{"id":39530,"date":"2017-08-08T08:10:54","date_gmt":"2017-08-08T06:10:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39530"},"modified":"2017-08-08T10:41:33","modified_gmt":"2017-08-08T08:41:33","slug":"hinweise-des-tages-2932","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39530","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39530#h01\">Keine Hilfe f&uuml;r Afrika &ndash; Auch die neue Entwicklungspolitik ist unehrlich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39530#h02\">Regime Change in Venezuela?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39530#h03\">Betreutes Regieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39530#h04\">Neues Wirtschaftswunder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39530#h05\">Minijobs: Unsicher, schlecht bezahlt und steuerfinanziert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39530#h06\">Jobs! Jobs! Jobs!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39530#h07\">Fundamentale Ungleichheiten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39530#h08\">Kann EU-weites Wassersparen den Wassermangel in Spanien und Italien mindern?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39530#h09\">Der R&uuml;stungsminister<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39530#h10\">Mit Power gegen Trumps Tower<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39530#h11\">H&auml;userkampf im Kiez<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39530#h12\">Die Freiheit darf nicht verschleiert werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39530#h13\">Nicht leistungsf&auml;hig zu sein, ist stark schambesetzt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39530#h14\">Amerikansche IT-Konzerne &ndash; Im Tal der Heuchler<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39530#h15\">Vom asymmetrischen Krieg zur&uuml;ck zur konventionellen Kriegsf&uuml;hrung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39530#h16\">Viagra f&uuml;r Politikverachtung<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Keine Hilfe f&uuml;r Afrika &ndash; Auch die neue Entwicklungspolitik ist unehrlich<\/strong><br>\nDie deutsche Bundesregierung, insbesondere ihr zust&auml;ndiger Minister Gerd M&uuml;ller, ist m&auml;chtig stolz auf ihre neue Entwicklungspolitik. Und tats&auml;chlich, dass das Thema Afrika im Zentrum des j&uuml;ngsten G 20-Gipfels in Hamburg stand, war ein politisches Signal. Das hatte es zuvor so nicht gegeben. Auch der von M&uuml;ller propagierte &ldquo;Marshallplan mit Afrika&rdquo; gibt ambitionierte Ziele aus. Vor allem: Die Entwicklungskooperation soll erstmals auf Augenh&ouml;he mit den L&auml;ndern praktiziert werden. So viel der sch&ouml;nen Theorie. Mit der Realit&auml;t hat das leider nach wie vor nicht viel zu tun. Wenn wir ehrlich miteinander umgehen, m&uuml;ssen wir zugeben, dass nicht die Entwicklung Afrikas das Interesse f&uuml;r den Schwarzen Kontinent entfacht hat. Es war der enorme Zustrom von Fl&uuml;chtlingen und die Sorge, dass die Fluchtbewegungen noch dramatischer zunehmen k&ouml;nnten. Das Zauberwort ist: Fluchtursachenbek&auml;mpfung. Auch Kanzlerin Merkel wird nicht m&uuml;de, dies zu betonen. Doch so wie Deutschland und die EU das Problem angehen, kann das Ziel nicht erreicht werden. Im Gegenteil, die Zahlen werden eher zunehmen.<br>\nUnd wir selbst tragen massiv dazu bei. Es gibt ein zentrales Ereignis, das den Exodus aus Afrika einleitete: der Sturz des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi durch eine milit&auml;rische Intervention Frankreichs, Gro&szlig;britanniens und der USA. Der Fl&uuml;chtlingsdruck war vorher schon gro&szlig;, doch der Diktator hat f&uuml;r europ&auml;ische Milliarden Fl&uuml;chtlinge zur&uuml;ckgehalten. Als er beseitigt war, brachen die D&auml;mme. Doch nicht nur Krieg vertreibt die Menschen. Noch schlimmer wirken Not und Perspektivllosigkeit. Auch das hat mit unserer Politik zu tun. Nach wie vor fischen europ&auml;ische Fangflotten die Gew&auml;sser vor Afrikas K&uuml;sten leer. Auch wenn die direkten Exportsubventionen abgeschafft wurden, exportieren wir weiter zu Dumpingpreisen Gefl&uuml;gelteile, Milchpulver oder Tomaten auf den Kontinent und zerst&ouml;ren jeden Ansatz, dass sich dort lokale M&auml;rkte entwickeln k&ouml;nnten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nordbayern.de\/1.6459647\">N&uuml;rnberger Nachrichten<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Es gibt ihn noch, den kritischen Journalismus, der die Hintergr&uuml;nde beleuchtet.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Regime Change in Venezuela?<\/strong><br>\nDer US-amerikanische Au&szlig;enminister Rex Tillerson hat in einer Pressekonferenz am 31. Juli 2017 unverhohlen ge&auml;u&szlig;ert, die US-Regierung pr&uuml;fe M&ouml;glichkeiten, in Venezuela einen Regimewechsel durchzuf&uuml;hren.<br>\nHintergrund ist das von Staatschef Maduro bereits im Juni angesetzte Referendum &uuml;ber die Konstituierung einer verfassungsgebenden Versammlung, das am Sonntag letzter Woche (30. Juli) stattfand. Kurz nachdem die USA am Montag in einer ersten konkreten Reaktion Sanktionen gegen den venezolanischen Pr&auml;sidenten verh&auml;ngt hatten, sprach Tillerson vor Pressevertretern: &ldquo;Unsere Vorgehensweise im Fall Venezuela sah so aus, dass wir versucht haben vermittels unterschiedlicher Koalitionspartner zu arbeiten, durch die OAS [Organisation Amerikanischer Staaten] und andere, die unsere Sicht von Venezuelas Zukunft teilen. &hellip; Wir wollen ganz klar, dass Venezuela zu seiner Verfassung und zu seinen geplanten Wahlen zur&uuml;ckkehrt und dass das venezolanischen Volk die M&ouml;glichkeit hat, in der Regierung mitzubestimmen, die es verdient.