{"id":3960,"date":"2009-05-25T08:27:44","date_gmt":"2009-05-25T06:27:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3960"},"modified":"2019-10-28T16:20:51","modified_gmt":"2019-10-28T15:20:51","slug":"rhoen-klinikum-ag-setzt-auf-neue-privatisierungswelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3960","title":{"rendered":"Rh\u00f6n-Klinikum AG setzt auf neue Privatisierungswelle"},"content":{"rendered":"<p>Der Vorstand und Aufsichtsrat der Rh&ouml;n-Klinikum AG haben beschlossen, die wegen der sinkenden Steuereinnahmen erwartete finanzielle Enge der Kommunalen K&ouml;rperschaften f&uuml;r eine Offensive zu nutzen &ndash; wie schon bei der Rezession 2002\/2003. Darauf macht Hermann Zoller im folgenden Beitrag aufmerksam. Die Eigner der privaten Betreiber sind zugleich die Profiteure der systematischen Verarmung der &ouml;ffentlichen H&auml;nde.<br>\nBitte helfen Sie in Ihrer Kommune, den Widerstand gegen diesen fortgesetzten Wahnsinn zu organisieren. Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><br>\nAufsichtsratsmitglieder sind u.a. Prof. Karl Lauterbach MdB und Brigitte Mohn, Tochter von Bertelsmann Mohn.<\/p><p><em>Hier der Beitrag von:<\/em><\/p><p><strong>Hermann Zoller<\/strong><br>\n<strong>Vorbereitung auf die Treibjagd &ndash; Droht 2010 den Krankenh&auml;usern eine Privatisierungswelle?<\/strong><br>\n&nbsp;<br>\nEine neue Gefahr taucht auf. Nach n&uuml;chterner Analyse kommen Investoren zu der Einsch&auml;tzung, dass ihnen im n&auml;chsten Jahr Krankenh&auml;user wie im Schlaraffenland als gegrillte H&auml;hnchen auf den Teller fliegen. Investoren im Gesundheitswesen als Krisengewinnler? Zumindest der Betreiber des Rh&ouml;n-Klinikums will sich f&uuml;r die aus seiner Sicht g&uuml;nstige Entwicklung finanziell st&auml;rken. Dies soll mit einer Kapitalerh&ouml;hung um 500 Millionen Euro erfolgen.<br>\n&nbsp;<br>\nIn einer Presseerkl&auml;rung k&uuml;ndigt das Unternehmen an:<\/p><blockquote><p>Die RH&Ouml;N-KLINIKUM AG teilt mit, dass Vorstand und Aufsichtsrat der RH&Ouml;N-KLINIKUM AG heute, Sonntag, den 24. Mai 2009, folgenden Beschluss gefasst haben:<br>\nVor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Privatisierungswelle ab 2010 bereitet der Vorstand eine Kapitalerh&ouml;hung vor, die in der zweiten Jahresh&auml;lfte durchgef&uuml;hrt wird. Die Kapitalerh&ouml;hung erfolgt unter Ausnutzung des genehmigten Kapitals gem&auml;&szlig; &sect; 4 Abs. 2 der Satzung der Gesellschaft. Mit der Einwerbung eines substantiellen Betrages, ca. 500 Mio. &euro;, wird die Voraussetzung f&uuml;r weiteres Wachstum geschaffen. Die genauen Konditionen werden zeitnah vor Beginn der Bezugsfrist beschlossen, sie werden die St&auml;rke unseres Gesch&auml;ftsmodells widerspiegeln. Zu diesem Zweck werden Vorstand und Aufsichtsrat dann einen zweiten Beschluss fassen.<\/p><\/blockquote><p>Diese Entscheidung hat das Unternehmen auf der Grundlage folgender Einsch&auml;tzung getroffen:<\/p><blockquote><p>Angesichts einer Rezession mit einem R&uuml;ckgang des Bruttoinlandsprodukts von rund 6 Prozent werden die Kommunen und L&auml;nder ihrem medizinischen Versorgungsauftrag nicht mehr ausreichend nachkommen k&ouml;nnen. Umso wichtiger wird dann eine antizyklisch wirkende Unternehmensstrategie im Gesundheitssektor, die den Versorgungsauftrag sicherstellt. In der letzten Rezession 2002\/2003 hat uns deshalb die &ouml;ffentliche Hand fast 20 Kliniken &uuml;bertragen, um Investitionen, Besch&auml;ftigung und Versorgung zu sichern und Rationierung abzuwenden. Dies war der Ausgangspunkt f&uuml;r die starke Umsatz- und Ergebnisentwicklung der letzten Jahre.<\/p><\/blockquote><p>Stolz berichtet das Unternehmen in seiner Pressemitteilung:<\/p><blockquote><p>Das Unternehmen betreibt Krankenh&auml;user&nbsp; und Medizinische Versorgungszentren, die im Jahr 2008 von 1,6 Mio. Menschen aufgesucht wurden. Es w&auml;chst seit seinem B&ouml;rsengang im Jahr 1989 ununterbrochen und erreichte 2008 mit 2,1 Mrd. &euro; Umsatz, 122,6 Mio. &euro; Gewinn und mehr als 33.000 Mitarbeitern einen neuen H&ouml;chststand.<br>\nMittelfristig strebt das Unternehmen ausgehend von den bestehenden 37 Standorten eine wohnortnahe, qualitativ hochwertige und f&uuml;r jedermann bezahlbare Gesundheitsversorgung an: Jeder Patient soll in mindestens 1,5 bis zwei Stunden eine&nbsp; Betreuungseinrichtung des Klinikverbunds erreichen k&ouml;nnen. Damit soll der Grundstein gelegt werden, 8 Prozent der medizinischen Gesamtversorgung sicherzustellen.<\/p><\/blockquote><p>Dieses Wachstum und die beschriebenen Ziele lassen erkennen, was auf die kommunalen Krankenh&auml;user zukommt. Diese Investoren werden sicherlich nicht warten, bis eine notleidende Kommune um Notaufnahme bittet, das Unternehmen wird im Gegenteil eine aggressive Kampagne starten, weil es die Stunde f&uuml;r gekommen h&auml;lt, zu g&uuml;nstigen Bedingungen zugreifen zu k&ouml;nnen. Es ist zu bef&uuml;rchten, dass angesichts der knappen Kassen sich nicht wenige Kommunen werden verleiten lassen, anzubei&szlig;en &ndash; es sei denn es entwickelt sich ausreichend Widerstand. Mit dieser Ank&uuml;ndigung der Rh&ouml;n-Klinikum AG sind jedenfalls alle gewarnt. Nachdem die &ouml;ffentlichen H&auml;nde Banken und Unternehmen gro&szlig;z&uuml;gig mit Milliarden helfen, muss der Verkauf der Krankenh&auml;user an Investoren keine zwingende Notwendigkeit sein. Es wird interessant sein, welche Priorit&auml;ten hier die politischen Entscheidungstr&auml;ger setzen.<br>\n&nbsp;<br>\nHermann Zoller<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Vorstand und Aufsichtsrat der Rh&ouml;n-Klinikum AG haben beschlossen, die wegen der sinkenden Steuereinnahmen erwartete finanzielle Enge der Kommunalen K&ouml;rperschaften f&uuml;r eine Offensive zu nutzen &ndash; wie schon bei der Rezession 2002\/2003. Darauf macht Hermann Zoller im folgenden Beitrag aufmerksam. 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