{"id":39686,"date":"2017-08-20T11:00:30","date_gmt":"2017-08-20T09:00:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39686"},"modified":"2018-12-30T17:49:21","modified_gmt":"2018-12-30T16:49:21","slug":"violeta-parra-die-100-jahr-feier-der-musikalischen-seele-chiles","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39686","title":{"rendered":"Violeta Parra &#8211; die 100-Jahr-Feier der musikalischen Seele Chiles"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170820-Parra-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Violeta del Carmen Parra Sandoval, kurz Violeta Parra genannt, h&auml;tte nach dem anhaltenden Trend von wachsender Lebenserwartung am 4. Oktober 2017 einhundert Jahre alt werden k&ouml;nnen &ndash; h&auml;tte sie an jenem 5. Februar 1967 nicht einer fatalen Kurzschlusshandlung nachgegeben. Als k&uuml;nstlerisch Vielbegabte bet&auml;tigte sie sich in der Musik als Komponistin, Dichterin und Interpretin sowie gleichzeitig als Malerin, Kunstteppich-Kn&uuml;pferin und T&ouml;pferin und ging in die Geschichte als bedeutendste Folklore-Forscherin und Begr&uuml;nderin der chilenischen Volksmusik ein. Von ihren herzzerrei&szlig;enden Liedern wie <em>Gracias a la Vida<\/em> (Ich danke dem Leben) und <em>Volver a los Diecisiete<\/em> (Wieder siebzehn sein) von internationalen Ikonen der Volksmusik, der Pop- und der klassischen Szene &ndash; darunter so un&auml;hnliche Gr&ouml;&szlig;en wie Mercedes Sosa, Joan B&aacute;ez, Deep Purple und Shakira, sowie Placido Domingo und <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=LREbCpN_elY\">Konstantin Wecker<\/a> &ndash; interpretiert. Von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nMit entsprechender Universalit&auml;t gestalten sich konsequenterweise die seit Mai anhaltenden und bis Ende dieses Jahres geplanten, weltumspannenden Ehrungen und Konzertwidmungen. Sie begannen mit dem Auftritt chilenischer Musiker im Pariser Grand Palais und dem Festival Barnasants und wurden fortgesetzt im italienischen Bozen. Den bisherigen H&ouml;hepunkt bildete jedoch das Konzert &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ahd9hDusGjQ\">Violeta Sinf&oacute;nico<\/a>&rdquo; im argentinischen Nobeltheater Col&oacute;n.<\/p><p>Nat&uuml;rlich war dem chilenischen Rat f&uuml;r Kunst und Kultur und dem Au&szlig;enministerium bewusst, dass &ndash; werbewirksam betrachtet &ndash; ein Auftakt in der kulturell entwicklungsbed&uuml;rftigen Hauptstadt Santiago ein Schuss in den Ofen gewesen w&auml;re, weshalb die beachtlichen Kosten f&uuml;r die beeindruckende Produktion des Megakonzerts in Buenos Aires als Prestige-Preis gern hingebl&auml;ttert wurden. <\/p><p>Im Juli fanden auch Konzerte zu Ehren Parras auf dem &bdquo;Festival La Mar de M&uacute;sicas&rdquo; im spanischen Cartagena und selbst im k&uuml;hlen Finnland (&bdquo;Violeta Multimedial&rdquo;) statt. Musikalische Erinnerungen und Ausstellungen in Peru, Kolumbien, Trinidad &amp; Tobago, Uruguay, Brasilien, Kuba und Mexiko rei&szlig;en nicht ab. Als Kultur-Hauptstadt der Europ&auml;ischen Union bietet Lissabon am kommenden 12. September einen Auftritt der Parra-Tochter und -Enkelin, Isabel und Tita Parra, im Centro Cultural Bel&eacute;m, dem sich am 16. September ein Konzert in Barcelona anschlie&szlig;t, auf dem Isabel Parra