er versprach eine Anhebung des Mindestlohnes bis 2020 auf 10.000 Won in der Stunde sowie die Schaffung von 810.000 neuen Stellen, vor allem durch Umwandlung befristeter Stellen im &ouml;ffentlichen Dienst in regul&auml;re Stellen. Moon Jae-in hofft durch diese Ma&szlig;nahmen die Binnennachfrage in S&uuml;dkorea deutlich anzukurbeln und die Exportabh&auml;ngigkeit des Landes zu verringern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/314852.schuften-in-s%C3%BCdkorea.html\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Das Verhalten von Unternehmerseite ist wohl global: Widerstand gegen Verbesserungen der Arbeitnehmerschaft. Das Ansinnen der neuen Regierung ist zu begr&uuml;&szlig;en. Leider wird es hierzulande wohl nicht zu einer Regierung kommen, die diesen Mut aufbringt und sich klar gegen den seit vielen Jahren existierenden Exportwahn stellt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Verwaltungsgerichte &uuml;berlastet durch Asylklagen<\/strong><br>\nDie Zahl der Asylklagen in Deutschland bringen Verwaltungsgerichte dem Richterbund zufolge an ihre Grenzen. Die Lage sei mit mehr als 250.000 anh&auml;ngigen Verfahren dramatisch. Experten sehen das Bundesamt in der Pflicht. Fehlerhafte Asylbescheide trugen zur Situation bei. [&hellip;]<br>\nDas Bundesamt f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge steht seit Langem in der Kritik, fehlerhafte Asylbescheide zu erlassen. Die Erfolgsaussichten vor Gericht gegen Ablehnungsbescheide sch&auml;tzen Experten in vielen F&auml;llen als hoch ein. H&auml;ufig reagiere das Bundesamt auch bei offensichtlichen M&auml;ngeln nicht und &uuml;berlasse aus eigener &Uuml;berforderung die Pr&uuml;fung den Richtern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.migazin.de\/2017\/07\/21\/dramatische-lage-verwaltungsgerichte-ueberlastet-durch-asylklagen\/\">Migazin<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Kritik an polnischer Justizreform: Sitzt Deutschland im Glashaus?<\/strong><br>\nDer deutsche Au&szlig;enminister Sigmar Gabriel kritisierte das polnische Justizreformvorhaben im Spiegel mit der Bemerkung: &ldquo;Wir k&ouml;nnen in der Welt nicht Rechtsstaatlichkeit und Demokratie predigen und unsere eigenen Standards nicht beachten&rdquo;. Die twitterbekannte Rechtswissenschaftlerin Barbara Brandner meinte dagegen: &ldquo;Wer Polen wegen der Justizreform kritisiert, sollte sich das deutsche Richterwahlrecht genauer ansehen.&rdquo;<br>\nEin zentraler Punkt der Kritik an der geplanten polnischen Regelung ist n&auml;mlich, dass der Sejm zuk&uuml;nftig &uuml;ber die personelle Best&uuml;ckung eines Landesrichterrats entscheiden soll, der Richter ernennt. Damit, so die Kritiker, entscheide das Parlament indirekt auch &uuml;ber Richterposten, was ein Versto&szlig; gegen die Gewaltenteilung sei. Bez&uuml;glich der Sauberkeit dieser Trennung zwischen Exekutive, Legislative und Judikative sind auch die geltenden deutschen Regelungen angreifbar: &Uuml;ber die Vorsitzenden der Bundesgerichte entscheiden beispielsweise Bundesministerien &ndash; und die Verfassungsrichter werden nach Artikel 94 Absatz 1 Satz 2 des deutschen Grundgesetzes &ldquo;je zur H&auml;lfte vom Bundestage und vom Bundesrate gew&auml;hlt.