{"id":39683,"date":"2017-08-19T11:00:49","date_gmt":"2017-08-19T09:00:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39683"},"modified":"2017-09-01T12:35:00","modified_gmt":"2017-09-01T10:35:00","slug":"der-mythos-von-der-guten-alten-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39683","title":{"rendered":"Der Mythos von der guten alten Zeit"},"content":{"rendered":"<p>Frankreich, Holland, Deutschland, &Ouml;sterreich &ndash; die Populisten sind in Europa weiterhin auf dem Vormarsch. Und alle anderen agieren, als g&auml;be es keine Strategien gegen die rechten Volksverf&uuml;hrer. Dabei besitzen Rechtspopulisten einen einfachen Kern, n&auml;mlich das selbstgestrickte Bild einer gespaltenen Gesellschaft: Hier sind WIR und dort sind die ANDEREN. Dieses Bild erkl&auml;rt die Sprache, die Taktiken, die innere Organisation und die Eskalationsdynamiken der Rechtspopulisten auf ungemein klare Art. Der Kommunikationsexperte <strong>Walter &Ouml;tsch<\/strong> und die Journalistin <strong>Nina Horaczek<\/strong> entlarven in ihrem Buch <a href=\"https:\/\/www.westendverlag.de\/buch\/populismus-fuer-anfaenger\/\">Populismus f&uuml;r Anf&auml;nger<\/a> die Tricks und T&auml;uschungsman&ouml;ver der Demagogen und entschl&uuml;sseln ihre Codes &ndash; ein Auszug.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9519\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-39683-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170821_Der_Mythos_von_der_guten_alten_Zeit_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170821_Der_Mythos_von_der_guten_alten_Zeit_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170821_Der_Mythos_von_der_guten_alten_Zeit_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170821_Der_Mythos_von_der_guten_alten_Zeit_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=39683-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170821_Der_Mythos_von_der_guten_alten_Zeit_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170821_Der_Mythos_von_der_guten_alten_Zeit_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Demagogen aller L&auml;nder entwerfen den Mythos einer glorreichen Vergangenheit, aus dem sie ihre Zukunftsvisionen beziehen. Die fiktive Gro&szlig;artigkeit der gegenw&auml;rtigen WIR wird in die Vergangenheit projiziert und irgendwo in naher oder ferner Vergangenheit eine &#8811;gute alte Zeit&#8810; fixiert. Demagogen gehen dabei erfindungsreich vor. Flexibel und willk&uuml;rlich werden Versatzst&uuml;cke der Geschichte zu einem Mythos verklumpt. Der AfD-Politiker Bj&ouml;rn H&ouml;cke beschw&ouml;rte am 23. September 2015 auf einer Demonstration in Erfurt gar Jahrtausende: <em>&#8811;Th&uuml;ringer! Deutsche! 3000 Jahre Europa! 1000 Jahre Deutschland! Ich gebe euch nicht her und ich wei&szlig;: ihr gebt sie auch nicht her!&#8810;<\/em> Und Marine Le Pen tr&auml;umt von der Zeit, als Frankreich noch als <em>&#8811;grande nation&#8810;<\/em> eine Kolonialmacht war &ndash; oder von einer noch fr&uuml;heren Epoche, denn Jeanne d&rsquo;Arc ist so etwas wie ihre Wappenfigur und sie h&auml;lt auch Reden mit der Statue der Jungfrau von Orleans im Hintergrund.<\/p><p>Die FP&Ouml; instrumentalisiert regelm&auml;&szlig;ig die t&uuml;rkischen Belagerungen Wiens der Jahre 1529 und 1683. Strache posierte als <em>&#8811;Retter&#8810;<\/em> vor dem Gem&auml;lde des T&uuml;rkenbesiegers Prinz Eugen, er postete einen Artikel des ber&uuml;hmten Feldherren, der das osmanische Heer in die Flucht geschlagen hatte, auf Facebook und schrieb dazu: <em>&#8811;Zur Erinnerung! Auch heute brauchen wir eine Rettung in Wien und Europa!