{"id":39573,"date":"2017-08-13T11:00:01","date_gmt":"2017-08-13T09:00:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39573"},"modified":"2018-12-30T17:50:26","modified_gmt":"2018-12-30T16:50:26","slug":"chiles-menschenrechts-katastrophe-in-der-demokratie-ueber-1-300-kinder-starben-in-den-haenden-des-staats-privater-und-katholischer-kinderheime","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39573","title":{"rendered":"Chiles Menschenrechts-Katastrophe in der Demokratie: \u00dcber 1.300 Kinder starben in den H\u00e4nden des Staats, privater und katholischer Kinderheime"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170806_Chile-01_.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Zur falschen Zeit, beim Auftakt des Pr&auml;sidentschaftswahlkampfs, platzte vor wenigen Wochen in Chile die schwerste Anklage wegen Menschenrechtsverletzungen durch den chilenischen Staat seit Ende der Milit&auml;rdiktatur im Jahr 1990. Eine Untersuchungskommission des Parlaments in Valpara&iacute;so warf dem Nationalen Dienst f&uuml;r Minderj&auml;hrige (SENAME) und den chilenischen Regierungen seit 2005 vor, f&uuml;r den Tod von mindestens 1.300 Kindern und Jugendlichen im Verlauf der vergangenen 11 Jahre verantwortlich zu sein. Als Todesursachen benennt der Untersuchungsbericht die systematische Verletzung der Aufsichtspflicht, Verwahrlosung, lebensbedrohliche medikament&ouml;se Behandlungen, Gewaltanwendung, Bildung von Prostitutionsringen und Vergewaltigungen hunderter Minderj&auml;hriger, auch durch Leiter beauftragter katholischer Kinderheime. Unter den schon vor Jahren schwer belasteten Sexual-Straft&auml;tern befindet sich der ehemalige Bischof von La Serena und Chill&aacute;n, Francisco Jos&eacute; Cox Huneeus. Um den Justizbeh&ouml;rden zu entkommen, zogen Vatikan und die chilenische Kirche den &ldquo;W&uuml;rdentr&auml;ger&rdquo; aus dem Verkehr und verordneten ihm &bdquo;Bu&szlig;- und Bet-Arbeit&rdquo; im Vaterhaus der Sch&ouml;nstatt-Bewegung, im pf&auml;lzischen Vallendar. Von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>&bdquo;Neue Infamie&rdquo; &ndash; und niemand f&uuml;hlt sich schuldig<\/strong><\/p><p>&bdquo;Die Namen der verschwundenen politischen Gefangenen werden allesamt an einem Mahnmal auf dem Allgemeinen Friedhof Santiagos genannt, damit die Erinnerung an jene schreckliche Schandtat lebendig bleibt. Wird es jedoch auf dem gleichen Friedhof ein vergleichbares Mahnmal zur Ehrung der 1.313 toten Kinder geben? Ich schlage folgenden Text vor: `Hier wird mit Datum, Vor- und Zunamen an die 1.313 Kinder erinnert, die in der Obhut des SENAME w&auml;hrend des &Uuml;bergangs zur Demokratie umgekommen sind. Wahrheit und Gerechtigkeit f&uuml;r sie!&acute;&rdquo;.<\/p><p>Mit diesen harten Worten ging die an der Universit&auml;t Aachen promovierte chilenische Soziologin Eda Cleary mit der Regierung der Sozialistin Michelle Bachelet und ihren Vorg&auml;ngern ins Gericht. In einem <a href=\"http:\/\/www.elmostrador.cl\/noticias\/pais\/2017\/07\/08\/nueva-infamia-en-chile-nadie-es-culpable-de-la-muerte-de-1300-ninos\/\">Zeitungsartikel<\/a> emp&ouml;rte sich die Professorin &uuml;ber die Dr&uuml;ckebergerei von Regierungs-Instanzen vor der Verantwortung f&uuml;r den Tod der &uuml;ber 1.300 Kinder und Jugendlichen, die in staatlichen und vom Staat subventionierten, privaten &ndash; auch katholischen &ndash; Kinderheimen, aus haarstr&auml;ubenden Gr&uuml;nden umgekommen sind.<\/p><p>Die Abrechnung Clearys mit den politischen F&uuml;hrungen der Mitte-Links-Koalition Bachelets und der ultrarechten Opposition ist kompromisslos. &bdquo;Der Tod von 1.300 Kindern in den H&auml;nden des chilenischen Staates, die gefoltert, vergewaltigt, prostituiert, missbraucht und in den H&auml;nden von skrupellosen, politischen Akteuren des SENAME ihrem Schicksal &uuml;berlassen wurden, wird als die gr&ouml;&szlig;te Infamie in Zeiten der Demokratie in die Geschichte eingehen&rdquo;, schrieb die Wissenschaftlerin.