der BarnaSants-Preis f&uuml;r ihre k&uuml;nstlerische Laufbahn &uuml;berreicht werden soll. <\/p><p>Eine Begegnung zwischen Mikis Theodorakis und Violeta Parra w&auml;re wohl eine musikalische Weltsensation gewesen. Dazu kam es nie und so pr&auml;sentiert Griechenland vom 22. bis 24. September im Olvios-Theater von Athen &bdquo;Violeta im Spiegel betrachtet&rdquo;. <\/p><p>Die angek&uuml;ndigte Ehrung von deutscher Seite f&auml;llt vergleichsweise bescheiden aus. Sie beschr&auml;nkt sich bisher auf die Pr&auml;sentation der zweisprachigen Neuauflage des Buches &bdquo;Lieder aus Chile\/Canciones de Chile&rdquo; des G&ouml;ttinger Philologen Manfred Engelbert auf der Frankfurter Buchmesse. <\/p><p>Das &bdquo;h&auml;ssliche Entlein&rdquo;, das dem Elend entsprang, um die Welt zu umarmen<\/p><div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170820-Parra-02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170820-Parra-02-klein.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p>Nicht wenige Kritiker haben sich gefragt, was macht Violeta Parra so au&szlig;ergew&ouml;hnlich, dass ihr Ruhm auch 50 Jahre nach ihrem Tod nicht verblasst? An der Antwort scheiden sich die Geister.<\/p><p>Meine Vermutung ist, dass es bleibende Gef&uuml;hle und Werte sind, die sich ein halbes Jahrhundert nach ihrem Ausscheiden aus dem Leben in der Rezeption ihrer H&ouml;rer dem entmenschlichenden Zeitgeist der Gegenwart widersetzen. Das war Parras lebenslanges, pers&ouml;nliches Ungl&uuml;cksempfinden, gepaart mit dem optimistischen Gegenpol der wahren Liebesfindung, die ihre Lieder zugleich mit <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4mo5SK5nPZs\">tiefschwarzer Trauer und berauschender Epiphanie<\/a> &uuml;berziehen.<\/p><p>Violeta wurde ironischerweise w&auml;hrend der sowjetischen Oktoberrevolution am 4. Oktober 1917 im verstaubten und 300 Kilometer s&uuml;dlich der Hauptstadt Santiago gelegenen Provinznest San Carlos im zentralchilenischen Maule geboren.<br>\nGerade drei Jahre alt wurde das M&auml;dchen von Pocken und Masern gequ&auml;lt, die ihr unvorteilhaftes Gesicht obendrein mit lebenslangen Narben zeichneten und ihr den Spitznamen &bdquo;Maleza&rdquo; (Unkraut) einbrachten. Bis zum Lebensende war sie deshalb geradezu davon besessen, eine h&auml;ssliche Frau zu sein, die ihr &auml;u&szlig;erliches Erscheinungsbild mit resigniertem Schmuddel potenzierte.<\/p><p>Ihre Herkunft war &auml;rmlich. Ihr Vater, Nicanor Parra, war schlechtbezahlter Musiklehrer an einer &ouml;ffentlichen Schule, ihre Mutter, Clarisa Sandoval, stammte aus einer verarmten Bauernfamilie. Sandoval brachte zwei Kinder aus erster Ehe in ihre Verm&auml;hlung mit Nicanor, mit dem sie jedoch weitere acht Kinder zeugte. <\/p><p>In den dunklen Abenden in Maule sa&szlig;en Nicanor und Clarisa nicht selten am Lagerfeuer hinter dem Haus, um das sich Verwandte und Nachbarn mit Harfe, Caja oder Akkordeon gesellten und ihren Kehlen und Instrumenten bis in die tiefe Nacht alte Volkslieder entlockten. Vater Nicanor pflegte seine Gitarre vor st&uuml;mperhaften Fingern in Sicherheit zu bringen, doch Violeta gelang es immer wieder, das eifers&uuml;chtig beh&uuml;tete Instrument aufzust&ouml;bern und ihm &ndash; gerade siebenj&auml;hrig und zum v&auml;terlichen Erstaunen &ndash; ihre ersten Harmonien zu entzaubern. So kam Violeta zur Musik &ndash; und umgekehrt.