&ldquo;<br>\nAnzumerken w&auml;re hierzu, dass die OAS, der auch die USA angeh&ouml;ren, mit Tillersons Vereinnahmung als &bdquo;Koalitionspartner&ldquo; schwerlich einverstanden sein d&uuml;rfte bzw. sollte. Zwar erkl&auml;rten die meisten Staaten der Region, darunter Argentinien, Kanada, Kolumbien, Mexiko, Panama und Paraguay, dass sie den Ausgang des Referendums nicht anerkennen wollen, aber die US-amerikanischen Vorstellungen von Good Governance und deren Durchsetzung sind dennoch kaum mit den Statuten der OAS in Einklang zu bringen, wie u.a. Telesur anmerkt [2]. So lautet Artikel 19 der Charta: &bdquo;Kein Staat bzw. Staatengruppe hat das Recht, sich in die inneren oder &auml;u&szlig;eren Angelegenheiten irgendeines anderen Staates einzumischen, weder direkt noch indirekt. Das vorangehende Prinzip verbietet nicht nur bewaffnete Gewalt, sondern auch jede andere Form der Beeinflussung oder versuchten Drohung gegen die Pers&ouml;nlichkeit des Staates oder gegen seine politischen, pers&ouml;nlichen und &ouml;konomischen Elemente.&ldquo; Artikel 20 lautet: &ldquo;Kein Staat darf Zwangsma&szlig;nahmen &ouml;konomischer oder politischer Natur anwenden oder unterst&uuml;tzen, um den souver&auml;nen Willen eines anderen Staates zu n&ouml;tigen und von ihm irgendwelche Vorteile zu erlangen&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2017\/08\/07\/regime-change-in-venezuela\/\">Informationsstelle Militarisierung e.V.<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Als erstes sollte man sich vergegenw&auml;rtigen, dass Venezuela &uuml;ber sehr gro&szlig;e Erd&ouml;lvorkommen verf&uuml;gt. Des Weiteren stellt sich die Frage, ob es der Mehrheit der Bev&ouml;lkerung unter einer von den USA genehmen Regierung wirklich besser gehen oder ob nicht Venezuela dann vollends ins Chaos gest&uuml;rzt w&uuml;rde, wie bereits vorher Syrien, Libyen oder der Irak.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: Darf man noch mit der bolivarianischen Revolution solidarisch sein?<\/strong><br>\nDie linksliberale Taz hat sich in den letzten Monaten besonders als Verteidigerin der Offenen Gesellschaft profiliert. Sie steht in Frontstellung einerseits zu den verschiedenen rechtspopulistischen Anwandlungen von Trump bis Erdogan. Aber genauso gegen alle Versuche, eine linke Alternative gegen die Rechten auch gegen den kapitalistischen Normalzustand zu finden.<br>\nF&uuml;r einen solchen Ausweg stand seit 1998 Venezuela nach der Regierungs&uuml;bernahme durch den Linksnationalisten Chavez. Nach einem Putschversuch und einem Unternehmerstreik radikalisierte sich ein Teil der bolivianischen Basis, aber auch deren Leitfigur Chavez. Er sprach sogar vom Sozialismus des 21. Jahrhunderts, doch der Erfinder dieses Begriffes Heinz Dietrich will heute nicht mehr gerne an diese kurze Freundschaft mit der bolivarianschen Revolution erinnert werden. Denn Venezuela hat heute nicht viele Freunde.<br>\nDie Zeit, als das Land als Wunschbild vieler Linker galt, sind lange vorbei. In den Zeiten, in denen das Land unter dem niedrigen &Ouml;lpreis leidet, die bolivarianische Bourgeoisie ihr h&auml;ssliches Gesicht zeigt, das nicht zu dem Utopia linker Bl&uuml;tentr&auml;ume passt, kurz: seit auch in Venezuela der linken Euphorie die M&uuml;hen der Ebene folgten, will man sich nicht mehr gerne als Freund der bolivarianischen Revolution outen.<br>\nChe Guevara wird ja auch nur deshalb so verehrt, weil er so jung starb wie angeblich einst Jesus und an Salvador Allende wird vor allem wegen seines Widerstands gegen die Putschisten erinnert. &Uuml;ber die linke Praxis schweigt man dann bei beiden eher, seien es die von Che Guevara verantworteten Hinrichtungen nach der kubanischen Revolution oder Allendes Schwanken zwischen einer reformistischen und einer revolution&auml;ren Politik. Die Linke will ihre Helden ohne Fehler und Widerspr&uuml;che und ist da sehr christlich. Deswegen hat der Che -Guevara-Kult auch etwas sehr Religi&ouml;ses. Da ist die Haltung der Linkspartei zu loben, die dem bolivarianischen Venezuela auch in schwierigen Zeiten die Solidarit&auml;t nicht aufk&uuml;ndigt.<br>\nDoch wenn der Inland-Redakteur der linksliberalen Taz Martin Reeh, der in den fr&uuml;hen 1990er Jahren selber noch auf der Suche nach Wegen jenseits der b&uuml;rgerlichen Demokratie war, der Linkspartei wegen ihrer Venezuela-Resolution vorwirft, nicht im Club der Demokraten zu sein, sollte die Gescholtene das als Auszeichnung verstehen.<br>\nReeh schreibt in dem Kommentar: &ldquo;Teile der Linkspartei sind immer noch nicht vollst&auml;ndig in der Demokratie angekommen. Und deshalb verteidigen sie Maduro, ihren Bruder im Geiste.&rdquo;<br>\nDas ist die Sprache von einem, der seine eigenen Tr&auml;ume von der Gesellschaft jenseits der b&uuml;rgerlichen Demokratie begraben hat und f&uuml;r den es nun keine Alternative mehr geben darf. Deshalb wird jeder gema&szlig;regelt, der sich nicht mit in den K&auml;fig der b&uuml;rgerlichen Demokratie einsperren lassen will.