<\/p><p>Ob die selbst ehemals inhaftierte und exilierte, sozialistische Staatschefin sich noch an eines ihrer Glaubensbekenntnisse erinnerte? Hatte sie doch anl&auml;sslich des 40. Jahrestags des Milit&auml;rputsches im Hinblick auf die Aufarbeitung der blutigen Pinochet-Diktatur noch 2013 erkl&auml;rt, &bdquo;die vorrangige Verantwortung ist die Treue zu unserer Wahrheit und unserem Ged&auml;chtnis. <em>Chile ist ein Land, das sich nicht scheut, sich selbst auf ehrliche Weise zu betrachten.<\/em>&ldquo; <\/p><p>Die &Ouml;ffentlichkeit sieht das jetzt anders. Der Gipfel, so Cleary, sei jene &bdquo;erschreckende und brutale Lobby&rdquo; gewesen, wie der regierungstreue Abgeordnete Ram&oacute;n Far&iacute;as den Druck mehrerer Minister auf Parlamentarier der Regierungskoalition bezeichnete, um diese w&auml;hrend der Abstimmung &uuml;ber den Untersuchungsbericht &ndash; genannt &bdquo;SENAME II&ldquo; &ndash; Anfang Juli &bdquo;bei der Stange zu halten&ldquo;, und die f&uuml;r den Schutz von Minderj&auml;hrigen zust&auml;ndige, ehemalige, christdemokratische Justizministerin Javiera Blanco gegen Angriffe &bdquo;zu panzern&ldquo;. Einzelne Medien hatten an die abf&auml;lligen Worte &ndash; &bdquo;stock and flow&ldquo; &ndash; der gegenw&auml;rtigen Angeh&ouml;rigen des Rates f&uuml;r den Staatsschutz (CDE) erinnert, womit die Politikerin einst tausende schutzbed&uuml;rftige Kinder und Jugendliche Chiles zu kalten &bdquo;Lagerbest&auml;nden&ldquo; erkl&auml;rte.<\/p><p>Noch schamloser versuchte die konservative Opposition zu intervenieren. Ihre F&uuml;hrer dr&auml;ngten darauf, die Zeitspanne 2014-2017 &ndash; die Regierungsjahre Sebasti&aacute;n Pi&ntilde;eras &ndash; aus dem Bericht zu entfernen. Allerdings wurden in dem Untersuchungsbericht die Personaldaten der ehemals zust&auml;ndigen SENAME-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerinnen Marcela Labra&ntilde;a und Solange Huerta sowie die Namen der Ihnen hierarchisch &uuml;bergeordneten, ehemaligen Justizminister Jos&eacute; Antonio G&oacute;mez und Javiera Blanco gel&ouml;scht. Das Kalk&uuml;l ist klar: die Verantwortlichen versuchen sich in die Straflosigkeit hin&uuml;ber zu retten.<\/p><p>Obwohl die Untersuchung eine dramatische Bilanz gezogen und einen <a href=\"http:\/\/www.biobiochile.cl\/noticias\/nacional\/chile\/2017\/07\/06\/conoce-el-duro-informe-de-la-comision-sename-ii-que-fue-rechazado-tras-lobby-del-gobierno.shtml\">Katalog mit 64 Sofortma&szlig;nahmen<\/a> empfohlen hatte, wurde der arg verst&uuml;mmelte Text schlie&szlig;lich mit 47 gegen 36 Stimmen und 13 Enthaltungen abgelehnt. <\/p><p>Zwar empfiehlt der Bericht eine Wahrheitskommission zur l&uuml;ckenlosen Bestandsaufnahme des Kinder-Massentodes, wie es die Soziologin Eda Cleary fordert, erteilte jedoch den zumeist &auml;rmlichen und rechtlich ungesch&uuml;tzten Opfer-Angeh&ouml;rigen einen Wink mit dem Zaunspfahl: Reparations-Anspr&uuml;che seien von vornherein ausgeschlossen. <\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170806_Chile-02_.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><br>\n<em>Heimkinder in Chile<\/em><\/p><p><strong>L&auml;ngst bekannte, doch seit Jahren verschleppte Diagnose von UNICEF<\/strong><\/p><p>Als unwidersprochenen, scharfen Tadel mussten allerdings die Regierungen Sebasti&aacute;n Pi&ntilde;era und Michelle Bachelet hinnehmen, dass sie im vergangenen Jahrzehnt wiederholt wegen der skandal&ouml;sen Zust&auml;nde im SENAME alarmiert worden, doch unt&auml;tig geblieben seien. Der Alarm wurde zum ersten Mal ausgel&ouml;st, als 2013 die sogenannte &ldquo;Kommission Jeldres&rdquo; &ndash; ein 0,5 Millionen Euro teures Untersuchungsprojekt des Kinderwerks der Vereinten Nationen (UNICEF) in Zusammenarbeit mit der chilenischen Justiz, koordiniert von der Richterin M&oacute;nica Jeldres &ndash; ihren Abschlussbericht zur Lage der chilenischen Heimkinder vorlegte. <\/p><p>Von welchen Kindern ist die Rede?