{"id":3963,"date":"2009-05-26T08:06:54","date_gmt":"2009-05-26T06:06:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3963"},"modified":"2009-05-26T08:21:15","modified_gmt":"2009-05-26T06:21:15","slug":"hinweise-des-tages-898","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3963","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/AM)<br>\nHeute zu diesen Themen:<\/p><ol>\n<li><a href=\"?p=3963#h01\">Neuer Streit um Schuldenbremse<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3963#h02\">Der Maunz, ich und das Grundgesetz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3963#h03\">Kindesmisshandlungen in Irland. Und Deutschland?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3963#h04\">Vattenfall gewinnt Climate Greenwash Award &ndash; und weitere Lobby-Hinweise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3963#h05\">Everts akzeptiert R&uuml;ge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3963#h06\">Jugendschutz und politische Zensur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3963#h07\">Urban Priol &uuml;ber Horst K&ouml;hler: &ldquo;Der tut nix, der will nur spielen&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3963#h08\">Reaktionen der neoklassisch orientierten US-&Ouml;konomen auf die Krise<\/a><\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3963&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Neuer Streit um Schuldenbremse<\/strong><br>\nDie geplante Schuldenbremse zum Abbau der gigantischen Staatsverschuldung sorgt kurz vor der entscheidenden Abstimmung im Bundestag f&uuml;r neuen Streit. Die SPD sprach sich am Montag in Berlin daf&uuml;r aus, das vorgesehene Verschuldungsverbot f&uuml;r die 16 Bundesl&auml;nder aufzuheben.<br>\nAus Union und FDP kam sofort Protest. Der Bundestag will am Freitag &uuml;ber die Neuregelung der Finanzbeziehungen zwischen Bund und L&auml;ndern abstimmen. Die neue Schuldenbremse im Grundgesetz soll daf&uuml;r sorgen, dass Bund und L&auml;nder von 2020 an grunds&auml;tzlich keine neuen Kredite mehr aufnehmen d&uuml;rfen.<br>\nDas SPD-Pr&auml;sidium stellte sich nun jedoch hinter einen Vorschlag des brandenburgischen Ministerpr&auml;sidenten Matthias Platzeck (SPD), wonach L&auml;nder und Gemeinden k&uuml;nftig pro Jahr zumindest neue Schulden in H&ouml;he von bis zu 0,15 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) machen d&uuml;rfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/politik\/detail_dpa_21346508.php\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Man kann nur hoffen, dass dieser Unfug noch irgendwie zu Fall gebracht wird. Denn sollte es nach 2020 erneut zu einer schweren Krise kommen, w&auml;re der Staat sonst qua Grundgesetz zu einer Br&uuml;ning&lsquo;schen Sparpolitik gezwungen (die im Entwurf beschriebenen Ausnahmen sind sehr eng gefasst und sollen offensichtlich nur die Milliarden f&uuml;r die Zockerbanken legitimieren). Es w&auml;re eine bleibende Schande f&uuml;r die heutigen Abgeordneten im Bundestag, w&uuml;rden sie tats&auml;chlich solche Lehren aus der deutschen Geschichte ziehen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Der Maunz, ich und das Grundgesetz<\/strong><br>\nWie der Autor des &raquo;herrschenden Kommentars&laquo; zur Verfassung bis heute die bundesdeutsche Rechtsprechung pr&auml;gt. &ndash;<br>\nWegen seiner T&auml;tigkeit als heftig bekennender Nazihochschullehrer in Freiburg hatte schon die franz&ouml;sische Besatzungsmacht nach 1945 Einw&auml;nde gegen Theodor Maunz erhoben. Trotzdem wurde er im August 1948 von der s&uuml;dbadischen Regierung zum Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee entsandt und dann 1952 auf einen Lehrstuhl nach M&uuml;nchen berufen. Von dort hoffte er, &raquo;auch st&auml;rker gegen die Verfemung einzelner Kollegen wirken&laquo; zu k&ouml;nnen. Das versprach er jedenfalls dem Staatsrechtler Carl Schmitt. Maunz hatte den Nazitheoretiker 1938 auf dem Kampfkongre&szlig; gegen &raquo;Das Judentum in der Rechtswissenschaft&laquo; sch&auml;tzen gelernt, als es darum ging, &raquo;den deutschen Geist von allen j&uuml;dischen F&auml;lschungen&laquo; zu befreien. Von Otto K&ouml;hler.