<\/p><p>Es geh&ouml;rte mehr Anstrengung als Mut dazu, den vielk&ouml;pfigen und -mundigen Nachwuchs durchzubringen. Vor allem nachdem Vater Nicanor, von doppeltem Schicksalsschlag getroffen, eines Tages vor den verrammelten T&uuml;ren der vom Staat geschlossenen Schule stand und obendrein eine geerbte Landparzelle naiverweise an einen betr&uuml;gerischen Immobilienmakler verlor, die Familie ins Ungl&uuml;ck st&uuml;rzte und zum Alkoholiker wurde. <\/p><p>Mutter Clarisa Sandoval blieb nichts anderes &uuml;brig, als die Z&uuml;gel des Familien-Oberhauptes an sich zu rei&szlig;en, die sie mit Strenge und nachhaltiger Hoffnung auf bessere Zeiten in den H&auml;nden hielt. So wuchs Violeta auf, gepr&auml;gt von Vaters musischem Geist und m&uuml;tterlicher H&auml;rte &ndash; ein Gef&uuml;hlspaar, mit dem sie lebensl&auml;nglich der Herzlosigkeit zu entfliehen versuchte, doch daran erb&auml;rmlich scheiterte. <\/p><p>Ein Teil Chiles will ihr nicht vergeben, weil sie 1952 f&uuml;r eine Tournee durch die sozialistischen Ostblockl&auml;nder ihre vier Kinder in Chile zur&uuml;cklie&szlig;, von denen die gerade zweij&auml;hrige Rosita Clara einsam verstarb. Doch anstatt sofort nach Chile zur&uuml;ckzueilen, setzte die Parra ihre Rundreise monatelang fort. Es &bdquo;h&auml;tte ohnehin keinen Zweck gehabt&rdquo;, redete sie sich, der Familie und Freunden mit seltener Gef&uuml;hlsk&auml;lte ein. Und litt bis zum Lebensende wie eine gequ&auml;lte H&uuml;ndin an der entsetzlichen Handlung.<\/p><p><strong>Geburtsstunde des Neuen Chilenischen Liedes<\/strong><\/p><p>&Uuml;ber Violeta Parra zu schreiben, ist ein Wagnis. Vielschattiert ist ihre Pers&ouml;nlichkeit, zu breit die Vielfalt ihrer Kunst. Beides verleitet zu permanenter Ablenkung. Ausgedehnte Lebens- und Werkpassagen &ndash; wie zum Beispiel ihre langj&auml;hrigen, von ihrem Dichter-Bruder Nicanor angeregten Feldforschungsreisen ins tiefe chilenische Hinterland, auf den Spuren der verschiedenen Genres genuiner Volksmusik &ndash; k&ouml;nnen nur angedeutet werden. Ebenso fl&uuml;chtig soll ihr zweiter, mehrere Jahre andauernder Aufenthalt in Europa, vor allem in Frankreich, erw&auml;hnt bleiben, der jedoch neue Akzente in Parras Werk und politischem Auftreten setzte. <\/p><p>Nach ihrer R&uuml;ckkehr aus Paris, wo ihr als erster Lateinamerikanerin eine Ausstellung ihrer Teppichkunst im Louvre-Museum gelang, trat sie in Santiago als Mentorin und Schutzpatronin des <em>Nueva Canci&oacute;n Chilena<\/em> (Neues Chilenisches Lied) auf, dem sich renommierte Musiker wie Victor Jara und die weltbekannten Bands Quilapayun und Inti Illimani anschlossen und das Genre unter der demokratischen Regierung Salvador Allendes zur Bl&uuml;te brachten. Wie bekannt, wurde Jara von den Pinochet-Schergen in den ersten Tagen nach dem Milit&auml;rputsch bestialisch ermordet, Quilapayun und Inti Illimani fl&uuml;chteten bald ins Exil. <\/p><p>Aus dieser Zeit stammt <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Ox5qxFCSPdQ\">Parras Song<\/a> (Mir gefallen die Studenten), mit heiteren Versen wie &ldquo;Hoch leben die Studenten \/ Garten unserer Freude \/ V&ouml;gel die sich nicht f&uuml;rchten, weder vor Tieren noch vor der Polizei&hellip;&rdquo;.