{"id":39585,"date":"2017-08-11T11:07:19","date_gmt":"2017-08-11T09:07:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39585"},"modified":"2026-01-27T11:17:25","modified_gmt":"2026-01-27T10:17:25","slug":"wachsamkeit-ist-angebracht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39585","title":{"rendered":"Wachsamkeit ist angebracht"},"content":{"rendered":"<p><strong><strong>Ein Kommentar zur &Uuml;berwachungstechnologie, die sich immer weiterentwickelt<\/strong><\/strong><\/p><p>Robocops sind zur Realit&auml;t geworden. Zumindest in Dubai. Die Roboter wiegen 100 Kilo, sind 1,70 Meter gro&szlig;, stehen kurz vor ihrem Einsatz und k&ouml;nnen so einiges:  Bisher beherrschen die &bdquo;Humanoiden&ldquo; zwei Sprachen. Sie kommunizieren in Arabisch und Englisch. Mit ihren Kamera-Augen erkennen sie nicht nur Gesichter und Mimik, sie erfassen auch Gesten. In ihrem Torso ist ein Bildschirm integriert. Der Touchscreen erlaubt beispielsweise, dass Menschen Strafanzeigen aufgeben k&ouml;nnen. Aber auch die Polizei, die in den Kontrollr&auml;umen sitzt und mit Hilfe der Roboter alles sehen kann, was diese mit ihren Kamera-Augen aufnehmen, hat die M&ouml;glichkeit, direkt &uuml;ber Lautsprecher mit den B&uuml;rgern in Kontakt zu treten.<br>\n&Uuml;ber die Roboter, die bald ihren Einsatz in Einkaufszentren aufnehmen werden und auch bei der  Expo 2020 Polizeiaufgaben &uuml;bernehmen sollen, hat vor kurzem die S&uuml;ddeutsche-Zeitung <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/digital\/dubai-die-einen-sagen-smart-city-die-anderen-polizeistaat-1.3611810\">berichtet<\/a>.<br>\nDie Robocops sind nur ein Beispiel von zahlreichen, das sich ausw&auml;hlen l&auml;sst, um etwas zu verdeutlichen: Die technische Entwicklung schreitet in vielen Bereichen mit enormer Geschwindigkeit voran &ndash; das gilt auch und insbesondere f&uuml;r die Sicherheitstechnik.<br>\nUnd wie so oft, wenn es um Fortschritt und Technologie geht, liegen Chancen und Risiken eng beieinander. <\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5418\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-39585-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170811_Wachsamkeit_ist_angebracht_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170811_Wachsamkeit_ist_angebracht_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170811_Wachsamkeit_ist_angebracht_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170811_Wachsamkeit_ist_angebracht_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=39585-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170811_Wachsamkeit_ist_angebracht_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170811_Wachsamkeit_ist_angebracht_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Was bedeuten all die M&ouml;glichkeiten, die die Technologie bereits heutzutage zur &Uuml;berwachung und Kontrolle von B&uuml;rgern erlaubt, f&uuml;r die Menschen eines Staates?<br>\nEin mehr an Sicherheit?<br>\nIst die Technologie ein gro&szlig;artiger Beitrag zur Bek&auml;mpfung und Aufkl&auml;rung von Verbrechen?<br>\nOder ebnet sie St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck den Weg in den totalen &Uuml;berwachungsstaat?<br>\nDie Antwort auf diese Fragen ist nicht einfach. <\/p><p>Wohl kaum einer d&uuml;rfte etwas einzuwenden haben, wenn moderne Technologie dazu beitr&auml;gt, Verbrechen zu verhindern oder aber ihre Aufkl&auml;rung zu beschleunigen.