{"id":39374,"date":"2017-07-27T14:17:38","date_gmt":"2017-07-27T12:17:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39374"},"modified":"2019-03-20T23:40:22","modified_gmt":"2019-03-20T22:40:22","slug":"us-angriff-auf-nord-stream-2-warum-ist-merkel-auf-einmal-so-kleinlaut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39374","title":{"rendered":"US-Angriff auf Nord Stream 2 \u2013 warum ist Merkel auf einmal so kleinlaut?"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170727_pipelineistan-1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>&bdquo;America first&ldquo; &hellip; das ist nicht nur das Motto des in Europa so gescholtenen Donald Trump, sondern auch der Leitspruch der beiden Kammern des US-Parlaments. Mit &uuml;berw&auml;ltigender Mehrheit haben bereits am Dienstag die Abgeordneten im Repr&auml;sentantenhaus einem neuen Sanktionspaket zugestimmt und es gilt als <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/kraeftemessen-mit-donald-trump-us-senat-will-russlandsanktionen-zuegig-beschliessen-a-1159894.html\">abgemacht<\/a>, dass auch der Senat nahezu einstimmig zustimmen wird. Das ist insofern pikant, da das neue Sanktionspaket auch Passagen enth&auml;lt, die nur als dreiste Interessenpolitik zugunsten amerikanischer und zulasten europ&auml;ischer Konzerne zu bewerten sind. So droht das Gesetz ganz explizit mit Sanktionen gegen deutsche und europ&auml;ische Konzerne, die beim Pipeline-Betrieb mit Russland aktiv sind. Hier geht es vor allem um das aktuell geplante Nord-Stream-2-Projekt. Au&szlig;enminister Gabriel hat diesen Vorsto&szlig; noch im Juni erstaunlich harsch kritisiert und Kanzlerin Merkel st&auml;rkte ihm damals noch den R&uuml;cken. Heute geben sich beide kleinlaut und auch die EU scharrt bereits mit den Hufen, um Nord Stream 2 zu torpedieren. Wenn Merkel die Inhalte ihrer ber&uuml;hmt-ber&uuml;chtigten &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38529\">Bierzeltrede<\/a>&ldquo; ernst meint, m&uuml;sste sie nun auf den Tisch hauen &hellip; aber das wird sicher nicht passieren, denn sie hat sich durch ihre Torheiten der letzten Jahre in eine komplizierte Sackgasse man&ouml;vriert. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2446\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-39374-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170727_US_Angriff_auf_Nord_Stream_2_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170727_US_Angriff_auf_Nord_Stream_2_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170727_US_Angriff_auf_Nord_Stream_2_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170727_US_Angriff_auf_Nord_Stream_2_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=39374-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170727_US_Angriff_auf_Nord_Stream_2_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170727_US_Angriff_auf_Nord_Stream_2_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>USA gegen die Ostseepipeline<\/strong><\/p><p>Es kam, wie es kommen musste. Dass die USA entschiedene Gegner neuer russischer Erdgasleitungen nach Mittel- und Westeuropa sind, ist nicht neu. Als vor gut 10 Jahren die erste <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nord_Stream\">Nord-Stream-Pipeline<\/a> geplant wurde, intervenierten die Amerikaner vor allem bei den skandinavischen Anrainerstaaten, die einen Bau noch h&auml;tten verhindern k&ouml;nnen. So forderte beispielsweise im Jahre 2008 der US-Botschafter in Stockholm die schwedische Regierung in einem ganzseitigen Appell im <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/druck-auf-schweden-usa-wollen-ostseepipeline-stoppen\/3019768.html\">&bdquo;Svenska Dagbladet&ldquo; auf<\/a>, den Bau von Nord Stream zu verhindern. Doch alle Versuche, die Pipeline zu stoppen, scheiterten &ndash; nicht zuletzt dank &bdquo;Gas-Gerd&ldquo; Schr&ouml;der, der das Projekt stur durchzog und daf&uuml;r sp&auml;ter ja auch f&uuml;rstlich von der russischen Gaswirtschaft belohnt wurde.