<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170820-Parra-03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p><strong>Weibliche Verlassenheit und Einsamkeit: eine chilenische Parabel<\/strong><\/p><p>Doch Violeta, Tochter des sozialistischen Musiklehrers Nicanor Parra, starb nicht an der politischen Konfrontation. Vielmehr nagten hinterh&auml;ltige, gestaltlose Gesch&ouml;pfe an ihrer seit Kindesalter geschundenen Seele. Wer Violeta Parra gekannt hat, best&auml;tigt, dass der Schauspielerin Francisca Gavil&aacute;n im Spielfilm &bdquo;Violeta ging in den Himmel&ldquo; (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=7K-JtfxklA0\">deutscher Film-Trailer<\/a>) von Andr&eacute;s Woods, die ihr auf die Stirn geschriebene Nachbildung des problematischen Charakters ihrer Filmfigur gegl&uuml;ckt sei.<\/p><p>Die Journalistin Carolina Marcos erinnerte in <em>La Discusi&oacute;n<\/em> (&bdquo;Los tomentosos amores de Violeta Parra &ndash; Die st&uuml;rmischen Lieben der Violeta Parra&ldquo; &ndash; 02.07.2016) daran, dass das Liebesleben der elegischen Liedermacherin von wechselhafter Leidenschaft, Gewaltt&auml;tigkeit und &bdquo;unfl&auml;tigen Zeiten&ldquo; gepr&auml;gt war. &bdquo;Die Tochter der Familie Parra- Sandoval war nicht nur k&uuml;nstlerisch, sondern auch in der Liebe sehr talentiert&ldquo;, spottete Marcos. <\/p><p>M&oacute;nica Echeverr&iacute;a, Autorin der Biographie &bdquo;Ich, Violeta&ldquo;, will herausgefunden haben, dass die Parra mindestens 14 Gitarren &uuml;ber M&auml;nnersch&auml;deln zertr&uuml;mmert hat, weil sie sich von ihnen ausgetrickst oder betrogen f&uuml;hlte. Indes ist sich die Mehrheit eines Dutzend z&auml;hlender Biographen darin einig, dass die als Frau einsam k&auml;mpfende Musikerin sich in der chilenischen M&auml;nnerwelt der 50er und 60er Jahre nur mit ungebrochenem Ehrgeiz und hartem Ellenbogen durchsetzen konnte, was ihr selten gelang. <\/p><p>Betrogen, misshandelt oder verlassen fristeten Frauen im archaischen und l&auml;ndlich-patriarchalen Chile der Vergangenheit das Dasein der zugleich bitteren Ein&ouml;de und s&uuml;&szlig;en Landschaften zwischen Pazifik und Andenh&auml;ngen. Wer sie bereist hat, hat sinnlich erfahren, was Abgeschiedenheit und Einsamkeit bedeuten.<\/p><p>Der nach mehr als 50 Jahren nur kl&auml;glich ver&auml;nderten M&auml;nnerwelt fallen nach wie vor zigtausende Frauen zum Opfer. Nach Angaben der chilenischen Staatsanwaltschaft erlitten allein 2016 mindestens 140.022 Frauen Gewalttaten &ndash; darunter 38 Morde &ndash; im famili&auml;ren Bereich. Von den T&auml;tern werden in der Regel kaum mehr als nur 10 Prozent verurteilt.<\/p><p>&bdquo;Por suerte tengo guitarra. Para llorar m&iacute; dolor &ndash; Zum Gl&uuml;ck habe ich eine Gitarre. Um zu beweinen meinen Schmerz&ldquo;, schrieb Violeta Parra in ihrem Song &bdquo;La Carta&ldquo; (Der Brief). <\/p><p>&bdquo;Sie war stets immer eine selbstm&ouml;rderische Frau, die dort war, wo sie nicht hingeh&ouml;rte&ldquo;, urteilte Filmemacher Andr&eacute;s Wood. &bdquo;Sie hat nie begriffen, dass es Leute gab, die ihre Sache nicht unterst&uuml;tzten. Sie war &auml;u&szlig;erst unnachgiebig mit allen, die nicht mit ihr im Einklang standen&ldquo;.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;F&uuml;r denjenigen, der die Erde verl&auml;sst,<br>\nist der Tod das Ende der Welt.