&rdquo;<br>\nDa der Bundestag dieses Recht an einen Wahlausschuss weiterreichte, der mit Zweidrittelmehrheit beschlie&szlig;t, entscheiden nur acht Personen. Faktisch k&ouml;nnen das den Parteihierarchien wegen sogar lediglich die F&uuml;hrer der beiden gro&szlig;en Volksparteien sein. Oder eine Kanzlerin, die eine Gro&szlig;e Koalition anf&uuml;hrt. Es ist auch m&ouml;glich, dass sich eine Partei bei Koalitionsverhandlungen das Recht sichert, einen Richterkandidaten ihrer Wahl zu nominieren (vgl. Wenig transparent und der Bedeutung unangemessen). Juristische Kommentare halten diese Situation zum Teil f&uuml;r verfassungswidrig und fordern &ouml;ffentlichen Anh&ouml;rungen der Kandidaten, wie es sie beispielsweise in den USA gibt. Ob Verfassungsrichter wie die umstrittene Susanne Baer nach solchen Anh&ouml;rungen problemlos an ihre Posten gelangt w&auml;ren, ist zumindest zweifelhaft.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Kritik-an-polnischer-Justizreform-Sitzt-Deutschland-im-Glashaus-3779572.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Polizeigewalt in Frankreich: Der Staat als Feind<\/strong><br>\nTote gibt es immer wieder bei Polizeieins&auml;tzen. Auch Ali Ziri hat seine Festnahme in einem Pariser Vorort nicht &uuml;berlebt. Die beteiligten Polizisten m&uuml;ssen nicht viel bef&uuml;rchten, die Ermittlungen werden oft eingestellt. Viele Franzosen nehmen das nicht mehr hin &ndash; und leisten Widerstand.<br>\nSamstagnachmittag in der Pariser Vorstadt Argenteuil. Auf einer Kreuzung stehen mehr als hundert Menschen, sie rufen &ldquo;Justiz und Gerechtigkeit f&uuml;r Ali Ziri&rdquo;. Einige halten ein vergr&ouml;&szlig;ertes Passfoto in die H&ouml;he. Hohe Stirn, melancholische braune Augen, wei&szlig;er Schnurrbart. So sah Ali Ziri vor acht Jahren aus, als ihn Polizisten bei einer Verkehrskontrolle an dieser Stra&szlig;enecke festnahmen. Zwei Stunden sp&auml;ter war er tot, sagt Arezki Semache, ein Verwandter.\n<blockquote><p>\n&ldquo;Ali Ziri war fast 70 Jahre alt. Er war nur Beifahrer. Die Festnahme ist t&ouml;dlich ausgegangen, weil die Polizisten eine Technik angewandt haben, die man Falten nennt.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Menschenrechtsverein &ldquo;Aktion der Christen f&uuml;r die Abschaffung von Folter&rdquo;, kurz ACAT genannt, hat den Fall Ali Ziri genau studiert und auf Grundlage der Prozessakten eine Zeichnung angefertigt. Sie veranschaulicht, wie der Polizist vorgegangen ist: Ali Ziri sitzt im Polizeiwagen, die H&auml;nde im R&uuml;cken mit Handschellen gefesselt. Der Polizist presst Ziris Kopf auf die Knie, mit der anderen Hand dr&uuml;ckt er auf den R&uuml;cken, der Beamte hat es selbst so bezeugt. Diese Technik aber quetscht den Brustkorb zusammen, sie kann zum Ersticken f&uuml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/polizeigewalt-in-frankreich-der-staat-als-feind.795.de.html?dram:article_id=391632\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Brutaler Mietmarkt<\/strong><br>\nWie der Staat Immobilienmultis reich macht<br>\nImmobilienfirmen werden staatlich beg&uuml;nstigt. Ziel vom Bund: Steuerliche Anreize sollen die Schaffung von dringend ben&ouml;tigtem Wohnraum bef&ouml;rdern. Doch viele Immobilienunternehmen bauen kaum neue Wohnungen, sondern kaufen nur bereits bestehende Wohnbl&ouml;cke auf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.br.de\/mediathek\/video\/sendungen\/quer\/170720-quer-mietmarkt-100.html#tab=bcastInfo&amp;jump=tab\">BR Mediathek Video<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Das ist die Folge des Ausstiegs der Kohl-Regierung aus dem sozialen Wohnungsbau und von Privatisierungen kommunalen Wohneigentums.