<\/p><p>Die Vorzeichen haben sich ge&auml;ndert, der Konflikt setzt sich fort. Im August 2016 flog US-Vizepr&auml;sident Joe Biden h&ouml;chstpers&ouml;nlich nach Stockholm, um die Schweden zu einem Veto zu <a href=\"http:\/\/www.reuters.com\/article\/us-energy-europe-usa-idUSKCN1101AP\">bewegen<\/a> &ndash; diesmal ging es um die geplante, parallel zur ersten Nord-Stream- verlaufende Nord-Stream-2-Pipeline. Die offene Gegnerschaft der USA zu den russisch-deutschen Ostseepipelines zieht sich wie ein roter Faden durch die j&uuml;ngere Geschichte; von Bush jr. &uuml;ber Obama bis hin zu Trump, dessen Emiss&auml;rin Robin Dunnigan erst im Mai in D&auml;nemark offen und lautstark gegen Nord Stream 2 <a href=\"http:\/\/cphpost.dk\/news\/us-warns-denmark-over-russian-gas-pipeline.html\">intervenierte <\/a>.  Den USA scheint es sehr ernst zu sein, aber um was geht es eigentlich konkret?<\/p><p><strong>Die Pipeline-Debatte<\/strong><\/p><p>Um das zu verdeutlichen, muss man ein wenig ausholen. Mitteleuropa bezieht zur Zeit rund die H&auml;lfte seines Erdgases aus Russland und die zweite H&auml;lfte aus den Nordseevorkommen Norwegens, Gro&szlig;britanniens und der Niederlande. Die Nordseefelder haben jedoch ihr F&ouml;rdermaximum bereits erreicht und mittel- bis langfristig muss Europa neue Bezugsquellen f&uuml;r sein Erdgas akquirieren. Das ist jedoch alles andere als einfach. Nennenswerte &Uuml;berkapazit&auml;ten sind neben den sibirischen Vorkommen, die von Russland gef&ouml;rdert werden, vor allem im Persischen Golf (Katar und Iran) und am n&ouml;rdlicher gelegenen Kaspischen Meer vorhanden. Russland hat es strategisch klug &ndash; aber auch zu einem &ouml;konomisch sehr hohen Preis &ndash; geschafft, die F&ouml;rdermengen der Anrainer des Kaspischen Meers &uuml;ber Jahrzehnte an sich zu binden und eine europ&auml;ische Alternative zu verhindern. Die Vorkommen aus dem Golf bieten sich wiederum aufgrund der politisch heiklen Pipelinef&uuml;hrung auch langfristig nicht an. Eine Pipeline aus Katar m&uuml;sste schlie&szlig;lich &uuml;ber den Boden des &bdquo;Feindes&ldquo; und Konkurrenten Saudi-Arabien &uuml;ber die B&uuml;rgerkriegsl&auml;nder Irak und Syrien und dann &uuml;ber Erdogans T&uuml;rkei verlaufen. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass Europa Erdogan neben den Fl&uuml;chtlingen noch ein zweites Druckmittel frei Haus in die Hand geben will. Und somit scheiden die beiden gro&szlig;en alternativen Bezugsgebiete f&uuml;r Erdgas als Startpunkt einer Pipeline realistisch betrachtet aus. Was bleibt, sind Transporte in Fl&uuml;ssiggasform mit riesigen Tankern, die jedoch &ouml;konomisch nicht sonderlich sinnvoll sind und vom Volumen her bestenfalls eine Erg&auml;nzung, aber keine Substitution darstellen k&ouml;nnen.<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170727_pipelineistan.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170727_pipelineistan-small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><p>Bliebe Russland als Lieferant und hier wird es abermals kompliziert. &Uuml;ber die Probleme mit den Transitl&auml;ndern Polen, Wei&szlig;russland und vor allem Ukraine hatte ich bereits vor zwei Jahren in meinem Artikel &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26163\">Europa und der kalte Pipeline-Krieg<\/a>&ldquo; ausf&uuml;hrlich berichtet.  <strong>Summa summarum bleibt unter dem Strich stehen, dass es in Deutschlands Interesse sein muss, die Lieferkapazit&auml;ten aus Russland zu erweitern und daf&uuml;r im Idealfall auch eine Pipeline zu bauen, die einen weiten Bogen um unsichere Transitstaaten macht<\/strong>. Die Idee, parallel zu Nord Stream eine Erweiterungsr&ouml;hre zu bauen, mit der die Ostseepipeline genauso viel Kapazit&auml;t bekommt wie das alte Transgas-System, das &uuml;ber die Ukraine l&auml;uft, ist da eine sehr gute L&ouml;sung.<\/p><p>Das sehen die Amerikaner jedoch g&auml;nzlich anders und dabei geht es nicht &bdquo;nur&ldquo; um Machtpolitik und Geostrategie. <strong>Durch die von George W. Bush massiv unterst&uuml;tzte &bdquo;Fracking-Technologie&ldquo; schwimmen die USA sinnbildlich in &Uuml;berkapazit&auml;ten<\/strong>, die eine katastrophale Wirkung auf den <a href=\"https:\/\/www.eia.gov\/dnav\/ng\/hist\/n9102us3m.htm\">Erdgaspreis in den USA haben<\/a>. Derzeit zahlt man dort als pipelinegebundener Gro&szlig;abnehmer rund 88 Dollar f&uuml;r 1.000 Kubikmeter &ndash; die deutschen Versorger zahlen f&uuml;r dieselbe Menge Erdgas rund 350 Euro. Was vordergr&uuml;ndig gut f&uuml;r die amerikanischen Verbraucher ist, ist eine Katastrophe f&uuml;r die US-Gas- und &ndash;Finanzwirtschaft, da die auf Pump finanzierten Frackingprojekte sich bei so geringen Preisen nicht rentieren und der Branche &uuml;ber kurz oder lang der Zusammenbruch droht. <\/p><p><strong>Es geht um Big-Oil und um die Wallstreet<\/strong><\/p><p><strong>Daher haben die USA ein vitales Interesse, &Uuml;berkapazit&auml;ten vom Markt zu nehmen.<\/strong> Eine M&ouml;glichkeit daf&uuml;r sind Exporte als verfl&uuml;ssigtes Erdgas in Tankern. Vor allem der abnahmestarke europ&auml;ische Markt wird von den US-Multis <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tr\/artikel\/Der-Gaskrieg-2160985.html\">seit rund vier Jahren<\/a> erschlossen und die Lobbyarbeit tr&auml;gt auch bereits <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Erste-Schiefergaslieferung-aus-den-USA-erreicht-Grossbritannien-3779553.html\">die ersten Fr&uuml;chte<\/a>. <\/p><p>Nennenswerte Exporte in die EU w&uuml;rden den Gaspreis in den USA stabilisieren und damit die Investitionskosten der gro&szlig;en Erdgasf&ouml;rderer, die zugleich auch die gr&ouml;&szlig;ten Erd&ouml;lkonzerne sind (z.B. Exxon, Chevron, BP), retten. Selbstverst&auml;ndlich w&auml;ren auch die Lieferungen in die EU ganz sicher nicht zum wirtschaftlichen Nachteil dieser Konzerne. Wichtig ist jedoch hervorzuheben, dass Fracking-Gas &ndash; wenn man einmal die Folgekosten ignoriert &ndash; zwar vor Ort sehr preisg&uuml;nstig ist, der Transport in ferne Regionen das billige Fracking-Gas jedoch extrem teuer macht. Die Zeche m&uuml;sste, wie meist, der europ&auml;ische Endabnehmer zahlen. Und wenn man bedenkt, dass eine theoretische vollst&auml;ndige Substitution der russischen Gaslieferungen durch LNG-Importe Kosten in Billionenh&ouml;he mit sich bringen w&uuml;rde, kann einem da nur angst und bange werden. Somit ist klar, dass Nord Stream 2 nicht im Interesse der USA sein kann.<\/p><p><strong>Europa zuerst?