<br>\nUnd ja: Ist es nicht so, dass beispielsweise Kameras, die &uuml;ber eine Gesichtserkennungssoftware verf&uuml;gen, die M&ouml;glichkeit bieten, Terroristen, die gerade einen schweren Anschlag ver&uuml;bt haben, zu erkennen und schnell Alarm zu schlagen? K&ouml;nnen solche modernen &Uuml;berwachungskameras nicht ein wichtiger Beitrag zu unserer aller Sicherheit sein?<br>\nSie k&ouml;nnen.<br>\nSie k&ouml;nnen aber auch noch etwas anderes.<br>\nSie k&ouml;nnen zum Teil einer &Uuml;berwachungsinfrastruktur werden, die, wenn sie in die falschen H&auml;nde ger&auml;t, einen &Uuml;berwachungsstaat im Stile von George Orwells 1984 zur Realit&auml;t werden l&auml;sst.<br>\nAber wie realistisch ist dieses Horrorszenario?<br>\nLeben wir nicht in einer gefestigten und stabilen Demokratie?<br>\nIst die Warnung vor einem &Uuml;berwachungsstaat nichts weiter als Panikmache?<br>\nJa: Ein demokratisches System, ein Rechtsstaat sind starke Gr&uuml;nde daf&uuml;r, den Gedanken an einen &Uuml;berwachungsstaat in weite Ferne zu r&uuml;cken.<br>\nUnd doch: So einfach ist es nicht.<br>\nHistorische und politische Kontexte sind nicht in Blei gegossen. Sie k&ouml;nnen sich ver&auml;ndern. Manchmal schneller als es uns allen lieb ist.<br>\nDemokratie und Rechtsstaat, die den Einsatz von &Uuml;berwachungstechnologie im &ouml;ffentlichen Raum in einem vertretbaren Rahmen zulassen, unterliegen auch dem Wandel der Zeit.<br>\nSysteme zur Erfassung von Autokennzeichen, Polizisten mit Body-Cams, &ouml;ffentliche Pl&auml;tze, die mit Video&uuml;berwachungsanlagen ausgestattet sind: Sie sind nur Teil eines immer umfassenderen und komplexer werdenden Netzes zur &Uuml;berwachung von Menschen, das sich mehr oder weniger unmerklich &uuml;ber ganze Staaten legt.<br>\nDie M&ouml;glichkeiten, die bereits heute sowohl von staatlicher als auch nichtstaatlicher Seite bestehen, die es erlauben, Menschen zu &uuml;berwachen, zu kontrollieren und eine gigantische Zahl an Daten, die sie betreffen, zu erfassen, sind atemberaubend. Noch h&auml;lt sich ihre Verzahnung und ihre Abstimmung aufeinander in gewissen Grenzen. Noch existiert bei uns dieser &Uuml;berwachungsstaat nicht, der all diese Daten zusammenf&uuml;gt und sie im Sinne von Unterdr&uuml;ckung auf breiter Ebene gegen seine B&uuml;rger verwendet.<br>\nNoch nicht.<br>\nEs ist naiv und gef&auml;hrlich anzunehmen, dass eine &Uuml;berwachungsinfrastruktur nicht irgendwann auch einmal missbraucht werden kann. Die gro&szlig;e Gefahr, wenn es um die Weiterentwicklung und den Einsatz von moderner &Uuml;berwachungstechnologie geht, ist: Findet diese erst einmal fl&auml;chendeckend Verbreitung, gibt es kaum noch ein Zur&uuml;ck. Sie wird zur Normalit&auml;t. Und schlie&szlig;lich: Sie tut niemandem weh. Sie ist zun&auml;chst einfach &bdquo;nur&ldquo; da. Au&szlig;erdem h&auml;lt sich der Widerstand der B&uuml;rger in Grenzen bzw. er ist so gut wie nicht vorhanden und politisch Verantwortliche vermitteln immer wieder &uuml;ber ihre Kommunikationskan&auml;le, dass all die &Uuml;berwachungstechnik doch nur zur Sicherheit der B&uuml;rger eingesetzt werde.<br>\nAlso: alles gut?<br>\nEin Aphorismus sagt: Man muss den Hund nur solange streicheln, bis der Maulkorb fertig ist.<br>\nEin unangebrachter Gedanke in diesem Zusammenhang?