<\/em><br>\n<em>G&uuml;nstiger Wohnraum ist zur Mangelware geworden. Das ist ein gesellschaftliches Problem &ndash; betroffen sind Frauen und M&auml;nner, alte und junge Menschen. Zu w&uuml;nschen w&auml;ren u.a. Gr&uuml;ndungen von Wohnungsbaugenossenschaften &ndash; gerne auch in den H&auml;nden von Gemeinden und St&auml;dten.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Opposition w&auml;hnt sich als Sieger<\/strong><br>\nVenezuelas Rechte will nach &raquo;Plebiszit&laquo; Gegenregierung bilden<br>\nIn Venezuela hat nach dem am vergangenen Sonntag durchgef&uuml;hrten &raquo;Plebiszit&laquo; der rechten Opposition und dem gleichzeitigen Probelauf f&uuml;r die Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung der Streit um die Interpretation der Ergebnisse begonnen. Beide Seiten reklamieren f&uuml;r sich, Millionen Menschen mobilisiert zu haben &ndash; obwohl die Ergebnisse juristisch in keinem der beiden F&auml;lle verbindlich sind.<br>\nDas rechte B&uuml;ndnis MUD (Tisch der Demokratischen Einheit) hatte seinen Anh&auml;ngern drei Fragen vorgelegt, die allesamt eine Ablehnung der Regierungspolitik und der verfassunggebenden Versammlung beinhalteten. Nach Angaben der Oppositionsf&uuml;hrer sollen exakt 7.535.259 Stimmen abgegeben worden sein, was etwa 33 Prozent der Wahlberechtigten Venezuelas entsprechen w&uuml;rde. Obwohl die Mesa de la Unidad Democr&aacute;tica das als gro&szlig;en Erfolg feiert, liegt sie damit deutlich unter ihrer im Vorfeld ausgegebenen Zielmarke von mehr als zehn Millionen Teilnehmern, einige hatten sogar zw&ouml;lf bis 15 Millionen Unterst&uuml;tzer prognostiziert. Zudem liegt diese Zahl unter dem Ergebnis, das die Opposition bei den Parlamentswahlen 2015 erringen konnte, als sie von 7,7 Millionen Menschen gew&auml;hlt wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/314761.opposition-w%C3%A4hnt-sich-als-sieger.html\">junge Welt<\/a>\n<p><strong>dazu: Venezuela &ndash; Mit Generalstreik und &bdquo;Parallelregierung&rdquo; gegen Nicol&aacute;s Maduro testet Opposition die Reaktion des Milit&auml;rs<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39256\">NachDenkSeiten<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Schwarzseher und Sch&ouml;nredner: Die Moral der &Uuml;berzeugten<\/strong><br>\nMancher, der sich vor &Uuml;berfremdung f&uuml;rchtet, kennt kaum Fremde. Aber umgekehrt sind auch jene realit&auml;tsblind, die f&uuml;r Weltoffenheit werben, aber selbst von Problemvierteln abgeschottet wohnen. Schriftsteller Michael L&ouml;sch kritisiert auf beiden Seiten eine &ldquo;Moral der &Uuml;berzeugten&rdquo;.<br>\nWer sich die Teilnehmer von AfD-Kundgebungen ins Ged&auml;chtnis ruft, wird sich auch an Typen mit gepflegten grauen B&auml;rten und braungl&auml;nzenden Lederschuhen erinnern. Vor einem Reportermikrofon zeigen sie den gemessenen Ton eines Majoratsherren, wirken sortiert und politisch sehr verantwortungsvoll. Viele haben offenbar einen h&ouml;heren Bildungsabschluss.<br>\nGanz &auml;hnliche Herren geh&ouml;ren zu meinem Bekanntenkreis. Sie leben in M&uuml;nchen mit seinem bekannt hohen Ausl&auml;nderanteil. Auch sie tragen B&auml;rte. Ihre Lederschuhe sind weniger gepflegt, aber teurer als die ihrer &ouml;stlichen Kollegen. Der Einfachheit halber nenne ich beide Gruppen die der Studienr&auml;te.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/schwarzseher-und-schoenredner-die-moral-der-ueberzeugten.1005.de.html?dram:article_id=391610\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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