<\/strong><\/p><p>&bdquo;Europas Energieversorgung ist eine Angelegenheit Europas, und nicht der Vereinigten Staaten von Amerika&ldquo;, <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/russland-sanktionen-sigmar-gabriel-und-christian-kern-kritisieren-us-plaene-a-1152321.html\">so formulierten es dann<\/a> Mitte Juni auch folgerichtig Sigmar Gabriel und &Ouml;sterreichs Kanzler Kern, die als gr&ouml;&szlig;te politische Unterst&uuml;tzer des Projekts gelten. Auch Angela Merkel <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/us-sanktionen-gegen-russland-angela-merkel-unterstuetzt-sigmar-gabriels-kritik-a-1152445.html\">unterst&uuml;tzte<\/a> &ndash; leicht z&auml;hneknirschend &ndash; die Kritik. F&uuml;r sie seien die US-Pl&auml;ne &bdquo;befremdlich&ldquo;. Nun, da diese befremdlichen Pl&auml;ne umgesetzt werden, sind Gabriel und Merkel jedoch erstaunlich kleinlaut. America first auf der einen Seite und kein Europa zuerst auf der anderen Seite? Nein, ganz so einfach ist es dann doch nicht.<\/p><p>Es ist ja nicht einmal klar, ob die Pipeline im &bdquo;europ&auml;ischen Interesse&ldquo; ist. Mit einem klaren &bdquo;Nein&ldquo; d&uuml;rfte diese Frage in den baltischen Staaten, in Polen und in der Slowakei beantwortet werden. Einerseits sind diese Staaten fest durch die transatlantische Lobbyarbeit eingespannt, andererseits haben sie ein sehr verst&auml;ndliches &ouml;konomisches Interesse daran, dass nicht noch mehr Gas durch die Ostsee flie&szlig;t, f&uuml;r das sie keine Transitgeb&uuml;hren mehr kassieren k&ouml;nnen. Auch S&uuml;d- und S&uuml;dosteuropa sind mittlerweile jedoch gegen Nord Stream 2 und dies hat einzig und alleine Angela Merkel zu verantworten.<\/p><p>Was Nord Stream f&uuml;r Deutschland, sollte n&auml;mlich urspr&uuml;nglich ein Pipelineprojekt namens South Stream f&uuml;r die Balkanstaaten und Italien werden. Quer durch das Schwarze Meer (also vorbei an den &bdquo;Problemstaaten&ldquo; Ukraine und T&uuml;rkei) sollte eine russische Pipeline &uuml;ber Bulgarien mit einem Nordstrang den Balkan bis &Ouml;sterreich und mit einem S&uuml;dstrang Griechenland sowie Italien versorgen. <strong>Nat&uuml;rlich intervenierten die USA auch gegen diesen Pipelineplan, aber nicht die Amerikaner, sondern ausgerechnet Deutschland sorgte daf&uuml;r, dass South Stream nie gebaut wurde<\/strong>. Die Umst&auml;nde dazu sind aus heutiger Sicht besonders pikant.<\/p><p>Nach der Einverleibung der Krim war es n&auml;mlich allen voran Angela Merkel, die auf scharfe EU-Sanktionen gegen Russland dr&auml;ngte und im Zusammenspiel mit dem damaligen EU-Energiekommissar G&uuml;nther Oettinger &uuml;bte Merkel massiven Druck auf die Anrainerstaaten &ndash; allen voran Bulgarien &ndash; aus, um das Projekt einzustellen. Dass es in diesen Staaten nicht sonderlich gut ankommt, wenn Merkel unter Berufung auf die Russland-Sanktionen South Stream verhindert und nun argumentiert, Nord Stream 2 sei ein rein &ouml;konomisches Projekt, das nicht durch die Russland-Sanktionen gef&auml;hrdet werden d&uuml;rfe, ist mehr als verst&auml;ndlich. <strong>Dass die ganzen Eseleien, die ganz klar gegen europ&auml;ische Interessen gerichtet waren, f&uuml;r Merkel und Co. irgendwann zu einem Bumerang werden, war absehbar.<\/strong><\/p><p>Nun hat Nord Stream 2 dank Angela Merkels R&uuml;ckgratlosigkeit einen zweiten Feind &ndash; die EU-Kommission. In Br&uuml;ssel h&auml;lt man von Nord Stream 2 n&auml;mlich wenig. Zust&auml;ndig f&uuml;r derlei Fragen ist bei der EU-Kommission der Slowake Maro&scaron; &Scaron;ef&#269;ovi&#269;, der seine Aufgabe vor allem darin interpretiert, Europa unabh&auml;ngiger vom Erdgaslieferanten Russland <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/article\/us-europe-carbontrading-court-idUSKBN1AB15T\">zu machen<\/a>.  