<br>\nMit einem Schmerz wie kein zweiter<br>\nwar beendet dieser Krieg.<br>\nF&uuml;r eine Minute des Gaumenspa&szlig;es<br>\nwar gegeben dieses Hundeleben<br>\n&ndash; Und einhundertzwanzigtausend Kummerstunden&hellip;&ldquo;.\n<\/p><\/blockquote><p>hei&szlig;t es in einer Strophe aus Violeta Parras autobiographischem Gedicht mit dem Titel &bdquo;Decimas&ldquo; (Zehnzeiler).<\/p><p>Seit Mitte der 1960er Jahre bewohnte die Liedermacherin ein Zirkuszelt, genannt La Carpa, im Santiagoer Bezirk La Reina. &Uuml;ber Jahre hinweg diente La Carpa als B&uuml;hne der ausgesuchtesten chilenischen Musik, doch Parras Traum war, dort ein anspruchsvolles Kulturzentrum zu errichten. Es blieb beim Traum und bitteren Entt&auml;uschungen.<\/p><p>Am Nachmittag des 5. Februar 1967, drei Jahre bevor der Sozialist Salvador Allende zum Pr&auml;sidenten gew&auml;hlt wurde und Chile im Freudentaumel unterging, griff die Liedermacherin nach einem verborgenen Revolver und schoss sich eine Kugel ins Herz.<\/p><p>Nach dem Milit&auml;rputsch vom 11. September 1973 lie&szlig; die Pinochet-Diktatur das Gel&auml;nde plattwalzen.<\/p><p>Ihr Bruder, langj&auml;hriger G&ouml;nner und renommierter Dichter, der vom Vater den Namen Nicanor erbte, schrieb in seinem Gedicht &bdquo;Die Verteidigung der Violeta Parra&ldquo;:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Was kostet es dich Frau bl&uuml;hender Baum<br>\nK&ouml;rper und Geist aus der Gruft zu erheben<br>\nund die Steine mit deiner Stimme zu sprengen<br>\nVioleta Parra.<br>\nDas ist, was ich dir sagen wollte<br>\nfahre fort, deine Dr&auml;hte zu flechten<br>\ndeine araukanischen Ponchos<br>\ndeine Kr&uuml;ge aus Quinchimali<br>\nfahre fort, Tag und Nacht zu polieren<br>\ndeine toromiros aus heiligem Holz<br>\nohne Leid<br>\nohne unn&ouml;tige Tr&auml;nen<br>\noder, wenn du m&ouml;chtest, mit hei&szlig;en Tr&auml;nen<br>\nund erinnere dich, du bist<br>\nein L&auml;mmchen im Wolfspelz.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170820-Parra-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Violeta del Carmen Parra Sandoval, kurz Violeta Parra genannt, h&auml;tte nach dem anhaltenden Trend von wachsender Lebenserwartung am 4. Oktober 2017 einhundert Jahre alt werden k&ouml;nnen &ndash; h&auml;tte sie an jenem 5. Februar 1967 nicht einer fatalen Kurzschlusshandlung nachgegeben. Als k&uuml;nstlerisch Vielbegabte bet&auml;tigte sie<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39686\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[212,168,917],"tags":[669,1678],"class_list":["post-39686","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gedenktagejahrestage","category-gleichstellung","category-kultur-und-kulturpolitik","tag-chile","tag-kuenstler"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39686","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=39686"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39686\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48127,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39686\/revisions\/48127"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=39686"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=39686"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=39686"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}