{"id":39369,"date":"2017-07-27T12:08:29","date_gmt":"2017-07-27T10:08:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39369"},"modified":"2017-07-28T07:50:15","modified_gmt":"2017-07-28T05:50:15","slug":"der-tod-kommt-aus-amerika-100-000-tonnen-schwer-eine-botschaft-fuer-die-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39369","title":{"rendered":"Der Tod kommt aus Amerika. 100.000 Tonnen schwer. Eine Botschaft f\u00fcr die Welt."},"content":{"rendered":"<p>Manchmal hat meine Regionalzeitung, &bdquo;Die Rheinpfalz&ldquo; aus Ludwigshafen, eine wirklich aufkl&auml;rende Aufmachung. So am vergangenen Montag auf der Titelseite mit diesem Bild und dem Text an der Seite:<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170727-Tod-Amerika.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170727-Tod-Amerika-small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><p>Stellen Sie sich vor, der russische Pr&auml;sident Putin w&uuml;rde auf einem Flugzeugtr&auml;ger erscheinen, ihn in Dienst stellen und &Auml;hnliches sagen wie US-Pr&auml;sident Trump: &bdquo;Amerikanischer Stahl und amerikanische H&auml;nde haben eine 100.000 Tonnen schwere Botschaft an die Welt konstruiert: Amerikas Macht ist allen &uuml;berlegen, und mit jedem Tag unter meiner Regierung werden wir gr&ouml;&szlig;er und besser und st&auml;rker.&rdquo; <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8556\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-39369-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170727_Der_Tod_kommt_aus_Amerika_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170727_Der_Tod_kommt_aus_Amerika_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170727_Der_Tod_kommt_aus_Amerika_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170727_Der_Tod_kommt_aus_Amerika_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=39369-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170727_Der_Tod_kommt_aus_Amerika_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170727_Der_Tod_kommt_aus_Amerika_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>&bdquo;Russischer Stahl und russische H&auml;nde &hellip;&ldquo;. Da w&auml;re was los in den deutschen Medien. So nicht im Falle der USA. Das sind die Guten. Ein bisschen versteckte Kritik an Trump, weil er sich mit dem neuen Flugzeugtr&auml;ger inszenierte. Das ist alles. Keine bundesweite Emp&ouml;rung, obwohl darin eine grundlegende &Auml;nderung unserer Sicherheitslage sichtbar wird. <\/p><p><strong>Weltherrschaft statt Gemeinschaft aller V&ouml;lker, Konfrontation statt Entspannung. Das ist eine ver&auml;nderte Weltordnung.<\/strong><\/p><p>Die 100.000 Tonnen schwere Botschaft und die begleitenden martialischen Worte des US-amerikanischen Pr&auml;sidenten sind in diesen Tagen der dritte Beleg daf&uuml;r, dass die USA nicht mehr viel  von Partnerschaft halten: Das amerikanische Repr&auml;sentantenhaus hat &ndash; partei&uuml;bergreifend &ndash; Sanktionen gegen Russland beschlossen, unter denen nicht nur Russland, sondern auch Europa leiden wird. (siehe <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2017-07\/usa-repraesentantenhaus-sanktionen-russland-iran-nordkorea\">hier<\/a>) Und die USA haben deutlich gemacht, dass sie die Gaslieferungen Russlands an Europa st&ouml;ren und mindern wollen; sie sind gegen die Pipeline Nordstream 2 und sie wollen die Lieferungen Russlands ersetzen durch eigene Fl&uuml;ssiggaslieferungen, um so ihrer Fracking-Wirtschaft den interessanten Absatzmarkt Europa zu &ouml;ffnen. (Ein kritischer Beitrag dazu siehe <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/energiepolitik\/standpunkt-nord-stream-2-ist-nicht-trumps-sache-15120143.html\">hier<\/a>) <\/p><p>Repr&auml;sentanten der USA sagen offen, was sie antreibt. America first! Sie suchen die Konfrontation mit Russland und mit Europa, und sie verlangen von Europa die Konfrontation mit Russland. <\/p><p>Wenn man noch klar denken kann, dann nennt man so etwas das Verh&auml;ltnis des Kolonialherrn zur Kolonie.