Dass &Scaron;ef&#269;ovi&#269; nun neben den Osteurop&auml;ern auch noch die Balkanstaaten und Italien als Verb&uuml;ndete gewinnen konnte, ist schon ziemlich grotesk, aber auch eine Folge falscher deutscher Politik.<\/p><p><strong>Merkel schweigt<\/strong><\/p><p>Mit Fehlern der Vergangenheit sollte man aber keinesfalls Fehler der Zukunft rechtfertigen. Im Gegenteil. Nur wer aus den Fehlern der Vergangenheit lernt, kann k&uuml;nftige Fehler vermeiden. <strong>Darum sollte sich Angela Merkel auch ohne Wenn und Aber entschlossen gegen die USA und gegen Br&uuml;ssel stellen und wie weiland Gerhard Schr&ouml;der das Pipelineprojekt durchziehen<\/strong>. Nord Stream 2 ist zwar ganz sicher nicht im Interesse Washingtons und an der Frage, ob die Pipeline im Interesse Europas ist, scheiden sich die Geister. <strong>Klar aber ist, dass eine Erweiterung der Ostseepipeline in deutschem Interesse ist. Und Angela Merkel ist immer noch die Kanzlerin Deutschlands. Warum also nicht einmal &bdquo;Deutschland zuerst&ldquo;?<\/strong><\/p><p><strong>Die Vergangenheit lehrt jedoch auch, dass Angela Merkel noch nie R&uuml;ckgrat zeigte, wenn es offen gegen die Interessen der USA ging.<\/strong> Merkel ist kein Schr&ouml;der, ihre Linie liegt irgendwo zwischen devotem, vorauseilendem Gehorsam und oberfl&auml;chlicher Kritik ohne jegliche Folgen. Abh&ouml;ren unter Freunden, geht gar nicht und Freunden verbieten, mit anderen Staaten sinnvolle Gesch&auml;fte zu machen, geht auch nicht. In Washington d&uuml;rfte der Angstschwei&szlig; sich jedoch in dosierten Grenzen halten. &bdquo;Aufm&uuml;pfig&ldquo; wird Merkel halt nur im Bierzelt. In der echten Politik opfert sie deutsche Interessen ohne mit der Wimper zu zucken.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/0c5bc5f6dd014a7d98e5e8b8d260390e\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170727_pipelineistan-1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>&bdquo;America first&ldquo; &hellip; das ist nicht nur das Motto des in Europa so gescholtenen Donald Trump, sondern auch der Leitspruch der beiden Kammern des US-Parlaments. Mit &uuml;berw&auml;ltigender Mehrheit haben bereits am Dienstag die Abgeordneten im Repr&auml;sentantenhaus einem neuen Sanktionspaket zugestimmt und es gilt als<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39374\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,162,178,30],"tags":[1460,877,615,380,878,401,1479,315,2608,870,259,411,1556,1019],"class_list":["post-39374","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-energiepolitik","category-ressourcen","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-biden-joe","tag-erdgas","tag-eu-kommission","tag-export","tag-fracking","tag-gabriel-sigmar","tag-katar","tag-merkel-angela","tag-nord-stream","tag-oettinger-guenther","tag-russland","tag-schroeder-gerhard","tag-usa","tag-wirtschaftssanktionen"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39374","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=39374"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39374\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":39379,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39374\/revisions\/39379"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=39374"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=39374"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=39374"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}