&#8810;<\/em> Im September 2016 feierte die FP&Ouml; ganz offiziell den 333. Jahrestag des Endes der T&uuml;rkenbelagerung unter dem Motto <em>&#8811;Abendland besch&uuml;tzen, damals wie heute&#8810;<\/em>.<\/p><p>Viktor Orb&aacute;n lie&szlig; 2011 im Br&uuml;sseler EU-Ratsgeb&auml;ude einen <em>&#8811;Geschichtsteppich&#8810;<\/em> ausstellen, der Ungarn in den Grenzen von 1848 zeigt. Sein Ideal ist das Gro&szlig;ungarische Reich, das vor dem Ersten Weltkrieg als Teil der &#8811;k.u.k.&#8810; (kaiserlich und k&ouml;niglichen) &ouml;sterreichisch-ungarischen Monarchie bestanden hat. Im Vertrag von Trianon aus dem Jahre 1920 gingen dann zwei Drittel des historischen ungarischen K&ouml;nigreichs an andere Staaten <em>&#8811;verloren&#8810;<\/em>. Orb&aacute;n hat genau dieses gro&szlig;e Reich im Visier. Magyaren, die im Ausland leben, k&ouml;nnen heute auch die ungarische Staatsb&uuml;rgerschaft erwerben. Orb&aacute;ns ungarische WIR leben nicht innerhalb der Staatsgrenzen des heutigen Ungarns. Mental bereitet er damit eine Verschiebung der Grenzen vor, ein Krieg ist m&ouml;glich.<\/p><p>Die FP&Ouml; schl&auml;gt in dieselbe Kerbe: Denn im Jahre 1919 hat &Ouml;sterreich das deutschsprachige S&uuml;dtirol an Italien <em>&#8811;verloren&#8810;<\/em>: <em>&#8811;Unrechtsgrenzen bleiben Unrechtsgrenzen, V&ouml;lkerrechtsverbrechen bleiben zu s&uuml;hnende Verbrechen und verj&auml;hren nicht&#8810;<\/em>, meint Strache zu diesem Thema. Und Trumps <em>&#8811;Make America Great Again&#8810;<\/em> beschw&ouml;rt im <em>&#8811;Again&#8810;<\/em> eine heile vergangene Zeit herauf, als die USA noch ein starkes Industrieland gewesen und &ndash; wie Trump argumentiert &ndash; noch nicht unter die R&auml;der <em>&#8811;der Globalisierung&#8810;<\/em> gekommen sind. Auch der Niederl&auml;nder Geert Wilders appelliert an eine noch nicht lange vergangene Zeit. Sein erfundenes P&auml;rchen <em>&#8811;Henk und Ingrid&#8810;<\/em> lebt vermutlich vor zwei Generationen. Es steht f&uuml;r das gute Leben in der Idylle einer beschaulichen Vorstadt, von heutigen Problemen verschont &ndash; w&auml;hrend die Niederlande als Kolonialmacht fr&uuml;her f&uuml;r Reichtum und Einfluss standen. In allen F&auml;llen wird ein seltsames Gebilde errichtet: die Vision einer heilen, abgegrenzten Welt, die gleichzeitig machtvoll nach au&szlig;en wirkt.<\/p><p><strong>Bilder &uuml;ber die Zeit<\/strong><\/p><p>Ein Bild der Gesellschaft wird mittels Sprache bei anderen hervorgerufen und kann dadurch die Wahrnehmung ver&auml;ndern. Dieses Bild kann bewusst gemacht und ver&auml;ndert werden. Neben Bildern &uuml;ber die Gesellschaft gibt es andere Bilder mit gleicher Wichtigkeit. F&uuml;r jede und jeden von uns spielt dabei das eigene Selbstbild eine entscheidende Rolle. Aber ein Selbstbild ist immer auch mit einem Geschichtsbild verkn&uuml;pft. Wenn ich jemandem erkl&auml;re, wer ich bin, dann muss ich meine Geschichte (meine Geschichten) erz&auml;hlen. Mit anderen Worten: Ich muss eine Geschichte entwerfen, die nat&uuml;rlich mit meinem Leben zu tun hat, aber auch willk&uuml;rliche und wandelbare Aspekte besitzt. Eine Trennung zum Beispiel von einem