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/05-25\/019.php\">Junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Pers&ouml;nliche Nachbemerkung AM:<\/strong> Ich musste meine Diplompr&uuml;fung in &Ouml;ffentlichem Recht im Dezember 1963 bei Maunz ablegen; in der m&uuml;ndlichen Pr&uuml;fung wurde er vertreten durch seinen Assistenten Roman Herzog, dem sp&auml;teren Bundespr&auml;sidenten. Da war die rechtskonservative Welt noch voll in Ordnung. So wie heute wieder.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Kindesmisshandlungen in Irland. Und Deutschland?<\/strong><br>\nIn Deutschland tagt zur Zeit, auf zwei Jahre angesetzt, der &bdquo;Runde Tisch&ldquo;. Es geht um dasselbe Thema.<br>\nDer Runde Tisch will &bdquo;ergebnisoffen&ldquo; arbeiten. Dieses Ziel ist nicht l&auml;nger haltbar. Der Runde Tisch muss davon ausgehen, dass es in Deutschland kaum anders aussehen d&uuml;rfte als in Irland. Er muss also heute schon deutlich machen, an welche Entsch&auml;digungen er denkt, wenn die Daten, wie zu erwarten, erh&auml;rtet werden.<br>\nWenn der Runde Tisch nach dem von ihm nicht zu verantwortenden Startschwierigkeiten Glaubw&uuml;rdigkeit gewinnen will, muss er nach den erschreckenden aber objektivierten Daten aus Irland vom worst case ausgehen, also, dass es &auml;hnlich teuer werden wird, wie in Irland, das vielleicht auch noch auf gr&ouml;&szlig;erer Zahlenbasis. Doch es hilft nichts, vergangenes Unrecht muss man anerkennen und daf&uuml;r bezahlen, auch wenn man nur Rechtsnachfolger ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/hpd.de\/node\/7088\">Humanistischer Pressedienst<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Vattenfall gewinnt Climate Greenwash Award &ndash; und weitere Lobby-Hinweise<\/strong><br>\nDer Climate Greenwash Award wurde am Samstag in Kopenhagen vom Corporate Europe Observatory (CEO), Attac D&auml;nemark und weiteren d&auml;nischen Organisationen vergeben &ndash; nach einer Internet-Abstimmung, bei der Vattenfall knapp 40% aller Stimmen erhielt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2009\/05\/vattenfall-gewinnt-climate-greenwash-award-und-weitere-lobby-hinweise\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Everts akzeptiert R&uuml;ge<\/strong><br>\nDie fr&uuml;here SPD-Landtagsabgeordnete Carmen Everts hat die gegen sie in einem Parteiordnungsverfahren ausgesprochene R&uuml;ge akzeptiert. Everts teilte gestern mit, dass sie auf eine Berufung gegen den Schiedsspruch verzichte, obwohl die Begr&uuml;ndung &laquo;zum Teil sehr problematisch&raquo; sei. F&uuml;r sie z&auml;hle am Ende das Ergebnis zur Freiheit des Abgeordnetenmandats. Im Interesse des Bundestagswahlkampfes wolle sie das f&uuml;r alle Seiten belastende Parteiordnungsverfahren damit ihrerseits beenden. Everts hatte am 3. November zusammen mit drei weiteren SPD-Abgeordneten angek&uuml;ndigt, Andrea Ypsilanti nicht zur Ministerpr&auml;sidentin zu w&auml;hlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fnp.de\/fnp\/region\/hessen\/rmn01.c.5973555.de.htm\">Frankfurter Neue Presse<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Eine h&auml;rtere Reaktion der Partei war nicht zu erwarten gewesen, weil sonst die Attraktivit&auml;t der SPD Schaden genommen h&auml;tte &ndash; und zwar aus der Perspektive von Interessenverb&auml;nden und Lobbys, f&uuml;r deren Arbeit auch unkonventionelle Einwirkungsm&ouml;glichkeiten auf die SPD wertvoll sind.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Jugendschutz und politische Zensur<\/strong><br>\nInternetanbieter, deren Gesch&auml;ftsmodell Inhalte sind, die vom Gesetz als jugendgef&auml;hrdend angesehen werden, haben in Deutschland ein Problem. Sie m&uuml;ssen Vorkehrungen treffen, dass zu beanstandende Inhalte nicht von den lieben Kleinen aufgerufen werden k&ouml;nnen. Eine dieser Vorkehrungen sind sogenannte Filterprogramme, die von den Eltern installiert werden und den Zugriff auf indizierte Seiten sperren. Was aber, wenn diese indizierten Seiten gar keine fragw&uuml;rdigen Inhalte enthalten, sondern politische Inhalte, die vielleicht nicht jedermanns Geschmack sind?