<br>\nReeh wird wissen, dass sich vor 100 Jahren hinter dem Banner der b&uuml;rgerlichen Demokratie jene versammelt hatten, die die Revolution der Arbeiter und Soldaten im Blut ertr&auml;nkt haben. Es waren die Eberts und Noskes, die Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und tausende Arbeiter ermorden lie&szlig;en, weil sie noch nicht in der b&uuml;rgerlichen Demokratie angekommen waren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Darf-man-noch-mit-der-bolivarianischen-Revolution-solidarisch-sein-3793652.html\">Telepolis<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Betreutes Regieren<\/strong><br>\nMan kann bei dem Balanceakt zwischen den Interessen des Landes und den Interessen des Unternehmens gute oder schlechte Figur machen. Anl&auml;sslich seiner Regierungserkl&auml;rung zum VW-Skandal im Oktober 2015 hat der nieders&auml;chsische SPD-Ministerpr&auml;sident Stephan Weil keine gute Figur gemacht. Die Regierungserkl&auml;rung vorab bei VW zum Redigieren vorzulegen &ndash; das ist peinlich und etwas t&ouml;lpelhaft.<br>\nNat&uuml;rlich war es zu Beginn der VW-Gro&szlig;krise noch schwerer als sonst, die Balance zu halten: Wenn jedes Wort neue Ermittlungen in den USA oder sonstwo ausl&ouml;sen kann, muss man jedes Wort noch sorgf&auml;ltiger w&auml;gen als sonst. Aber was soll das f&uuml;r ein Balancieren sein, wenn man sich an der einen Hand f&uuml;hren und in die andere eine redigierte Rede dr&uuml;cken l&auml;sst? Das ist kein Balanceakt, sondern VW-betreutes Regieren.<br>\nH&auml;me dar&uuml;ber kann sich die CDU aber sparen; sie ist scheinheilig. Die von ihr in Niedersachsen gestellten Regierungen haben es (in Zeiten, die f&uuml;r VW weniger angespannt waren) nicht anders gehalten; man sa&szlig; miteinander im Schaumbad des VW-Erfolgs und seifte sich gegenseitig ein. In einer f&uuml;r VW existenzkritischen Zeit war es dann so: Eine Stabsstelle bei VW pr&uuml;ft und korrigiert die Regierungserkl&auml;rung, die der Ministerpr&auml;sident Weil am n&auml;chsten Tag zu halten gedenkt. Der Vorgang als solcher ist in extrem bedrohlicher Lage zwar irgendwie nachvollziehbar, aber gleichwohl besch&auml;mend und unw&uuml;rdig. Das Ergebnis dieser Redigatur freilich mag nun die ganz gro&szlig;e Aufregung nicht wert sein. Die von VW angeregten &Auml;nderungen und Pr&auml;zisierungen waren harmloser Natur. Sie betrafen nicht die politischen Bewertungen, nicht Weils VW-Kritik &ndash; die freilich ohnehin nicht sehr scharf, sondern eher wattiert ausgefallen war.<br>\nGleichwohl ist der Vorgang bezeichnend f&uuml;r die Beziehungen zwischen Politik und Autoindustrie im Allgemeinen und f&uuml;r die Beziehungen zwischen Politik und VW im Besonderen: Man kennt sich, man duzt sich. Das ist auf Landesebene so, das ist auf Bundesebene so. Es gilt der Satz des Prinzen Orlofsky aus der &ldquo;Fledermaus&rdquo;: &ldquo;&lsquo;s ist mal bei mir so Sitte.&rdquo; Diese Sitte besagt hier, dass man Auto-Konzernen in fast jeder Weise entgegenkommt. Der &ldquo;Fall Weil&rdquo; ist nur eine besondere Auspr&auml;gung dieser Sitte in besonders turbulenten Zeiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/niedersachsen-betreutes-regieren-1.361916\">Heribert Prandtl in der SZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Neues Wirtschaftswunder<\/strong><br>\nSich inhaltlich mit der ZDF-Sendung gleichen Titels auseinanderzusetzen, ist verschwendete Zeit. Eine Auseinandersetzung aber lohnt trotzdem, weil die Sendung eindrucksvoll vorf&uuml;hrt, wie man effektiv neoliberale Propaganda betreibt.<br>\nDie Botschaft zu vermitteln, dass es die Orientierung der Politik an diesen Zentralwerten der sozialen Marktwirtschaft ist, die einer darniederliegenden Wirtschaft wieder auf die Beine verhilft und den gesellschaftlichen Wohlstand sichert, ist der Hauptzweck der als Dokumentation getarnten Sendung. Und zuzugeben ist, dass ihr ausgezeichnet gelungen ist, ideologische Botschaften als unbezweifelbare Tatsachen zu verkaufen.<br>\nDie Sendung ist nicht als unreflektierte Jubelveranstaltung f&uuml;r den Exportweltmeister konzipiert. Schon die Stimme des Narrators signalisiert ein gewisses Bedauern, dass der immer wieder beschworene unbezweifelbare wirtschaftliche Erfolg der deutschen Wirtschaftspolitik auch Opfer erforderte. Der wirtschaftliche Erfolg Deutschlands war eben kein Wunder, sondern das Ergebnis der harten Arbeit von deutschen M&auml;nnern. Getrieben alleine von einer Ethik der Verantwortung f&uuml;r das gesamte deutsche Volk und ohne R&uuml;cksicht auf die kurzfristigen Interessen ihrer politischen Klientel.<br>\nEs wurde getan, was zu tun war. Kollateralsch&auml;den lie&szlig;en sich nicht vermeiden. Ein Beispiel ist Tatjana Piper, die relativ lange &uuml;ber ihr pers&ouml;nliches Schicksal klagen darf. Sie versucht seit Jahren, so werden wir vom Narrator informiert, vergeblich, &bdquo;wieder den Einstieg in eine regul&auml;re feste Anstellung zu finden&ldquo;. Die Wahl der kl&auml;glichen Stimme erweist sich auch hier als ein genialer Schachzug. Sie vermittelt echtes Mitgef&uuml;hl und Bedauern f&uuml;r das Schicksal von Frau Piper. Man gibt mit solchen Berichten &uuml;ber eine ganze Reihe von Einzelschicksalen in dieser Sendung zu erkennen, dass man die Sorgen und N&ouml;te der Verlierer der Globalisierung ernst nimmt und mit ihnen mitf&uuml;hlt. Wir haben es nicht mit herzlosen Apparatschiks zu tun, die das Leiden von Menschen emotional kalt l&auml;sst.<br>\nEs gilt aber dennoch, sich nicht gesinnungsethisch den Blick f&uuml;r das gro&szlig;e Ganze zu verstellen. Schon wenn man sich von der privaten auf die betriebliche Ebene begibt, stellt sich die Situation v&ouml;llig anders dar. Die neuen Formen der Arbeitsorganisation haben es dem ehemaligen Arbeitgeber von Frau Piper, der Firma Marquardt, erlaubt, den Herausforderungen der Globalisierung erfolgreich zu trotzen. Die Belegschaft ist trotz Auslagerungen ins Ausland auch in Deutschland leicht gewachsen und inzwischen konnte &bdquo;Marquardt die Leiharbeit zur&uuml;ckfahren&ldquo;. Und, so erf&auml;hrt man weiter, bei Marquardt &bdquo;in Deutschland arbeiten inzwischen vor allem besser qualifizierte Mitarbeiter&ldquo;.