ehemals geliebten Partner oder von einer ehemals geliebten Partnerin ver&auml;ndert notwendig die Geschichte &uuml;ber die gemeinsam erlebte Zeit. Die historischen Daten haben sich nicht verr&uuml;ckt, aber unsere Erz&auml;hlung wurde verwandelt. Heute (nach der Trennung) berichten wir unseren Freunden eine andere Biographie &uuml;ber die Zeit vor der Trennung, als wir dies damals (vor der Trennung) taten. Bilder und Vorstellungen &uuml;ber die eigene Geschichte haben mit Bildern und Vorstellungen &uuml;ber die eigene Identit&auml;t zu tun. Selbstbilder und Bilder &uuml;ber die eigene Vergangenheit sind untrennbar verbunden.<\/p><p><strong>Die Gegenwartswirkung von Zukunftsbildern<\/strong><\/p><p>Was hat das mit Zukunftsbildern zu tun? Geht es hier auch um den Einfluss auf Selbstbilder? Oder handelt sich es nur um Chim&auml;ren, die keine wirkliche Bedeutung besitzen, weil niemand wei&szlig;, wie die Zukunft aussehen wird? Vergangenheits- und Zukunftsbilder gelten als qualitativ verschieden. Die Vergangenheit habe ich ja erlebt, sie erscheint als real, und die Zukunft ist immer ungewiss &ndash; so viel ist gewiss. Aber die Bedeutung von Zukunftsbildern liegt nicht in ihrem Realit&auml;tsgehalt, sondern in ihrer Wirkung auf die Gegenwart, das wird von vielen untersch&auml;tzt. Denn der Mensch ist auch ein bildgebendes Wesen, der Philosoph Hans Jonas hat daf&uuml;r den Ausdruck &#8811;Homo pictor&#8810; gepr&auml;gt. Das meiste, was wir tun, ist auf die Zukunft gerichtet. Ob Ihnen dieses Bild bewusst ist oder nicht, tut nichts zur Sache. Es steht Ihnen immer frei, sich jetzt dessen bewusst zu werden.<\/p><p>Man k&ouml;nnte es auch so formulieren: In jedem Handeln sind Zukunftsbilder versteckt. Wenn ich anschlie&szlig;end den Raum verlassen werde, in dem ich mich jetzt aufhalte, dann handle ich aus der erlernten Vorstellung (einem Bild), wie es in dem anschlie&szlig;enden Raum aussieht. Bevor ich losstarte, &#8811;sehe&#8810; ich mich gleichsam, wie ich gehen werde: ein Bild meiner allern&auml;chsten Zukunft. Jeder einzelne Schritt braucht sein Bild. Bei jeder Entscheidung werden Zukunftsbilder entworfen. Soll ich mich heute mit A treffen, wie lange wird das dauern, wor&uuml;ber werden wir sprechen? Die Begegnung mit A wird mit vielen Vorstellungen mental vorbereitet. Ich simuliere den Ort und die Situation mit A.<\/p><p>Mit anderen Worten: Zukunftsvorstellungen sind ein allt&auml;gliches Ph&auml;nomen. Sie begleiten uns die ganze Zeit. Ob diese Bilder richtig oder falsch sind (in der Bedeutung, ob sie uns etwas zeigen, was eintreffen wird oder nicht), ist dabei nicht von Belang. Wichtig ist, dass sie immer vorhanden sind. In ihrer Existenz legen sie aber auch fest, was unsere aktuellen Handlungsoptionen sind. Dieser Tatbestand gilt f&uuml;r alles, was wir tun. Jedes Tun ist von Zukunftsbildern beeinflusst. Wie im Kleinen so im Gro&szlig;en. Individuelle Zukunftsbilder beeinflussen individuelles Leben. Auch auf der Ebene der Politik und der Gesellschaft werden andauernd bewusst oder unbewusst Zukunftsbilder entworfen. Manche dieser Bilder setzen sich durch und werden dominant, viele haben keine Wirkung. Die Handlungsoptionen, die eine Gesellschaft in der Gegenwart besitzt, haben mit ihren Zukunftsbildern zu tun. Nicht ihre Vorhersagekraft (die Zukunft wird ohnehin anders sein), sondern ihre Wirkungen auf die Gegenwart sind entscheidend. Die Menschen haben die Macht, fiktive Bilder &uuml;ber eine immer unbekannte Zukunft zu entwerfen. Diese Bilder werfen ihr Licht auf die Gegenwart zur&uuml;ck. Sie strahlen gleichsam aus der fiktiven Zukunft auf das reale Heute. Dort werden sie handlungswirksam, weil sie Grenzen abstecken, was kollektiv als m&ouml;glich erachtet wird und was eben nicht.