<\/p><p>Es handelt sich um Kinder und Jugendliche, die sogenannten &bdquo;zerr&uuml;tteten&ldquo; und armen Familienverh&auml;ltnissen entstammen, die verlassen wurden oder als Opfer von Gewaltanwendung und sexuellen Missbrauchs gelten und in zahlreichen F&auml;llen unter starken emotionalen Entzugserscheinungen, Depressionen, Traumata und k&ouml;rperlichen Beschwerden leiden, deshalb ordentlich ern&auml;hrt, geborgen und der Schulausbildung zugef&uuml;hrt werden m&uuml;ssen.<\/p><p>Der Jeldres-Bericht war ein Schlag ins Gesicht der Kinderf&uuml;rsorge-Politik der Regierung Pi&ntilde;era und des ersten Pr&auml;sidentschaftsmandats (2006-2010) seiner Vorg&auml;ngerin Michelle Bachelet.<\/p><p>Als erstes bescheinigte Jeldres dem chilenischen Staat, dass er &uuml;berhaupt nicht wisse, wie viele Kinder in seiner Obhut sind. Vier Jahre sp&auml;ter soll es sich nach ungenauen Sch&auml;tzungen um 15.000 schutzbed&uuml;rftige Kinder und Jugendliche handeln.<\/p><p>Jeldres und ihre Mitarbeiter gingen rigoros vor. Sie untersuchten die Zust&auml;nde des staatlichen SENAME und der von ihm subventionierten, privaten Kinderheime in 10 Regionen des &uuml;ber 4.000 Kilometer langgestreckten Chile. Dazu geh&ouml;rten offene, halb geschlossene und geschlossene Einrichtungen f&uuml;r straff&auml;llig gewordene Minderj&auml;hrige. Die Arbeitsgruppe verteilte Frageb&ouml;gen an die Verwaltungen, dokumentierte den Zustand der Heime und Anstalten und f&uuml;hrte repr&auml;sentative Interviews mit 384 Jungen und M&auml;dchen unterschiedlichen Alters in 60 verschiedenen Unterk&uuml;nften durch, in denen Kleinkinder ab 2 Jahren verantwortungslos mit Jugendlichen zusammengew&uuml;rfelt und ihrem Schicksal &uuml;berlassen werden. Die Schreckensbilanz: 6.500 Kinder seien einem extrem hohen Risiko ausgesetzt. Zu den M&auml;ngeln der Betreuung z&auml;hlte die Studie unqualifiziertes, zum Teil illegal besch&auml;ftigtes Personal, katastrophale hygienische Zust&auml;nde in den Unterk&uuml;nften, Vetternwirtschaft, mangelnde Finanzierung auf der einen, Mittelveruntreuung auf der anderen Seite (selbst durch subventionierte Stadtverwaltungen), und vor allem, Vertuschung dieser Zust&auml;nde. Zu den alarmierenden Risiken der Kinder geh&ouml;rten nichtbehandelte Erkrankungen, Verwahrlosung, Gewaltt&auml;tigkeit und weitverbreiteter sexueller Missbrauch durch &auml;ltere Heimkameraden und Heimleiter.<\/p><p>Das unabh&auml;ngige Zentrum f&uuml;r investigativen Journalismus (CIPER), prangerte an:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der Begriff &acute;hohes Risiko&acute; k&ouml;nnte leicht als leere Phrase missdeutet werden, doch einige der im Bericht beschriebenen F&auml;lle lassen keinen Zweifel an dem Desaster. Ein 9 Jahre altes M&auml;dchen behauptet, von einem Erwachsenen in einem Heim von Valparaiso sexuell missbraucht worden zu sein. Alle in einem Heim von Quillota befragten Kinder best&auml;tigten, dass die Isolierung als Methode der Bestrafung verwendet wird. Eine 12-J&auml;hrige klagte einen Erzieher in San Antonio an, der physische und psychische Gewalt anwendet. Eine andere 12-J&auml;hrige erz&auml;hlt von einem Kind, das von Heimleitern und Kameraden geschlagen und sexuell missbraucht wird. Alle M&auml;dchen, die die Frageb&ouml;gen beantworteten, berichteten von sexuellem Missbrauch durch Erzieher