<br>\nWarum, so fragt man sich unwillk&uuml;rlich, ist dann Tatjana Piper weiterhin auf Leiharbeit angewiesen? Nun, sie hatte sich damals entschlossen, den durch die Globalisierung notwendigen Anpassungsprozess nicht mit Lohnk&uuml;rzungen zu unterst&uuml;tzen und daher gek&uuml;ndigt. Sie hat, so darf man schlie&szlig;en, eben nicht &bdquo;begriffen, dass es in der neuen globalisierten Welt darum geht, gut im Wettbewerb zu stehen&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2017\/08\/neues-wirtschaftswunder\/\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Minijobs: Unsicher, schlecht bezahlt und steuerfinanziert<\/strong><br>\nAuswertung der Antwort der Bundesregierung (PDF) auf die Kleine Anfrage &bdquo;Minijobs in Deutschland&rdquo; von Jutta Krellmann u.a. und der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag 2016 war jede\/r f&uuml;nfte abh&auml;ngig Besch&auml;ftigte ein Minijobbender: 23 Prozent betrug der Anteil der geringf&uuml;gig entlohnt Besch&auml;ftigten an bundesweit allen Besch&auml;ftigten. Die Anzahl der Minijobbenden insgesamt ist in den letzten zehn Jahren um 10,5 Prozent gestiegen. Die Anzahl der Minijobbenden, die diesen zus&auml;tzlich zu ihrem Hauptberuf aus&uuml;ben, ist um 46 Prozent gestiegen.<br>\nIm Juni 2016 war nahezu jede\/r vierte junge Besch&auml;ftigte unter 25 Jahren ausschlie&szlig;lich geringf&uuml;gig besch&auml;ftigt (24 %). Der Einzelhandel besch&auml;ftigte 2016 die meisten Minijobber, damit ist jede\/r dritte Besch&auml;ftigte im Handel ein Minijobber (2014: noch jede\/r F&uuml;nfte)1. Dem folgen die Gastronomie,  die Geb&auml;udebetreuung und das Gesundheitswesen. Der Anteil befristeter Minijobbender an allen Minijobbenden war 2014 im Vergleich zur Gesamtwirtschaft h&ouml;her: 15,1 statt 9,1 Prozent.<br>\nMinijobs f&uuml;hren zu Armut im Erwerbsleben und im Alter: Der Anteil der Minijobbenden, die auf den Bruttolohn bezogen unterhalb der Niedriglohnschwelle entlohnt werden, lag 2014 bei 64,8 Prozent; Der durchschnittliche Bruttostundenlohn von Minijobbenden lag im gleichen Jahr bei 9,40 EUR (West 9,58 EUR und Ost 7,86 EUR). Dieser Verdienst entspricht 55 Prozent des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes in 2014: 16,97 EUR (West 17,46 EUR und Ost 13,80 EUR) f&uuml;r das Jahr 2014. Die Ausftockerleistungen Im Jahr 2015: Es gab 411.097 Bedarfsgemeinschaften mit geringf&uuml;gig besch&auml;ftigten Leistungsberechtigten (+1,4% zu 2007 mit 405.212). DieZahlungsanspr&uuml;che auf Leistungen aus der Grundsicherung f&uuml;r Arbeitssuchende beliefen sich im Jahr 2015 auf 4,58 Mrd. Euro (+9,8% zu 2007).<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/themen\/nachrichten\/detail\/minijobs-unsicher-schlecht-bezahlt-und-steuerfinanziert-1\/\">Linksfraktion<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Jobs! Jobs! Jobs!<\/strong><br>\nAmazon hat ein Problem: Der Konzern braucht neue Mitarbeiter. Nicht hundert oder tausend, nein 50.000 neue Kollegen m&uuml;ssen her. Am besten sofort. Doch sie zu finden, ist alles andere als leicht. [&hellip;]<br>\nAlso steht Waters an diesem Mittwoch, ab acht Uhr, vor einem F&ouml;rderband, das gelbe Kisten transportiert. Er muss schreien, damit seine Zuh&ouml;rer ihn verstehen. &bdquo;Amazing&ldquo; sei das Gef&uuml;hl, hier zu arbeiten, ruft er ihnen zu: gro&szlig;artig. Waters l&auml;chelt. &bdquo;Wir bringen den Menschen, was sie sich w&uuml;nschen.&ldquo; Der Mann schaut in die Runde, er hofft wohl, dass er die anderen &uuml;berzeugt. Waters wei&szlig;, dass es ein Problem geben wird, wenn ihm das nicht gelingt.<br>\nDenn in Halle EWR4, gelegen in dem amerikanischen Bundesstaat New Jersey, nahe der Gemeinde Robbinsville, ist die Situation wie fast &uuml;berall im Reich von Amazon: Es fehlen Mitarbeiter.<br>\nVor allem Sortierer, Verpacker und Belader sind gefragt &ndash; jene Kr&auml;fte, die in den Tiefen der Lagerh&auml;user t&auml;tig werden, sobald im Internet jemand auf &bdquo;Kaufen&ldquo; klickt. Man sucht nicht nur einige Hundert oder einige Tausend Leute, so wie bei Ausschreibungen in der Vergangenheit. Man sucht F&uuml;nfzigtausend Leute. Es ist, als wollte Amazon eine ganze Stadt anheuern.<br>\nDas Unternehmen hat am Mittwoch zum &bdquo;Jobs Day&ldquo; eingeladen &ndash; zur gr&ouml;&szlig;ten Arbeitspl&auml;tzemesse, die es je in Amerika gab. Der Aufwand ist gigantisch. Zehn Warenh&auml;user zwischen Ost- und Westk&uuml;ste bieten Besichtigungen an. Angestellte wie Marcus Waters &ndash; wohl alle sorgsam ausgew&auml;hlt &ndash; schw&auml;rmen Besuchern von ihrem Alltag vor. Personaler f&uuml;hren Bewerbungsgespr&auml;che und machen noch an Ort und Stelle Jobangebote. Amazon will keine Zeit verlieren, die Sache eilt.<br>\nAmerika geht es gut. Und das ist das Dilemma. Amazon profitiert zwar davon, wenn die Wirtschaft l&auml;uft &ndash; die Menschen haben mehr Geld und bestellen mehr im Internet. Aber weil es dem Land gut geht, gibt es nun so viele Jobs, dass die Bewerber w&auml;hlerisch sein k&ouml;nnen. Wer will da schon f&uuml;r eine Firma t&auml;tig sein, die in dem Ruf steht, ihre Angestellten zu schikanieren? &Uuml;ber die manche sagen, sie m&uuml;ssten so hart arbeiten, dass sie nicht mal zur Toilette k&ouml;nnten? [&hellip;]<br>\n15 Kilometer am Tag legen manche Angestellte zur&uuml;ck, zudem strecken sie sich, b&uuml;cken sich, heben, ziehen, schieben. Jeder Mitarbeiter verpackt mehr als 100 Produkte pro Stunde, also etwa zwei in der Minute. Durch das ewige Dr&ouml;hnen des F&ouml;rderbandes dringt ein tiefes Schnaufen, als diese Zahlen fallen. Zumindest einer in der Gruppe hat die Lust am Arbeitgeber Amazon da schon verloren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article167417315\/Diese-Amazon-Messe-gleicht-einer-Verzweiflungstat.