<br>\nVielleicht.<br>\nEs ist schwer abzusch&auml;tzen, wohin die Entwicklung in Sachen &Uuml;berwachungstechnologie uns f&uuml;hren wird.<br>\nVielleicht wird das Horrorszenario von einem totalit&auml;ren &Uuml;berwachungsstaat niemals eintreffen.<br>\nSicher aber ist: Die Technik wird immer besser, immer ausgereifter.<br>\nWachsamkeit ist angebracht.    <\/p><p><strong>&Uuml;berwachungssysteme mit Gesichtserkennung werden immer effektiver<\/strong><\/p><p>Was k&ouml;nnen moderne Gesichtserkennungssysteme heutzutage leisten? Wo liegen ihre Grenzen? Wie wird die Entwicklung weitergehen? <\/p><p>Diese und andere Fragen haben die NachDenkSeiten im Interview <strong>Elke Oberg<\/strong> von der Firma <a href=\"http:\/\/www.cognitec.com\/\">Cognitec<\/a> gestellt. <\/p><p>Das Dresdner Unternehmen, dass auf Gesichtserkennungssysteme spezialisiert ist, ist ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht, &Uuml;berwachungskameras mit einer Gesichtserkennungsfunktion auszustatten. <\/p><p>Die Software der Dresdner Entwickler findet unter anderem Einsatz bei Grenzkontrollen und bei der Personensuche in Fotodatenbanken. Sowohl Staaten als auch Firmen greifen auf die Gesichtserkennungssysteme des Unternehmens zu. Cognitec stellt diese etwa dem Bundesamt f&uuml;r Migration und Fl&uuml;chtlinge zur Verf&uuml;gung, aber auch Spielcasinos, denen es darauf ankommt, Trickbetr&uuml;ger zu <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/digital\/ueberwachung-wie-gesichtserkennung-funktioniert-1.3611955\">identifizieren<\/a>.<\/p><p>Im NachDenkSeiten-Interview r&auml;umt Oberg, die unter anderem f&uuml;r die Pressearbeit des Unternehmens zust&auml;ndig ist, ein, dass Gesichtserkennung schnell missbraucht werden k&ouml;nne und dass daf&uuml;r auch &bdquo;einige erschreckende Beispiele&ldquo; zu finden seien. Ihre Firma fordere deshalb &bdquo;pr&auml;zise Gesetze, die den Umgang mit biometrischen Daten f&uuml;r jeden Anwendungsfall bis ins Detail festlegen.&ldquo;<\/p><p>Das Interview f&uuml;hrte <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<\/p><p>Q: Frau Oberg, die Firma Cognitec ist auf Gesichtserkennungssoftware spezialisiert.<br>\nWas genau hei&szlig;t das? <\/p><p>A: Cognitec ist die einzige Firma in der Biometriebranche, die seit ihrer Gr&uuml;ndung im Jahr 2002 ausschlie&szlig;lich an Gesichtserkennung arbeitet. Die Algorithmenforschung und &ndash;entwicklung begann bereits 1995, erst bei Siemens, dann bei der Firma plettac. Basierend auf den verschiedenen Kernalgorithmen, die Gesichter finden und vergleichen, aber auch Alter und Geschlecht analysieren, hat Cognitec verschiedene spezialisierte, marktf&uuml;hrende Software- und Hardwareprodukte entwickelt, welche die verschiedenen Anwendungsbereiche f&uuml;r Gesichtserkennung bedienen.<\/p><p>Q: Wie funktioniert diese Software? <\/p><p>A: Beim Vergleich von Bildern mit Bildern werden komplizierte Mustererkennungsmethoden angewendet. Der Algorithmus wandelt die Messungen von speziellen Punkten und den Konturen im Gesicht in eine lange Zahlenreihe von Nullen und Einsen, vergleicht die Zahlenreihen zweier Bilder miteinander und berechnet einen Vergleichswert. Je h&ouml;her dieser Wert ist, umso wahrscheinlicher, dass es sich um die gleiche Person handelt.