eines Heims in Villa Alemana. Ein 12-j&auml;hriger Junge behauptet, ein h&auml;ufiges Opfer von sexuellem Missbrauch durch einen Erwachsenen im Heim von Cauquenes zu sein. Und so geschieht es in Hunderten von F&auml;llen&hellip;&ldquo;<br>\n(&bdquo;Ni&ntilde;os protegidos por el Estado: los estremecedores informes que el Poder Judicial mantiene ocultos &ndash; Vom Staat gesch&uuml;tzte Kinder: die abscheulichen Berichte die die Justiz verheimlicht&ldquo; &ndash; CIPER, 04.07.2013)\n<\/p><\/blockquote><p>Wie geplant wurde der Jeldres-Bericht Richter H&eacute;ctor Carre&ntilde;o vom Obersten Gerichtshof mit der Erwartung ausgeh&auml;ndigt, das Hohe Gericht werde nun beim SENAME &bdquo;aufr&auml;umen&ldquo;. Doch was war die Folge? Es passierte nichts.<\/p><p>Als nun emp&ouml;rte Menschenrechtsorganisationen den Bericht verbreiteten und Konsequenzen forderten, setzte die Abgeordnetenkammer das Thema auf ihre Tagesordnung. So kam es 2014 zur Bildung der ersten parlamentarischen Untersuchungskommission zur Lage der chilenischen Heimkinder, genannt SENAME I.<\/p><p><strong>Outsourcing: der kaltbl&uuml;tige Kommerz mit Kinderschicksalen<\/strong><\/p><p>Trotz Jeldres-Bericht und den parlamentarischen Empfehlungen von SENAME I passierte drei Jahre lang wieder nichts. <\/p><p>Ende 2016 wurde das Parlament von einem unerwarteten Bekenntnis der SENAME-Leitung aufger&uuml;ttelt. In Wahrheit seien nicht, wie anfangs gesch&auml;tzt, 185, dann 500, sondern insgesamt 1.313 Kinder und Jugendliche in staatlichen und privaten Heimen umgekommen. Das war das Signal f&uuml;r die Untersuchungsausschuss SENAME II.<\/p><p>Ausschuss-Mitglied Ren&eacute; Saffirio, der als versierter Experte der Kinderschutz-Politik des Parlaments gilt, machte das Finanzierungs- und Verwaltungsmodell des SENAME f&uuml;r den Kinder-Massentod verantwortlich; insbesondere einen promisken Filz zwischen Staatsverwaltung und amtierenden Politikern in der Christdemokratischen Partei, die er wegen ihrer Interessenskonflikte und Korruption vor Jahren verlassen hat.<\/p><p>Der unabh&auml;ngige Politiker durchforstete die Buchhaltung. Allein im ersten Halbjahr 2016, s&oacute; Saffirio, seien umgerechnet 106,3 Millionen Euro vom chilenischen Staat an 387 private, sogenannte Kinderf&uuml;rsorge-Organisationen verteilt worden, von denen jedoch eine kleine Gruppe von 15 Gro&szlig;empf&auml;ngern 53 Prozent der Subventionsmittel kassiert h&auml;tten.<\/p><p>&bdquo;Es besteht ein Netzwerk von Parteien und Institutionen, die den Kern der Trag&ouml;die bilden!&ldquo;, klagte Saffirio unverbl&uuml;mt in einer Fernsehdebatte vom 10. Juli auf CNN und Chilevisi&oacute;n an. Und <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=EzdUCNKXI-E\">gab noch einen drauf<\/a>: &bdquo;Der SENAME ist wie eine Landparzelle, die den Christdemokraten zugeschanzt wurde, und sie leisten schlechte Arbeit.&rdquo;<\/p><p>Senator Patricio Walker drohte Saffirio mit einer Diffamierungsklage, weil der furchtlose Abgeordnete seinem Bruder Tom&aacute;s Walker als privaten Kinderheim-Betreiber und Nutznie&szlig;er von millionenschweren Subventionen einen naheliegenden Interessenskonflikt bescheinigte. Senator Walker ist n&auml;mlich zuf&auml;llig Mitglied des Senatsausschusses f&uuml;r Kinder- und Jugendliche-Politik und nur die Spitze des Eisbergs weitverbreiteter Promiskuit&auml;t zwischen Parteien, Wirtschaft und dem Staat.<\/p><p><strong>Die Zusch&uuml;sse und die kriminellen Handlungen der Katholische Kirche<\/strong><\/p><p>Saffirio emp&ouml;rte sich besonders dar&uuml;ber, dass der SENAME-II-Ausschuss jede Debatte &uuml;ber die Kinderheim-Finanzierung verweigerte, und ersparte w&auml;hrend seiner Medienauftritte auch der katholischen Kirchenhierarchie keine schweren Belastungen.