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Immer dieses Gejammere und diese Empathie mit einem der miesesten Ausbeuter. Die Mi&szlig;st&auml;nde bei Amazon sind bekannt: das Unternehmen zahlt miserable L&ouml;hne von z. B. knapp &uuml;ber 12 $ (umgerechnet 10 Euro) pro Stunde f&uuml;r Picker und Packer in Deutschland weniger, wehrt sich (in den USA und anderswo) brutalstm&ouml;glich gegen gewerkschaftlichen Einflu&szlig; und die Jobs sind knochenhart. Dar&uuml;berhinaus zahlt Amazon nur den allerniedrigsten Steuersatz. Hier wird Sklavenarbeit angeboten; traurig genug, da&szlig; es daf&uuml;r so viele Bewerber gibt. Und die Krokodilstr&auml;nen der WELT.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Fundamentale Ungleichheiten<\/strong><br>\nDer Sommer muss nur noch vor&uuml;bergehen, dann k&ouml;nnen wir den 27. Jahrestag der deutschen Einheit begehen. Ein nicht geringer Teil der W&auml;hlerinnen und W&auml;hler der LINKEN hat ebenso wie ein Teil ihrer Mitglieder nichts mehr mit der DDR oder auch der alten BRD zu tun. Entweder sind sie nach dem 3. Oktober 1990 geboren oder haben allenfalls noch Kindheitserinnerungen. Es ist daher klar, dass man den Osten anders thematisieren muss als in den fr&uuml;hen 1990er Jahren. Aber ebenso klar ist, dass man ihn thematisieren muss. Das l&auml;sst sich anhand fundamentaler Ungleichheiten verdeutlichen. Diese lassen sich auf den Feldern Wirtschaft, gesellschaftliche Macht und Kultur ausmachen.<br>\nErstens, wirtschaftliche Situation. Unbestritten ist, dass die Leistungskraft Ostdeutschlands gegen&uuml;ber den fr&uuml;hen 90er Jahren deutlich gestiegen ist. Jedoch stagniert sie bei 67 Prozent der Wirtschaftskraft der alten Bundesrepublik. Daf&uuml;gibt es sicher viele Gr&uuml;nde, doch d&uuml;rfte der entscheidend sein, dass sich die ostdeutsche Wirtschaftsstruktur als kleinteilig, zersplittert darstellt. Die ostdeutschen L&auml;nder leiden noch immer an der Deindustrialisierung, die infolge der hastigen W&auml;hrungsunion und der falschen Treuhandpolitik zustande kam. Der niedrigeren Wirtschaftskraft des Ostens entspricht eine deutlich h&ouml;here Arbeitslosigkeit, was sich an einer h&ouml;heren Quote von Hartz IV-Beziehenden zeigt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1059653.fundamentale-ungleichheiten.html\">neues deutschland<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Kann EU-weites Wassersparen den Wassermangel in Spanien und Italien mindern?<\/strong><br>\nDie EU-Kommission w&uuml;nscht einen EU-weiten sparsamen Umgang mit Trinkwasser &ndash; Ob dies f&uuml;r den gesamten EU-Binnenmarkt sinnvoll ist und auch f&uuml;r L&auml;nder gelten soll, die nicht unter Wassermangel leiden, ist durchaus umstritten<br>\nDie Verf&uuml;gbarkeit von sauberem Trinkwasser ist innerhalb des EU-Binnenmarkts sehr ungleich verteilt. In den s&uuml;dlichen L&auml;ndern Spanien und Italien kommt es auch in diesem Sommer wieder zu signifikantem Wassermangel. Das hatte die Br&uuml;sseler EU-Kommission und ihre Generaldirektion Umwelt schon vor Jahren dazu veranlasst eine &Ouml;kodesign-Vorbereitungsstudie zu Optimierung von Wasserh&auml;hnen und Duschk&ouml;pfen (Taps and Showers) als energieverbrauchsrelevante Produkte in Auftrag zu geben. Eine EU-Verordnung zu Wasserh&auml;hnen und Duschk&ouml;pfen gibt es bis heute jedoch nicht. Offensichtlich war die Begeisterung f&uuml;r einen reduzierten Wasserverbrauch nicht in allen EU-Mitgliedsstaaten gleich hoch. [&hellip;]<br>\nDass Trinkwasser in s&uuml;dlichen EU-Staaten im Sommer knapp wird, liegt neben reduzierten Niederschl&auml;gen zu einem nicht geringen Anteil an den maroden Trinkwassernetzen, die unter Verlusten von bis zu 40 Prozent leiden. F&uuml;r eine Sanierung der Netze scheint jedoch kein Geld verf&uuml;gbar zu sein &ndash; und so will man die Verbraucher zum Wassersparen anregen.<br>\nUnabh&auml;ngig von den W&uuml;nschen der EU-Kommission haben die Deutschen schon vor Jahren begonnen, beim Wasser zu sparen. Seit 1990 ist der Wasserverbrauch um fast 20 Prozent zur&uuml;ckgegangen. Der kontinuierliche R&uuml;ckgang bei der Trinkwassernachfrage wurde f&uuml;r zahlreiche kommunale Ver- und Entsorger inzwischen zu einer gewaltigen Herausforderung. Nur durch kontinuierliche Sp&uuml;lungen mit Frischwasser lassen sich technische und hygienische Probleme vermeiden, die durch den sparsamen Umgang der Wasser-Verbraucher hervorgerufen werden. Stinkende und von Ratten bev&ouml;lkerte Kanalisationen sind nicht erstrebenswert.<br>\nDurch einen weiteren politisch herbeigef&uuml;hrten Nachfrager&uuml;ckgang w&uuml;rde letztlich noch weniger Wasser und Abwasser aus den Haushalten durch die Leitungen und Kan&auml;le flie&szlig;en. Der Aufwand &ndash; und somit die Kosten f&uuml;r die Netzinfrastruktur &ndash; w&uuml;rden weiter in die H&ouml;he getrieben. Schon heute sind nur noch etwa 25 Prozent der Wasserkosten von der Wassermenge abh&auml;ngig, die vom Versorger bezogen wird. Der verbleibende Rest von drei Vierteln besteht aus verbrauchsunabh&auml;ngigen Infrastrukturkosten. Je mehr die Verbrauchsmengen zur&uuml;ckgehen, desto mehr Kosten fallen f&uuml;r Sp&uuml;len und andere Unterhaltsma&szlig;nahmen an. F&uuml;r den Verbraucher k&ouml;nnte das Wassersparen letztlich sogar zu Erh&ouml;hungen beim Wasserpreis f&uuml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Kann-EU-weites-Wassersparen-den-Wassermangel-in-Spanien-und-Italien-mindern-3793293.