<\/p><p>Q: Im Jahr 2006 testeten die Beh&ouml;rden ein Gesichtserkennungssystem am Hauptbahnhof in Mainz. Damals hatte man mehrere Kameras mit Gesichtserkennungssoftware im Bahnhof installiert und 200 Freiwillige ausgesucht, die vier Monate lang an den Kameras vorbeigelaufen sind. Das Ergebnis: Die Trefferquote lag bei 60 Prozent, bei ung&uuml;nstigen Lichtverh&auml;ltnissen bei nur 20 Prozent. Mittlerweile sind &uuml;ber 10 Jahre vergangen. Wie effektiv sind diese Systeme heute? <\/p><p>A: Die Genauigkeit der Video-Gesichtserkennung hat vor allem in den letzten 5 Jahren gro&szlig;e Fortschritte erlebt. Sie h&auml;ngt aber noch immer von einer Vielzahl von Rahmenbedingungen ab, wie zum Beispiel Lichtverh&auml;ltnisse, Kameraeinstellung, Kamerawinkel, Kameraaufl&ouml;sung, Menschenstromdichte, eine frontale Aufnahme des Gesichts, und der Anzahl der Bilder in der Vergleichsdatenbank. K&ouml;nnen gute Bedingungen geschaffen werden, kann die Software eine 80- bis 90-prozentige Genauigkeit gew&auml;hrleisten.<\/p><p>Q:  Was k&ouml;nnen die Systeme leisten?<\/p><p>A: Die Leistung der Systeme h&auml;ngt von der Anwendung, der Qualit&auml;t der Gesichtsbilder und der Gr&ouml;&szlig;e der Datenbanken ab. F&uuml;r Fotos kann man mit zirka 1 Million Vergleiche in einer Sekunde pro Prozessorkern rechnen. Bei Videobildern kommen weitere Prozesse hinzu, um die optimalen Bilder f&uuml;r den Vergleich zu finden. Die Genauigkeit wird nie 100 Prozent erreichen, vor allem bei riesigen Datenbanken kann die Fehlerrate ansteigen. Bei Datenbanken mit biometrischen Passfotos geht die Fehlerrate gegen Null. Bei Video-Gesichtserkennung k&ouml;nnen die Systeme eine 80- bis 90-prozentige Genauigkeit erreichen.<\/p><p>Q: Wo liegen noch Schw&auml;chen?<\/p><p>A: Extreme Lichtverh&auml;ltnisse, gering aufgel&ouml;ste Bilder, Bilder mit einem teilweise verdeckten Gesicht, vor allem wenn ein oder beide Augen nicht sichtbar sind, geh&ouml;ren zu den wesentlichen Herausforderungen f&uuml;r die Gesichtserkennung. <\/p><p>Q: Wie wird sich die Technik weiterentwickeln?<br>\nWie weit werden ihre Gesichtserkennungssysteme voraussichtlich in 10 Jahren sein?<\/p><p>A: Alle Gesichtserkennungsanbieter arbeiten an der Verbesserung der Erkennung von bewegten, niedrig aufgel&ouml;sten und teilweise verdeckten Gesichtern. In den n&auml;chsten 10 Jahren werden sich Genauigkeit und Geschwindigkeit weiter verbessern, daf&uuml;r sorgen unter anderem Methoden des Deep Learning, der Beitrag von Artificial Intelligence, bessere Kameras und immer leistungsf&auml;higere Computer. <\/p><p>Q: Wo wird Ihre Gesichtserkennungssoftware angewendet bzw. wer wendet sie an?<\/p><p>A: Die Mehrzahl unserer gegenw&auml;rtigen Produktentwicklungen bedienen Anwendungen in Regierungs- und Sicherheitsbereichen:<\/p><ul>\n<li>Ausstellung von offiziellen Dokumenten (Pass, Visa, Fahrerlaubnis, Betriebsausweis)<\/li>\n<li>Rechtsdurchsetzung und Strafverfolgung (Polizeibeh&ouml;rde und Ordnungskr&auml;fte)<\/li>\n<li>&Uuml;berwachung (Flughafen, Casinos, Stadien; Polizei, Geheimdienst)<\/li>\n<li>Grenz&uuml;berwachung (Einreisebeh&ouml;rde, Zoll, Polizei)<\/li>\n<li>Eingangskontrolle (Sicherheit, Geb&auml;udebetreiber)<\/li>\n<\/ul><p>Cognitecs Technologien adressieren auch kommerzielle M&auml;rkte und Anwendungen:<\/p><ul>\n<li>Internet- oder PC-Fotoalbum: Foto indexieren und sortieren<\/li>\n<li>Login-Prozesse f&uuml;r PCs, Telefone und Bankterminals<\/li>\n<li>Analyse