<\/p><p><strong>Trump hat das nicht erfunden. Sowohl die Bereitschaft der USA zur Konfrontation und zum Krieg, als auch die vorrangige Durchsetzung der eigenen Interessen waren bei Obama und seinen Vorg&auml;ngern auch schon g&auml;ngig<\/strong><\/p><p>Unter deutschen Medienschaffenden und auch beim Publikum ist es &uuml;blich geworden, die Kritik an den USA an dem neuen Pr&auml;sidenten festzumachen und alles Elend, das von den USA ausgeht, mit ihm zu verbinden. Das ist eine tr&auml;umerische Fehleinsch&auml;tzung: die Kriege sind von Bill Clinton und von George W. Bush und von Obama schon gef&uuml;hrt worden, sie haben weltweit interveniert, Millionen von Menschen heimatlos gemacht, Staaten unregierbar &ndash; Beispiel Libyen, Irak, Afghanistan. Auch sie haben schon die Konfrontation mit Russland gepflegt, so zum Beispiel Clinton mit dem Jugoslawien-Krieg von 1999. Obama hat seinen eigenen Teil mit der Forcierung des Drohnenkriegs beigetragen.<\/p><p>Die Politik der USA ist partei&uuml;bergreifend gepr&auml;gt vom Weltmacht-Anspruch. Abweichungen davon sind auf Minderheiten und wenige f&uuml;hrende Politiker beschr&auml;nkt. Ich nenne als Indizien einige Belege f&uuml;r diese Einsch&auml;tzung:<\/p><ul>\n<li>Die rechtskonservative Victoria Nuland, die in der Ukraine-Krise eine scharfmachende Rolle spielte und spielt, war auch zu Zeiten des demokratischen Pr&auml;sidenten Obama einflussreiche stellvertretende Au&szlig;enministerin mit der Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r Eurasien.<\/li>\n<li>Rechtskonservative Republikaner wie der Ehemann von Victoria Nuland, Kagan, haben auch in der Zeit demokratischer Pr&auml;sidenten gro&szlig;en Einfluss gehabt.<\/li>\n<li>Das gilt auch f&uuml;r Herrn Friedman von STRATFOR. Siehe <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/George_Friedman\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25398\">hier ein Beitrag<\/a> in den NachDenkSeiten mit einem Original-Statement von Friedman &uuml;ber die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland zu st&ouml;ren.<\/li>\n<li>Am vergangenen Montag konnten Sie <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39321#h02\">in den Hinweisen der NachDenkSeiten<\/a> einen Hinweis auf das partei&uuml;bergreifende Netzwerk CFR lesen. Ich zitiere:<br>\n<blockquote><p>\n&bdquo;<strong>Das American Empire und seine Medien<\/strong><br>\nViele F&uuml;hrungspersonen und Top-Journalisten von nahezu allen bekannten amerikanischen Medien sind in das Netzwerk des einflussreichen Council on Foreign Relations (CFR) eingebunden.<br>\nGegr&uuml;ndet 1921 als eine private, &uuml;berparteiliche Organisation, pr&auml;gt der CFR und seine knapp 5000 renommierten Mitglieder seit Jahrzehnten die amerikanische Au&szlig;enpolitik und deren mediale Darstellung. Ein bekanntes CFR-Mitglied erkl&auml;rte einst, dass das Ziel tats&auml;chlich die Etablierung eines &bdquo;Imperiums&ldquo; sei, allerdings eines &bdquo;benevolenten&ldquo;, d.h. &bdquo;wohlwollenden&ldquo;, Imperiums. &hellip;&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<\/ul><p>&bdquo;Wohlwollendes&ldquo; Imperium? &ndash; Wenn man die Folgen f&uuml;r die Welt und f&uuml;r Europa bedenkt, dann ist das Eigenschaftswort &bdquo;wohlwollend&ldquo; eher Propaganda als Realit&auml;t. Vielleicht war es anders gedacht. Das sei durchaus zugestanden. Wir haben auch nicht nur schlechte Erfahrungen mit der amerikanischen Au&szlig;enpolitik gemacht. Aber jetzt geht es um das Jetzt und die Zukunft, und da sieht es tr&uuml;be aus.<\/p><p><strong>Sind Europa und Deutschland, sind wir noch f&auml;hig dazu, uns gegen den von den USA ausgehenden Trend zu wehren, und zu einer eigenst&auml;ndigen Politik zur&uuml;ckzufinden? Das sind f&uuml;r uns und unsere Zukunft entscheidende Fragen.