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Der R&uuml;stungsminister<\/strong><br>\nAls Wirtschaftsminister hatte Sigmar Gabriel versprochen, die Waffenausfuhren zu bremsen: weniger Kleinwaffen, weniger heikle Deals. Die Realit&auml;t sieht anders aus.<br>\nIn Kiel gab es im Dezember 2016 auf dem Gel&auml;nde der altehrw&uuml;rdigen Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW) Grund zu feiern. Deutschlands gr&ouml;&szlig;ter U-Boot-Bauer, der weltweit unter den Namen Thyssen Krupp Marine Systems operiert, taufte die S42, Klasse 209, Baunummer 448. Sie ging an einen neuen wichtigen Kunden. Den Deal hatte die Bundesregierung genehmigt. Per Amtes f&uuml;r den Export von deutscher R&uuml;stungstechnik zust&auml;ndig war damals Sigmar Gabriel als Bundeswirtschaftsminister. Empf&auml;nger der vier modernen U-Boote: &Auml;gypten.<br>\nIn dem Staat in Nordafrika wurde Pr&auml;sident Hosni Mubarak 2011 w&auml;hrend des Arabischen Fr&uuml;hlings aus dem Amt vertrieben, die Muslimbr&uuml;der &uuml;bernahmen die Macht, dann putschte das Milit&auml;r 2013. Der neue Pr&auml;sident Abdel Fattah al-Sissi regiert inzwischen &auml;hnlich autorit&auml;r wie das Mubarak-Regime. &Auml;gypten ist ein Abnehmer deutscher Waffen, wie SPD-Minister Gabriel ihn eigentlich nicht mehr haben wollte.<br>\nWaffenlieferungen an Unrechtsregime, die die Bev&ouml;lkerung unterdr&uuml;ckten, werde es nicht mehr geben, erkl&auml;rte Gabriel am Anfang seiner Zeit als Wirtschaftsminister. &Auml;gypten aber erf&uuml;llt viele Menschenrechtsstandards nicht. Das Milit&auml;r schaffte die Gewaltenteilung ab. Gew&auml;hlte Parlamentarier von unliebsamen Parteien wurden darin gehindert, ihrer Arbeit nachzugehen. Ein Unrechtsregime? Eine Definitionsfrage.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2017-08\/sigmar-gabriel-ruestungsindustrie-exporte-fazit-kritik\">ZEIT<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Mit Power gegen Trumps Tower<\/strong><br>\nLieber cooler Sozialismus &agrave; la Bernie Sanders als Chaos und Kabarett &agrave; la Donald Trump: Amerikas Jugend politisiert sich. Sie fordert Solidarit&auml;t statt Neoliberalismus.<br>\nWashington &ndash; Union Station. Aus dem Hauptbahnhof tritt man auf den Columbus Circle. Links herum geht es in die 2nd Street. Nr. 603 ist ein kleines zweist&ouml;ckiges Haus. Die T&uuml;r steht offen. Hier ist die Zentrale von &ldquo;Our Revolution&rdquo;. Die Organisation will die Demokratische Partei umkrempeln und nach links r&uuml;cken. Shannon Jackson ist ihr Chef.<br>\nDer 28-J&auml;hrige Jackson, gr&uuml;n-wei&szlig; gestreiftes Hemd, Jeans und kurze Haare, war 2009 in den Semesterferien Praktikant im B&uuml;ro von Bernard Sanders, der Mann, der in der Vorwahl der Demokraten f&uuml;r die Pr&auml;sidentschaftswahl im vergangenen Jahr der schlie&szlig;lich nominierten Hillary Clinton unterlag. Jackson und &ldquo;Bernie&rdquo; verstanden sich. 2012 engagierte Sanders den Uniabsolventen f&uuml;r seinen Stab, erst f&uuml;r Haushaltsfragen und dann f&uuml;r den Wahlkampf, eine pr&auml;gende Zeit.<br>\nJackson lernte das Amerika kennen, welches viele nur aus dem Fernseher  kennen. In seinem B&uuml;ro h&auml;ngt hinter dem gro&szlig;en Holzschreibtisch ein Foto von einem der Vorwahlkampfauftritte von Sanders. 70 Prozent der unter 30-j&auml;hrigen Anh&auml;nger der Demokraten w&uuml;nschten sich den 75-j&auml;hrigen Alten aus Vermont als Kandidaten. Trotz seiner Niederlage und trotz des Sieges von Donald Trump hielt ihre Begeisterung an. Diesen Elan wollen sie f&uuml;r einen langfristigen politischen Wandel nutzen, deswegen gebe es &ldquo;Our Revolution&rdquo;, sagt Shannon.<br>\nIhre Arbeit finanziert &ldquo;Our Revolution&rdquo; durch Kleinspenden. Gro&szlig;spenden von Million&auml;ren und Konzernen &ndash; wie sonst in Amerika bei Demokraten und Republikanern &uuml;blich &ndash; lassen sie nicht zu. Politik &ndash; unabh&auml;ngig von Konzerninteressen ist ihr Ziel. Ihre politische Agenda ist lang und links: Wer zum Beispiel  mehr als 3,5 Millionen Dollar verdient, soll eine neue progressiv ansteigende Grundst&uuml;cksteuer zahlen. Spekulation soll besteuert werden. Der Staat soll Milliarden ausgeben f&uuml;r marode Stra&szlig;en, Br&uuml;cken, Eisenbahnen, &ouml;ffentlichen Nahverkehr oder M&uuml;llverbrennungsanlagen. 13 Millionen neue Arbeitspl&auml;tze soll das schaffen. F&uuml;r benachteiligte Jugendliche soll ein Sonderprogramm eine weitere Million Stellen bringen. Gesundheitsversorgung soll ein B&uuml;rgerrecht sein. Das w&auml;re ein neuer New Deal, so wie ihn Franklin D. Roosevelt in den drei&szlig;iger Jahren durchsetzte, um die Weltwirtschaftskrise zu &uuml;berwinden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/die-junge-linke-alternative-in-den-usa-mit-power-gegen.979.de.html?dram:article_id=392704\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>H&auml;userkampf im Kiez<\/strong><br>\nDie N&auml;herei, die sich die Miete nicht mehr leisten kann, oder der Blumenladen, der der zigsten Kneipe weichen muss: In Berlin wehren sich immer wieder B&uuml;rgerinitiativen gegen Gentrifizierung. Die Berliner Politik hinkt anderen deutschen St&auml;dten bei dem Thema um Jahre hinterher.