<\/p><p><strong>Die Zukunftsbilder der Gesellschaft<\/strong><\/p><p>So betrachtet besitzt jede Gesellschaft ihre Zukunftsbilder, ob es ihr bewusst ist oder nicht &ndash; das hei&szlig;t, ob sie dar&uuml;ber einen Diskurs f&uuml;hrt oder nicht. &Uuml;ber innere Bilder muss man ja nicht zwingend reden. Der heutigen Demagogie wurde jahrzehntelang der Boden bereitet. Und zwar durch eine Politik, die keine expliziten Zukunftsbilder entworfen hat, das hei&szlig;t auf einen kraftvollen Zukunftsdiskurs verzichtet hat. Denn viele Jahre wurde der Schlachtruf <em>&#8811;Es gibt keine Alternative&#8810;<\/em> gelebt. Aber auch das ist ein Zukunftsbild: die Vorstellung, dass es Prozesse gibt, die man politisch nicht oder nicht mehr gestalten kann. Die Zukunft erscheint dabei als ein Raum, der von der Politik aktiv nicht mehr bespielt wird und &ndash; so die Ideologie &ndash; nicht mehr bespielt werden kann. Demagogische Bedrohungs- und Verhei&szlig;ungsbilder sind damit auch eine Antwort auf die behauptete Alternativlosigkeit von Politik. Wenn Trump gegen &#8811;die Globalisierung&#8810; vorgeht, dann zeigt er, dass angesichts &#8811;der Globalisierung&#8810; sehr wohl eine aktive Politik m&ouml;glich ist. Genau das macht ihn f&uuml;r seine Fans attraktiv. Aber diese M&ouml;glichkeit hatte und hat es immer gegeben. Die Politik, die sich als alternativlos geb&auml;rdet, verf&auml;hrt so: Sie stellt aktiv jene Bedingungen her, auf die sie sich dann beruft, wenn sie ihre Alternativlosigkeit beklagt. Dass so viele Menschen Demagogen zulaufen, ist auch Ausdruck einer Gegenposition zu jenen, die einen positiven Zukunftsdiskurs verweigern. Denn die Demagogen verhei&szlig;en ihnen eine strahlende Zukunft &ndash; freilich mit ungen&uuml;genden und gef&auml;hrlichen Bildern.<\/p><p>Auf Deutschland bezogen: Jahrelang wurde gesagt, es g&auml;be keine Alternative, und die Antwort war die Alternative f&uuml;r Deutschland. Die Implikationen dieser Gedanken liegen auf der Hand. Wenn es kollektiv nicht gelingt, attraktive Bilder &uuml;ber m&ouml;gliche Zukunftsszenarien zu entwerfen, dann werden die Demagogen in ihrer Bedeutung weiter steigen. Aber hier liegt auch die gro&szlig;e Chance f&uuml;r alle, die &uuml;ber das Anwachsen der Demagogie in Europa und in den USA besorgt sind. Ihr Ziel sollte es sein, einen neuen Diskurs &uuml;ber attraktive Zukunftsbilder zu starten: Wie sollte die Gesellschaft in f&uuml;nf, zehn oder zwanzig Jahren aussehen? Viele machen sich genau dar&uuml;ber kluge Gedanken. Sie zu st&auml;rken ist das wichtigste Moment im Kampf gegen Demagogie. Denn eines ist gewiss: Demagogen k&ouml;nnen die Zukunft nur als H&ouml;lle der ANDEREN oder als illusorischen Himmel der WIR entwerfen &ndash; und aus diesem &#8811;Paradies&#8810; ist bereits ein Gro&szlig;teil der Bev&ouml;lkerung vertrieben. Die Zukunft der Demokratie liegt nicht in Ausschluss und Spaltung (die St&auml;rke der Demagogen), sondern in Einschluss und Integration.