von Menschenmengen, Besucherstr&ouml;men und Wartezeiten, f&uuml;r Menschenflusskontrolle und  betriebswirtschaftliche Planung<\/li>\n<li>Analyse von demografischen Daten (Geschlecht, Alter und Herkunft) anhand der Gesichter, f&uuml;r Statistiken betriebswirtschaftliche Planung und Marketing<\/li>\n<\/ul><p>Q: Beschreiben Sie unseren Lesern bitte mal, wo Sie die Vorteile dieser Technologie sehen? <\/p><p>A:  Gesichtserkennung bringt einige wesentliche Vorteile zu den entsprechenden Anwendungen. Sie ist kontaktlos, schnell, einfach zu benutzen und kann mit den Bildern arbeiten, die in allen g&auml;ngigen Ausweisdokumenten zu finden sind. Bis auf sehr geringe Ausnahmen kann die Gesichtsbiometrie von allen Menschen erfasst und verwendet werden.<\/p><p>Q: Haben Sie bei der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb dieser Systeme keine Bedenken, dass diese Technik auch einmal eingesetzt werden k&ouml;nnte, in einem anderen Sinne, als es derzeit der Fall ist? Schlie&szlig;lich: Gesichtserkennungssoftware l&auml;sst sich auf vielf&auml;ltige Weise einsetzen. Heute wird die Software zur Identifizierung Krimineller eingesetzt, morgen vielleicht gegen andere &bdquo;unliebsame&ldquo; Menschen. <\/p><p>A: Nat&uuml;rlich stimmen wir den Bedenken zu, dass Gesichtserkennung sehr schnell missbraucht werden kann. Daf&uuml;r gibt es schon einige erschreckende Beispiele. Aus diesem Grund bef&uuml;rworten wir pr&auml;zise Gesetze, die den Umgang mit biometrischen Daten f&uuml;r jeden Anwendungsfall bis ins Detail festlegen. Zu diesen Details geh&ouml;ren genaue Definitionen der Anwendungen, M&ouml;glichkeiten der Zustimmung durch den Nutzer, Datenschutz und Datenverschl&uuml;sselung.<\/p><p>Q:  Historische und politische Kontexte ver&auml;ndern sich. Garantien daf&uuml;r, dass ein Staat f&uuml;r immer demokratisch bleibt und alles nach sauberen rechtsstaatlichen Regeln abl&auml;uft, gibt es keine.<br>\nWie gehen Sie mit der Kritik um, dass Sie durch diese Technik in gewisser Weise auch dazu beitragen k&ouml;nnen, einen &Uuml;berwachungsstaat aufzubauen? <\/p><p>A: Der schmale Grat zwischen &ouml;ffentlicher Sicherheit und Privatsph&auml;re verschiebt sich je nach Sicherheitslage und politischen Gegebenheiten. Jeder Anwendungsfall f&uuml;r Gesichtserkennung wird letztendlich von der Bev&ouml;lkerung akzeptiert oder nicht. Wenn sich die Sicherheitslage in einem Land auffallend verschlechtert, wird die Bev&ouml;lkerung mehr &Uuml;berwachung verlangen und akzeptieren. Dann m&uuml;ssen der Nutzen und die Realisierbarkeit f&uuml;r jeden Anwendungsfall genau gepr&uuml;ft werden. Die Biometrieindustrie und Regierungen sollten beide zur Transparenz &uuml;ber den Einsatz und die M&ouml;glichkeiten der Technologien beitragen.<\/p><p>Q: Wie hoch ist der Jahresumsatz von Cognitec?<\/p><p>A: Zirka 10 Millionen Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong><\/strong><strong>Ein Kommentar zur &Uuml;berwachungstechnologie, die sich immer weiterentwickelt<\/strong><\/p>\n<p>Robocops sind zur Realit&auml;t geworden. Zumindest in Dubai. Die Roboter wiegen 100 Kilo, sind 1,70 Meter gro&szlig;, stehen kurz vor ihrem Einsatz und k&ouml;nnen so einiges: Bisher beherrschen die &bdquo;Humanoiden&ldquo; zwei Sprachen. Sie kommunizieren in Arabisch und Englisch. 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