<br>\nVom gut situierten Grunewald mitten nach Neuk&ouml;lln. Wer sich in Berlin dem Thema Gentrifizierung n&auml;hern will &ndash; und das ziemlich gediegen -, der f&auml;hrt am besten mit der Buslinie M29 von West nach Ost. Von den Villen im Wald &uuml;ber den Kurf&uuml;rstendamm und die schicke City West hinein nach Kreuzberg und Neuk&ouml;lln.<br>\nEs ist quasi ein Schnellkurs zum Thema Stadtaufwertung &ndash; frei interpretiert bedeutet Gentrifizierung n&auml;mlich, dass die ehemals etwas &ldquo;abgeranzten&rdquo; Stadtteile sch&ouml;ner werden im Sinne von neu und teuer. Und dass die Menschen, die sich bisher das Leben dort noch leisten konnten, vertrieben werden. Was dann auch verschwindet, das sind nicht nur alte Fassaden und Kopft&uuml;cher auf der Stra&szlig;e, sondern auch der Flair dessen, was der Berliner &ldquo;Kiez&rdquo; nennt: Im Falle von Neuk&ouml;lln wuseliges Treiben von t&uuml;rkischen und arabischen H&auml;ndlern, alteingesessene Omas und Opas auf den B&auml;nken im Park und viele Kinder, die auf den Spielpl&auml;tzen Krach machen.<br>\nUnd dazwischen auch mal Kleinkunst: In der Sanderstra&szlig;e &ndash; nicht weit weg von Kottbusser Damm und Sonnenallee &ndash; das Studio St. St.. Hier pr&auml;sentiert die Travestiek&uuml;nstlerin Juvelia ihre Bilder und Skulpturen. Die sind trashig wild und verspielt, ihre Musik ist durchaus politisch und ab Herbst sogar im Kino:<br>\n&ldquo;Ich hab&rsquo; da ja den Film gedreht mit Rosa von Praunheim, der hie&szlig; &lsquo;&Uuml;berleben in Neuk&ouml;lln&rsquo;. Eigentlich m&uuml;sste der hei&szlig;en &lsquo;Verloren in Neuk&ouml;lln&rsquo;. Man hat ja als K&uuml;nstler auch verloren, weil die K&uuml;nstler haben ja auch erst den Distrikt hier belebt, das Quartiersmanagement hat uns ja f&ouml;rmlich die L&auml;den aufgedr&auml;ngt, die waren ja alle so billig. Also, das war ja teilweise unter 300 Euro und die L&auml;den sind jetzt alle raus, viele sind das rausgeflogen, also es waren wirklich 200, 300 Prozent mehr Miete.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/gentrifizierung-in-berlin-haeuserkampf-im-kiez.1001.de.html?dram:article_id=392903\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die Freiheit darf nicht verschleiert werden<\/strong><br>\nEs sei aberwitzig, das Recht auf Verh&uuml;llung unter Verweis auf multikulturelle Vielfalt zu propagieren, meint Ulrike Ackermann. Sie warnt: In anderen L&auml;ndern sei zu beobachten, wie aus dem Recht auf das Tragen eines Kopftuches sukzessive eine soziale Pflicht werde.<br>\nDie Begr&uuml;ndung der bayerischen Landesregierung f&uuml;r die Einf&uuml;hrung der Ganzk&ouml;rper- und Gesichtsverschleierung lautet: &ldquo;Ein kommunikativer Austausch findet nicht nur durch Sprache, sondern auch durch Blicke, Mimik und Gestik statt&rdquo;. Er sei Grundlage unserer Gesellschaft und der freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Eine Verh&uuml;llung widerspreche dieser Kommunikationskultur.<br>\nIst das nun ein Sieg der Freiheit oder der Unfreiheit? Muss eine offene, liberale Gesellschaft mit dem Verweis auf die Religionsfreiheit voll verschleierte Frauen im &ouml;ffentlichen Raum ertragen? Oder soll sie zugunsten unserer Kommunikationskultur von Angesicht zu Angesicht, auf Augenh&ouml;he und unter Gleichen diese auch muslimischen Frauen zustehende Freiheit mit einem Verbot sch&uuml;tzen?<br>\nEs klingt paradox, aber es ist h&ouml;chste Zeit daf&uuml;r. Auch der Innenminister hat in der losgetretenen Debatte &uuml;ber die Leitkultur darauf hingewiesen. Denn bisher gibt es nur in Hessen seit 2011 ein Verbot im &ouml;ffentlichen Dienst. Und einige Gerichte haben Sch&uuml;lerinnen und Studentinnen dort wiederholt die Vollverschleierung des Gesichts untersagt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/vollverschleierung-verbieten-die-freiheit-darf-nicht.2162.de.html?dram:article_id=392776\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<p><strong>Dazu: Das Private wird wieder politisch<\/strong><br>\nZu den Forderungen, die Politik und Gesellschaft an Fl&uuml;chtlinge und Zuwanderer stellen, geh&ouml;rt die Anerkennung der Gleichberechtigung von Mann und Frau. Die meisten muslimischen Migranten jedoch sind skeptisch. Ihr Frauenbild spiegelt eher eine unterw&uuml;rfige Weiblichkeit. &Auml;ndert man daran nichts, scheitert die Integration am Ende.<br>\nEs gibt Kan&auml;le zwischen Haus und &Ouml;ffentlichkeit, Privatleben und Politik, inneren Einstellungen und wahrnehmbaren Handlungen, &uuml;ber die Einfluss genommen werden kann. Das Frauenbild von Migranten hat die Integrationspolitik der vergangenen Jahre (und Jahrzehnte) nur oberfl&auml;chlich zu ver&auml;ndern versucht.<br>\nSelbst j&uuml;ngere Feministinnen f&uuml;rchten, der Ausl&auml;nderfeindlichkeit bezichtigt zu werden und weichen in Kulturrelativismus aus. So geht es nicht weiter, sagt Essay-Autorin Barbara Sichtermann. Die Probleme geh&ouml;rten auf den Tisch. Es muss Wege geben, sie zu l&ouml;sen, ohne die Willkommenskultur zu besch&auml;digen.<br>\nAm 16. Juni 2017 wurde in Berlin-Moabit eine Moschee eingeweiht. Mehrere Polizeifahrzeuge parkten ringsum, &Uuml;bertragungswagen von Fernsehsendern bezogen Posten. Es handelte sich um ein ungew&ouml;hnliches Ereignis. Die neue Moschee liegt auf dem Gel&auml;nde der protestantischen St. Johannis Kirche und sie soll in Zukunft nicht nur Muslimen, sondern auch Christen und Juden R&auml;ume f&uuml;r Gebet und Einkehr offen halten. Ferner sind alle muslimischen Glaubensrichtungen willkommen. Sogar Nichtgl&auml;ubige sollen Zutritt haben. Au&szlig;erdem erst- und einmalig: Frauen d&uuml;rfen unverschleiert neben M&auml;nnern knien, und sie k&ouml;nnen sogar in diesem Gotteshaus predigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/frauenbilder-und-integration-das-private-wird-wieder.1184.de.html?dram:article_id=388438\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Nicht leistungsf&auml;hig zu sein, ist stark schambesetzt<\/strong><br>\nDie steigende Zahl an Depressionserkrankungen in Deutschland sind nach Ansicht des Psychoanalytikers Wolfgang Schmidbauer kein Zufall. Um das zu &auml;ndern, m&uuml;sse die Gesellschaft als Ganze von ihrem extremen Leistungsgedanken ablassen, fordert er.