<\/p><p>Dazu braucht es neue Bilder einer bunten und freien Gesellschaft. Die Demagogen geben uns eine machtvolle Lehrstunde. Ihr Inhalt ist das Wiedererlernen der F&auml;higkeit, kollektive Zukunftsbilder zu entwerfen, daf&uuml;r Verb&uuml;ndete und Netzwerke zu suchen und mit langem Atem umzusetzen. Dazu m&uuml;ssen &ndash; das ist unsere &Uuml;berzeugung &ndash; vor allem jene Bilder gebrochen werden, die das Vorhandensein von Kr&auml;ften besagen, gegen die Politik nichts ausrichten kann (wie das Bild &#8811;des Marktes&#8810; oder &#8811;der Globalisierung&#8810;, beide in der Einzahl). Bilder dieser Art sind eine Illusion, sie bef&ouml;rdern letztlich Demagogie. Denn den Bildern der Demagogen, die sich als handlungsf&auml;hig geben (und handlungsf&auml;hig sind), kann nur mit der Vorstellung einer prinzipiell handlungsf&auml;higen Politik begegnet werden.<br>\nViele, die Demagogen nachrennen, sind von der Sorge nicht um sich selbst, sondern um die Zukunft ihrer Kinder erf&uuml;llt. Sie werden nur dann von den Demagogen ablassen, wenn es attraktive Zukunftsalternativen gibt, die das Leben ihrer Kinder in rosigerem Licht erscheinen lassen. Diese Bilder werden nicht die Zukunft bannen, das k&ouml;nnen Zukunftsbilder niemals leisten. Aber sie werden M&ouml;glichkeiten sichtbar machen, angesichts derer das, was Demagogen anbieten, l&auml;cherlich wirken wird. Alle neuen Entwicklungen in der Geschichte der Menschheit haben sich aus Zukunftsbildern gespeist. Lasst uns einen lebendigen Zukunftsdiskurs starten. Aber zuerst m&uuml;ssen wir gemeinsam die Demagogen zur&uuml;ckdr&auml;ngen. <\/p><p><em>Walter &Ouml;tsch, Nina Horaczek: &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.westendverlag.de\/buch\/populismus-fuer-anfaenger\/\">Populismus f&uuml;r Anf&auml;nger. Anleitung zur Volksverf&uuml;hrung<\/a>&ldquo;, Westend Verlag, 256 Seiten, 18 Euro<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frankreich, Holland, Deutschland, &Ouml;sterreich &ndash; die Populisten sind in Europa weiterhin auf dem Vormarsch. Und alle anderen agieren, als g&auml;be es keine Strategien gegen die rechten Volksverf&uuml;hrer. Dabei besitzen Rechtspopulisten einen einfachen Kern, n&auml;mlich das selbstgestrickte Bild einer gespaltenen Gesellschaft: Hier sind WIR und dort sind die ANDEREN. Dieses Bild erkl&auml;rt die Sprache, die Taktiken,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39683\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,107,123,125,161],"tags":[339,1918,1920,1994,835,670,1191,1254,1800,730],"class_list":["post-39683","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-audio-podcast","category-kampagnentarnworteneusprech","category-rechte-gefahr","category-wertedebatte","tag-chauvinismus","tag-fpoe","tag-hoecke-bjoern","tag-le-pen-marine","tag-nationalismus","tag-orban-viktor","tag-populismus","tag-tina","tag-trump-donald","tag-wilders-geert"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39683","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=39683"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39683\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":39715,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39683\/revisions\/39715"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=39683"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=39683"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=39683"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}