<\/strong><\/p><p>Da ist zun&auml;chst einmal zu notieren, dass die USA einzelne L&auml;nder und Einzelpersonen entscheidend zu beeinflussen verm&ouml;gen. Polen, die baltischen L&auml;nder und andere in S&uuml;dosteuropa, auch die Ukraine, sind deutlich erkennbar unter amerikanischem Einfluss und setzen auch auf diese Karte. D.h.: tendenziell wird innerhalb der Europ&auml;ischen Union und der NATO eine Politik, die von den Interessen und der Linie der USA Abstand nimmt, schwer durchsetzbar sein. Das wird sich jetzt konkret bei der Reaktion der Europ&auml;ischen Union auf die geplanten weiteren Sanktionen gegen Russland und Iran zeigen.<\/p><p>Hinzu kommt der Einfluss der USA und der dort einflussreichen Kreise auf Politikerinnen und Politiker in Deutschland und Europa. Dem Gr&uuml;nen-Vorsitzenden &Ouml;zdemir und dem einflussreichen fr&uuml;heren Spitzenpolitiker der Gr&uuml;nen Joschka Fischer ist nicht zuzutrauen, dass sie eine von den USA und deren Interessen abgel&ouml;ste Politik in Deutschland und Europa betreiben. Joschka Fischer hat sich mit der fr&uuml;heren amerikanischen Au&szlig;enministerin Madeleine Albright auch gesch&auml;ftlich zusammengetan. Es ist aufschlussreich, dass er in der Frage der Gaslieferungen Russlands an Europa und Deutschland auf der anderen Seite des Atlantik steht.<\/p><p>Die personelle Verflechtung ist keineswegs nur auf die genannten Personen beschr&auml;nkt. Schon das oben erw&auml;hnte Netzwerk CFR reicht nach Europa. Wie einflussreich die Transatlantiker bei uns hier sind, haben wir auf der NachDenkSeiten bei anderer Gelegenheit dargestellt. Zum Beispiel <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21155\">hier<\/a>. <\/p><p>Wie wir in diesem Zusammenhang Angela Merkel einzusch&auml;tzen haben und zum Beispiel auch Frau von der Leyen und den Bundespr&auml;sidenten Steinmeier? Die Antwort ist ungewiss. Ich gehe in allen drei F&auml;llen von gro&szlig;er Affinit&auml;t zu amerikanischen Interessen aus. Aber es w&auml;re sch&ouml;n, das w&auml;re eine Fehleinsch&auml;tzung.<\/p><p>Wie auch immer: Es w&auml;re wichtig, dass heute Menschen in die Politik gehen, die die Entwicklung der USA voll im Blick haben und auf jeden Fall mittelfristig f&uuml;r uns andere Perspektiven entwickeln. Dazu w&auml;re es wichtig, dass endlich &uuml;ber diese Fragen in den Parteien wieder gestritten wird, dass sie ihrer vom Grundgesetz zu geeigneten Funktion, an der Willensbildung teilzunehmen, endlich wieder gerecht werden. <\/p><p><strong>P.S.: Die Kriege der USA und des Westens und die Fl&uuml;chtlingsfrage<\/strong><\/p><p>Der 100.000-Tonnen-Flugzeugtr&auml;ger, den der US Pr&auml;sident in Dienst gestellt hat, dient nicht nur der Abschreckung. Er wird wie die anderen Flugzeugtr&auml;ger und die ca. 700 US-Milit&auml;rbasen all &uuml;berall auf der Welt dazu genutzt, Kriege zu f&uuml;hren. In der deutschen &ouml;ffentlichen Debatte wird die Rolle dieser Kriege und ihre Bedeutung f&uuml;r uns in einem erstaunlichem Ma&szlig;e unter den Teppich gekehrt. Am deutlichsten wird das sichtbar bei der Debatte um die Fl&uuml;chtlinge, die ihr Heil in Europa und insbesondere in Deutschland suchen. Dass Afghanen hierher fl&uuml;chten, weil bei ihnen Krieg herrscht und ihre Lebensbasis zerst&ouml;rt hat, wollen wir nicht richtig wahrnehmen. Dass der Irak kaputtgebombt worden ist und deshalb von dort die Menschen fliehen. Dass der Syrien-Krieg ma&szlig;geblich vom Westen initiiert worden ist, nicht nur von USA, sondern auch von Frankreich und von Gro&szlig;britannien und Deutschland sich dort beteiligt, beziehen wir nicht in die Debatte ein, wenn wir &uuml;ber syrische Fl&uuml;chtlinge reden. Und das gilt noch viel mehr f&uuml;r Libyen.<\/p><p>Wir sollten die Fluchtursache &bdquo;Kriege des Westens&ldquo; zur Sprache bringen, weil sie h&auml;ufig ausgeblendet wird, obwohl sie die Hauptursache f&uuml;r die Fluchtbewegungen sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal hat meine Regionalzeitung, &bdquo;Die Rheinpfalz&ldquo; aus Ludwigshafen, eine wirklich aufkl&auml;rende Aufmachung. 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