<br>\nIn seinem Buch &ldquo;Raubbau an der Seele&rdquo; schreibt Wolfgang Schmidbauer, wie Depressionen &ndash; und Vorstufen wie Burn-out, Mobbing und Stalking &ndash; die Lebensqualit&auml;t und Arbeitsf&auml;higkeit vieler Menschen gef&auml;hrden. Verdeutlicht wird die Zunahme an psychischen Erkrankungen durch eine Zahl aus dem Depressionsatlas der Techniker Krankenkasse: So hat sich die Tagesmenge an Antidepressiva, die zwischen 2000 und 2013 verschrieben wurde, verdreifacht.<br>\nSchmidbauer kritisiert, dass Nachdenken und Mu&szlig;e in unserer Gesellschaft kaum Platz haben. Sich mit weniger zufrieden zu geben, habe in unserer Gesellschaft eine sehr geringe Akzeptanz, meint Schmidbauer. Die Folge sei, dass die Menschen ihren Leistungsanspr&uuml;chen selbst nicht mehr gerecht werden k&ouml;nnten und dadurch auch h&auml;ufiger an Depressionen erkrankten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/psychoanalytiker-wolfgang-schmidbauer-nicht-leistungsfaehig.1008.de.html?dram:article_id=392201\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Amerikansche IT-Konzerne &ndash; Im Tal der Heuchler<\/strong>\n<ul>\n<li>Die Manager im Silicon Valley sprechen gerne davon, dass sie die Welt verbessern wollen.<\/li>\n<li>Allerdings handeln sie nicht immer so. Wenn es irgendwo Profit zu machen gibt, werfen sie auch gerne mal alle Prinzipien &uuml;ber Bord.<\/li>\n<li>Das zeigt auch das aktuelle Beispiel Apple: Das Unternehmen entfernte auf Druck der chinesischen Beh&ouml;rden eine App von seinen Plattformen. [&hellip;]<\/li>\n<\/ul>\n<p>Am vergangenen Wochenende entfernte Apple zahlreiche Apps f&uuml;r virtuelle private Netzwerke (VPN) aus seinem Sortiment in China. Sogenannte VPN-Tunnel schaffen eine gesch&uuml;tzte Verbindung ins Ausland. Damit konnten chinesische Nutzer bisher die staatliche Zensur umgehen. VPN war eine der ganz wenigen M&ouml;glichkeiten, die Internetsperren des Landes zu umgehen; nun aber bleibt ihnen der Zugang zu Informationen &uuml;ber heikle Themen verwehrt. Facebook und Twitter sind schon seit Jahren von der chinesischen Regierung gesperrt. Auch Google-Dienste oder die Videoplattform Youtube, viele internationale Medien oder Webseiten, die Pekings Politik kritisieren oder Menschenrechtsthemen ansprechen, werden blockiert. Zuletzt wurde auch der Nachrichtendienst Whatsapp massiv gest&ouml;rt. Apple hatte schon Anfang des Jahres &Auml;rger auf sich gezogen, als es auf Wunsch Pekings die Nachrichten-App der New York Times aus seinem Angebot in China l&ouml;schte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/amerikansche-it-konzerne-im-tal-der-heuchler-1.3616441\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Vom asymmetrischen Krieg zur&uuml;ck zur konventionellen Kriegsf&uuml;hrung<\/strong><br>\nDie Versch&auml;rfung des Konflikts zwischen der Nato und Russland wiederbelebt milit&auml;rstrategisch und waffentechnisch den Kalten Krieg und damit den Boom der R&uuml;stungsindustrie<br>\nSchon l&auml;nger ist wieder ein Wettr&uuml;sten, auch ein nukleares, eingetreten. Aber im Unterschied zum Kalten Krieg werden die Konflikte nicht mehr im Wesentlichen von zwei Bl&ouml;cken, gef&uuml;hrt von den Weltm&auml;chten Sowjetunion und USA, bestimmt, die Welt ist multipolarer geworden. Zwar dominiert die derzeit herrschenden Situation wieder die Konkurrenz zwischen Russland und den USA, aber dazu kommt l&auml;ngst auch China, das sich zwar gegen die USA mit Russland verb&uuml;ndet hat, aber keineswegs einen Block bildet. Dazu kommen weitere Staaten, die wie Israel, Pakistan und Indien &uuml;ber Atomwaffen verf&uuml;gen, w&auml;hrend Nordkorea allen Staaten bislang demonstriert, dass man mit dem Besitz von Atomwaffen zumindest f&uuml;r lange Zeit unangreifbar wird.<br>\nNachdem sich seit 2014 der Konflikt mit Russland nach der Annexion der Krim nicht begonnen hat, sondern sich weiter aufgeschaukelt hat, kommen nach den asymmetrischen Kriegen gegen islamistische Aufst&auml;ndische in Afghanistan und im Irak sowie in anderen L&auml;ndern als Kriegsszenarien eine Kriegsf&uuml;hrung zwischen mit schweren Waffen bis Atombomben hochger&uuml;steten Staaten wieder auf. Man muss annehmen, dass sich hier die Kommandanten auf beiden Seiten wohler f&uuml;hlen, die ihren Milit&auml;rjob w&auml;hrend des Kalten Kriegs gelernt haben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Vom-asymmetrischen-Krieg-zurueck-zur-konventionellen-Kriegsfuehrung-3794995.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Viagra f&uuml;r Politikverachtung<\/strong><br>\nDie Abgasaff&auml;re sei ein Richtungswechsel im Lobbyismus, sagte der Fachjournalist Thomas Leif im Dlf. Wirtschaftliche Sch&auml;den f&uuml;r Industrie, &Ouml;konomie und Verbraucher k&ouml;nnten zuk&uuml;nftig mit einer Enquete-Kommission im Bundestag verhindert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/lobbyismus-viagra-fuer-politikverachtung.2907.de.html?dram:article_id=392925\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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