<\/p><p>Santiagos Erzbischof Ricardo Ezzati wurde 2013 bereits zur Aussage vor dem SENAME-I-Ausschuss gezwungen, nachdem der Jeldres-Report nachgewiesen hatte, dass zwischen 40 und 45 Prozent der Heimkinder in subventionierten Unterk&uuml;nften der Kirche sexuell missbraucht werden; darunter auch Heime des deutschen Sch&ouml;nstatt-Ordens, wie der im pf&auml;lzischen Vallendar straflos genie&szlig;ende Ex-Bischof Cox Huneeus.<\/p><p>Weil er es gewagt hatte, den W&uuml;rdentr&auml;ger Ezzati vorzuladen, war der Abgeordnete Saffirio seitdem in katholischen Kreisen verhasst. Das hinderte ihn nicht daran, Ezzati jetzt als unversch&auml;mten &bdquo;Lobbyisten&ldquo; zu bezeichnen, der sich an den armen Heimkindern &bdquo;gesundsto&szlig;e&ldquo;.  In den vergangenen Jahren habe der Bischof es verstanden, insbesondere bei den Christdemokraten und den ehemaligen Pinochet-Anh&auml;ngern von Chile Vamos als ge&uuml;bter Lobbyist aufzutreten. Saffirio nennt beachtliche Summen f&uuml;r ein Land wie Chile: Umgerechnet 5 Millionen Euro habe die katholische Kirche Anfang 2016 als staatliche Subventionen f&uuml;r ihre Kinderheime erhalten. Doch &bdquo;Ezzati hat niemals ein Wort &uuml;ber die sexuellen &Uuml;bergriffe innerhalb der Kirche oder &uuml;ber die T&ouml;tung innerhalb des SENAME verloren. Das Einzige, was er gut versteht, ist, sich &uuml;ber die angeblich niedrigen Subventionen zu beschweren&hellip;&rdquo;. Mit dieser Attacke, hat sich Saffirio Feinde auf Lebenszeit besorgt.<\/p><p>Die Beschimpfung, die von einer Gruppe auf Facebook publik gemacht wurde, ist nicht an den Haaren herbeigezogen: &bdquo;Der SENAME ist das chilenische Kinderbordell der Katholischen Kirche&ldquo;.<\/p><p>Ezzatis Vorg&auml;nger, der heute amtierende Kardinal Santiagos, Francisco Javier Err&aacute;zuriz, fand Anfang des neuen Jahrtausends distinguierte Worte f&uuml;r Bischof Huneeus feige Ausschweifungen. &ldquo;Unangemessenes Verhalten mit Minderj&auml;hrigen&rdquo;, bezeichnete der W&uuml;rdentr&auml;ger den als unheilbar beschriebenen, kriminellen Habitus des Kollegen.<\/p><p>So l&auml;sst sich gut leben. Mit der Dem&uuml;tigung armer Kinder und dem finanziellen Segen des Staates. Gott, der Ahnungslose, dr&uuml;ckt ja immer ein Auge zu&hellip;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170806_Chile-01_.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Zur falschen Zeit, beim Auftakt des Pr&auml;sidentschaftswahlkampfs, platzte vor wenigen Wochen in Chile die schwerste Anklage wegen Menschenrechtsverletzungen durch den chilenischen Staat seit Ende der Milit&auml;rdiktatur im Jahr 1990. Eine Untersuchungskommission des Parlaments in Valpara&iacute;so warf dem Nationalen Dienst f&uuml;r Minderj&auml;hrige (SENAME) und den<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39573\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[165,20,161],"tags":[2098,669,1095,305,545,394],"class_list":["post-39573","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-innen-und-gesellschaftspolitik","category-landerberichte","category-wertedebatte","tag-bachelet-michelle","tag-chile","tag-kinderbetreuung","tag-menschenrechte","tag-sexueller-missbrauch","tag-subventionen"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39573","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=39573"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39573\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48129,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39573\/revisions\/48129"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=39573"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=39573"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=39573"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}