<br>\nIn der Schwarzen Liste des Filteranbieters JusProg e.V. finden sich massenhaft alternative Medien wie beispielsweise Telepolis oder die NachDenkSeiten, die offensichtlich nach Einsch&auml;tzung der Hamburger Jugendsch&uuml;tzer nicht f&uuml;r Jugendliche geeignet sind. Auch die Internetseiten der Gr&uuml;nen und der Piratenpartei sind nach Einsch&auml;tzung von JusProg jugendgef&auml;hrdend.<br>\nDies alles w&auml;re lediglich eine weitere Internetposse unter vielen, wenn nicht ausgerechnet JusProg als einziges Filtersystem zu einem Modellversuch der staatlichen Kommission f&uuml;r Jugendmedienschutz (KJM) zugelassen w&auml;re.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/30\/30391\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Urban Priol &uuml;ber Horst K&ouml;hler: &ldquo;Der tut nix, der will nur spielen&rdquo;<\/strong><br>\nBundespr&auml;sident Horst K&ouml;hler ist ein Lieblingsopfer des politischen Kabaretts: F&uuml;r einen linkischen Winkonkel h&auml;lt ihn Urban Priol.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/915\/469472\/text\/print.html\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Nach diesem Vorspiel d&uuml;rfen wir dem Dienstagabend entgegenfiebern, wenn Doktor Priol und Lothar Dombrowski den Bundespr&auml;sidenten zu seiner zweiten Amtszeit &bdquo;gratulieren&ldquo; werden: Dienstag um 22:15 im ZDF. In der letzten Folge wurde ja bereits das mehrfach ramponierte und geflickte Horst-K&ouml;hler-Portrait endg&uuml;ltig von Lothar Dombrowski zertr&uuml;mmert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Reaktionen der neoklassisch orientierten US-&Ouml;konomen auf die Krise<\/strong><br>\nNachDenkSeiten-Leser S.P. schrieb uns: Ein lesenswerter Eintrag aus dem Blog des US-&Ouml;konomen Steve Keen, in dem er auf die Reaktionen der neoklassisch orientierten US-&Ouml;konomen auf die Krise eingeht. Das Grundmuster dieser Reaktionen hatte er schon in einem Artikel der Zeitschrift Real World Economics Review vorausgesagt: \n<blockquote><p>Despite the severity of the crisis in the real world, academic neoclassical economists will continue to teach from the same textbooks in 2009 and 2010 that they used in 2008 and earlier &hellip;<br>\nThey will interpret the crisis as due to poor regulation &hellip;<br>\nThey will seriously believe that the crisis calls not for the abolition of neoclassical economics, but for its teachings to be more widely known. The very thought that this financial crisis should require any change in what they do, let alone necessitate the rejection of neoclassical theory completely, will strike them as incredible.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und, in der Tat, die Vertreter des neoklassischen Modells tun genau das, was Keen vorausgesagt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.debtdeflation.com\/blogs\/2009\/05\/25\/what-a-load-of-bollocks\/\">Blog Steve Keen<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/AM)<br \/> Heute zu diesen Themen:<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"?p=3963#h01\">Neuer Streit um Schuldenbremse<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3963#h02\">Der Maunz, ich und das Grundgesetz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3963#h03\">Kindesmisshandlungen in Irland. Und Deutschland?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3963#h04\">Vattenfall gewinnt Climate Greenwash Award &ndash; und weitere Lobby-Hinweise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3963#h05\">Everts akzeptiert R&uuml;ge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3963#h06\">Jugendschutz und politische Zensur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3963#h07\">Urban Priol &uuml;ber Horst K&ouml;hler: &ldquo;Der tut nix, der will nur spielen&rdquo;<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3963\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3963","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3963","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3963"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3963\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3963"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3963"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3963"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}